PILZE GEFUNDENES FRESSEN: SAMMLE DIR EINEN KORB VOLL WILDER - LÖWENZAHN VERLAG
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Stefan Marxer
Gefundenes Fressen:
Sammle dir einen Korb voll wilder
Pilze 4 Pilz-
aits
portr
n
für de
t
HerbsThe game is on: Herbst = Pilzzeit!
Also, worauf wartest du noch? Werde mit uns
zum Detektiv des Waldes und spür die wilden
Pilze auf, bis dein Korb randvoll ist! Jetzt ist
die beste Jahreszeit, um mit dem Pilzesammeln
loszulegen. Und weil der Herbst noch so viel
mehr zu bieten hat als Steinpilze und Pfifferlinge,
stellen wir dir hier vier richtig coole Wald-
bewohner vor, die sich gerade zwischen Moos
und Blättern verstecken.
Viel Spaß bei der Pilzjagd!
Deine LöwenzähneIM PILZ-SCHLARAFFENLAND –
ES IST HERBST!
Monat Einteilung Jahreszeit
Anfang September Frühherbst
Ende September Vollherbst Herbst
Oktober Spätherbst
Wenn die
Wenn die Hitzetage
Hitzetage des Augusts endlich da-
des Augusts da-
hinziehen, die Tage spürbar kürzer werden, werden,
dasLaub
das Lauballmählich
allmählich seine
seine Farbe
Farbe verändert
verändert und
undLuft
die die in
Luft
deninWäldern
den Wäldern merklich
merklich frischer
frischer wird,
wird,
ist derist der Einzug
Einzug der wichtigsten
der wichtigsten Saison fürSaison
uns
für uns Pilzsammler
Pilzsammler nichtaufzuhalten.
nicht mehr mehr aufzuhalten.Sehn-
Sehnsüchtig
süchtig warten warten wirRegen
wir auf auf Regen
– denn – denn wir
wir wis-
wissen,
sen, was was
nachnach ausgiebigen
ausgiebigen Niederschlä-
Niederschlägen bald
genuns
auf bald auf uns
wartet … wartet …
Eingefleischte Sucherinnen
Eingefleischte Sucherinnen stehen
stehen schon
schon in in
den Startlöchern.
den Startlöchern. Unter den den Pilzliebhabern
wird geflüstert:
geflüstert: Wächst
Wächst schon was? Die ers- ers- Unser Gespür für den Wald verrät uns,
ten Funde
ten Funde im im Herbst werden natürlich gern
werden natürlich wann die Pilze kommen …
verschwiegen, um
verschwiegen, um inin Ruhe
Ruhe allein suchen
suchen zu
können – ein
können ein ungeschriebenes
ungeschriebenes GesetzGesetz unter
Füralle,
Pilzjägern. Für alle,die
die
mitmit
demdem Pilzesam-
Pilzesammeln In den Laub- und Nadelwäldern, im Flach-
meln beginnen
beginnen möchten,möchten, ist nun
ist nun die die
ideale ideale
Zeit, um land
In denoder in höheren
Laub- Lagen beginnt
und Nadelwäldern, zu dieser
im Flachland
Zeit,umliegenden
die um die umliegenden
Wälder besser Wälder besser
kennenzu Zeit ein
oder regelrechter
in höheren LagenWettlauf
beginntverschiedens-
zu dieser Zeit
kennenzulernen.
lernen. Jetzt findestJetzt findest
du die größteduArtenvielfalt
die größte ter regelrechter
ein Pilzarten. Warme
WettlaufTage, kühle Nächte,
verschiedenster Pilz-
Artenvielfalt
des Jahres unddes Jahres und
die Chancen, diezu
fündig Chancen,
werden, (hoffentlich)
arten. ausreichende
Warme Tage, kühle Nächte,Niederschläge
(hoffentlich)
fündig zu
stehen fastwerden,
bei 100 stehen
%. Bis fast bei 100Vorgär-
in unsere %. Bis und eine wohlige
ausreichende Laub- und
Niederschläge Streudecke
und eine wohligeer-
in unsere
ten Vorgärtenrücken
und Parkanlagen und Parkanlagen
sie vor, um ihre rü- leichtern
Laub- undden jungen Pilzen
Streudecke das Heranwach-
erleichtern den jungen
cken sieim
Sporen vor, um ihre
Wind Sporen im
zu verteilen. Wind
Aber zu ver-
Achtung: sen und
Pilzen das sorgen für ein und
Heranwachsen wahres
sorgenSpektakel
für ein
teilen.die
Pilze, AbernaheAchtung:
an der Pilze, die naheZivilisa-
menschlichen an der am Waldboden.
