MINIMALINVASIVE IMPLANTOLOGIE - Zahnarzt in Freiburg ...

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MINIMALINVASIVE IMPLANTOLOGIE - Zahnarzt in Freiburg ...
MINIMALINVASIVE
IMPLANTOLOGIE
MINIMALINVASIVE IMPLANTOLOGIE - Zahnarzt in Freiburg ...
Zeit für schöne Zähne
bei Ihrem Zahnarzt
in Freiburg
MINIMALINVASIVE IMPLANTOLOGIE - Zahnarzt in Freiburg ...
VORWORT

Schön, wer in jedem Alter mit seinen eigenen Zähnen noch kraftvoll
zubeißen kann. Leider ist es nur wenigen Menschen gegeben, die
natürlichen Zähne ein Leben lang zu erhalten.
   Die meisten Menschen verlieren im Laufe ihres Lebens durch Un-
fälle, Karies, Parodontitis (Zahnfleischentzündung) einige oder gar
sämtliche ihrer Zähne – oder es fehlen Zähne von Geburt an durch
eine genetisch bedingte Nichtanlage (Aplasie).
   Fehlende Zähne werden klassisch durch eine Teil- oder Vollpro-
these, eine Brücke oder aber seit einigen Jahrzehnten durch ein
oder mehrere Zahnimplantate mit aufgesetzter Zahnkrone ersetzt.
   Unter den verschiedenen Implantationsverfahren hat sich das
minimalinvasive Insertionsverfahren „MIMI“ zum etablierten Gold-
standard auf dem Gebiet der zahnärztlichen Implantologie und der
dazugehörigen Prothetik entwickelt. MIMI bedeutet schmerzarme
Zahnimplantate, denn es sind keine Schnitte und Nähte erforderlich.
   Dieser patientenfreundlichen Schlüssel-Loch-Methodik wurde
2013 in Dubai sogar der Medizin Innovations Preis verliehen.
   Meine zertifizierte Zahnarztpraxis überreichte Ihnen diese Patien-
ten-Informationsbroschüre, die Sie mit den vielen Vorteilen des MI-
MI-Verfahrens gegenüber anderen Implantationsverfahren vertraut
macht. Diese Broschüre ersetzt natürlich nicht meine individuelle,
ausführliche Beratung, doch bin ich mir sicher, dass sie eine wertvol-
le Unterstützung für Ihre Entscheidungsfindung PRO Zahnimplantate
im MIMI-Verfahren sein wird!
   Ganz sicher wird sie Ihnen auch helfen, Informationen zu Implanta-
ten, die Sie im Internet oder andere Medien gefunden haben, besser
zu verstehen.
   Wenn Sie noch weitere Fragen haben, vereinbaren Sie doch bitte
einen Termin mit meinem Team.

Herzlichst, Ihr

Dr. med. dent. Lukas Bündgen
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Fehlende Zähne führen zu Problemen

Neben den rein ästhetischen Gründen, eine Zahn­lücke     Kopfschmerzen führen kann. Weitere bekannte Be-
zu schließen – denn perfekte Zähne gehören in unse-      schwerden als Folge von Zahnlücken können Gesichts-
rem Kulturkreis zu einem gepflegten Auf­treten – gibt    schmerz, Tinnitus („Ohrsausen“) bis hin zu Schwindel,
es natürlich auch gute medizinische Argumente, die       Nackenverspannungen und Rücken- und Hüftleiden
dafür sprechen, eine Zahnlücke möglichst bald zu ver-    sein.
sorgen.                                                     Darüber hinaus kann eine Zahnlücke nicht nur die
   Beispielsweise können die Nachbarzähne in eine        Ursache von verschiedenen Beschwerden sein, son-
Zahnlücke kippen oder der Gegenzahn im anderen           dern auch den Verlust weiterer Zähne nach sich zie-
Kiefer – der Antagonist – in die Zahnlücke hineinwach-   hen (Domino-Effekt).
sen. Die Folge können Störungen der Kaufunktion,            Weniger bekannt ist, dass ein vollständiges und
orthopädische Beschwerden einschließlich Hüftbe-         funktionstüchtiges Gebiss das Risiko für Demenz
schwerden oder auch eine schlechtere Verdauung           reduziert. Die Hisayama-Studie hat belegt, dass für
sein, denn:                                              Menschen mit weniger als 20 Zähnen das Demenzri-
                                                         siko um 62 % zunimmt. Auch das Risiko an Alzheimer
„Gesund beginnt im Mund!“.                               zu erkranken, steigt mit einem Zahnverlust an. Einer
                                                         der Gründe dafür ist, dass durch das Kauen mit ei-
Die Mundhöhle sollte man als Gesamtheit sehen:           nem weitgehend vollständigen Gebiss eine verstärkte
Zähne, Muskulatur und Kiefergelenk stehen in einem       Durchblutung des Gehirns stattfindet und sich damit
direkten Zusammenhang und beeinflussen sich ge-          die Sauerstoffwerte im Blut erhöhen. Fehlt ein großer
genseitig. Fehlt z. B. nur ein Zahn, so kann dies ganz   Teil der Zähne, kann das auch die Ernährung verän-
erhebliche, negative Konsequenzen mit sich führen:       dern und ungenügend zerkaute Nahrung kann einen
Die Muskulatur verspannt sich, was zu chronischen        negativen Einfluss haben.

                                                         Für Eishockeyspieler typisch:
                                                         fehlende oder abgebrochene
                                                         Zähne

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Eine Zahnlücke kann verschiedene Ursachen haben:         Für einen Zahnarzt ist ein fehlender Zahn nicht einfach
                                                         eine Zahnlücke, sondern er unterscheidet verschiede-
Die Zahnspalte, das Diastema – meist zwischen den        ne Versionen von unvollständigen Gebissen.
beiden oberen Schneidezähnen – wird zwar öfters als         Eine Schaltlücke liegt vor, wenn ein oder mehrere
unschön empfunden, besitzt aber meist keinen Krank-      nebeneinander liegende Zähne fehlen, aber auf bei-
heitswert. Wenn es jemanden sehr stört, kann die         den Seiten der Lücke noch mindestens ein Zahn vor-
Zahnspalte mit Hilfe von Verblendschalen (Veneers)       handen ist.
geschlossen werden. Dafür muss kein Implantat ge-           Eine Freiendsituation liegt vor, wenn ein oder meh-
setzt werden.                                            rere Zähne am Ende einer Zahnreihe fehlen.
  Zahnlücken, mit denen wir uns in diesem Buch              Und schließlich gibt es noch den zahnlosen Kiefer,
beschäftigen, sind fehlende Zähne, die durch Karies,     bei dem sämtliche Zähne extrahiert wurden oder aus-
Parodontitis, einen Unfall oder Krankheit verloren ge-   gefallen sind.
gangen sind.

Diastema                                                 Freiendsituation

Schaltlücke                                              Zahnloser Kiefer

                                                                                                               5
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Brücken

Um Zahnlücken zu schließen und fehlende Zähne zu           Nachteilig bei Brücken ist, dass die gesunden Pfeiler-
ersetzen, gibt es verschiedene Methoden, die sich seit     zähne kegelförmig beschliffen werden müssen. Dabei
Jahrzehnten, ja teilweise schon seit Jahrhunderten         wird der schützende Zahnschmelz und Anteile des
bewährt haben.                                             Zahnbeins (Dentin) entfernt/präpariert.
  Schaltlücken mit ein, zwei oder maximal drei fehlen-        Eine Freiendbrücke (das Brückenglied ist wie ein
den Zähnen werden in vielen Fällen mit einer Brücke        Sprungbrett frei schwebend) oder eine Hybridbrücke,
geschlossen und damit wieder eine durchgängige             bei der einer der beiden Pfeiler ein Implantat und der
Kaufläche geschaffen. Am geläufigsten ist die Schwe-       andere Pfeiler ein natürlicher Zahn ist, sind eine Al-
bebrücke, bei der die beiden Zähne vor und hinter          ternative, wenn man auf eine Teilprothese verzichten
der Schaltlücke die Pfeiler- oder Ankerzähne bilden,       möchte.
auf denen das Brückenglied aufliegt. Sie müssen ge-
sund und stabil sein, um den Kaudruck von ein bis
drei zusätzlichen Zähnen abfangen zu können.

