The Market Situation and Market Mechanisms at the Landfills - Current Situation in the Federal States

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The Market Situation and Market Mechanisms at the Landfills - Current Situation in the Federal States
Abstract

                   The Market Situation and Market Mechanisms
              at the Landfills – Current Situation in the Federal States
                                     Hartmut Haeming and Jochen Hoffmeister

           At the beginning of the 1970s, there were still more than 65,000 partially uncontrolled
           dumps in Germany, so-called mayor dumps. With the first waste law in 1972, the
           transition to orderly landfilling began. Since then, the number of landfills operated
           in Germany has steadily decreased. In 2000, there were still around 1,970 landfills in
           operation, and by 2017 only about 1,080. The majority of these are the approximately
           777 landfills for uncontaminated soil, another 131 landfills are for soils and slags, and
           around 144 landfills are for pre-treated household waste and comparable mineral
           waste from commercial sources. In Germany, hazardous waste can be disposed of at
           26 aboveground and in four underground landfills.
           Including the plans and the projects already in the approval process, there has been a
           noticeable improvement in the landfill situation throughout Germany compared with
           previous years. The efforts of the federal states to create new landfill space were suc-
           cessful in many cases. Nevertheless, the need for new landfill space remains unchanged
           in most federal states – at least regionally. In some cases, this leads to considerable
           additional costs, which may be incurred both by increasing transport distances and
           by raising landfill fees.
           However, possible future and additional shifts in material flows towards landfill, e.g.
           as a result of the German Omnibus ordinance or the tightening of the soil and water
           legislation, would place an additional burden on landfill capacities. Provisions must be
           made for the potential elimination of backfilling in excavations and on waste dumps,
           and new additional landfill space must be created within a reasonable time period.
           Considering the scale of landfill capacities required in the future, this is a major chal-
           lenge for all federal states, that will continue to rely on this disposal route.
           Despite the successes achieved in recent years in creating new landfill capacities, plans
           for further landfill capacities must be started as soon as possible considering the time
           required for approval and implementation, in order to guarantee the long-term safety
           of waste disposal at landfills.
Deponien

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The Market Situation and Market Mechanisms at the Landfills - Current Situation in the Federal States
Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

 Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien –
          Aktuelle Situation in den Bundesländern
                             Hartmut Haeming und Jochen Hoffmeister

1.      Ausgangssituation........................................................................................459

2.      Aktuelle Situation in den Bundesländern ............................................... 460

2.1.    Schleswig-Holstein.......................................................................................462
2.2.    Niedersachsen...............................................................................................463
2.3.    Hamburg.......................................................................................................464
2.4.    Bremen..........................................................................................................464
2.5.    Mecklenburg-Vorpommern ......................................................................465
2.6.    Berlin und Brandenburg.............................................................................466
2.7.    Sachsen..........................................................................................................467
2.8.    Sachsen-Anhalt............................................................................................468
2.9.    Thüringen......................................................................................................469
2.10.   Hessen........................................................................................................... 470
2.11.   Bayern............................................................................................................471
2.12.   Baden-Württemberg ...................................................................................472
2.13.   Saarland.........................................................................................................473
2.14.   Rheinland-Pfalz ...........................................................................................474
2.15.   Nordrhein-Westfalen...................................................................................475
2.16.   Entsorgungssicherheit in den Bundesländern im Überblick.................476

3.      Aufkommen und Verbleib mineralischer Abfälle ...................................477

4.      Mögliche Auswirkungen der MantelVO
        auf den Bedarf an Deponiekapazitäten.....................................................478

5.      Entwicklung der zu deponierenden Mengen
        vor dem Hintergrund der MantelVO........................................................478
                                                                                                                                Deponien

6.      Verfüllung der deutschen Deponien
        unter Berücksichtigung der MantelVO.....................................................479

                                                                                                                        457
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Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           7.             Verfahrensstand der MantelVO.................................................................481

           8.             Marktrisiken im Bereich der Deponierung mineralischer Abfälle.......482

           9.             Kostenerwartung und Umsetzung.............................................................483

           10.            Quellen..........................................................................................................484

           Zu Beginn der 70er Jahre gab es in Deutschland noch mehr als 65.000 zum Teil un-
           kontrollierte Müllkippen, die sogenannten Bürgermeisterdeponien. Mit dem ersten
           Abfallgesetz 1972 begann der Übergang zur geordneten Deponierung. Die Zahl
           der in Deutschland betriebenen Deponien ist seitdem stetig zurückgegangen. Im
           Jahr 2000 waren noch 1.970 Deponien in Betrieb, 2017 nur noch 1.080. Der Groß-
           teil davon entfällt auf die rund 777 Deponien für unvorbelastete Böden, weitere
           131 Deponien sind für Bauschutt, Böden und Schlacken vorgesehen und
           144 Deponien für vorbehandelten Hausmüll und vergleichbare mineralische gewerb-
           liche Abfälle. Gefährliche Abfälle können in Deutschland auf 26 Deponien oberirdisch
           und auf vier (Untertage-)Deponien unterirdisch abgelagert werden.

           Unter Einbeziehung der Planungen und der bereits im Genehmigungsverfahren
           befindlichen Vorhaben ist bundesweit gegenüber den Vorjahren eine spürbare Ver-
           besserung der Deponiesituation zu verzeichnen. Die Bemühungen der Bundesländer,
           neuen Deponieraum zu schaffen, waren vielfach erfolgreich. Dennoch besteht in den
           meisten Bundesländern – zumindest regional – ein unveränderter Bedarf an neuem
           Deponieraum. Dies führt zum Teil zu erheblichen Mehrkosten, die sowohl durch zu-
           nehmende Transportentfernungen als auch durch eine Erhöhung der Deponieentgelte
           entstehen können.

           Mögliche, Künftige und zusätzliche Stoffstromverschiebungen in Richtung Deponie,
           z.B. durch die Mantelverordnung oder durch Verschärfung des Boden- und Wasser-
           rechts, würden die Deponiekapazitäten jedoch zusätzlich belasten. Für den potenziellen
           Wegfall der Verfüllung in Abgrabungen und auf Halden muss Vorsorge getroffen und
           in überschaubaren Zeiträumen neuer zusätzlicher Deponieraum geschaffen werden.
           Angesichts der Größenordnungen der künftig notwendigen Deponiekapazitäten, ist
           dies eine große Herausforderung für die Bundesländer, die weiterhin auf diesen Ent-
           sorgungsweg angewiesen sein werden.

           Trotz der in der jüngeren Vergangenheit erzielten Erfolge bei der Schaffung neuer
           Deponiekapazitäten müssen, angesichts der üblichen Genehmigungs- und Realisie-
           rungszeiten, Planungen für weitere Deponiekapazitäten möglichst zeitnah in Angriff
           genommen werden, um dauerhaft auch die Sicherheit für die Entsorgung von Abfällen
Deponien

           auf den Deponien gewährleisten zu können.

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Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

                                                            1. Ausgangssituation
Eine vollständige Verwertung der Abfälle und Kreislaufführung der Rohstoffe ist nicht
zuletzt auf Grund der enthaltenen Schadstoffe nicht möglich. Das wird sich auch auf
absehbare Zeit nicht ändern, weil auch in Zukunft nicht verwertbare, in der Regel
schadstoffbelastete Stoffe aus dem Wirtschaftskreislauf ausgeschleust werden müssen.

