Gemeindebrief - Evangelische Kirchengemeinde

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Gemeindebrief - Evangelische Kirchengemeinde
Gemeindebrief
der Evangelischen Kirchengemeinden
     Hepsisau und Neidlingen
       5. April - 19. Juli 2020
Gemeindebrief - Evangelische Kirchengemeinde
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
was für eine Zeit! Alles steht Kopf. Die Corona-Pandemie hält uns auf
Trapp. Täglich ändert sich die Lage. Pläne werden durchkreuzt. Träu-
me zerplatzen oder verschieben sich auf unbestimmte Zeit. Sorgen und
Bangen um die Gesundheit und den Arbeitsplatz machen sich breit.
Angst       um     Erkrankte      und       Gefährdete      lähmt    uns.
Wie sollen wir da Ostern feiern?
Das Osterfest verbinden wir oft mit einer leichten, unbeschwerten Früh-
lingszeit: Ostereier, Schokohasen, Familienbesuch, Sonnenschein und
Ferienzeiten. Dieses Jahr wird das anders. Kein Friede, Freude, Eier-
suchen. Aber Ostern wird es trotzdem. Und vielleicht gerade dieses
Jahr noch mehr als sonst …
Die Freunde und Familienangehörigen von Jesus hätten unsere Situati-
on heute wahrscheinlich gut verstehen können: Geplatzte Träume,
enttäuschte Hoffnung, Verzweiflung und Angst um ihr Leben. Ihre Welt
ist aus den Fugen geraten. In den letzten Tagen hatten sie zum Teil
aus nächster Nähe, zum Teil aus sicherem Abstand mitverfolgt, wie
Jesus erst verraten, dann festgenommen und abgeführt, verurteilt, ge-
foltert und schließlich gekreuzigt worden ist. Jesus ist gestorben. Sie
haben beobachtet, wie er vom Kreuz genommen und in ein leeres Fel-
sengrab gelegt worden ist. Ein schwerer Stein wurde davor gerollt. Aus
und vorbei. Zurück bleiben Fassungslosigkeit, Schmerz und Angst.
Was sie bisher geglaubt haben, hat sich als Lüge herausgestellt. Was
sie bisher gehofft hatten, hat sich als große Enttäuschung entpuppt.
Den, auf den sie sich bisher verlassen hatten, hat sie jetzt verlassen.
Doch in dieser großen Dunkelheit und Verlassenheit wird es Ostern.
Denn die Botschaft von Ostern strahlt gerade in hoffnungslosen und
dunklen Tagen: Jesus lebt! Er hat den Tod überwunden. Er hat uns
nicht allein gelassen, sondern er hat uns einen Weg ermöglicht, ganz
bei ihm zu sein. Er ist nicht gescheitert, sondern er hat gesiegt! Genau
dann, wenn wir die Hoffnung aufgegeben haben, wenn die Verzweif-
lung am größten ist, wenn die Angst uns lähmt, schafft Gott neues
Leben.
Der Frühling führt mir das jedes Jahr wieder vor Augen: Im Herbst ver-
schwindet alles nach und nach: Blätter, Blumen, Gras … Über den
Winter ist alles kahl und oft trostlos. Alles scheint irgendwie begraben.
Doch sobald im Frühling die ersten Sonnenstrahlen die Erde erwär-
men, kann man nach und nach überall neues Leben entdecken.
Schneeglöckchen und Krokusse bahnen sich ihren Weg nach oben,
Bäume treiben wieder Knospen aus. Besonders schön finde ich die
Magnolienblüten, wie sie vorne auf dem Titelbild zu sehen sind. Aus
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Nichts wachsen plötzlich so große, prächtige Blüten!
Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, verspricht Gott uns eine
neue Erde und einen neuen Himmel, in dem alles anders wird: „Gott
wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht
mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein;
denn das Erste ist vergangen.“ Gott verspricht uns: „Siehe, ich mache
alles neu!“ (Off 21,4f) Daran halte ich mich fest, gerade in dunklen und
unsicheren Tagen. Der Frühling erinnert mich daran: Gott kann aus
Nichts Alles machen. Und Ostern erinnert mich daran: Gott hat das
Schlimmste schon überwunden. Er ist und bleibt Sieger!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch allen ein zuversichtliches
und hoffnungsvolles Osterfest gerade in diesen schweren Zeiten.
                            Ihre

