HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt

 
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK
Ausgabe 2008

Statistisches Bundesamt
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
Herausgeber:
Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

Autorinnen:
Pia Brugger
pia.brugger@destatis.de

Simone Scharfe
simone.scharfe@destatis.de
Astrid Stroh
astrid.stroh@destatis.de

Gestaltung:
KOOB

Erschienen im Mai 2008
Bestellnummer: 0110010-08700-1

Fotorechte:
Umschlag: © Strandperle / Fancy by Veer, Higher Education
Seite 4, 13, 14, 31, 37, 46: © Strandperle / Fancy by Veer, Campus Life
Seite 20, 35, 41: © Strandperle / Fancy by Veer, Higher Education

© Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008
Vervielfältigung und Verbreitung, auch
auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.

2                                                                         Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
Inhaltsverzeichnis

     Einleitung                                              5

     1 Eintritt in das Hochschulsystem                       6

     2 Daten und Fakten zu Hochschulabsolventen/-innen       16

     3 Personalstruktur, Betreuung und Effektivität          22

     4 Überregionale Attraktivität deutscher Hochschulen     30

     5 Einnahmen und Ausgaben der Hochschulen                40

     Glossar                                                 48

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008        3
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
4   Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
Einleitung

Hochschulstatistische Kennzahlen, die es er­-          Im Fokus der neuen Ausgabe von „Hochschulen
mög­lichen, die Hochschulsysteme der Länder            auf einen Blick“ stehen Veränderungen und
im Hin­blick auf wesentliche Leistungsmerkmale         Trends, die sich seit der letzten Ausgabe ab-
miteinander zu vergleichen, stoßen angesichts          ge­­zeichnet haben. Hier sind insbesondere die
des steigenden Wettbewerbs unter den Hoch-             weiter steigenden Absolventenzahlen zu nennen,
­­­­­­­schulen und der Einführung von Studien­gebüh-   die sich sowohl auf die Absolventenquote als
ren auf immer größeres Interesse.                      auch auf eine Reihe weiterer hochschulstati-
                                                       stischer Kennzahlen auswirken.

In der Broschüre „Hochschulen auf einen Blick“,
die 2006 zum ersten Mal erschienen ist, werden         Die vorliegende Veröffentlichung bezieht sich
die wichtigsten nationalen Kennzahlen zu Hoch­-        ausschließlich auf nationale hochschulstatis-
schulzugang, Absolventen, Personalstruktur und         tische Kennzahlen, deren Definitionen und
Betreuung, überregionaler Attraktivität sowie          Abgren­zungen zum Teil von den internationalen
finanzieller Ausstattung der Hochschulen im            Kennzahlen abweichen, die die amtliche Statistik
Hinblick auf Berechnungsverfahren, Aussage-            jährlich an die OECD (Organisation für wirtschaft-
kraft und zentrale Ergebnisse in kom­p akter           liche Zusammenarbeit und Entwicklung) liefert.
Form kommentiert und visualisiert. Sie richtet         Ausführliche Tabellen zu nationalen und inter-
sich vor allem an die interessierte Öffentlichkeit,    nationalen hochschulstatistischen Kennzahlen
an Hochschulen und Studieren­de sowie Experten         stehen im Publikationsservice des Statistischen
und Expertinnen und Entscheidungs­träger und           Bundesamtes zum kostenlosen Download zur
-trägerinnen aus Politik und Wissenschaft, die         Verfügung. Die im Internet angebotenen Publi-
sich einen schnellen Überblick über Strukturen         kationen enthalten genaue Definitionen der
und aktuelle Entwicklungen in zentralen Berei­-        Kennzahlen und weiterführende methodische
chen der deutschen Hochschullandschaft                 Hinweise.
verschaffen wollen.

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                  5
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1 Eintritt in das Hochschulsystem

    Studienberechtigtenquote nach Bundesländern 2006                                                                       1.1 Studienberechtigtenquote
                                                          Deutschland                     Zielvorgabe                      Die Studienberechtigtenquote zeigt, wie ho­ch
                                                          43,4                            Wissenschaftsrat 50
                                                                                                                           der Anteil der Abiturienten und Abiturien-
        Nordrhein-Westfalen                                                        53,4                                    tinnen (Schulabgänger mit allgemeiner,
                    Hessen                                                    49,1                                         fachgebundener oder Fachhochschulreife)
                                                                            48,1
                                                                                                                           an den Gleichaltrigen in der Bevölkerung ist
                   Saarland
                                                                                                                           (Durchschnitt der 18- bis 20-Jährigen).
                    Bremen                                              47,0

                                                                        46,6
                                                                                                                           Schulabgänger und -abgängerinnen mit
                   Hamburg
                                                                                                                           Hochschulreife sind poten­zielle zukünftige
                      Berlin                                           45,9
                                                                                                                           Studienanfänger, deshalb liefert dieser In-
         Baden-Württemberg                                             45,8
                                                                                                                           dikator wichtige Information­en für die Hoch-
             Niedersachsen                                      41,4                                                       schulplanung.
          Schleswig-Holstein                                   40,9

                  Thüringen                                     40,3                                                       Studienberechtigtenquote erreicht
               Brandenburg                                     40,0                                                        mit 43 % neuen Höchststand
             Rheinland-Pfalz                                  38,0                                                         2006 erreichten 415 000 Schulabgänger die
                   Sachsen                                37,1                                                             Hochschulreife, das entspricht rund 43% des
                     Bayern                            34,5                                                                typischen Altersjahrgangs in der Bevölke-
                                                                                                                           rung. Die Studienberechtigtenquote hat sich
             Sachsen-Anhalt                        34,0
                                                                                                                           im Vergleich zum Vorjahr um knapp einen
    Mecklenburg-Vorpommern                      32,2
                                                                                                                           Prozentpunkt erhöht.

                               0%   10%   20%     30%                40 %            50 %          60 %                     Im Vergleich zu 1995 ist die Studienbe­rech-
                                                                                                                           t­ igtenquote kontinuierlich bis auf einen leich­
                                                                                                                            ten Rückgang im Jahr 2001 (der auf die Ein-
                                                                                                                            führung des 13. Schuljahres in Mecklen­burg-

6                                                                                                               Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
Vorpommern und Sachsen-Anhalt zurückzufüh-           Die wachsende Zahl von Schulabgängern mit                Nordrhein-Westfalen mit 53 % an der Spitze
ren ist) von 36% auf nunmehr 43 % angestiegen.       Fachhochschulreife hat in den letzten Jahren
                                                                                                              Zwischen den Bundesländern differiert die Stu-
Nach einer Empfehlung des Wissenschaftsrates         zum Anstieg der Studienberechtigtenquote bei-
                                                                                                              dien­berechtigtenquote beträchtlich. Am höch-
soll der Anteil der Abiturienten eines Altersjahr-   getragen (+5 Prozentpunkte seit 1995), während
                                                                                                              sten liegt sie mit 53 % in Nordrhein-Westfalen,
gangs auf 50% gesteigert werden, um einem            der Anteil der Jugendlichen mit allgemeiner
                                                                                                              gefolgt von Hessen (49 %) und dem Saarland
drohenden Mangel an wissenschaftlichen Nach-         Hochschulreife in diesem Zeitraum nur um zwei
                                                                                                              (48 %). Im Vergleich mit anderen westlichen Flä-
wuchskräften vorzubeugen.                            Prozentpunkte stieg. 2006 erreicht der Anteil der
                                                                                                              chenländern bringt Bayern (35 %) in Relation zur
                                                     Studienberechtigten mit allgemeiner Hochschul-
                                                                                                              Bevölkerung die wenigsten Studienberechtigten
                                                     reife 30 % und der Anteil der Studienberechtigten
Deutlich höhere Studienberechtigten­-                                                                         hervor und rangiert im Ländervergleich auf dem
                                                     mit Fachhochschulreife 14 %. Im Vergleich zum
quote bei den Frauen                                                                                          drittletzten Platz vor Sachsen-Anhalt (34%) und
                                                     Vorjahr ist der Anteil der Studienberechtigten mit
                                                                                                              Mecklenburg-Vorpommern (32 %).
Insbesondere Frauen haben von der Bildungs-          allgemeiner Hochschul­reife um einen Prozent-
expansion profitiert: Der Anteil studienberechtig­   punkt gestiegen, der der Studienberechtigten mit
ter Frauen an der weiblichen Bevölkerung ist im      Fachhochschulreife blieb konstant.
gleichen Zeitraum um neun Prozentpunkte von
38% auf 47% gestiegen. 2006 haben rund 47 %
der Frauen eines Altersjahrgangs einen Schulab-
                                                       Studienberechtigtenquote nach Geschlecht           Einführung des 13. Schuljahrgangs in
schluss erreicht, der zum Studium qualifiziert –
                                                                                                          Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt
dieser Anteil liegt bei den Männern nur bei 40 %.
                                                       50%

Über ein Drittel der Hochschulzugangs­                 45%

berechtigten mit Fachhochschulreife                             weiblich
                                                       40%
285 500 Schulabsolventen und -absolventinnen
                                                       35%
erreichten die allgemeine Hochschulreife, die zu
                                                                männlich
einem Studium an Universitäten und Fachhoch-           30%
schulen berechtigt. 129 600 haben die Fach-
                                                       25%
hochschulreife erworben und sind damit für ein                1996         1997   1998   1999   2000   2001      2002    2003     2004       2005     2006
Studium an Fachhochschulen qualifiziert.

