Rheinland-Pfalz - Partner in der Großregion - Nr. 73 - rlp.de
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B L Ä ZUM Nr. 73 T T LAND ER Rheinland-Pfalz – Partner in der Großregion Was 1974 als Großregion „Saar-Lor-Lux“ - zu- Erholungssuchenden per Auto, per Fahrrad nächst gegründet vom Saarland, von Loth- oder auch auf vielfach gut ausgebauten Wan- ringen und von Luxemburg - seinen Anfang derwegen angesteuert. für eine regionale Zusammenarbeit in Europa nahm, wurde 1992 durch die Gebiete Trier/ Diese Vorteile können Rheinland-Pfälzerinnen Westpfalz und 1994 schließlich die Wallonie, und Rheinland-Pfälzer in besonderer Weise deren Deutschsprachige Gemeinschaft und das nutzen, da das Land gemeinsame Grenzen restliche Gebiet von Rheinland-Pfalz erweitert. mit Frankreich, Belgien und Luxemburg hat. Regionale und auch kommunale Initiativen Um dem vergrößerten Kreis der Beteiligten und Gremien arbeiten bereits seit vielen Jah- Rechnung zu tragen, wurde zunächst offiziell ren grenzüberschreitend zusammen. die Bezeichnung „Großregion Saar - Lor - Lux - Rheinland-Pfalz - Wallonie - Französische und Deutschsprachige Gemein- schaft Belgiens“ eingeführt, die zur Vereinfachung in der Kurzform „Großregion“ genannt wird. Inzwischen ist daraus ein zusammenge- wachsener Lebensraum mit rund 11,5 Mil- lionen Bewohnerinnen und Bewohnern und zugleich ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor in Europa geworden. Offene Grenzen und der Euro als gemeinsame Währung erleichtern das europäische Mitein- ander. Vor allem die Menschen in den Grenz- räumen haben von den damit einhergehenden Veränderungen spürbare Vorteile. Arbeitssuchende können auch jenseits nati- Quelle: onaler Grenzen eine Beschäftigung finden. Geografisches Ausflugsziele im Nachbarland werden von Informationssystem der Großregion (GIS-GR): www.gis-gr.eu
Die Großregion – Ein Lebensraum mit 11,5 Millionen Menschen Kennzahlen der Großregion (Stand: 01.01.2014) Region Bevölkerung Fläche in km2 Arbeitslosenquote Saarland 990.718 2.570 6,2 % Lothringen 2.346.292 23.669 12,2 % Luxemburg 549.680 2.586 5,8 % Rheinland-Pfalz 3.994.366 19.854 4,1 % Wallonie 576.325 16.844 16,1 % Großregion gesamt 11.457.381 65.523 Quellen: http://www.grande-region.lu/eportal/pages/HomeTemplate.aspx Großregion: Statistische Kurzinformationen 2014, S. 19. Strukturen Parlamentarierrat (IPR), in dem die Präsiden- Seit 1995 finden regelmäßig Treffen der Re- ten der Regionalparlamente der beteiligten gierungen der Großregion statt. Teilnehmer Regionen und jeweils sechs Abgeordnete der Gipfel sind die Regierungschefinnen und vertreten sind. Der IPR hat keine Entschei- -chefs der beteiligten Regionen. Hier werden dungsbefugnis, übt jedoch beachtlichen die wichtigsten Beschlüsse gefasst und die politischen Einfluss aus. Zu seinen Aufgaben Weichen für neue Arbeitsgebiete gestellt. Für gehören die Förderung der wirtschaftlichen, die konkrete Umsetzung der Beschlüsse und sozialen und kulturellen Position der Großre- die Klärung der damit verbundenen Detailfra- gion, der Ausbau der grenzüberschreitenden gen gibt es Facharbeitsgruppen, die, ebenso Zusammenarbeit und die Arbeit in ständigen wie die Gipfeltreffen, von einem Sekretariat Kommissionen: Wirtschaft, Soziales, Verkehr und einem persönlichen Beauftragten der und