Die nachfolgende Besinnung erreichte uns von unserer Prälatin
Gabriele Arnold. Wir drucken sie mit kleinen Veränderungen ab.
Hebräer 10, 35:
Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.
Liebe Schwestern und Brüder
                             Vertrauen ist lebensnotwendig. Man wirft
                             es nicht leichtfertig weg. Wie lebensnot-
                             wendig es ist, merken wir gerade in die-
                             sen Tagen. So vieles was bisher selbst-
                             verständlich erschien ist auf einmal hinfäl-
                             lig. Der Besuch im Restaurant, der sonn-
                             tägliche Gottesdienst, ja sogar das Tref-
                             fen mit Freunden und Familienmitglie-
                             dern. Das kann einen beunruhigen und
                             einem den Boden unter den Füßen weg-
                             ziehen. Es ist ja auch wirklich schwer sich
                             so umzustellen. Ich merke auch wie mich
                             das manchmal beunruhigt und jedenfalls
                             dauern herausfordert. Trotzdem denke
                             ich, dass wir in dieser Situation auf die
                             Ratschläge und Anweisungen aus Politik,
von Medizinern und nicht zuletzt der Kirchenleitung vertrauen sollten.
Ich vertraue darauf, dass alle, die jetzt wichtige und weit reichende
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Entscheidungen treffen das mit bestem Wissen und Gewissen tun.
Die Menschen, an die der Verfasser des Hebräerbriefes geschrieben
hat, lebten in Gefahr ihr Vertrauen in Gott zu verlieren. Sie hatten
Angst, nackte Angst um ihr Leben. Wir können uns überhaupt nicht
mehr vorstellen, was es damals bedeutete, Christ zu sein. Es war le-
bensgefährlich sich zum Gottesdienst zu treffen oder sich taufen zu
lassen. Nicht so wie heute, wo wir uns für einige Wochen einschränken
müssen und ja, sogar Tauffeier, Hochzeiten und Konfirmationen ver-
schieben müssen. Die Menschen damals haben ihren Glauben an Je-
sus festgehalten, weil sie sich ganz sicher waren, dass Jesus bald wie-
derkommen würde. Dann, so waren sie sich sicher, würde ihr Leid zu
Ende sein. Da würde sich etwas ändern, dann würde ihnen Gerechtig-
keit wiederfahren. Sie haben gewartet mit brennender Geduld, ganz
konzentriert. Sie haben gewartet und ihr Leben gestaltet, ganz ange-
spannt, ganz konzentriert und doch mit großer Geduld.
Ihr Vertrauen und ihr Warten hat zusammengehört. Sie haben wirklich
darauf vertraut, dass Jesus wiederkommt und gewartet, und deshalb
konnten sie die Anfeindungen, die Verleumdungen, die Verfolgungen
und die Todesgefahr aushalten.
Aber dann kam er nicht. Und das Warten wurde lang und langweilig
und das Vertrauen in Gott schwand und der Glaube war nicht mehr
brennend, sondern fühlte sich an wie lauwarme Suppe oder wie Salat,
der zulange angemacht auf dem Tisch steht.
Wozu kämpfen? Wozu leiden? Wozu noch glauben und hoffen? Wozu
auf Gerechtigkeit
warten, die doch nicht kommt? Das süße Gift der Resignation hatte
sich in alle Winkel und
Ecken eingenistet. Das Leben schmeckte nach gar nichts. Der Glaube
schien bedeutungslos.
Liebe Gemeinde, machen wir es wie unser Glaubensgeschwister vor
so langer Zeit. Vertrauen wir doch auf Gott, vertrauen wir doch ins
Leben. Und glauben wir, dass Jesus Christus bei uns ist alle Tage, bis
die Welt an ihr Ziel kommt.

Werft euer Vertrauen nicht weg.
Jesus hat uns versprochen bei uns zu sein. Gott hat versprochen bei
uns zu sein. Er hat versprochen uns zu behüten an Leib und Seele und
er hat versprochen uns auch dann nahe zu sein, wenn wir krank dar-
nieder liegen und selbst dann, wenn wir sterben müssen. Wir sind nicht
allein. Niemals. Und noch etwas ist uns versprochen: Das Land ohne
Tod, das Land ohne Tränen, das Land ohne Krankheit und Gefahr.