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                                   7
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
1 Eintritt in das Hochschulsystem

    Übergangsquote der Abiturienten/-innen von 2000, sechs Jahre                                                            1.2 Übergangsquote
    nach dem Erwerb der Hochschulreife                                                                                      Die Übergangsquote gibt Auskunft darüber,
                                                                                           Deutschland 76,1
                                                                                                                            wie hoch der Anteil derjenigen an allen Stu-
                      Berlin                                                                          90,2                  dienberechtigten eines Jahrgangs ist, die im
                    Bremen                                                                       89,0                       Laufe der Zeit ein Studium an deutschen Hoch-
                                                                                           84,4
                                                                                                                            schulen beginnen. Dabei wird auch berück-
                     Bayern
                                                                                                                            sichtigt, dass der Studienbeginn zeitversetzt
         Baden-Württemberg                                                              80,8
                                                                                                                            erfolgen kann.
                    Hessen                                                          79,4
                                                                                                                            Die Übergangsquote ist ein Maß für die Aus­
                   Saarland                                                       77,5
                                                                                                                            schöpfung des Potentials der Studienberech-
             Rheinland-Pfalz                                                     77,3
                                                                                                                            tigten.
          Schleswig-Holstein                                                     75,8

                  Thüringen                                                 72,9
                                                                                                                            Mehr als ein Drittel der Abiturienten/-innen
             Niedersachsen                                                  72,8                                            studiert direkt nach der Schulzeit
                   Sachsen                                                  71,4
                                                                                                                            2006 nehmen 34 % von insgesamt 415 000
    Mecklenburg-Vorpommern                                                69,8                                              Abi­turienten und Abiturientinnen noch im Jahr
        Nordrhein-Westfalen                                               69,2                                              des Schulabschlusses ein Studium auf, das
             Sachsen-Anhalt                                              68,8                                               sind deutlich mehr als noch im Jahr 1995 (30%).
                                                                                                                            Der Anteil der Frauen, die direkt nach der Schul-
                   Hamburg                                               68,7
                                                                                                                            zeit studieren, liegt mit 38 % höher als bei den
               Brandenburg                                        61,7
                                                                                                                            Männern (30 %), von denen ein Teil vor Studien-
                                                                                                                            beginn Wehr- oder Zivildienstzeit ableistet. Der
                               0%   10%   20%   30%   40%   50%      60 %        70 %          80 %      90 %   100%
                                                                                                                            Anteil der Männer, die zeitnah zum Schulab-
                                                                                                                            schluss studieren, ist in den letzten fünf Jahren
                                                                                                                            deutlich gestiegen (+8 Prozentpunkte), was

8                                                                                                                 Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
darauf zurückzuführen ist, dass diese nicht mehr     Fachhochschulreife weniger stark ausgeprägt.        bringt zwar vergleichsweise wenig Abiturienten
so häufig wie früher zum Wehr- und Zivildienst       Nur die Hälfte (50 %) des Abschlussjahrgangs        und Abiturientinnen hervor (siehe 1.1), verfügt
herangezogen werden.                                 2000 hat seit dem Schulabschluss ein Studium        allerdings mit 84 % über die dritthöchste Über-
                                                     begonnen.                                           gangsquote zum Hochschulsystem. Die neuen
                                                                                                         Länder liegen nicht nur bei der Studienberech-
Ein Viertel der Studienberechtigten
                                                                                                         tigtenquote, sondern auch was die „Ausschöp-
löst Studienoption nicht ein                         Ausschöpfung des Potentials der Studien-
                                                                                                         fung“ des Potentials der Studienberechtigten
                                                     berechtig­ten in den neuen Ländern geringer
Abhängig von ihrer individuellen Lebensplanung                                                           im Hinblick auf eine akademische Ausbildung
schreiben sich viele Abiturienten und Abiturien-     In den Stadtstaaten Berlin (90 %) und Bremen        angeht, unter dem Bundesdurchschnitt. In
tinnen erst mehrere Jahre nach ihrem Schulab-        (89 %) ist der Anteil der Studienberechtigten des   Brandenburg liegt die Übergangsquote für den
schluss an einer Hochschule ein und absolvieren      Abiturjahrgangs 2000, die bis Ende 2006 ein         Abiturjahrgang 2000 mit 62 % am niedrigsten.
vor dem Studium z. B. zunächst eine Berufsaus-       Studium begonnen haben, am höchsten. Bayern
bildung. Von den 347 500 studienberechtigten
Schulabgängern und -abgängerinnen des Jahres           Studienberechtigte mit Studienbeginn im Jahr des Erwerbs
2000 haben sich innerhalb von sechs Jahren             der Hochschulzugangsberechtigung nach Geschlecht
drei Viertel (76%) für ein Hochschulstudium
in Deutschland entschieden. Ein Viertel (24 %)         50%
hat die Studienop­tion bis dahin (noch) nicht                  n Männer     n Frauen
eingelöst.                                             40%

Die Bildungskarrieren von Studienberechtigten                                                                                                      Insge-
verlaufen je nach Art der erworbenen Hochschul-        30%                                                                                         samt

reife unterschiedlich: Von 257 700 Schulabgän-
gern und -abgängerinnen, die im Jahr 2000 die          20%
allgemeine Hochschulreife erworben hatten, die
zum Studium an Universitäten und Fachhoch-             10%
schulen berechtigt, haben sich bis Ende 2006
rund 85% für ein Studium entschieden. Die               0%
                                                                  1995          2000           2002         2004          2005           2006
„Stu­d­ierneigung“ ist bei Studienberechtigten mit

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                                  9
HOCHSCHULEN AUF EINEN BLICK - Ausgabe 2008 Statistisches Bundesamt
1 Eintritt in das Hochschulsystem

     Studienanfängerquote 2006                          Schleswig-
                                                                                                                           1.3 Studienanfängerquote
                                          Hamburg       Holstein
     nach Studienort                                                   Mecklenburg-
                                                                                                                           Die Studienanfängerquote zeigt, wie hoch der
                                                                       Vorpommern
                                Bremen                                                                                     Anteil der Studienanfänger an der altersspezi-
     n 40 % und mehr                              Niedersachsen                                                            fischen Bevölkerung ist.
                                                                                              Berlin
     n 30 bis unter 40%                                                         Brandenburg                                Um die Studienanfängerquote zu bilden,
     n 20 bis unter 30%                                              Sachsen-
                                       Nordrhein-                    Anhalt                                                wird für jeden einzelnen Altersjahrgang der
                                       Westfalen
                                                                                 Sachsen                                   Bevölkerung der Anteil der Studienanfän-
                                                               Thüringen
                                                    Hessen                                                                 ger berechnet. Diese Anteile werden zur
                                    Rheinland-                                                                             Studienanfängerquote addiert, so dass alle
                                      Pfalz                                                                                Studienanfänger (unabhängig von ihrem Alter)
                               Saarland                                                                                    in die Studienanfängerquote einfließen (sog.
                                                                     Bayern
                                                                                                                           „Quotensummenverfahren“). Als regionale
                                                 Baden-
                                                 Württemberg                                                               Bezugsgröße wird sowohl das Land des Er-
                                                                                                                           werbs der Hochschulzugangsberechtigung als
                                                                                                                           auch das Land des Studienortes verwendet.
		                            		                                       Studienanfängerquote in %
 Studienjahr       Studienanfänger/-innen              insgesamt                      Männer           Frauen              Studienanfängerquote stagniert bei 36%
     1995                 261 427                            26,8                       26,6            27,0               Im Studienjahr 2003 hatte die Zahl der Stu­­
     2002                 358 792                            37,1                       35,9           38,3                dien­­anfänger und -anfängerinnen mit 377 400
                                                                                                                           einen neuen Rekordwert erreicht, der die Stu-
     2003                 377 395                            38,9                       39,5           38,3                dienanfängerquote auf 39 % ansteigen ließ.
     2004                 358 704                            37,1                       37,2            37,1               Ab dem Jahr 2004 sank dann die Studienan­
     2005                 355 961                            37,0                       37,1           36,9                fängerquote kontinuierlich bis zum Jahr
                                                                                                                           2006 auf nunmehr nur noch 36 %. Politisch
     2006                 344 822                            35,7                       35,5            35,9
                                                                                                                           erklärtes Ziel der Regierungskoalition ist es,
                                                                                                                           eine Quote von 40 % zu erreichen.