Als Schad- und Störstoffsenke übernehmen die Deponien eine wichtige Rolle in der
Abfallwirtschaft. Seit Mitte der 60er Jahre haben sich die Anforderungen sowohl an die
Deponietechnik als auch das abzulagernde Abfallspektrum deutlich weiterentwickelt.
Nach dem Deponierungsverbot unvorbehandelter Abfälle im Jahr 2005 hat es lange
Zeit gedauert, bis sich in Politik und Verwaltung zunehmend ein Problembewusstsein
eingestellt hat. Inzwischen wurden in zahlreichen Bundesländern Deponiebedarfs-
analysen durchgeführt und die Ergebnisse im besten Fall in die jeweiligen Landes-
abfallwirtschaftspläne übernommen. Einzelne Bundesländer tun sich im Rahmen der
politischen Bewertung immer noch schwer, die erforderlichen Schlussfolgerungen zu
ziehen. Das Thema Deponiebedarf wird mittlerweile in vielen Bundesländern ernst
genommen. Es ist offenbar erkannt worden, welche Zeiträume als Folge der Planungs-,
Zulassungs- und Realisierungsprozesse vergehen, bis auch tatsächlich neuer Deponie-
raum zur Verfügung steht.

Zu dieser Feststellung haben auch die großen Bundesverbände der Kreislaufwirtschaft,
deren Mitgliedsunternehmen auf eine geordnete und sichere Entsorgung angewiesen
sind, beigetragen. Sie haben das Problem ebenfalls für sich erkannt und öffentlich
mit dem Ergebnis diskutiert, dass unbedingt neuer Deponieraum geschaffen werden
muss, wenn die Entsorgungssicherheit auch künftig ein wesentlicher Standortfaktor
Deutschlands bleiben soll. [29]

Je transparenter der Bedarf an Deponiekapazitäten in einem Bundesland wird, desto
eher muss mit Blick auf die Verkürzung von Zulassungszeiträumen sowohl die Frage
des Genehmigungsverfahrens an sich als auch die Zuständigkeit für derartige Geneh-
migungsverfahren politisch diskutiert werden, weil die kommunalen- und regionalen
Entscheidungsträger aufgrund der häufig vorhandenen lokalen Widerstände einen
schweren Stand bei dem Versuch haben, der meist emotional vorgetragenen Kritik
an neuen Standorten oder Erweiterungen von bestehenden Deponien mit fachlichen
Argumenten zu entgegnen.

Es sollte daher ernsthaft überlegt werden, das Monitoring und die gegebenenfalls
notwendige Planung und Realisierung von Deponiekapazitäten dort, wo es nicht oder
nicht mehr der Fall ist, als eine ordnungspolitische Landesaufgabe zu verstehen und
in den Kompetenzbereich der obersten Abfallwirtschaftsbehörde zu verlagern. Es ge-
lingt nahezu kaum mehr, eine neue Deponie – gleich welcher Klasse – auf der grünen
Wiese zu errichten. Bislang haben sich Politik und Verwaltung vielfach noch nicht zu
                                                                                         Deponien

diesem konsequenten Vorgehen entschließen können.

                                                                                   459
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Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           Und nicht zuletzt muss die Frage eindeutig beantwortet werden, wer in Zukunft für
           die Schaffung neuen Deponieraums für Gewerbe und Industrie verantwortlich sein
           soll. Die öffentliche Hand geht derzeit wohl vielfach davon aus, dass sie sich nur um
           die den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern überlassene Abfälle kümmern
           müsse, während die deutsche Wirtschaft rein formal für ihre Entsorgungssicherheit
           selbst verantwortlich sei. Diese Haltung ist in zahlreichen Abfallwirtschaftsplänen
           der Länder zu erkennen. In diesem Zusammenhang ist zum einen auf § 30 KrWG
           hinzuweisen, wonach von den Ländern alle Abfälle, insbesondere für die De-
           ponierung, zu beplanen sind. Zum anderen muss die Frage gestellt werden, welche
           Rolle die Genehmigungsbehörden einnehmen bzw. einzunehmen haben, wenn
           private Vorhabenträger Deponiekapazitäten für privat anfallenden Gewerbe- und
           Industrieabfälle planen.
           Eine eindeutige und klare Positionierung der politischen Ebene des Bundes und der
           Länder zur Zukunft der Deponierung ist unbedingt notwendig. Die Schaffung von
           zusätzlichem Deponieraum ist als öffentliche Aufgabe zu verstehen und gehört – wie
           die Abfallentsorgung – ebenfalls zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Ausreichende
           Deponiekapazitäten bieten nicht nur Entsorgungssicherheit, insbesondere für die
           mittelständische Wirtschaft, deren Unternehmen in der Regel über keine betriebs-
           eigenen Deponien verfügen, sondern sind auch ein harter Standortvorteil für die
           Wirtschaftsförderung und die Wirtschaftspolitik der Regionen und der Länder.
           Aus einer Vielzahl von Gesprächen mit den Fachebenen der Ministerien kann ge-
           schlossen werden, dass die Problematik – gerade vor dem Hintergrund der sehr
           komplizierten und langen Zulassungsverfahren – mittlerweile erkannt ist. Positiv
           hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass sich verschiedene Bundesländer,
           wie beispielsweise Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder auch Berlin, in den ver-
           gangenen Jahren bereits mit Erfolg engagiert haben, neuen Deponieraum zu schaffen.

           2. Aktuelle Situation in den Bundesländern
           Eine Übersicht der Deponiesituation in den Bundesländern wurde vom Statistischen
           Bundesamt (Destatis) zuletzt im Jahr 2019 auf der Basis des Jahres 2017 veröffentlicht
           [31]. Demnach wurden in 15 der 16 Bundesländer Deponien betrieben, auf denen
           rund 46,1 Mio. t Abfälle abgelagert worden sind (Tabelle 1).
           Das BMUB ging für die (kritischen) Kapazitäten an DK I-Deponien zuletzt von einer
           Entsorgungssicherheit von 25 Jahren aus [30]; dies auf der Basis von Erhebungen des
           Statistischen Bundesamtes. Diese Zahl muss aber noch um die Kraftwerksreststoff-
           deponien bereinigt werden, so dass sie sich spürbar nach unten verändert.
           Es zeigt sich, dass als Planungsgrundlage aktuelle und differenzierte Informationen über
           die Deponiekapazitäten in den Bundesländern benötigt werden. Die InwesD begleitet
           und erhebt die Entwicklung der Deponiekapazitäten bereits seit mehreren Jahren. Wie
Deponien

           im Vorjahr wurde auch diesmal Anfang 2020 eine Abfrage bei allen Bundesländern hin-
           sichtlich der Restkapazitäten, der Vorhaben im Genehmigungsverfahren, der Planungen

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Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

und der jährlichen Szenarien zur Verfüllung vorgenommen [10]. Von der InwesD
wurde um Antwort bis zum 14.02.2020 gebeten. Bis zum Redaktionsschluss wurden
von 13 Bundesländern direkt Daten zur Verfügung gestellt, zwei Bundesländer (Hessen
und Thüringen) haben auf den Abfallwirtschaftsplan bzw. die Abfallbilanz verwiesen.

 Bundesland               Anzahl   Abgelagerte Menge 2017
                                   1.000. Tonnen

 Baden-Württemberg          322             5.629,8

 Bayern                     378             6.475,9

 Berlin                       –                  –

 Brandenburg                  16            4.173,4

 Bremen                        8              257,7

 Hamburg                       2              108,8

 Hessen                       34            1.125,1

 Mecklenburg-Vorpommern        9            1.007,4

 Niedersachsen                57            4.060,1

 Nordrhein-Westfalen        135            16.435,6

 Rheinland-Pfalz              43            1.444,8

 Saarland                     29            1.490,3
                                                              Tabelle 1:
 Sachsen                       5            1.217,5

 Sachsen-Anhalt               12            1.201,9           Anzahl der Deponien und ab-
 Schleswig-Holstein           15            1.130,0           gelagerte Menge nach Bundes-
                                                              ländern
 Thüringen                    17              336,0
                                                              Quelle: Statistisches Bundesamt Fachserie
                                                              19, Reihe 1 – 2017, Juni 2019, eigene
 Deponien gesamt           1.082           46.094,3
                                                              Darstellung

Der Stadtstaat Hamburg wurde nicht abgefragt, weil Hamburg über keine Siedlungs-
abfalldeponien verfügt, sondern im Umland nach Deponieraum sucht. In den Fällen,
in denen von dem jeweiligen Bundesland keine neuen Daten zur Verfügung gestellt
wurden, wurde auf Daten zurückgegriffen, die in den Vollversammlungen der InwesD
in den Jahren 2016 bis 2019 für die Bundesländer im Rahmen von Vorträgen vorgestellt
wurden. Darüber hinaus werden für diesen Fachbeitrag Daten aus Veröffentlichungen,
wie Abfallwirtschaftsplänen und -bilanzen, verwendet.
Hervorzuheben ist die konstruktive Zusammenarbeit mit nahezu allen Bundesländern,
die bereit sind, das Thema lösungsorientiert und öffentlich zu diskutieren und auf
dieser Basis auch weitergehende Daten zur Verfügung gestellt haben. Im Gegenzug
                                                                                                          Deponien

erhalten die teilnehmenden Bundesländer von der InwesD, wie im Vorjahr auch, die
bundesweiten Auswertungen. Dies gilt natürlich gleichermaßen auch für das BMU.