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Glauben heißt, dass uns das immer wieder neu bewusst wird. Dass wir
spüren, erahnen und manchmal vielleicht begreifen, dass Gott bei uns
ist und uns nicht fallen lässt -unter keinen Umständen. Und genau des-
halb können wir dem Leben auch trauen. Auch in dieser Krise können
wir dem Leben und dem lebendigen Gott trauen. Ich finde es ist ein
Gottesgeschenk ganz besonderer Art, dass in diesen Tagen die Natur
so blüht und Gott uns die Erde von ihrer schönsten Seite zeigt. Und
dass Ostern kommt und uns wieder erinnert, dass Jesus lebt und durch
Gottes Liebe den Tod besiegt hat.
In einem Lied, das wir mit den Kindern in der Kinderkirche singen heißt
es:
                               Jeden Morgen
                                  gießt du
                                 von Neuem
                                   Sonne
                                 Deiner Welt
                               ins Angesicht.
                                   Sagst:
                        Du bist meine Schöpfung!
                            Jeden Morgen
                               Gibst du
                             Von Neuem
                                Stimme
                           Deinen Spatzen
                             In die Kehle
                                Sagst:
                        Ihr seid meine Lieder!
                            Jeden Morgen
                               Streust du
                              Von Neuem
                               Hoffnung
                             Allen Wesen
                             Auf die Wege
                                 Sagst:
                      Ihr seid meine Schönheit!
                            Jeden Morgen
                              Küsst du
                             Von Neuem
                               Farbe
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Gemeindebrief - Evangelische Kirchengemeinde
Deinen Blumen
                              In die Kelche.
                                  Sagst:
                        Ihr seid meine Wunder!
                             Jeden Morgen
                               Hauchst du
                               Von Neuem
                                   Atem
                           Deinen Menschen
                              In die Herzen
                                  Sagst:
                         Ihr seid meine Bilder!

Glauben heißt, dieses Vertrauen, dieses Zutrauen in das Leben und in
Gott nicht wegzuwerfen.
Werft euer Vertrauen nicht weg. Beziehungen werden lebendig bleiben,
auch wenn wir uns gerade nicht besuchen können. Gott hört uns, auch
wenn wir gerade nicht zusammen Gottesdienst feiern dürfen. Kinder
sind von Gott bewahrt, auch wenn sie gerade nicht getauft werden.
Liebende sind gesegnet auch wenn es gerade keine Trauungen gibt.
Die ganze Bibel ist voller Geschichten und Worte, die uns das Vertrau-
en zurückgeben. Vielleicht können wir die Zeit, die wir nun haben nut-
zen, diese Vertrauensworte und Vertrauensgeschichten in der Bibel
neu zu lesen und neu zu entdecken.
Vielleicht schlagen Sie im Gesangbuch das Lied „Geh aus mein Herz
und suche Freud“, auf. Das ist auch so ein Vertrauenslied. Paul
Gerhard hat es in schwerer Zeit für seine Frau geschrieben, als sie von
Krankheit und Depression geplagt war. Sie ist das Herz, das ausgehen
soll. Wenn es Ihnen schwer ums Herz wird, machen Sie es wie Paul
Gerhard es rät. Gehen sie ins Freie und schauen sie Gottes wunderba-
re Schöpfung an und stimmen sie innerlich und vielleicht mit Ihrer Stim-
me ein: „Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes gro-
ßes Tun erweckt mir alle Sinne. Ich singe mit, wenn alles singt und
lasse was dem Höchsten klingt aus meinem Herzen rinnen.“

Ach ja, und vergessen Sie nicht beim Händewaschen das Vater Unser
zu beten, das uns Jesus gelehrt hat. Mir jedenfalls hilft das in diesen
Tagen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre
unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

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Gemeindebrief - Evangelische Kirchengemeinde
In Zeiten von Corona…
...und auch wenn jetzt vieles nicht stattfinden kann und darf:

