Inflammation und psychische Erkrankung - Interaktionen im Kontext von Autoimmunenzephalitis und COVID-19

 
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Interaktionen im Kontext von Autoimmunenzephalitis und COVID-19

Inflammation und psychische Erkrankung
Veronika Vasilevska und Johann Steiner – Magdeburg

Ausgehend von aktuellen Implikationen der SARS-CoV-2-Pandemie für die psychische Gesund-
heit zeigen wir, dass neben psychoreaktiven auch biologische Verbindungen zwischen Inflam-
mation und psychischer Erkrankung bestehen. Wichtige Prinzipien der biologischen Interaktion
von Immunsystem und Psyche werden dargestellt. Zudem soll ein Stufenschema zur Diagnostik
und Therapie autoimmunbedingter Hirnentzündungen Hilfestellung für die klinische Praxis
­geben mit abschließender Erläuterung der Rolle von Viren in diesem Kontext.

                         Am Beispiel „COVID-19“ sind vielfältige Aspekte er-   und neurologische Krankheitssymptome infolge
                         kennbar, wie Inflammation und psychische Erkran-      ­einer direkten Störung der Hirnfunktion durch das
                         kung miteinander verbunden sein können. Im zu-         Virus oder sekundär durch die Immunabwehr.
                         rückliegenden SARS-CoV-2-Pandemie-Jahr traten          SARS-CoV-2 konnte im Gehirn mittels Polymera-
                         auch in der nicht am Virus erkrankten Allgemein-       se-Kettenreaktion (polymerase chain reaction,
                         bevölkerung häufiger Ängste und Depressionen auf       PCR) und Immunhistochemie zwar nachgewiesen
                         [1]. Neben existenziellen und gesundheitlichen Sor-    werden, aber die bisherigen Erkenntnisse deuten
                         gen spielten vermutlich soziale Einschränkungen        darauf hin, dass es sich hauptsächlich in Gefäß-
                         wie beispielsweise Kontaktbeschränkungen, Qua-         und Immunzellen befindet, ohne Neurone direkt
                         rantäne und Homeoffice eine wichtige Rolle.            zu infizieren [3, 4]. Durch das Virus können Riech-
                            COVID-19-Erkrankte entwickelten relativ häufig      verlust, Kopfschmerzen, Veränderungen des Be-
                         reaktiv psychische Beschwerden. Dazu gehörte zum       wusstseins und Verhaltens, Delir und Agitation
                         Beispiel die Entwicklung einer Posttraumatischen       verursacht werden. Sekundär durch die Immun­
                         Belastungsstörung (PTBS) in etwa 30 % der Fälle        abwehr kommt es zu zytokininduzierter axonaler
                         mit schwerem Krankheitsverlauf und Intensivbe-         Degeneration, Gerinnungs- und Blut-Hirn-Schran-
                         handlung [2]. Davon abzugrenzen sind psychische        ken-Störung mit ischämischem oder hämorrhagi-

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schem Schlaganfall oder zur Bildung von Autoan-           Krankheitsphasen, was die Möglichkeit gemeinsa-
tikörpern, die zum Beispiel eine Autoimmunenze-           mer zugrundeliegender Pfade einer Immundysfunk-
phalitis oder ein Guillain-Barré-Syndrom verursa-         tion aufwirft.
chen können [4, 5, 6].
                                                          Infektions- und Autoimmunerkrankungen:
Beispiele und Prinzipien der biologischen                 Risiko schizophrener und affektiver Störungen
Interaktion von Immunsystem und Psyche                    Möglicherweise sind die dargestellten Zytokinverän-       Proinflammatori-
                                                          derungen Ausdruck einer chronisch schwelenden             sche Zytokine
Zytokininduziertes Krankheitsverhalten                    Entzündungsreaktion im Sinne einer insuffizienten         können im Rah-
Schon lange ist das sogenannte „zytokininduzierte         oder fehlgeleiteten Immunantwort auf Krankheits-          men eines grip-
Krankheitsverhalten“ (Englisch: sickness behaviour)       erreger bei einer Patientensubgruppe [10]. Interes-       palen Infektes,
bekannt, welches zum Beispiel im Rahmen eines             santer Weise fanden große epidemiologische Stu­dien       einer autoimmu-
grippalen Infektes, einer Impfreaktion, autoimmu-         aus Dänemark tatsächlich Hinweise dafür, dass             nen oder tumor-
nen oder tumorbedingten Erkrankung auftritt. Da-          Krankenhausaufenthalte wegen Infektionskrankhei-          bedingten
bei produzieren Immunzellen entzündungsfördern-           ten und Autoimmunerkrankungen ein erhöhtes Ri-            Erkrankung de-
de (proinflammatorische) Zytokine, die auf das Ge-        siko für die Manifestation einer Schizophrenie oder       pressionsähnliche
hirn einwirken und depressionsähnliche psychische         affektiven Störung nach sich ziehen [11, 12, 13]. Im      Symptome her-
und Verhaltensänderungen hervorrufen, wie zum             Blut akut kranker und noch unmedizierter Schizo-          vorrufen.
Beispiel gedrückte Stimmung, emotionale Labilität,        phreniepatienten fanden sich vermehrt neutrophile
Konzentrationsschwäche, Antriebs-/Motivations-            Granulozyten, Monozyten und Proteine, welche mit
verlust, sozialer Rückzug, Appetitmangel, Schlafstö-      der Immunabwehr bakterieller Infektionen assozi-
rungen und verminderte Körperpflege [7].                  iert sind [14]. Solche Hinweise auf Infektionen oder
   Wenn die Aktivierung des peripheren Immunsys-          autoimmune Fehlreaktionen bei Patienten mit psy-
tems anhält, zum Beispiel bei chronischen Infektio-       chischen Erkrankungen sind jedoch nicht als mono-
nen, autoimmunen oder tumorbedingten Erkran-              kausal ursächlich zu betrachten, sondern eher im
kungen, kann durch entzündungsfördernde Boten-            Sinne des Vulnerabilitäts-Stress-Konzeptes als zu-
stoffe wie Interleukin (IL)-1β, IL-6, Interferon(IFN)-γ   sätzlicher Stressor beziehungsweise Trigger bei vul-
und Tumornekrosefaktor (TNF)-α im Gehirn prä-             nerablen Menschen (z. B. genetische Disposition oder
disponierter Personen eine Persistenz des Krank-          Störung der prä-/perinatalen Hirnentwicklung).
heitsverhaltens entstehen, mit Symptomen ­einer De-
pression, denn diese Zytokine verringern die Verfüg-      Neuropsychiatrische Symptome bei
barkeit von Serotonin und der Vorstufe Tryptophan         systemischen Autoimmunkrankheiten
im Gehirn; daneben wird das Gleich­gewicht körper-        Es ist seit Langem bekannt, dass systemische Auto­
eigener N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Rezeptor-              immunerkrankungen mit Beteiligung des zentralen
Modulatoren verändert [8]. Solche Veränderungen           Nervensystems, beispielsweise systemischer Lupus
könnten neben psychoreaktiven Faktoren für die er-        erythematodes, eine auf Steroide ansprechende En-
höhte Prävalenz von Depressionen bei den oben ge-         zephalopathie bei Autoimmunthyreoiditis (SREAT/
nannten somatischen Erkrankungen mitverantwort-           Hashimoto-Enzephalopathie) oder neuroinflamma­
lich sein.                                                torische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder
                                                          zerebrale Vaskulitiden zu einer organischen schizo-
Zytokin-Netzwerk-Veränderungen bei                        phreniformen oder affektiven Symptomatik führen
Schizophrenie und affektiven Störungen                    können [15].
Veränderungen entzündlicher Zytokine wurden                  Am Beispiel des systemischen Lupus soll erläutert
auch im Blut von Patienten mit „genuinen psychia­         werden, dass dabei sowohl strukturelle Hirnläsionen
trischen Erkrankungen“ wie zum Beispiel schizo-           durch die Autoimmunkrankheit als auch diffuse
phrenen oder affektiven Störungen gefunden.               Funktionsstörungen des Gehirns (ohne strukturelle
   Eine Metaanalyse von 68 Studien fand zum Bei-          Läsion) eine Rolle spielen können. Vaskulitische Ver-
spiel diskret erhöhte Spiegel der proinflammatori-        änderungen, zum Beispiel durch assoziierte Cardio-
schen Zytokine IL-6 und TNF-α bei akut erkrankten         lipinantikörper begünstigt, können zerebrale (Mik-
Patienten mit Schizophrenie, bipolarer Störung und        ro-)Infarkte verursachen, die im zerebralen MRT
majorer Depression (MD) im Vergleich zu gesunden          sichtbar werden. Bei einem Teil der Patienten ist die
Vergleichspersonen [9]. Nach Behandlung der aku-          Bildgebung jedoch trotz deutlicher neuropsychiatri-
ten Erkrankung sanken die IL-6-Spiegel sowohl bei         scher Symptomatik unauffällig, wohingegen eine
Schizophrenie als auch bei MD signifikant. Bei chro-      Allgemeinveränderung im EEG auf eine diffuse
nisch kranken Patienten waren die IL-6-Spiegel bei        Hirnfunktionsstörung hindeutet. Inzwischen ist be-
Schizophrenie, euthymer bipolarer Störung und MD          kannt, dass in diesen Fällen neben entzündungsför-
im Vergleich zu Kontrollen signifikant erhöht. Ins-       dernden Zytokinen auch gegen Nervenzellen und
gesamt gab es Ähnlichkeiten im Muster der Zytokin-        Synapsen gerichtete Antikörper eine Rolle in der Ge-
veränderungen bei Schizophrenie, bipolarer Störung        nese neuropsychiatrischer Symptome spielen. So bil-
und MD während der akuten und chronischen                 det ein Teil der Patienten mit systemischem Lupus