Kommunikation, Umwelt und Landwirt- Regierungschefs unterstützt und koordiniert schaft, Bildung, Ausbildung, Forschung und werden. Zudem finden regelmäßig Fachmi- Kultur. nisterkonferenzen statt, in denen Fachfragen So traf sich z.B. 2008 die Kom- erörtert werden, die die Großregion in be- mission 5 „Schule, Hochschule sonderem Maße betreffen – z.B. im Bereich und Kultur“ des IPR in der Umweltverschmutzung. Gedenkstätte SS-Sonderlager / KZ Alle zwei Jahre wechselt die Gipfelpräsident- Hinzert, um über eine engere schaft zwischen den beteiligten Regionen. grenzüberschreitende Zusam- Dieser Wechsel ist für die praktische Arbeit menarbeit in der Gedenkarbeit von besonderer Bedeutung, da er die Mög- zu beraten und eine Vernetzung lichkeit bietet, besondere Akzente in der der Gedenkstätten in der Groß- Arbeit zu setzen. So legte Rheinland-Pfalz in region zu fördern. Daraus erga- den Jahren 2013/2014 den Schwerpunkt auf ben sich weitere Impulse für den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt im Tagungen, Studienfahrten und Hinblick auf den Wandel der Arbeitswelt. Ziel Seminare, die von rheinland- war es dabei, Antworten zu finden u.a. zur pfälzischer Seite zusammen Deckung des Fachkräftebedarfs in der Groß- mit den westlichen Nachbarn region sowie zur Förderung der Erwerbsbe- durchgeführt wurden und wer- teiligung besonders von Jugendlichen, Frauen den. und älteren Menschen. Von besonderer Bedeutung ist Auch auf parlamentarischer Ebene hat es, dass der IPR zur Umsetzung sich eine enge Zusammenarbeit entwickelt. seiner Resolutionen auf die Zweimal jährlich tagt der Interregionale Regierungen und Verwaltun- 2
gen der beteiligten Gebietskörperschaften eingerichteten INTERREG IV A Programms (Landkreise, Städte und Gemeinden) einwir- eine Fördersumme von zunächst 106 Millio- ken kann. Diese haben sich verpflichtet, zu nen Euro zur Verfügung. Das Nachfolgepro- seinen Beschlüssen und Anfragen Stellung zu gramm INTERREG V A weist für den Zeit- nehmen. Hinzu kommen weitere Ausschüsse raum 2014 -2020 ein Gesamtvolumen von und Kommissionen mit konkreten Aufga- 131 Millionen Euro auf. Hinzu kommen je- benzuweisungen durch die Großregion. Von weils Kofinanzierungsmittel der beteiligten großem Gewicht ist auch der eigenständig Regionen und Kommunen oder von privater neben dem IPR agierende Wirtschafts- und Seite in mindestens gleicher Höhe. Sozialausschuss, in dem Vertreter der Arbeit- geberseite und der Gewerkschaften nach ge- Vier Schwerpunktbereiche werden aus meinsamen Lösungen für die Entwicklung des INTERREG V A-Mitteln gefördert: Arbeitsmarktes suchen. • Entwicklung eines integrierten Arbeits- markts durch die Förderung von Bildung, Unterstützung der Zusammenarbeit Ausbildung und Mobilität durch die EU • Umweltfreundliche Entwicklung der Groß- Die Partner der Großregion haben gemein- region und die Verbesserung des Lebens- same Kooperationsprogramme ausgearbei- umfelds tet, die ohne finanzielle Unterstützung der • Verbesserung der Lebensbedingungen Europäischen Union häufig nicht realisierbar • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und wären. Dabei geht es um grenzüberschrei- Attraktivität der Großregion tende Projekte, die partnerschaftlich durch mindestens zwei Projektpartner aus ver- Die Großregion kann sich auch auf der EU- schiedenen