Liebe Menschen in Neidlingen und Hepsisau!
In dieser schweren Zeit grüßen wir Sie von Herzen mit dem Regenbo-
gen als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen. Er gilt
bis heute und auch jetzt! Wir haben nun so lange in guten und
„sicheren“ Jahren gelebt und uns daran gewöhnt, das Leben unter
vermeintlicher Kontrolle zu haben. Nun werden wir mit etwas konfron-
tiert, das uns zusetzt. Es ist klein, es ist unsichtbar und es ist bedroh-
lich. Es erschüttert unser Vertrauen.
Wir werden in unserer Freiheit eingeschränkt, nicht aber in unserer
Menschlichkeit und unserem Gottvertrauen. Vor allem unsere Mit-
menschlichkeit und Nächstenliebe sind gefragt, wenn es darum geht,
die Maßnahmen umzusetzen, die Politik und Kirchenleitung beschlos-
sen haben. Sie dienen der Verlangsamung der Ausbreitung des Virus,
damit die Menschen Hilfe bekommen, die sie wirklich brauchen, z.B. in
Krankenhäusern. Die Intensivpflegeplätze sind beschränkt und die
Kapazitäten der Ärzt*innen, Krankenschwestern und- pfleger nicht ins
Unendliche strapazierbar. Deshalb werden wir die Vorgaben, die uns
gesetzt sind, sorgfältig und gewissenhaft umsetzen.
Bei einer Telefonkonferenz der Pfarrer und Pfarrerinnen im Distrikt
Limburg-Saurier waren wir uns einig, dass wir als Christenmenschen
mit gutem Beispiel vorangehen.

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Im Folgenden stellen wir Ihnen vor, worum es im Einzelnen geht.
Bis 15. Juni sind vorerst alle Gottesdienste und Veranstaltungen aus-
gesetzt. Wir folgen damit der Maßgabe unserer Landesregierung. Die-
ser Termin kann auch verschoben werden. Wir hoffen, dass sich die
Frist verkürzt, aber wenn sie bleibt, werden wir sie einhalten. Deshalb
finden Sie in diesem Gemeindebrief auch keine Terminseiten.
Für Konfirmationen gibt es keine allgemeine Vorgabe, bis wann diese
nachgeholt werden sollen. Wir werden uns im Distrikt und natürlich mit
den Eltern und Jugendlichen absprechen, damit wir einander nicht ins
Gehege kommen.
Trauerfeiern finden im Freien statt mit höchstens zehn Personen.
Taufen und Trauungen müssen verschoben werden.
Die Gemeindebüros sind geschlossen.
Der Distrikt richtet einen Youtube- Kanal für Gottesdienste ein und es
wird aus jeweils einer Kirche des Distrikts sonn- und feiertags ein Kurz-
gottesdienst (ohne Gemeinde) gesendet. Gleichzeitig gibt es in den
Mitteilungsblättern und auf den Homepages auch für jeden Sonntag
und Feiertag etwas zu lesen. Es ist also ein Parallelprogramm, das wir
fahren. Der Link für den Kanal ist folgender: https://www.youtube.com/
channel/UC3KH4wxJ9W_GB7WReLgALGQ Dieser wird auch auf der Homepa-
ge stehen, damit er herauskopiert werden kann.
Unsere Kirchenglocken läuten wie gewohnt zu den Gottesdienstzeiten.
Dann können Sie, wenn Sie wollen, zuhause die Andacht im Mittei-
lungsblatt lesen oder den Kurzgottesdienst auf Youtube mitfeiern.
Die Geburtstagskinder bekommen ihren Gruß in den Briefkasten und
werden angerufen.
Auch wenn wir Sie nicht besuchen können, sind wir für Sie erreichbar.
Scheuen Sie sich nicht uns anzurufen. Larissa Hopp erreichen Sie
unter Tel. 9422922, Ute Stolz unter Tel. 6774. Wenn Sie einfach reden
wollen, wenn Sie Hilfe z.B. beim Einkaufen brauchen, wenn…………
melden Sie sich!
Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und
der Liebe und der Besonnenheit. 2. Timotheus 1, 7
             Herzliche Grüße von Ihrer