Ausgangslage: Schaltlücke             Beschliffene Zähne                     Eingesetzter Zahnersatz (Brücke)

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Prothesen

Teilprothesen kommen typischerweise bei einer Frei-      sind. Sie stören naturbedingt beim Kauen und beein-
endsituation als Zahnersatz zum Einsatz, aber auch       trächtigen den Geschmackssinn, da der Gaumen ganz
eine Schaltlücke kann damit geschlossen werden,          oder teilweise mit Kunststoff oder Metall abgedeckt
zum Beispiel, wenn die für eine Brücke vorgesehenen      ist. Krümelige Speisen – typischerweise Müsli – können
Pfeilerzähne selbst angegriffen oder instabil sind.      zur reinsten Qual für den Gebissträger werden.
Vollprothesen sind die typische Versorgung bei einem        Der größte Nachteil aller Prothesen ist jedoch,
zahnlosen Kiefer, eine eventuell vorhandene Restbe-      dass der gesamte Kaudruck nicht über die Zähne und
zahnung kann zur Stabilisierung der Prothese integ-      deren Wurzeln auf den Kiefer verteilt wird, sondern
riert werden, z. B. in Form von Teleskopen.              dass die Kräfte auf dem Zahnfleisch (gingival gelagert)
   Um eine Teilprothese zu fixieren sind i. d. R. auf-   lasten. Da Zahnfleisch für solche Belastungen nicht
wändige Konstruktionen aus Klammern, Zungenbügel         ausgelegt ist, kann es mittel- und langfristig zu Entzün-
oder Gaumenplatte notwendig, die im Front- und           dungen und sogar zu Knochenschwund kommen.
vorderen Seitenzahnbereich oft von außen sichtbar

Prothese auf dem Zahnfleisch aufliegend                  Prothese auf einem atrophierten Kieferknochen; die
                                                         Prothese wackelt, Unterfütterungen können das Problem
                                                         nur vorübergehend lösen

                                                                                                                 7
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Kieferknochen baut sich mit zunehmendem Alter ab       lösen, aber nicht dauerhaft beseitigen. Müssen wir uns
(atrophiert), ebenso wie Knochen, der nicht mehr be-   also im Alter mit klappernden Gebissen, reduziertem
lastet wird. Eine Prothese kann also den Knochenab-    Geschmack wegen der Gaumen­platten und auch
bau forcieren.                                         weiterem Zahnverlust durch Karies, Parodontopathien
   Bei Brücken kann der überbrückte Knochenbereich     (Erkrankungen des Zahnhalteapparates) an den Pfei-
atrophieren und zu einer Lockerung der Pfeilerzähne    lerzähnen oder durch atrophierte Kiefer abfinden?
führen – bei Vollprothesen kann die Atrophie den          Nein, denn die Zahnmedizin hat schon vor über 40
gesamten Kieferknochen betreffen und die Prothese      Jahren eine Alternative geschaffen, von der jetzt mehr
wird irgendwann locker im Mund sitzen. Unterfütte-     und mehr Menschen profitieren: das Zahnimplantat.
rungen können das Problem zwar vorübergehend

                                                                        erfolgreich

                                                               kurze Behandlu
                                                                              n           gszeit

         Eine Prothese wie sie früher
                                                                         bezahlbar
         verwendet wurde

                                                                       schmerzarm

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Zahnimplantate

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln – meis-
tens in Form von Schrauben – die mit einer Operation
in den Kieferknochen eingepflanzt werden (vom lat.
implantare: einpflanzen), um verloren gegangene
Zähne zu ersetzen. Implantate können einen festen
Zahnersatz tragen, z. B. Einzelkronen oder Brücken,
man kann mit ihnen herausnehmbaren Zahnersatz, z.
B. eine komplette Prothese, fixieren oder eine Prothe-
se fest auf ihnen zementieren.
   Implantate haben sich seit ca. 40 Jahren bewährt
und Implantationen sind mittlerweile in vielen Zahn-
arztpraxen und Zahnkliniken Bestandteil des Praxis-
alltags. Jedes Jahr werden alleine in Deutschland ca.
1.300.000 Implantate (Stand 2018) eingesetzt – mit
steigender Tendenz.
   Im Gegensatz zu Teil- und Vollprothesen werden
mit Implantaten Zahnlücken nicht nur optisch ge-
schlossen, sondern sie übernehmen die vollständige
Funktion der natürlichen Zähne. Mit einem auf Implan-
taten abgestützten Zahnersatz können Sie genauso
abbeißen und essen wie mit Ihren echten Zähnen.

Ein Zahnimplantat übernimmt die
Funktion des natürlichen Zahns, ist
aber anders in seinem Knochenfach
verankert.

                                                                      9
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Vorsorge statt Zahnersatz

Eine regelmäßige Prophylaxe hilft, die eigenen Zähne     implantatgetragener Zahnersatz erhält die Zahnfunkti-
möglichst lange zu erhalten, aber sie ist leider keine   on und die Zahnästhetik kommt den eigenen Zähnen
Garantie, nicht doch irgendwann einen oder mehrere       am nächsten.
Zähne zu verlieren, von Unfällen einmal ganz abgese-       Aus zahnmedizinischer Sicht haben Implantate
hen.                                                     den Vorteil, dass sie einen besonderen Schutz vor
    Dentale Implantologie ist heute ausgereift und die   Knochenschwund bilden. Da der Implantatkörper im
Ergebnisse einer Implantation sind vorhersagbar. Es      Kieferknochen verankert wird, werden die beim Kau-
gibt in der Zahnmedizin keine andere Therapieform        en entstehenden Kräfte in den Kieferknochen geleitet,
(z. B. Wurzelkanalbehandlungen, Füllungen, Kronen,       dieser wird weiterhin belastet und so wird eine Zu-
Brücken), die eine ähnliche hohe Erfolgsrate von über    rückbildung, eine Atrophie, aktiv verhindert.
90 %, auf 20 Jahre gesehen, belegen (Univ. -Prof. Dr.      Sofern man sich für eine minimalinvasiv ausgeführte
Jean-Pierre Bernard, Genf).                              Implantation entscheidet, können Implantate bis ins
    Von allen Therapien zur Versorgung einer Zahnlü-     hohe Alter und sogar bei Risikopatienten eingesetzt
cke bietet das Implantat die meisten Vorteile, denn      werden.