wahres SpektakelSomit bietet der Herbst
am Waldboden. das
Somit bie-
menschlichen
tion Zivilisation
wachsen, solltest wachsen, meiden.
du prinzipiell solltest breiteste
tet Angebot,
der Herbst das die Pilzwelt
das breiteste Angebot,andas Köst-
die
du prinzipiell
Hier meiden. Hier kann die Schwer-
kann die Schwermetallbelastung deutlich lichkeiten,
Pilzwelt Farben, Formen
an Köstlichkeiten, und Kuriositäten
Farben, Formen und
metallbelastung
erhöht sein. deutlich erhöht sein. zu bieten hat.zu bieten hat.
Kuriositäten
114
4Aus
Aus phänologischer
phänologischer Sicht Sicht unterteilt
unterteilt sich
sich der
der
Herbst in
Herbst in drei
drei Phasen.
Phasen. Der Der Frühherbst,
Frühherbst, also also
Anfang September,
Anfang September, ist ist gerade
geradeininhöher
höhergele-
ge-
legenen
genen (über1000
(über 1000m m Seehöhe),
Seehöhe), von von Nadel-
Nadel-
bäumen dominierten
bäumen dominierten Wäldern,
Wäldern, die die beste Zeit
beste Zeit
des Pilzjahres.
des Pilzjahres. Gelbe Gelbe Pfifferlings-Teppiche
Pfifferlings-Teppiche
bedecken ganze
bedecken ganze Waldhänge,
Waldhänge, verschiedens-
verschiedenste
te Reizker
Reizker (Seite unbemerkt
sprießen 128) sprießen unbemerkt
an jeder Ecke,
an jeder Ecke, Steinpilze (Seite
Steinpilze und ihre Verwandten, die bereits 92) und ihre
Verwandten
im Sommer wachsen,(Seite 94) , die sich
finden bereits
jetztimüberall,
Som-
mer wachsen,
wohin man auch finden
sieht.sich
In jetzt überall,
tieferen, von wohin
Laub-
man auch
wäldern sieht. In tieferen,
dominierten Gegenden von Laubwäldern
ist der Früh-
herbst meist die Zeit des Wartens.Frühherbst
dominierten Gegenden ist der Die Hitze-
meistund
tage diedieZeit des Wartens.
Trockenheit Die Hitzetage
des Sommers stecken
und die
noch tiefTrockenheit
im Waldboden. des In Sommers
dieser Zeitstecken
sind
noch tief im Waldboden.
Niederschläge im wahrsten In Sinne
dieser des
Zeit Wor-
sind
Niederschläge im wahrsten Sinne
tes lebenswichtig für unsere noch im Boden des Wor-
tes lebenswichtigFreunde.
verbarrikadierten für unsere noches
Regnet imim Boden
Sep-
verbarrikadierten
tember nicht oder nur Freunde.
wenig,Regnet
verschiebt es sich
im
September
das nicht oder
Pilzaufkommen nur wenig,
in den verschiebt
Vollherbst und in
sich das Pilzaufkommen
besonders trockenen Jahrenin bis den in Vollherbst
den Spät-
und in besonders trockenen Jahren bis in
herbst.
den Spätherbst. … und tada! Zur richtigen Zeit
am richtigen Ort erwarten dich
sensationelle Funde!
Meine Suchgebiete
Meine Suchgebiete rund
rund umum Wien
Wien zählen
zählen bei-
beispielsweise
spielsweise zu letzteren
zu letzteren Gebieten,
Gebieten, in de-
in denen es
nen es erst im Vollherbst so richtig rund
erst im Vollherbst so richtig rund geht. Das geht.