             und Ihrer

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Biblisches Porträt:
Thomas, der Ehrliche
                                           „Thomas, der Ehrliche“ –
                                           bekannter ist uns der
                                           Apostel vermutlich unter
                                           „der zweifelnde Thomas“
                                           oder sogar „der ungläubige
                                           Thomas“. Ich finde aber,
                                           damit tun wir ihm unrecht.
                                           Denn wenn wir seine Ge-
                                           schichte bis zum Ende
                                           lesen, kann von Unglaube
                                           keine Rede mehr sein:
                                           „Mein Herr und mein Gott!“
                                           nennt er den auferstande-
      Michelangelo Merisi da Caravaggio    nen Jesus, als der ihm
    (1571–1610): "Der ungläubige Thomas"   schließlich persönlich be-
gegnet. Aber erstmal der Reihe nach:
Vermutlich hatte Thomas, wie viele der anderen Jünger, als Fischer
gearbeitet, bevor er Jesus von Nazareth kennen lernte und ihm nach-
folgte. Die Bibel erzählt uns nichts von dieser Begegnung, aber
Thomas wird in allen Evangelien als einer der 12 Jünger aufgelistet.
Vor allem aber im Johannesevangelium haben wir die Gelegenheit,
diesen Thomas besser kennenzulernen. Und dort begegnet er uns als
ein     aufrichtiger   und     vertrauensvoller/überzeugter    Jünger.
Als sich Jesus aufmachen will, um zu dem verstorbenen Lazarus zu
gehen, wendet sich Thomas – wohl resigniert, weil er von allen Seiten
nur mit dem Tod konfrontiert wird, aber trotzdem voll Überzeugung und
Standhaftigkeit an seine Freunde: „Kommt, wir gehen mit ihm – und
sterben mit ihm!“ (Joh 11,16)
Ziemlich überzeugt für einen Zweifler…
Ein anderes Mal erklärt Jesus seinen Jüngern, was passieren wird und,
dass er von ihnen weggehen wird. Als er ihnen dann sagt: „Ihr kennt ja
den Weg zu dem Ort, wo ich hingehe.“, da ist es Thomas, der ganz
offen und ehrlich einwendet: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst!
Wie können wir dann den Weg kennen?“ (Joh 14,4f)
Am besten lernen wir Thomas aber in der Geschichte kennen, die sich
nach dem ersten Osterfest vor ca. 2000 Jahren ereignet hat. Nachzule-
sen ist sie in Johannes 20, 24-29.
Die anderen Jünger sind ganz euphorisch und erzählen Thomas aufge-

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regt: „Wir haben den Herrn
                                              gesehen!“ Kurz zuvor –
                                              bevor Thomas gekommen
                                              war – ist ihnen nämlich der
                                              auferstandene Jesus be-
                                              gegnet. Trotz verschlosse-
                                              ner Türen stand er auf
                                              einmal in ihrer Mitte und
                                              sagte „Friede sei mit
                                              euch!“. Die Jünger konn-
                                              ten sogar die Wunden in
                                              seinen Händen und an
                                              seiner      Seite     sehen.
                                              Aber all das hat Thomas
                                              verpasst. Und jetzt kann er
                                              es einfach nicht glauben.
                                              Er unterstellt den anderen
                                              dabei gar nicht unbedingt,
                                              dass sie ihn anlügen oder
                                              sich etwas ausgedacht
                                              haben. Aber was andere
                                              erlebt haben, reicht ihm
          Albrecht Dürer (1471–1528) :        nicht. Er will seine eigenen
            "Der ungläubige Thomas"           Erfahrungen machen. Er
will Jesus selbst begegnen, seine Wunden selbst sehen und fühlen
können. Sonst kann er es nicht glauben, dass Jesus wirklich wieder
lebt. Thomas ist ehrlich. Zu sich selbst und zu Jesus.
Und Jesus nimmt das ernst: Eine Woche später bekommt Thomas eine
exklusive Begegnung mit Jesus. Wieder kommt Jesus zu den versam-
melten Jüngern, unter denen diesmal auch Thomas ist. Jesus wendet
sich direkt an ihn und fordert ihn auf: „Nimm deine Finger und untersu-
che meine Hände. Strecke deine Hand aus und leg sie in die Wunden
an meiner Seite. Du sollst nicht länger ungläubig sein, sondern zum
Glauben kommen.“ (Joh 20,27) Thomas Ehrlichkeit zahlt sich aus.
Jesus hat ihm gezeigt, wie wichtig es ihm ist, dass Thomas ihm ver-
trauen kann. Dafür begegnet er ihm persönlich und lässt sich auf seine
Fragen und Zweifel ein.
Von Thomas könne wir lernen, zu uns selbst und auch zu Jesus ehrlich
zu sein; Unsere Zweifel und Fragen nicht zurück zu halten, sondern sie
ehrlich vor Gott zu bringen und um das zu bitten, was wir brauchen.
                                                            Larissa Hopp
                                   10
Gedenktag: „Für Kinder ist nur das Beste gut genug“ –
Seit 140 Jahren Steiff – Knopf im Ohr
                                 1847 wird Appolonia Margarete Steiff
                                  als drittes von vier Kindern in Giengen
                                  an der Brenz geboren. Der Vater
                                  Friedrich Steiff ist Bauwerksmeister in
                                  Giengen, die Mutter Maria Margarete
                                  Steiff geb. Hähnle führt den Haushalt
                                  und unterstützt den Vater bei der Ar-
                                  beit.
                                  Doch Margarete erkrankt mit 18 Mo-
                                  naten an Kinderlähmung. Sie wird
                                  niemals laufen können und ihr Leben
                                  lang an den Rollstuhl gebunden sein.
                                  Ihre Mutter leidet sehr darunter. Sie
                                  wird Margarete ihr Leben lang pflegen
                                  müssen. Auch die damals typische
                                  Rolle als Hausfrau und Mutter wird
                                  Margarete nicht einnehmen können.
Sie hat praktisch keinerlei Zukunftsperspektiven. Trotz allem entwickelt
sich Margarete jedoch zu einem lebensfrohen Kind! Sie besitzt eine
positive Ausstrahlung und hat ein geselliges und heiteres Wesen. Bei
jedem Wetter lässt sie sich von Hausgenossen und Freunden nach
draußen tragen.
Später wird sie im Leiterwagen zur Schule gebracht und leistet auch
dort Überdurchschnittliches. Ihren Wunsch, die Nähschule zu besu-
chen, setzt sie gegen den Willen der strengen Eltern durch. Aufgrund
ihrer Lähmung hat sie zwar Schwierigkeiten, wird aber bald eine gute
Schneiderin.
1874 baut ihr Vater das Wohnhaus um und richtet eine Schneiderei ein.
Margarete und ihre Schwestern Marie und Pauline haben bald viele
Aufträge und können sich eine eigene Nähmaschine kaufen. 1877 er-
öffnet Margarete ein Filzgeschäft. Nach und nach entwickelt sich aus
dem Laden ein kleines Unternehmen mit mehreren Angestellten.
Als Margarete in einer Zeitschrift ein Schnittmuster für Elefanten ent-
deckt, fertigt sie mit ihren Näherinnen zwei Säcke davon an. Auf dem
Heidenheimer Markt werden die als Nadelkissen gedachten „Elefäntle“
als Kinderspielzeug zum Verkaufsschlager! Das ist der Beginn der Fir-
ma Steiff, die schließlich 1880 gegründet wird. 1892 erscheint der erste
Steiff-Katalog. Neben den Elefanten werden nun auch Katzen, Hunde

