QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage
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QuantiFERON®-TB Gold Plus (QFT®-Plus)
ELISA Packungsbeilage
2 x 96
Der IFN-γ-Test für Vollblut zur Messung der Reaktion
auf die Peptidantigene ESAT-6 und CFP-10
In-vitro-Diagnostikum
622120
QIAGEN GmbH
QIAGEN-Straße 1
40724 Hilden
DEUTSCHLAND
Telefon: +49-2103-29-0
1083163DE Rev. 02
www.QuantiFERON.com
www.QuantiFERON.comInhalt
Verwendungszweck 4
Zusammenfassung und Erklärung des Tests 4
Testprinzip 6
Zeitbedarf für den Test 7
Komponenten und Aufbewahrung 8
Vom Anwender bereitzustellende Materialien 9
Lagerung und Handhabung 9
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen 10
In-vitro-Diagnostikum 10
Warnhinweise 10
Vorsichtsmaßnahmen 11
Probennahme und -handhabung 14
Gebrauchsanweisung 16
Berechnungen und Auswertung des Tests 21
Erstellung der Standardkurve 21
Qualitätskontrolle des Tests 22
Interpretation der Ergebnisse 22
Grenzen des Verfahrens 24
Leistungsmerkmale 25
Klinische Studien 25
Leistungsmerkmale des Tests 31
Technische Informationen 37
Unschlüssige Ergebnisse 37
Geronnene Plasmaproben 37
Hilfe zur Fehlerbehebung 38
Literatur 40
Symbole 47
Kontaktinformationen 47
Kurzanleitung 48
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 3Verwendungszweck Der Test QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ist ein In-vitro-Diagnostikum zur Stimulation von Zellen in heparinisiertem Vollblut. Hierzu wird ein Peptid-Cocktail verwendet, der die Proteine ESAT-6 und CFP-10 simuliert. Die In-vitro-Reaktion auf diese Peptid-Antigene, die in Zusammenhang mit einer Infektion durch Mycobacterium tuberculosis steht, wird durch Nachweis von Interferon-γ (IFN-γ) mittels ELISA-Test (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay) festgestellt. QFT-Plus ist ein indirekter Test auf Infektionen mit M. tuberculosis (einschließlich der aktiven Erkrankung) und ist zur Verwendung in Zusammenhang mit der Risiko- abschätzung, Röntgenuntersuchungen und anderen medizinischen und diagnostischen Verfahren vorgesehen. Zusammenfassung und Erklärung des Tests Tuberkulose ist eine übertragbare Krankheit, die durch eine Infektion mit Organismen des M.-tuberculosis-Komplexes (MTB-Komplex: M. tuberculosis, M. bovis, M. africanum) verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt in der Regel über eine Tröpfcheninfektion durch Personen, die an Tuberkulose der Atemwege leiden. Bei neu infizierten Personen kann Wochen oder Monate später eine Tuberkulose-Erkrankung auftreten, bei den meisten Infizierten treten jedoch keine Beschwerden auf. Bei einigen persistiert eine latente Tuberkulose-Infektion (LTBI), eine nicht übertragbare, asymptomatische Erkrankung, die erst Monate oder Jahre später zum Ausbruch kommen kann. Der Hauptzweck der Erkennung der LTBI besteht darin, eine Behandlung zur Prävention des Ausbruchs der Tuberkulose-Erkrankung in Betracht zu ziehen. Bis vor kurzem war der Tuberkulin- Hauttest (THT) die einzige verfügbare Methode zur Diagnose der LTBI. Die kutane Sensitivität für Tuberkulin entsteht 2 bis 10 Wochen nach der Infektion. Jedoch reagieren einige Infizierte nicht auf Tuberkulin, darunter z. B. Patienten mit einer gestörten Immunreaktion infolge anderer Erkrankungen, aber auch Patienten ohne solche Erkrankungen. Umgekehrt weisen jedoch einige Personen, bei denen eine Infektion mit M. tuberculosis unwahrscheinlich ist, eine Tuberkulin-Sensitivität auf und erzielen ein positives Testergebnis im Tuberkulin-Hauttest, beispielsweise nach der BCG-Impfung, nach Infektion mit anderen, nicht dem M.-tuberculosis-Komplex zugehörigen, Mykobakterien oder aufgrund unbekannter anderer Faktoren. Die LTBI muss von der meldepflichtigen Tuberkulose-Erkrankung abgegrenzt werden, bei der in der Regel die Lunge und die unteren Atemwege betroffen sind, jedoch auch andere Organsysteme betroffen sein können. Die Diagnose der Tuberkulose-Erkrankung erfolgt aufgrund der Ergebnisse von Anamnese und ärztlicher Untersuchung sowie aufgrund radiologischer, histologischer und mykobakteriologischer Untersuchungs- ergebnisse. Mit QFT-Plus wird die zellvermittelte Immunreaktion auf Peptidantigene, welche Mykobakterienproteine simulieren, gemessen. Diese Proteine (ESAT-6 und CFP-10) fehlen in allen BCG-Stämmen und den meisten nicht-tuberkulösen Mykobakterien mit 4 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015
Ausnahme von M. kansasii, M. szulgai und M. marinum (1). Bei Personen, die mit Organismen des MTB-Komplexes infiziert sind, liegen im Allgemeinen Lymphozyten im Blut vor, die diese und andere mykobakterielle Antigene erkennen. Bei diesem Erkennungsprozess wird das Zytokin IFN-γ von den Zellen produziert und sezerniert. Der Nachweis und die anschließende Quantifizierung von IFN-γ bilden die Grundlage dieses Tests. Die im QFT-Plus-Test verwendeten Antigene sind ein Peptidcocktail, der die Proteine ESAT-6 und CFP-10 simuliert. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass diese Peptidantigene die IFN-γ-Reaktion in den T-Zellen von mit M. tuberculosis infizierten Personen stimulieren, jedoch in der Regel nicht die T-Zellen von nicht infizierten Personen und BCG-geimpften Personen ohne Tuberkulose-Erkrankung oder LTBI-Risiko (1–32). Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die IFN-γ-Reaktion durch medizinische Behandlungen oder Erkrankungen, die die Immunfunktion beeinträchtigen, verringert wird. Patienten mit bestimmten anderen Mykobakterieninfektionen können ebenfalls auf ESAT-6 und CFP-10 reagieren, da die Gene, die diese Proteine kodieren, auch bei M. kansasii, M. szulgai und M. marinum vorhanden sind (1, 23). QFT-Plus ist zum einen zum Nachweis einer LTBI geeignet und zum anderen eine wertvolle Hilfe bei der Diagnose einer Infektion mit dem M.