Das jährliche
jährliche Massenaufkommen
Massenaufkommen an an Steinpil-
Steinpilzen
zen spielt sich also in feuchten Jahren
spielt sich also in feuchten Jahren meist meist
in
in den
den letztenSeptemberwochen
letzten Septemberwochen ab.ab.Es
Es gilt:
gilt:
Beobachte das
Beobachte das Wetter,
Wetter, warte
warte auf
auf die
die ersten
ersten
Anzeichen und lass in ungünstigen Jahren
Anzeichen und lass in ungünstigen Jahren
nicht den
nicht den Kopf
Kopf hängen.
hängen. Bleib
Bleib geduldig
geduldig und und
wachsam –
wachsam – es
esergibt
ergibtsich immer
sich immerein Zeitfens-
ein Zeit-
ter, innerhalb
fenster, dessen
innerhalb du die
dessen du Pilzfreuden
die Pilzfreudenvoll
auskosten kannst!
voll auskosten kannst!
… der Duft von Feuchtigkeit, Laub und
Frische ist ein eindeutiges Indiz …
115
5Der Gelbstielige
Trompetenpfifferling
Der Bruder des Pfifferlings
01_07_14_04_Pilzvergnuegt_Innenteil_RZ.indd 118
Mykorrhizapilz
MEINE LEBENSWEISE:
Cantharellaceae
MEINE FAMILIE:
Gelbstieliger Leistling
MICH KENNT MAN AUCH ALS: :
lutescens
Craterellus tubaeformis var.
LATEINISCHER NAME:
Eine malerische Gruppe mitten in einem Heidelbeerfeld.
bitte nicht verspeisen, da bin ich nicht mehr genießbar!
mal sogar in den Winter hinein – nach den ersten Frösten
meist nicht vor August, dafür bis spät in den Herbst, manch-
ICH WACHSE:
dern; auf sauren Böden
in Nadelwäldern, aber auch in feuchten Laubmischwäl-
HIER VERSTECKE ICH MICH:
bevorzugt Fichte und Tanne
MEINE LEBENSPARTNER:
118
Eine malerische Gruppe mitten in einem Heidelbeerfeld.
LATEINISCHER NAME: MEINE LEBENSPARTNER:
Craterellus tubaeformis var. bevorzugt Fichte und Tanne
lutescens
HIER VERSTECKE ICH MICH:
MICH KENNT MAN AUCH ALS: :
in Nadelwäldern, aber auch in feuchten Laubmischwäl-
Gelbstieliger Leistling dern; auf sauren Böden
ICH WACHSE:
MEINE FAMILIE:
meist nicht vor August, dafür bis spät in den Herbst, manch-
Cantharellaceae mal sogar in den Winter hinein – nach den ersten Frösten
bitte nicht verspeisen, da bin ich nicht mehr genießbar!
MEINE LEBENSWEISE:
Mykorrhizapilz
28.06.20 18:11
118
6DAS SOLLTEST DU ÜBER MICH WISSEN: SO SCHMECKE ICH AM BESTEN:
Pilzportraits – Herbst
Auf den ersten Blick übersieht mich der eine Gedünstet und mit Paprikapulver und Curry-
oder andere Waldbesucher auf der Suche pulver gewürzt, ab auf eine Scheibe Brot und
nach meinen viel bekannteren Verwandten, fertig ist ein Snack der etwas anderen Art!
den Pfifferlingen, meist. Zugegeben: Ich
schreie nicht gerade nach Aufmerksamkeit –
meine unscheinbare Hutoberseite kann mit SCHON GEWUSST?
dem leuchtenden Gelb der Pfifferlinge nicht Mein unscheinbarer Stiel ist innen hohl,
mithalten. Es lohnt sich aber, mich umzu- weshalb einer meiner nahen Verwandten
drehen: Mein langer, innen hohler Stiel wird auch als „Durchbohrter Leistling“ bekannt
im oberen Bereich abrupt von dunklen Leis- ist.
ten abgelöst, die überaus ansehnlich sind.
