KINDERWUNSCHBEHANDLUNG - Zuschüsse senken die Kosten - AUSGABE 08 - Biallo
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AUSGABE 08
Mai 2021
KINDERWUNSCHBEHANDLUNG
Bildquelle: LuckyStep / Shutterstock.com
Zuschüsse senken die KostenKinderwunschbehandlung
Zuschüsse senken die Kosten
von Annette Jäger
Nicht auf natürliche Weise schwanger werden zu können, ist für viele Paare eine belastende
Situation. Doch es gibt Hilfe: Bei unerfülltem Kinderwunsch können sie auf medizinische Verfahren
setzen. Im vergangenen Jahr haben Kinderwunschbehandlungen in Deutschland eine große Nach-
frage erfahren, im Corona-Jahr 2020 ist der Anteil künstlicher Befruchtungen um 9,3 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Die Finanzierung der Behandlung lastet je nach Lebenssituation, Versicherungsstatus, Kassenzuge-
hörigkeit und Wohnort in unterschiedlichem Maß auf den Schultern der hoffentlich werdenden
Eltern. Während die einen nahezu die Gesamtkosten erstattet bekommen, müssen andere sämt-
liche Kosten alleine tragen, weil sie durchs Fördernetz fallen. Es sind oft viele Tausend Euro, die auf
Betroffene zukommen, zumal es oft mehrerer Versuche bedarf, bis eine Schwangerschaft zustande
kommt.
Eine gute Nachricht vorab: Die Kosten
für die gängigsten Methoden der Kin-
derwunschbehandlung werden von den
gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zu 50
Prozent übernommen. Zusätzlich bieten
viele Kassen über ihre freiwilligen Extraleis-
tungen weitere Zuschüsse an. Ein Kassen-
wechsel kann sich also durchaus lohnen.
Obendrein gewähren zwölf Bundesländer
noch weitere finanzielle Zuschüsse, die auch
Paaren offenstehen, die nicht die strengen
Voraussetzungen für eine Kostenübernahme
durch das Kassensystem erfüllen. Wer privat
krankenversichert ist, hat zwar die Chan-
ce, dass der Versicherer sämtliche Kosten
der Kinderwunschbehandlung trägt. Doch
hier sind viele Voraussetzungshürden zu
nehmen, unter anderem kommt es auf den
versicherten Tarif an.
Eines wird dabei deutlich: Für Paare ist
es eine Herausforderung, das persönliche,
optimale Finanzierungsmodell auszutüfteln.
In diesem Ratgeber haben wir mögliche
Geldquellen zusammengetragen. Sie erfah-
ren, welche Zuschüsse es gibt, wie sie diese
kombinieren können und worauf Sie achten
müssen. Ferner erfahren Sie, welches die am
häufigsten zum Einsatz kommenden Metho-
den der Kinderwunschbehandlung sind.
Seite 2Welche Methoden der Kinderwunschbehandlung gibt es?
Zuerst die Diagnostik
Bildquelle: Yurchanka Siarhei / Shutterstock.com
Welche Methode die beste
ist, um eine Schwangerschaft
herbeizuführen, hängt von der
Diagnose ab. Beide Partner
müssen sich eingehenden Unter-
suchungen unterziehen, um her-
auszufinden, was die Ursache für
die ungewollte Kinderlosigkeit
ist. In Deutschland sind längst
nicht alle Verfahren im Rahmen
einer künstlichen Befruchtung
erlaubt. So dürfen zum Beispiel
durch künstliche Befruchtung
entstandene Embryonen nur in
sehr wenigen Fällen genetisch
untersucht und gegebenenfalls
verworfen werden. Ebenfalls ver-
boten ist die Eizellenspende und
die Wahl des Geschlechts.
Seite 3Insemination (Samenübertragung)
Bildquelle: Elen Bushe / Shutterstock.com
Bei der Kinderwunschbehandlung gibt
es drei gängige Methoden, für die die
Krankenkassen Kosten übernehmen.
Eine davon ist die Insemination. Dabei
wird Sperma meist direkt in die Ge-
bärmutter gespritzt. Oft geht dieser
Methode eine Hormonbehandlung
der Frau voraus um die Eireifung
zu fördern. Dieses Verfahren kommt
meist dann zum Einsatz, wenn eine
zu geringe Spermienmenge oder eine
mangelnde Qualität der Spermien
der Grund für eine eingeschränkte
Zeugungsfähigkeit ist. Oder aber, wenn
etwa bei der Frau eine Störung im
Bereich des Gebärmutterhalses auftritt,
die zur gestörten Empfängnisfähigkeit
führt.
Tipp:
Bei der homologen Insemination
wird der Samen des Mannes ver-
wendet, bei der heterologen der
Samen eines Spenders. Letzteres
ist in Deutschland durchaus er-
laubt, die Krankenkassen erstatten
die Kosten jedoch nicht.
IVF und ICSI
Führt die Insemination nicht zu einer
Schwangerschaft oder ist sie aus
medizinischen Gründen nicht ange-
zeigt, stehen kinderlosen Paaren die
Methoden der künstlichen Befruchtung
zur Verfügung: die In-vitro-Fertilisation
(IVF) und die Intracytoplasmatische
Spermieninjektion (ICSI). Einer solchen
Anwendung geht meist eine Hormon-
behandlung der Frau voraus, bei der
mehrere Eizellen heranreifen, die unter
Narkose entnommen werden. Die Be-
fruchtung findet dann außerhalb des
Bildquelle: medicalstocks / Shutterstock.com Körpers statt.
Seite 4IVF: ICSI:
Die Eizellen werden der Frau ent- Bei dieser Methode wird die Samen-
nommen und in einer Petrischale zelle direkt in die Eizelle injiziert. In
mit den Samenzellen des Partners diesem Fall findet zwar die Kernver-
zusammengebracht. Kommt es zu einer schmelzung statt, ob die Zellteilung je-
Verschmelzung und hat die Befruch- doch fortschreitet und sich ein Embryo
entwickelt, ist nicht sicher. Gelingt es,
tung geklappt – das kann der Medi-
wird ein Embryo - maximal zwei Emb-
ziner unter dem Mikroskop erkennen ryonen - in die Gebärmutter eingesetzt.
