MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP

Die Seite wird erstellt Fritz Stolz
 
WEITER LESEN
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
MAX UHLIG
          GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP

            Portrait und Landschaft

         Ausstellung vom 27. März bis 16. Mai 2021

        Alle Arbeiten sind in der Galerie Alte Schule Ahrenshoop zu sehen.
Für einen Besuch vor Ort ist im Moment eine telefonische Voranmeldung erwünscht.

                            Preise bitte auf Anfrage.

          Höher aufgelöste Bilddaten erhalten Sie ebenfalls auf Anfrage.

          Tel.: 038220 66 33 0 / info@galerie-alte-schule-ahrenshoop.de
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Max Uhlig, Halbfigur A.N.S., 2002, Öl auf Leinwand, 142,5 x 93 cm
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Max Uhlig
                                      Portrait und Landschaft

Ende der sechziger Jahre, als sich Max Uhlig, nach seiner Tätigkeit als Druckgraphiker, wieder
der Malerei zuwendet, wird die Landschaft Mecklenburgs zu einem der wichtigsten Inspirations-
orte für ihn.
Die Weite des Himmels, das noch zu findende Einsame, fast Unberührte der Natur und natürlich
die Verbindung der Landschaft mit dem Wasser, geben ihm dafür wesentliche künstlerische Im-
pulse.
In dieser Landschaft kann Max Uhlig eine vollkommen eigenständige und bis heute lebendige
Bildsprache entwickeln.

Uhlig wird zum Regisseur und Dramaturg einer bildnerischen Landschaft, die den Geist des
Naturnahen, des Romantischen genauso bindet wie den Geist der Abstraktion, der möglichen
Loslösung vom eigentlichen Gegenstand.
Nicht das Wiedererkennbare der Landschaft steht im Mittelpunkt des künstlerischen Prozesses,
vielmehr ist es die Annäherung an Stimmungen im Moment des Betrachtens.

Und das intensive Betrachten der Landschaft spielt im Vorfeld der eigentlichen malerischen
Interaktion eine ganz wesentliche Rolle. Bevor Max Uhlig zu arbeiten beginnt, verinnerlicht er das
Sichtbare fast bis zur Verfremdung. So können seine Bilder nicht im Atelier entstehen, sondern
bedingen die direkte Anschauung und bedingen auch die das Sichtbare begleitende Atmosphä-
re aus Luft, Gerüchen, Temperatur, Witterung und Geräuschen.

Auch hier findet sich der Rückverweis auf die spätromantische Tradition der
Plein-Air-Malerei des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts.
Aber nicht die verklärende Flucht aus dem industriell Urbanen ist der Antrieb.
Es ist die Suche nach einer zeitgemäßen Übersetzung des Gesehenen und Empfundenen, nach
einer universellen Bildsprache im Angesicht von Ursprünglichkeit.

So sieht man Max Uhlig in den siebziger Jahren bepackt mit Malutensilien und teils riesigen Lein-
wänden zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs durch Mecklenburg über sandige Wege, steinige
Hügel und Strände auf der Suche nach seinen Motiven.
Er begreift sich als Medium zwischen dem Außen und dem zu findenden Abbild.
Fast wie ein Derwisch verwebt er seine organischen Lineaturen unter dem Sound
stimmlich-spontaner Laute zu Geflechten.

Es ist verblüffend und faszinierend,
welche Energien der Künstler aus seinen Naturbetrachtungen zieht.
Welche Kraft er sieht, empfindet und vor allem, wie sie auf ihn als Künstler überspringt.

Nicht das Ruhige, Abgeschiedene, Flüchtende der gesehenen Landschaft ist es, was sich dann
auf seinen Bildern wiederfindet, vielmehr ist es eine herausfordernde und konfrontierende Leben-
digkeit und Wildheit, unter der eine subtil-sensible Feingliedrigkeit sichtbar ist.
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Man muss sich durch jene Geflechte arbeiten, muss jede Linie, jede Farbe wie einen Gedanken
aufnehmen. Muss das Schwarz anheben, um darunter zu sehen, um das Werden und Vergehen
auch im kleinsten Aquarell zu erspüren.
Und immer wieder ist da, und dies trifft Uhlig mit äußerster Präzision, auch der Atem,
das Typische der gerade porträtierten Landschaft.