                                   11
und Pferde angefertigt. Der Umsatz steigt stetig an.
Margaretes Neffe Richard Steiff liefert Tierskizzen als Grundlage für
viele Kreationen. Er entwickelt einen Plüschbären mit beweglichen
Armen und Beinen. Zum Ende der Leipziger Spielwarenmesse 1902
wird der dort neu präsentierte Teddybär zum neuesten Verkaufsschla-
ger der Firma Steiff. Ein amerikanischer Händler bestellt gleich 3000
Stück. Der nach dem amerikanischen Präsidenten Theodore „Teddy“
Roosevelt benannten Teddybär erobert nun die Welt. 1904 wird das
Markenzeichen „Knopf im Ohr“ entwickelt.
1906 übergibt Margarete die Firma an ihre Neffen. Die Firma stellt nun
mit 400 Mitarbeiter und 1800 Heimarbeitern bereits 1,7 Millionen Spiel-
artikel her. Drei Jahre später stirbt Margarete Steiff mit 61 Jahren an
den Folgen einer Lungenentzündung.
In den Kriegs- und Nachkriegsjahren wird aus der wirtschaftlichen Flau-
te heraus das Sortiment angepasst: Spielwaren werden aus Zellstoff
und aus heimischen Hölzern hergestellt. 1927 wird durch die sehr gro-
ße Nachfrage an dem Plüschhund Molly die Produktion auf Fließband-
fertigung umgestellt. 1951 beendet der Igel „Mecki“ die Flaute der
Nachkriegszeit.
1980 wird in Giengen das Margarete Steiff Museum gegründet, ein
Vorläufer des 2005 gegründeten Museums „Die Welt von Steiff“. Au-
ßerdem wird begonnen, Tiere in limitierter Auflage zu produzieren.
1992 kommt der Steiff Club mit exklusiven Club-Vorteilen dazu. In einer
Vielzahl Europäischer Großstädte werden Steiff Galerien eröffnet, um
die eigenen Produkte im angemessenen Rahmen präsentieren zu kön-
nen. 2008 entwirft Karl Lagerfeld Plüschtiere. 2018 erhält Steiff einen
Preis für Disney-Tiere.
Das Steiff Museum ist ein Erlebnismuseum auf dem Firmengelände in
Giengen an der Brenz. Das Gebäude ist eine architektonische Meister-
leistung des Architekten Andreas Ramseier. Auf 2400 m² Ausstellungs-
fläche wird die Geschichte des Teddybären und die Firmengeschichte
gezeigt, beginnend im Nähzimmer von Margarete Steiff. 2010 wird ein
begehbarer Streichelzoo im Steiff Museum eröffnet. Das Museum „Die
Welt von Steiff“ hat täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, inklusive
Bistro und großem Steiff-Shop.
Die Firma Steiff wächst stetig weiter und verändert sich ständig: Heute
wird z.B. auch Baby- und Kindermode gefertigt, sowie Wohnacces-
soires und neue Kuscheltiere.