10                                                                                                              Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
Gegen Mitte der 1990er Jahre hatte sich die
stei­gende Zahl der weiblichen Studienberech-           Studienanfängerquote nach Land des Erwerbs der Hochschulreife
tigten positiv auf die Studienanfängerinnenquote
                                                   				Studienanfängerquote in %
ausgewirkt. 2006 liegt die Studienanfängerquote
für Männer und Frauen jeweils bei 36 %.                 Bundesland		                                                    2005   2006
                                                        Hessen		                                                        35,7   34,8
Unterdurchschnittlich viele Studienanfänger             Saarland		                                                      35,1   33,9
aus den neuen Ländern                                   Hamburg		                                                       31,9   33,5
Errechnet man die Studienanfängerquote bezo­            Bremen		                                                        33,3   32,7
gen auf das Land, in dem die Hochschulreife
                                                        Baden-Württemberg		                                             32,0   31,9
er­worben wurde (ohne Studienanfänger und
-anfängerinnen aus dem Ausland), liegt das              Nordrhein-Westfalen		                                           33,9   31,6
bundesweite Ländermittel bei 30 % und somit             Berlin		                                                        31,8   31,2
einen Prozentpunkt unter dem Wert von 2005.             Rheinland-Pfalz		                                               30,5   30,0
Da die neuen Länder im Vergleich zum übrigen            Thüringen		                                                     30,9   29,9
Bundesgebiet über ein relativ geringes Potential
                                                        Niedersachsen		                                                 30,0   28,5
an Studienberechtigten (siehe 1.1) verfügen,
bleiben auch die Studienanfängerquoten der              Schleswig-Holstein		                                            29,0   28,1
östlichen Länder hinter dem Ländermittel von            Bayern		                                                        27,7   27,7
30% zurück.
                                                        Sachsen		                                                       28,0   27,3
                                                        Sachsen-Anhalt		                                                28,5   26,9
                                                        Brandenburg		                                                   28,2   26,9
                                                        Mecklenburg-Vorpommern		                                        25,0   25,0
                                                        Deutschland (ohne Erwerb der Hochschulreife im Ausland)		       31,0   30,1
                                                        Deutschland (einschl. Erwerb der Hochschulreife im Ausland)		   37,0   35,7

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                            11
1 Eintritt in das Hochschulsystem

Hessen bringt relativ zur Bevölkerung            Höchste Studienanfängerdichte in den Stadt-
die meisten Studienanfänger hervor               staaten und in westlichen Flächenländern
An den Hochschulen im Bundesgebiet schrieben     Der Anteil der Erstimmatrikulierten bezogen auf
sich 2006 rund 23 200 Studienanfänger und        die Einwohner am Studienort, liefert Informati-
-anfängerinnen aus Hessen ein. Daraus ergibt     onen zur Studienanfängerdichte in den Ländern.
sich (bezogen auf die hessische Bevölkerung)     In Bremen (59 %), Hamburg (55 %) und Berlin
mit 35% die bundesweit höchste Studienanfän-     (47 %) leben 2006 im Verhältnis zur gleichaltri­
gerquote. Auf dem zweiten Rang liegt das Saar-   gen Bevölkerung die meisten Erstimmatrikulier-
land (34%), gefolgt von Hamburg mit ebenfalls    ten. Die Stadtstaaten üben aufgrund der Vielfalt
34 % und Bremen (33%). Mecklenburg-Vorpom-       an Studienmöglichkeiten und der sozialen und
mern bringt mit 25% die wenigsten Erstimmatri-   kulturellen Angebote auf engem Raum eine stär-
kulierten hervor.                                kere Anziehungskraft auf Studienanfänger und
                                                 -anfängerinnen als andere Länder aus.
                                                 Hessen ist das Flächenland mit der höchsten
                                                 Studienanfängerdichte (43 %), darauf folgen
                                                 Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg (je-
                                                 weils 38 %) sowie Nordrhein-Westfalen mit 37 %.

12                                                                                         Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008   13
1 Eintritt in das Hochschulsystem

     Durchschnittsalter der Studienanfänger/-innen (1. Hochschulsemester)                               1.4 Durchschnittsalter der
                                                                                                        Studienanfänger/-innen
			                                          Durchschnittsalter bei Studienbeginn
                                                                                                        Die Kennzahl gibt Auskunft über das durch-
       Studienjahr               insgesamt                 Männer                   Frauen
                                                                                                        schnittliche Alter der Studienanfänger und
          1995                     22,5                      22,9                   22,1
                                                                                                        -anfängerinnen beim Eintritt in den Hoch-
          2002                     22,2                      22,6                   21,8                schulbereich.
          2003                     22,1                      22,4                   21,8                Sie ist zusammen mit der Kennzahl „Durch-
          2004                     22,1                      22,4                   21,7                schnittsalter der Erstabsolventen“ ein wich-
                                                                                                        tiger Leistungsindikator für das Bildungs-
          2005                     22,0                      22,3                   21,7
                                                                                                        system.
          2006                     21,9                      22,2                   21,6

                                                                                                        Erstimmatrikulierte werden jünger
                                                                                                        Die Studienanfänger und -anfängerinnen an
                                                                                                        deutschen Hochschulen sind 2006 durch­
                                                                                                        schnittlich 21,9 Jahre alt. Das Alter der
                                                                                                        Erst­­immatrikulierten wird vom Alter bei der
                                                                                                        Einschulung, der Dauer des Schulbesuchs
                                                                                                        und den Zeiten, die z. B. für Wehr- und Zivil-
                                                                                                        dienst aufgewendet werden müssen, beein-
                                                                                                        flusst. Außerdem haben einige Studienanfän-
                                                                                                        ger und -anfängerinnen zunächst eine Lehre
                                                                                                        absolviert, bevor sie sich für ein Studium
                                                                                                        entscheiden.
                                                                                                        Die Erstimmatrikulierten des Studienjahres
                                                                                                        2006 sind durchschnittlich ein halbes Jahr

14                                                                                           Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
jünger als 1995. Im Vergleich zum Vorjahr ist         Ein unterdurchschnittliches Studieneintrittsalter          (21,4) zu beobachten. In diesen Fächern sind
das Durchschnittsalter über alle Fächer um gut        ist in den Studienfächern Mathematik (20,7 Jah-            Studienanfängerinnen deutlich mit 58% bis
einen Monat gesunken. Bedingt durch die ab-           re), Rechtswissenschaften (21,1), Germanistik/             78 % überrepräsentiert (der Durchschnitt liegt
zuleistenden Wehr- und Zivildienstzeiten sind         Deutsch (21,3) sowie Medizin/Allgemeinmedizin              im Studien­jahr 2006 bei 49 %).
die jungen Männer bei der Ersteinschreibung
mit durchschnitt­lich 22,2 Jahren mehr als ein
halbes Jahr älter als die Studienanfängerinnen
(21,6 Jahre).

Ausländische Studienanfänger/-innen                        Durchschnittsalter der Studienanfänger/-innen (1. Hochschulsemester)
sind deutlich älter                                        in den zehn beliebtesten Studienfächern 2006
In den Durchschnittswert fließen auch mobile                                                                                         Durchschnittsalter über alle Fächer 21,9

Studierende aus dem Ausland ein, die zum
                                                                           Mathematik          20,7
ersten Mal an einer deutschen Hochschule ein-
                                                                 Rechtswissenschaften                 21,1
geschrieben sind. Da sie vielfach bereits in ihren
Heimatländern studiert haben, sind sie 2006 mit                   Germanistik/Deutsch                     21,3

durchschnittlich 23,4 Jahren gut 1,5 Jahre älter,          Medizin (Allgemein-Medizin)                       21,4
als deutsche Studien­anfänger (21,6).                           Maschinenbau/-wesen                                 21,6

                                                                            Informatik                                      21,9
Hoher Anteil weiblicher Studienanfängerinnen -               Wirtschaftsingenieurwesen                                             22,1
unterdurchschnittliches Studienanfängeralter
                                                              Elektrotechnik/Elektronik                                            22,1
Das Durchschnittsalter der Studienanfänger                     Betriebswirtschaftslehre                                               22,2
und -anfängerinnen ist in den einzelnen Studien­
                                                             Wirtschaftswissenschaften                                                         22,6
fächern unterschiedlich. Die Spanne zwischen
dem niedrigs­ten und höchsten Eintrittsalter                                Altersjahre 20   20,5       21           21,5            22           22,5           23
variiert bei den zehn beliebtesten Studien­f ächern
des Jahres 2006 um fast zwei Jahre.

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                                                      15
2 Daten und Fakten zu Hochschulabsolventen/-innen

     Erstabsolventenquote nach Bundesländern 2006                                                                      2.1 Erstabsolventenquote
                                                              Vorjahr          Deutschland
                                                                                                                       Die Erstabsolventenquote zeigt, wie hoch der
                                                              21,1             22,2
                                                                                                                       Anteil der Absolventen eines Erststudiums an
                     Bremen                                                                          36,2              der altersspezifischen Bevölkerung ist. Sie
                       Berlin                                                                 32,2                     misst damit den realen Output der Hochschu-
                                                                               26,7
                                                                                                                       len in Form von Absolventen, die einen ersten
                    Hamburg
                                                                                                                       akademischen Abschluss erworben haben.
         Nordrhein-Westfalen                                            23,2

                                                                        23,2
                                                                                                                       Die Berechnung erfolgt wie bei der Studien-
                     Hessen
                                                                                                                       anfängerquote nach dem Quotensummenver-
          Baden-Württemberg                                          22,7
                                                                                                                       fahren: Es wird zunächst für jeden einzelnen
                    Sachsen                                          22,2
                                                                                                                       Altersjahrgang der Bevölkerung der Anteil
              Rheinland-Pfalz                                   21,5                                                   der Erstabsolventen berechnet. Diese Anteile
              Niedersachsen                                     21,4                                                   werden anschließend addiert, so dass alle
                      Bayern                                  20,7                                                     Absolventen mit in die Kennzahl eingehen.