                                                                                                  461
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Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           Als Ergebnis der Erhebung und der nachfolgenden Analysen ist festzustellen, dass in
           den verschiedenen Bundesländern entweder

           •     ein konkreter Deponiebedarf
                 (Entsorgungssicherheit nicht gegeben)

                 oder

           •     ein latenter Deponiebedarf
                 (wachsende Transportentfernungen und/oder schrumpfende Deponiekapazitäten)
                 oder
           •     ein verdeckter Deponiebedarf
                 (Materialien können zurzeit noch auf anderen Wegen, z. B. als Verfüllungen,
                 entsorgt werden und beanspruchen daher keine Deponiekapazitäten)

           festzustellen ist.

           In den nachfolgenden Kapiteln werden die Ergebnisse der aktuell durchgeführten
           Erhebungen einzeln nach Bundesländern dargestellt. Soweit in den zusammenfas-
           senden Tabellen in Klammern () gesetzte Werte angegeben sind, so handelt es sich
           um die jeweils zugehörigen Vorjahreswerte. Bei einigen Bundesländern bleiben
           insbesondere aus den Vergleichen mit den Vorjahreszahlen allerdings noch Fragen
           offen, die bis zum Redaktionsschluss für diesen Fachbeitrag noch nicht geklärt
           werden konnten.

           2.1. Schleswig-Holstein
           Die vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitali-
           sierung des Landes Schleswig-Holstein genannten Daten haben den Bezugszeitpunkt
           31.12.2018. [21]

           Das Land Schleswig-Holstein ist im Hinblick auf die vorhandenen Deponiekapazitäten
           insgesamt gut aufgestellt. Die Entsorgungssicherheit ist für die Deponieklassen DK 0
           bis II nachgewiesen. Die Planungen in den Bereichen DK I und II lassen erwarten, dass
           sich diese Situation auch in den kommenden Jahren bestätigen wir und Ungeachtet
           dieser Planungen hat das Land allerdings unverändert Deponiebedarf im westlichen
           Landesteil. Dieses Problem wird wohl aufgrund der geologischen Verhältnisse kaum
           zu lösen sein. Das bedeutet für diese Region auch in Zukunft weitere Fahrwege zur
           nächstgelegenen Deponie.

           Über DK III-Kapazitäten verfügt das Bundesland nicht und ist – wie andere Bundes-
           länder auch – auf die Nutzung entsprechender Kapazitäten in anderen Bundesländern
           angewiesen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion um die Deponie Ihlenberg
Deponien

           in Mecklenburg-Vorpommern auf die Entsorgungssituation in Schleswig-Holstein
           auswirkt.

           462
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Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

Tabelle 2:         Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Schleswig-Holstein

                                              Volumen-
           Anzahl der                        verbrauch
                                    abzula-                                            Entsor- Volumen
           in Betrieb                        bei einem                                                            künftiges
  Deponie-            verfügbares gernde(n)                                            gungs- im Geneh- geplantes
             befind-                         Schüttge-                                                              neues
   klasse               Volumen Menge(n)                                               sicher- migungs- Volumen
             lichen                            wicht                                                              Volumen
                                      p.a.                                              heit   verfahren
           Deponien                             von
                                              1,6 t/m3
                            m³         t         m³                                     Jahre                           m³
                9      9.000.000 530.000      331.250                                     27          60.000             0      60.000
    DK 0
               (8)     (9.080.000) (415.000) (259.375)                                   (35)           (0)             (0)       (0)
                5      2.600.000 360.000      225.000                                     12             0          4.700.000 4.700.000
    DK I
               (5)     (1.990.000) (287.000) (179.375)                                   (11)           (0)             (0)       (0)
                5      3.400.000 410.000      256.250                                     13             0          2.700.000 2.700.000
    DK II
               (5)     (3.980.000) (460.000) (287.500)                                   (14)           (0)             (0)       (0)
                0           0          0          0                                        0             0               0         0
   DK III
               (0)         (0)        (0)        (0)                                      (0)           (0)             (0)       (0)

                                                                                                               2.2. Niedersachsen
Die vom niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz
mitgeteilten Daten haben den Bezugszeitpunkt 31.12.2018 [26].
In Niedersachsen hatten die in Betrieb befindlichen DK I-Deponien per 31.12.2016
noch eine Restlaufzeit von zwei Jahren. Niedersachsen hat erhebliche Anstrengungen
unternommen, um die Deponiesituation zu verbessern.
Die Bemühungen Niedersachsens waren erfolgreich und die Entsorgungssicherheit
kann grundsätzlich als vorhanden festgestellt werden. Wie andere Bundesländer auch
verfügt Niedersachsen allerdings über keine eignen DK III-Kapazität und ist hier bei
der Entsorgung auf andere Bundesländer angewiesen.
Mit Stand Ende 2018 verfügt Niedersachsen über die folgenden Deponiekapazitäten:
Tabelle 3:         Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Niedersachsen
                                                 Volumen-
            Anzahl der                          verbrauch
                                       abzula-                                         Entsor- Volumen
            in Betrieb                          bei einem                                                         künftiges
  Deponie-             verfügbares gernde(n)                                           gungs- im Geneh- geplantes
              befind-                           Schüttge-                                                           neues
   klasse                Volumen Menge(n)                                              sicher- migungs- Volumen
              lichen                               wicht                                                          Volumen
                                         p.a.                                           heit   verfahren
            Deponien                               von
                                                 1,6 t/m3
                             m³           t         m³                                  Jahre                             m³
                  9     3.220.558 380.000        217.143                                  15       1.750.000               0        1.750.000
   DK 0 *
                (15)    (3.280.500) (380.000) (237.500)                                  (14)      (1.750.000)            (0)       (1.750.000)
                  8     9.484.849 1.000.000 625.000                                       15       7.050.000               0        7.050.000
   DK I **
                 (8)    (9.354.000) (1.000.000) (625.000)                                (15)      (7.610.000)            (0)       (7.610.000)
                 19    12.076.651 510.000        318.750                                  38        700.000                0         700.000
  DK II ***
                (19)    (8.719.000) (510.000) (318.750)                                  (27)          (0)                (0)           (0)
                  0          0         30.000     18.750                                   0            0                  0             0
                                                                                                                                                        Deponien

   DK III                             (30.000 -  (18.750 -
                 (0)        (0)                                                           (0)            (0)              (0)             (0)
                                     200.000)    125.000)
* Schüttgew. 1 m3/1,75 t ** davon 4.220.000 m³ genehmigt, aber noch nicht eingerichtet *** davon 5.460.000 m³ genehmigt, aber noch nicht eingerichtet

                                                                                                                                                463
The Market Situation and Market Mechanisms at the Landfills - Current Situation in the Federal States
Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           Wie in der Tabelle dargestellt, befinden sich erhebliche weitere Volumina im Ge-
           nehmigungsverfahren und werden zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit
           beitragen.
           Trotz intensiver Bemühungen der Landesregierung ist es im westlichen bzw. nord-
           westlichen Landesteil bislang nicht gelungen, ausreichenden DK I-Deponieraum zu
           schaffen. Es mag hier auch an den geologischen Verhältnissen liegen. Es bleibt somit
           bei einer regional unterschiedlichen Ausstattung mit Deponievolumen.