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Vor- und Nachteile von Zahnimplantaten

Vorteile von Implantaten:                                 … so vielen Vorteilen stehen auch einige Nachteile
                                                          gegenüber:

• G
   esunde Zähne müssen nicht für eine Brücke abge-       • Implantate müssen immer mit einer Operation ein-
  schliffen werden.                                         gesetzt werden, Operationen beinhalten grundsätz-
• Kieferknochen wird durch Implantate wieder belas-         lich ein Risiko, das jedoch durch einen minimalinva-
  tet und eine Zurückbildung (Atrophie) aktiv vermie-       siven Eingriff deutlich reduziert wird.
  den.                                                    • In seltenen Fällen heilen inserierte Implantate nicht
• Ästhetik: Zahnersatz auf Implantaten sieht nicht nur      ein. In diesen Fällen muss entweder „nachgedreht“
  wie echte Zähne aus, sondern fühlt sich auch so an.       (Aktivierung des Implantats), re-implantiert oder
• Die Hygiene ist einfacher als bei Brücken sowie Teil-     die Lücke mit einer andere Therapie geschlossen
  oder Vollprothesen                                        werden.
• Die Gefahr von Mundgeruch ist geringer, da im-          • Ist der Kieferknochen stark atrophiert (abgebaut),
  plantatgetragener Zahnersatz genauso wie echte            muss ein aufwendiger Knochenaufbau erfolgen.
  Zähne gepflegt werden können.
• Implantate gehören zu den sichersten Therapien
  der Zahnheilkunde – nach 10 Jahren bleiben ca.
  95 % der inserierten Implantate inkorporiert, nach
  20 Jahren über 90 %. Keine andere zahnärztliche
  Therapieform weist diese Erfolgsstatistik auf.
  Zum Vergleich: Erfolgsraten nach einer Wurzelspit-
  zenresektion (WSR) sind bei 30–50 % anzusiedeln.
• Seit der Einführung des Festzuschuss-Systems
  (2005) seitens der GKV (Gesetzliche Krankenversi-
  cherung) haben Sie als Patient die Wahl – Sie erhal-
  ten einen Festzuschuss – zuvor waren Implantate
  immer eine Privatleistung!
• Kaum eine Einschränkung der Indikation: d. h. Rau-
  chen, hohes Alter und Medikamenteneinnahme
  spielen – insbesondere beim MIMI-Verfahren – in
  der Erfolgsstatistik keine Rolle

                                                                                                              11
Implantationsmethoden in der zahnärztlichen Implantologie

Da Zahnimplantate schon seit langer Zeit als Therapie            prothetischen Phase. Schwellungen, starke, lang
eingesetzt werden, haben sich nicht nur völlig un-               anhaltende Schmerzen (bis zu einer Woche) sind
terschiedliche Implantatsysteme aus verschiedenen                bei diesen Verfahren selten, viele Patienten berich-
Materialien entwickelt, sondern auch unterschiedliche            ten sogar von einer schmerzfreien Behandlung. Die
Implantations­methoden.                                          Gesamtbehandlungszeit ist üblicherweise innerhalb
Ganz grob kann man zwei Verfahren                                drei Monaten abgeschlossen.
unterscheiden:
                                                              Die Wahl des Verfahrens bestimmt u. a. die Behand-
• Konventionelle Verfahren mit umfangreichen                  lungsdauer, die Kosten, die Höhe der Risiken für peri-
  (DVT-basierten) Planungen, Schablonen, Zahn-                implantäre Entzündungen und wie stark und langan-
  fleisch-Aufklappungen (Mukoperiostlappen) mit               haltend Ihre Schmerzen sind. Als Patient ist es somit
  Knochenhautablösungen vom Knochen, mehreren                 wichtig, sich vorab über die verschiedenen Implantati-
  Operationen und einer Behandlungszeit von bis zu            onsmethoden zu informieren.
  einem Jahr.
• Minimalinvasive Methoden ohne Aufklappen bzw.
  ohne Ablösen der Knochenhaut vom Knochen,
  keine Wiedereröffnung der Schleimhaut in der

                                                                                            Skalpell und Zylinderbohrer
                                                                                            für konventionelle Verfahren

Konventionelles Verfahren mit Aufklap-   Minimalinvasives Verfahren ohne
pungen, Bildung von Mukoperiost­         Schnitte und Nähte
lappen, Nähten und Wiedereröffnung
der Gingiva.

                                                                  Condenser-Drill (konischer
                                                                  Dreikant) für minimalinvasive
                                                                  Verfahren – ein Skalpell wird
                                                                  nicht benötigt.

12
Das konventionelle Insertionsverfahren (KIV)

Das KIV-Verfahren ist das konventionelle Implantati-          geheilt“ ist) wird dann erneut – unter örtlicher Betäu-
onsverfahren. Der Implantologe schneidet mit einem            bung – die Mundschleimhaut operativ eröffnet, das
Skalpell das Zahnfleisch auf und löst es zusammen mit         Implantat freigelegt, die Schleimhaut geformt, eine
der Knochenhaut vom Kieferknochen ab. Unter freier            Abformung durchgeführt (u. a. mit Röntgenkontrolle
Sicht auf den Knochen bohrt er die Implantatlager             und offener Abformung) und – je nach Insertionsme-
und inseriert das Implantat. Bei einem zwei­teiligen          thode – zunächst ein Gingiva-Former oder der Implan-
Implantat wird der Implantatkörper mit einer chirur-          tatkopf eingesetzt, auf dem dann in einer späteren
gischen Verschlussschraube verschlossen, das Zahn-            Sitzung der Zahn­ersatz befestigt wird.
fleisch samt Knochenhaut über den Knochen gelegt                 Zusammengefasst ist das klassische Implantations-
und alles vernäht.                                            verfahren durch die folgenden Nachteile gekenn-
   Das Freilegen des Kieferknochens betrachten viele          zeichnet:
Implantologen als erforderlich, damit sie das Implan-
tat richtig setzen können. Dieser Eingriff ist unweiger-      • normalerweise sind fünf bis sechs Sitzungen bzw.
lich mit den größeren Risiken einer Infektion (Entzün-          Operationen mit ein- oder mehrmaligem Freilegen
dung), Schwellungen, Blut­ergüssen und Schmerzen                des Kieferknochens erforderlich
verbunden. In der sogenannten prothetischen Phase             • große Gesamtbehandlungszeit bis zu einem Jahr
(nach einigen Monaten, nach dem das Implantat „ein-           • relativ hohe Material- und Verbrauchskosten

                                                                                Beim KIV-Verfahren arbeitet der
                                                                                Chirurg mit direkter Aufsicht auf den
                                                                                Kieferknochen. Dazu wird die Gingiva
                                                                                (das Zahnfleisch) aufgeschnitten und
                                                                                aufgeklappt sowie das Periost (die
                                                                                Knochenhaut) vom Knochen abgelöst.
                                                                                Erst dann erfolgt eine Bohrung in den
                                                                                Kieferknochen – im Anschluss wird das
                                                                                Zahnfleisch inkl. abgelöster Knochenhaut
                                                                                (Periost) vernäht.

                                                                                                                     13
Minimalinvasive Implantationsverfahren

Neben den konventionellen Insertionsverfahren set-      Das MIMI-Insertionsprotokoll
zen sich mehr und mehr minimalinvasive Verfahren
durch, denn sie verfügen über Vorteile verglichen mit   Das MIMI-Insertionsprotokoll ist ein standardisiertes
dem KIV-Verfahren:                                      minimalinvasives Insertionsverfahren ohne Schnitte
                                                        und Nähte, dass sich seit ca. 30 Jahren bewährt hat.
• größtmögliche Schonung der anatomischen               Es basiert auf den modernen Erkenntnisse der Kno-
  Strukturen                                            chenphysiologie und hat diese auf die Implantologie
• keine Schnitte oder Nähte                             übertragen. So wurde z. B. das Dogma des „Einheilens
• kein Ablösen des Periosts                             in Ruhe“ längst widerlegt, denn Belastungen steigern
• niedertourige Pilotbohrung mit konischen              die Knochenmasse, Inaktivität oder „Einheilen in Ruhe“
  Dreikant-Drills statt mit hochtourigem Spiralbohrer   reduziert sie dagegen.
                                                           Aber MIMI unterscheidet sich noch in weiteren
                                                        Punkten von anderen Insertionsprotokollen, so wird
                                                        beispielsweise sehr niedertourig gebohrt, Kieferkno-
                                                        chenperforationen sind deshalb unmöglich.