                   Thüringen                                  20,5

     Mecklenburg-Vorpommern                            17,6                                                            Erstabsolventenquote nimmt weiter zu

              Sachsen-Anhalt                        17,0                                                               Die Zahl der Erstabsolventen und -absolvent-
                    Saarland                    15,9                                                                   innen stieg im Prüfungsjahr 2006 auf
                                                                                                                       220 800, damit erreichte die Quote mit 22%
           Schleswig-Holstein                   15,7
                                                                                                                       einen neuen Höchststand (2005: 21 %).
                Brandenburg                     15,7
                                                                                                                       Betrachtet man ausschließlich die deutschen
                                                                                                                       Absolventen und Absolventinnen liegt die
                                0%   5%   10%     15%            20%            25 %         30 %     35 %
                                                                                                                       Quote mit 24 % etwas höher.
                                                                                                                       Der kontinuierliche Anstieg in den letzten Jah-
                                                                                                                       ren ist vor allem auf die wachsende Zahl der

16                                                                                                          Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
Erstabsolventinnen zurückzuführen. 2006 er­         Rückgänge in Berlin, Rheinland-Pfalz                  bezogen auf die Einwohnerzahl erheblich höher
reicht die Quote bei den Frauen 23 % und bei        und im Saarland                                       als in den Flächenländern. Bremen verzeichnet
den Männern 21%, das entspricht jeweils einem                                                             im Vergleich zum Vorjahr mit vier Prozentpunkten
                                                    Hochschulen und ihr Output in Form von hoch
Zuwachs von einem Prozentpunkt gegenüber                                                                  den höchsten Zuwachs und verdrängt Berlin
                                                    qualifizierten Nachwuchskräften sind von be­-
dem Vorjahr. Der Anteil der Frauen mit Studien-                                                           von Platz eins. Diese Steigerung ist unter ande­-
                                                    sonderer Bedeutung für die regionale Wirtschaft.
abschluss ist (bezogen auf die altersspezifische                                                          rem auf die Neugründung und den Ausbau von
                                                    Die Erstabsolventenquote wird (wie die Studien­-
weibliche Bevölkerung) zwischen 1997 und 2006                                                             Hochschulen um die Jahrtausendwende
                                                    anfängerquote) vom Umfang, der Struktur und
um neun Prozentpunkte angestiegen, bei den                                                                zurückzuführen. Im Bundesdurchschnitt stieg
                                                    der Attraktivität der Studienangebote in den
Männern um drei Prozentpunkte.                                                                            die Erstabsolventenquote um einen Prozent­
                                                    einzelnen Ländern beeinflusst. In den Stadt-
                                                                                                          punkt gegenüber 2005. Rückgänge verzeich­
Um den steigenden Bedarf an hoch qualifizierten     staaten Berlin (32 %), Bremen (36 %) und Ham-
                                                                                                          neten Berlin (-1 Prozentpunkt), Rheinland-
Arbeitskräften in den kommenden Jahrzehnten         burg (27 %), die auch über die höchste Studien-
                                                                                                          Pfalz (-0,4 Prozentpunkte) und das Saarland
abdecken zu können, muss die Absolventenquo-        anfängerdichte verfügen, ist der Output an
                                                                                                          (-0,2 Pro­zentpunkte).
te aus Sicht des Wissenschaftsrates mittelfristig   akademisch ausgebildeten Nachwuchskräften
weiter gesteigert werden. Dieses Ziel soll nach
Auffassung der Bildungsexperten durch eine
Er­weiterung der Studienkapazitäten an den             Anzahl der Erstabsolventen/-innen und Erstabsolventenquote
Hochschulen realisiert werden.
                                                                         Erstabsolventen/		                   Erstabsolventenquote in %
Bei einer Gegenüberstellung der Absolventen-
quote des Jahres 2006 (22 %) und der Studien­       		Prüfungsjahr       -innen insgesamt       insgesamt               Männer               Frauen
anfängerquote (32%) sechs Jahre zuvor (rund         		       1997            201 073               16,4                  18,0                 14,6
sechs Jahre beträgt die durchschnittliche Stu­­-    		       2002            172 606               17,4                  17,5                 17,2
diendauer) ergibt sich eine Differenz von 10
                                                    		       2003             181 528              18,4                  18,2                 18,7
Prozentpunkten. Diese Differenz weist auf den
Umfang des Studienabbruchs an deutschen             		       2004             191 785              19,5                  19,2                 19,7
Hochschulen hin.                                    		       2005            207 936               21,1                  20,5                 21,6
                                                    		       2006            220 782               22,2                  21,3                 23,2

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                             17
2 Daten und Fakten zu Hochschulabsolventen/-innen

     Mittlere Fachstudiendauer (Median) von Erstabsolventen/-innen                      Median
                                                                                                                       2.2 Fach- und
     in ausgewählten Studienbereichen 2006                     unteres Quartil                    oberes Quartil       Gesamtstudiendauer
                                             Universitätsdiplom und entsprechende Abschlüsse
                                                                                                                       Die Fachstudiendauer gibt die Zahl der Se-
             Rechtswissenschaft                                                                                        mester an, die bis zum bestandenen Erstab-
        Betriebswirtschaftslehre                                                                                       schluss in einem bestimmten Studiengang
      Wirtschaftswissenschaften                                                                                        benötigt wurde. Die Gesamtstudiendauer be-
         Erziehungswissenschaft
                                                                                                                       zieht sich auf die Zahl der Semester, die ins-
                        Biologie
                                                                                                                       gesamt im Hochschulsystem verbracht wur-
                    Psychologie
                 Maschinenbau                                                                                          den. Beide Kennzahlen sind Erfolgsindikato-
                    Germanistik                                                                                        ren. Sie beschreiben, wie schnell die Studie-
                      Informatik                                                                                       renden in einzelnen Studiengängen zu einem
                        Medizin
                                                                                                                       Erstabschluss gelangen.
                   Fachsemester    5   6     7        8         9       10         11    12      13       14

                                                                                                                       Studienzeiten bewegen sich nach
                                                          Fachhochschulabschluss
                                                                                                                       Art des Abschlusses zwischen sechs
        Verwaltungswissenschaft                                                                                        und elf Semestern
       Polizei/Verfassungsschutz
                    Sozialwesen                                                                                        Die Studiendauer ist ein zentrales Thema in
      Wirtschaftswissenschaften                                                                                        der hochschulpolitischen Diskussion, da
                 Maschinenbau
                                                                                                                       der finanzielle Aufwand für ein Studium mit
        Betriebswirtschaftslehre
      Wirtschaftsingenieurwesen
                                                                                                                       der Studiendauer steigt. Außerdem ist die
                  Elektrotechnik                                                                                       Studiendauer neben dem Alter der Hochschul-
                      Informatik                                                                                       absolventen ein wichtiges Kriterium für einen
                     Architektur                                                                                       erfolgreichen Berufseinstieg.
                   Fachsemester    5   6     7        8         9       10         11    12      13       14

18                                                                                                          Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
Die mittlere Fachstudiendauer der Erstabsol-        Die mittleren Fachstudienzeiten in Fächern wie
venten und -absolventinnen des Prüfungsjahr-        Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissen­
gangs 2006, die ein Universitätsdiplom oder ent-    schaf­­ten, Maschinenbau und Informatik, die
sprechende Abschlüsse erworben haben, liegt         sowohl an Universitäten als auch an Fachhoch-
bei 11,1 Semestern. Angehende Lehrerinnen           schulen angeboten werden, sind an Fachhoch-
und Lehrer brauchen im Mittel 8,9 Semester bis      schulen deutlich kürzer und variieren weniger
zum ersten Staatsexamen. Die Fachstudiendauer       stark als an Universitäten.
von Erstabsolventen mit Fachhochschuldiplom
liegt bei 8,5 Semestern. Sie ist bei Bachelor-
absolventen mit 6,2 Semestern deutlich kürzer.
Die mittlere Gesamtstudiendauer von Universi-
tätsabsolventen beträgt 12,0 Semester. Sie
ist an Fachhochschulen mit 8,8 Semestern                 Mittlere Fach- und Gesamtstudiendauer (Median) von            n Fachstudiendauer
we­sentlich kürzer. In die Gesamtstudienzeit             Erstabsolventen/-innen nach Abschlussarten 2006               n Gesamtstudiendauer
fließen alle Semester mit ein, die an deutschen
Hochschulen verbracht wurden, auch wenn diese
nicht in Be­ziehung zum Studienfach stehen, in                    Bachelorabschluss
dem der Abschluss erworben wurde.
Die Studiendauer unterscheidet sich an Universi-
                                                             Fachhochschulabschluss
täten je nach Studienfach erheblich. Die mittlere
Fachstudiendauer angehender Juristen und
Juris­tinnen liegt bei 9,3 Semestern, während                              Lehramt

Mediziner und Medizinerinnen 12,8 Semester bis
zum Ende ihrer Hochschulausbildung brauchen.                Universitätsdiplom und
                                                         entsprechende Abschlüsse

                                                                          Semester 0   2        4        6    8   10        12         14

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                    19
2 Daten und Fakten zu Hochschulabsolventen/-innen