EU-Staaten oder von grenzüber- Ebene unmittelbar Gehör verschaffen. Die schreitenden Einrichtungen durchgeführt aus der Großregion stammenden Mitglieder werden. In der Regel können derartige Pro- im Ausschuss der Regionen (AdR) haben jekte mit maximal 50 Prozent der Gesamt- sich zur gemeinsamen Interessenvertretung kosten aus dem Europäischen zusammengeschlossen. Im Rahmen einer Fonds für regionale Entwicklung hierzu eingerichteten Arbeitsgruppe werden (EFRE) gefördert werden. Im gemeinsame Positionen – z.B. zur Lage der Zeitraum 2007-2013 standen Grenzpendler, zu den Regionalflughäfen hierfür im Rahmen des eigens oder zur Weinmarktordnung – abgestimmt. Die Großregion beteiligte sich zudem mehr- fach mit Workshops im Rahmen der vom Im Haus der Großregion in Esch- Ausschuss der Regionen durchgeführten sur-Alzette (Luxemburg) haben verschiedene Organisationen mit Veranstaltungsreihe „Open Days“ in Brüssel. Bezug zu diesem Kooperationsraum Diese Veranstaltungsreihe findet alljährlich ihren Sitz gefunden haben. Vertreten im Rahmen der Oktober-Plenartagung des sind u.a. das Gipfelsekretariat der Ausschusses der Regionen in Brüssel statt. Großregion, die Verwaltung des von Regelmäßig informieren sich hier mehr als der EU kofinanzierten INTERREG-Pro- 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in gramms, das gemeinsame Sekretariat Diskussionsveranstaltungen und Workshops des Wirtschafts- und Sozialausschus- ses, die Vertretung der Staatskanzlei über Best-practice-Beispiele. Gegenstand Rheinland-Pfalz, der Kulturraum eines solchen Workshops in der rheinland- Großregion, das Institut der Großregi- pfälzischen Landesvertretung war die on sowie das Städtenetz Quattropole, Zusammenarbeit der Hochschulen in der dem die Städte Luxemburg, Metz, Großregion. Saarbrücken und Trier angehören. Bildnachweis: Gipfelsekretariat der Großregion 3
Vielfältige Vorteile für die Menschen den Gipfelpräsidentschaften eingerichteten Die Zusammenarbeit in der Großregion Arbeitsgruppen und Arbeitsgemeinschaften bringt den hier lebenden Menschen konkrete wie Bildung und Erziehung, Hochschulwesen, Vorteile. Der Wegfall der Grenzen im Schen- Jugend, Kultur, Raumentwicklung, Sicherheit genraum (siehe Kasten) führt dazu, dass und Prävention, Soziale Fragen, Tourismus, zunehmend mehr Menschen im jeweiligen Umwelt, Verkehr sowie wirtschaftliche Fragen Nachbarland leben und arbeiten und dass belegen die Bandbreite der Themen. Einkäufe jenseits der Grenze getätigt und touristische Angebote dort genutzt werden. Verbesserung der Lebens- Daraus ergaben und ergeben sich jedoch bedingungen der mehr als 200.000 auch immer wieder Herausforderungen und Grenzpendler Probleme. Ein besonderes Kennzeichen der Großregion ist es, dass Das Abkommen von Schengen – Grund- heute mehr als 200.000 Men- lage der Zusammenarbeit der Großregion schen in einem anderen Land arbei- ten als sie wohnen. So pendeln etwa Die Bürgerinnen und Bürger der beteiligten 30.000 Rheinland-Pfälzerinnen europäischen Staaten genießen seit 1995 das und Rheinland-Pfälzer zur Arbeit nach Privileg innerhalb des sogenannten Schen- Luxemburg. Mehr als 1.300 Personen aus genraums frei, d.h. ohne Grenzkontrollen, Lothringen sind umgekehrt Grenzgänger reisen zu können. Bereits 1985 hatten die nach Rheinland-Pfalz. Im Hinblick auf