Geschmacklich bin ich, wie alle meine Pfif-
ferlingsgeschwister, vorzüglich. Ich zähle zu
den kulinarischen Spitzenpilzen. Wenn mir
ein Standort gefällt, komme ich massenhaft
Trompetenpfifferling Der Duftende Leistling
vor und bedecke ganze Bodenabschnitte
mit meinen büschelig wachsenden Frucht- Hallo, darf ich mich hier auch noch gleich
körpern. Wer mich nicht kennt, verpasst also
Der Gelbstielige
vorstellen? Ich bin der Duftende Leistling
Der Bruder des Pfifferlings
etwas! (Craterellus lutescens), ein weiterer Pfif-
ferlingsverwandter, komme aber deutlich
seltener vor als der Gelbstielige Trompe-
DARAN ERKENNST DU MICH: tenpfifferling. Im Gegensatz zu ihm habe
Anhand meines leuchtend gelben und hoh- ich weniger ausgeprägte, hell graubraune
len Stiels in Abgrenzung zu meinen dunkle- bis creme- oder goldfarbene Leisten, die
ren Leisten kannst du mich eindeutig erken- sich farblich weniger vom Stiel abgrenzen.
nen. Ich werde zumeist ca. 5–8 cm groß und Ich habe, wie mein Name schon vermuten
rieche leicht fruchtig. Meine Hutoberseite lässt, einen überaus angenehmen Geruch.
ist gräulich bis ockerfarben. Mein Fleisch ist Wenn ich noch jung bin, habe ich einen
dünn und weich. Von mir gibt es zahlreiche dunkleren Hut mit Fransen auf der Ober-
Variationen. Mein Bruder beispielsweise – seite. Ich suche mir dieselben Lebenspart-
der „normale“ Trompetenpfifferling – hat ei- ner wie andere Pfifferlinge aus, bevorzuge
nen weniger hellen Stiel, der mehr der Farbe jedoch höher gelegene Bergwälder.
der Hutoberseite entspricht.
MIT DIESEN PILZEN SOLLTEST DU MICH BESSER NICHT
VERWECHSELN:
In seltenen Fällen könnte ich mit dem un-
genießbaren, sehr seltenen Stinkenden
Samtschneckling (Hodophilus foetens) ver-
wechselt werden, der allerdings aufgrund
seines Gestanks eindeutig ausgeschlossen
werden kann. Meine Merkmale: unscheinbare helle Leisten,
dunkler fransiger Hut.
119
7Eine malerische Gruppe mitten in einem Heidelbeerfeld.
hauptsächlich Rotbuchen oder Fichten, daneben auch Tan-
LATEINISCHER NAME: MEINE LEBENSPARTNER:
je nach Standort vom Sommer bis in den Spätherbst
Craterellus tubaeformis var. bevorzugt Fichte und Tanne
Die Semmelstoppelpilze
Stachlige Zeitgenossen mit goldenem Herz
lutescens
HIER VERSTECKE ICH MICH:
vorwiegend in Buchen- und Mischwäldern
MICH KENNT MAN AUCH ALS: :
in Nadelwäldern, aber auch in feuchten Laubmischwäl-
Gruppe von Semmelstoppelpilzen (Hydnum rufescens) aus dem Nadelwald
Gelbstieliger Leistling dern; auf sauren Böden
ICH WACHSE:
MEINE FAMILIE:
meist nicht vor August, dafür bis spät in den Herbst, manch-
Cantharellaceae mal sogar in den Winter hinein – nach den ersten Frösten
nen, Eichen und Kiefern
bitte nicht verspeisen, da bin ich nicht mehr genießbar!
HIER VERSTECKEN WIR UNS:
UNSERE LEBENSPARTNER:
MEINE LEBENSWEISE:
Mykorrhizapilz
122
8
WIR WACHSEN:
118
01_07_14_04_Pilzvergnuegt_Innenteil_RZ.indd 118 28.06.20 18:11
Semmelgelben Stacheling und
Hydnum repandum und
UNS KENNT MAN AUCH ALS: :
Rotgelben Stoppelpilz
Hydnum rufescens
UNSERE LEBENSWEISE:
LATEINISCHER NAME:
Mykorrhizapilz
UNSERE FAMILIE:
HydnaceaeSemmelporling (Albatrellus confluens)
DAS SOLLTEST DU ÜBER UNS WISSEN:
Pilzportraits – Herbst
Wir haben ein starkes Eigenaroma, das zu-
gegebenermaßen nicht jedermanns Sache
ist. Da wir nicht gerade das Suchobjekt Num-
mer 1 sind, kannst du uns mitunter in gro-
ßen Mengen antreffen und solltest uns daher
auf jeden Fall einmal probieren. In älterem
Zustand schmecken wir zunehmend bitter,
daher sollten wir nur jung verspeist und ein-
gesammelt werden. Wir besitzen ein äußerst
festes Fleisch und sollten besonders gut
durchgegart werden. Sofern dir unser Ge-
schmack zusagt, sind wir auch getrocknet
und zu Pilzpulver (Seite 160) weiterverarbei-
tet sehr gut als Gewürzmittel einzusetzen. Trompetenpfifferling
DARAN ERKENNST DU UNS:
Unter den Herbstpilzen genießen wir eine
Der Gelbstielige
Der Bruder des Pfifferlings
Sonderstellung, haben wir doch ungleich der
anderen weder Röhren noch Lamellen auf
unserer Hutunterseite, sondern sogenannte
Stoppeln. Diese wachsen wie Stacheln und Eindeutige Erkennungsmerkmale:
werden mit zunehmendem Alter immer län- kleine Zapfen auf der Hutunterseite
ger. Die Oberseite unseres Hutes ist creme-
weiß bis orange, trocken, matt und fühlt sich
glatt und samtig an. SCHON GEWUSST?