-tuberculosis-Komplex bei erkrankten Patienten. Ein positives Testergebnis unterstützt die Diagnose einer Tuberkulose-Erkrankung; jedoch kann es auch durch Infektionen mit anderen Mykobakterien (z. B. M. kansasii) hervorgerufen werden. Für die Bestätigung bzw. den Ausschluss einer Tuberkulose- Erkrankung sind weitere medizinische und diagnostische Untersuchungen erforderlich. Bei QFT-Plus-Test kommen zwei verschiedene TB-Antigen-Röhrchen zum Einsatz: TB- Antigen-Röhrchen 1 (TB1) und TB-Antigen-Röhrchen 2 (TB2). Beide Röhrchen enthalten Peptidantigene der mit dem MTB-Komplex assoziierten Antigene ESAT-6 und CFP-10. Das TB1-Röhrchen enthält Peptide von ESAT-6 und CFP-10, welche zellvermittelte Immunreaktionen von CD4+ T-Helfer-Lymphozyten auslösen sollen, während das TB2- Röhrchen eine zusätzliche Kombination von Peptiden enthält, welche der Induktion von zellvermittelten Immunreaktionen von zytotoxischen CD8+ T-Lymphozyten dienen. Die Ausschüttung von IFN-γ durch CD4+ T-Zellen spielt eine entscheidende Rolle bei der natürlichen Kontrolle einer MTB-Infektion durch das Immunsystem. Neue Forschungs- ergebnisse weisen darauf hin, dass auch CD8+ T-Zellen eine Rolle bei der Wirtsabwehr von MTB spielen, indem sie IFN-γ und andere lösliche Faktoren produzieren. Diese Faktoren aktivieren Makrophagen, welche die Vermehrung der MTB unterdrücken, töten infizierte Zellen oder lysieren direkt intrazelluläre MTB (33–35). MTB-spezifische CD8+- Zellen wurden bei Patienten mit LTBI und mit aktiver TB gefunden, wo häufig IFN-γ- produzierende CD8+-Zellen vorhanden sind (36–38). Zudem wurde berichtet, dass CD8+ T-Zellen, die für ESAT-6 und CFP-10 spezifisch sind, häufiger bei Patienten mit aktiver TB-Erkrankung als bei Patienten mit LTBI nachgewiesen werden und mit einer kürzlich erfolgten MTB-Exposition in Zusammenhang stehen könnten (39–41). MTB- spezifische CD8+ T-Zellen, die IFN-γ produzieren, wurden auch bei Probanden mit aktiver TB und Koinfektion mit HIV (42, 43) sowie bei kleinen Kindern mit TB- Erkrankung (44) nachgewiesen. QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 5
Testprinzip Der QFT-Plus-Test beinhaltet spezielle Blutentnahmeröhrchen, in die die Vollblutproben entnommen werden. Die anschließende Inkubation der Blutproben im Röhrchen dauert 16 bis 24 Stunden. Danach wird das Plasma entnommen und auf das Vorliegen von IFN-γ untersucht, das gegebenenfalls in Reaktion auf die Peptidantigene gebildet wurde. Der QFT-Plus-Test wird in zwei Teilen durchgeführt. Zunächst wird Vollblut in jedes der QFT-Plus-Blutentnahmeröhrchen abgenommen. Dabei handelt es sich um ein Negativkontrolle-Röhrchen (Nil), ein TB1-Röhrchen, ein TB2-Röhrchen und ein Mitogen- Röhrchen. Alternativ kann das Blut mit einem einzigen normalen Blutentnahme- röhrchen, welches Lithium-Heparin als Antikoagulans enthält, entnommen und anschließend in die QFT-Plus-Röhrchen überführt werden. Das Mitogen-Röhrchen wird im QFT-Plus-Test als Positivkontrolle verwendet. Dies kann in Fällen wichtig sein, in denen der Immunstatus des Patienten fraglich ist. Das Mitogen-Röhrchen dient auch als Kontrolle für den korrekten Umgang mit der Blutprobe und die korrekte Inkubation. Die QFT-Plus-Röhrchen sollten so schnell wie möglich, jedoch spätestens 16 Stunden nach der Blutentnahme, bei 37 °C inkubiert werden. Nach einer Inkubationszeit von 16 bis 24 Stunden werden die Röhrchen dann zentrifugiert, das Plasma wird abgenommen und die Menge an IFN-γ (IU/ml) wird mittels ELISA gemessen. Ein QFT-Plus-Test gilt als positiv für die IFN-γ-Reaktion, wenn der Messwert eines der beiden TB-Antigen-Röhrchen (IFN-γ in IU/ml) signifikant über dem Wert der Negativ- kontrolle (Nil) liegt. Die Plasmaprobe aus dem Mitogen-Röhrchen dient bei jeder Probe als IFN-γ-Positivkontrolle. Wenn eine Blutprobe eine negative Reaktion auf die TB- Antigene zeigt, weist eine ebenfalls nur geringe Reaktion auf das Mitogen (< 0,5 IU/ml) auf ein unschlüssiges Ergebnis hin. Ein solches Muster kann auftreten bei ungenügender Lymphozytenzahl, verringerter Lymphozytenaktivität infolge unsachgemäßer Proben- behandlung, unsachgemäßem Befüllen oder Mischen des Mitogen-Röhrchens oder dann, wenn die Lymphozyten des Patienten nicht in der Lage sind, IFN-γ zu produzieren. Das Negativkontrolle-Röhrchen dient der Hintergrundkorrektur (z. B. bei übermäßiger IFN-γ-Konzentration in der Blutbahn oder heterophilen Antikörpern). Der IFN-γ-Wert des Negativkontrolle-Röhrchens wird vom IFN-γ-Wert der TB-Antigen- Röhrchen und des Mitogen-Röhrchens abgezogen. 6 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015
Zeitbedarf für den Test
Nachstehend finden Sie Angaben zur geschätzten Dauer des QFT-Plus-ELISA sowie zur
erforderlichen Zeit bei der gleichzeitigen Durchführung mehrerer Tests.
Inkubation der Blutröhrchen bei 37 °C: 16 bis 24 Stunden
ELISA: Etwa 3 Stunden für eine ELISA-Platte
(22 Patienten)
< 1 Stunde Arbeitszeit
Plus 10 bis 15 Minuten pro zusätzliche Platte
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 7Komponenten und Aufbewahrung
Blood Collection Tubes* 200 Single Patient Pack
Röhrchen (Einzelpatientenpackung)
Katalog-Nr. 622526 622222
Anzahl an Tests/Packung 50 10
QuantiFERON Nil Tube (Negativkontrolle- Nil 50 Röhrchen 10 Röhrchen
Röhrchen, grauer Deckel, weißer Ring)
QuantiFERON TB1 Tube (TB1-Röhrchen, grüner TB1 50 Röhrchen 10 Röhrchen
Deckel, weißer Ring)
QuantiFERON TB2 Tube (TB2-Röhrchen, gelber TB2 50 Röhrchen 10 Röhrchen
Deckel, weißer Ring)
QuantiFERON Mitogen Tube (Mitogen-Röhrchen, Mitogen 50 Röhrchen 10 Röhrchen
lila Deckel, weißer Ring)
Packungsbeilage für QFT-Plus- 1 1
Blutentnahmeröhrchen
Komponenten des ELISA† Kit mit 2 ELISA-Platten
Katalog-Nr. 622120
Microplate Strips (Mikrotiterstreifen [12 x 8 Wells], beschichtet mit 2 Sätze von je 12 8-
murinen monoklonalen Antikörpern gegen humanes IFN-γ) Well-Mikrotiterstreifen
IFN-γ Standard, lyophilized (IFN-γ-Standard, lyophilisiert, enthält 1 Fläschchen (8 IU/ml
rekombinant hergestelltes humanes IFN-γ, Rindercasein, 0,01 % w/v nach Rekonstitution)
Thimerosal)
Green Diluent (grüne Verdünnungslösung, enthält Rindercasein, 1 x 30 ml
normales Mausserum, 0,01 % w/v Thimerosal)
Conjugate 100x Concentrate, lyophilized (Konjugatkonzentrat, 1 x 0,3 ml (nach
100-fach konzentriert, lyophilisiert, murines Antikörper-HRP-Konjugat Rekonstitution)
gegen humanes IFN-γ, enthält 0,01 % w/v Thimerosal)
Wash Buffer 20x Concentrate (Waschpufferkonzentrat, 20-fach 1 x 100 ml
konzentriert, pH 7,2, enthält 0,05 % v/v ProClin® 300)
Enzyme Substrate Solution (Enzymsubstratlösung, enthält H2O2, 1 x 30 ml
3,3’,5,5’-Tetramethylbenzidin)
Enzyme Stopping Solution (Enzymstopplösung, enthält 0,5 M H2SO4) 1 x 15 ml
Packungsbeilage für QFT-Plus-ELISA 1
* Nicht alle Produktkonfigurationen sind in allen Ländern erhältlich. Wenden Sie sich bitte an unseren
Kundenservice QIAGEN Customer Care (Details im Internet unter www.qiagen.com), um zu erfahren,
welche Konfigurationen für Sie bestellbar sind.
†
Siehe die Sicherheits- und Gefahrenhinweise auf Seite 11.