–, werden ein oder zwei befruchtete Das Verfahren ist eines der am häu-
Eizellen in die Gebärmutter einge- figsten eingesetzten. Es wird vor allem
setzt. Das geschieht meist mit einem dann angewandt, wenn der Mann nur
Katheter. Dann muss sich zeigen, ob wenige oder unbewegliche Spermien
sich ein oder mehrere Embryo(nen) in produziert. Bei dieser Methode soll es
der Gebärmutter einnisten. Die Wahr- in rund 25 Prozent der Fälle zu einer
scheinlichkeit, auf diesem Weg eine Schwangerschaft kommen (Quelle: Ge-
Schwangerschaft zu erlangen, liegt bei meinsamer Bundesausschuss).
25 bis 30 Prozent (Quelle: Gemeinsa- Für beide Methoden gilt: Die Wahr-
mer Bundesausschuss). scheinlichkeit, Mehrlinge zu gebären,
ist höher als üblich, da häufig gleich
zwei – seltener drei - Embryonen in die
Gebärmutter eingesetzt werden. Mehr
als drei sind in Deutschland jedoch
nicht erlaubt.
Wichtiger Hinweis
„In Deutschland dürfen nur eigene
Eizellen bei der künstlichen Be-
fruchtung zum Einsatz kommen.
Eine Eizellenspende ist nicht
ock.c
om erlaubt, eine Samenspende jedoch
Shutterst
phy / schon“, sagt Dr. Eva Zwicknagl,
ra
hotog Gynäkologin in Schondorf am
e: Nixx P
Bildquell Ammersee.
Seite 5Interessante Zahlen und Fakten:
Die Jahre 2018 und 2019 im Deutschen IVF-Register (D.I.R)
• In Europa werden pro Jahr über 900.000 IVF Zyklen durchgeführt. Pro Jahr werden
an die 200.000 Kinder nach außerkörperlicher Befruchtung geboren.
• Deutschland ist nach Russland und Spanien das Land mit den meisten Eingriffen.
• Die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer nach Frischzyklen lag im Jahr 2018
bei 32,2 Prozent.
• Die Geburtenrate pro Embryotransfer liegt bei 23,5 Prozent.
• Die stabile Geburtenrate ist umso erfreulicher, da der Anteil an Mehrlingen erstma-
lig unter 20 Prozent gesunken ist (2017 noch 78 Prozent Einlinge versus 22 Prozent
Mehrlinge).
• Während im Jahre 1997 noch 2,6 Embryonen im Schnitt transferiert wurden, sind es
im Frischzyklus 2018 nur noch 1,7 und im Auftauzyklus 1,6 Embryonen
• Stetig steigend ist der Anteil der Zyklen mit aufgetauten Zellen und die hieraus
resultierende Schwangerschaftsrate, die nun mehr bei 29 Prozent pro Transfer liegt
und sich damit immer weiter an die Schwangerschaftsrate nach Frischzyklen annä-
hert. Hier zeigt sich die hohe Qualität der neuen Einfriertechnologien und die gute
Zyklusvorbereitung im Auftau-Zyklus.
• Komplikationen sind sehr selten, das früher häufige Überstimulationssyndrom liegt
nur noch bei 0,3 Prozent pro Zyklus. 99,2 Prozent aller Behandlungen verlaufen
ohne Komplikationen.
• 261 Behandlungen erfolgten bei fehlendem männlichem Partner und 345 Behand-
lungen bei lesbischen Paaren
Quelle: Jahrbuch 2019 Deutsches IVF-Register (J Reproduktionsmed Endokrinol 2020; 17 (5) ter.
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Seite 6Wie hoch sind die Kosten?
• Die Insemination bedeutet den
geringsten medizinischen Ein-
griff. Sie ist auch gleichzeitig am
günstigsten. Findet eine vorherige
Hormonstimulation statt, beträgt
der Eigenanteil etwa zwischen 500
und 600 Euro pro Behandlung. Ist
keine Hormonbehandlung nötig,
kann eine Insemination auch deut-
lich günstiger sein, die Medika-
mente sind der teure Anteil an der
Gesamtrechnung.
• Bei einer IVF liegt der Eigenanteil
deutlich höher, mit 1.500 pro Be-
handlungszyklus ist zu rechnen.
• Bei einer ICSI-Behandlung fallen
pro Zyklus 1.800 Euro Eigenanteil
an.
Es können – je nach Behandlungs-
methode – Kosten hinzukommen, etwa
wenn Ei -oder Samenzellen eingefro-
ren werden sollen, um sie für spätere
Bildquelle: Dmitry Lobanov / Shutterstock.com Befruchtungsversuche aufzubewahren
(Kryokonservierung). Dafür fallen etwa
600 bis 800 Euro an. Auch den Transfer
einer solchen aufgetauten Eizelle müs-
Eine Kinderwunschbehandlung ist eine sen Versicherte selbst bezahlen.
Paarbehandlung. An beiden Partnern
fallen Behandlungsmaßnahmen an, Für Paare, die nicht die Vorgaben
dennoch ist es die Frau, die einen der gesetzlichen Krankenkassen zur
Großteil der medizinischen Eingriffe Kostenübernahme erfüllen, sind die
erfährt. Behandlungen deutlich teurer. Ein Be-
handlungszyklus nach der IVF-Metho-
Die Krankenkassen beteiligen sich an de kann dann rund 2.000 Euro kosten,
den Kosten für eine Kinderwunsch- bei einer ICSI-Behandlung fallen etwa
behandlung. Für Kassenpatienten ist 4.000 Euro an. Hinzukommen in bei-
deshalb der Eigenanteil entscheidend, den Fällen Medikamentenkosten von
den sie finanziell tragen müssen. rund 2.000 Euro.