diese fünf Mitgliedstaaten der damaligen Europäi- Personen haben sich immer wieder Probleme schen Gemeinschaft Deutschland, Frankreich, ergeben, die im Einzelfall mühsam gelöst Belgien, Niederlande und Luxemburg auf werden mussten. Dabei ging es u.a. um die dem Fahrgastschiff Princesse Marie-Astrid Anerkennung von Berufsabschlüssen sowie um Luxemburg nahe der luxemburgischen Grenz- Probleme mit Renten- und Krankenversiche- gemeinde Schengen vereinbart, Kontrollen rungen. Derartige Herausforderungen standen an ihren Binnengrenzen aufzuheben. Im Laufe und stehen regelmäßig auf der Tagesordnung der Jahre sind nahezu alle EU-Mitgliedstaa- der Gremien der Großregion. Daneben wurden ten, und auch vier Staaten außerhalb der EU die Ungleichgewichte der Arbeitsmärkte in (Norwegen, Island, Schweiz und Liechten- den verschiedenen Teilregionen behandelt und stein) diesem Raum beigetreten. Dies bedeu- nach Möglichkeiten gesucht, Arbeitssuchende tet, dass es für die Menschen in der Großre- auf freie Stellen im Nachbarland zu vermitteln gion selbstverständlich ist, ohne aufwändige und falls erforderlich - etwa durch Sprachkurse Passkontrollen z.B. von Trier nach Luxemburg - entsprechend zu qualifizieren. oder von Saarbrücken nach Metz zu reisen. Um die Berufspendler in der Großregion zu Die Gremien der Großregion haben sich im unterstützen wurde eine aus 20 Partnern beste- Verlauf der Jahre mit nahezu allen Belangen hende EURES-Grenzpartnerschaft aufgebaut. des täglichen Lebens in diesen Grenzräumen Die Website http://www.eures-granderegion. befasst. Dabei standen zu Beginn Fragen eu/de/ (Stand: 27. September 2016) informiert der Verkehrsanbindung und Probleme mit Seit 1999 führt die Fair- grenzüberschreitenden Verwaltungsange- play-Tour durch alle Teilge- legenheiten häufig im Vordergrund. Doch biete der Großregion. nahmen und nehmen auch Umwelt-, Sozi- Hier Teilnehmerinnen und al- und Bildungsfragen einen zunehmend Teilnehmer der Tour 2016, höheren Stellenwert ein. Daneben werden Etape in Esch am 13. Juli 2016 vielfältige weitere Aspekte des täglichen Quelle: Europ. Akademie des rheinl.-pfälz. Sports Lebens in der Großregion behandelt. Die von Fotograf: Karl-Josef Roth 4
darüber, dass 30 EURES-Berater in verschie- Grenzraum zu festigen. Seither unterstützen denen Einrichtungen der Großregion Arbeits- die Partner die Umsetzung gemeinsamer suchenden und Grenzgängerinnen und Grenz- Programme zur Verstärkung der Solidarität gängern sowie auch Arbeitgeberinnen und zwischen Jugendlichen durch Förderung Arbeitgebern bei der Ausübung ihrer Rechte im ihrer Teilnahme an grenzüberschreitenden Hinblick auf die grenzüberschreitende Mobilität Aktivitäten. Dadurch sollen Bildung und Hilfestellung leisten. Fortbildung, der Unternehmungs- und Initia- tivgeist sowie die Kreativität der Jugendlichen „Grenzgängerkarte 2016“ gefördert und Rassismus, Intoleranz und Quelle: Interregionale Arbeitsmarktbeobachtungsstelle alle Diskriminierungsformen bekämpft wer- (IBA) c/o INFO-Institut e.V. den. Auf dieser Grundlage finden zahlreiche Austausche und Treffen von Jugendlichen, etwa im Rahmen der Veranstaltungsreihe JugendforumJeunesse, durch Jugendfußball- cups sowie im Rahmen der „Fairplay-Tour der Großregion“ statt. Schülerinnen- und Schülertreffen am 08. Juni 2016 in Trier, Quelle: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz Begegnungen von Jugendlichen Bereits im Jahr 2002 haben die Partner der Großregion eine „Charta für die Zusammen- arbeit im Bereich Jugend“ beschlossen. Darin wird eine aktive Beteiligung der Jugendlichen an der grenzüberschreitenden Zusammen- arbeit in Jugendfragen vereinbart, um die Beziehungen zwischen Jugendlichen im 5