                                                        1MIMI

                                                        KIV
                                                                     3            6             9            12
                                                        Monate
                                                        Zeitlicher Vergleich zwischen KIV und MIMI. Während
                                                        bei MIMI-Patienten bereits 2 oder 10 Wochen nach der
                                                        Implantation die Behandlung vollständig abgeschlossen
                                                        ist, kann sich eine KIV-Behandlung bis zu 12 Monate
                                                        erstrecken, sofern keine Augmentation erforderlich ist. Diese
                                                        würde die Behandlungszeit noch einmal verlängern. Jede
                                                        Zahnextraktion (Ziehen eines Zahnes) ist ein invasiverer
                                                        Eingriff als solch eine Implantation.

14
Vergleich KIV & MIMI

                        KIV-Verfahren                                                     MIMI-Verfahren

Mehrere aufwändige und lange Operationen                           Nur eine kurze Operation

Oft nur in Verbindung mit einem Knochenaufbau (Augmentation)       Nur ein minimales Knochenangebot erforderlich und/oder MIMI
mit Fremdmaterial oder nicht ortsständigen Eigenknochen.           II mit ortsständigen Eigenknochen (Verbreiterung des eigenen
                                                                   Kieferknochens).
Erhöhte Gefahr von Entzündungen, da der Kiefer­knochen während     Minimierte Gefahr von Entzündungen, da lediglich transgingival
der OP – die durchaus auch zwei Stunden für ein Implantat dauern   (durch die Schleimhaut ein kleines Loch mit max. ø 4,5 mm)
kann – komplett frei liegt.                                        gebohrt wird.

Schmerzhaft                                                        Schmerzarm bis schmerzfrei

Für Raucher nur bedingt geeignet, da durch das Ablösen von         Auch bei Rauchern einsetzbar, da der Knochen weiterhin sehr gut
Knochen- und Schleimhaut der darunter liegende Knochen sehr        durchblutet wird.
schlecht durchblutet wird und die Durchblutung bei Rauchern
generell deutlich schlechter als bei Nichtrauchern ist.
Teure Material- und Verbrauchskosten                               Wesentlich preiswertere Materialkosten, gleiches zahnärztliches
                                                                   Honorar
Implantatverluste in der Einheilungszeit erhöht                    Sehr geringe Quote von Implantatverlusten durch
                                                                   bakteriell bedingte Entzündungen – gerechnet ab dem
                                                                   Implantationszeitpunkt.
Sofortimplantate (Zahnentfernung und Implantation in nur einer     Sofortimplantate sind möglich und auch empfehlenswert.
Sitzung) nur bedingt möglich.

Abschluss der Gesamtbehandlung: Im Oberkiefer ca. 6–8 Monate       Abschluss der Gesamtbehandlung: Im Ober- und Unterkiefer
Im Unterkiefer ca. 3–4 Monate                                      ca. 2–3 Monate
Keine Sofortbelastung                                              Sofortbelastung im Ermessen des behandelnden Zahnarztes
                                                                   möglich.
Umdrehungszahl der Zylinderbohrer: 400 bis 1.500 U/Min. Durch      Umdrehungszahl der konischen Dreikantbohrer: 50 bis 250 U/Min
die hohe Umdrehungszahl besteht die Gefahr einer Überhitzung       (ohne Wasserkühlung)
des Knochens, selbst wenn mit Wasserkühlung gearbeitet wird.

Kein Einzelfall: Blutergüsse nach einer konventionell-             Wenig bis keine Schmerzen beim
operativen Implantation                                            MIMI-Verfahren

                                                                                                                                     15
Die MIMI-OP

Eine minimalinvasive Implantation nach dem MI-              rell oder zum aktuellen Zeitpunkt ungeeignet erschei-
MI-Verfahren verläuft ziemlich unspektakulär und Sie        nen lassen.
werden von dem kurzen Eingriff kaum etwas spüren –             Im Behandlungszimmer prüfe ich anschließend die
die meisten Patienten sind angenehm überrascht. Für         Nachbarzähne und den Antagonisten, also den im
sie ist es ‚keine richtige Operation‘, ‚unblutig‘ und vor   anderen Kiefer gegenüberliegenden Zahn. ich werde
allem Dingen ein zeitlich sehr schnelles Verfahren.         anhand eines Röntgenbildes (zweidimensional) ggf.
                                                            auch anhand eines DVTs (dreidimensionales Röntgen-
Anamnese, Aufklärung und Beratung                           bild) den Zustand der Kieferknochen beurteilen. Denn
                                                            dieser ist entscheidend für die Einheilung und spätere
Am Beginn jeder Behandlung steht immer die in-              Haltbarkeit des Implantates.
dividuelle Beratung. Ich werde Sie ausführlich über            Komme ich – in Absprache mit Ihnen – zu dem
Implantate, aber auch alternative Therapien, zum            Schluss, dass eine Implantation indiziert ist, wird
Beispiel Brücken oder Teilprothesen informieren. In         ein Heil- und Kostenplan erstellt, den Sie, auch als
der anschließenden Anamnese werde ich Sie nach              Privatpatient, zunächst Ihrer Krankenkasse zur Zu-
allgemeinen Erkrankungen sowie Beschwerden im               schuss-Festsetzung einreichen sollten. Anschließend
Mund-/Kieferbereich fragen, um festzustellen, ob es         können wir einen Termin für den Eingriff vereinbaren.
Kontraindikationen gibt, die eine Implantation gene-

                                                            Anhand eines Röntgenbildes (OPTG-
                                                            Panorama­schicht­aufnahme oder DVT –
                                                            3D-­Röntgenbild) erfolgt die Planung.

16
Die Vorbereitung auf die Implantation

Vor der OP

Ich verabreiche üblicherweise meinen Patienten un-           Je nach individueller Situation verordne ich vor
mittelbar vor dem Eingriff ein Schmerzmittel, z. B.          der OP eine Antibiose, meistens mit dem Wirkstoff
den Wirkstoff Ibuprofen, eine typische Dosis beträgt         Amoxicillin in Verbindung mit Clavulansäure, z. B.
600 mg. Für die ersten Stunden nach der OP soll-             875 mg/125 mg. Am besten beginnen Sie am Vor-
ten Sie ein Schmerzmittel, im Idealfall den gleichen         abend für die Dauer von 5 bis 7 Tagen, 2x täglich. Bei
Wirkstoff, den Sie vor der OP verabreicht bekamen,           Penicillin-Allergie verordne ich gerne Doxicyclin.
zu Hause haben und bei Bedarf einnehmen. Obwohl                 Bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme sind übrigens
beim MIMI-Verfahren die Knochenhaut weder abge-              Medikamente mit diesen Wirkstoffen besser verträg-
löst noch verletzt wird, wird sie durch das Implantat        lich.
gedehnt. Wie empfindlich Knochenhaut ist, wissen Sie            Bitte beachten Sie, dass sämtliche Medikamente –
sicher von einer Schienbeinverletzung – hier liegt die       auch frei verkäufliche wie Ibuprofen – nur mit meiner
Knochenhaut praktisch ungeschützt unter der Ober-            Rücksprache oder Ihrem Hausarzt bzw. Apotheker
haut und schon kleine Verletzungen oder Stöße sind           über einen längeren Zeitraum eingenommen werden
äußerst schmerzhaft.                                         sollten.

             Insertion eines Implantats in einem zahnlosen
             Oberkiefer. Das Bild zeigt deutlich, dass die
             Implantation MIMI I-Verfahren „unblutig“ und
             ohne Schnitte erfolgt.