           2.3. Hamburg
           Hamburg verfügt nach wie vor über keinen eigenen Deponieraum für klassische
           mineralische Abfälle und bemüht sich in Zusammenarbeit mit den Bundesländern
           Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein dort
           Deponieraum zu schaffen oder gemeinsam zu nutzen. Die Entsorgung von minerali-
           schen Abfällen aus Hamburg orientiert sich historisch unverändert nach Schleswig-
           Holstein, Niedersachsen und nach Mecklenburg-Vorpommern. Hamburg hat Bedarf
           an Deponiekapazitäten.

           2.4. Bremen
           Die Bremer Stadtreinigung hat die Daten mit Bezugszeitpunkt 31.12.2018 zur Verfü-
           gung gestellt, die geplanten Deponievolumina haben den Stand Ende 2019. [7]
           Der Stadtstaat Bremen verfügt insgesamt über geringe Restvolumina im Bereich der
           DK I und DK III Deponien, DK 0 und DK II Kapazitäten existieren nicht. Dies führt
           dazu, dass derartige Abfälle in den jeweils höherwertigen Deponieklassen oder in be-
           nachbarten Bundesländern entsorgt werden müssen. Dafür sucht Bremen auch nach
           Deponieraum in Niedersachsen.

           Tabelle 4:        Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Bremen

                                                         Volumen-
                      Anzahl der                        verbrauch
                                               abzula-                 Entsor- Volumen
                      in Betrieb                        bei einem                                 künftiges
             Deponie-            verfügbares gernde(n)                 gungs- im Geneh- geplantes
                        befind-                         Schüttge-                                   neues
              klasse              Volumen Menge(n)                     sicher- migungs- Volumen
                        lichen                             wicht                                  Volumen
                                                 p.a.                   heit   verfahren
                      Deponien                             von
                                                         1,6 t/m3
                                      m³          t         m³          Jahre                m³
                           0           0          0          0             0        0        0         0
               DK 0
                          (0)         (0)     (34.169)*     (0)           (0)      (0)      (0)       (0)
                           2       462.500     58.500     36.563          13        0     440.000   440.000
               DK I
                          (2)     (500.000)   (33.501)   (20.938)        (24)      (0)      (0)       (0)
                           0           0          0          0             0        0        0         0
               DK II
                          (0)         (0)        (0)        (0)           (0)      (0)      (0)       (0)
Deponien

                           1       357.000     32.000     20.000          18        0     70.000    70.000
              DK III
                          (1)     (355.000)   (24.048)   (15.030)        (24)      (0)      (0)       (0)
           * Einsatz als Deponieersatzbaustoff

           464
The Market Situation and Market Mechanisms at the Landfills - Current Situation in the Federal States
Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

Die Blocklanddeponie wird voraussichtlich 2022 verfüllt sein. Bremen rechnet mit
dem Nachweis der Entsorgungssicherheit bis 2026 [8]. Rein rechnerisch ergibt sich
nach den gemeldeten Daten eine längere Laufzeit, insgesamt ist das Restvolumen aber
so gering, dass nur eine leichte Erhöhung der abzulagernden Tonnage die Restlaufzeit
gravierend verändert kann, wie der Vergleich mit den Vorjahreswerten zeigt.
Positiv hervorzuheben ist, dass Bremen versucht, neuen Deponieraum zu schaffen.
Bezogen auf mögliche neue Standorte in Niedersachsen stehen beide Bundesländer
unverändert wechselseitig in Konkurrenz. Bremen hat Bedarf an Deponiekapazitäten.

                                                           2.5. Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern ist im Hinblick auf die vorhandenen Deponiekapazitäten
grundsätzlich unverändert gut aufgestellt, auch wenn für den DK I-Bereich rein formal
keine Entsorgungssicherheit festgestellt werden kann. Es befanden sich aber schon im
Vorjahr weitere Vorhaben im Genehmigungsverfahren:
•     DK I		          1.780.000 m³
•     DK II           3.400.000 m³.
Die DK 0-Planungen wurden ebenso erweitert wie die DK I-Planungen. Im Bereich
der DK II befindet sich sogar eine größere Kapazität als bislang im Genehmigungs-
verfahren gedacht.
Im Bereich der DK III-Deponie ist es einerseits zu einer Kapazitätsreduktion um
fast 3,7 Mio. m³ gekommen, während sich gleichzeitig Kapazitäten in Höhe von
4,3 Mio. m³ im Genehmigungsverfahren befinden. Worin diese offensichtliche Dis-
krepanz begründet liegt, konnte bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat seine Daten mit Stand November 2019 wie
folgt gemeldet [25]:
Tabelle 5:     Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern

                                                Volumen-
             Anzahl der                        verbrauch
                                      abzula-              Entsor- Volumen
             in Betrieb                        bei einem                              künftiges
    Deponie-            verfügbares gernde(n)              gungs- im Geneh- geplantes
               befind-                         Schüttge-                                neues
     klasse               Volumen Menge(n)                 sicher- migungs- Volumen
               lichen                             wicht                               Volumen
                                        p.a.                heit   verfahren
             Deponien                             von
                                                1,6 t/m3
                              m³         t         m³      Jahre                 m³
                  4      1.500.000 186.000      106.286      14         0    2.280.000 2.280.000
      DK 0
                 (4)     (2.380.000) (270.000) (154.286)    (15)       (0)       (0)       (0)
                  2        850.000   223.000    139.375       6    1.780.000 1.670.000 3.450.000
      DK I
                 (2)      (705.000) (350.000) (218.750)      (3)       (0)       (0)       (0)
                  1      1.570.000 135.000       84.375      19    4.460.000      0    4.460.000
      DK II
                 (1)     (1.500.000) (150.000)  (93.750)    (16)       (0)       (0)       (0)
                                                                                                    Deponien

                  1      1.022.000 623.000      389.375       3    4.306.000      0    4.306.000
     DK III
                 (1)     (4.700.000) (600.000) (375.000)    (13)       (0)       (0)       (0)

                                                                                             465
Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           Die Landesregierung beobachtet nach eigener Aussage die Situation sehr genau und
           entwickelt bereits weitergehende Ideen, schrumpfenden Deponieressourcen entgegen-
           zuwirken. Außerdem spielt laut Ministerium die Verfüllung von Abgrabungen mit
           1,4 Mio. t in 53 Tagebauen in Mecklenburg-Vorpommern (Stand 21.01.2019) laut E-
           Mail des Ministeriums vom 10.02.2020 [25] unverändert eine bedeutende Rolle.

           2.6. Berlin und Brandenburg
           Der Stadtstaat Berlin verfügt auf der eigenen Fläche über keinen Deponieraum und
           entsorgt daher die mineralischen Abfälle nach Brandenburg. Berlin und Brandenburg
           verfügen über keine eigenen DK 0- und DK III-Kapazitäten. Im DK 0-Bereich ist von
           der Einbringung mineralischer Abfälle in Verwertungsmaßnahmen auszugehen. Für
           den Bereich DK III sind Berlin und Brandenburg – wie andere Bundesländer auch – auf
           andere Bundesländer angewiesen. Erfreulich hoch sind die im Genehmigungsverfahren
           befindlichen Kapazitäten sowie die darüber hinaus gehenden Planungen.
           Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Branden-
           burg hat folgende Deponievolumina benannt [22]:
           Tabelle 6:        Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Berlin und Brandenburg