8 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Vom Anwender bereitzustellende Materialien
Inkubator mit einer Temperatur von 37 °C ± 1 °C*. CO2 nicht erforderlich
Kalibrierte Pipetten* mit variablem Volumen für Volumina von 10 µl bis 1000 µl,
mit Einwegspitzen
Kalibrierte Mehrkanalpipette* zur Abgabe von 50 µl und 100 µl, mit
Einwegspitzen
Schüttler für Mikrotiterplatten*
Entionisiertes oder destilliertes Wasser, 2 Liter
Waschgerät für Mikrotiterplatten (vorzugsweise automatisiert)
Mikrotiterplatten-Photometer* mit 450-nm-Filter und Referenzfilter bei 620 bis
650 nm
Lagerung und Handhabung
Blutentnahmeröhrchen
Blutentnahmeröhrchen bei 4 °C bis 25 °C lagern.
Reagenzien des Kits
Reagenzien des Kits bei 2 °C bis 8 °C lagern.
Die Enzymsubstratlösung stets vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.
Rekonstituierte und nicht verbrauchte Reagenzien
Anweisungen zur Rekonstitution der Reagenzien finden Sie auf Seite 17.
Der rekonstituierte Kitstandard ist bei Lagerung bei 2 °C bis 8 °C 3 Monate lang
haltbar.
Notieren Sie das Datum der Rekonstitution des Kitstandards.
Das 100x Konjugatkonzentrat muss nach Rekonstitution bei 2 °C bis 8 °C gelagert
und innerhalb von drei Monaten aufgebraucht werden.
Notieren Sie das Datum der Rekonstitution des Konjugats.
Gebrauchsfertig verdünntes Konjugat muss innerhalb von 6 Stunden nach
Zubereitung verwendet werden.
Gebrauchsfertig verdünnter Waschpuffer ist bei Raumtemperatur bis zu 2 Wochen
lang haltbar.
* Stellen Sie sicher, dass die Geräte gemäß den Herstellerempfehlungen geprüft und kalibriert wurden.
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 9Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
In-vitro-Diagnostikum
Warnhinweise
Ein negatives Ergebnis im QFT-Plus-Test schließt die Möglichkeit einer
Infektion mit M. tuberculosis und einer Tuberkulose-Erkrankung nicht aus;
falsch-negative Ergebnisse können bedingt sein durch die Infektions-
phase (z. B. wenn die Blutprobe vor der Entwicklung der zellulären
Immunreaktion entnommen wurde), Störungen der Immunfunktion durch
andere Erkrankungen, unsachgemäße Handhabung der Röhrchen nach
der Blutentnahme, unrichtige Testdurchführung oder andere
immunologische Variablen.
Ein positives Ergebnis im QFT-Plus-Test sollte nicht als alleinige
Grundlage für die Diagnose einer Infektion mit M. tuberculosis dienen;
durch unrichtige Testdurchführung kann es zu falsch-positiven
Ergebnissen kommen.
Ein positives Ergebnis im QFT-Plus-Test sollte durch weitere medizinische
und diagnostische Untersuchungen abgeklärt werden, um zu bestimmen,
ob eine aktive Tuberkulose-Erkrankung vorliegt (z. B. durch Abstrich und
Kultur, Röntgen-Thorax).
Zwar kommen ESAT-6 und CFP-10 in den BCG-Stämmen und in den
meisten bekannten nicht-tuberkulösen Mykobakterien nicht vor, ein
positives Ergebnis im QFT-Plus-Test kann jedoch auch auf eine Infektion
mit M. kansasii, M. szulgai oder M. marinum zurückzuführen sein.
Werden solche Infektionen vermutet, sind alternative Testmethoden
einzusetzen.
10 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Vorsichtsmaßnahmen
Nur zum diagnostischen Gebrauch in vitro.
Tragen Sie beim Umgang mit Chemikalien immer einen Laborkittel, Einmal-
Laborhandschuhe und eine Schutzbrille. Weitere Informationen können Sie den
entsprechenden Sicherheitsdatenblättern entnehmen (safety data sheets, SDS).
In unserer Online-Sammlung der Sicherheitsdatenblätter unter
www.qiagen.com/safety finden Sie zu jedem QIAGEN-Kit und zu jeder Kit-
Komponente das jeweilige SDS als PDF-Datei, die Sie einsehen und ausdrucken
können.
VORSICHT: Behandeln Sie Humanblut- und -plasmaproben
stets als potenziell infektiös. Beachten Sie die einschlägigen
Richtlinien zum Umgang mit Blut. Proben und Materialien,
die mit Blut oder Blutprodukten in Kontakt waren, sind
gemäß den örtlichen und nationalen Vorschriften zu
entsorgen.
Die folgenden Gefahren- und Sicherheitshinweise gelten für einzelne
Komponenten des QuantiFERON-TB Gold Plus ELISA:
Gefahrenhinweise
QuantiFERON Conjugate (Konjugat)
Enthält: Borsäure. Gefahr! Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind
im Mutterleib schädigen. Inhalt/Behälter einer anerkannten Abfallentsorgungs-
anlage zuführen. BEI EXPOSITION ODER FALLS BETROFFEN: Ärztlichen Rat
einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen. Vor Gebrauch besondere Anweisungen
einholen. Unter Verschluss aufbewahren. Schutzhandschuhe / Schutzkleidung /
Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
QuantiFERON Enzyme Stopping Solution (Enzymstopplösung)
Enthält: Schwefelsäure. Gefahr! Verursacht schwere Verätzungen der Haut und
schwere Augenschäden. Kann gegenüber Metallen korrosiv sein. Inhalt/Behälter
einer anerkannten Abfallentsorgungsanlage zuführen. BEI KONTAKT MIT
DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell
vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.
BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT (oder dem Haar): Alle kontaminierten
Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen / duschen.
Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen. Unter Verschluss
aufbewahren. Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz /
Gesichtsschutz tragen.
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 11QuantiFERON Enzyme Substrate Solution (Enzymsubstratlösung)
Achtung! Verursacht leichte Hautreizungen. Bei Hautreizung: ärztlichen Rat
einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen.
QuantiFERON Green Diluent (Grüne Verdünnungslösung)
Enthält: Trinatrium-5-hydroxy-1-(4-sulphophenyl)-4-(4-sulphophenylazo)pyrazol-3-
carboxylat. Achtung! Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
Inhalt/Behälter einer anerkannten Abfallentsorgungsanlage zuführen.
Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen waschen. Bei
Hautreizung oder -ausschlag: Ärztlichen Rat einholen / ärztliche Hilfe
hinzuziehen. Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz /
Gesichtsschutz tragen.
QuantiFERON IFN-γ Standard (IFN-γ-Standard)
Enthält: Borsäure. Gefahr! Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind
im Mutterleib schädigen. Inhalt/Behälter einer anerkannten
Abfallentsorgungsanlage zuführen. BEI EXPOSITION ODER FALLS BETROFFEN:
Ärztlichen Rat einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen. Vor Gebrauch besondere
Anweisungen einholen. Unter Verschluss aufbewahren. Schutzhandschuhe /
Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
QuantiFERON Wash Buffer 20x Concentrate (Waschpufferkonzentrat, 20-fach
konzentriert)
Enthält: Gemisch aus 5-Chloro-2-methyl-4-isothiazolin-3-on und 2-Methyl-2H-
isothiazol-3-on (3:1). Achtung! Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
Sicherheitshinweise
Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen. Schutzhandschuhe /
Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen. BEI BERÜHRUNG MIT
DER HAUT (oder dem Haar): Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort
ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen / duschen. BEI KONTAKT MIT DEN
AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell
vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. Bei
Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat einholen / ärztliche Hilfe
hinzuziehen. Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen. Bei
Hautreizung oder -ausschlag: Ärztlichen Rat einholen / ärztliche Hilfe
hinzuziehen. Kontaminierte Kleidung ausziehen und vor erneutem Tragen
waschen. Unter Verschluss aufbewahren. Inhalt/Behälter einer anerkannten
Abfallentsorgungsanlage zuführen.
12 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Weitere Informationen
Sicherheitsdatenblätter: www.qiagen.com/safety
Abweichungen von den Instruktionen der QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-
Plus) ELISA Packungsbeilage können zu fehlerhaften Ergebnissen führen.