                                                                                         InFo Neurologie + Psychiatrie   2021; 23 (11)   43
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                          Autoantikörper, die mit der GluN2-Untereinheit            Psychoserisiko sind gegen folgende synaptische und
                          ­(synonym NR2) des NMDA-Rezeptors reagieren               neuronale Zelloberflächenproteine gerichtet: LGI1/
                           und diesen überstimulieren [16]. Dadurch kommt es        leucine-rich glioma inactivated 1 (Transmembran-
                           zum Zelltod von nachgeschalteten Nervenzellen und        protein, assoziiert mit spannungsabhängigen
                           ­einer Störung der glutamatergen Erregungsüber­          ­Kaliumkanälen), Caspr2/Contactin-assoziiertes
                            tragung, was das Auftreten von Psychosen begüns-         Protein 2 (Transmembranprotein, assoziiert mit
                            tigt.                                                    spannungsabhängigen Kaliumkanälen), AMPA/
                               Auch Menschen mit Autoimmunthyreoiditis               α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-4-isoxazol-Propion­
                            scheinen häufiger verschiedene Antikörper gegen          säure-Rezeptor (ionotroper Glutamat-Rezeptor),
                            neuronale Zelloberflächen- beziehungsweise Synap-        DPPX/Dipeptidyl-Peptidase-like Protein-6 (Mem­
                            senproteine zu bilden [17]. Bezüglich der Entstehung     branprotein, bindet an spannungsabhängige Ka­
       Das zusätzliche      antineuronaler Antikörper wird vermutet, dass hier       liumkanäle), GABA-/γ-Aminobuttersäure-Rezeptor
    Auftreten fokaler       eine „molekulare Mimikry“ eine Rolle spielt. Damit       (metabotrop), mGluR5/metabotroper Glutamatre-
       neurologischer       ist gemeint, dass verschiedene Krankheitserreger         zeptor 5 und GlyR/Gyzin-Rezeptor (ionotrop, ligan-
    Defizite bei einer      ihre Proteine und Kohlenhydrate teilweise denjeni-       dengesteuerter Chlorid-Ionenkanal) [15].
       psychiatrischen      gen ­ihres Wirtes angleichen, um dem Immunsystem             In einer Beobachtungsstudie an 501 Patienten
          Symptomatik       zu entgehen (immune escape). Dadurch können im-          mit Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis bewirkte
   ­s ollte immer eine      munologische Kreuzreaktionen mit Angriffen auf           eine immunmodulierende Therapie eine Besserung
­erweiterte Liquor-         körpereigene Strukturen entstehen, zum Beispiel          bei der Hälfte der Erkrankten innerhalb der ersten
            analyse mit     auch gegen Nervenzellen.                                 vier Wochen [19]. Lediglich 12 % aller Probanden
 ­B estimmung anti-                                                                  erlitten einen Rückfall innerhalb der ersten 24 Mo-
      neuronaler Anti-    Autoimmunenzephalitiden mit psychischen                    nate und nur 4 % hatten mehrere Rückfälle. Eine
     körper nach sich     und Verhaltensauffälligkeiten                              Reaktivierung der Erkrankung fiel in der Regel mil-
                ziehen.   In den letzten Jahren hat sich in der klinischen           der aus als die erste Episode der Enzephalitis. Eine
                          Neurologie und Psychiatrie eine neue diagnostische         verspätete Therapie sowie eine Intensivpflichtigkeit
                          Entität etabliert: Autoimmunenzephalitiden mit             der Patienten waren mit einem schlechteren Out-
                          schizophreniformer beziehungsweise schizoaffek-            come verbunden und zogen mehr Rückfälle nach
                          tiver Symptomatik durch antineuronale Antikörper           sich. Somit ist, obwohl nur eine kleine Gruppe psy-
                          gegen synaptische Rezeptoren und Oberflächenpro-           chiatrischer Patienten von einer Autoimmunenze-
                          teine wurden als seltene, jedoch potenziell behan-         phalitis betroffen ist, eine rechtzeitige und korrek-
                          delbare Ursache psychotischer Störungen identifi-          te Diagnose von hoher therapeutischer und prog-
                          ziert. Der Nachweis spezifischer antineuronaler            nostischer Relevanz, da eine frühe und intensive
                          Antikörper der IgG-Klasse ist dabei charakteris-           Immuntherapie oft zu einer guten Prognose trotz
                          tisch für Autoimmunenzephalitiden.                         schwerer Erkrankung führt.
                                                                                         Unter Berücksichtigung internationaler Exper-
                          Stufenschema zur Diagnostik und Therapie                   tenempfehlungen ist eine Immunsuppression durch
                          autoimmunbedingter Hirnentzündungen                        Kortikosteroidtherapie (1 g Methyl-Prednisolon/
                          Für die klinische Praxis wurde ein Stufenschema            Tag für 5 Tage) beziehungsweise intravenöse huma-
                          entwickelt, das geleitet durch klinische Warnsigna-        ne Immunglobulingabe (0,4 g/kg/Tag für 5 Tage),
                          le eine zügige und sichere Diagnosestellung sowie          Immunadsorption oder Plasmapherese zur schnel-
                          die Einleitung einer Immuntherapie ermöglicht              len Entfernung der pathogenen Autoantikörper
                          [15]. Bei psychiatrischer Symptomatik sollte das zu-       Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit defini-
                          sätzliche Auftreten fokaler neurologischer Zeichen,        tiver Autoimmunenzephalitis [15]. Schlägt die The-
                          Bewusstseins-/Orientierungs-/Merkfähigkeitsstö-            rapie fehl, sollte die Behandlung innerhalb weniger
                          rungen, autonomer Instabilität oder epileptischer          Tage erweitert werden, vorzugsweise mit Rituximab
                          Anfälle/EEG-Auffälligkeiten immer eine erweiter-           (2 × 1.000 mg i.v. oder s.c. in Abständen von zwei
                          te Liquoranalyse mit Bestimmung antineuronaler             bis vier Wochen). Auch eine Kombination mit Cy-
                          Autoantikörper nach sich ziehen [15, 18]. Diese ent-       clophosphamid (750 mg/m 2 Körperoberfläche alle
                          zündlichen Erkrankungen des Gehirns werden nun             vier Wochen), Mycophenolatmofetil oder Metho­
                          auch in der aktualisieren Fassung der S3-Leitlinie         trexat kann erforderlich sein, um ein klinisches
                          Schizophrenie als Differenzialdiagnose berücksich-         ­A nsprechen zu erreichen [15]. Zudem kann für
                          tig (https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/038-         ­Patienten mit Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis,
                          009.html). Zur Illustration verweisen wir auf                die eine künstliche Beatmung auf der Intensiv­
                          ▶Abb. 1.                                                     station benötigten und unzureichend auf die
                             Die Kasuistik beschreibt eine Patientin mit Anti-     ­i m­mun­suppressiven und B-Zell-depletierende
                          NMDA-Rezeptor-Enzephalitis (IgG-Autoantikörper           ­Standardmedikamente ansprechen (Kortiko­ste­
                          im Liquor gegen die GluN1a-Untereinheit [synonym             roide, IV-Immunglobuline, Plasmaaustausch, Im­
                          NR1a] des NMDA-Rezeptors). Dabei handelt es sich             mun­adsorption, Rituximab, Cyclophosphamid),
                          um die häufigste Form der Autoimmunenzephaliti-              Bortezomib eine wertvolle Option für die Eskalati-
                          den. Andere spezifische Antikörper mit erhöhtem              onstherapie darstellen (1–6 Zyklen von 1,3 mg/m 2