Das, was wir an einer Landschaft erinnern, ist die Stimmung, ist unsere Stimmung in ihr, ist unse-
re innere Verfasstheit im Spiegel der Landschaft.
Selten sind es Details von Büschen, Bäumen, Stränden, Steinen.
Diese Details werden im Laufe der Jahre, in Anbetracht der sich immer mehr und wieder überla-
gernden Ansichten landschaftlicher Konstellationen austauschbar,
aber eben nicht jenes von uns direkt und unmittelbar-subjektiv Erlebte.
Dies bleibt. Im Idealfall ein Leben lang.

Und auf dieser Suche ist der Dresdner Maler Max Uhlig.
Diese Suche ist sein Weg. Ganz gleich in welcher Landschaft er steht, sei es eine sächsische,
eine mecklenburgische oder eine französische, sie bleibt für ihn der Spiegel des eigenen Ichs.

Das Max Uhlig es ebenfalls vermag, sich dem menschlichen Portrait auf ähnliche Art und Weise
zu nähern, zeigt einmal mehr die Kraft, Vitalität und Leidenschaft eines dem Leben zugewandten
einzigartigen Künstlers.

Max Uhlig sieht in das Antlitz seines Gegenübers wie in eine Landschaft.
Seine Brustbilder und Portraits zeugen von einer fast schon psychologischen
Destrukturierung, einem Zerlegen der portraitierten Persönlichkeit in Einzelstrukturen.

Uhlig trennt Landschaft und Portrait ganz klar,
wenn auch auf den ersten Blick der Duktus ähnlich scheint.
Nimmt Uhlig die Landschaft als Stimmung, als einen Komplex aus Luft, Licht, Form, Vision und
eigener Verfasstheit, so nähert er sich dem Portrait,
dem menschlichen Antlitz auf intellektuellere und vor allem zweifelnde Weise.
Hier steht nicht zwingend der Impuls im Vordergrund.

Uhlig legt auf sensibelste Weise Schicht für Schicht offen.

In hauchdünne Ebenen zerlegt Uhlig sein Gegenüber in einem rein geistigen Prozess.
Um es dann, Ebene für Ebene malerisch, zeichnerisch zusammen zusetzen,
übereinander zulegen. Ein vertrackter Prozeß der zweifelnden Annäherung.
Was dann entsteht, ist in seiner neuen Komplexität nur noch schwer fassbar.

Es ist letzten Endes etwas vollkommen Neues und doch auch nicht.

Uhlig schafft es – und das ist seine einzigartige inspirierte Magie – dem Abbild das typische der
jeweiligen Physiognomie zu geben, also tatsächlich eine sofort erkennbare Ähnlichkeit herzustel-
len, auf der anderen Seite aber Verschlossenes, Verdecktes, Verborgenes also Nicht-Sichtbares,
sichtbar zu machen.
Eine Aura zu schaffen, die die teils unbegreifliche Komplexität das menschlichen Subjektes,
sicher nicht rational erklärbar, aber unbedingt fühlbar macht.