     Durchschnittsalter der Erstabsolventen/-innen                                2.3 Durchschnittsalter
			 Durchschnittsalter der Erstabsolventen/-innen
                                                                                  der Erstabsolventen/-innen
     Prüfungsjahr               insgesamt            Männer   Frauen              Die Kennzahl gibt Auskunft über das durch-
         1995                      27,8               28,2     27,3               schnittliche Alter von Hochschulabsolventen
                                                                                  beim Erreichen des ersten akademischen
         2002                      28,1               28,5     27,7
                                                                                  Abschlusses.
         2003                      27,9               28,4     27,5
                                                                                  Sie ist ein Erfolgsindikator, der Informationen
        2004                       27,9               28,3     27,4               über das Alter potentieller Berufseinsteiger
        2005                       27,8               28,2     27,4               liefert.
        2006                       27,7               28,1     27,3
                                                                                  Durchschnittsalter der
                                                                                  Erstabsolventen/-innen bei 28 Jahren
                                                                                  Das Durchschnittsalter der 220 800 Erstab­-
                                                                                  solventen und -absolventinnen des Prüfungs-
                                                                                  jahrgangs 2006 liegt bei 27,7 Jahren. Im Ver-
                                                                                  gleich zum Prüfungsjahr 2002 sind die
                                                                                  Ab­solventinnen und Absolventen 2006 aller-
                                                                                  dings um 0,4 Jahre jünger. Es ist zu erwarten,
                                                                                  dass das Durchschnittsalter im Zuge der
                                                                                  fortschreitenden Etablierung der neuen
                                                                                  Bachelorabschlüsse – deren Regelstudien-
                                                                                  zeiten deutlich kürzer sind als in den her-
                                                                                  kömmlichen Diplomstudiengängen an Uni-
                                                                                  versitäten und Fachhochschulen – und wegen

20                                                                     Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
des niedrigeren Durchschnittsalters der Stu-         variiert nicht nur nach Fächern, sondern auch                    fügig jünger. Angehende Lehrerinnen und Lehrer
dienanfänger in den nächsten Jahren weiter           nach der Art des erworbenen akademischen                         legen das Staatsexamen mit 27,2 Jahren ab. Im
sinken wird.                                         Grades (siehe 2.2).                                              direkten Vergleich mit den Erstabsolventen der
                                                                                                                      gleichwertigen Fachhochschulstudiengänge
Frauen sind bei Abschluss des Studiums durch-        Erstabsolventen und -absolventinnen, die einen
                                                                                                                      haben Bachelorabsolventen mit derzeit durch-
schnittlich fast ein Jahr jünger als Männer. Be-     Universitätsabschluss erwerben, sind durch-
                                                                                                                      schnittlich 25,8 Jahren einen Altersvorsprung
reits beim Eintritt in das Hochschulsystem haben     schnittlich genau 27,9 Jahre alt. Absolventen mit
                                                                                                                      von zwei Jahren.
Frauen einen Altersvorsprung von einem guten         Fachhochschuldiplom sind mit 27,8 nur gering-
halben Jahr, da viele Männer vor Studienbeginn
Wehr- und Zivildienstzeiten ableisten (siehe 1.4).
Das Alter der Absolventen und Absolventinnen
wird neben dem Eintrittsalter von der Studien-
dauer beeinflusst, die wiederum von der fach-             Durchschnittsalter der Erstabsolventen/-innen in den zehn beliebtesten Studienfächern 2006
lichen Ausrichtung und der Art des erworbenen
                                                                                                                                            Durchschnittsalter
akademischen Grades abhängt.                                                                                                                über alle Fächer
                                                                  Rechtswissenschaft                    26,5
                                                                                                                                            27,7
                                                                             Biologie                             26,9
Angehende Mediziner sind nach dem Staatsexa-
                                                                 Germanistik/Deutsch                                     27,2
men durchschnittlich zwei Jahre älter als Juristen
                                                              Betriebswirtschaftslehre                                     27,3
Der Unterschied im Durchschnittsalter der Erst-
                                                          Wirtschaftsingenieurwesen                                             27,5
absolventen und -absolventinnen in den zehn
                                                               Maschinenbau/-wesen                                              27,5
beliebtesten Studienfächern lag 2006 bei fast
zwei Jahren. Angehende Mediziner und Medizine-                             Informatik                                             27,6

rinnen sind bei Studienabschluss durchschnitt-               Elektrotechnik/Elektronik                                            27,6
lich 28,4 Jahre alt, während die angehenden                Wirtschaftswissenschaften                                                       28,1
Juristen und Juristinnen das erste Staatsexamen
                                                         Medizin (Allgemein-Medizin)                                                              28,4
mit durchschnittlich 26,5 Jahren ablegen. Das
Alter der Erstabsolventen und -absolventinnen                              Altersjahre 25   25,5   26          26,5       27        27,5      28         28,5    29

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                                            21
3 Personalstruktur, Betreuung und Effektivität

     Betreuungsrelation (ohne Humanmedizin) nach Hochschulart und Bundesländern 2006                                                        3.1 Betreuungsrelation
                                                           Universitäten                                 Fachhochschulen
                                                                                                                                            Die Kennzahl beschreibt das zahlenmäßige
                                                           18,2                                          26,5                               Verhältnis der Studierenden zum wissen-
               Sachsen-Anhalt                            14,2                            25,6                                               schaftlichen und künstlerischen Personal
                     Saarland                            14,9                    22,5                                                       (ohne drittmittelfinanziertes Personal; in
                                                           15,2                                26,5
                                                                                                                                            Vollzeitäquivalenten). Das wissenschaftliche
                    Thüringen
                                                                                                                                            Personal nimmt neben der Betreuung von
                       Bayern                               15,8                        25,0
                                                                                                                                            Studierenden in unterschiedlichem Umfang
           Baden-Württemberg                                16,0                22,4                                                        auch Aufgaben auf dem Gebiet der Forschung
                     Sachsen                                    16,8                                  28,6                                  und im Bereich der Humanmedizin auch in der
               Niedersachsen                                    16,9            22,0                                                        Krankenbehandlung wahr.
     Mecklenburg-Vorpommern                                     17,0              23,1                                                      Der Indikator wird häufig zur Messung der
            Schleswig-Holstein                                    17,3                                               34,2                   Studienbedingungen und der Ausbildungs-
                        Berlin                                     17,9                    26,4
                                                                                                                                            qua­lität herangezogen.

                       Hessen                                      17,9                        26,6

                     Hamburg                                           19,1                           28,0                                  Zahl der Studierenden je Lehrperson
                                                                                                                                            sinkt geringfügig
                 Brandenburg                                             19,3           24,7

                      Bremen                                             19,3                          28,9                                 Statistisch gesehen entfallen an deutschen
                                                                                                                                            Hochschulen in 2006 rund 15,5 Studierende
          Nordrhein-Westfalen                                                    22,5                         32,7
                                                                                                                                            auf eine wissenschaftliche Lehrkraft. Eine
               Rheinland-Pfalz                                                    23,3     26,1
                                                                                                                                            Lehrperson betreut damit rechnerisch 0,1 Stu­
                                                                                                                                            dierende weniger als im Vorjahr. Das Betreu-
     Studierende je Lehrperson 0          5        10           15              20              25            30            35
                                                                                                                                            ungsverhältnis stellt sich je nach fachlicher
                                 n Universitäten        n Fachhochschulen                                                                   Ausrichtung des Studiums unterschiedlich
                                                                                                                                            dar. Die Fächergruppe Humanmedizin/Ge-

22                                                                                                                               Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
sundheitswissenschaften ist mit Abstand am          schaften verschlechterte sich das Betreuungs-           Ländern Rheinland-Pfalz mit 23,3 und Nordrhein-
personal- und kostenintensivsten (siehe 5.1).       verhältnis sowohl in den Universitäten als auch         Westfalen mit 22,5 dar. Im Vergleich zu Sachsen-
Eine Lehrkraft betreut hier rechnerisch 3,4 Stu­    insbesondere in den Fachhochschulen.                    Anhalt und dem Saarland betreut in diesen Län-
dierende. Bleibt das Medizinstudium bei der                                                                 dern eine Lehrkraft über 50% Studierende mehr.
Berechnung unberücksichtigt, liegt die Betreu-      Betreuungsrelation liegt in den Ländern                 An Fachhochschulen ist das Betreuungsverhältnis
ungsrelation im Bundesdurchschnitt bei 19,9         zwischen 14 und 23 Studierenden je Lehrkraft            in Niedersachsen (22,0) und in Baden-Württem-
Studierenden je Person des wissenschaftlichen                                                               berg (22,4) am niedrigsten.
                                                    Ohne Berücksichtigung der Fächergruppe
und künstlerischen Personals. Am wenigsten
                                                    Humanmedizin verfügen Sachsen-Anhalt mit                Abweichungen in den Betreuungsrelationen er­-
personalintensiv ist die Fächergruppe Rechts-,
                                                    14,2 und das Saarland mit 14,9 Studierenden je          klären sich z.T. durch differierende Forschungsin­
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Hier
                                                    Lehrkraft an Universitäten über die günstigste          tensitäten sowie unterschiedliche Hochschul- und
entfallen 31,3 Studierende auf eine Lehrperson.
                                                    Betreuungsrelation. Am schlechtesten stellt sich        Fächerstrukturen, die eine unterschiedliche Per-
Zwischen Universitäten und Fachhochschulen          die Betreuungssituation an Universitäten in den         sonalausstattung erforderlich machen können.
bestehen deutliche Unterschiede in der Personal-
struktur, die sich auf das Betreuungsverhältnis         Betreuungsrelation nach Hochschulart in ausgewählten Fächergruppen 2006
auswirken. Das Betreuungsverhältnis an Uni-
versitäten (ohne Medizin) stellt sich mit 18,2      		                                     Hochschulen insgesamt        Universitäten         Fachhochschulen

deutlich günstiger dar als bei den Fachhochschu-        Ausgewählte Fächergruppen		                                Studierende je Lehrkraft
len mit 26,5 Studierenden je Lehrperson, da Fach-       Sprach- und Kulturwissenschaften           24,7                     24,9                   20,6
hochschulen keinen vergleichbaren akademi-              Rechts-, Wirtschafts- und
schen Mittelbau haben. An Universitäten entfal-         Sozialwissenschaften                       31,3                     33,5                   32,5
len auf eine(n) Professor/-in 2,7 Mitarbeiter aus       Mathematik, Naturwissenschaften            15,7                     14,0                   31,1
dem Mittelbau, an Fachhochschulen weniger als
                                                        Humanmedizin (einschl.
eine Person (0,6). Im Vergleich zu 2005 blieb das       Gesundheitswissenschaften                   3,4                      3,0                   43,1
Betreuungsverhältnis an Universitäten unverän-
                                                        Ingenieurwissenschaften                    17,5                     12,8                   23,8
dert. Bei den Fachhochschulen hat es sich rech-
nerisch mit einem zusätzlichen Studierenden             Alle Fächergruppen                         15,5                     13,3                   26,8

verschlechtert. In den Fächer­g ruppen Mathema-         Alle Fächergruppen
tik/Naturwissenschaften sowie Ingenieurwissen-          ohne Humanmedizin                          19,9                     18,2                   26,5