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        Subakuter Beginn (schnelle Progression innerhalb < 3 Monaten) trotz Therapie plus:
        − Quantitative Bewusstseinsstörung
        − Bewegungsstörung (Dystonie bzw. Dyskinesien) oder Stand- und Gangunsicherheit
        − Autonome Instabilität
        − Desorganisiertes Denken/Verhalten
        − Katatonie/Verdacht auf malignes neuroleptisches Syndrom
        − Hyponatriämie welche nicht durch Nebenwirkungen der vorhandenen Medikation (SSRI, Carbamazepin usw.)
          erklärt werden kann
        − Epileptische Anfälle/Faziobrachiale dystone Anfälle
        − Fokale neurologische Defizite, inklusive Aphasie, Dysarthrie oder Parästhesien
        − Neu entwickelter Kopfschmerz oder klinisch relevante Veränderung im Kopfschmerz-Muster
        − Prodromal grippale Symptome
        − Maligne Tumorerkrankung in der Anamnese
        − Andere Autoimmunerkrankungen (z. B. systemischer Lupus Erythematodes, Thyreoiditis)

                                                        Weitere obligate Diagnostik:

                          cMRT
                                                    − Hyperintenses Signal in T2- oder FLAIR-Sequenzen, mesiotemporal betont
            (Achtung: MRT in ca. 50 % der Fälle       (limbische Enzephalitis) oder multifokal in der weißen und/oder grauen
               mit Autoimmun-Enzephalitis             Substanz.
                       unauffällig!)
                           EEG                      − Epileptische oder langsamwellige Aktivität, evtl. temporal betont, „extreme
                                                      delta brush” (Beta-Delta-Komplexe, welche aus bilateraler Delta-Aktivität
                                                      mit 1−3 Hz und aufgelagerter Beta-Aktivität mit 20−30 Hz bestehen).

            Lumbalpunktion/Liquoranalyse
             Basis-Liquordiagnostik (Zellzahl,      − Lymphozytäre Pleozytose (> 5 Zellen/µl), spezifische oligoklonale
            Albumin-Liquor/Serum-Quotient,            Banden, Albumin Liquor/Serum-Quotient ↑(Schrankenstörung).
                  Immunglobulin-Index,                Ohne Nachweis einer Infektion (aber: sekundäre Autoimmun-
                   Oligoklonale Banden)               Enzephalitiden nach Virus-Enzephalitis möglich!).

                                                  Messung antineuronaler Autoantikörper
                                                   im Liquor cerebrospinalis und Serum

        Das Basis-Antikörper-Screening sollte mindestens die häufigsten IgG-Antikörper gegen die folgenden
        Antigene enthalten:
        − NMDA-R, CASPR2, LGI1, AMPA-R, GABAB-R, GAD65 (in Serum und Liquor).
        − Hu, Ri, Yo, CV2/CRMP5, Ma2 [Ta], Amphiphysin (im Serum, Liquortests können hinzugefügt werden, wenn das Serum positiv ist).

        Im zweiten Schritt (in Fällen von negativem Screening und begründetem Verdacht) können IgG-Antikörper
        gegen die folgenden Antigene nachgewiesen werden:
        − GABAA-R, DPPX, mGluR5, Neurexin-3-alpha, IgLON5, Glycin-R (im Serum und Liquor).
        Immunfluoreszenz-Screening-Tests an Hirnschnitten von Nagetieren („tissue-based assays”) können in Speziallaboren auch
        bisher unbekannte antineuronale Antikörper nachweisen.

