Nahwärmeversorgung für das Wohngebiet auf dem Barl in der Stadt Zell (Mosel) - MACHBARKEITSSTUDIE - Zell Mosel
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MACHBARKEITSSTUDIE
Nahwärmeversorgung für das
Wohngebiet auf dem Barl in der
Stadt Zell (Mosel)
(Anhang 6)
Birkenfeld, im September 2016Impressum
Herausgeber:
Stadt Zell (Mosel)
Balduinstr. 44
56856 Zell (Mosel)
Ansprechpartner:
Hans Schwarz
Bürgermeister
Telefon: 06542 9696-0
E-Mail: info@zellmosel.de
Konzepterstellung:
Hochschule Trier
Umwelt-Campus Birkenfeld
Postfach 1380
Förderung: 55761 Birkenfeld
Das diesem Bericht zugrunde liegende Projekt Wissenschaftliche Leitung:
wurde mit freundlicher Unterstützung des Mi-
nisteriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie Prof. Dr. Peter Heck
und Landesplanung des Landes Rheinland- Geschäftsführender Direktor des IfaS
Pfalz aus dem Landesprogramm Konversion
(Kapitel 0875, Titel 63302) im Rahmen des
Projektleitung:
Wettbewerbs Regionalentwicklung Hunsrück
und der KfW-Bankengruppe aus dem Pro- Dr. Alexander Reis, Wiebke Klingenberger
gramm 432 „Energetische Stadtsanierung“
(Zuschuss-Nr.: 17779936) durchgeführt.
Projektbearbeitung:
Isabel Bätzold, Sven Beck, Robert Fritz, Kevin
Hahn, Jasmin Jost, Bernd Junge, Ulrike Kir-
schnik, Christian Koch, Britta Kuntz, Caterina
Orlando, Sara Schierz, Sarah Welter, Karsten
Wilhelm
Quellenangabe Titelbild:
Webseite Gewerbeverein Zell e.V.
(http://www.gewerbeverein-zell-mosel.de)Inhaltsverzeichnis 1 Ausgangssituation und Projektziel ................................................................... 1 2 Methodik .............................................................................................................. 2 2.1 Datenerhebung ............................................................................................... 2 2.2 Datenauswertung............................................................................................ 3 2.3 Technische Auslegung ................................................................................... 5 2.4 Wirtschaftlichkeitsanalyse ............................................................................... 5 2.5 Sensitivitätsanalyse ........................................................................................ 6 3 Anschlussgebiet und Szenarien ........................................................................ 7 4 Ergebnisse .......................................................................................................... 9 4.1 Leitungsnetz ................................................................................................... 9 4.2 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ........................................................................ 9 4.3 Sensitivitätsanalyse ...................................................................................... 10 4.4 Energie- und CO2-Bilanz .............................................................................. 13 5 Fazit.................................................................................................................... 14 6 Ausblick ............................................................................................................. 14 Tabellenverzeichnis .................................................................................................. II Abbildungsverzeichnis ............................................................................................. II © IfaS 2016 III
Ausgangssituation und Projektziel
1 Ausgangssituation und Projektziel
Die Wärmeversorgung der Gebäude in Zell-Barl basiert hauptsächlich auf fossilen Energie-
trägern, der meistgenutzte Brennstoff ist Heizöl. So werden nicht nur große Mengen CO2
emittiert, auch erhebliche Finanzmittel verlassen die Region. Zudem sind ca. 50% der Hei-
zungsanlagen älter als 20 Jahre und müssen voraussichtlich in den nächsten Jahren erneu-
ert werden.
Im Rahmen der Erstellung des integrierten energetischen Quartierskonzepts für die Stadt
Zell (Mosel) durch das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) wurde die
Machbarkeit einer zentralen Wärmeversorgung im Stadtteil Barl untersucht. Die nachhaltige
Energieversorgung auf Basis des regionalen Energieträgers Holz führt zu einer Unabhängig-
keit von fossilen Energieimporten, einer Stabilisierung der Energiekosten sowie einer Erhö-
hung der regionalen Wertschöpfung in der Stadt.
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Szenarien aufgezeigt und ana-
lysiert. Der vorliegenden Bericht gibt eine Übersicht der Ergebnisse. Dazu zählen die Daten
aus einer Realdatenerhebung und -analyse sowie Netzberechnungen und die dazugehörigen
wirtschaftlichen Betrachtungen.