                                                                       Robert Dämmig, März 2021
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Max Uhlig, Kopf eines bärtigen Mannes (W.S.), Öl auf Leinwand, 90,5 x 63,5 cm, 2003
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Max Uhlig, Herbstblätterstrauß, 2008, Öl auf Leinwand, 160 x 91 cm
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Portraitstudie (4), 1972, 42 x 31 cm, Tusche auf transparentem Umdruckpapier   Portraitstudie (2), 22.12.1975, 42 x 30,2 cm, Tusche auf transparentem Umdruckpapier
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Max Uhlig, Kleine Baumreihe vor Ocker, Öl auf Leinwand auf Hartfaserplatte kaschiert, 28 x 92 cm, 2003
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Max Uhlig, Kleines seitliches Bildnis vor Grün, Öl auf Leinwand, 84 x 48 cm, 2004
MAX UHLIG GALERIE ALTE SCHULE AHRENSHOOP
Max Uhlig, Brustbild, 1993, 75 x 43 cm, Tusche auf Vlies
Max Uhlig, Portraitstudie (14), Januar 2009, 62,5 x 46 cm, Aquarell auf Bütten   Max Uhlig, Profil - Fragment (Kopf Gleichmann), 2008, 60 x 45 cm, Aquarell auf Bütten
Max Uhlig, Baumkrone vor hellem Himmel, Okt. 2009, Öl auf Leinwand, 60 x 120 cm
Max Uhlig, Portraitstudie frontal (13), Januar 2009, 67 x 48 cm, Aquarell auf Bütten   Max Uhlig, Portraitstudie 12, Juni 1987, 58,5 x 46,3 cm, Aquarell auf Japanpapier
Max Uhlig, Brustbild - Kopf, 2006, 62,5 x 56 cm, Tusche auf Holzschnittpapier
Max Uhlig, Pflanzliche Formen über Böschung, 1983, 26 x 73,5 cm, Aquarell auf Japanbütten
Max Uhlig, Portraitstudie 1, 1974, 42 x 31,7 cm, Tusche auf transparentem Umdruckpapier   Max Uhlig, Kopfstudie nach Hans Jüchser, 975, 55,5 x 42 cm, Lithotusche auf transparentem Umdruckpapier
Max Uhlig, Faucon (2), Öl auf Leinwand, 50 x 160 cm, Okt. 2009
Max Uhlig, Doppelbildnis Junges Paar, 1992, 52 x 40,5 cm, Aquarell
Max Uhlig, Georgshöhe (bei Penzlin), 19. VIII. 1984, 60 x 160 cm, Öl auf Leinwand
Max Uhlig, Portraitstudie 3, 1972, 42 x 28,4 cm, Tusche auf transparentem Umdruckpapier
Kopf Brustbild, 74,5 x 49 cm, Tusche auf Japanpapier                        Skizze nach Frau Czerny, 1985, 65 x 54,5 cm, Tusche auf Japanpapier   Kopf-Brustbild (Sabine), 1986, 62 x 54 cm, Tusche auf Japanpapier

 Portraitstudie (8), Januar 1975, 64,2 x 48,6 cm, Tusche auf Holzschnittpapier     Portraitstudie 9,1977, 63,5 x 48 cm, Tusche auf Japanpapier           Portraitstudie (7), 1993, 53,5 x 45,3 cm, Tusche auf Vlies
Max Uhlig, Dünenstudie (Rømø), Öl auf Leinwand, 23.IX.1989, 70 x140 cm
MAX UHLIG VITA

geboren am 23. Juni 1937 in Dresden
1951-54 Lehre als Schriftzeichner
1955-60 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Hans Theo Richter
und Max Schwimmer
1961-63 Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste Berlin bei Hans Theo
Richter
1979 Preis der 6. British International Print Biennial Bradford
1987 Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste der DDR
1991 Preis der 21. Biennale Sao Paulo
1991-2010 Arbeitsaufenthalte in der Provence
1992 Goldmedaille bei der 10. Norsk International Print Triennial Frederikstad
1995-2002 Professur an der Hochschule für Bildende Künste Dresden
1998 Hans-Theo-Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste
2003 Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden · 2005 Villa Massimo
2005 Kunstpreis der Künstler (Große Kunstausstellung Düsseldorf)
2005 Arbeitsaufenthalt in China · 2006 und 2009 Preise bei der 14. und 15. International
Print Triennale Seoul (Korea)
lebt in Dresden

Persönliche Ausstellungen (Auswahl)