1  Warnhinweise auf eine Autoimmunenzephalitis bei Patienten mit psychotischen Symptomen und gestufte
­Diag­nostik [18, 43, 44]

 Körperoberfläche für jeweils 21 Tage) [20]. Borte-                       höht ist [15]. Kurzwirksame Benzodiazepine kön-
 zomib ist ein Proteasominhibitor, der dazu beiträgt,                     nen zur Anxiolyse und Sedierung und in höheren
 Plasmazellen zu eliminieren. Neben der klinischen                        Dosen zur Behandlung katatoner Symptome einge-
 Verbesserung kann eine Normalisierung patholo-                           setzt werden.
 gischer cMRT- und EEG-Befunde zur Beurteilung                               Beim Nachweis einer Autoimmunenzephalitis
 des Therapieerfolgs herangezogen werden. Anti-                           sollte ein Tumorscreening durchgeführt werden, da
 neuronale Serum- und Liquor-Antikörpertiter soll-                        antineuronale Antikörper paraneoplastisch auftre-
 ten bei erfolgreicher Therapie abnehmen (Kontrol-                        ten können (Ganzkörper-CT/MRT/-PET, trans­
 le nach einigen Wochen) [15].                                            vaginaler Ultraschall/Ultraschalluntersuchung der
    Für die symptomatische Therapie psychotischer                         Hoden). Die Weiterbehandlung der Patienten sollte
 Symptome sollten Antipsychotika mit geringen                             multidisziplinär erfolgen und sowohl Psychiater und
­ex­t rapyramidalen Nebenwirkungen bevorzugt                              Neurologen als auch Immunologen und Onkologen
 werden, da das Risiko neuroleptikainduzierter
 ­                                                                        einbeziehen, auch um potenzielle Rezidive rechtzei-
 Komplika­t ionen bei Autoimmunenzephalitiden er-                         tig zu erkennen und zu behandeln.

                                                                                                                     InFo Neurologie + Psychiatrie   2021; 23 (11)   45
zertifizierte fortbildung

 kasuistik

  Patientin mit Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis
  Eine 27-jährige Patientin wurde wegen Persönlichkeitsver-               chykardien, Hyperthermie bis zu 39,3 °C und Hypertonie
  änderungen, Gedächtnis- und Kognitionsdefiziten, Sprach-                (160/100 mmHg) auf. In diesem Stadium war das MRT des
  zerfall und Desorientierung notfallmäßig vorstellig. Nach ei-           Gehirns mit T2-gewichteten und FLAIR-Bildern unauffällig.
  nigen Tagen entwickelte die Patientin eine Affektlabilität,             Das EEG zeigte diffuse kontinuierliche Aktivität im Theta-Be-
  Angst, Unruhe und Paranoia. Im späteren Verlauf traten ka-              reich und bilaterale Delta-Aktivität mit überlagerter schnel-
  tatone Symptome, abnorme Bewegungen (orofaziale Dys-                    ler Aktivität, ein Muster, das als „extreme delta brush“-artig
  kinesien, choreiforme Bewegungsstörungen, Opisthotonus,                 beschrieben wurde (▶Abb. 2) [45]. Daher wurde eine Lum-
  Myoklonus), autonome Instabilität mit rezidivierenden Ta-               balpunktion durchgeführt, welche eine lymphozytäre Pleo-
                                                                                                  zytose (21 Zellen/µl), einen erhöhten
                                                                                                  IgG-Index (0,8) und positive oligo-
  3,00 cm/s 70 µ V/cm 0,30 s 70 Hz Kerbfilter                                                     klonale Banden ergab. Die virologi-
                                                                                                  sche und bakteriologische Diagnos-
  F7-A1                                                                                           tik war unauffällig. Bei positiven IgG-
  F8-A2                                                                                           Autoantikörpern gegen die NMDA-
  F3-A1                                                                                           Rezeptor-GluN1a-Untereinheit im
  F4-A2
                                                                                                  Serum (Titer 1:1000) und Liquor (Titer
                                                                                                  1:320) wurde die Diagnose einer An-
  T3-A1
                                                                                                  ti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis ge-
  T4-A2                                                                                           stellt. Die symptomatische Therapie
  C3-A1                                                                                           bestand aus Lorazepam, Quetiapin
  C4-A2
                                                                                                  und Valproat. Es erfolgte eine intra-
                                                                                                  venöse Immunglobulingabe (0,4 g/
  T5-A1
                                                                                                  kg/Tag für 5 Tage), gefolgt von einem
  T6-A2                                                                                           Plasmaaustausch und Rituximab
  P3-A1                                                                                           (375 mg/m2 wöchentlich für vier Wo-
  P4-A2                                                                                           chen) in Kombination mit Cyclophos-
                                                                                                  phamid (750 mg/m2 gegeben mit
  Fp1-A1
                                                                                                  der ersten Dosis Rituximab) bei The-
  Fp2-A2
                                                                                                  rapierefraktärität. Es fand sich kein
  O1-A1                                                                                           Hinweis auf ein Ovarialteratom. Die
  O2-A2                                                                                           Symptome besserten sich nach 6–12
  EKG                                                                                             Wochen Behandlung, korrelierend
  1500 µv/cm                                                                                      mit einem Abfall der Autoantikörper-
                                                                                                  titer im Serum und Liquor. Nach der
 2   Elektroenzephalogramm einer Patientin mit Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis. Inter-
                                                                                                  Rehabilitation hatte die Patientin
                                                                                                  noch leichte Sprachprobleme und
 mittierende bilaterale Delta-Aktivität mit überlagerter schneller Aktivität, ein Muster, das
 als „extreme delta brush“-artig beschrieben wurde (Beta-Delta-Komplexe, welche aus bilate-       Defizite im Bereich Lernen und Kog-
 raler Delta-Aktivität mit 1–3 Hz und aufgelagerter Beta-Aktivität mit 20–30 Hz bestehen).        nition. Inzwischen hat sie sich voll-
 Bitte beachten Sie, dass der Befund weniger ausgeprägt ist als in klassischen Beschreibungen     ständig erholt, ist berufstätig und
 des „extreme delta brush“ [45].                                                                  lebt mit ihrer Familie zusammen.