                                                             Volumen-
                        Anzahl der                          verbrauch
                                                  abzula-                                       Entsor- Volumen
                        in Betrieb                           bei einem                                                     künftiges
               Deponie-            verfügbares gernde(n)                                        gungs- im Geneh- geplantes
                          befind-                            Schüttge-                                                       neues
                klasse               Volumen Menge(n)                                           sicher- migungs- Volumen
                          lichen                               wicht                                                       Volumen
                                                    p.a.                                         heit   verfahren
                        Deponien                                von
                                                              1,6 t/m3
                                         m³          t           m³                               Jahre                            m³
                             0           0           0            0                                  0              0              0            0
                DK 0 *
                            (0)         (0)         (0)          (0)                                (0)            (0)            (0)          (0)
                             7     18.600.000 3.754.200 2.346.375                                    8         6.125.000     12.200.000 18.325.000
                DK I **
                            (5)     (9.410.000) (2.784.000) (1.740.000)                             (5)        (9.145.000)   (11.200.000) (20.345.000)
                             7      7.053.000 387.000         241.875                               29              0         3.700.000 3.700.000
                DK II *
                            (7)     (2.960.000) (387.000) (241.875)                                (12)            (0)        (2.200.000) (2.200.000)
                             0           0           0            0                                  0              0              0            0
                DK III
                            (0)         (0)         (0)          (0)                                (0)            (0)            (0)          (0)
           * Destatis Fachserie 19 2017 - Abgelagerte DK 0 - II-Mengen
           ** Volumenverzehr steigt bis 2027 von 0,48 Mio. m³ (=0,768 Mio.t) auf 3 Mio. m³ (=4,8 Mio. t) an.
              Als Mittelwert wurde dem bisherigen Volumenverzehr die hälftige Differenz zugeschlagen

           Zusätzlich zu den hier aufgeführten Mengen wurden 1.595.200 t in Deponiebaumaß-
           nahmen eingebracht.
           Das Land Brandenburg hatte die u.e.c. nochmals mit der Fortschreibung der Entschei-
           dungsgrundlage für die Prüfung der Planrechtfertigung im Planfeststellungsverfahren von
           Deponien für mineralische Abfälle im Land Brandenburg 2018 beauftragt. Das LFU hat
           dazu ein Statement mit folgenden wesentlichen Aussagen verfasst [17]:
Deponien

           •     Unter Berücksichtigung der untersuchungsrelevanten Entsorgungswege, jedoch ohne
                 die Abfallmengen aus der Verfüllung, wird das 2018 vorhandene Restvolumen der
                 Deponieklasse I von 10,28 Mio. m³ im Laufe des Jahres 2024 verfüllt sein.

           466
Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

•     Im Prognosezeitraum von 2018 bis 2029 besteht ein Bedarf an Deponievolumen von
      ca. 31,1 Mio. m³. Damit besteht bis 2029 ein Bedarf an neuen Deponiekapazitäten
      für mineralische Abfälle von ca. 20,8 Mio. m³.
•     Dem LfU liegen zurzeit 9 als relevant eingeschätzte Deponieplanungen für Deponien
      der Klasse I mit einem Volumen von insgesamt 14,8 Mio. m³ vor. Davon ist von
      einem Vorhaben im Umfang von 4,7 Mio. m³ zu erwarten, dass es ab 2020 für die
      Deponierung zur Verfügung stehen wirund
•     Auch die ab 2020 gesichert zur Verfügung stehenden Deponiekapazitäten würden nur
      bis 2023 ausreichen, um dem prognostizierten Bedarf zu genügen.
•     Bei Realisierung aller 9 zurzeit als relevant eingeschätzten Deponieplanungen für De-
      ponien der Klasse I würden die Kapazitäten bis zum Jahr 2026 ausreichen. Deshalb
      ist zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit bis 2029 und darüber hinaus die
      Realisierung weiterer Deponievorhaben unerlässlich.

Es bedarf trotz der schon erzielten Erfolge auch weiterhin noch erheblicher Anstren-
gungen, zusätzliche Ablagerungskapazitäten und damit ausreichenden Deponieraum
für die beiden Bundesländer zu schaffen.

                                                                                                         2.7. Sachsen
Das sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz Umwelt und Landwirtschaft
hat die Daten mit Bezugszeitpunkt 31.12.2018 mitgeteilt [27]:
Tabelle 7:        Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Sachsen

                                                 Volumen-
              Anzahl der                        verbrauch
                                       abzula-                                      Entsor- Volumen
              in Betrieb                        bei einem                                                      künftiges
    Deponie-             verfügbares gernde(n)                                      gungs- im Geneh- geplantes
                befind-                         Schüttge-                                                        neues
     klasse                Volumen Menge(n)                                         sicher- migungs- Volumen
                lichen                            wicht                                                        Volumen
                                         p.a.                                        heit   verfahren
              Deponien                             von
                                                 1,6 t/m3
                               m³          t        m³                               Jahre              m³
                   2      1.933.000      k. A.     k. A.                               ./.     0         0         0
      DK 0
                  (4)     (1.990.845)    (0*)       (0)                                ./.    (0)       (0)       (0)
                   1      2.000.000      k. A.     k. A.                               ./.     0         0         0
     DK I **
                  (2)     (2.000.000) (11.900)    7.438                               269     (0)       (0)       (0)
                   3      5.100.000      k. A.     k. A.                               ./.     0         0         0
    DK II **
                  (3)     (3.624.000) (804.200) (502.625)                             (7)     (0)       (0)       (0)
                   2       6860000       k. A.     k. A.                               ./.     0         0         0
     DK III *
                  (2)     (9.227.593)    (0*)       (0)                                ./.    (0)       (0)       (0)
* keine Angabe bei Destatis und vom Land Sachsen.
** Destatis Fachserie 19 2016 - Abgelagerte DK II-Mengen vorgetragen auf die Folgejahre

Sachsen verfügt mit Stand 31.12.2018 über ein Restvolumen von knapp 15,9 Mio. m³
                                                                                                                              Deponien

DK 0- bis III-Volumen. Der Bedarf liegt bei jährlich bis zu 9 Mio. t/a, die Entsorgungs-
situation wird bislang im Wesentlichen durch die großen Volumina zur Verfüllung im
Bergbau (bis Z2) abgefedert.

                                                                                                                        467
Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           In der Fortschreibung des AWP Sachsen 2016 ging das Bundesland bei insgesamt
           rund 8,5 Mio. t/a ausgewählte Bau- und Abbruchabfälle (Boden und Steine (AS
           170504) sowie Bauschutt (AS 170101, AS 170102, AS 170103, AS 170107)) von rund
           200.000 t/a auf Deponien zu entsorgenden Abfälle aus dem öffentlich-rechtlichen
           Regime aus. Für den Zeitraum 2015 bis 2043 wird ein Bedarf von 108 Mio. m³ in
           Stein-Erden-Tagebauen und zwei Braunkohletagebauen prognostiziert, was zu einem
           Überschuss von 11,2 Mio. m³ führe, der anderweitig entsorgt werden müsse. [28]

           Ablagerungsmengen wurden vom Bundesland Sachsen nicht mitgeteilt. Eine Ab-
           fallbilanz 2018 ist online nicht recherchierbar und somit vermutlich noch nicht ver-
           öffentlicht. In den Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes des Freistaates
           Sachsen ist für 2017 nur die Gesamtsumme für die Ablagerung auf Deponien mit
           1.217.507 t genannt. Diese Zahl wird durch die Veröffentlichung von Destatis bestätigt.
           Laut Destatis wurden von den abgelagerten Mengen 893.000 t auf DK II-Deponien
           verbracht. Hinzu kommen 265.000 t an mineralischen Abfällen, die auf Deponien
           verwertet wurden. [6]

           Zu Deponieplanungen teilt das Land Sachsen mit: Es sind einige Vorhaben durch
           Voranfragen und Interessenbekundungen bekannt. Antragsunterlagen liegen den Ge-
           nehmigungsbehörden zur Eröffnung eines offiziellen Genehmigungsverfahrens jedoch
           noch nicht vor. [27]

           Angesichts der betrachteten Tonnagen sind die zur Verfügung stehenden Deponie-
           kapazitäten unverändert risikobehaftet. Regional besteht für Sachsen im Westen, vor
           allem aber im Südwesten ganz erheblicher Deponiebedarf.