Unsere feinen Stacheln sind sehr spröde,
also sei vorsichtig, wenn du uns verarbei-
MIT DIESEN PILZEN SOLLTEST DU UNS BESSER NICHT
test, ansonsten ist schnell deine gesamte
VERWECHSELN:
Küche „eingesemmelt“.
Aufgrund unseres einzigartigen Aussehens
sind wir kaum zu verwechseln und auch für
Anfängerinnen gut identifizierbar. Ähnli-
che Pilze wie der Semmelporling (Albatrel-
lus confluens) oder der Schafsporling (Al-
batrellus ovinus) die eine hellere Färbung
aufweisen, sind ebenfalls essbar.
SO SCHMECKE WIR AM BESTEN:
Ein absolutes Highlight in der Pilzkulinarik
– gegrillte Semmelstoppelpilze! (Seite 162)
Verwandte aus dem Laubwald: Weiße Semmelstoppelpilze
(Hydnum repandum var. albidum)
123
9Eine malerische Gruppe mitten in einem Heidelbeerfeld.
ab Sommerende bis in den November, in feucht-warmen
LATEINISCHER NAME: MEINE LEBENSPARTNER:
Craterellus tubaeformis var. bevorzugt Fichte und Tanne
gern in Laubwäldern, Waldlichtungen, Randzonen
Ein lebender Sonnenschirm im Miniformat
lutescens
HIER VERSTECKE ICH MICH:
MICH KENNT MAN AUCH ALS: :
in Nadelwäldern, aber auch in feuchten Laubmischwäl-
Gelbstieliger Leistling dern; auf sauren Böden
ICH WACHSE:
Ein junges Parasolpaar knapp vor der Schirmöffnung
MEINE FAMILIE:
meist nicht vor August, dafür bis spät in den Herbst, manch-
Der Parasol
Cantharellaceae
Jahren schon ab Mitte Juni
mal sogar in den Winter hinein – nach den ersten Frösten
bitte nicht verspeisen, da bin ich nicht mehr genießbar!
HIER VERSTECKE ICH MICH:
MEINE LEBENSWEISE:
üppige Laubberge
MEIN LIEBLINGSSNACK:
Mykorrhizapilz
124
10
ICH WACHSE:
118
01_07_14_04_Pilzvergnuegt_Innenteil_RZ.indd 118 28.06.20 18:11
MICH KENNT MAN AUCH ALS: :
Macrolepiota procera
Riesenschirmling
MEINE LEBENSWEISE:
LATEINISCHER NAME:
Agaricaceae
MEINE FAMILIE:
Saprobiont
nger
lgä
pe
p
g ifti ge Do
HTUNG:
AC
e,
ch
i
nl
s ehr ähDAS SOLLTEST DU ÜBER MICH WISSEN:
Pilzportraits – Herbst
Ich bin ein listiges Kerlchen und gar nicht
standorttreu. Das liegt daran, dass ich mich
als Saprobiont immer dort niederlasse,
wo es für mich gerade am günstigsten ist
(Seite 37). Ich wachse, wo ich will – jedes
Mal woanders! Dabei bevorzuge ich un-
scheinbare dichte Laubwälder mit großen
Auch der größte Schirm muss Länger als ein Unterarm mit
Laubmassen, in denen du ansonsten eher einem tellergroßen Schirm
einmal klein anfangen.
nicht suchen würdest.