    Beim Nachweis       Potenzielle Rolle von Viren im Kontext                     fektes auftraten [21]. Deshalb wurden virale Er-
       von NMDA-­       Autoimmunenzephalitis                                      krankungen als Trigger vermutet. Tatsächlich ist
   Rezeptor-Auto­                                                                  nun bekannt, dass Anti-NMDA-Rezeptor-Enze-
    antikörpern im      Virale Infektion als prädisponierender Faktor              phalitiden nach einer Infektion zum Beispiel mit
 Liquor sollte vor-     für eine Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis                   Herpes-simplex-Virus 1 oder Varizella-Zoster-Vi-
sorglich auch eine      In circa 70 % der Fälle mit Anti-NMDA-Rezeptor-            rus auftreten können [22]. Der Nachweis einer
virologische Diag-      Enzephalitis wurde beobachtet, dass die neuropsy-          Herpesenzephalitis schließt also das Vorliegen be-
   nostik durchge-      chiatrischen Symptome innerhalb von etwa zwei              ziehungsweise die Entstehung einer Autoimmunen-
     führt werden.      Wochen nach einem Vorstadium mit grippeähnli-              zephalitis nicht aus, die bei positiven antineurona-
                        chen Symptomen wie zum Beispiel Kopfschmerz,               len Autoantikörpern nach einer Aciclovir-Behand-
                        Fieber, Appetitlosigkeit/Übelkeit/Erbrechen bezie-         lung mit einer Immuntherapie behandelt werden
                        hungsweise Symptome eines oberen Atemwegsin-               sollte. Sogar Zusammenhänge zwischen Herpes-

46   InFo Neurologie + Psychiatrie   2021; 23 (11)
zertifizierte fortbildung

simplex-Virus 1-Infektionen ohne Enzephalitis und      und ­g liale Aktivität beeinflussen und deren Zelltod
dem Auftreten einer Anti-NMDA-Rezeptor-Enze-           induzieren, wie zum Beispiel bei einem Riechver-
phalitis sind bekannt [23]. Herpes-simplex-Virus 1     lust oder in Axonen eine Hyperphosphorylierung
teilt Epitope mit dem NMDA-Rezeptor, was zur           von Tau-Protein induzieren und deren Degenerati-
Auslösung von Kreuzreaktivität führen kann.            on auslösen. Mehrere Publikationen zum Thema
Dementsprechend kann die Produktion antineuro-         SARS-CoV-2 berichten über einen starken Zusam-
naler Autoantikörper und einer Enzephalitis als se-    menhang zwischen hohen IL-6-Spiegeln im Serum                Herpes, Varizella
kundäre Reaktion auf die Viruserkrankung auftre-       und einem schweren Krankheitsverlauf oder einer              Zoster, SARS-
ten. Vice versa sollte deshalb beim Nachweis von       ZNS-Beteiligung bei COVID-19, selbst bei Abwe-               Cov-2 und
NMDA-Rezeptor-Autoantikörpern im Liquor vor-           senheit respiratorischer Symptome (IL-6 über                 ­eventuell
sorglich auch eine virologische Diagnostik durch-      80 pg/ml im Serum [30], Referenzwerte nach Har-             ­Influenza-A-Viren
geführt werden.                                        barth et al. zwischen 2,6 und 11,3 pg/ml im Serum             können autoim-
    Auch eine Assoziation von Influenza-A-Seroposi-    [32]). Die neu entwickelte Leitlinie „Neurologische           munbedingte
tivität mit der Bildung von NMDA-Rezeptor GluN1-       Manifestationen bei COVID-19 – Update vom                     Hirnentzündun-
Antikörpern wurde beschrieben [24]. Hier könnten       22.2.2021“ (https://dgn.org/leitlinien/neurologi-             gen triggern, z. B.
Kreuzreaktionen dadurch entstehen, dass der M2-        sche-manifestationen-bei-covid-19) nennt außer                durch molekulare
Kanal des Influenza-A-Virus und der NMDA-Rezep-        IL-6 auch IL-2, IL-7, GCSF, TNF-α als Biomarker             ­Mimikry, zytokin­
tor einen Liganden teilen, nämlich Amantadin [25].     zur Abschätzung des Risikos schwerer Verläufe                 induzierte Inflam-
Die Pandemie der „spanischen Grippe“ im Jahr 1918      oder einer Enzephalopathie. Die IL-6-Erhöhung im              mation und
bis 1919 zog tatsächlich eine erhöhte Prävalenz psy-   Serum scheint mit dem Anstieg im Liquor zu kor-               Stö­r ungen der
chischer Erkrankung nach sich. Vor allem Psycho-       relieren (Referenzwerte sind laborabhängig, von ei-           Blut-Hirn-­
sen, katatone Symptome, unkontrollierbare Schlaf-      ner Erhöhung spricht man bei Werten über 5,9–                 Schranke.
anfälle und temporäre parkinsonartige Beschwerden      7 pg/ml) [30]. Das Auftreten affektiver und psycho-
traten auf und wurden als „Encephalitis lethargica“    tischer Symptome im Kontext COVID-19 wird
beschrieben [25].                                      durch IL-6 begünstigt, vermutlich weil es zum Bei-
    Nach der Pandemie 1889 bis 1894, der sogenann-     spiel die serotonerge und glutamaterge Neurotrans-
ten „russischen Grippe“ konnten ähnliche Symp­         mission im Gehirn stört [33].
tome beobachtet werden. Heutzutage gibt es aller-         Yapici-Eser et al. [6] beschrieben zudem eine mög-
dings Hinweise darauf, dass diese Pandemie nicht       liche Mimikry zwischen der GluN2a-Untereinheit
von Grippe-/Influenzaviren sondern vom humanen         (synonym NR2a) des NMDA-Rezeptors und viralem
­Coronavirus HCoV-OC43 ausgelöst wurde, das sich       Nichtstrukturprotein 9 (NSP9) sowie der GluN1-Un-
 zu einem mittlerweile „harmlosen“ Erkältungsvi-       tereinheit (synonym NR1) und viralem Nichtstruk-
 rus entwickelt hat (https://nzzas.nzz.ch/wissen/      turprotein 8 (NSP8), basierend auf Vergleichsanaly-
 coronavirus-er-hat-schon-vor-130-jahren-die-welt-­    sen zwischen dem menschlichen Genom und der
 gelaehmt-ld.1573590?reduced=true). Neue Annah-        RNA-Sequenz von SARS-CoV-2. Dieses Phänomen
 men über die Mutationsrate ließen die Forscher da-    kann zur Entwicklung von IgG-Antikörpern gegen
 rauf schließen, dass dieses Virus um 1890 vom Rind    den NMDA-Rezeptor nach einer Coronainfektion
 auf den Menschen gesprungen sei, weshalb der Er-      führen [34, 35, 36, 37, 38, 39]. Für interessierte Leser
 reger der „russischen Grippe“ ein Coronavirus ge-     verweisen wir auf eine systematische Übersicht zu
 wesen sein könnte [26]. Im Kontext der Pandemie       diesem Thema [40]. Th17-Zellen der COVID-19-Er-
 1889 bis 1894 wurden erhöhte Suizidraten beobach-     krankten könnten ein begünstigender Faktor sein,
 tet. Bei der Mehrheit der Betroffenen wurde kurz      da deren unphysiologische Aktivierung mit dem
 vor dem Selbstmordversuch ein „temporärer Wahn-       Auf­t reten von Autoimmun­er­k ran­kungen in Verbin-
 sinn“ mit depressiver, psychotischer, manischer       dung gebracht wurde.
 oder Zwangssymptomatik beschrieben [27]. Es              Mikrovaskuläre Schäden könnten im Rahmen
 wurde auch ein gehäufter Verlust des Geruchsinns      der entzündlichen Antwort auf SARS-CoV-2 eben-
 beschrieben [27], ähnlich wie heutzutage bei          falls das Auftreten einer Enzephalopathie begüns-
 ­COVID-19. Es bleibt abzuwarten, ob sich SARS-        tigen [5]. Entzündliche Botenstoffe können zur En-
  CoV-2 ebenfalls zu einem harmlosen Erkältungs­       dothel-Entzündung, erhöhter Gefäßpermeabilität,
  virus entwickeln wird.                               Ödemen sowie zu erhöhter Synthese und Verbrauch
                                                       von Gerinnungsfaktoren beitragen (typischer Be-
Biologische Mechanismen psychischer                    fund: erhöhte D-Dimere-Werte bei den Patienten
Störungen im Kontext COVID-19                          mit einem schweren COVID-19-Verlauf). Gerinn-
Hier scheinen IL-6 und Th17-Zellen eine wichtige       sel können thromboembolische Ereignisse zum
Rolle zu spielen [28, 29]. Die IL-6-abhängige Th17-    Beispiel der Hirnarterien und Sinusvenenthrombo-
Aktivierung und Differenzierung ist essenziell für     sen auslösen. Die erhöhte Gefäßpermeabilität führt
die Migration neutrophiler Granulozyten [30].          aber auch zu Störungen der Blut-Hirn-Schranke [5].
  Experimentelle Arbeiten zeigten, dass SARS-          In Obduk­t ionsberichten von COVID-19-Erkrank-
CoV-2-infizierte Gliazellen vermehrt IL-6 und          ten wurde ein deutlicher Fibrinogenaustritt aus den
TNF-α s­ ezernieren [5, 31]. IL-6 kann die neuronale   kleinen Hirngefäßen sowie eine (reaktive) perivas-