                                                                                                                17
Die OP

Nach der lokalen Anästhesie prüfe ich zunächst die        Kieferknochen besteht aus 2 Schichten: Im Inneren
Stärke der Schleimhaut, der Gingiva. Dies ist erforder-   befindet sich die weiche schwammartige Spongiosa,
lich, um die transgingivale Bohrtiefe (Bohrtiefe durch    die von einer harten Schicht, der Corticalis, umgeben
das Zahnfleisch = Stärke des Zahnfleisches + geplante     wird.
Bohrtiefe im Knochen) zu berechnen. Danach erfolgt           Erfolgt die Bohrung des Implantatlagers sehr lang-
die Pilotbohrung mit dem gelben konischen Drill auf       sam wird der Bohrer durch die harte corticale Schicht
volle Arbeitslänge. An Hand von Lasermarkierungen         geführt und verbleibt stets in der Spongiosa. Da die
auf dem Drill sehe ich, wie tief ich bohre. Da koni-      Bohrung nach dem MIMI-Insertionsprotokoll mit maxi-
sche Bohrer den Knochen seitlich kondensieren statt       mal 250 U/Min. (max. 70 U/Min. in der Spongiosa) er-
Knochenmaterial zu entfernen, ist das Implantatlager      folgt, behalte ich stets die Kontrolle über die Bohrung
selbst bei einem weichen Knochen seitlich fester als      und eine Perforation des Knochens ist ausgeschlossen
der übrige Knochen.

                                                                        Transgingivale
                  Spongiosa
                                                                                         Arbeitstiefe

                                                                        Bohrtiefe
                    Corticalis
                                                                                         Stärke der Gingiva

18
1                                           2                                          3

 4                                           5                                          6
Eine Zahnlücke (1) soll mit einem einteiligen Vierkant-Implantat versorgt werden. Zunächst erfolgt die Pilotbohrung mit dem
gelben Drill (2), die mit weiteren Bohrern oder Condensern erweitert wird. Danach wird das Implantat inseriert (4).
Nach dem Einwachsen des Implantats (5) wird die Zahnkrone eingegliedert.

              Computer-Animation
              einer Implantation
              eines Vierkant-
              Implantats

                                                                                                                              19
Nach der OP

Nach der MIMI-Implantation sollten Sie sich noch den           Dies ist bei jedem Implantat so und hängt mit dem
restlichen Tag schonen und die Schmerzmittel und               Knochenumbau zusammen, der ständig für eine Er-
gegebenenfalls auch Antibiotika – die ich Ihnen gege-          neuerung der Knochensubstanz sorgt.
benenfalls verordnet habe – nach meiner Anweisung
einnehmen. In der Regel können Sie jedoch bereits              Ein Einzel-Implantat nicht seitlich belasten
am nächsten Tag Ihren Alltag wieder aufnehmen.
   Alle Implantate werden primärstabil inseriert, sie          In den ersten 8 Wochen nach der Implantation ist für
sind aber noch nicht ‚fest‘, da sie noch nicht einge-          ein erfolgreiches Einwachsen Ihre Mithilfe ganz beson-
wachsen sind. Die Festigkeit nimmt – sowohl bei                ders wichtig. So sollen Implantate niemals lateral, also
Titan- als auch Keramikimplantaten – in den nächs-             seitlich, belastet werden. Axiale Belastungen in Längs-
ten 3 Wochen sogar zunächst ab – die Grafik unten              richtung (zum Kieferknochen hin) haben dagegen kei-
veranschaulicht Ihnen, wie die Osseointegration (das           nen negativen Einfluss auf das Einwachsen.
Verwachsen des Implantats mit dem Knochen) inner-                 Bitte beachten Sie, dass je nach inseriertem Im-
halb der ersten 75 Tage verläuft. Bis zum 21. Tag sinkt        plantattyp (ein- oder zweiteilig), aus der Schleimhaut
die Stabilität auf etwa 40 % (1) des Wertes unmittelbar        ein Pfosten von bis zu ca. 8 mm heraus schauen kann.
nach der Implantation. Erst nach rund 3 Monaten ist            Sie sollten mit der Zunge nicht daran spielen oder gar
das Implantat vollständig eingewachsen und kann wie            seitlich dagegen drücken, denn dies kann zu Locke-
ein echter Zahn belastet werden.                               rungen des Implantats führt.
Osseointegrationsstabilität in %

                                   Tage nach der Operation

Die Grafik zeigt den Verlauf der Osseointegration innerhalb    Bei einteiligen Implantaten (links) schaut
der ersten 3 Monate: In der roten Phase nimmt die Stabilität   ein Pfosten aus der Schleimhaut heraus,
ab, um dann (blaue Phase) bis zum endgültigen Einwachsen       bei zweiteiligen (rechts) nicht.
wieder zuzunehmen.

20
Implantate auch bei schmalen Kieferknochen

MIMI bedeutet für Sie als Patient aber nicht nur weit        terkiefer aus. Auf einen umfangreichen, teuren und
aus weniger oder gar keine Schmerzen sowie eine              schmerzhaften Knochenaufbau kann deshalb beim
schnellere Erholung nach der Implantation, sondern           MIMI-­Verfahren in vielen Fällen verzichtet werden oder
es bietet die Möglichkeit, auch selbst dann noch Im-         wird im Zuge derselben auch minimalinvasiv durchge-
plantate zu inserieren, wenn das Knochenangebot,             führt.
z. B. durch Knochen­schwund (Atrophie) bereits sehr             Dies gibt Prothesenträgern mit herausnehmbarem
stark reduziert ist. Konkret reicht bei einer MIMI-Im-       Zahnersatz völlig neue Perspektiven, denn auch bei
plantation ein horizontales Knochen­angebot (Breite)         Knochenschwund kann implantatabgestützter Zahn­
von 2 mm und ein vertikales Angebot (Höhe) von               ersatz verwendet werden – ohne aufwändige und
3 mm im Oberkiefer und 6 mm im seitlichen Un-                schmerzhafte Knochenaugmentation.

                                          Beim MIMI II-Verfahren wird ein schmaler Kieferkamm
                                          seitlich gedehnt und dadurch verbreitert. Deutlich
                              2           zu erkennen ist, wie der schmale Kieferkamm (1)
         1                                verbreitert wurde (2) – innerhalb eines kurzen,
                                          schmerzfreien Eingriffs von wenigen Minuten. Der
                                          Fachmann spricht von einer Mobilisierung der drei
                                          Schichten: äußere Knochenlamelle, das intakte Periost
                                          (Knochenhaut) und die „befestigte“ Gingiva.

                                                                                                                 21
Sofortimplantation

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine
Zahnimplantation?

Der bestmögliche Zeitpunkt für eine Implantation ist      Nur bei einer Sofortimplantation wird sowohl das
direkt im Anschluss an die Zahnextraktion als Sofortim-   Hart- als auch das Weich­gewebe an Ort und Stelle
plantation – dies belegen gesicherte wissenschaftliche    gehalten und es gibt keinen oder nur einen geringen
Erkenntnissen. Bei einer Implantation bis zu vier Wo-     Knochenabbau nach der Zahnextraktion.
chen nach der Zahnentfernung spricht man von einer          Mein Praxis-Team wird Sie umfänglich über diese
verzögerten Sofortimplantation.                           moderne Implantationsmethode aufklären.

 1                                      2                                   3

                                                                           Ausgangssituation: Lücke regio 17, nicht
                                                                           erhaltungswürdige Zähne 16 und 15
                                                                           (1). In einer Sitzung wurden die Zähne
                                                                           entfernt und drei Implantate inseriert (2).
                                                                           Nach drei Monaten wurden die
                                                                           Implantate mit Abutments (Aufbauten)
                                                                           versorgt (3) und die definitiven
                                                                           Keramikkronen zementiert (4).
                                                                           Kontrollröntgenbild (5) nach vier
 4                                      5                                  Monaten.