Bitte lesen Sie die Anweisungen vor Gebrauch sorgfältig durch.
Verwenden Sie den Kit nicht, wenn Reagenzienflaschen vor Gebrauch
beschädigt oder undicht erscheinen.
Die folgenden Reagenzien und Komponenten dürfen nicht aus
unterschiedlichen Chargen des QFT-Plus-Kits verwendet oder gemischt
werden: Mikrotiterstreifen, IFN-γ-Standard, grüne Verdünnungslösung und
100x Konjugatkonzentrat. Die anderen Reagenzien (20x Waschpuffer-
konzentrat, Enzymsubstratlösung und Enzymstopplösung) können zwischen
verschiedenen Kits ausgetauscht werden, solange das Verfallsdatum der
einzelnen Reagenzien nicht abgelaufen ist und die Angaben zu den
jeweiligen Chargen dokumentiert werden. Nicht benötigte Reagenzien und
biologische Proben sind gemäß den örtlichen und nationalen Vorschriften
zu entsorgen.
Nach Ablauf des Verfallsdatums dürfen die QFT-Plus-Blutentnahmeröhrchen
und der ELISA-Kit nicht mehr verwendet werden.
Stellen Sie vor Gebrauch sicher, dass die Laborgeräte kalibriert/validiert
wurden.
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 13Probennahme und -handhabung
Im QFT-Plus-Test werden die folgenden Blutentnahmeröhrchen verwendet:
1. QuantiFERON Nil (Negativkontrolle-Röhrchen, grauer Deckel mit weißem Ring)
2. QuantiFERON TB1 (TB1-Röhrchen, grüner Deckel mit weißem Ring)
3. QuantiFERON TB2 (TB2-Röhrchen, gelber Deckel mit weißem Ring)
4. QuantiFERON Mitogen (Mitogen-Röhrchen, lila Deckel mit weißem Ring)
Die Anweisungen zur Verwendung von Lithium-Heparin-Röhrchen finden Sie weiter
unten.
Die Innenwand der Blutentnahmeröhrchen ist mit getrockneten Antigenen beschichtet.
Daher müssen die Blutproben sorgfältig mit dem Inhalt des Röhrchens vermischt
werden. Die QFT-Plus-Röhrchen müssen so schnell wie möglich, jedoch spätestens
16 Stunden nach der Blutentnahme, in einen 37 °C-Inkubator überführt werden.
Für optimale Ergebnisse sollte das folgende Verfahren befolgt werden:
1. Beschriften Sie die Röhrchen in geeigneter Weise.
Stellen Sie sicher, dass jedes Röhrchen (Negativkontrolle, TB1, TB2 und Mitogen)
nach dem Entfernen des Deckels anhand des Etiketts oder auf andere Weise
identifiziert werden kann.
2. Nehmen Sie von jedem Patienten per Venenpunktion je 1 ml Blut direkt in jedes
der QFT-Plus-Blutentnahmeröhrchen ab. Diese Prozedur darf nur von einer
entsprechend ausgebildeten Fachkraft durchgeführt werden.
Wichtiger Hinweis: Die Röhrchen sollten bei der Befüllung mit Blut eine Temperatur
zwischen 17 °C und 25 °C aufweisen.
Die QFT-Plus-Blutentnahmeröhrchen können bis zu einer Höhenlage von 810 m
benutzt werden.
Da die 1-ml-Röhrchen das Blut relativ langsam aufnehmen, belassen Sie das
Röhrchen nach dem scheinbaren Erreichen des endgültigen Füllstands bitte noch
2–3 Sekunden auf der Nadel. Dies gewährleistet, dass das korrekte Volumen
entnommen wurde.
Die schwarze Markierung seitlich am Röhrchen zeigt den validierten Füllbereich
von 0,8 bis 1,2 ml an. Falls sich der Füllspiegel des Bluts außerhalb des Bereichs
der Indikatorlinie befindet, sollte eine neue Blutprobe entnommen werden.
Bei Verwendung einer Butterfly-Nadel zur Blutentnahme ist mit Hilfe eines
Leerröhrchens sicherzustellen, dass die Schlauchverbindung mit Blut gefüllt ist,
bevor die QFT-Plus-Röhrchen verwendet werden.
Bei Verwendung der QFT-Plus-Blutentnahmeröhrchen in Höhenlagen oberhalb von
810 m oder falls zu wenig Blut in ein Röhrchen aufgenommen wird, kann das Blut
14 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015beim Patienten mit einer Spritze abgenommen und sofort anschließend je 1 ml in
jedes der 4 Röhrchen überführt werden. Aus Sicherheitsgründen nimmt man
hierzu am besten unter Beachtung der einschlägigen Vorsichtsmaßnahmen die
Nadel von der Spritze, nimmt dann die Deckel von den 4 QFT-Plus-Röhrchen ab
und gibt in jedes Röhrchen 1 ml Blut (bis zur Mitte der seitlichen schwarzen
Markierung auf dem Röhrchenetikett). Anschließend werden die Röhrchen wieder
sorgfältig mit den Deckeln verschlossen und wie nachstehend beschrieben
gemischt.
Alternativ kann das Blut mit einem einzigen normalen Blutentnahmeröhrchen, das
Lithium-Heparin als Antikoagulans enthält, entnommen und anschließend in die
QFT-Plus-Röhrchen überführt werden. Verwenden Sie ausschließlich Lithium-
Heparin als Blut-Antikoagulans, da andere Antikoagulantien den Test
beeinträchtigen. Füllen Sie ein Blutentnahmeröhrchen (Mindestvolumen 5 ml) und
durchmischen Sie den Inhalt behutsam, indem Sie das Röhrchen mehrere Male
über Kopf schwenken, um das Heparin zu lösen. Das Blut sollte bei Raumtemperatur
gelagert werden (22 °C ± 5 °C), bis es zur Inkubation in die QFT-Plus-Röhrchen
überführt wird. Das Überführen in die QFT-Plus- Röhrchen zur Inkubation muss
innerhalb von 16 Stunden nach der Blutentnahme erfolgen. Wurde das Blut mit
Lithium-Heparin-Röhrchen entnommen, müssen die Proben vor dem Übertragen in
die QFT-Plus-Röhrchen durch behutsames Über-Kopf-Schwenken gleichmäßig
gemischt werden. Beim Übertragen in die QFT-Plus-Röhrchen sind aseptische
Techniken und die einschlägigen Vorsichtsmaßnahmen anzuwenden. Man nimmt
die Deckel von den 4 QFT-Plus-Röhrchen ab und gibt in jedes Röhrchen 1 ml Blut
(bis zur Mitte der seitlichen schwarzen Markierung auf dem Röhrchenetikett).
Anschließend werden die Röhrchen wieder sorgfältig mit den Deckeln
verschlossen und wie nachstehend beschrieben gemischt.
3. Schütteln Sie die Röhrchen unmittelbar nach der Befüllung zehnmal (10x) gerade
so stark, dass die gesamte Innenwand des Röhrchens mit Blut bedeckt ist. Dies löst
die Antigene an der Röhrchenwand.
Wichtiger Hinweis: Die Röhrchen sollten beim Schütteln eine Temperatur
zwischen 17 °C und 25 °C aufweisen. Zu heftiges Schütteln kann das Gel
zerstören und so zu falschen Ergebnissen führen.
4. Nach dem Beschriften, Befüllen und Schütteln müssen die Röhrchen so schnell wie
möglich, und spätestens 16 Stunden nach der Blutentnahme, in einen Inkubator
mit einer Temperatur von 37 °C ± 1 °C überführt werden. Lagern Sie die Röhrchen
bis zur Inkubation bei Raumtemperatur (22 °C ± 5 °C).