                                                                                        InFo Neurologie + Psychiatrie   2021; 23 (11)   47
zertifizierte fortbildung

                         kuläre Makrophagozytose „trotz“ Abwesenheit des          Literatur
                         Virus im Hirngewebe festgestellt [41]. Diese Sekun-      1. Kunzler AM et al. Mental burden and its risk and protective
                         därprozesse können chronifizieren. Anhaltende Be-            factors during the early phase of the SARS-CoV-2 pande-
                         schwerden jenseits einer Zeitspanne von vier Wo-             mic: systematic review and meta-analyses. Global Health
                                                                                      2021; 17(1): 34
                         chen ab Infektion werden als „Long-COVID-Syn-
                                                                                  2. Janiri D et al. Posttraumatic Stress Disorder in Patients Af-
                         drom“ und bei Persistenz von mehr als zwölf                  ter Severe COVID-19 Infection. JAMA Psychiatry 2021; 78(5):
                         ­Wochen als „Post-­COVID-Syndrom“ bezeichnet.                567-569
                          Dabei werden häufig Fatigue, Luftnot und eine           3. Matschke J et al. Neuropathology of patients with
                        ­ein­geschränkte körperliche Leistungsfähigkeit               COVID-19 in Germany: a post-mortem case series. Lancet
                          ­beschrieben. „Fatigue“ tritt auch nach anderen             Neurol 2020; 19(11): 919-929
                                                                                  4. Meinhardt J et al. Olfactory transmucosal SARS-CoV-2 in-
                           ­Viruserkrankungen als „postvirales Müdigkeits-            vasion as a port of central nervous system entry in indivi-
                            syndrom“ beziehungsweise „postvirales Erschöp-            duals with COVID-19. Nat Neurosci 2021; 24(2): 168-175.
                            fungssyndrom“ auf. Vermutlich handelt es sich um      5. Pacheco-Herrero M et al., Elucidating the Neuropathologic
                            ein chronifiziertes „zytokininduziertes Krankheits-       Mechanisms of SARS-CoV-2 Infection. Front Neurol 2021;
                            verhalten“ mit Symptomen, die einer atypischen            12: 660087
                                                                                  6. Yapici-Eser H et al. Neuropsychiatric Symptoms of
                            Depression ähneln können [42].                            COVID-19 Explained by SARS-CoV-2 Proteins‘ Mimicry of
                                                                                      Human Protein Interactions. Front Hum Neurosci 2021; 15:
                        Fazit für die Praxis                                          656313
                        ▶ Entzündungsfördernde Botenstoffe sind verant-           7. Dantzer R et al. From inflammation to sickness and depres-
                          wortlich für depressionsähnliche psychische und             sion: when the immune system subjugates the brain. Nat
                                                                                      Rev Neurosci 2008; 9(1): 46-56
                          Verhaltensänderungen im Rahmen eines grippa-            8. Schwarcz R et al. Kynurenines in the mammalian brain:
                          len Infektes, einer Impfreaktion, autoimmunen               when physiology meets pathology. Nat Rev Neurosci 2012;
                          oder tumorbedingten Erkrankung.                             13(7): 465-477
                        ▶ Auch bei Menschen mit einer Schizophrenie und           9. Goldsmith DR, Rapaport MH, Miller BJ. A meta-analysis of
                          affektiven Störungen wurden erhöhte Zytokin-                blood cytokine network alterations in psychiatric patients:
                                                                                      comparisons between schizophrenia, bipolar disorder and
                          spiegel gefunden. Zudem erhöhen Infektionen und             depression. Mol Psychiatry 2016; 21(12): 1696-1709
                          Autoimmunerkrankungen das Risiko für die                10. Schwarz E et al. Identification of subgroups of schizophre-
                          Mani­festation dieser psychischen Erkrankungen.             nia patients with changes in either immune or growth fac-
                        ▶ Autoantikörper gegen Nervenzellen und Synapsen              tor and hormonal pathways. Schizophr Bull 2014; 40(4):
                          begünstigen das Auftreten von Psychosen bei sys-            787-795
                                                                                  11. Benros ME et al. Autoimmune diseases and severe infec-
                          temischen Autoimmunkrankheiten und Autoim-                  tions as risk factors for schizophrenia: a 30-year populati-
                          munenzephalitiden.                                          on-based ­register study. Am J Psychiatry 2011; 168(12):
                        ▶ Nach SARS-CoV2-Infektion sollte unabhängig                  1303-1310
                          vom Schweregrad Augenmerk auf psychiatrische            12. Benros ME et al. A nationwide study on the risk of autoim-
                          Erkrankungen in der Folgezeit gelegt werden. Ne-            mune diseases in individuals with a personal or a family
                                                                                      history of schizophrenia and related psychosis. Am J
                          ben psychosozialen Effekten von Pandemie, Qua-
                                                                                      ­Psychiatry 2014; 171(2): 218-226
                          rantäne und Isolation spielen biologische immu-         13. Benros ME et al. Autoimmune Diseases and Severe Infec-
                          nologische Phänomene eine Rolle bei der Entste-              tions as Risk Factors for Mood Disorders: A Nationwide
                          hung der Beschwerden.                                        Study. JAMA Psychiatry 2013; 1-9
                        ▶ Im Fall eines fulminanten Verlaufs mit inten­           14. Steiner J et al. Innate Immune Cells and C-Reactive Protein
                          sivmedizinischer Betreuung sollte eine speziali­             in Acute First-Episode Psychosis and Schizophrenia: Relati-
                                                                                       onship to Psychopathology and Treatment. Schizophr Bull
                          sierte Nachsorge bei erhöhtem PTBS-Risiko er-                2020; 46(2): 363-373
                          folgen.                                                 15. Steiner J et al. Autoimmune encephalitis with psychosis:
                        ▶ Eine Autoimmunenzephalitis sollte bei akuten                 Warning signs, step-by-step diagnostics and treatment.
                          Wesens- oder Bewusstseinsveränderungen und                   World J Biol Psychiatry 2020; 21(4): 241-254
                          neurologischen Defiziten in Betracht gezogen            16. Diamond B et al. Losing your nerves? Maybe it‘s the
                                                                                       ­antibodies. Nat Rev Immunol 2009; 9(6): 449-456
                          werden. Das Auftreten solcher Warnsignale er-           17. Steiner J et al. Association of thyroid peroxidase antibodies
                          fordert eine zeitnahe Stufendiagnostik und Im-                with anti-neuronal surface antibodies in health, depressi-
                          muntherapie.                                                  on and schizophrenia - Complementary linkage with so-
                        ▶ Viren spielen eine Rolle in der Entstehung auto­              matic symptoms of major depression. Brain Behav Immun
                          immunbedingter Hirnentzündungen, zum Bei-                     2020; 90: 47-54
                                                                                  18. Pollak TA et al. Autoimmune psychosis: an international
                          spiel durch molekulare Mimikry, zytokinindu-                  consensus on an approach to the diagnosis and manage-
                          zierte I­ nflammation und Störungen der Blut-Hirn-            ment of psychosis of suspected autoimmune origin.
                          Schranke.                                                     ­Lancet Psychiatry 2020; 7(1): 93-108
                                                                                  19. Titulaer MJ et al. Treatment and prognostic factors for
                                                                                         long-term outcome in patients with anti-NMDA receptor
                                                                                         encephalitis: an observational cohort study. Lancet Neurol
                                                                                         2013; 12(2): 157-165
                                                                                  20. Scheibe F et al. Bortezomib for treatment of therapy-­
                                                                                         refractory anti-NMDA receptor encephalitis. Neurology
                                                                                         2017; 88(4): 366-370