22
Ein- und zweiteilige Implantatsysteme

Von den unterschiedlichen Implantatsystemen und             teile: Einteilige Implantate sind deutlich bruchfester
-formen, die sich vor allem in der Anfangszeit der Im-      und die Insertionskosten sind gewöhnlich geringer, da
plantologie entwickelt haben, sind im wesentlichen          keine Kosten für ein Abutment anfallen.
zwei Grundformen übrig geblieben: ein- und zweiteili-          Nachteile: Der prothetische Anteil – der Aufbau –
ge Implantate.                                              ragt in die Mundhöhle, deshalb besteht die Gefahr
   Grundsätzlich bestehen Implantate immer aus dem          von seitlichen Belastungen, die den Erfolg der Implan-
Implantatkörper, der in den Kieferknochen implan-           tation gefährden. Durch ein geeignetes Provisorium,
tiert wird und dem Aufbau, der aus dem Zahnfleisch          z. B. durch Verblockung mit festen Nachbarzähnen,
herausschaut und auf den der Zahn­ersatz zementiert         kann dies verhindert werden.
wird.                                                          Da der Aufbauteil fest mit dem Implantat verbun-
                                                            den ist, kann die Zahnkrone, die auf dem Implantat
Einteilige Implantate …                                     verankert werden soll, nicht immer optimal ausgerich-
                                                            tet werden. Die Ausrichtung spielt eine große Rolle
… bestehen aus einem einzigen Werkstück. Der Auf-           für die Funktion des Zahnersatzes und vor allem für
bau schaut nach der Implantation aus der Schleimhaut        die Ästhetik. Durch den Einsatz von Prep-Caps kann
heraus. Es gibt keine Trennlinie zwischen dem intraos-      dieser Nachteil kompensiert werden. Prep-Caps sind
sären und dem prothetischen Implantat­bereich. Diese        eine Art Abutment für einteilige Implantate, die große
Implantate werden vor allem für größere Arbeiten            Einschubdivergenzen des Implantats ausgleichen und
(mehr als drei Pfeiler), um sie schnellstmöglich versor-    ein schöneres Durchtrittsprofil (emergence profile)
gen und belasten zu können, eingesetzt. Aber auch           am Übergang Knochen – Zahnfleisch erwirken. Kleine
Einzelzahnlücken – selbst im Frontzahn­bereich – kön-       Divergenzen können auch durch direktes, leichtes Prä-
nen mit einteiligen Implantaten versorgt werden. Vor-       parieren des Implantatkörpers ausgeglichen werden.

                                                Prothetischer Implantatbereich:
                                              Der Bereich, der aus der Schleimhaut
                                                         herausschaut

                                                 Intraossärer Implantatbereich:
                                                Der Bereich, der in den Knochen
                                                          inseriert wird

                                                                                                               23
Zweiteilige Implantate
                                                                  Wiedereröffnung des Zahnfleisches zur Darstellung
Das zweiteilige Implantat besteht ausschließlich aus              des Knochens oder minimalinvasiv ohne Wiedereröff-
einem intraossären Teil, der in den Kieferknochen in-             nung des Zahnfleisches) läuft diese Prozedur unter-
seriert wird. Der prothetische Teil, der Implantatkopf,           schiedlich ab.
wird erst später nach dem erfolgreichen Einwachsen                   Zweiteilige Implantate können einzelne Lücken
des Implantats in den Kieferknochen aufgesetzt.                   schließen, sie können aber auch für größere Arbeiten
Der Implantatkörper wird so tief inseriert, dass er mit           bis hin zur Versorgung eines zahnlosen Unterkiefers
dem Zahnfleisch (Schleimhaut) oder kurz darunter                  eingesetzt werden.
abschließt. Nach dem erfolgreichen Einwachsen des                    Vorteile: Da bei zweiteiligen Implantaten keine
Implantats in den Kieferknochen wird auf den Implan-              Pfosten in die Mundhöhle ragen, sind seitliche Belas-
tatkörper ein Abutment befestigt, das die Zahnkrone               tungen (laterale Scherkräfte) auf das Implantat, z. B.
trägt. Je nach Insertionsmethode (konventionell mit               durch die Zunge, praktisch aus­geschlossen.

                         Einteiliges Implantat
                         mit festem
                         Implantatkopf
                         (prothetischer und
                         intraossärer Teil
                         bestehen aus einem
                         Werkstück)

                                            Zweiteiliges Implantat
                                            bestehend aus dem Implantat-
                                            körper (intraossärer Teil, unten)
                                            und einem ver­schraubbarem
                                            Aufbau/Abutment (protheti-
                                            scher Teil, oben)

24
Titan als Implantatmaterial

Titan – Allergie und Unverträglichkeit                        Titan-Unverträglichkeit

Zahnimplantate werden aus verschiedenen Materiali-            Bei 10–15 % der Bevölkerung ist generell eine Titano-
en gefertigt. Titan hat sich dabei als Implantatmaterial      xid-Unverträglichkeit nachweisbar! Diese wird durch
durchgesetzt, da es im Körper keine Abstoßreaktionen          die Ablösung kleinster Nano-Titanpartikel verursacht,
auslöst und gut verträglich ist – es hat im Vergleich zu      die bei jeder Implantation von Titan-­Implantaten er-
anderen Metallen eine weitaus bessere immunologi-             folgt.
sche Verträglichkeit.                                             Durch unmittelbare Oxidation wird aus diesen
                                                              Partikeln Titanoxid, das sich nahezu immer im umge-
Implantatmaterial: Titan                                      benden Knochen- oder Weichgewebe des Implantats
                                                              befindet. Die Gewebemakrophagen (Abräumzellen)
Titan gibt es in verschiedenen Reinheitsgraden: Titan         nehmen diese Titanoxidpartikel auf und setzen pro-
Grad 1 ist reines Titan (99,5 %). Da Titan ein relativ wei-   entzündliche Zytokine frei. Die Immunantwort des
ches Metall ist, wird es durch Legierungen den jewei-         Körpers darauf ist sehr individuell und hängt u. a. von
ligen technischen Anforderungen angepasst. In der             genetischen Varianten ab. Die Titanunverträglichkeit
Implantologie wird vor allem Titan Grad 4 verwendet,          ist daher meist die Folge einer gesteigerten Entzün-
manche Implantathersteller verwenden Titan Grad 4b,           dungsbereitschaft der Gewebemakrophagen auf Ti-
ein kalt verformtes Titan Grad 4, das besonders stabil        tanoxidpartikel.
ist. Titan Grad 4/4b hat sich dabei als Implantatmateri-          Es handelt sich dabei nicht um eine Allergie! Ob
al seit Jahren durchgesetzt, da es keine Abstoßreakti-        eine Titanoxid-Unverträglichkeit besteht, kann im Vor-
onen im Körper auslöst und zudem gut verträglich ist          feld einer Implantation in einem speziali-
(biokompatibel).                                              sierten Labor untersucht werden.
   Titan Grad 5 wird vor allem für durchmesserredu-               Für die Untersuchung nimmt Ihr Haus-
zierte Mini-Implantate verwendet. Das Material ist            arzt Blut ab und lässt dieses in einem
härter als Titan Grad 4, da die Legierung aus 90 %            immunologischen Diagnostikzentrum
Titan, 6 % Aluminium und 3 % Vanadium besteht. Die            (z. B. imd-berlin. de) analysieren. Es
Biokompatibilität wird durch diese Legierung jedoch           wird sowohl eine genetische Prädispo-
reduziert.                                                    sitionsanalyse durchgeführt als auch
   Insofern Sie sich für Titan-Implantate entscheiden,        ein spezieller Titan-Stimulationstest.
achten Sie als Patient darauf, ein Titan Grad 4b-Im-          Hierbei handelt es sich um eine Pri-
plantat (kalt verformt) zu erhalten. In wissenschaft-         vatleistung, die mit ca. 80–150 Euro
lichen Abhandlungen wird sogar die Alzheimer-­                zu Buche schlägt.
Erkrankung mit Titan Grad 5 dissoziiert.