Seite 7Wer trägt die Kosten?
Das zahlt die Krankenkasse für die medizinisch assistierte Reproduktion
Die Krankenkassen bezahlen die Diag-
nostik zu 100 Prozent. Kommt es dann
zu einer Kinderwunschbehandlung,
übernimmt sie die Kosten für die ver-
schiedenen Methoden in unterschiedli-
chem Umfang. Dabei wird die Leistung
an die Anzahl der Versuche geknüpft:
Nicht immer ist eine Methode der
künstlichen Befruchtung auf Anhieb
erfolgreich. Manchmal benötigt es
mehr Versuche, manchmal gelingt eine
Schwangerschaft auch gar nicht.
Pro Behandlungsmaßnahme über-
nimmt die Kasse die Kosten für
• die Insemination im Spontanzyklus
Bildquelle: Blue Planet Studio / Shutterstock.com
(ohne Hormonbehandlung) bis zu
achtmal
• die Insemination nach hormoneller Tipp:
Stimulation bis zu dreimal
Eine oder mehrere der genannten
• die IVF bis zu dreimal Behandlungsmethoden können
unter bestimmten Voraussetzun-
• die ICSI bis zu dreimal gen auch nacheinander ange-
wandt werden. Entscheidend ist,
ob ausreichende Erfolgsaussichten
Die Kasse trägt dann mindestens 50 auf eine Schwangerschaft beste-
Prozent der anfallenden Kosten. Ist hen. Bleibt also eine Behandlung
nach dieser Höchstzahl an Versuchen erfolglos, kann eine andere Me-
keine Schwangerschaft eingetreten, thode angewandt werden, sofern
besteht kein Leistungsanspruch mehr. diese nach ärztlicher Einschätzung
Als „erfolgreicher Versuch“ gilt, wenn zum Erfolg führen kann.
eine Schwangerschaft herbeigeführt Es können allerdings nicht je-
wurde. Familien, die sich mehr als ein weils drei Versuche IVF und ICSI
Kind wünschen, können wiederholt erfolgen, sondern in Kumulation
eine Kinderwunschbehandlung durch- von IVF und ISCS insgesamte drei
führen, die Anzahl ist nicht begrenzt. Versuche.
Seite 8Kassen bezahlen Kryokonservierung Eine Ausnahme gibt es: 2020 hat der
Gemeinsame Bundesausschuss be-
im Ausnahmefall schlossen, dass eine Kryokonservierung
dann von den Kassen bezahlt wird,
Es ist zwar keine Behandlung, aber
wenn es eine medizinische Indikation
für Paare mit Kinderwunsch den-
dafür gibt. Das ist dann der Fall, wenn
noch eine wichtige Methode: Die
Patienten eine keimzellenschädigende
Kyrokonservierung, das Einfrieren
Behandlung durchführen müssen, etwa
von (befruchteten) Eizellen oder
eine Chemotherapie bei einem Krebs-
Spermien, um sie zu einem späteren
leiden. In diesem Fall übernehmen die
Zeitpunkt zu verwenden. Das kommt
Kassen die Kosten, diese Leistung soll
oft dann in Frage, wenn bei einer
voraussichtlich ab Sommer 2021 abzu-
IVF oder ICSI-Behandlung überzäh-
rechnen sein.
lige Eizellen im Vorkernstadium (vor
Andere Verfahren im Rahmen einer
der Verschmelzung) entstehen und
Kinderwunschbehandlung wie etwa
später übertragen werden sollen.
das Assisted Hatching (das Verfahren
Das erspart zum Beispiel der Frau
soll dem Embryo die Einnistung in die
eine erneute Punktion der Eierstö-
Gebärmutter erleichtern) müssen Ver-
cke beziehungsweise eine erneute
sicherte in der Regel selbst bezahlen.
Hormonbehandlung. Diese Kosten
tragen die Kassen in der Regel
Bildquelle: MidoSemsem / Shutterstock.com
nicht, einige jedoch beteiligen sich
über ihre Zusatzleistungen.
Seite 9Voraussetzungen für die Kostenübernahme der Krankenkasse
Wer gesetzlich krankenversichert ist, Keinen Zuschuss erhalten Paare zum
muss bestimmte Voraussetzungen Beispiel, wenn
erfüllen, um Zuschüsse für eine künst-
liche Befruchtung zu erhalten. Das • sie nicht verheiratet sind
kinderlose Paar muss
• sie die Altersgrenze überschritten
• heterosexuell und verheiratet sein haben
• die Maßnahme muss aus ärztlicher • in der Vergangenheit beim Mann
Sicht erforderlich sein eine medizinisch nicht notwendige
• es muss hinreichend Aussicht auf Sterilisation durchgeführt wurde
eine Schwangerschaft geben
• sie weitere Versuche unternehmen
• es dürfen nur Ei- und Samenzellen wollen, die über die von den Kas-
der Ehegatten verwendet werden sen bewilligte Anzahl hinaus geht
• die Frau und der Mann müssen Paare können dann aber immer noch
mindestens 25 Jahre alt sein auf eine Kostenbeteiligung der Länder
• die Frau muss unter 40 Jahren alt, zugreifen, die ihre Fördervorausset-
der Mann unter 50. zungen großzügiger gestaltet haben
(siehe Abschnitt unten).
Vor Behandlungsbeginn muss zudem
durch den behandelnden Arzt ein Be-
handlungsplan bei der Krankenkasse
vorgelegt und bewilligt werden. Sind
die Ehepartner bei unterschiedlichen
Krankenkassen versichert, muss jeder
der Partner einen Behandlungsplan bei
seiner Kasse einreichen.