48   InFo Neurologie + Psychiatrie   2021; 23 (11)
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                                                                                                   Kommissarischer Direktor der Klinik für Psychiatrie und
    Associated With COVID-19 Infection in a Toddler. Pediatr
    Neurol 2021; 114: 75-76                                                                        Psychotherapie & Leiter des Labors für Translationale
                                                                                                   Psychiatrie, Universitätsklinikum Magdeburg,
                                                                                                   Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
                                                                                                   Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg
                                                                                                   E-Mail: johann.steiner@med.ovgu.de

   Interessenkonflikt
   Die Autoren geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
  Der Verlag erklärt, dass die inhaltliche Qualität des Beitrags durch                             Veronika Vasilevska
  zwei unabhängige Gutachten geprüft wurde. Werbung in dieser
  Zeitschriftenausgabe hat keinen Bezug zur CME-Fortbildung.                                       Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie & Labor für
   Der Verlag garantiert, dass die CME-Fortbildung sowie die                                       Translationale Psychiatrie, Universitätsklinikum
   CME-Fragen frei sind von werblichen Aussagen und keinerlei
   Produktempfehlungen enthalten. Dies gilt insbesondere für                                       Magdeburg, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
   Präparate, die zur Therapie des dargestellten Krankheitsbildes                                  Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg
  ­geeignet sind.                                                                                  E-Mail: veronika.vasilevska@st.ovgu.de

                                                                                                                InFo Neurologie + Psychiatrie   2021; 23 (11)   49
CME-Fragebogen

                                                                                                                   FIN gültig bis 05.01.2022:
Inflammation und psychische Erkrankung                                                                             IN2111E7

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                                                                                                                                                 ­ avigieren oder den
•   zeitlich begrenzt unter Verwendung der abgedruckten FIN.                                                        QR‑Code links scannen.

? Welche Aussage zum zytokinindu-                            ◯ IL-6 und TNF-alpha sind als proinflamm-             ◯ Differenzialdiagnostisch wichtig sind
      zierten Krankheitsverhalten ist richtig?                 atorische Marker spezifisch für die                     eine MRT-, EEG- und Liquor-Analyse.
◯     Sowohl nach Infektion als auch nach                      Schizo­phrenie.                                     ◯ Beim systemischen Lupus erythemato-
      Impfung möglich.                                       ◯ Diskrete Veränderungen im Zytokin­                     des treten in charakteristischer Weise
◯     Hochspezifisch für eine Infektion mit                    milieu können State-Marker sein.                       oft IgG-Autoantikörper gegen die Glu-
      Vertretern der Coronavirusfamilie.                     ◯ Diskrete Veränderungen im Zytokin­                     N1a-Untereinheit (synonym NR1a) des
◯     Gekennzeichnet von erhöhter Energie-                     milieu können Trait-Marker sein.                       NMDA-Rezeptors auf.
      bereitstellung und gesteigertem                        ◯ Immunmodulatorische Effekte moder-                  ◯ Durch Autoantikörper kommt es beim
      ­Antrieb.                                                ner Neuroleptika sind als deren Wirk-                  systemischen Lupus erythematodes zur
◯      Meist klar von einem depressiven                        mechanismus mit zu diskutieren.                        glutamatergen Überstimulation mit
     ­Syndrom abzugrenzen.                                                                                            Zelltod nachgeschalteter Nervenzellen.
◯      Durch Überwiegen antiinflammatori-                    ? Was trifft auf autoimmune Erkran-                   ◯ Eine Hashimoto-Enzephalopathie ent-
       scher Zytokine bedingt.                                   kungen im Allgemeinen zu?                            steht wahrscheinlich nicht direkt durch
                                                             ◯ Multiple Sklerose und die organische                   die Schilddrüsenantikörper (MAK, TAG)
? Was trifft auf psychiatrische Aspekte                          schizophreniforme Störung sind wech-                 selbst, sondern durch weitere parallel
     der SARS-CoV2-Pandemie im Allge-                            selseitig Ausschlussdiagnosen.                       gebildete Antikörper gegen neuronale
     meinen zu?                                              ◯   Patienten mit primär somatischen                     Zelloberflächen- beziehungsweise
◯    Ein Guillain-Barré-Syndrom ist als Post-                    ­Autoimmunerkrankungen haben mit                    ­Synapsenproteine.
     COVID-Syndrom möglich.                                       deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit
◯    Ausschließlich psychosoziale Effekte                         antineuronale Antikörper.                        ? Was ist kein typisches klinisches Warn-
     sind zu beachten.                                       ◯    Die Diagnose einer begleitenden psy-                 signal zur Diagnostik autoimmunbe-
◯    Intensivpflichtige Verläufe erfüllen das                     chiatrischen Erkrankung ist nur bei ein-             dingter Hirnentzündungen?
     Traumakriterium nicht.                                       deutigem MRT-Befund möglich.                     ◯   Aphasie
◯    Neuropsychiatrische Ausfälle sind durch                 ◯    „Molekulare Mimikry“ ist eine Strategie          ◯   Bewusstseinsstörungen
     direkte Virusinfektion von Neuronen zu                       des Wirts, sich auf Fremdstrukturen vor-         ◯   Katatonie
     erklären.                                                    zubereiten.                                      ◯   Gedrückte Stimmung
◯    Neuropsychiatrische Ausfälle bei SARS-                  ◯    Die Blut-Hirn-Schranke verhindert                ◯   Epileptische Anfälle
     CoV2-Infektion folgen einer einheit­                         hochwirksam fehlgeleitete Autoimmun-
     lichen Symptomatologie.                                      prozesse.                                        ? Der Nachweis welcher Antikörper-
                                                                                                                       Klasse im Liquor ist typisch für eine
? Was trifft auf Zytokine im Rahmen                          ? Welche Aussage zu neuropsychia­                         ­autoimmune Anti-NMDA-Rezeptor-­
     psychiatrischer Erkrankungen nicht zu?                    trischen Symptomen bei Autoim-                           Enzephalitis?
◯ Inflammatorische Zytokine verringern                         munkrankheiten ist falsch?                          ◯    IgA
     die Verfügbarkeit von Serotonin und                     ◯ Ursächlich können strukturelle Hirn­lä­             ◯    IgD
     Tryptophan im Gehirn und das Gleich­                      sionen durch die Autoimmunkrankheit                 ◯    IgE
     gewicht körpereigener ­NMDA-Rezeptor-                     und diffuse Funktionsstörungen des                  ◯    IgG
     Modulatoren wird ­verändert.                              Gehirns (ohne strukturelle Läsion) sein.            ◯    IgM