Ziel: Effiziente Wärmeversorgung von öffentlichen sowie privaten Wohngebäuden
Konzept: Nahwärme mit biomassebasierten Brennstoffen (Grundlast) sowie fossiler
Spitzenlastversorgung
© IfaS 2016 1Methodik
2 Methodik
Die einzelnen Arbeitsschritte zur Vorplanung eines Nahwärmenetzes und deren Ziele sind in
der folgenden Abbildung zusammengefasst.
Vorplanung eines Nahwärmenetzes
Arbeitsschritte Ziel
Informationen zu Gebäude, Heizanlage und
Datenerhebung Brennstoffverbrauch; Unverbindliche Angabe zum
Interesse an einem Netzanschluss
Datenauswertung Verteilung Interesse und Wärmebedarf
Technische Auslegung Netzvarianten und Standort Heizzentrale
Wirtschaftlichkeitsanalyse Wärmebereitstellungspreis
Vergleichbarkeit mit herkömmlichen
Sensitivitätsanalyse
Wärmeversorgungskonzepten
Entscheidungsgrundlage für weitere Planung und Umsetzung
Abbildung 2-1: Arbeitsschritte und Ziele der Vorplanung
Nachfolgend ist die Methodik beschrieben, welche zu tragfähigen Aussagen zur Wirtschaft-
lichkeit des Projektes führt.
2.1 Datenerhebung
Nach der Informationsveranstaltung und ersten Gesprächen in der Steuerungsgruppe der
Stadt wurde in Zell (Mosel) eine Realdatenerhebung der bestehenden Heizanlagen in den
Wohngebäuden mit Hilfe eines vom IfaS erstellten Fragebogens durchgeführt. Auf Basis der
Ergebnisse dieser Erhebung, die Fragen zu Gebäude, Heizungsanlage(n), Brennstoffart und
© IfaS 2016 2Methodik –bedarf sowie Interesse an einem möglichen Netzanschluss enthielt, erfolgten die nachfol- gend beschriebenen Berechnungen. 2.2 Datenauswertung Die erhobenen Realdaten wurden hinsichtlich ihrer Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Fehlende Daten wurden gegebenenfalls durch entsprechende Kennwerte ergänzt. Zur Be- stimmung des Brennstoffbedarfs wurden lediglich die Verbrauchsdaten der zentralen, meist fossil befeuerten Heizungsanlage berücksichtigt. Zusätzliche Heizungsanlagen auf Basis von Holzbrennstoffen wurden außer Acht gelassen, da davon ausgegangen wird, dass diese im Falle eines Anschlusses an ein Wärmenetz weiterhin betrieben werden. An der Befragung haben 81 Haushalte teilgenommen, davon 68 aus dem Stadtteil Barl. Zu- sätzlich liegen Daten von zehn öffentlichen und gewerblich genutzten Gebäuden vor. Bei den Objekten, von denen kein Fragebogen vorliegt bzw. für die keine Angaben zum Brennstoff gemacht wurden, wurde von einer reinen Heizölnutzung ausgegangen. Der Heizwärmebe- darf für diese Objekte berechnete sich anhand gebäudespezifischer Kennwerte, welche mit Hilfe einer GIS-basierten Ermittlung der Gebäudefläche sowie der Bestimmung der Gebäu- dealtersklassen während der Quartiersbegehung festgelegt wurden. Daraus resultiert die Datengrundlage für alle nachfolgenden Berechnungen sowie Analysen zum Wärmebedarf und schließlich zur Netzdimensionierung. 2.2.1 Verteilung Interesse Aus der Befragung ging hervor, dass im Stadtteil Barl 40 Gebäude-Eigentümer Interesse an einem Anschluss an ein Nahwärmenetz haben, sechs weitere antworteten mit „eventuell“. Hinzu kommt der Kindergarten als öffentliches Gebäude, hierzu liegen jedoch keine realen Verbrauchsdaten vor. Abbildung 2-2 zeigt die prozentuale Verteilung der Haushalte, die an der Befragung teilgenommen haben sowie deren Anschlussbereitschaft. Mithilfe der GIS- basierten Auswertung der Daten wurde die geografische Verteilung des Interesses ermittelt (vgl. Abbildung 2-3). © IfaS 2016 3
Methodik
Abbildung 2-2: Ergebnisse aus der Bürgerbefragung
Abbildung 2-3: Ergebnisse aus der Bürgerbefragung zur Anschlussbereitschaft
2.2.2 Verteilung Wärmebedarf
Ebenso wurde die Verteilung des Wärmebedarfs bestimmt. Basis für die in Abbildung 2-4
dargestellten Ergebnisse bildeten die Angaben aus der Realdatenerhebung sowie die mittels
Kennwerten berechneten.