Zahlreiche Projekte der Partner der Großre- Lothringen, Trier sowie der TU Kaiserslautern. gion befassen sich mit Bildungsfragen. Part- Ziel ist die Vernetzung von Forschung und nerschaften von Schulen im Grenzgebiet nach Lehre der rund 133.000 (Stand 2016) Studie- Frankreich haben in Rheinland-Pfalz eine renden und 6.000 Lehrenden der verschiede- lange Tradition. Diese in der Regel zunächst nen Teilgebiete. Daraus ergaben und ergeben bilateralen Kontakte wurden im Rahmen des sich zahlreiche Kontakte von Instituten, nach dem früheren französischen Außenmi- Fakultäten und Laboren und die Entwicklung nister benannten „Schuman-Programms“ auf gemeinsamer Projekte. die Großregion ausgeweitet. Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen- Kulturelle Zusammenarbeit stufen aus Rheinland-Pfalz, Lothringen, Lu- Der kulturellen Zusammenarbeit kommt in xemburg und Belgien leben zwei Wochen lang der Großregion eine herausgehobene Be- in Gastfamilien und besuchen gemeinsam deutung zu, wie zahlreiche Großereignisse mit Partnerschülerinnen und Partnerschülern mit Bezug zu den Nachbarregionen, Treffen den Unterricht. Dieses in den Partnerregionen von Künstlerinnen und Künstlern, grenzüber- gemeinsam durchgeführte Programm bietet schreitende Veranstaltungsreihen und nicht jährlich 1.000 Schülerinnen und Schülern die zuletzt mehrere Themenportale im Internet Möglichkeit, den Alltag im Nachbarland in belegen. Familien und in der Schule aus eigener An- schauung kennen zu lernen. Ein wichtiger Bezugspunkt war und ist dabei die Wahl Luxemburgs und der Großregion Unterstützt durch das zur Europäischen Kulturhauptstadt 2007. Die INTERREG-Programm in diesem Rahmen der EU entstand in veranstalteten Pro- den Jahren 2008- jekte schufen eine Logo der Universität der 2013 die Universität Grundlage für die Großregion, die eine der Großregion als Herausbildung eines eigene Rechtspersönlich- Verbund der Univer- Zusammengehö- keit hat. Bildnachweis: sitäten des Saarlands, rigkeitsgefühls und UniGR (Universität der Großregion) Lüttich, Luxemburg, die Wahrnehmung Sichtbares Zeichen der eines gemeinsamen kulturellen Zusammenar- “Schülerinnen des Pamina-Gymnasiums Herxheim Kulturraumes über die beit ist der blaue Hirsch hatten im Rahmen des EU-geförderten Ada-Lovelace- Quelle: Gipfelsekretariat nationalstaatlichen Programms Gelegenheit, an Angeboten der Uni der Großregion Grenzen hinweg. Kaiserslautern teilzunehmen”, Foto: H. J. Wiehr 6