MIT DIESEN PILZEN SOLLTEST DU MICH BESSER NICHT
VERWECHSELN:
DARAN ERKENNST DU MICH:
Ein möglicher Verwechslungspartner ist
Ich mache meinem Namen alle Ehre und er-
der Gift-Riesenschirmling (Chlorophyllum
reiche beachtliche Ausmaße im Vergleich zu
venenatum), der eine große Knolle aufweist
vielen meiner kleineren Verwandten. Mein
und an zivilisationsnahen Plätzen auftreten
Trompetenpfifferling
Hut kann mitunter Tellergröße erreichen,
kann. Der Beschuhte Schirmling (Lepio-
mein Stiel hebt mich für einen Pilz in lufti-
ta ignivolvata) riecht im Gegensatz zu mir
Der Gelbstielige
ge Höhen von bis zu 40 cm! Zudem habe ich
Der Bruder des Pfifferlings
unangenehm und hat eine rötliche Hut-
einen interessanten, auffälligen, nussartigen
färbung. Auch der Spitzschuppige Schirm-
Eigengeruch, der nur schwer zu verwech-
ling (Echinoderma asperum) ähnelt mir auf
seln ist und für manche erst beim zweiten
den ersten Blick, unterscheidet sich aber
Riechen einen guten Eindruck hinterlässt.
durch seinen nicht verschiebbaren Ring,
Meine auffällige schuppenartige Musterung
sein punktiertes Muster und seinen unan-
(auch Natterung genannt) an Stiel und Hut
genehmen Geruch. Achtung bei der Ver-
(vor allem bei jüngeren Exemplaren) und
wechslung: In Kombination mit Alkohol ist
mein verschiebbarer Ring machen mich gut
dieser Doppelgänger giftig! Von kleineren
erkennbar. An meiner Hutunterseite findest
Schirmlingen solltest du generell Abstand
du weiße feine Lamellen. Mein Fleisch ist
halten, unter ihnen finden sich einige gif-
weich und weiß bis hellbraun.
tige Arten.
SO SCHMECKE ICH AM BESTEN:
Schon aufgrund meiner Form bin ich das per-
fekte Pilzschnitzel. Vorsicht: Wer zu viel von
mir erwischt, muss mit einem rebellierenden
Magen rechnen. Also: Mit Bedacht zugreifen!
SCHON GEWUSST?
Fühl mal: Die Oberfläche auf der Ringober-
Vorsicht vor Verwechslungen mit kleineren
seite ist so weich und angenehm wie kaum
giftigen Schirmlingen wie dem Beschuhten bzw. dem ein anderes Material in der Natur!
Rotknolligen Schirmling (Lepiota ignivolvata)!
125
11Eine malerische Gruppe mitten in einem Heidelbeerfeld.
ich wachse recht auffällig an Füßen und Wurzeln von Kie-
in feuchten Sommern ab August bis in den November
LATEINISCHER NAME: MEINE LEBENSPARTNER:
fern – von Verstecken kann also nicht die Rede sein!
Craterellus tubaeformis var. bevorzugt Fichte und Tanne
lutescens
HIER VERSTECKE ICH MICH:
Die blasse Koralle im Kiefernwald
MICH KENNT MAN AUCH ALS: :
in Nadelwäldern, aber auch in feuchten Laubmischwäl-
Die Krause Glucke
Gelbstieliger Leistling dern; auf sauren Böden
ICH WACHSE:
links ein graues, dunkleres, erwachsenes Exemplar.
MEINE FAMILIE:
meist nicht vor August, dafür bis spät in den Herbst, manch-
Der Vergleich: rechts ein junger, heller Pilz –
Cantharellaceae mal sogar in den Winter hinein – nach den ersten Frösten
bitte nicht verspeisen, da bin ich nicht mehr genießbar!