Seite 10
Bildquelle: TunedIn by Westend61 / Shutterstock.comDas zahlt die private Krankenversiche-
Tipp:
rung für die assistierte Reproduktion
Die Kosten für eine Kryokon-
In der privaten Krankenversicherung
(PKV) ist der jeweils versicherte Tarif servierung - das Einfrieren von
ein entscheidender Faktor für die Ei- oder Samenzellen, um eine
Kostenübernahme für die künstliche spätere künstliche Befruchtung
Befruchtung. zu ermöglichen – wird wie in der
gesetzlichen Krankenversicherung
Viele, vor allem ältere, Tarife sehen auch, nur dann erstattet, wenn
eine Übernahme von 100 Prozent der dies wegen einer keimzellschädi-
Kosten für die künstliche Befruchtung genden Therapie notwendig ist,
vor, eine Maximalsumme gibt es nicht also eine medizinische Indikation
und auch keine Anzahl maximaler vorliegt.
Versuche. Demnach bleibt auch kein
Eigenanteil bestehen. Eine künstliche
Befruchtung gilt als medizinisch
notwendige Leistung, für die die
private Krankenversicherung auf-
kommen muss. Was der eigene,
versicherte Tarif bietet, sollte
der Versicherte am besten genau
nachprüfen, bevor sich ein Paar
auf eine Kinderwunschbehand-
lung einlässt. Im jeweiligen Tarif
kann durchaus eine Maximal-
summe oder eine Anzahl an
maximalen Versuchen festgelegt
sein.
Entscheidend für die Kosten-
übernahme in der privaten Bildquelle: Elena Pavlovich / Shutterstock.com
Krankenversicherung ist, dass der
privat Versicherte auch der Verursacher Übrigens:
der Kinderlosigkeit ist. Ist dies der Fall, Ein Tarifwechsel innerhalb der privaten
trägt die Private sämtliche Kosten der Krankenversicherung in einen leis-
Behandlung, auch am Partner, auch tungsstärkeren Tarif, der zum Beispiel
dann, wenn dieser gesetzlich versi- mehr Leistungen bei Kinderwunschbe-
chert ist. Darüber kann es allerdings handlung vorsieht, ist oft keine Option.
zu Auseinandersetzungen mit dem Ist die Diagnose der ungewollten
privaten Versicherer kommen, wie die Kinderlosigkeit bereits gestellt, wird
Erfahrung zeigt. die Kinderwunschbehandlung aus den
Verheiratet zu sein ist in der privaten
Leistungen ausgeklammert werden.
Krankenversicherung übrigens keine
Voraussetzung für eine Kostenüber- Zusätzlich fällt bei einem leistungs-
nahme. Auch gibt es keine festgelegte stärkeren Tarif für die Mehrleistungen
Altersgrenze. Entscheidend ist, dass eine Gesundheitsprüfung an. Je nach
für die Frau die Wahrscheinlichkeit, Alter und Gesundheitszustand der ver-
schwanger zu werden, bei mindestens sicherten Person kann das deutliche
15 Prozent liegt. Mehrkosten beim Beitrag verursachen.
Seite 11Gemischte Versicherungsverhältnisse nicht von der Krankenkasse übernom-
men, erklärt die Barmer Krankenkasse
Die Kostenübernahme ist einfach, auf Anfrage. Finanziell besonders
wenn beide Partner bei der gesetz- einschneidend ist diese Regelung bei
lichen Krankenversicherung (GKV) ver- Versicherungskombination, bei der die
sichert sind. Dann trägt jede Kasse den Frau privat versichert ist, der Grund der
Kostenanteil seines Versicherten. Im Kinderlosigkeit aber nicht bei ihr liegt,
besten Fall sind beide Partner bei der- sondern bei ihrem kassenversicherten
selben Kasse versichert, dann können Partner. Da die umfangreichsten Be-
sie bei manchen Kassen eine höhere handlungseingriffe bei der Frau liegen,
Kostenübernahme über Zusatzleistun- sind diese vom Paar dann selbst zu
gen erhalten. bezahlen, die private Krankenversiche-
Kompliziert wird es hingegen, wenn rung leistet dann gar nicht.
beide Partner in unterschiedlichen
Systemen versichert sind: der eine ge-
setzlich, der andere privat. Wie schon
erwähnt, gelten hier verschiedene
Versicherungsprinzipien. Da in der
privaten Krankenversicherung das
Verursacherprinzip gilt, kann dann
ein Anspruch auf die komplette Kos-
tenübernahme der Kinderwunsch-
behandlung entstehen – auch beim
Partner, auch wenn dieser gesetzlich
versichert ist - wenn der Grund für
die Kinderlosigkeit beim PKV-Mit-
glied liegt.
Besagt die Diagnose jedoch, dass der
privat versicherte Partner nicht der
Verursacher der Kinderlosigkeit ist,
trägt die Private Krankenkasse gar
keine Kosten. In dem Fall kommt die
GKV zu 50 Prozent der Kosten auf,
die durch die Behandlung an ihrem
Mitglied entstehen und auch für
sogenannte „extrakorporale Leis-
tungen“, also Kosten, die weder dem
einen noch dem anderen Partner
zuzuordnen sind. Bei einer Kinder-
wunschbehandlung entstehen solche
Leistungen durch den künstlichen
Befruchtungsvorgang, der außerhalb
des Körpers stattfindet. Die Leistun-
gen, die jedoch direkt am privat ver-
sicherten Partner stattfinden, werden
Bildquelle: Monster Ztudio / Shutterstock.com
Seite 12Was klar geregelt klingt, kann in der
Realität manchmal ganz schön kom- Tipp:
plex sein. Problematisch wird es zum
Beispiel mit der Kostenübernahme Kinderlose Paare in gemischten
in der privaten Krankenversicherung Versicherungsverhältnissen soll-
nämlich dann, wenn die Ursache für ten sich vor einer Behandlung mit
die Kinderlosigkeit nicht eindeutig zu beiden Versicherern in Verbindung
diagnostizieren ist oder wenn bei bei- setzen und die Kostenübernahme
den Partnern organische Ursachen zu klären. Vor allem ist zu klären,
finden sind und die private Kranken- welcher Leistungsumfang im Tarif
versicherung dies als Grund anführt, der privaten Krankenversicherung
nicht die Gesamtkosten zu tragen. vorgesehen ist.