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 15Gebrauchsanweisung
Teil 1 — Inkubation der Blutproben und Entnahme des Plasmas
Im Lieferumfang enthaltene Materialien
QFT-Plus-Blutentnahmeröhrchen (siehe Kapitel 3)
Vom Anwender bereitzustellende Materialien
Siehe Kapitel 3
Durchführung
1. Wenn die Inkubation der Blutproben nicht sofort anschließend an die Blut-
entnahme durchgeführt wird, müssen die Röhrchen unmittelbar vor der Inkubation
erneut durch 10-maliges Über-Kopf-Schwenken gemischt werden.
2. Röhrchen STEHEND 16 bis 24 Stunden bei 37 °C ± 1 °C inkubieren. CO2 und
Befeuchtung sind im Inkubator nicht erforderlich.
3. Nach der Inkubation bei 37 °C können die Blutentnahmeröhrchen bis zur
Zentrifugation bis zu 3 Tage lang bei 4 °C bis 27 °C aufbewahrt werden.
4. Nach der Inkubation der Röhrchen bei 37 °C werden diese zur leichteren
Entnahme des Plasmas für 15 Minuten bei 2000 bis 3000 x g (RZB, engl. RCF)
zentrifugiert. Die Gelbarriere trennt dabei die Zellen vom Plasma. Geschieht dies
nicht, sollten die Röhrchen erneut zentrifugiert werden.
Das Plasma kann auch ohne Zentrifugieren entnommen werden, jedoch muss
hierbei sehr vorsichtig vorgegangen werden, um keine Zellen aufzuwirbeln.
5. Die Plasmaproben sollten nur mit einer Pipette entnommen werden.
Wichtiger Hinweis: Vermeiden Sie nach der Zentrifugation jegliches Auf- und Abpipettieren
oder Mischen vor Abnahme des Plasmas. Achten Sie stets darauf, dass das Material an der
Oberfläche des Gels nicht aufgewirbelt wird.
Die Plasmaproben können direkt aus den zentrifugierten Blutentnahmeröhrchen in
die QFT-Plus-ELISA-Platte pipettiert werden, auch bei Verwendung eines ELISA-
Automaten.
Die Plasmaproben können bei 2 °C bis 8 °C bis zu 28 Tage lang gelagert
werden. Nach Entnahme des Plasmas kann dieses bei unter –20 °C auch für
längere Zeit gelagert werden.
Für eine einwandfreie Testdurchführung sollten mindestens 150 µl Plasma
entnommen werden.
16 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Teil 2 — IFN-γγ-ELISA
Im Lieferumfang enthaltene Materialien
QFT-Plus-ELISA-Kit (siehe Kapitel 3).
Vom Anwender bereitzustellende Materialien
Siehe Kapitel 3.
Durchführung
1. Alle Plasmaproben und Reagenzien, mit Ausnahme des 100x Konjugatkonzentrats,
müssen vor Gebrauch auf Raumtemperatur (22 °C ± 5 °C) gebracht werden.
Planen Sie für die Temperaturäquilibrierung mindestens 60 Minuten ein.
2. Nehmen Sie nicht benötigte Streifen aus dem Rahmen, geben Sie sie in die
Folienverpackung zurück und lagern Sie sie bis zum Gebrauch im Kühlschrank.
Sehen Sie mindestens einen Streifen für die QFT-Plus-Standards und eine
ausreichende Anzahl von Streifen für die zu testenden Patienten vor (siehe
Abbildung 2). Bewahren Sie nach Gebrauch den Rahmen und den Deckel für die
verbleibenden Streifen auf.
3. Rekonstituieren Sie den IFN-γ-Standard mit der auf dem Etikett des Fläschchens
angegebenen Menge an entionisiertem oder destilliertem Wasser. Mischen Sie
vorsichtig, um die Schaumbildung zu minimieren, und vergewissern Sie sich, dass
der Inhalt vollständig aufgelöst wurde. Durch Rekonstitution des Standards auf
das angegebene Volumen erhält man eine Lösung mit einer Konzentration von
8,0 IU/ml.
Wichtiger Hinweis: Das Rekonstitutionsvolumen des Kitstandards ist je nach
Charge unterschiedlich.
Verwenden Sie den rekonstituierten Kitstandard zur Herstellung einer 1:2-
Verdünnung von IFN-γ in grüner Verdünnungslösung (Green Diluent, GD), gefolgt
von einer 1:4-Verdünnungsreihe (siehe Abbildung 1). S1 (Standard 1) enthält
4,0 IU/ml, S2 (Standard 2) enthält 1,0 IU/ml, S3 (Standard 3) enthält 0,25 IU/ml
und S4 (Standard 4) enthält 0 IU/ml (nur GD). Die Standards müssen mindestens
als Doppelbestimmung getestet werden. Stellen Sie die Verdünnungen des
Kitstandards für jeden ELISA-Durchgang frisch her.
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 17Empfohlenes Verfahren für Doppelbestimmung der Standards
a. 4 Röhrchen mit „S1“, „S2“, „S3“ bzw. „S4“ beschriften.
b. Je 150 µl GD in S1, S2, S3 und S4 geben.
c. 150 µl des Kitstandards in S1 geben und gründlich mischen.
d. 50 µl von S1 in S2 überführen und gründlich mischen.
e. 50 µl von S2 in S3 überführen und gründlich mischen.
f. GD allein dient als Nullstandard (S4).
Standard 1 Standard 2 Standard 3 Standard 4
Rekonstituierter 4,0 1,0 0,25 0
Kitstandard IU/ml IU/ml IU/ml IU/ml (Grüne
Verdünnungs-
lösung)
Abbildung 1. Herstellung der Standardkurve.
4. Rekonstituieren Sie das lyophilisierte 100x Konjugatkonzentrat mit 0,3 ml
entionisiertem oder destilliertem Wasser. Mischen Sie vorsichtig, um die
Schaumbildung zu minimieren, und vergewissern Sie sich, dass das Konjugat
vollständig gelöst wurde.
Das gebrauchsfertig verdünnte Konjugat wird hergestellt, indem Sie die
erforderliche Menge des rekonstituierten 100x Konjugatkonzentrats in grüner
Verdünnungslösung verdünnen (Tabelle 1. Vorbereitung des Konjugats). Nicht
verbrauchtes 100x Konjugatkonzentrat sofort nach Gebrauch wieder bei 2 °C
bis 8 °C lagern. Nur die grüne Verdünnungslösung verwenden.
18 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Tabelle 1. Vorbereitung des Konjugats
Anzahl der Menge an 100x Menge an grüner
Streifen Konjugatkonzentrat Verdünnungslösung
2 10 µl 1,0 ml
3 15 µl 1,5 ml
4 20 µl 2,0 ml
5 25 µl 2,5 ml
6 30 µl 3,0 ml
7 35 µl 3,5 ml
8 40 µl 4,0 ml
9 45 µl 4,5 ml
10 50 µl 5,0 ml
11 55 µl 5,5 ml
12 60 µl 6,0 ml
5. Plasmaproben, die den Blutentnahmeröhrchen entnommen und vor dem Test
gelagert oder tiefgekühlt wurden, müssen vor dem Einbringen in die ELISA-Wells
sorgfältig gemischt werden.
Wichtiger Hinweis: Wenn die Plasmaproben direkt aus den zentrifugierten QFT-
Plus-Röhrchen zugegeben werden, ist jedes Mischen des Plasmas zu vermeiden.
Achten Sie stets darauf, dass das Material an der Oberfläche des Gels nicht
aufgewirbelt wird.
6. Geben Sie mit Hilfe einer Mehrkanalpipette je 50 µl des frisch zubereiteten
gebrauchsfertig verdünnten Konjugats in alle benötigten Wells der ELISA-Platte.
7. Geben Sie je 50 µl der Plasmaproben mit einer Mehrkanalpipette in die
entsprechenden Wells (siehe empfohlenen Plattenbelegungsplan in Abbildung 2).
Geben Sie schließlich je 50 µl der Standards 1 bis 4 in die entsprechenden Wells.