Dieser CME-Kurs wurde von der Bayerischen                    Für eine erfolgreiche Teilnahme müssen 70 %           Bei inhaltlichen Fragen erhalten Sie beim Kurs
­Landesärztekammer mit zwei Punkten in                       der Fragen richtig beantwortet werden. Pro Frage      auf SpringerMedizin.de/CME tutorielle Unterstüt-
 der ­Kategorie I (tutoriell unterstützte Online-­           ist jeweils nur eine Antwortmöglichkeit zutreffend.   zung. Bei technischen Problemen erreichen Sie
 Maß­nahme) zur zertifizierten Fortbildung                   Bitte beachten Sie, dass Fragen wie auch Antwort­     ­unseren Kundenservice kostenfrei unter der
 ­frei­gegeben und ist damit auch für andere                 optionen online abweichend vom Heft in zufälliger      ­Nummer 0800 7780777 oder per Mail unter
  ­Ärztekammern ­anerkennungsfähig.                          Reihenfolge ausgespielt werden.                         kunden­service@springermedizin.de.

50     InFo Neurologie + Psychiatrie         2021; 23 (11)
? Was trifft auf die symptomatische The-       ◯ Das EEG ist nicht mehr zeitgemäß und              ? Welche Aussage zum Therapieerfolg
     rapie psychia­trischer Symptome einer          dem MRT differen­zialdiagnostisch                  bei Autoimmun­enzephalitis ist richtig?
     Autoimmunenzephalitis zu?                      unter­legen.                                   ◯ Wird nur anhand von rückläufigen
◯    Benzodiazepine sind generell kontra­      ◯    In circa 50 % der Fälle kommt es zu                ­Liquortitern zuverlässig bestimmt.
     indiziert.                                     ­einem Rückfall innerhalb von zwei             ◯ Bleibt grundsätzlich aus: Die Prognose
◯    Diese schließt sich an die immunologi-        ­Jahren.                                            ist infaust.
     sche/neurologische Therapie an.           ◯     Standardmedikamente sind Kortiko­             ◯ Wird vorrangig anhand der klinischen
◯    In der Früh-/Akutphase ist die                  steroide, IV-Immun­globuline, Plasma-            Präsentation, ­zusätzlich auch mit cMRT
    ­Gesprächspsychotherapie indiziert.              austausch, Immunadsorption,                      und EEG bestimmt.
◯    Bei psychotischer Symptomatik muss              Rituximab und Cyclophosphamid.                ◯ Korreliert invers mit der Viruslast.
     die Therapie mit ­Steroiden unterlassen   ◯     Mithilfe einer immunmodulierenden             ◯ Korreliert invers mit dem im cMRT
     werden.                                         Therapie bessern sich leider nur wenige         ­immer darstellbaren ­Gewebeschaden.
◯    EPMS-arme Antipsychotika sind zu be-            Patienten innerhalb der ersten vier
     vorzugen.                                       ­Wochen.
                                               ◯      Eine Intensivpflichtigkeit der Patienten
? Welche Aussage ist richtig über die                 ist mit einem schlechteren Outcome
    ­ iagnostik und ­Therapie von Auto­
    D                                                 verbunden, aber nicht mit vermehrten
    immunenzephalitiden?                              Rückfällen.

    Aktuelle CME-Kurse aus der Psychiatrie
    7 Neurologische soft signs bei psychischen Erkrankungen            Diese Fortbildungskurse finden Sie, indem Sie den Titel
       aus: InFo Neurologie + Psychiatrie 10/2021                       in das Suchfeld auf SpringerMedizin.de/CME e­ in­geben.
       von: Dusan Hirjak, Robert Christian Wolf                         Zur Teilnahme benötigen Sie ein Zeitschriften- oder das
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                                                                        Effizient fortbilden, gezielt recherchieren, schnell und aktuell
    7 Neuropsychiatrische Post-COVID-Symptome                          informieren – ein e.Med-Abo bietet Ihnen alles, was Sie für
       aus: InFo Neurologie + Psychiatrie 9/2021                        Ihren Praxis- oder Klinikalltag brauchen: Sie erhalten Zugriff
       von: Christoph Laub                                              auf alle Premiuminhalte von SpringerMedizin.de, darunter die
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    7 Tranylcypromin – ein Update
       aus: InFo Neurologie + Psychiatrie 7-8/2021
                                                                        Als e.Med-Abonnent*in steht Ihnen außerdem das kom-
       von: Lisa Löhrs, Mattia Campana, Elias M. Wagner
                                                                        plette CME-Kursangebot von SpringerMedizin.de zur
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    7 Medizinisches Fachpersonal in der COVID-19-Pandemie:
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