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                                      23
3 Personalstruktur, Betreuung und Effektivität

     Erstausbildungsquote (ohne Humanmedizin) nach Bundesländern 2006                                                   3.2 Erst- und Gesamt-
                                                                       Vorjahr 2,1              Deutschland 2,2
                                                                                                                        ausbildungsquote
                                                                                                                        Die Erstausbildungsquote weist die Anzahl
           Nordrhein-Westfalen                                                                      2,50
                                                                                                                        der Erstabsolventen im Verhältnis zum wis-
                 Niedersachsen                                                               2,37
                                                                                                                        senschaftlichen und künstlerischen Personal
                         Berlin                                                              2,34                       aus. Die Gesamtausbildungsquote misst das
                Rheinland-Pfalz                                                          2,27                           entsprechende Verhältnis für die Absolventen
                  Brandenburg                                                         2,22                              insgesamt (Erstabsolventen, Absolventen wei-
                                                                                                                        terführender Studiengänge und Promotionen).
                       Bremen                                                         2,21

             Schleswig-Holstein                                                   2,18                                  Die Indikatoren messen den „Output“ an
                                                                                                                        Absolventen in Abhängigkeit von den verfüg-
            Baden-Württemberg                                                     2,16
                                                                                                                        baren personellen Ressourcen und sind damit
                      Hamburg                                                   2,14
                                                                                                                        Kenngrößen für die Leistungsfähigkeit und
                        Bayern                                                  2,14                                    Effektivität der Hochschulen.
                       Sachsen                                              2,10

                     Thüringen                                             2,08                                         Mehr Absolventen/-innen je Lehrkraft
                        Hessen                                             2,07
                                                                                                                        Auf eine wissenschaftliche Lehrkraft entfallen
       Mecklenburg-Vorpommern                                            1,97                                           2006 rechnerisch 1,7 Erstabsolventen. Im
                Sachsen-Anhalt                                  1,64                                                    Vergleich zum Vorjahr ist der „Output“ an
                      Saarland                           1,49                                                           Erstabsolventen in fast allen Fächergruppen
                                                                                                                        leicht angestiegen. Trotz oder gerade wegen
         Erstabsolventen/-innen 0    0,5          1             1,5               2                        2,5          der vergleichsweise schlechten Betreuungssi-
         je Lehrperson                                                                                                  tuation (siehe 3.1) ist die Erstausbildungsquo-
                                                                                                                        te in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwis-
                                                                                                                        senschaften mit 4,1 und in den Sprach- und

24                                                                                                           Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
Kulturwissenschaften mit 2,3 Erstabsolventen          Ländervergleich nicht berücksichtigt. Der „Out-    In fast allen Ländern hat sich die Erstausbildungs-
je Lehrperson am höchsten. In der personalin-         put“ an Erstabsolventen und -absolventinnen je     quote gegenüber dem Vorjahr aufgrund der stei-
tensivsten Fächergruppe Humanmedizin werden           Lehrperson ist in Nordrhein-Westfalen (2,5) und    genden Erstabsolventenzahlen erhöht. Die höch-
mit rechnerisch 0,4 Erstabsolventen je Lehrkraft      Niedersachsen (2,4) am höchsten. Das Saarland      sten Zuwächse verzeichnen Nordrhein-Westfalen
deutlich weniger Studierende zum Abschluss            (1,5) und Sachsen-Anhalt (1,6) verfügen über die   (+0,4) und Brandenburg (+0,3). Ein Rückgang wird
geführt.                                              niedrigsten Erstausbildungsquoten. Das wissen-     in Schleswig-Holsein (-0,2) beobachtet. Abwei-
                                                      schaftliche Lehrpersonal in beiden Bundeslän-      chungen zwischen den Ländern erklären sich zum
Die Gesamtausbildungsquote liegt bundesweit
                                                      dern bringt rechnerisch in einem Jahr etwa einen   Teil durch differierende Forschungsintensitäten
bei 2,1 Absolventen bzw. Absolventinnen je
                                                      Erstabsolventen weniger hervor, als das der        sowie unterschiedliche Hochschul- und Fächer-
Lehrperson. Da die Promotion für angehende
                                                      Hochschulen in Niedersachsen und Berlin.           strukturen, die eine unterschiedliche Personal-
Mediziner im Vergleich zu anderen Fächern den
                                                                                                         ausstattung erforderlich machen können.
Stellenwert eines Regelabschlusses hat, ist die
Gesamtausbildungsquote in Medizin (0,6) um
50% höher als die Erstausbildungsquote.                   Erst- und Gesamtausbildungsquoten in ausgewählten Fächergruppen
Auch ohne Berücksichtigung der Humanmedizin           						Auf eine Lehrkraft entfallen ...
ist die Erstausbildungsquote an Fachhochschulen       				Erstabsolventen/-innen			Absolventen/-innen insgesamt
2006 mit einem „Output“ von knapp vier Absol-
                                                          Ausgewählte Fächergruppen            2005			 2006		                   2005		           2006
venten (3,6) je Lehrkraft fast doppelt so hoch wie
                                                          Sprach- und Kulturwissenschaften      2,1			         2,3		            2,5		             2,7
an Universitäten (1,8), obwohl die Betreuungs-
situation aufgrund des fehlenden Mittelbaus               Rechts-, Wirtschafts-
                                                          und Sozialwissenschaften              3,9			         4,1		            4,4		             4,6
an Fachhochschulen rechnerisch schlechter ist
(siehe 3.1). Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der       Mathematik, Naturwissenschaften       1,3			         1,5		            1,7		             1,9

Gesamtausbildungsquote, die an Universitäten              Humanmedizin (einschl.
bei 2,2 und an Fachhochschulen bei 3,9 liegt.             Gesundheitswissenschaften)            0,4			         0,4		            0,7		             0,6

                                                          Ingenieurwissenschaften               1,8			         1,9		            2,1		             2,2

Erstausbildungsquote steigt                               Alle Fächergruppen                    1,6			         1,7		            2,0		             2,1

Da nicht alle Länder über medizinische Fakul-             Alle Fächergruppen
                                                          ohne Humanmedizin                     2,1			         2,2		            2,4		             2,6
täten verfügen, wird die Humanmedizin beim

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                              25
3 Personalstruktur, Betreuung und Effektivität

     Promotionsquote an Universitäten (ohne Humanmedizin) nach Bundesländern 2006                                              3.3 Promotionsquote
                                                                                                                               Die Promotionsquote misst die Anzahl der
                                                                  Deutschland 0,8                   Vorjahr 0,9
                                                                                                                               Promotionen je Professor/-in (ohne drittmit-
             Baden-Württemberg                                                                         1,01                    telfinanzierte Professoren/-innen; in Vollzeit-
                          Bayern                                                                0,95                           äquivalenten).
                           Berlin                                                            0,91                              Sie ist ein Indikator für die Leistungsfähigkeit
             Nordrhein-Westfalen                                                         0,90                                  und Effektivität der Universitäten im Hinblick
                                                                                         0,89
                                                                                                                               auf die Qualifikation des wissenschaftlichen
                  Niedersachsen
                                                                                                                               Nachwuchses. Da das Anfertigen der Disserta-
                          Hessen                                                       0,86
                                                                                                                               tion als Forschungstätigkeit angesehen wird,
              Schleswig-Holstein                                                      0,84
                                                                                                                               gilt die Promotionsquote auch als Forschungs-
                        Hamburg                                                0,79                                            indikator.
                  Rheinland-Pfalz                                       0,71

                        Saarland                                        0,71                                                   Promotionsquote bleibt konstant
                    Brandenburg                                      0,70
                                                                                                                               2006 wurden an Universitäten und gleich-
       Mecklenburg-Vorpommern                                     0,66                                                         gestellten Hochschulen insgesamt 24 100
                         Bremen                              0,62                                                              Doktortitel verliehen. Damit entfällt bundes-
                         Sachsen                           0,59                                                                weit gut eine Promotion (1,1) auf jeden Uni-
                                                                                                                               versitätsprofessor bzw. jede -professorin. Die
                  Sachsen-Anhalt                    0,55
                                                                                                                               Promotionsquote ist damit gegenüber 2005
                       Thüringen                0,50
                                                                                                                               konstant geblieben. In der Fächergruppe
                                                                                                                               Hu­manmedizin/Gesundheitswissenschaften
       Promotionen je               0   0,2   0,4                 0,6                  0,8                    1   1,2
       Universitätsprofessor/-in                                                                                               (2,6) liegt die Promotionsquote deutlich über
                                                                                                                               diesem Durchschnittswert, da der Doktortitel
                                                                                                                               für angehende Mediziner fast den Stellenwert