© IfaS 2016 4Methodik
Abbildung 2-4: Wärmebedarf
2.3 Technische Auslegung
Für das Leitungsnetz werden Kunststoffverbundmantelrohre (KMR, Stahlmediumrohr mit
Kunststoffmantel zur Isolierung) als Hauptleitungen und flexible Kunststoffmediumrohre
(PMR, Kunststoffmediumrohr, meist mit Dämmschicht aus Polyurethan und Mantel aus Po-
lyethylen) als Anschlussleitungen verwendet. Die Verlegung der Hauptleitungen erfolgt
(größtenteils) unter der Straße, eine Oberflächenwiederherstellung ist notwendig. Die Be-
stimmung der Rohrnetzlängen der einzelnen Abschnitte erfolgte im Zuge der GIS-basierten
Auslegung des Wärmenetzes.
Eine wichtige Kennzahl, die sich aus der Dimensionierung des Leitungsnetzes ergibt und
Aufschluss über die Effizienz des Netzes gibt, ist die Wärmebedarfsdichte in kWh/m*a. Die
KfW-Bankengruppe fördert Vorhaben ab einem Mindestwärmeabsatz von 500 kWh/m*a
durch das KfW-Förderprogramm „Erneuerbare Energien Premium“.
2.4 Wirtschaftlichkeitsanalyse
Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beinhaltet sämtliche Kosten für die Errichtung und den
Betrieb des Nahwärmenetzes. Hierfür wurden aus der technischen Vorplanung zuerst die
Investitionen überschlägig ermittelt. Mit Hilfe der Annuitätenmethode werden diese dann
über eine Laufzeit von 20 Jahren auf Jahreskosten umgelegt. Nach VDI 2067 werden zu den
© IfaS 2016 5Methodik
Kapitalkosten noch Verbrauchskosten für Holzhackschnitzel, Heizöl und Strom sowie Be-
triebskosten und sonstige Kosten (z. B. Versicherung, Verwaltung usw.) addiert. Daraus
ergibt sich der Wärmebereitstellungspreis.
Zusätzlich wurden Fördermittel der KfW-Bankengruppe sowie des Ministeriums für Wirt-
schaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz berücksichtigt.
Um die Auswirkungen einer zukünftig möglichen Preisentwicklung am Rohstoffmarkt auf die
Nahwärmeversorgung zu ermöglichen, wurden zwei Preisszenarien betrachtet. Dabei wurde
der aktuelle Heizölpreis (Stand September 2016 mit 0,42 €netto/Liter) mit einem möglichen
zukünftigen Heizölpreis von 0,67 €netto/Liter (Herbst 2014) verglichen.
2.5 Sensitivitätsanalyse
Die Sensitivitätsanalyse ist ein wirtschaftswissenschaftliches Werkzeug zur Beurteilung der
Auswirkungen von Parameteränderung auf ein betrachtetes Endergebnis. In der vorliegen-
den Machbarkeitsstudie werden die Folgen der Brennstoffpreissteigerung auf die Wärme-
preise der Versorgungsvarianten untersucht. Ferner werden die Auswirkungen der Inflation
auf die Kapital- und Betriebskosten mit einbezogen. Die Referenzvariante mit Bestandskes-
sel wird im Rahmen der Sensitivitätsanalyse vernachlässigt, weil keine Investitionen und so-
mit keine Kapitalkosten anfallen.
In der Sensitivitätsanalyse werden die Wärmepreise der Nahwärmevarianten sowie die
Wärmepreise der Referenzvarianten Brennwert- und Niedertemperatur-Kessel betrachtet
und miteinander verglichen. Der Betrachtungszeitraum ist auf 20 Jahre angesetzt.