Wenn obendrein noch Beihilfe oder
Heilfürsorge in Frage kommt, wird
es noch komplizierter. Der Bundes-
verband Reproduktionsmedizinischer
Zentren Deutschlands e.V. berät dazu
die Patienten seiner Mitglieder (www.
repromed.de) berät Paare dazu.
Bildquelle: Ana Prego / Shutterstock.com
Seite 13Zusatzleistungen der Krankenkassen
Weit über 90 Prozent aller medizini- • Versicherte sollten die finanzielle
schen Leistungen in der gesetzlichen Mehrleistung, die unter dem Strich
Krankenversicherung sind bei allen herauskommt, genau überprüfen
Kassen gleich und gesetzlich festge- und in Relation zum individuel-
legt (Regelleistungen). Nur zu einem len Zusatzbeitrag der jeweiligen
geringen Prozentsatz können die Kasse setzen. Dieser Zusatzbeitrag
Kassen nach eigener Entscheidung beträgt einen Prozentsatz vom
Zusatzleistungen – sogenannte Sat- Brutto-Einkommen, die Hälfte
zungsleistungen – für ihre Versicherten des Betrags müssen Versicherte
anbieten. In welchem Bereich solche monatlich selbst bezahlen. Ein
Zusatzleistungen angeboten werden, deutlich höherer Zusatzbeitrag
obliegt den Kassen. Einige bieten bei der gewählten neuen Kasse
Zusatzleistungen im Bereich Kinder- kann einen Kostenvorteil bei der
wunschbehandlung an – also zusätz- Kinderwunschbehandlung wieder
liche finanzielle Leistungen, die über relativieren.
die Regelleistungen hinaus gehen. Es
• Kassen können Satzungsleistungen
kann sich für ein kinderloses Paar mit
jederzeit wieder streichen, eine
Kinderwunsch durchaus lohnen im
dauerhafte Garantie darauf gibt es
Vorfeld einer Behandlung zu einer Kas-
nicht.
se zu wechseln, die Zusatzleistungen in
diesem Bereich anbietet. Folgendes ist • Wichtig ist, ob die Krankenkasse
dabei zu beachten: mit den Zusatzleistungen dem
Versicherten auch offen steht.
Nicht alle Kassen sind bundesweit
geöffnet, manche stehen nur Ver-
sicherten in bestimmten Regionen
offen, etwa AOKs, viele IKKs und
viele BKKs.
• Zu beachten ist auch, dass durch
einen Wechsel eventuell geschätz-
te Zusatzleistungen (zum Beispiel
mehr Leistungen im Bereich Zahn-
behandlung oder Reiseimpfungen)
bei der neuen Kasse wegfallen
können.
Seite 14
Bildquelle: Pixsooz / Shutterstock.com• Wer die Kasse wechseln möchte,
muss bestimmte Voraussetzungen
erfüllen: Seit 2021 genügt es,
mindestens zwölf Monate lang bei
seiner bisherigen Kasse versichert
zu sein, dann entsteht ein Wechsel-
recht zu einer neuen Kasse (bislang
waren es 18 Monate). Eine Ausnah-
me gilt: Wenn die Kasse den Zu-
satzbeitrag erhöht, dann entsteht
ein Sonderkündigungsrecht, das
die zwölf Monate Mindestmitglied-
schaft überflüssig macht.
• Beim Kassenwechsel ist eine
Kündigungsfrist einzuhalten: zwei
Monate zum Monatsende. Das gilt
auch bei der Inanspruchnahme des Bildquelle: Africa Studio / Shutterstock.com
Sonderkündigungsrechts. Aller-
dings muss der Versicherte nicht
mehr bei seiner Kasse kündigen –
auch das ist neu seit 2021. Er stellt
einfach einen Aufnahmeantrag bei Typische Zusatzleistungen Kinder-
der neuen Kasse, diese kümmert
sich um die Kündigung bei der bis- wunsch
herigen Kasse.
Die Kassen bieten unterschiedliche
Zusatzleistungen bei künstlicher
Befruchtung an. Viele erhöhen den
prozentualen Zuschuss zu den drei
Versuchen, oder sie finanzieren einen
vierten Versuch, oder sie beteiligen
sich an den Kosten einer Kryokon-
servierung befruchteter Eizelle und
einer Blastozystenkultur. Bei letzterer
werden durch eine Verlängerung der
Beobachtungszeit nach der IVF bezie-
hungsweise ICSI-Methode – statt zwei
bis drei Tagen sind es fünf Tage – Emb-
Bildquelle: Vladimir Staykov / Shutterstock.com
ryonen mit einer höheren Einnistungs-
wahrscheinlichkeit identifiziert. So soll
eine gezieltere Auswahl lebensfähiger
Blastozysten mit erhöhter Chance auf
eine Schwangerschaft erfolgen. Die
umfangreichsten Leistungen bei den
von uns ausgewählten Kassen, bieten
die „IKK - Die Innovationskasse“ und
einige Betriebskrankenkassen (BKKs).
Seite 15Zusatzleistungen Kinderwunschbehandlung
ausgewählter Krankenkassen
Krankenkasse Mehrleistung Kinderwunschbehandlung
AOK Baden-Württemberg Weitere 25 Prozent der Behandlungskosten, wenn
(Baden-Württemberg) beide Partner bei der AOK versichert sind.Gilt auch
für weibliche Paare gleichgeschlechtlicher Lebens-
partnerschaften nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz.