Um die Arbeit dauerhaft zu gestalten, wurde Unterstützung der kommunalen von den Kulturverantwortlichen der Teilre- Zusammenarbeit gionen der Verein „Espace culturel Grande Über 450 Kommunen in Rheinland-Pfalz Région – Kulturraum Großregion“ mit Sitz in verfügen über kommunale Partnerschaften, Luxemburg gegründet. Das für die europäische davon mehr als die Hälfte mit Städten und Kulturhauptstadt 2007 gewählte Logo „Blauer Gemeinden in Frankreich, aber auch 15 mit Hirsch“ ist seither sichtbares Zeichen für das Belgien und zwei mit Luxemburg. Diese Part- kulturelle Leben in der Großregion. nerschaften bieten auch in der Großregion besondere Chancen, das Zusammenwachsen Informationen über kulturelle Ereignisse in Europas im Alltag erfahrbar zu machen und der Großregion werden regelmäßig über spe- voneinander zu lernen. zialisierte Internetplattformen wie www.plu- Vorbildfunktion haben hierbei die Städte Lu- rio.net oder www.grrrrr.eu/ (Stand: 27.Sep- xemburg, Metz, Saarbrücken und Trier über- tember 2016) bereitgestellt. Dort wird auch nommen, die das Städtenetz „QuattroPole“ auf Wettbewerbe und Fördermöglichkeiten gegründet haben. Hervorgegangen ist dieses sowie auf die über 20 UNESCO-Weltkulturer- Städtenetz aus der bereits seit 1957 beste- bestätten in der Großregion hingewiesen. Zur henden Partnerschaft zwischen Metz und Verbesserung der Zusammenarbeit haben die Trier, die im Februar 2000 auf Saarbrücken Museen der Großregion zudem eine Vereini- und Luxemburg ausgeweitet wurde. Heute gung gegründet, die inzwischen 79 Mitglieder werden zahlreiche gemeinsame Projekte zählt. In der Kooperation für Musik in der durchgeführt, um Informationen auszutau- Großregion finden die Hochschule für Musik schen und Zukunftsthemen gemeinsam zu Saar, die Conservatoires Nationaux de Région bearbeiten. Zugleich dient die Zusammen- von Metz und Nancy, die Conservatoires de arbeit der Struktur- und Wirtschaftsent- Musique der Städte Luxemburg und Esch-sur- wicklung und als Instrument des Standort- Alzette, das Conservatoire du Nord Diekirch/ marketings. Auch werden Informationen zur Ettelbruck sowie das Conservatoire Royal von Nutzung von Serviceleistungen und kulturel- Lüttich und die Hochschule für Musik Mainz len Angeboten in allen vier Kommunen zur eine gemeinsame Plattform. Verfügung gestellt. „QuattroPole“ macht zugleich deutlich, dass Im Rahmen des rheinland-pfälzischen Kultur- die Großregion kein eindeutig erkennbares sommers finden immer wieder herausragende Zentrum hat. Folgerichtig wurde 2007 in den grenzüberschreitende Events statt. Künste- Gremien der Großregion das Leitbild der „Poly- lerinnen und Künstler aus der Großregion zentrischen grenzüberschreitenden Metropol- erhalten dabei regelmäßig Gelegenheit zu region“ entwickelt, deren Ziel es ist, die Stärken Auftritten. So ging das und Schwächen der unterschiedlichen Zentren junge Online-Kultur- zu definieren und zu nutzen und die Mobilität portal der Großregion innerhalb der Großregion zu verbessern. im Rahmen des Kul- tursommers 2013 auf Die Bedeutung der Großregion Rheinland-Pfalz-Tour. und ihre Zukunftsperspektiven Wegen der beschrittenen innovativen Wege hat die Großregion vielfach Modellfunktion auch für andere regionale Zusammenschlüs- se. In den Medien wird sie deshalb häufig CSD Trier 2016, Großregion auch als „Labor für die europäische Zusam- unterm Regenbogen menarbeit“ beschrieben. Wichtig ist es, Quelle: Gipfelsekretariat dass die Zusammenarbeit von engagierten der Großregion Politikerinnen und Politikern, von Lehrkräften 7