           2.8. Sachsen-Anhalt
           Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hat die Daten mit Bezugszeitpunkt
           31.12.2018 mitgeteilt [19]:
           Tabelle 8:   Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Sachsen-Anhalt

                                                       Volumen-
                     Anzahl der                       verbrauch
                                             abzula-               Entsor- Volumen
                     in Betrieb                       bei einem                               künftiges
            Deponie-            verfügbares gernde(n)              gungs- im Geneh- geplantes
                       befind-                        Schüttge-                                 neues
             klasse               Volumen Menge(n)                 sicher- migungs- Volumen
                       lichen                           wicht                                 Volumen
                                               p.a.                 heit   verfahren
                     Deponien                            von
                                                       1,6 t/m3
                                      m³         t        m³       Jahre                    m³
                          3      1.020.000     k. A.      ./.        ./.   11.700.000      k. A.    11.700.000
              DK 0
                         (3)     (1.100.000)  (k. A.)     ./.        ./.   (10.900.000)   (k. A.)   (10.900.000)
                          3     15.010.000     k. A.      ./.        ./.    9.200.000      k. A.     9.200.000
              DK I
                         (3)    (15.700.000)  (k. A.)     ./.        ./.    (9.200.000)   (k. A.)    (9.200.000)
                          4      2.660.000     k. A.      ./.        ./.         0           0            0
              DK II
                         (4)     (2.400.000)  (k. A.)     ./.        ./.        (0)         (0)          (0)
Deponien

                          0           0          0         0          0          0           0            0
             DK III
                         (0)         (0)        (0)       (0)       (0)         (0)         (0)          (0)

           468
Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

Vom Land Sachsen-Anhalt wurden keine Angaben zu den durchgeführten Ablagerun-
gen gemacht. Nach Destatis wurden 2017 auf Deponien der Klassen 0 bis II insgesamt
1.202.000 t abgelagert, davon
•     100.300 t auf DK 0
•     808.000 t auf DK I
•     282.000 t auf DK II.
Die letzte von Sachsen-Anhalt veröffentlichte Abfallbilanz stammt ebenfalls aus dem
Jahr 2017.
Sachsen-Anhalt hat in der Vergangenheit vielfach auf die sogenannte bergrechtliche
Verfüllung gesetzt. Sachsen-Anhalt verfügte gemäß Fortschreibung des Landes-
abfallwirtschaftsplanes 2017 über ein DK I-Restvolumen von 12,5 Mio. m³ und ein
DK II-Restvolumen von 3,24 Mio. m³. Weiteres DK I-Volumen war für die Deponie
Profen-Nord mit 5 Mio. m³ planfestgestellt, wird aber beklagt. [20] In Sachsen-Anhalt
sind oftmals Entfernungen von rund 150 km bis zur nächsten Deponie zu bewältigen,
so dass definitiv ein regionaler Deponiebedarf besteht. Die politische Diskussion in
Sachsen-Anhalt wird fortgesetzt, ob mit den verfügbaren Deponien die Entsorgungs-
sicherheit gewährleistet ist.
Positiv zu bewerten sind die Vorhaben, die sich bereits in der Genehmigungsphase
befinden:

                                                                                       2.9. Thüringen
Das Land Thüringen hat hinsichtlich seiner Restkapazitäten und den jährlichem Bedarf
an Verfüllvolumina wieder auf den Landesabfallwirtschaftsplan (Fortschreibung 2018)
und die Abfallbilanz 2018 verwiesen [34]. Thüringen gliedert sich in die Planungs-
regionen Nord, Mitte, Süd und Ost. Die Darstellung fußt daher auf diesen Daten und
geht von folgenden Rahmenbedingungen aus [32, 33]:
Tabelle 9:       Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Thüringen

                                                Volumen-
              Anzahl der                       verbrauch
                                       abzula-                      Entsor- Volumen
              in Betrieb                       bei einem                                       künftiges
    Deponie-             verfügbares gernde(n)                      gungs- im Geneh- geplantes
                befind-                        Schüttge-                                         neues
     klasse                Volumen Menge(n)                         sicher- migungs- Volumen
                lichen                           wicht                                         Volumen
                                         p.a.                        heit   verfahren
              Deponien                            von
                                                1,6 t/m3
                              m³          t        m³               Jahre                m³
                   0           0          0         0                 0         0         0         0
     DK 0 *
                  (0)         (0)        (0)       (0)               (0)       (0)       (0)       (0)
                   3       520.000    164.082   102.551               5         0    2.110.000 2.110.000
     DK I *
                  (0)         (0)        (0)       (0)               (0)       (0)       (0)       (0)
                   8      2.000.000 278.663     174.164              11         0     948.000   948.000
     DK II *
                  (0)         (0)        (0)       (0)               (0)       (0)       (0)       (0)
                                                                                                           Deponien

                   0           0          0         0                 0         0         0         0
     DK III *
                  (0)         (0)        (0)       (0)               (0)       (0)       (0)       (0)
* Auswertung aus AWP 2018 bzw. Abfallbilanz 2018

                                                                                                     469
Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           Zu dieser Aufstellung kommen Betriebsdeponien aus dem Bereich DK I und DK II
           hinzu. DK III-Kapazität steht nicht zur Verfügung. Nach der Abfallbilanz Thüringen
           2018 gestalteten sich die Entsorgungswege wie folgt:

           •     Deponie			                         443.000 t (362.500 t)
           •     Kalihalden			                      1.437.000 t (1.395.000 t)
           •     Tagebaue und Restlöcher            4.890.000 t (5.434.000 t)

           Nach den Annahmen des Landes Thüringen besteht Entsorgungssicherheit. Das kann
           nach den vorliegenden Zahlen für DK I allerdings nicht bestätigt werden, es sei denn,
           dass DK I-Abfälle auch auf Kalihalden bzw. in Tagebauen und Restlöchern entsorgt
           werden. Insgesamt wurden auf Kalihalden und in Tagebauen und Restlöchern rund
           6,3 Mio. t entsorgt. Dies zeigt die Abhängigkeit Thüringens von diesen Entsorgungswegen.

           Würden diese Entsorgungswege wegfallen, hätte Thüringen unmittelbar einen massiven
           Entsorgungsnotstand.

           2.10. Hessen
           Das hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucher-
           schutz hat mitgeteilt, dass aktuell die Arbeiten zur Fortschreibung des Abfallwirtschafts-
           planes einschließlich der Abfrage bei Betreibern und Entsorgungspflichtigen laufen
           und sich daher eine weitere parallele Datenerhebung verbiete. Hessen hat daher auf
           die Daten des statistischen Landesamtes verwiesen. [11]
           Die letzten vom Ministerium im Rahmen eines Vortrags vorgestellten Zahlen stammen
           aus dem Jahr 2016. Danach betrug das Restvolumen über die Deponieklassen 0 bis II
           insgesamt rund 10 Mio. m³ [35]. Für die einzelnen Deponieklassen bestand wie folgt
           Entsorgungssicherheit:
           Tabelle 10: Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Hessen

                                                          Volumen-
                        Anzahl der                       verbrauch
                                                abzula-               Entsor- Volumen
                        in Betrieb                       bei einem                               künftiges
               Deponie-            verfügbares gernde(n)              gungs- im Geneh- geplantes
                          befind-                        Schüttge-                                 neues
                klasse               Volumen Menge(n)                 sicher- migungs- Volumen
                          lichen                           wicht                                 Volumen
                                                  p.a.                 heit   verfahren
                        Deponien                            von
                                                          1,6 t/m3
                                                             m³                             m³
                                        m³         t                  Jahre
                                                         mindestens                     mindestens
                            k. A.   1.066.000 122.000        ./.        9       k. A.      k. A.     k. A.
                 DK 0

                           k. A.    3.320.000   195.000      ./.       17       k. A.      k. A.     k. A.
                DK I

                           k. A.    5.651.000   463.000      ./.       12       k. A.      k. A.     k. A.
                DK II
Deponien

                           k. A.       k. A.      k. A.     k. A.      ./.      k. A.      k. A.     k. A.
                DK III

           470
Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

Hessen hatte seinerzeit auch zusätzliche Deponiekapazitäten im Umfang von rund
5 Mio. m³ in Planung. Nach Destatis [6] verfügte Hessen 2016 noch über ein
Deponievolumen von insgesamt 14,467 Mio. m³. Im Jahr 2017 wurden insgesamt
1.125.100 t abgelagert, von denen 138.000 t DK 0-, 251.500 DK I- und 681.000 t DK
II-Abfälle waren. Außerdem wurden 874.100 t in Deponiebaumaßnahmen eingesetzt.