1965 Galerie Kühl Dresden
1967 Lindenau-Museum Altenburg
1971 Museum für Bildende Künste Leipzig (Graphisches Kabinett)
1978 Kupferstich-Kabinett Dresden, Galerie Mouffe Paris
1979 Galerie Arkade Berlin · 1980 Galerie Alvensleben München
1981 Galerie Clara Mosch Karl-Marx-Stadt
1984 Galerien Brusberg Berlin und Hannover
1986, 2004 Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt/Chemnitz
1987, 1997 Galerie am Sachsenplatz Leipzig
1988, 1991, 1996, 2000 Galerie Beethovenstraße Düsseldorf
1990 MUSEUM WALDHOF Bielefeld
1991 Stadtgalerie Kiel, Mönchehausmuseum für Moderne Kunst Goslar, Museum Mors-
broich Leverkusen
1993 Staatliche Kunstsammlungen Dresden
1994 Villa Merkel Esslingen, Kunstmuseum Düsseldorf, Pfalzgalerie Kaiserslautern,
Kunstmuseum Singen
1994, 1995 Musée d‘Art Moderne Liège
1996 Galerie Scheffel Bad Homburg, Städtisches Museum Albstadt
1992, 1996, 1999, 2005 Galerie Gabriele von Loeper Hamburg
1996, 2000, 2002 Galerie Barthel bzw. Barthel + Tetzner Berlin
1997 Galerie Döbele Dresden, PreussenElektra Hannover
1997-2000 Souveräne Wege (gemeinsam mit Altenbourg, Claus, Glöckner, Göschel und
Morgner) Städtische Museen Jena, Kunsthalle Darmstadt, Galerie Oben Chemnitz, ZDF-
Sendezentrum Mainz
1998 Städtische Galerie Schwäbisch Hall
1999 Galerie Arnés + Röpke Madrid und Köln, Kunstverein Düsseldorf, Galerie Röpke
Köln
1999 Sächsische Akademie der Künste Dresden, Neue Chemnitzer Kunsthütte Chemnitz,
Kunstverein Coburg
2002 Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst München, Oktogon der Hochschule für Bil-
dende Künste und Volksbank Dresden
2003 Deutsche Bank Köln
2004-05 Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück
2005 Galerie von Loeper Hamburg · 2006 Galerie Lehr und Galerie Linneborn Berlin
2007 Sanshang Art Gallery Peking
2007 Ningbo-Museum of Art Ningbo (China)
Leonhardi-Museum Dresden, Galerie am Sachsenplatz Leipzig, Büchergilde Gutenberg
Frankfurt/M., Galerie Oben Chemnitz, Galerie Klose Essen, Toni-Merz Museum Sasbach-
Obersasbach
2009 Galerie am Sachsenplatz Leipzig, Galerie Klose Essen
2010 Galerie von Loeper Hamburg
2011 Galerie Scheffel Bad Homburg, Kunstverein Bayreuth, Galerie Döbele Dresden, Bran-
denburgische Kunstsammlungen Cottbus.
Galerie Alte Schule Ahrenshoop
                                  Dorfstraße 16
                          18347 Ostseebad Ahrenshoop
                   Tel.: 038220/66330 | Fax 038220 66 03 21 I
                            Galerie 038220 / 67 95 93

                         Kommende Ausstellungen 2021:

             Friedrich Porsdorf (*1938) Ausstellung vom 22.05.-27.06./
                          Vernissage: Freitag, 21.05.2021

Lyonel Feininger (1871 – 1956) Zum 150. Geburtstag – Ausstellung vom 03.07.-15.08./
                          Vernissage: Freitag, 02.07.2021

                Moritz Götze (*1964) Ausstellung vom 22.08.-26.09./
           Vernissage: Samstag, 21.08.2021 zur Langen Nacht der Kunst

             Gerhard Moll (1920 – 1986) Ausstellung vom 02.10.-31.10./
                          Vernissage: Freitag, 01.10.2021

            Änderungen aufgrund der aktuellen Situation vorbehalten.
Sie können auch lesen