                                                            Bettina Kuch

                                  12
Kinderkirche
                                      Unsere Pläne für die Kinder-
                                      kirche wurden leider wie
                                      vieles andere von der aktu-
                                      ellen Situation durchkreuzt.
                                      Trotz allem blicken wir zu-
                                      versichtlich auf die Zeit nach
                                      der Corona-Pandemie und
                                      freuen uns schon sehr, dann
                                      die Kinderkirche Neidlingen
                                      wieder zu starten.
                                      Für unser Mitarbeiterteam
                                      suchen wir weiterhin Ver-
stärkung! Bist Du dabei?
Bitte lass es Dir in diesen Wochen einfach nochmal durch Kopf
und Herz gehen.
Melde dich bei Larissa Hopp per mail: larissa.hopp@elkw.de oder
unter 07023/9422922.
Für die nächsten Wochen bietet die Landeskirche gute Möglichkei-
ten, Kinderkirche trotz Corona-Zeit zu erleben: Zum Beispiel Kin-
derkirche-Kucken! Jeden Sonntag, um 10 Uhr wird ein Kinder-
gottesdienst     im      Live-Stream    auf     www.kinderkirche-
wuerttemberg.de übertragen. Dort findet ihr auch viele Spiel- und
Bastelangebote, mit denen ihr ein bisschen Kinderkirche zu euch
nach Hause holen könnt!                             Larissa Hopp

Impressum:
An dieser Ausgabe haben mitgearbeitet: Larissa Hopp - Bettina Kuch -
Anette Pelz-Fischer - Eva Ruoß - Ute Stolz - Uli Zaiser
Presserechtlich verantwortlich: Pfarrerin Ute Stolz, Tel. 07023 67 74
Hauptstr. 53, 73235 Weilheim-Hepsisau

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Veranstaltungen
Gottesdienst im Grünen (Angaben unter Vorbehalt)
                      In diesem Heft finden Sie auch wieder die Hefte
                      für die Gottesdienste im Grünen und ein Extra-
                      blatt für die Gottesdienste, die auf dem Reußen-
                      stein und am Weilerbach stattfinden. Wir freuen
                      uns, dass wir diese schöne Gelegenheit, Got-
                      tesdienst unter Gottes freiem Himmel zu feiern,
auch dieses Jahr anbieten können, weil sich Predigerinnen und Predi-
ger finden und Posaunenchöre bereit sind zu spielen. Dankbar sind
wir, dass wir bei schlechtem Wetter auf dem Reußensteinhof Unter-
schlupf bekommen. Alle Gottesdienste sind ökumenisch und den im
August hat wieder unser katholischer Kollege Peter Martin übernom-
men. Herzlichen Dank und herzliche Einladung!

Die Anmeldung zur Konfirmation 2021 wird auf einen späteren Zeit-
punkt - wahrscheinlich nach den Pfingstferien - verlegt.