1
Tabelle 2-1: Datenbasis Sensitivitätsanalyse
1
(1) Heizöl und Erdgas (2005-2014): www. energietools.ea-nrw.de; Heizöl (2015): www.tecson.de; Erdgas (2015):
www.bmwi.de (Energiedaten); Waldhackschnitzel: www.carmen-ev.de (Preisentwicklung bei Waldhackschnitzeln); Holzpellets:
www.carmen-ev.de (Der Holzpellet-Preis-Index); (2) Nahwärmetool
© IfaS 2016 6Anschlussgebiet und Szenarien
3 Anschlussgebiet und Szenarien
Nach der Auswertung der Daten wurde in der Steuerungsgruppe diskutiert und als mögliches
Versorgungsgebiet der gesamte Wohnbereich des Barl ausgewählt, in welchem eine tiefer-
gehende Betrachtung erfolgen sollte. Dieses wird sich sicherlich hinsichtlich einer praxisna-
hen Umsetzung noch angepasst werden.
Anschließend wurden die Ergebnisse in folgenden Bürger-Workshop vorgestellt und disku-
tier:
1. Bürgerworkshop Nahwärme Barl, 8. Juni 2016 (5 Teilnehmer)
2. Bürgerworkshop Nahwärme Barl, 13. Juli 2016 (< 30 Teilnehmer)
3. Bürgerworkshop Nahwärme Barl, 7. September 2016 (< 40 Teilnehmer)
Abbildung 3-1: ausgewähltes Wärmenetz
Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass alle angrenzenden Gebäude an das Netz
angeschlossen werden, erfolgte die Netzauslegung mit einer Anschlussquote von 40% zu-
sätzlich zu den 46 Gebäudeeigentümern, die Interesse (ja und eventuell) an einem An-
schluss an ein Nahwärmenetz bekundet hatten.
Das Nahwärmenetz soll mit Holzhackschnitzeln versorgt werden, zusätzlich wird ein Öl-
Reservekessel installiert, der die Redundanz bildet und den Biomassekessel im Winter un-
terstützt. Die jeweils benötigten Kesselleistungen und Brennstoffmengen sind in Tabelle 3-1
dargestellt.
© IfaS 2016 7Anschlussgebiet und Szenarien
Tabelle 3-1: benötigte Kesselleistungen und Brennstoffmengen
Anteil Anteil Brennstoff-
Anlage Versorgung Leistung
Arbeit Leistung menge
Holzhackschnitzel- Grund- und
80% 40% 740 kW 1.000 t
Kessel Mittellast
Spitzenlast
Öl-Kessel 20% 60% 1.850 kW 94.600 l
und Reundanz
Zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit wurden zwei Szenarien betrachtet. In Szenario 1 wurde
der aktuelle Heizölpreis (0,42 €netto/Liter, Stand: September 2016) berücksichtigt. Da jedoch
davon ausgegangen werden kann, dass der Heizölpreis nicht auf dem aktuell niedrigen Ni-
veau bleiben wird, wurde in Szenario 2 ein möglicher zukünftiger Preis von 0,67 €netto/Liter
(September 2014) angenommen.
Für jedes Szenario wurden des Weiteren jeweils zwei Finanzierungsoptionen betrachtet. In
Fall a wird davon ausgegangen, dass die Gesamtinvestition vollständig finanziert wird, wäh-
rend sich bei Fall b jeder Anschlussnehmer mit einem Eigenanteil in Form eines Baukosten-
zuschusses an der Investition beteiligt. Abbildung 3-2 zeigt eine Übersicht der betrachteten
Varianten und Szenarien.