                              Titanabrieb und                                      Einblick in ein zweiteiliges
                              Makrophagen                                          Titan-Implantat

                                                                                                                  25
Keramik / Zirkon

Implantatmaterial: Keramik

Wer unter einer Titanoxid-Unverträglichkeit leidet oder
sich grundsätzlich kein Metall in den Körper inkorporie-
ren lassen möchte, muss nicht auf Implantate verzich-
ten. Keramik gilt als ideales Material für Zahnimplanta-
te, nicht nur Bio-kompatibel ist, sondern vom Körper
nicht als Fremdkörper erkannt wird und es somit keine
Unverträglichkeit auslösen kann. Der verwendete Werk-
stoff ist Zirkondioxid wird allen Anforderungen gerecht.
                                                           Ist Keramik immer metallfrei?
Wie metallfrei ist ein Keramik-Implantat?
                                                           Moderne Keramik-Implantate bestehen aus dem Werk-
                                                           stoff Zirkondioxid, der durch Beimengungen von Alumi-
Für Keramik-Implantate werden unterschiedliche Zir-        niumoxid (Al2O3) stabilisiert wird. Das BioWin!-Implantat
kondioxid-Verbindungen verwendet. Um einer Alte-           hat einen Aluminiumoxidanteil von lediglich 0,25 %, an-
rung des Materials vorzubeugen, wird Aluminiumoxid         dere Implantate, z. B. ATZ, einen Anteil bis zu 25 %! Obwohl
beigemischt. Aber Metallfreiheit bezieht sich nicht nur    Aluminiumoxid chemisch gesehen kein Metall ist, können
auf das Implantatmaterial, sondern auch auf die Ver-       sich aus dieser Verbindung Moleküle lösen und eine neue
bindung zwischen Implantatkörper und Abutment und          Verbindung eingehen. Bevor Sie sich metallfrei versorgen
bei zweiteiligen Implantaten und auf das Abutment          lassen, fragen Sie bitte Ihren Implantologen, welchen Alu-
                                                           miniumoxidanteil das von ihm verwendete Implantat hat.
selbst. Verschiedene Implantatsysteme verschrauben
das Abutment mit einer Schraube aus Titan, Hartmetall,
Karbon, Gold- oder gar Zirkon – das Abutment selbst
besteht dabei aus Zirkon oder Titanoxid.                                    Beispiele von ein- und
                                                                            zweiteiligen Keramik-Implantaten
Komplett metallfrei

Wer sich komplett metallfrei versorgen lassen will oder
muss kann z. B. auf ein- oder zweiteilige Keramik-Im-
plantate BioWin! zurückgreifen. Für dieses Implantat
liegen positive wissenschaftliche Studien (auch Lang-
zeitstudien) vor, u. a. aus 2014 eine 2-Jahresstudie der
Düsseldorfer Universität unter Leitung von Prof. Becker.
Das patentierte Herstellungsverfahren gibt dem Im-
plantat eine besonders gute Oberflächenrauigkeit, die
zu einer 95,8 %igen Osseointegration (Knochenintegra-
tion) führt, das Abutment aus Glasfaser wird ohne jegli-
chen Spalt auf den Implantatkörper geklebt.

26
Wie viele Implantate werden mindestens benötigt?

Ein zahnloser Kiefer kann klassisch mit einer heraus-     wird nur minimal stabilisiert, in vielen Fällen schaukelt
nehmbaren Haftprothese, alternativ – wenn der Patient     die Prothese weiterhin hin und her.
mit Implantaten versorgt werden möchte – mit einer
herausnehmbaren, implantatgetragenen Prothese             All-on-4*–Versorgung mit vier Implantaten pro Kiefer
oder mit festsitzendem Zahnersatz auf Implantaten         für festsitzenden Zahnersatz
versorgt werden. Beide Versorgungen haben Vorteile
gegenüber der Haftprothese, denn sie geben siche-         Stark beworben wird seit einigen Jahren eine Versor-
ren Halt und schmerzhafte Druckstellen auf dem Zahn-      gung von festsitzendem Zahnersatz auf vier Implanta-
fleisch werden vermieden. Im Oberkiefer wird keine        ten pro Kiefer. Die Konsensuskonferenz Implantologie
Gaumenplatte benötigt und Patienten können wieder         empfiehlt, möglichst jeden fehlenden Zahn mit einem
unbeschwert schmecken und genießen.                       Implantat zu ersetzen. Ein zahnloser Kiefer müsste –
   Festsitzender Zahnersatz wird von Patienten als        theoretisch – mit 12 bis 14 Implantaten (Versorgung
besonders angenehm empfunden und ist ästhetisch           bis zum 6. bzw. 7. Zahn pro Quadrant) versorgt wer-
die anspruchsvollste Lösung, denn sie schließt in der     den, um den starken Kaudruck gleichmäßig zu vertei-
Regel harmonisch mit dem Zahnfleisch ab. Im Idealfall     len. Eine Versorgung mit vielen Implantaten hat den
ist kein Unterschied zu echten Zähnen erkennbar.          Vorteil, dass der Kieferknochen gleichmäßig belastet
   Wurde über viele Jahre eine Haftprothese getra-        wird und nicht (mehr weiter) atrophiert.
gen, hat sich meistens der Knochen zurückgebildet            Der Entwickler dieses Implantatkonzepts, Prof. Dr.
und das Zahnfleisch wurde in Mitleidenschaft ge-          Paulo Maló, Lissabon, gibt als Einschlusskriterium ei-
zogen. Vielfach empfiehlt sich in diesen Fällen eine      nen vollständig zahnlosen Kiefer an.
herausnehmbare, implantatgetragene Prothese. Auch            Wer also noch über eine Restbezahnung verfügt
diese sitzt „fest“, kann aber zur Pflege und Mundhygi-    – die sich sehr gut mit Implantaten kombinieren lässt –
ene herausgenommen werden.                                sollte sich vor einer Entscheidung für dieses Konzept
   Wer sich im Internet auf Seiten von Implantologen      eine zweite Meinung mit einem alternativen Heil- und
und Zahnkliniken über Zahnimplantate informiert,          Kostenplan einholen.
stößt auf recht unterschiedliche Aussagen, wie viele         Schwachpunkt dieses Konzeptes ist, dass – wenn
Implantate für die Versorgung eines zahnlosen oder        nur ein Pfeiler nicht auf Dauer funktionstüchtig bleibt –
teilbezahnten Kiefers erforderlich sind.                  das gesamte Konzept hinfällig ist.

Mittiges Einzelimplantat                                  Versorgung mit mehr als vier Implantaten ­pro Kiefer

Als preiswerteste Lösung für die Versorgung einer         Bei einer Versorgung mit vielen Implantaten verteilt
herausnehmbaren, implantatgetragenen Unterkiefer-         sich der Kaudruck sehr gleichmäßig auf den gesam-
prothese wird von einigen Implantologen das zentrale      ten Kiefer und Atrophieen werden aktiv vermieden.
Einzel­implantat propagiert.                              Erfolgt die Versorgung mit Champions Premium-Im-
   Mittig im Unterkiefer wird ein Mini-Implantat aus      plantaten, die günstiger sind als vergleichbare Implan-
Titan Grad 5 inseriert. Der gesamte Kaudruck lastet       tatsysteme, muss der Patient keine Kompromisse beim
jedoch weiterhin auf dem Zahnfleisch, die Prothese        Material und der Anzahl der gesetzten Implantate ein-
                                                          gehen und ist optimal versorgt.
* eingetragenes Warenzeichen von Nobel BioCare
                                                                                                                 27
Durchbruch in der Zahnmedizin – patienteneigenes Knochenersatzmaterial