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 191 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
A 1N 3N 5N 7N 9N S1 S1 13 N 15 N 17 N 19 N 21 N
B 1 TB1 3 TB1 5 TB1 7 TB1 9 TB1 S2 S2 13 TB1 15 TB1 17 TB1 19 TB1 21 TB1
C 1 TB2 3 TB2 5 TB2 7 TB2 9 TB2 S3 S3 13 TB2 15 TB2 17 TB2 19 TB2 21 TB2
D 1M 3M 5M 7M 9M S4 S4 13 M 15 M 17 M 19 M 21 M
E 2N 4N 6N 8N 10 N 11 N 12 N 14 N 16 N 18 N 20 N 22 N
F 2 TB2 4 TB1 6 TB1 8 TB1 10 TB1 11 TB1 12 TB1 14 TB1 16 TB1 18 TB1 20 TB1 22 TB1
G 2 TB2 4 TB2 6 TB2 8 TB2 10 TB2 11 TB2 12 TB2 14 TB2 16 TB2 18 TB2 20 TB2 22 TB2
H 2M 4M 6M 8M 10 M 11 M 12 M 14 M 16 M 18 M 20 M 22 M
Abbildung 2. Empfohlene Plattenbelegung (22 Tests pro Platte).
S1 (Standard 1), S2 (Standard 2), S3 (Standard 3), S4 (Standard 4)
1 N (Probe 1, Negativkontrolle-Plasma), 1 TB1 (Probe 1, TB1-Plasma), 1
TB2 (Probe 1, TB2-Plasma), 1 M (Probe 1, Mitogen-Plasma)
8. Decken Sie jede Platte mit einem Deckel ab und mischen Sie Konjugat und
Plasmaproben/Standards 1 Minute lang gründlich, aber unter Vermeidung von
Spritzern, auf einem Schüttler für Mikrotiterplatten.
9. Decken Sie jede Platte mit einem Deckel ab und inkubieren Sie die Platten
120 ± 5 Minuten lang bei Raumtemperatur (22 °C ± 5 °C).
Die Platten sollten während der Inkubation keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt
sein.
10. Verdünnen Sie während der Inkubationszeit 1 Teil 20x Waschpufferkonzentrat
mit 19 Teilen entionisiertem oder destilliertem Wasser und mischen Sie sorgfältig.
Im Lieferumfang ist ausreichend 20x Waschpufferkonzentrat zur Herstellung von
2 Litern gebrauchsfertig verdünntem Waschpuffer vorhanden.
Waschen Sie die Wells mindestens 6-mal mit je 400 µl gebrauchsfertig
verdünntem Waschpuffer. Wir empfehlen die Verwendung eines Wasch-
automaten für Mikrotiterplatten.
Sorgfältiges Waschen ist für die Leistung des Tests sehr wichtig. Achten Sie bei
jedem Waschzyklus darauf, dass alle Wells vollständig bis oben mit Waschpuffer
gefüllt sind. Es empfiehlt sich, den Waschpuffer bei jedem Zyklus mindestens 5
Sekunden einwirken zu lassen.
In den Auffangbehälter für Abfallflüssigkeit sollte ein laborübliches Desinfektions-
mittel gegeben werden. Befolgen Sie zudem die in Ihrem Labor geltenden
Anweisungen zur Dekontamination potenziell infektiösen Materials.
11. Klopfen Sie die Platten umgekehrt auf einem fusselarmen Papierhandtuch aus,
um noch vorhandenen Waschpuffer zu entfernen. Geben Sie 100 µl der Enzym-
substratlösung in jedes Well, decken Sie jede Platte mit einem Deckel ab und
mischen Sie gründlich auf einem Schüttler für Mikrotiterplatten.
20 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/201512. Decken Sie jede Platte mit einem Deckel ab und inkubieren Sie die Platten
30 Minuten lang bei Raumtemperatur (22 °C ± 5 °C).
Die Platten sollten während der Inkubation keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt
sein.
13. Geben Sie nach der 30-minütigen Inkubation 50 µl Enzymstopplösung in jedes
Well und mischen Sie anschließend.
Die Enzymstopplösung sollte in der gleichen Reihenfolge und etwa im gleichen
Tempo in die Wells gegeben werden wie das Substrat in Schritt 11.
14. Messen Sie innerhalb von 5 Minuten nach Stoppen der Reaktion die optische
Dichte (OD) jedes Wells mit einem Mikrotiterplatten-Photometer unter Verwendung
eines 450-nm-Filters und eines Referenzfilters zwischen 620 und 650 nm. Die OD-
Werte werden für die Berechnung der Ergebnisse benötigt.
Berechnungen und Auswertung des Tests
Für die Analyse der Rohdaten und die Berechnung der Ergebnisse kann die QFT-Plus-
Analysesoftware verwendet werden, die im Internet unter www.QuantiFERON.com
heruntergeladen werden kann. Bitte achten Sie darauf, immer mit der neuesten
Version der QFT-Plus-Analysesoftware zu arbeiten.
Die Software führt eine Qualitätskontrolle des Tests durch, erstellt eine Standardkurve
und liefert für jeden Patienten ein Testergebnis nach der im Abschnitt „Interpretation
der Ergebnisse“ beschriebenen Methode.
Alternativ zur Verwendung der QFT-Plus-Analysesoftware können die Ergebnisse auch
wie im Folgenden beschrieben ermittelt werden.
Erstellung der Standardkurve
(Bei Nichtverwendung der QFT-Plus-Analysesoftware)
Ermitteln Sie für jede Platte die Mittelwerte der OD-Werte der Kitstandard-
Doppelbestimmungen.
Erstellen Sie eine log(e)-log(e)-Standardkurve durch Auftragen des log(e) des OD-
Mittelwerts (y-Achse) gegen den log(e) der IFN-γ-Konzentration der Standards in IU/ml
(x-Achse), unter Nichtberücksichtigung des Nullstandards. Berechnen Sie dann die
Regressionsgerade für diese Punkte.
Ermitteln Sie anhand der Standardkurve die IFN-γ-Konzentration (IU/ml) der einzelnen
Plasmaproben anhand ihrer OD-Werte.
Für diese Berechnungen können Software-Pakete für Mikrotiterplatten-Photometer
verwendet werden oder gängige Tabellenkalkulations- und Statistik-Programme (wie
beispielsweise Microsoft® Excel®). Wir empfehlen die Verwendung solcher Software-
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 21Pakete zur Durchführung der Regressionsanalyse und zur Berechnung des
Variationskoeffizienten (%CV) der Standards sowie des Korrelationskoeffizienten (r)
der Standardkurve.
Qualitätskontrolle des Tests
Die Genauigkeit der Testergebnisse hängt von der Erstellung einer korrekten
Standardkurve ab. Daher müssen vor Auswertung der Testergebnisse die Ergebnisse
der Standards geprüft werden.
Der ELISA liefert gültige Ergebnisse, wenn alle nachstehenden Kriterien erfüllt sind:
Der Mittelwert der OD von Standard 1 muss ≥ 0,600 sein.
Der prozentuale Variationskoeffizient (%CV) der OD-Werte der
Mehrfachbestimmungen von Standard 1 und Standard 2 muss ≤ 15 % sein.
Die OD-Werte der Mehrfachbestimmungen von Standard 3 und Standard 4
dürfen höchstens um 0,040 OD-Einheiten vom jeweiligen Mittelwert abweichen.
Der aus den mittleren Absorptionswerten der Standards berechnete
Korrelationskoeffizient (r) muss ≥ 0,98 sein.
Diese Qualitätskontrollparameter werden von der QFT-Plus-Analysesoftware berechnet
und ausgegeben.
Werden die obigen Kriterien nicht erfüllt, ist der Test ungültig und muss wiederholt
werden.
Der Mittelwert der OD des Nullstandards (grüne Verdünnungslösung) sollte ≤ 0,150
sein. Wenn der Mittelwert der OD > 0,150 ist, sollte das Verfahren zum Waschen
der Platten überprüft werden.
Interpretation der Ergebnisse
Die Ergebnisse des QFT-Plus-Tests werden gemäß den folgenden Kriterien interpretiert:
Wichtiger Hinweis: Die Diagnose bzw. der Ausschluss einer Tuberkulose-Erkrankung
sowie die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit einer LTBI erfordern eine Kombination
von epidemiologischen, anamnestischen, medizinischen und diagnostischen
Ergebnissen; diese müssen bei der Interpretation der QFT-Plus-Testergebnisse
(Tabelle 2) in Betracht gezogen werden.