Gilt auch für Frauen über 40, wenn keine besonderen
gesundheitlichen Risiken gegeben sind
AOK Bayern 50 Prozent der Kosten für einen zusätzlichen Versuch
aller im Rahmen der GKV zugelassenen Methoden der
künstlichen Befruchtung
AOK Plus (Sachsen, Thüringen) Weitere 25 Prozent der Behandlungskosten, wenn beide
Partner bei der AOK Plus versichert sind
Kostenübernahme Assisted Hatching (Schlüpfhilfe für
Embryo)
Kostenübernahme TESE (Testikuläre Spermienextrak-
tion. IKK classic (bundesweit)
BKK Bahn (bundesweit) Insgesamt 75 Prozent der Kosten wie im Behandlungs-
plan
BKK Scheufelen (Baden-Würt- bis zu 500 Euro je Behandlungszyklus für maximal 9
temberg) Behandlungszyklen je Paar für im Behandlungsplan
genehmigte Kassenleistungen. Beide Partner müssen
bei der BKK Scheufelen versichert sein. Darüber hinaus
BKK-Kinderwunsch siehe unten
BKK SBH (Baden-Württem- Insgesamt Prozent der Kosten wie im Behandlungs-
berg) plan genehmigt, wenn beide Partner bei der BKK SBH
versichert sind
Darüber hinaus: BKK-Kinderwunsch siehe unten
BKK VBU (bundesweit) 600 Euro zum Eigenanteil je Behandlungsversuch
Darüber hinaus: BKK-Kinderwunsch siehe unten
Hkk (bundesweit) 200 Euro Zuschuss zum Eigenanteil pro Versuch für
jeden bei der Hkk-versicherten Partner (maximal 1.200
Euro für ein Ehepaar bei drei Versuchen)
Die Barmer und die DAK, die mit zu den größten Kassen zählen, bieten keine Zusatzleistungen bei Kinderwunsch an.
Quelle: Biallo.de/Stand Februar 2021
Seite 16Zusatzleistungen Kinderwunschbehandlung
ausgewählter Krankenkassen
Krankenkasse Mehrleistung Kinderwunschbehandlung
IKK classic (bundesweit) 500 Euro Zuschuss zum Eigenanteil pro Versuch, wenn
beide Ehepartner bei der IKK classic versichert sind
250 Euro Zuschuss zum Eigenanteil pro Versuch, wenn
nur ein Partner bei der IKK classic versichert ist
IKK – Die Innovationskasse 100 Prozent Übernahme aller im Behandlungsplan
(vorher IKK Nord, bundesweit) genehmigten Kosten für IVF- und ICSI-Maßnahmen,
wenn beide Partner bei „IKK – Die Innovationskasse“
versichert sind
IKK Südwest (Hessen, Rhein- 100 Prozent Übernahme der Kosten, maximal 1.000
land-Pfalz, Saarland) Euro je Behandlungsversuch. Beide Partner müssen bei
der IKK Südwest versichert sein
Knappschaft (bundesweit) Maximal 500 Euro Zuschuss zum Eigenanteil je Ver-
such, wenn beide Ehepartner bei der Knappschaft versi-
chert sind
Techniker (bundesweit) 250 Euro zum Eigenanteil pro IVF- oder ICSI-Versuch,
wenn beide Partner bei der Techniker versichert sind
Viactiv (bundesweit) 500 Euro Zuschuss zum Eigenanteil pro Versuch für
IVF- und ICSI-Behandlungen
Darüber hinaus: BKK-Kinderwunsch siehe unten
Die Barmer und die DAK, die mit zu den größten Kassen zählen, bieten keine Zusatzleistungen bei Kinderwunsch an.
Quelle: Biallo.de/Stand Februar 2021
Seite 17BKK-Kinderwunsch Programm
50 Betriebskrankenkassen (BKK), viele Leistungen
davon bundesweit geöffnet, bieten
mit dem Programm „BKK Kinder- • Einmalig 350 Euro Kryozyklus nach
wunsch“ zusätzliche Leistungen an. erfolgtem Embryotransfer
Das Besondere: Diese Leistungen sind
keine Satzungsleistungen, die wieder • Einmalig 250 Euro Blastozysten-
gestrichen werden können, sondern es kultur nach erfolgtem Embryo-
handelt sich um langfristige Verein- transfer
barungen, was - laut BKK - Kontinuität
beim Leistungsanspruch sichern soll. • 500 beziehungsweise 700 Euro für
Voraussetzung für die Inanspruchnah- einen vierten Versuch der künst-
me der Leistungen ist, dass die Frau lichen Befruchtung nach Transfer
das 42. Lebensjahr, der Mann das 50. je nach Methode in einem der am
Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Es BKK-Programm teilnehmenden
genügt, wenn die Frau Mitglied bei der Zentren
teilnehmenden BKK ist. Voraussetzung
ist auch, dass sich das Paar in einem
• Wechsel im laufenden Behand-
der Kinderwunschzentren behandeln
lungszyklus zwischen IVF- und
lässt, das mit der BKK einen Vertrag
ICSI-Methode
geschlossen hat. Über diverse Zentren
in Bayern hinaus stehen bislang meh-
rere in Hamburg sowie in Hannover • prioritäre Verwen-
und Aalen zur Verfügung. dung kryokonservierter
imprägnierter (befruch-
teter) Eizellen
• Bei einer Übersti-
mulation infolge der
Kryokonservierung
können sämtliche be-
fruchtete Eizellen in
einem späteren Zyklus
maximal drei Monate
nach Beginn der Sti-
mulation transferiert
werden („Freeze all“).
• Maximal zwei
befruchtete Eizellen
werden transferiert,
was das Risiko von
Mehrlingsgeburten
reduziert.