Nach einer Zahnentfernung (Zahnextraktion) bilden                  Wird nach einer
sich Knochen und Weichgewebe zurück, sofern das                    Zahnentfernung
leere Zahnfach nicht mit Knochen-Ersatzmaterial auf-               das leere Zahnfach
                                                                   nicht mit einem
gefüllt wird. In der Wissenschaft ist ein Volumenverlust
                                                                   geeigneten
des Alveolarknochens horizontal und auch vertikal                  Material aufgefüllt,
von bis zu 50 % dokumentiert und dies bereits in den               bilden sich Hart-
ersten 6 Monaten nach Zahnverlust. Die Folgen sind                 und Weichgewebe
unschöne, deutlich sichtbare Vertiefungen/Krater                   zurück und es
im Zahnfleisch. Ein größeres Problem stellt das nicht              entstehen Krater
mehr vorhandene Knochenvolumen dar, wenn für ei-                   (oben). Diese sind
nen späteren Zeitpunkt eine Implantation geplant ist.              nicht nur ästhetisch
   Die Therapie „Socket Preservation“ (Auffüllen des               unschön, sondern
                                                                   in vielen Fällen
leeren Zahnfachs – der Alveole – mit Knochenersatz-
                                                                   reicht der Knochen
material) ist ein modernes Verfahren zur Erhaltung des             nicht aus, wenn
Kieferknochens nach Zahn-Extraktion und erzielt ein                später einmal ein
vorhersagbares ästhetisches und funktionell hervor­                Implantat die Lücke
ragendes Ergebnis.                                                 schließen soll.
   In der Vergangenheit wurde für das Auffüllen der
Alveole entweder Knochenersatzmaterial verwen-
det, das aus Rinder- oder Pferdeknochen gewonnen
wurde (xenogenes Material), oder synthetischen                     Wird gleich nach
Knochenersatzmaterial (TCP). Vielen Patienten ist der              der Extraktion das
Gedanke, Material von anderen Lebewesen oder syn-                  Zahnfach mit Kno-
                                                                   chenersatzmaterial
thetisches Material in ihrem Kiefer zu haben, aber un-
                                                                   aufgefüllt, bleiben
angenehm, weil die Übertragung von Prionen (kleins-
                                                                   Hart- und Weichge-
te Eiweißmoleküle) trotz eines intersiven Sterilisations-          webe erhalten.
prozess nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

                                                                   … und hier ein
                                                                   Video dazu.

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Der Smart Grinder

Aber es gibt eine Alternative:

Prof. Itzhak Binderman, Inhaber des Lehrstuhls für          zum Augmentat aufbereitet. Verwendbar sind Kör-
Orale Biologie an der Universität Tel Aviv und interna-   nungen mit einer Größe von 0,3 mm bis 1,2 mm. Der
tionaler Spezialist für Gewebe, hat seit 2009 Studien     Smart Grinder übernimmt das Mahlen und Sortieren
durchgeführt, um extrahierte Zähne als patientenei-       des partikulierten Zahns quasi vollautomatisch. Der
genes (autologes) Knochenersatzmaterial verwen-           gesamte Reinigungsprozess Dauert nur wenige Minu-
den zu können. Im Gegensatz zu nicht ortständigem         ten und wird von mir und meinem Team direkt in der
Knochenersatzmaterial (z. B. ein Knochentransplantat      Praxis durchgeführt. Die Struktur des Augmentats ist
aus der Hüfte oder dem Ramus mandibulae – dem             grobkörnig-pastös und lässt sich leicht einbringen. Bei
aufsteigenden Kieferknochen – (oder gar Material von      Zahnentfernungen werden mit dem Knochenersatz-
Rindern (xenogen) wird das aus den Zähnen gewon-          material die leeren Zahnfächer aufgefüllt, aber auch
nene Augmentat – richtige Aufbereitung natürlich vo-      bei Implantationen empfiehlt sich dieses Augmentat
rausgesetzt – nicht resorbiert, sondern innerhalb von     zum Auffüllen. Es ist aber genauso für Knochenauf-
wenigen Monaten zu Knochen umgewandelt, weil die          bauten verwendbar.
Zahnhartsubstanzen Knochen sehr ähnlich sind: 70 %          Wissenschaftliche Publikationen, auch histologische
sind mineralische Substanzen,                                                Studien, belegen den Erfolg die-
20 % organische Bestandteile                                                 ses Verfahrens, das vielen anderen
– größtenteils Kollagen – die                                                Knochenersatzmaterialien – nicht
restlichen 10 % sind vor allem                                               nur preislich – überlegen ist. Da aus-
Wasser.                                                                      schließlich patienteneigene Zähne
   Die Gruppe um Prof. Itzhak                                                für das Smart Grinder-­Verfahren
Binderman hat dieses Ver-                                                    verwendet werden sollen, empfiehlt
fahren standardisiert und die                                                Prof. Binderman allen Patienten,
dazu erforderlichen Geräte                                                   sich zukünftig jeden extrahierten
entwickelt. Die gesäuberten,                                                 Zahn mitgeben zu lassen, damit
von Karies, Füllungen – auch                                                 Grundmaterial zur Erzeugung von
Wurzelkanalfüllungen und                                                     autologem Knochenersatzmate-
möglichen Toxinen – gereinig-                                                rial vorhanden ist falls zu einem
ten Zähnen werden zunächst                                                   späteren Zeitpunkt eine Knochen-
mit dem patentierten Smart                                                   augmentation notwendig werden
Grinder zermahlen, anschlie-                                                 sollten.
ßend gereinigt und sind so

                                                                                                                29
Ablauf des Smart Grinder-Verfahrens

Das Smart Grinder-Verfahren arbeitet nach einem sehr         20 Minuten und kostet Sie – da dies eine Privatleistung
einfachen Protokoll und wird auch in meiner Zahnarzt-­       ist, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse über-
praxis durchgeführt. Der gesamte Vorgang dauert ca.          nommen wird – ca. 150 bis 200 €.

Die extrahierten Zähne werden mit einem Diamanten unter Wasserkühlung von Karies, Amalgam, Composite-, Endodontie­
resten gereinigt.

Die gereinigten Zähne in der           Der Smart Grinder partikuliert die Zähne   Das gewonnene, zerkleinerte und nach
Mahlkammer                             und sortiert sie.                          Partikelgröße sortierte Material.

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Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen, dass       Das mit dem Smart Grinder gewonnene KEM muss
durch das Auffüllen der Extraktionsalveole mit Kno-        nicht mit einer Membran abgedeckt werden, da es
chenersatzmaterial ein Volumenverlust des Hart- und        feucht und klebrig wie „chinesischer Reis“ ist. Beach-
Weichgewebes verhindert wird.                              ten Sie aber bitte das Trink-, Ess- und Putzverbot für
                                                           die nächsten 2 ½ Stunden nach dem das Material
                                                           eingebracht wurde.

Im Cleanser wird das gewonnene      Deutlich zu erkennen ist die grob-
Material gereinigt.                 körnige, pastöse Struktur.

                                                                                                                31
Unsere Schwerpunkte

Über die Leistungen der minimalinvasiven Implantologie hinaus,
haben wir uns auf folgende Schwerpunkte spezialisiert
(Kassen, Privat, Selbstzahlerleistungen):

•   Prophylaxe
•   Professionelle Zahnreinigung
•   Laserzahnmedizin
•   Oralchirurgie
•   Ästhetische Zahnheilkunde
•   Parodontologie
•   Angstpatienten und Lachgassedierung
•   Wurzelbehandlungen

Sp r e c h z e i t e n

Montag–Freitag		         09:00–13:00 Uhr
Montag & Donnerstag      14:00–18:00 Uhr
Dienstag		               14:00–20:00 Uhr

Zahnarztpraxis                      Schwimmbadstraße 46 | 79100 Freiburg
Dr. Lukas Bündgen                   Fon 0761 70 99 70 | Fax 0761 75 67 0
Fachzahnarzt für Oralchirurgie      info@zahnarzt-buendgen.de | www.zahnarzt-buendgen.de
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