Abbildung 3-2: Übersicht der betrachteten Szenarien
© IfaS 2016 8Ergebnisse 4 Ergebnisse 4.1 Leitungsnetz An das ausgewählte Wärmenetz sind insgesamt 126 Gebäude angeschlossen. Anhand von Luftbildern wurden die Rohrnetzlängen der einzelnen Abschnitte ausgemessen. Das Leitungsnetz misst eine Gesamtlänge von 5.360 m, davon entfallen 4.080 m auf die Hauptleitung und 1.280 m auf die Anschlussleitungen. Die Wärmebedarfsdichte und die zu deren Berechnung erforderlichen Parameter sind in Ta- belle 4-1 aufgeführt. Es können folglich Zuschüsse bei der KfW-Bank beantragt werden, ein wirtschaftlicher Betrieb ist voraussichtlich gegeben. Tabelle 4-1: Netzparameter Wärmebedarfsdichte [kWh/m*a] 658 übertragene Wärmemenge[kWh/a] 3.524.636 Länge Hauptleitung [m] 4.080 Gesamtlänge des Rohrnetzes [m] 5.360 angeschlossene Gebäude 126 4.2 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Nachfolgende Tabellen zeigen die überschlägig ermittelten Investitionen und Kosten für die unterschiedlichen Szenarien. In beiden Fällen wurden hierbei die bestehenden Förderpro- gramme berücksichtigt. Im Rahmen des Marktanreizprogrammes können die Anlagen jeweils über das KfW- Programm „Erneuerbare Energien – Premium“, inklusive dem seit Anfang 2016 verfügbaren Zusatzprogramm „Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE)“, gefördert werden. Des Weite- ren können Mittel aus dem Programm „Zukunftsfähige Energieinfrastruktur (ZEIS)“ des Mi- nisteriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz in An- spruch genommen werden. © IfaS 2016 9
Ergebnisse
Tabelle 4-2: Kostenübersicht und Wärmebereitstellungspreis Szenario 1
Übersicht Kosten
mit Eigenanteil
ohne Eigenanteil
6.000€
Investition 2.993.382 €
Heizanlagen 532.440 €
Wärmenetz, HÜS 2.318.400 €
unvorhergesehene Kosten 142.542 €
Förderung -937.080 €
MAP -582.420 €
APEE -109.824 €
ZEIS -244.836 €
Kapitalkosten 91.488 € 57.746 €
Verbrauchskosten 168.925 €
Betriebskosten 55.538 €
sonstige Kosten 39.670 € 36.971 €
Wärmebereitstellungskosten brutto 410.378 € 367.012 €
Wärmebereitstellungspreis brutto 0,116 €/kWh 0,104 €/kWh
Tabelle 4-3: Kostenübersicht und Wärmebereitstellungspreis Szenario 2
Übersicht Kosten
mit Eigenanteil
ohne Eigenanteil
6.000€
Investition 2.993.382 €
Heizanlagen 532.440 €
Wärmenetz, HÜS 2.318.400 €
unvorhergesehene Kosten 142.542 €
Förderung -937.080 €
MAP -582.420 €
APEE -109.824 €
ZEIS -244.836 €
Kapitalkosten 91.488 € 57.746 €
Verbrauchskosten 192.783 €
Betriebskosten 55.538 €
sonstige Kosten 41.579 € 38.880 €
Wärmebereitstellungskosten brutto 441.040 € 397.674 €
Wärmebereitstellungspreis brutto 0,125 €/kWh 0,113 €/kWh
4.3 Sensitivitätsanalyse
Tabelle 4-4 und Tabelle 4-5 zeigen die Referenzvarianten der unterschiedlichen Szenarien.
In Abbildung 4-1 und Abbildung 4-2 sind die möglichen Preisentwicklungen über 20 Jahre
dargestellt.
© IfaS 2016 10Ergebnisse
Tabelle 4-4: Referenzvarianten Szenario 1
Heizöl-Nieder- Heizöl-
temperatur- Brennwert- Altanlage
kessel kessel
Jahreswärmebedarf [kWh] 24.000
Jahresnutzungsgrad [%] 84% 95% 65%
Energieeinsatz [kWh] 28.493 25.349 36.923
Energieinhalt, Heizwert des
[kWh/l] 9,90
Brennstoffs
Brennstoffmenge [l] 2.878 2.560 3.730
Brennstoffpreis netto [€/l] 0,42
Spezifische
[€/a] 1.209 1.076 1.567
Brennstoffkosten/Jahr netto
Betriebsgebundene
Kosten/Jahr
[€/a] 230
(u.a. Wartung,/Reparatur,
Schornsteinfeger, Hilfsstrom)
Investition
inkl. Kessel, Regelung, [€] 6.575 10.225
Brauchwasserspeicher
Förderung
(Öl-Brennwertkessel: 10% KfW- [€] 1.023
Zuschuss)
Kapitalkosten bei 20-jähriger
[€/a] 402 563 0
Nutzungsdauer und 2% Zins
Gesamtkosten/Jahr
[€/a] 1.841 1.869 1.797
inkl. Wartung, Reparatur etc.