Für Hessen ist angesichts der politischen Diskussionen rund um das Thema Deponie
ein entsprechender Deponiebedarf zu vermuten. Die notwendige Transparenz wird
aber wohl erst mit der Fortschreibung des Abfallwirtschaftsplanes erfolgen. Für die
weiteren Betrachtungen kann daher derzeit nur auf die Destatis-Zahlen zurück-
gegriffen werden.

                                                                                 2.11. Bayern
Das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) hat
seine Daten mit Bezugszeitpunkt 31.12.2018 mitgeteilt. [1]

Tabelle 11: Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Bayern

                                            Volumen-
          Anzahl der                       verbrauch
                                  abzula-              Entsor- Volumen
          in Betrieb                       bei einem                              künftiges
 Deponie-            verfügbares gernde(n)             gungs- im Geneh- geplantes
            befind-                        Schüttge-                                neues
  klasse              Volumen Menge(n)                 sicher- migungs- Volumen
            lichen                           wicht                                Volumen
                                    p.a.                heit   verfahren
          Deponien                            von
                                            1,6 t/m3
                         m³          t         m³       Jahre                m³
              284    55.000.000 1.800.000 1.028.571      53       k. A.     k. A.      k. A.
   DK 0

              47     21.000.000   601.000   375.625      56       k. A.     k. A.      k. A.
 DK I + II

               2       600.000    35.500     22.188      27       k. A.     k. A.      k. A.
  DK III

Eine Differenzierung zwischen DK I und DK II erfolgt in Bezug auf die Ablage-
rung selbst nicht. Das Aufkommen wird allerdings mit 230.000 t DK I-Abfälle und
571.000 t DK II-Abfälle angegeben. Deponieplanungen oder Volumina im Genehmi-
gungsverfahren wurden vom Freistaat Bayern nicht gemeldet.

Nach der vorliegenden Meldung besteht für Bayern Entsorgungssicherheit. Aber auch
für Bayern gilt, dass regional ein sehr unterschiedlicher Deponiebedarf besteht, ins-
besondere die Entsorgung von DK I-Abfällen ist verbunden mit weiten Fahrwegen.
Dafür spricht auch, dass Bayern die Fortschreibung der Deponiebedarfsprognose
                                                                                                 Deponien

durchgeführt hat. Diese sollte bereits Ende Februar 2019 vorliegen Eine Veröffent-
lichung der Ergebnisse ist allerdings bislang nicht erfolgt.

                                                                                           471
Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           2.12. Baden-Württemberg
           Das Land Baden-Württemberg weist die zehnjährige Entsorgungssicherheit
           nach. Die nachfolgende Tabelle zeigt den Stand zum 31.12.18 [23]. Einbezogen
           in das verfügbare Volumen ist auch genehmigtes, aber noch nicht eingerichtetes
           Deponievolumen.

           Baden-Württemberg hat seine Planungen in den Bereichen DK 0 und DK I (DK 0:
           1.015.000 m³; DK I: 3.320.000 m³) gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich gesteigert.
           Demgegenüber wurden die Planungen im DK II-Bereich auf weniger als ein Drittel
           der Planungen des Vorjahres (1.669.700 m³) reduziert. Eine Volumensteigerung der
           genehmigten Kapazitäten ist ebenfalls nicht feststellbar. Offenbar werden ursprünglich
           beabsichtigte Planungen nicht fortgesetzt oder sind umgewidmet worden.

           In allen DK-Klassen (Ausnahme DK III) ist es zu spürbaren Volumenreduktionen
           gekommen, die mit den bekannten Verfüllungen nicht hinreichend erklärbar sind.

           Tabelle 12: Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Baden-Württemberg

                                                       Volumen-
                     Anzahl der                       verbrauch
                                             abzula-                   Entsor- Volumen
                     in Betrieb                       bei einem                                   künftiges
            Deponie-            verfügbares gernde(n)                  gungs- im Geneh- geplantes
                       befind-                        Schüttge-                                     neues
             klasse              Volumen Menge(n)                      sicher- migungs- Volumen
                       lichen                           wicht                                     Volumen
                                               p.a.                     heit   verfahren
                     Deponien                            von
                                                       1,6 t/m3

                                    m³            t          m³        Jahre                m³

                        273     50.648.272 5.074.921 2.899.955          17        0     6.115.500 6.115.500
              DK 0
                        (268)   (81.990.070) (4.780.167) (2.731.524)    (30)     (0)       (0)       (0)

                         14     4.968.859     440.779     275.487       18        0     5.523.000 5.523.000
              DK I
                        (14)    (10.463.115) (403.664)    (252.290)     (41)     (0)       (0)       (0)

                         22     19.004.256    902.571     564.107       34        0      505.000   505.000
              DK II
                        (22)    (27.767.432) (797.398)    (498.374)     (56)     (0)       (0)       (0)

                         1        80.275      34.570       21.606        4        0         0         0
             DK III
                         (0)        (0)        (k. A.)       ./.        ./.      (0)       (0)       (0)

           Das Land Baden-Württemberg verfügt noch für wenige Jahre über ein geringes eigenes
           DK III-Volumen. Die Planungsverfahren befinden sich in unterschiedlichen Stadien.
           Insgesamt ist Baden-Württemberg gut aufgestellt und weist Entsorgungssicherheit
           nach (Ausnahme DK III). Regional ist aber unverändert ein Bedarf an Deponie-
Deponien

           kapazitäten gegeben. Politisch wird die Schaffung ausreichenden Deponieraums
           unverändert unterstützt.

           472
Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

                                                                                                           2.13. Saarland
Das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat die Daten mit
Bezugszeitpunkt 31.12.2018 mitgeteilt [24]:
Tabelle 13: Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten im Saarland

                                                Volumen-
             Anzahl der                        verbrauch
                                      abzula-               Entsor-                       Volumen
             in Betrieb                        bei einem                                                     künftiges
    Deponie-            verfügbares gernde(n)               gungs-                       im Geneh- geplantes
               befind-                         Schüttge-                                                       neues
     klasse               Volumen Menge(n)                  sicher-                       migungs- Volumen
               lichen                             wicht                                                      Volumen
                                        p.a.                  heit                       verfahren
             Deponien                             von
                                                1,6 t/m 3

                                                   m³                                                       m³
                              m³          t                  Jahre
                                               mindestens                                               mindestens
                                     300.000    187.500
                  21     7.329.630       bis       bis    23 bis 39                      2.217.830* 550.000             550.000
                                     500.000    312.500
     DK 0*
                                     (300.000   (187.500
                                                            (26 bis
                 (21)    (8.134.230)     bis       bis
                                                              43)
                                     500.000)   312.500)
                                     400.000    250.000
                  11     3.393.050       bis       bis     9 bis 14                      1.595.000* 3.950.000 3.950.000
                                     600.000    375.000
      DK I*
                                     (400.000   (250.000
                  (6)    (3.465.200)     bis       bis    (9 bis 14)
                                     600.000)   375.000)
                   3       283.598      k. A.      ./.         ./.                             0             0                 0
      DK II
                  (3)     (462.000)    (k. A.)     ./.         ./.
                   0          0           0         0           0                              0             0                 0
     DK III
                  (0)        (0)         (0)       (0)         (0)
* beinhaltet genehmigtes aber noch nicht eingerichtetes Deponievolumen und Deponievolumen im Genehmigungsverfahren im Umfang
  von 2.217.830 m³ DK 0 und 1.595.000 m³ DK I