Bildquelle: Bartolomiej Pietrzyk / Shutterstock.com
Seite 18Zuschüsse von Bund und Ländern
Kinderlose Paare mit Kinderwunsch
können auch von einer staatlichen
Kostenbeteiligung profitieren. Voraus-
setzung ist, dass das jeweilige Bundes-
land, in dem das Paar dauerhaft wohnt,
sich beteiligt und zwar in gleicher
Höhe wie der Bund. Jedes Bundesland
knüpft die Förderung dabei an andere
Bedingungen, auch die Höhe des Zu-
schusses variiert. Diese Länder beteili-
gen sich an den Kosten: Bayern (seit 1.
November 2020), Berlin, Brandenburg,
Hessen, Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-An-
halt, Thüringen. Rheinland-Pfalz ist da- Bildquelle: Steidi / Shutterstock.com
bei das einzige Bundesland, das auch
gleichgeschlechtlichen weiblichen
Paare eine Förderung gewährt.
Tipp:
Die Kostenbeteiligung steht auch
unverheirateten, heterosexuellen
Paaren offen. Es werden Verfahren
der IVF- oder ICSI-Methode be-
zuschusst. Voraussetzung für den
Zuschuss ist, dass die Maßnahme
noch nicht begonnen wurde.
Über einen Förder-Check können
Paare herausfinden, ob sie eine
Förderung durch Bund und Länder
erhalten können. Im Folgenden
finden Sie einige Beispiele, welche
Zuschüsse in einzelnen Bundes-
ländern möglich sind:
Bildquelle: Andrey_Popov / Shutterstock.com
Seite 19Bayern Mecklenburg-Vorpommern
• verheiratete, heterosexuelle Paare • Verheiratete, heterosexuelle Paare
bis vierter Behandlungszyklus: bis bis vierter Behandlungszyklus:
zu 50 Prozent des Eigenanteils; bis zu 50 Prozent des Eigenanteil.
maximal 800 Euro (IVF) und 900 Maximal 800 Euro (IVF) und 900
Euro (ICSI) bis dritter Behandlungs- Euro (ICSI) bis dritter Behandlungs-
zyklus; maximal 1.600 Euro (IVF) zyklus; maximal 1.600 Euro (IVF)
und. 1.800 Euro (ICSI) vierter Be- und 1.800 Euro (ICSI) vierter Be-
handlungszyklus handlungszyklus.
• unverheiratete, heterosexuelle • Unverheiratete Paare bis dritter Be-
Paare bis dritter Behandlungszyk- handlungszyklus: bis zu 25 Prozent
lus: bis zu 25 Prozent des Eigen- des Eigenanteils; vierter Behand-
anteils; vierter Behandlungszyklus: lungszyklus bis 50 Prozent des
bis zu 50 Prozent des Eigenanteils; Eigenanteils. Maximal 800 Euro
maximal 800 Euro (IVF) und 900 (IVF) und 900 Euro (ICSI) bis dritter
Euro (ICSI) bis dritter Behandlungs- Behandlungszyklus; maximal 1.600
zyklus; maximal 1.600 Euro (IVF) Euro (IVF) und 1.800 Euro (ICSI)
und. 1.800 Euro (ICSI) vierter Be- vierter Behandlungszyklus.
handlungszyklus
Berlin
• Zweiter und dritter Behandlungs-
zyklus 75 Prozent des Eigenanteils,
maximal 800 Euro (IVF) und 900
Euro (ICSI).
Brandenburg
• verheiratete und unverheira-
tete Paare bis dritter Behand-
lungszyklus: bis zu 50 Prozent
des Eigenanteils.
• Maximal 800 Euro (IVF) und
900 Euro (ICSI) verheiratete
Paare
• Maximal 2.290 Euro (IVF) und
3.225 Euro (ICSI) unverheirate-
te Paare
Hessen
• Vierter Behandlungszyklus:
75 Prozent des Eigenanteils,
maximal 3.000 Euro (IVF) und
3.300 Euro (ISCI) Bildquelle: Estrada Anton / Shutterstock.com
Seite 20Nordrhein-Westfalen
• verheiratete, heterosexuelle Paare
bis vierter Behandlungszyklus: 50
Prozent des Eigenanteils; maximal
800 Euro (IVF) und 900 Euro (ICSI);
maximal 1.600 Euro (IVF) und
1.800 Euro (ICSI) vierter Behand-
lungszyklus.
• unverheiratete, heterosexuelle
Paare: bis dritter Behandlungs-
zyklus 25 Prozent des Eigenanteils,
maximal 800 Euro (IVF) und 900
Euro (ICSI), zusätzlich pauschaler
Zuschlag von 240 Euro bei IVF und
270 Euro bei ICSI, vierter Behand-
lungszyklus 50 Prozent des Eigen-
anteils, maximal 1.600 Euro (IVF)
und 1.800 Euro (ICSI).
Rheinland-Pfalz
• verheiratete, heterosexuelle Paare
Bildquelle: Estrada Anton / Shutterstock.com bis vierter Behandlungszyklus: bis
zu 50 Prozent des Eigenanteils;
maximal 800 Euro (IVF) und 900
Niedersachsen Euro (ICSI) bis dritter Behandlungs-
zyklus; maximal 1.600 Euro (IVF)
• verheiratete, heterosexuelle Paare und. 1.800 Euro (ICSI) vierter Be-
bis vierter Behandlungszyklus: bis handlungszyklus.
zu 50 Prozent des Eigenanteils;
maximal 800 Euro (IVF) und 900 • unverheiratete, heterosexuelle
Paare erster bis dritter Behand-
Euro (ICSI) bis dritter Behandlungs-
lungszyklus; bis zu 25 Prozent
zyklus; maximal 1.600 Euro (IVF)
des Eigenanteils; vierter Behand-
und. 1.800 Euro (ICSI) vierter Be-
lungszyklus: bis zu 50 Prozent des
handlungszyklus.