Wärmebereitstellungspreis
[€/kWh] 0,077 0,078 0,075
(netto)
Wärmebereitstellungspreis
[€/kWh] 0,091 0,093 0,089
(brutto)
Abbildung 4-1: Sensitivitätsanalyse Szenario 1
© IfaS 2016 11Ergebnisse
Tabelle 4-5: Referenzvarianten Szenario 2
Heizöl-Nieder- Heizöl-
temperatur- Brennwert- Altanlage
kessel kessel
Jahreswärmebedarf [kWh] 24.000
Jahresnutzungsgrad [%] 84% 95% 65%
Energieeinsatz [kWh] 28.493 25.349 36.923
Energieinhalt, Heizwert des
[kWh/l] 9,90
Brennstoffs
Brennstoffmenge [l] 2.878 2.560 3.730
Brennstoffpreis netto [€/l] 0,67
Spezifische
[€/a] 1.935 1.721 2.507
Brennstoffkosten/Jahr netto
Betriebsgebundene
Kosten/Jahr
[€/a] 230
(u.a. Wartung,/Reparatur,
Schornsteinfeger, Hilfsstrom)
Investition
inkl. Kessel, Regelung, [€] 6.575 10.225
Brauchwasserspeicher
Förderung
(Öl-Brennwertkessel: 10% KfW- [€] 1.023
Zuschuss)
Kapitalkosten bei 20-jähriger
[€/a] 402 563 0
Nutzungsdauer und 2% Zins
Gesamtkosten/Jahr
[€/a] 2.567 2.514 2.737
inkl. Wartung, Reparatur etc.
Wärmebereitstellungspreis
[€/kWh] 0,107 0,105 0,114
(netto)
Wärmebereitstellungspreis
[€/kWh] 0,127 0,125 0,136
(brutto)
Abbildung 4-2: Sensitivitätsanalyse Szenario 2
© IfaS 2016 12Ergebnisse
4.4 Energie- und CO2-Bilanz
Zur Deckung des Energiebedarfs kommen derzeit hauptsächlich fossile Energieträger zum
Einsatz. Der Anschluss an ein Nahwärmenetz, welches vorrangig mit erneuerbaren Energie-
trägern versorgt wird, hat daher geringere CO2-Emissionen zur Folge.
Für die Bilanz wurde der jeweilige Ist-Zustand der potentiellen Anschlussnehmer mit dem
Anschluss an das betrachtete Wärmenetz verglichen, um die Einsparungen zu ermitteln. Je
nach Brennstoff wurde dabei der Endenergiebedarf mit dem entsprechenden nicht erneuer-
baren Anteil des heizwertbezogenen Primärenergiefaktors nach DIN V 18599-1: 2011-12,
unter Berücksichtigung der aktuellen EnEV, belegt.
Durch die Verluste im Netz ergibt sich ein höherer Endenergiebedarf im Vergleich zu den
bestehenden Einzelfeuerungen. Jedoch sind Primärenergiebedarf und CO2-Emissionen
deutlich geringer, da im Wärmenetz, je nach Variante, weniger bis keine fossile Energien
eingesetzt werden. Wie Tabelle 4-6 zeigt, liegt der Mehrbedarf an Endenergie bei ca.
393.000 kWh/a, wohingegen der Primärenergiebedarf um etwa 3.215.000 kWh/a sinkt. Die
Einsparung der CO2-Emissionen beträgt etwa 900 t/a.