22 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Tabelle 2. Interpretation QFT-Plus-Testergebnisse
Negativ- TB1 minus TB2 minus Mitogen QFT-Plus Bericht/Interpretation
kontrolle Negativ- Negativ- minus Testergebnis
(IU/ml) kontrolle kontrolle Negativ-
(IU/ml) (IU/ml) kontrolle
(IU/ml)*
≥0,35 und
≥ 25% der
Beliebig
Negativ-
kontrolle Infektion mit
Beliebig Positiv† M. tuberculosis
≥ 0,35 und wahrscheinlich
≥ 25% der
Beliebig
Negativ-
≤ 8,0
kontrolle
8,0§ Beliebig nicht ermittelt werden
∗ Die Werte der Mitogen-Positivkontrolle (und gelegentlich auch die TB-Antigen-Werte) liegen häufig
außerhalb des Messbereichs des Mikrotiterplatten-Photometers. Dies hat für die Testergebnisse keine
Konsequenzen.
†
In Fällen, in denen eine Infektion mit M. tuberculosis nicht vermutet wird, können anfänglich positive
Ergebnisse durch erneutes Testen der Original-Plasmaproben in Doppelbestimmung im QFT-Plus-ELISA
bestätigt werden. Ergibt die Testwiederholung bei mindestens einer der zwei Probenmessungen ein
positives Ergebnis, so ist das Testergebnis als positiv zu bewerten.
‡
Mögliche Ursachen siehe Abschnitt „Hilfe zur Fehlersuche“.
§
In klinischen Studien wiesen weniger als 0,25 % der Teilnehmer eine IFN-γ Konzentration von
> 8,0 IU/ml bei der Negativkontrolle auf.
Aus der Höhe der gemessenen IFN-γ-Konzentration lassen sich keine Rückschlüsse auf
das Stadium oder den Grad der Infektion, das Ausmaß der Immunreaktivität oder die
Wahrscheinlichkeit einer Progression zu einer aktiven Erkrankung ziehen. Eine positive
TB-Reaktion bei Personen mit negativer Mitogen-Reaktion ist selten, wurde aber bei
Personen mit TB-Erkrankung beobachtet. Ein solches Ergebnis zeigt an, dass die IFN-γ-
Reaktion auf das TB-Antigen stärker ist als die auf das Mitogen. Dies ist grundsätzlich
möglich, da die Menge an Mitogen die IFN-γ-Produktion der Lymphozyten nicht
maximal stimuliert.
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 23Nein
TB1 - Negativk. und/oder
TB2 - Negativk. ≥ 0,35 IU/ml
Interpretation
Ja
Nein
TB1 - Negativk. und/oder
TB2 - Negativk. ≥ 25% der
Negativkontrolle in IU/ml*
Ja
Mitogen - Negativk. Ja Nein
Validierung < 0,50 IU/ml Unschlüssig Negativkontrolle ≤ 8,0 IU/ml
und/oder Negativk. > 8,0 IU/ml
Nein Ja
Positiv
Negativ
* Die Werte für TB1 minus Negativkontrolle und TB2 minus Negativkontrolle sind nur dann gültig, wenn der ≥ 25 %
der Negativkontrolle betragende Wert von dem gleichen Röhrchen stammt wie der ≥ 0,35 IU/ml betragende Wert.
Abbildung 3. Flussdiagramm zur Interpretation des QFT-Plus-Tests.
Grenzen des Verfahrens
Die Ergebnisse des QFT-Plus-Tests müssen im Zusammenhang mit der epidemiologischen
Anamnese jedes einzelnen Patienten, seinem derzeitigen Gesundheitszustand und
sonstigen diagnostischen Untersuchungen betrachtet werden.
Ergebnisse mit einem Negativkontrolle-Wert über 8,0 IU/ml werden als „unschlüssig“
bewertet, da eine um 25 % höhere Reaktion auf die TB-Antigene außerhalb des
Messbereichs des Tests liegen kann.
Unzuverlässige oder unschlüssige Ergebnisse können folgende Ursachen haben:
Abweichungen von dem in dieser Packungsbeilage beschriebenen Verfahren
Übermäßig hohe IFN-γ-Konzentration in der Blutbahn oder Vorliegen von
heterophilen Antikörpern
Überschreitung der Frist von 16 Stunden zwischen Blutabnahme und Inkubation
bei 37 °C
24 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Leistungsmerkmale
Klinische Studien
Da kein definitiver Standardtest für LTBI existiert, kann eine Abschätzung der Werte
für Empfindlichkeit und Spezifität des QFT-Plus-Tests nicht direkt vorgenommen
werden. Die Spezifität des QFT-Plus-Tests wurde annähernd abgeschätzt durch
Ermittlung der Falsch-positiv-Rate bei Personen mit geringem Risiko für eine
Tuberkuloseinfektion (keine Risikofaktoren bekannt). Die Empfindlichkeit wurde
annähernd abgeschätzt durch Auswertung von Patientengruppen mit durch Kultur
bestätigter aktiver Tuberkulose.
Spezifität
An einer Studie zur Bewertung der Spezifität des QFT-Plus-Tests nahmen 409 Pro-
banden teil. Die demographischen Angaben und Tuberkulose-Risikofaktoren wurden
mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens zum Zeitpunkt des Tests ermittelt.
Bei Zusammenfassung der Ergebnisse der 2 Patientengruppen mit geringem Risiko für
eine Tuberkuloseinfektion (keine Risikofaktoren bekannt) betrug die Spezifität des QFT-
Plus-Tests insgesamt 97,6 % (399/409) (Tabellen 3 und 4).
Tabelle 3. Ergebnisse der Studie zur Spezifität des QFT-Plus-Tests nach
Studienzentrum
Studie Positiv Negativ Unschlüssig Spezifität (95%-KI)
Japan 4 203 0 98 % (95–100)
Australien 6 196 0 97 % (94–99)
Tabelle 4. Ergebnisse der Studie zur Spezifität des QFT-Plus-Tests nach TB-Antigen-
Röhrchen
TB1 TB2 QFT-Plus
Positiv 5 10 10
Negativ 404 399 399
Unschlüssig 0 0 0
Spezifität 98,8 % 97,6 % 97,6 %
(95%-KI) (97,2–99,6) (95,6–98,8) (95,6–98,8)
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 25Empfindlichkeit für aktive Tuberkulose
Für LTBI existiert kein definitiver Standardtest; zur Ermittlung der Empfindlichkeit
ist aber eine mikrobiologische Kultur von M. tuberculosis ein geeigneter Ersatz,
da erkrankte Personen per Definition infiziert sind. Zur Ermittlung der
Empfindlichkeit des QFT-Plus-Tests wurden Personen mit Verdacht auf Tuberkulose,
deren M.-tuberculosis–Infektion anschließend durch Kultur bestätigt worden war,
aus 4 Prüfzentren in Australien und Japan getestet (Tabellen 5 und 6). Die
Patienten waren vor der Blutentnahme für den QFT-Plus-Test weniger als 14 Tage
lang behandelt worden.
Bei Zusammenfassung der Ergebnisse der 4 Patientengruppen von M.-tuberculosis-
kulturpositiven Patienten betrug die Empfindlichkeit des QFT-Plus-Tests insgesamt
95,3 % (164/172). In den 4 Gruppen waren 159 Patienten positiv aufgrund von
sowohl TB1- als auch TB2-Röhrchen, 1 Patient war nur positiv aufgrund von TB1
und 4 waren nur positiv aufgrund von TB2. Insgesamt war bei 1,1 % (2/174)
der Tests das Ergebnis unschlüssig. Durch das TB2-Ergebnis wurde 1 durch Kultur
bestätigter Patient korrekt identifiziert, der anhand des TB1-Ergebnisses allein als
unschlüssig (niedriger Mitogen-Wert) eingestuft worden wäre (siehe Tabellen 5
und 6).