und auch von Freiwilligen aus Verbänden und Internetlinks Großregion Herausgeberin: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz , www.politische-bildung-rlp.de, Mainz 2016, ISBN 978-3-89289-040-9 Vereinen getragen wird. Dabei gilt es immer (Stand 15. November 2016) wieder, finanzielle, organisatorische und häu- • Website der Großregion: fig auch sprachliche Hürden zu überwinden. http://www.granderegion.net Oftmals müssen neue Ansprechpartner ein- http://www.grande-region.lu bezogen und veränderte administrative Re- • Kulturraum Großregion: geln beachtet werden. Die Auswirkungen der http://www.kulturraumgr.eu/de 2016 erfolgten Neugliederung der französi- • Kulturelles Webmagazin der Großregion: schen Regionen, in deren Gefolge das Elsass, http://www.grrrrr.eu/ Lothringen und Champagne-Ardenne zur • Mobilitätsportal der Großregion: Region „Grand Est“ zusammengelegt wurden, http://www.mobiregio.net/de/ müssen im Hinblick auf die Zusammenarbeit • Fairplay-Tour der Großregion: in der Großregion aufgearbeitet werden. http://fairplaytour.de/ • Informationsstelle zur Unterstützung der Sicherlich könnte der Bekanntheitsgrad und grenzüberschreitenden Mobilität der die Verbundenheit der Menschen mit der Arbeitsmärkte in der Großregion: Großregion noch gesteigert werden, wenn http://www.eures-granderegion.eu/de/ ein griffiger Name für den Zusammenschluss • Städtenetz „QuattroPole“: gefunden würde, der den geographischen http://www.quattropole.org/ und kulturellen Besonderheiten in stärkerem • Universität der Großregion: Maße Rechnung trägt. In der Diskussion wa- http://www.uni-gr.eu/ ren Bezeichnungen wie „Großregion Rhein • Geografisches Informationssystem der – Maas – Mosel“ oder in Anknüpfung an die Großregion (GIS-GR): www.gis-gr.eu Aufteilung des Reiches Karls des Großen im Jahre 843 auf „Lotharingen“. Derzeit gibt es Literaturhinweise jedoch noch keine Bestrebungen für eine der- • Lorig, Wolfgang H.; Regolot, Sascha; Henn, artige neue Namensgebung. Stefan (Hrsg.): Die Großregion SaarLorLux. Politischer Anspruch, Wirklichkeiten, Perspek- Die Partner der Großregion werden auch tiven, Springer Verlag, Wiesbaden 2015. künftig an der Zusammenarbeit festhalten • Schönwald, Antje: Identitäten und Stereoty- und diese zum Wohl der Menschen nach pe in grenzüberschreitenden Verflechtungs- Möglichkeit ausbauen. Von zentraler Bedeu- räumen. Das Beispiel der Großregion, VS tung für die künftige Zusammenarbeit ist es Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden jedoch in jedem Fall, dass auch angesichts 2012. der wachsenden Zahl von Flüchtlingen das • Staatskanzlei Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Rück- „Europa ohne Grenzen“ erhalten bleibt. Es blick auf die rheinland-pfälzische Gipfelprä- Gestaltung: ADDVICE Design & Advertising, Mainz ist kein Zufall, dass der Vertrag hierzu bei sidentschaft in der Großregion 2013/2014, einer Schifffahrt auf der Mosel im Herzen Mainz o. J. der Großregion, im Dreiländereck nahe der • Wille, Christian (Hrsg.): Lebenswirklichkei- luxemburgischen Gemeinde Schengen ge- ten und politische Konstruktionen in Grenz- schlossen wurde. regionen. Das Beispiel der Großregion Saar- LorLux: Wirtschaft - Politik - Alltag – Kultur, Autor: Dr. Otto Schmuck Transcript Verlag, Bielefeld 2015. Landeszentrale Diese Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der LpB Rheinland-Pfalz dar. Politische Bildung Für die inhaltlichen Aussagen trägt der Autor/die Autorin die Verantwortung. Rheinland-Pfalz
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