26                                                                                                                  Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
eines Regelabschlusses hat. Während die Fächer-    unterschiedliche Qualifikationsschwerpunkte.       Württemberg und Schleswig-Holstein (jeweils
gruppen Mathematik/Naturwissenschaften sowie       Be­trachtet man die Humanmedizin/Gesundheits-      1,5) die höchsten Promotionsquoten auf. In den
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften     wissenschaften separat, erzielen Schleswig-        Ingenieurwissenschaften liegen die Promotions-
(jeweils 1,2) und die Ingenieurwissenschaften      Holstein (jeweils 3,9) und Thüringen (4,0) sowie   quoten in Baden-Württemberg und dem Saarland
(0,9) Promotionsquoten aufweisen, die nahe         Baden-Württemberg (3,4) mit über 3 Promotio­       (jeweils 1,3) weit über dem Durchschnitt aller
dem Durchschnittswert liegen, bringen Profes-      nen je Professor bzw. Professorin Spitzenwerte.    Bundesländer.
soren und Professorinnen in den Sprach- und        In Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaf­
Kulturwissenschaften (0,5) vergleichsweise         ten werden in Baden-Württemberg (1,5), Nord-
wenige Absolventen und Absolventinnen mit          rhein-Westfalen (1,4) und Schleswig-Holstein
Doktortitel hervor.                                (1,7) über­durchschnittlich viele wissenschaft-
                                                   liche Nach­w uchskräfte ausgebildet. In Mathe-
Die Hochschulsysteme der Länder sind an der
                                                   matik/Naturwissenschaften weisen Baden-
Ausbildung des hoch qualifizierten wissen-
schaftlichen Nachwuchses unterschiedlich stark
beteiligt. Da nicht alle Bundesländer über die
Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswis-
                                                        Promotionsquote an Universitäten in ausgewählten Fächergruppen
senschaften verfügen, wird sie zunächst nicht in
den Ländervergleich einbezogen. Baden-Würt­
                                                   			Promotionen je Professor/-in
temberg (1,0) und Bayern (0,9) verfügen 2006
über die höchste Promotionsquote (Bundes-               Ausgewählte Fächergruppen                                   2005               2006
durchschnitt 0,8). Die niedrigsten Promotions-          Sprach- und Kulturwissenschaften		0,5                                           0,5
quoten weisen Thüringen und Sachsen-Anhalt              Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften		1,2                             1,2
(jeweils 0,5) auf.
                                                        Mathematik, Naturwissenschaften		1,2                                            1,2
                                                        Humanmedizin (einschl. Gesundheitswissenschaften)		2,8                          2,6
Länder haben unterschiedliche
Qualifikationsschwerpunkte                              Ingenieurwissenschaften		1,0                                                    0,9

Die Länder haben bei der Ausbildung des wis­            Alle Fächergruppen		1,1                                                         1,1
senschaftlichen Nachwuchses an Universitäten            Alle Fächergruppen ohne Humanmedizin		0,9                                       0,8

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                       27
3 Personalstruktur, Betreuung und Effektivität

     Anteil der Professorinnen nach Bundesländern 2006                                                               3.4 Frauenanteile
                                                                                                                     Die Anteilswerte geben Auskunft über die
                                                         Vorjahr 14,3           Deutschland 15,2                     Entwicklung der geschlechterspezifischen
                         Berlin                                                                  21,1                Bildungsbeteiligung und Chancengleichheit
                Niedersachsen                                                             20,2                       im Hochschulbereich. Sie liefern wichtige
                                                                                                                     Informationen zur Planung gleichstellungs­
                      Hamburg                                                      18,7
                                                                                                                     politischer Maßnahmen und zu deren Erfolgs-
                       Bremen                                                      18,6
                                                                                                                     kontrolle.
                  Brandenburg                                                   17,7

                       Hessen                                                  17,1
                                                                                                                     Mehr als die Hälfte der Erstabsolventen
                Sachsen-Anhalt                                          15,7                                         sind Frauen
                      Sachsen                                          15,4
                                                                                                                     Die Regierungskoalition hat sich zum Ziel
           Nordrhein-Westfalen                                    14,8
                                                                                                                     ge­setzt, die Karrierechancen von Frauen in
                      Saarland                                  14,1                                                 Lehre und Forschung zu verbessern. Die Bar-
       Mecklenburg-Vorpommern                                 14,0                                                   rieren für den Zugang junger Frauen zu einer
            Baden-Württemberg                              13,3                                                      akademischen Ausbildung scheinen 2006
                                                                                                                     fast abgebaut: Fast die Hälfte (49 %) der Erst­
                Rheinland-Pfalz                           13,0
                                                                                                                     immatrikulierten sind weiblich und erstmals
                     Thüringen                           12,7
                                                                                                                     erwerben mehr Frauen als Männer (52%)
                        Bayern                    11,1                                                               einen Erstabschluss. Im Jahr 2000 hatte der
             Schleswig-Holstein                  10,6                                                                Frauenanteil bei den Erstabsolventen nur
                                                                                                                     46 % betragen. Auch auf den weiterführenden
                                  0%   5%          10%                   15 %                20 %       25 %         Qualifikationsstufen sind die Frauenanteile in
                                                                                                                     den letzten Jahren gestiegen. Während im Jahr
                                                                                                                     2000 nur 34 % der Promotionen von Frauen
                                                                                                                     erworben wurden, betrug 2006 dieser Wert

28                                                                                                        Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
41%. Nach wie vor nimmt der Frauenanteil mit           Berlin (21 %) und Niedersachsen (20 %) verfügen    Sprach- und Kulturwissenschaften (26%) bei den
steigendem Qualifikationsniveau der einzelnen          über den höchsten Professorinnenanteil. In bei­-   Professoren überdurchschnittlich stark vertreten
Positionen kontinuierlich ab: bei den Habilita-        den Ländern ist jede fünfte Professorenstelle      sind, sind sie in den Naturwissenschaften (10%)
tionen liegt die Frauenquote bei 22 %. Deutlich        mit einer Frau besetzt, in Bayern und Schleswig-   und in den Ingenieurwissenschaften (7%) deut-
höher ist der Frauenanteil bei den Juniorprofes-       Hostein (jeweils 11 %) nur etwa jede zehnte.       lich unterrepräsentiert.
suren (31%), die einen alternativen Qualifizie-
                                                       Die Frauenanteile variieren erheblich zwischen
rungsweg zur klassischen Habilitation darstellen.
                                                       einzelnen Fächergruppen. Während Frauen in
                                                       Kunst/Kunstwissenschaft (27 %) und in den
Hohe Frauenanteile bei Erstimmatrikulierten
setzen sich nicht bis zu höheren Positionen
beim Hochschulpersonal fort
                                                           Frauenanteile in verschiedenen Stadien der akademischen Laufbahn
2006 sind fast eine halbe Million Menschen an
deutschen Hochschulen beschäftigt, davon 51%           					                                                      Frauenanteile in %
Frauen. In beruflichen Positionen im Bereich For-          Personengruppe		                    2000        2003         2004           2005     2006
schung und Lehre sind diese allerdings immer
                                                           Studienanfänger/-innen		             49,2       48,2         48,8           48,8      49,4
noch unterrepräsentiert: Ihr Anteil an den wissen­
schaftlichen und künstlerischen Mitarbeitern               Erstabsolventen/-innen		             45,6       49,5         49,9           50,8      51,6
und Mitarbeiterinnen liegt bei einem knappen               Promotionen		                       34,2        37,7         39,0           39,5      40,8
Drittel (32%). Insgesamt 15% der Professoren
sind weiblich, allerdings ist in der höchsten Be-          Habilitationen		                     18,5       22,1         22,7           23,0      22,2
sol­dungsgruppe (C4/W3) nur etwa jede zehnte               Hochschulpersonal insgesamt		       50,8        51,3         51,2           51,2      51,3
Position (11%) mit einer Frau besetzt. In fast allen       Wissenschaftliche und
Bundesländern sind die Frauenanteile bei den               künstlerische Mitarbeiter/-innen     27,2       30,0         30,8           31,4      32,3
Pro­fessoren im Vergleich zum Vorjahr um ein oder
                                                           Professoren/-innen insgesamt		       10,5       12,8         13,6           14,3      15,2
zwei Prozentpunkte gestiegen. Lediglich in Thü-
ringen und Schleswig-Holstein ging der Frauenan-           C4/W3-Professoren/-innen		            7,1        8,6           9,2          10,0      11,0
teil bei den Professoren um einen Prozentpunkt             Juniorprofessoren/-innen		              -       31,2         30,9           29,0      31,5
zurück.