Tabelle 5. Ergebnisse der Studie zur Empfindlichkeit des QFT-Plus-Tests
nach Studienzentrum
Positiv Negativ Unschlüssig Empfindlichkeit* QFT-
Studienzentren
Plus (95%-KI)
Zentrum Japan 1 36 7 0 84 % (69–93)
Zentrum Japan 2 53 1 2 98 % (90–100)
Zentrum Japan 3 54 0 0 100 % (93–100)
Zentrum Australien 21 0 0 100 % (84–100)
* Die Empfindlichkeit wird auf Grundlage der Gesamtzahl an gültigen Tests, ohne unschlüssige Ergebnisse,
berechnet.
26 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Tabelle 6. Ergebnisse der Studie zur Empfindlichkeit des QFT-Plus-Tests nach TB-
Antigen-Röhrchen
TB1 TB2 QFT-Plus
Positiv 160 163 164
Negativ 11 9 8
Unschlüssig 3 2 2
Empfindlichkeit† 93,6 % 94,8 % 95,3 %
(95%-KI) (88,8–96,7) (90,3–97,6) (90,9–97,9)
†
Die Empfindlichkeit wird auf Grundlage der Gesamtzahl an gültigen Tests, ohne unschlüssige Ergebnisse,
berechnet.
Beobachtete Verteilung der Werte – stratifiziert nach Risiko
Die in klinischen Studien beobachteten Werte der IFN-γ-Reaktion in TB1-, TB2- und
Kontrollröhrchen wurden nach dem Risiko für eine M.-tuberculosis-Infektion stratifiziert
(Abbildungen 4–7). Die Zusammensetzung der Gruppe mit uneinheitlichem Risiko
entspricht der einer allgemeinen Testpopulation aus Probanden mit und ohne
Risikofaktoren für TB-Exposition, bei der eine aktive Tuberkulose unwahrscheinlich ist
(also ein positives Ergebnis in der Regel auf LTBI zurückzuführen ist).
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 27A Anzahl der Probanden
B Anzahl der Probanden
C
Anzahl der Probanden
Abbildung 4. Verteilung für die Negativkontrolle. A. Verteilung der Werte der
Negativkontrolle in einer Population mit geringem Risiko (n = 409). B. Verteilung der
Werte der Negativkontrolle in einer Population mit uneinheitlichem Risiko (n = 194).
C. Verteilung der Werte der Negativkontrolle in einer Population mit durch Kultur
bestätigter M.-tuberculosis-Infektion (n = 174).
28 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015A
Anzahl der Probanden
Anzahl der Probanden
B
C Anzahl der Probanden
Abbildung 5. Verteilung für TB1 und TB2 (minus Negativkontrolle). A. Verteilung
der TB1- und TB2-Werte (minus Negativkontrolle) in einer Population mit
geringem Risiko (n = 409). B. Verteilung der TB1- und TB2-Werte (minus
Negativkontrolle) in einer Population mit uneinheitlichem Risiko (n = 194).
C. Verteilung der TB1- und TB2-Werte (minus Negativkontrolle) in einer
Population mit durch Kultur bestätigter M.-tuberculosis-Infektion (n = 174).
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 29A
Anzahl der Probanden
B
Anzahl der Probanden
C Anzahl der Probanden
Abbildung 6. Verteilung für Mitogen (minus Negativkontrolle). A. Verteilung der
Mitogenwerte (minus Negativkontrolle) in einer Population mit geringem Risiko
(n = 409). B. Verteilung der Mitogenwerte (minus Negativkontrolle) in einer
Population mit uneinheitlichem Risiko (n = 194). C. Verteilung der Mitogen-
werte (minus Negativkontrolle) in einer Population mit durch Kultur bestätigter
M.-tuberculosis-Infektion (n = 169).
30 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Geringes Risiko Uneinheitliches Risiko Aktive TB
Risiko einer MTB-Infektion
Abbildung 7. Beobachtete Differenzen der TB1- und TB2-Werte (minus
Negativkontrolle), stratifiziert nach Risiko. Population mit geringem Risiko
(n = 409), Population mit uneinheitlichem Risiko (n = 189) und Population mit
durch Kultur bestätigter M.-tuberculosis-Infektion (n = 141). Die TB1-Werte
wurden von den TB2-Werten abgezogen. Probanden mit Werten für TB1 oder
TB2 > 10,0 IU/ml wurden von der Auswertung ausgeschlossen, da die Werte
außerhalb des linearen Bereichs des Tests liegen.
Leistungsmerkmale des Tests
Die Linearität des QFT-Plus-ELISA wurde gezeigt in einem Experiment, in dem
11 Plasmapools mit bekannten IFN-γ-Konzentrationen jeweils als Fünffach-
bestimmungen in zufälliger Anordnung auf der ELISA-Platte verteilt wurden.
Die Regressionsgerade hat eine Steigung von 1,002 ± 0,011 und einen
Korrelationskoeffizienten von 0,99 (Abbildung 8).
Die Nachweisgrenze des QFT-Plus-ELISA liegt bei 0,05 IU/ml und es gibt keine
Anzeichen für einen High-Dose-Hook-Effekt (Prozonenphänomen) bei IFN-γ-
Konzentrationen bis zu 10.000 IU/ml.
QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015 31Bestimmter IFN-γ-Wert (IU/ml)
Erwarteter IFN-γ-Wert (IU/ml)
Abbildung 8. Linearitätsprofil des QFT-Plus-ELISA.
Die Intra- und Inter-Assay-Unpräzision (% CV) des QFT-Plus-ELISA wurden
bestimmt durch Untersuchung von 20 Plasmaproben mit verschiedenen IFN-γ-
Konzentrationen als Dreifachbestimmungen, in 3 Laboren, an 3 nicht
aufeinander folgenden Tagen und durch 3 verschiedene Mitarbeiter. Jede
Probe wurde also 27-mal getestet, in 9 unabhängigen Testdurchläufen. Eine
Probe war die Negativkontrolle, ihre IFN-γ-Konzentration wurde mit 0,08 (95%-
KI 0,07–0,09) IU/ml bestimmt. Die übrigen 19 Plasmaproben umspannten
einen Konzentrationsbereich von 0,33 (95%-KI 0,31–0,34) bis 7,7 IU/ml
(95%-KI 7,48–7,92).
Die Unpräzision innerhalb eines Testdurchlaufs („Intra-Assay“) wurde
abgeschätzt durch Bildung des Mittelwerts der prozentualen Variations-
koeffizienten (%CV) jeder IFN-γ enthaltenden Plasmaprobe für die einzelnen
Testplatten (n = 9). Die Unpräzision lag zwischen 4,1 und 9,1 %CV. Im Mittel
betrug die Kovarianz (± 95%-KI) innerhalb eines Testdurchlaufs 6,6 % ± 0,6 %.
Für die Plasmaprobe ohne IFN-γ betrug der prozentuale Variationskoeffizient im
Mittel 14,1 %.
Die Gesamtunpräzision („Inter-Assay“) wurde bestimmt durch Vergleich der 27
berechneten IFN-γ-Konzentrationswerte jeder Plasmaprobe. Die Inter-Assay-
Unpräzision lag zwischen 6,6 und 12,3 %CV. Im Mittel betrug der prozentuale
Variationskoeffizient (%CV ± 95%-KI) insgesamt 8,7 % ± 0,7 %. Für die
Plasmaprobe ohne IFN-γ betrug der Wert 26,1 % (%CV). Diese Größen-
ordnung ist zu erwarten, da die berechnete IFN-γ-Konzentration sehr niedrig ist
und die Variation um einen niedrigen Konzentrationswert stärker ist als bei
höheren Konzentrationen.
Zur Bestimmung der Reproduzierbarkeit des QFT-Plus-Tests wurden Blutproben
von 102 Probanden mit uneinheitlichen Risikofaktoren für eine M.-tuberculosis-
32 QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus) ELISA Packungsbeilage 02/2015Sie können auch lesen