HIER VERSTECKE ICH MICH:
eindeutig die Kiefer
MEINE LEBENSWEISE:
MEIN LIEBLINGSSNACK:
Mykorrhizapilz
132
12
ICH WACHSE:
118
01_07_14_04_Pilzvergnuegt_Innenteil_RZ.indd 118 28.06.20 18:11
Parasit und/oder Saprobiont
MICH KENNT MAN AUCH ALS: :
Blumenkohlpilz oder
MEINE LEBENSWEISE:
LATEINISCHER NAME:
Sparassis crispa
Sparassidiaceae
Fette Henne
MEINE FAMILIE:DAS SOLLTEST DU ÜBER MICH WISSEN:
Pilzportraits – Herbst
Wer mich einmal probiert hat, kann mich nie
mehr vergessen. Ich bin die Geschmacks-
königin des gesamten Pilzreichs. Kein an-
derer Pilz kann in Bezug auf Aroma, Eigen-
geschmack gepaart mit Ergiebigkeit – ich
kann einige Kilo schwer werden – mit mir
mithalten. Manch einer vergleicht meinen
feinen Geschmack mit den ebenso geschätz-
ten Morcheln, die aber nur im Frühjahr zu
finden sind. Um mich zu entdecken, lohnt
ein Blick in Kiefernwälder ab dem Spätsom-
mer bis weit in den Herbst hinein. Für die
Kiefer ist mein Auftreten hingegen weniger Bereits von Weitem erkennbar – eine fußballgroße
Krause Glucke direkt am Kiefernstamm.
erfreulich. Ich „befalle“ ihre Wurzeln und
Stammansätze und komme jedes Jahr genau
Trompetenpfifferling
an derselben Stelle wieder. Wer mich also
einmal entdeckt hat, sollte sich Fundort und MIT DIESEN PILZEN SOLLTEST DU MICH BESSER NICHT
Zeitpunkt genau merken und nächstes Jahr
Der Gelbstielige
VERWECHSELN:
Der Bruder des Pfifferlings
wiederkommen. Dank meiner hellen Färbung, meiner ein-
zigartigen Wuchsform, meines intensiven
Geruchs und meiner engen Bindung an
DARAN ERKENNST DU MICH: Kiefern kannst du mich eindeutig erken-
Mein Aussehen erinnert an Korallen oder nen und nicht verwechseln! Allerdings gibt
Badeschwämme. Ich weise eine weißliche, es unter Tannen und Eichenbäumen noch
später leicht graue Verfärbung mit dünnen eine verwandte Art, die Breitblättrige Glu-
schwarzen Randzonen auf. In meinen Win- cke (Sparassis brevipes), die früher auftritt
dungen versteckt sich allerlei Erde, Gras und und so selten geworden ist, dass sie unbe-
Nadeln. Auch der eine oder andere Käfer dingt im Wald verbleiben sollte!
sucht in mir Zuflucht, wodurch ich zu den Pil-
zen zähle, deren Säuberung am aufwendigs-
ten ist. Aber mein einzigartiger Geschmack SO SCHMECKE ICH AM BESTEN:
lohnt für alle Mühen! Wie auch immer du mich zubereiten möch-
test – durch mein unglaublich starkes Aro-
ma ist weniger Verarbeitung oft mehr! Auch
getrocknet bin ich eine Köstlichkeit und
kann zur Verfeinerung von Suppen und an-
deren Gerichten verwendet werden.
SCHON GEWUSST?
Von uns wurden schon Exemplare mit ei-
nem unglaublichen Gewicht von über 5 kg
Das korallenartige Innenleben einer gefunden.
Glucke sollte gründlich gesäubert werden.
133
13Impressum Dieses Booklet ist ein Auszug aus dem Buch „Pilzvergnügt. Die Schätze des Waldes aufspüren. Suchen, sammeln, satt sein das ganze Jahr“ von Stefan Marxer. Das Booklet ist ausschließlich für den Privatgebrauch bestimmt. Die Inhalte dürfen ohne Zustimmung des Löwenzahn Verlags nicht vervielfältigt, weitergegeben oder zum Download angeboten werden. © 2020 by Löwenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H., Erlerstraße 10, A-6020 Innsbruck Bookletgestaltung: Karin Berner Umschlag- und Buchgestaltung sowie grafische Umsetzung: Tina Radulovic – Atelier für Design & Kommunikation Illustrationen: Tina Radulovic, Freepik Fotografien: alle Stefan Marxer, außer: Rupert Pessl: S. 2, 4, 5 links unten, 14, 16 www.loewenzahn.at Alle Rechte vorbehalten.
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