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                              29
4 Überregionale Attraktivität deutscher Hochschulen

     Wanderungssaldo der Studierenden nach Bundesländern Wintersemester 2006/2007                                4.1 Wanderungssaldo
                                                                                                                 Der Wanderungssaldo bringt das Mengen-
                                                                                                                 verhältnis zwischen ab- und zuwandernden
                       Berlin                                                                                    Studierenden in den Ländern zum Ausdruck
                    Hamburg                                                                                      und ist ein Indikator für die überregionale
                                                                                                                 Attraktivität der Hochschulstandorte.
          Nordrhein-Westfalen

              Rheinland-Pfalz                                                                                    Der Wanderungssaldo fällt bei einem Im-
                                                                                                                 portüberschuss Studierender aus anderen
                     Bremen                                                    Zuwanderung
                                                                                                                 Ländern positiv aus. Übersteigt die Zahl der
                      Bayern
                                                                                                                 abgewanderten Studierenden die Zahl der
                     Sachsen                                                                                     Wanderungsgewinne, fällt der Wanderungs-
                      Hessen                                                                                     saldo negativ aus. Anhand der Wanderungs-
     Mecklenburg-Vorpommern                                                                                      bilanz wird deutlich, in welchem Ausmaß die
              Sachsen-Anhalt
                                                                                                                 Länder Bildungsleistungen für Studierende
                                                                                                                 erbringen, die ihre Hochschulreife in anderen
                    Saarland
                                                                                                                 Ländern erworben haben.
           Schleswig-Holstein             Abwanderung
                   Thüringen
                                                                                                                 Nordrhein-Westfalen ist das Flächenland mit
          Baden-Württemberg
                                                                                                                 dem größten positiven Wanderungssaldo
                Brandenburg
                                                                                                                 Im Wintersemester 2006/2007 weist Berlin
               Niedersachsen
                                                                                                                 den höchsten Importüberschuss an Studie-
                                                                                                                 renden auf (+27 600), gefolgt von Hamburg
     		                         -30 000      -20 000    -10 000   0   10 000      20 000     30 000
                                                                                                                 (+18 300) und Nordrhein-Westfalen (+12 700).
                                                                                                                 Neben Nordrhein-Westfalen sind Rheinland-
                                                                                                                 Pfalz (+10 300), Bayern (+6 500), Sachsen

30                                                                                                    Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
(+3 700) und Hessen (+900) die Wanderungs-           im Wintersemester 2000/2001 und kehrte sich       Bundesländern. Berlin verfügt im Länderver-
gewinner unter den Flächenländern. Sachsen           schließlich 2005/2006 in einen Wanderungsver-     gleich über den mit Abstand höchsten Import-
ist das einzige östliche Land mit einer positiven    lust (-500). Dieser negative Ausweis verstärkte   überschuss, dieser ist allerdings im Vergleich
Wanderungsbilanz. Die Länder Niedersachsen           sich dann im aktuellen Beobachtungsjahr.          zum Vorjahr um 11 % und im Vergleich zum Jahr
(-27 300) und Brandenburg (-16 600) sind die                                                           2000 sogar um 34 % abgeschmolzen.
größten „Geberländer“; sie verlieren deutlich
                                                     Berlin mit höchstem Wanderungsgewinn
mehr Studierende an andere Länder, als bei
ihnen zuwandern.                                     Importgewinne machen in den Stadtstaaten
                                                     knapp ein Viertel (23 %) aller Immatrikulierten
Das Verhältnis von Geber- und Nehmerländern im
                                                     aus. Sie erbringen demnach in hohem Maße
Hinblick auf die Wanderungsbilanz der Studie-
                                                     Bildungsleistungen für Studierende aus anderen
renden ist relativ stabil. Nur Rheinland-Pfalz und
Hessen konnte innerhalb der letzten zehn Jahre
ihre negative Wanderungsbilanz abbauen und in
die Gruppe der Länder mit Importüberschüssen
vorrücken.

Negative Bilanz Ostdeutschlands
vergrößert sich
Insgesamt geben die neuen Länder einschließ-
lich Berlin mehr Hochschulzugangsberechtigte
an die alten Länder ab, als umgekehrt. Der
Wan­derungssaldo Ostdeutschlands liegt im
Wintersemester 2006/2007 bei -4 200. Während
im Wintersemester 1995/96 für diese Region
noch ein Wanderungsgewinn von 36 000 Stu­
die­renden ausgewiesen wurde, reduzierte sich
dieser systematisch auf 24 000 Studierende

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                          31
4 Überregionale Attraktivität deutscher Hochschulen

     Anteil ausländischer Studierender (Bildungsausländer) im ersten Hochschulsemester                                  4.2 Anteil der Bildungs-
     nach Bundesländern 2006                                                                                            ausländer/-innen an den
                                                                            Deutschland 15,5
                                                                                                                        Studienanfängern/-innen
                         Berlin                                                                23,8

                      Saarland                                                                23,5                      Die Kennzahl misst den Anteil ausländischer
                                                                                                                        Studierender, die sich erstmalig an einer deut-
                  Brandenburg                                                        20,9
                                                                                                                        schen Hochschule eingeschrieben haben und
            Baden-Württemberg                                                 19,0
                                                                                                                        ihre Hochschulreife außerhalb Deutschlands
                      Sachsen                                                 18,3                                      erworben haben (sog. Bildungsausländer). Sie
                       Bremen                                                18,0                                       ist ein Indikator für die Attraktivität deutscher
                        Bayern                                     15,1                                                 Hochschulen für ausländische Studierende,
                                                                                                                        der auch die Studierenden berücksichtigt, die
                Sachsen-Anhalt                                 14,6
                                                                                                                        nur für kurze Zeit (z. B. im Rahmen von Aus-
                Niedersachsen                                  14,6
                                                                                                                        tauschprogrammen) an deutschen Hochschu-
                     Thüringen                              13,7                                                        len eingeschrieben sind.
                Rheinland-Pfalz                             13,5
                                                                                                                        Ausländische Studierende, die sich erstmalig
                       Hessen                            13,1                                                           an einer deutschen Hochschule immatrikulie-
           Nordrhein-Westfalen                          12,8                                                            ren, werden statistisch als Studienanfänger
       Mecklenburg-Vorpommern                           12,7                                                            erfasst, auch wenn diese im Ausland bereits
                      Hamburg                     12,3
                                                                                                                        eingeschrieben waren oder bereits einen
                                                                                                                        Studienabschluss erworben haben.
             Schleswig-Holstein                10,4

                                  0%   5%             10%             15%              20 %           25 %              Der internationale Austausch unter angehen­
                                                                                                                        den Akademikern und Nachwuchswissen-
                                                                                                                        schaftlern soll aus bildungs- und wirtschafts-
                                                                                                                        politischer Sicht gefördert werden. Die

32                                                                                                           Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008
Ein­­führung der international vergleichbaren       begründet, dass viele Studierende, die nur für        Stadtstaaten und neue Bundesländer
Studienabschlüsse Bachelor und Master soll          kurze Zeit im Rahmen von Austauschprogram-            zunehmend beliebter
den Wechsel zwischen unterschiedlichen Hoch-        men nach Deutschland kommen, das Studien­
                                                                                                          Berlin übt nach wie vor die stärkste Anziehungs-
schulen inner- und außerhalb des europäischen       fach Germanistik belegen, um ihre Sprachkennt-
                                                                                                          kraft auf ausländische Studienanfänger und
Hochschulraums erleichtern.                         nisse zu verbessern. In den Fächergruppen
                                                                                                          -anfängerinnen aus: Knapp ein Viertel (24%) der
                                                    Ingenieurwissenschaften und Agrar-, Forst- und
                                                                                                          Erstimmatrikulierten in der Bundeshauptstadt
                                                    Ernährungswissenschaften (16 %) ist ebenfalls
Anteil der Studienanfänger/-innen                                                                         kommt 2006 aus dem Ausland. Auf dem zweiten
                                                    ein überdurchschnittlicher Anteil ausländischer
aus dem Ausland stagniert                                                                                 Rang liegt das Saarland (23 %) mit seinen engen
                                                    Studienanfänger zu verzeichnen.
Im Studienjahr 2006 schrieben sich 53 600 Stu­
dierende aus dem Ausland neu an deutschen
Hochschulen ein, das sind 2 200 weniger als
2005. Bei einem leichten Rückgang um 0,1 %
liegt der Anteil der Studienanfänger bzw. -anfän-
                                                        Ausländische Studienanfänger/-innen (Bildungsausländer) im ersten
gerinnen aus dem Ausland an allen Erstimmatri-          Hochschulsemester nach Hochschularten
kulierten weiterhin bei rund 16 %. An Universi-
täten ist der Anteil mit 19% fast doppelt so hoch
                                                    		                    Ausländische            Anteil an allen		 Anteil in % an ...
wie an Fachhochschulen (10 %).
                                                    		               Studienanfänger/-innen     Studienanfängern/
                                                     Studienjahr   (Bildungsausländer/-innen)         -innen in %      Universitäten		 Fachhochschulen
Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Kunst,
                                                         1995                28 223                      10,8              13,7                4,3
Kunstwissenschaft weiterhin mit höchstem
Ausländeranteil                                          2002                58 480                      16,3              19,7               10,1

Die Fächergruppen Sprach- und Kulturwissen-              2003                60 113                      15,9              19,0               10,3
schaften weist neben der Fächergruppe Kunst,             2004                58 247                      16,2              19,5               10,3
Kunstwissenschaft mit 20% den höchsten Anteil
                                                         2005                55 773                      15,6              18,8               10,0
der Studienanfänger und -anfängerinnen aus
dem Ausland aus. Dies liegt unter anderem darin          2006                53 554                      15,5              18,6               10,2

Statistisches Bundesamt, Hochschulen auf einen Blick, 2008                                                                                             33
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