Tabelle 4-6: Energie- und CO2-Bilanz
außerhalb
Ist-Zustand Wärmenetz Einsparung
Wärmenetz
247 Gebäude 126 Gebäude 121 Gebäude
Primärenergiebedarf 10.178.999 kWh/a 1.592.738 kWh/a 5.371.143 kWh/a 3.215.118 kWh/a
fossil 10.178.999 kWh/a 1.217.976 kWh/a 5.371.143 kWh/a
erneuerbar 0 kWh/a 374.762 kWh/a 0 kWh/a
Endenergiebedarf 9.174.614 kWh/a 4.684.525 kWh/a 4.882.857 kWh/a -392.767 kWh/a
fossil 9.174.614 kWh/a 936.905 kWh/a 4.882.857 kWh/a
erneuerbar 0 kWh/a 3.747.620 kWh/a 0 kWh/a
CO2-Ausstoß 2.450 t/a 249 t/a 1.299 t/a 902 t/a
© IfaS 2016 13Fazit 5 Fazit Die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsabschätzung zeigen, dass die Nahwärme derzeit nur schwer mit einer heizölbasierten Einzelfeuerungslösung konkurrieren kann. Sobald der Heiz- ölpreis aber wieder ansteigt (z. B. Niveau 2014), ist die Nahwärme wirtschaftlich attraktiv und von Beginn an konkurrenzfähig zu einer heizölbasierten Einzelfeuerung. Dieser Effekt ver- stärkt sich, sobald sich die mittel- bis langfristigen bekannten Preissteigerungsraten wieder einstellen. Neben der Steigerung der regionalen Wertschöpfung liegt ein weiterer großer Vorteil in der Minderung der CO2-Emissionen um etwa 900 t/a durch den Einsatz des erneuerbaren Ener- gieträgers. Damit leistet das Wärmenetz einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. 6 Ausblick Für ein weiteres Vorgehen empfiehlt sich, die Entwicklung der Heizölpreise zu beobachten, um den optimalen Zeitpunkt für den Beginn der Umsetzung zu finden. Weiterhin sollten drin- gend die schon jetzt in Vorplanung befindliche Sanierung der Abwasserkanäle, die für die Jahre 2018/2019 angedacht ist berücksichtigt werden. Hieraus können sich Synergieeffekte für beide Gewerke ergeben. Konkret sollten hier erste Vorgespräche zwischen der VG- bzw. Stadtverwaltung und möglichen Investoren des Nahwärmeprojektes stattfinden. Parallel sollte eine erneute Bürgerbefragung stattfinden, um das generelle Interesse an ei- nem Anschluss an ein Nahwärmenetz zu ermitteln. Sobald der Entschluss gefasst wurde, mit der Umsetzung zu beginnen, sind Gespräche mit möglichen Investoren und Betreibern zu führen und die Planungen zu verfeinern. Eine konsequente Öffentlichkeitsarbeit (Bürgerin- formation, Bürgerveranstaltungen) während dieser Phase ist von großer Bedeutung. Für eine nachfolgende Detailplanung müssen Vorverträge zur Wärmelieferung mit den späteren An- schlussnehmern geschlossen werden. Nach Abschluss aller Planungen sind die erforderli- chen Genehmigungen einzuholen, bevor schließlich mit dem Bau begonnen werden kann. Als Zeithorizont sollten für die genannten Schritte etwa zwei Jahre veranschlagt werden. Ak- teure, die bei der Umsetzung eine Rolle spielen können, sind der Verein „unser-klima- cochem-zell e. V.“, der Landkreis Cochem-Zell sowie Energieversorgungsunternehmen und Bürger. © IfaS 2016 14
Tabellenverzeichnis Tabellenverzeichnis Tabelle 2-2: Datenbasis Sensitivitätsanalyse ......................................................................... 6 Tabelle 3-1: benötigte Kesselleistungen und Brennstoffmengen ............................................ 8 Tabelle 4-1: Netzparameter ................................................................................................... 9 Tabelle 4-2: Kostenübersicht und Wärmebereitstellungspreis Szenario 1 ............................ 10 Tabelle 4-3: Kostenübersicht und Wärmebereitstellungspreis Szenario 2 ............................ 10 Tabelle 4-8: Referenzvarianten Szenario 1 .......................................................................... 11 Tabelle 4-9: Referenzvarianten Szenario 2 .......................................................................... 12 Tabelle 4-10: Energie- und CO2-Bilanz ................................................................................ 13 Abbildungsverzeichnis Abbildung 2-1: Arbeitsschritte und Ziele der Vorplanung ........................................................ 2 Abbildung 2-2: Ergebnisse aus der Bürgerbefragung ............................................................. 4 Abbildung 2-3: Ergebnisse aus der Bürgerbefragung zur Anschlussbereitschaft.................... 4 Abbildung 2-4: Wärmebedarf ................................................................................................. 5 Abbildung 3-1: ausgewähltes Wärmenetz .............................................................................. 7 Abbildung 3-2: Übersicht der betrachteten Szenarien ............................................................ 8 Abbildung 4-1: Sensitivitätsanalyse Szenario 1 .................................................................... 11 Abbildung 4-2: Sensitivitätsanalyse Szenario 2 .................................................................... 12 © IfaS 2016 II
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