Eigenanteils;
• unverheiratete, heterosexuelle • gleichgeschlechtliche weibliche
Paare erster bis dritter Behand- Paare bis dritter Behandlungszy-
lungszyklus; bis zu 25 Prozent klus: bis 12,5 Prozent des Eigen-
des Eigenanteils; vierter Behand- anteils; vierter Behandlungszyklus:
lungszyklus: bis zu 50 Prozent des bis 25 Prozent des Eigenanteils;
Eigenanteils; maximal 800 Euro maximal 400 Euro (IVF) und 450
(IVF) und 900 Euro (ICSI) bis dritter Euro (ICSI) bis dritter Behand-
Behandlungszyklus; maximal 1.600 lungszyklus; maximal 800 Euro
Euro (IVF) und. 1.800 Euro (ICSI) 8IVF) und 900 Euro (ICSI) vierter
vierter Behandlungszyklus. Behandlungszyklus.
Seite 21Sachsen Thüringen
• Verheiratete, heterosexuelle Paare • Verheiratete, heterosexuelle Paare
bis vierter Behandlungszyklus: bis bis vierter Behandlungszyklus: bis
zu 50 Prozent des Eigenanteils. Ma- zu 50 Prozent des Eigenanteils;
ximal 750 Euro (IVF) und 900 Euro maximal 800 Euro (IVF) und 900
(ICSI) bis dritter Behandlungszyk- Euro (ICSI) bis dritter Behandlungs-
lus; maximal 1.600 Euro (IVF) und. zyklus; maximal 1.600 Euro (IVF)
1.800 Euro (ICSI) vierter Behand- und. 1.800 Euro (ICSI) vierter Be-
lungszyklus. handlungszyklus.
• Unverheiratete, heterosexuelle • Unverheiratete, heterosexuelle
Paare erster bis dritter Behand- Paare erster bis dritter Behand-
lungszyklus; bis zu 25 Prozent lungszyklus; bis zu 25 Prozent
des Eigenanteils; vierter Behand- des Eigenanteils; vierter Behand-
lungszyklus: bis zu 50 Prozent des lungszyklus: bis zu 50 Prozent des
Eigenanteils. Maximal 750 Euro Eigenanteils. maximal 800 Euro
(IVF) und 900 Euro (ICSI) bis dritter (IVF) und 900 Euro (ICSI) bis dritter
Behandlungszyklus; maximal 1.600 Behandlungszyklus; maximal 1.600
Euro (IVF) und. 1.800 Euro (ICSI) Euro (IVF) und. 1.800 Euro (ICSI)
vierter Behandlungszyklus. vierter Behandlungszyklus.
Sachsen-Anhalt
• Verheiratete, heterosexuelle Paare
bis dritter Behandlungszyklus: bis
zu 50 Prozent des Eigenanteils;
maximal 800 Euro (IVF) und 900
Euro (ICSI)
• Unverheiratete, heterosexuelle
Paare erster bis dritter Behand-
lungszyklus: bis zu 50 Prozent
des Eigenanteils: Zusätzlich 12.5
Prozent, wenn keine Leistung
eines anderen (Leistungsträgers
z.B. private Krankenversicherung);
maximal 800 Euro (IVF) und 900
Euro (ICSI)
Seite 22
Bildquelle: Rock and Wasp / Shutterstock.comDiese Kosten lassen sich von der Steuer absetzen
Die Kosten, die für die künstliche Be-
fruchtung selbst zu tragen sind, kann
ein Paar von der Steuer absetzen. Die
Kosten gelten als Krankheitskosten
und sind damit als außergewöhn-
liche Belastungen geltend zu machen.
Dazu gehören auch alle Begleitkosten
wie Fahrtkosten oder Ausgaben für
Medikamente. Auch wenn ein Paar
nicht verheiratet ist, können die Kosten
abgesetzt werden, ebenso können
Paare in einer gleichgeschlechtlichen
Partnerschaft die Kosten absetzen.
Bildquelle: ninoon / Shutterstock.com
Stand des Ratgebers: Mai 2021 - Alle Angaben ohne Gewähr.
Seite 23Verwendete Quellen:
https://www.g-ba.de/themen/methodenbewertung/ambulant/kuenstliche-befruchtung/
https://www.test.de/Kuenstliche-Befruchtung-Die-Kinderwunschbehandlung-optimal-
finanzieren-5592906-0/?mc=sea.dsa.generisch&gclid=EAIaIQobChMIqOSk8-Lc7gI-
VEOJ3Ch3p-Ax9EAAYASAAEgKA9_D_BwE
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/krankenversicherung/
gesetzliche-krankenversicherung-schneller-wechsel-moeglich-13883
https://www.informationsportal-kinderwunsch.de/kiwu/unterstuetzung-von-bund-und-
laendern/147124
https://www.informationsportal-kinderwunsch.de/kiwu/finanzielle-foerderung/foerder-
check
https://www.bezreg-muenster.de/de/gesundheit_und_soziales/kinderwunsch/index.
html
https://www.kbv.de/html/1150_50138.php
https://repromed.de/ (Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren in
Deutschland e.V.)
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Die Biallo & Team GmbH zählt mit ihren Portalen biallo.de und biallo.at zu den
führenden Anbietern für unabhängige Finanz- und Verbraucherinformation. Wir
bieten aktuelle journalistische Informationen zu den Themen Geldanlage, Bau-
finanzierung, Kredite, Konten & Karten, Versicherungen, Rente & Vorsorge, Telefon
& Internet, Energie, Recht & Steuern sowie Soziales. Unsere Beiträge erscheinen
in zahlreichen regionalen und überregionalen Tageszeitungen. Nutzer profitieren
zusätzlich von rund 70 unabhängigen, kostenlosen Rechentools und Finanzver-
gleichen, welche die Entscheidung bei vielen Geldfragen erleichtern. Im Girokon-
to-Vergleich sind rund 1.300 Banken und Sparkassen gelistet. Damit bietet biallo.
de den größten Girokonto-Vergleich Deutschlands mit nahezu kompletter Markt-
abdeckung und regionaler Suchfunktion. Was die Erlösquellen angeht, sind wir
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