7en Days in Neidlingen und Oberlenningen (Angaben unter Vorbehalt)
                    Die erste Sommerferienwoche am Albtrauf garan-
                    tiert Jugendlichen Erholung, Spaß und Abenteuer.
                    Die 7en Days bieten wir erneut parallel in Oberlen-
                    ningen und in Neidlingen an.
 Wie gewohnt wird ein starkes und motiviertes Mitarbeiterteam die 7en
 Days vorbereiten und sich so manches großartiges ausdenken.
Geplant sind ein Ausflug in den Klettergarten, ein Badesee- oder Frei-
badbesuch und ein Stadtspiel wird sicher auch auf dem Plan stehen.
Auch gemeinsame Aktionen der beiden 7en Days Standorte werden
dabei sein. Meist kann zwischen mehreren Angeboten das ausgewählt
werden, auf was man Lust hat. Workshops mit kreativen und sportli-
chen Angeboten und viele ruhige Momente stehen auch auf dem Pro-
gramm. Die biblische Botschaft werden wir gemeinsam aufgreifen und
nachdenken, was Gott mit uns zu tun hat. Das gemeinsame Essen in
drei Mahlzeiten gehört zum festen Tagesprogramm. Von Freitag auf
Samstag übernachten wir gemeinsam in den Gemeindehäusern und
am Sonntag schließen wir die 7en Days je mit einem Gottesdienst ab.
Ab Kirchheim wird es einen Fahrdienst zu beiden Standorte geben
(max. 22 Plätze).
Termin: 03.08.-09.08.2020, je 8:00 Uhr bis 17:45 Uhr (ohne Übernach-
tung)

                                  14
Alter: 12 – 15 Jahre
Ort: Evang. Gemeindehaus Oberlenningen und Evang. Gemeinde-
haus Neidlingen (Pfarrscheuer)
Teilnehmende: Oberlenningen und Neidlingen je maximal 30 Teilneh-
mende, mindestens 20 Teilnehmende
Preis: 130 Euro, Fahrdienst ab Kirchheim zzgl. 30 €
Leistungen: Vollverpflegung, Betreuung, Programm, eigene An-
und Abreise, Fahrdienst muss gesondert gebucht werden.
Leitung: Klaus Braun
Standort Oberlenningen: Dorothea Goller und Andreas Wieland
Standort Neidlingen: Friedemann Graf
Anmeldung bis 03.07.2020 unter freizeiten.ejki.de

Wir sind gerne für Sie da!
…in Hepsisau:
Pfarramt: Pfarrerin Ute Stolz                    Tel. 67 74
Vikarin Larissa Hopp                             Tel. 94 22 922
Pfarramtssekretärin: Anette Pelz-Fischer         Tel. 67 74
Di, 14:00 - 16:00 Uhr, Do 09:00 - 11:00 Uhr,
E-Mail: pfarramt.hepsisau@elkw.de
Kirchenpflegerin: Manuela Peters,                Tel. 94 39 090
Mesnerin: Annemarie Schultheiss                  Tel. 86 95

…und in Neidlingen:
Pfarramt: Pfarrerin Ute Stolz                    Tel. 67 74
Vikarin Larissa Hopp                             Tel. 94 22 922
Pfarramtssekretärin: Bettina Kuch                Tel. 90 93 50
Di 14:30 - 17:00 Uhr, Do 09:00 - 11:30 Uhr,
E-Mail: Pfarramt.Neidlingen@elkw.de
Kirchenpflegerin: Manuela Peters,                Tel. 94 39 090
Ev. Kindergarten "Wasserschloss"                 Tel. 63 84
Hausmeister/in der Pfarrscheuer:
Heidi Pascucci (am besten zu erreichen von       Tel. 74 98 81
9:00 - 11:00 Uhr und von 18:00 - 19:00 Uhr),
sowie Gerhard Pill                               Tel. 65 49
Mesner/in: Wolfgang Buck                         Tel. 94 20 48
Simona Balint                                    Tel. 74 96 658
Ernst Ruoss                                      Tel. 41 56

Bankverbindung:
Ev. Kirchengemeinde Hepsisau:     IBAN DE82 6115 0020 0048 8061 49
Ev. Kirchengemeinde Neidlingen:   IBAN DE81 6126 1339 0240 2530 00
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Spendendank
Für Spenden aus der Kirchengemeinde erreichten uns wieder verschie-
dene Dankschreiben. Zwei davon sind hier wiedergegeben:

Brockensammlung Bethel:

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Freunde der Kinder von Tschernobyl Württemberg e.V.
(Kirche im Grünen 26.05.2019, Opfer: € 222,16

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Freud und Leid in den Gemeinden

           (Persönliche Daten aus
            Datenschutzgründen
                  entfernt)

                                  N. Schwarz © GemeindebriefDruckerei.de

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Kinderseite

Kreuze in jeder der vier Gruppen
das falsche Bild an!

                                    © GemeindebriefDruckerei.de

                            19
Wenn Sie hier
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    auf irgend etwas hinweisen möchten,
schicken Sie einfach bis spätestens
25.06.20 ein Mail an
Pfarramt.Neidlingen@elkw.de
oder pfarramt.hepsisau@elkw.de

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