Das Saarland verfügt über kein eigenes DK III-Deponievolumen und ist – wie andere
Bundesländer auch – für derartige Abfälle auf die Entsorgung in anderen Bundes-
ländern angewiesen.
Das genehmigte und geplante Volumen führt nach der Meldung für die Deponieklassen
0 und I zur Entsorgungssicherheit für das Saarland. Positiv hervorzuheben sind die
zusätzlichen Deponieplanungen.
Für den Bereich der DK II-Deponien wird vom Saarland keine abgelagerte Menge
benannt. Greift man auf die Destatis-Zahlen für das Jahr 2017 zurück [6], so wurden
im Saarland folgende Mengen abgelagert:
•     DK 0                417.700 t (Volumenverbrauch in m3: 261.063)
•     DK I		              1.000.900 t (Volumenverbrauch in m3: 625.563)
•     DK II               71.800 t (Volumenverbrauch in m3: 44.875)
                                                                                                                                         Deponien

Wenn die Ablagerungen in den Folgejahren in ähnlicher Größenordnung fortgesetzt
wurden, besteht sowohl im DK I- wie auch im DK II-Bereich keine Entsorgungssicherheit.

                                                                                                                                   473
Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           2.14. Rheinland-Pfalz
           Rheinland-Pfalz hat folgende Daten mit Stand 31.12.2018 mitgeteilt [18]:

           Tabelle 14: Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Rheinland-Pfalz

                                                       Volumen-
                     Anzahl der                       verbrauch
                                             abzula-                 Entsor- Volumen
                     in Betrieb                       bei einem                                 künftiges
            Deponie-            verfügbares gernde(n)                gungs- im Geneh- geplantes
                       befind-                        Schüttge-                                   neues
             klasse              Volumen Menge(n)                    sicher- migungs- Volumen
                       lichen                           wicht                                   Volumen
                                               p.a.                   heit   verfahren
                     Deponien                            von
                                                       1,6 t/m3

                                     m³          t          m³       Jahre                m³

                          4       294.323     44.265      25.294      12     2.400.000    0      2.400.000
              DK 0
                         (4)     (705.883)    (82.150)   (46.943)     (15)      (0)       (0)        (0)

                          3      7.176.270 1.050.619     656.637      11     5.896.000    0      5.896.000
              DK I
                         (3)    (14.079.556) (970.504)   (606.565)    (23)      (0)       (0)        (0)

                         13      7.091.387    972.521    607.826      12     1.689.255 7.185.000 8.874.255
              DK II
                         (13)    (9.674.082) (1.122.228) (701.393)    (14)      (0)       (0)        (0)

                          0          0           0           0         0        0         0          0
             DK III
                         (0)        (0)         (0)         (0)       (0)       (0)       (0)        (0)

           Rheinland-Pfalz verfügt über keine öffentlich zugängliche DK III-Deponie. In allen
           Deponieklassen sind deutlich spürbare Rückgänge der Volumina zu verzeichnen, die
           sich durch die vorgenommenen Verfüllungen allein nicht erklären lassen. Ob dies
           geänderten Zuordnungskriterien oder einer Fehlinterpretation von Daten geschuldet
           ist, ist noch zu recherchieren.

           Rein statistisch kann Rheinland-Pfalz seine Entsorgungssicherheit nachweisen.
           Erfreulich sind die anstehenden Genehmigungsverfahren und Planungen, die zu einer
           Entspannung führen werden. Im gesamten Norden stehen aber unverändert keine
           DK I-Entsorgungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es ist damit unverändert von einer
           Verlagerung auf höherwertige Deponien auszugehen, so lange die Preissituation dies
           zulässt. Im Übrigen weist Rheinland-Pfalz auf die Verfüllung übertägiger Abbaustät-
           ten hin, in denen vorzugsweise Abfälle der 17er-Schlüssel (Bau- und Abbruchabfälle)
           entsorgt werden. Im Jahr 2017 waren dies knapp 4,7 Mio. t.

           Insgesamt gestaltet sich die Deponiesituation in Rheinland-Pfalz als gut im Sinne der
           geforderten permanenten zehnjährigen Entsorgungssicherheit. Im Norden des Landes
Deponien

           herrscht aber ein konkreter Mangel an DK I-Deponien.

           474
Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

                                                                    2.15. Nordrhein-Westfalen
NRW hat folgende Daten mit Stand 31.12.2018 gemeldet [16]:

Tabelle 15: Übersicht der aktuellen und geplanten Deponiekapazitäten in Nordrhein-Westfalen

                                            Volumen-
          Anzahl der                       verbrauch
                                  abzula-                   Entsor- Volumen
          in Betrieb                       bei einem                                   künftiges
 Deponie-            verfügbares gernde(n)                  gungs- im Geneh- geplantes
            befind-                        Schüttge-                                     neues
  klasse              Volumen Menge(n)                      sicher- migungs- Volumen
            lichen                           wicht                                     Volumen
                                    p.a.                     heit   verfahren
          Deponien                            von
                                            1,6 t/m3

                         m³            t          m³        Jahre                     m³

              73     23.200.000 4.600.000 2.628.571           9       7.900.000 1.500.000 9.400.000
   DK 0
              (71)   (28.200.000) (4.500.000) (2.571.429)    (11)     (4.600.000) (4.100.000) (8.700.000)

              27     46.500.000 2.800.000 1.750.000          27          k. A.       k. A.        k. A.
   DK I
              (21)   (35.900.000) (3.400.000) (2.125.000)    (17)    (8.400.000) (9.800.000) (18.200.000)
   zzgl.
               4     99.700.000 6.100.000 3.812.500          26          k. A.   13.000.000 13.000.000
 KWR-Dep.
 und BrK-
 Tagebau      (4)    (97.700.000) (4.700.000) (2.937.500)    (33)    (20.600.000) (9.400.000) (30.000.000)

              18     43.200.000 3.000.000 1.875.000          23       1.900.000 19.000.000 20.900.000
   DK II
              (18)   (44.500.000) (3.800.000) (2.375.000)    (19)    (1.900.000) (19.000.000) (20.900.000)

              11     18.600.000 1.700.000 1.062.500          18       1.500.000 9.000.000 10.500.000
   DK III
              (11)   (18.600.000) (1.800.000) (1.125.000)    (17)    (1.500.000) (9.000.000) (10.500.000)

Im Bereich der DK 0 besteht nach den Angaben des Landes Nordrhein-Westfalen
aktuell keine zehnjährige Entsorgungssicherheit mehr. Trotz zwei zusätzlicher De-
ponien kommt es zu einem Volumenrückgang, der durch die Verfüllungen allein nicht
erklärbar ist. Möglicherweise wurde auf die Inanspruchnahme von Verfüllpotenzial
verzichtet. Gleichzeitig ist aber erhebliches Volumen im Genehmigungsverfahren oder
in Planung (9,4 Mio. m³), so dass im Hinblick auf die künftige Entsorgungssicherheit
keine Bedenken bestehen.

Bei der DK I hat es einen spürbaren Zuwachs an der Anzahl der Deponien und an
Verfüllvolumen gegeben. Im Vorjahr wurde noch eine fehlende Entsorgungssicherheit
für diese Deponieklasse festgestellt. Dies erfolgte allerdings aufgrund einer fehlerhaften
Dateninterpretation, weil die nicht differenziert gemeldeten DK I-Verfüllungen voll-
ständig der DK I zugeordnet wurden. Wie sich jetzt herausgestellt hat, wurden aber
                                                                                                             Deponien

von den 8,1 Mio. t im Vorjahr 4,7 Mio. t in Kraftwerksreststoffdeponien verfüllt. Dies

                                                                                                      475
Hartmut Haeming, Jochen Hoffmeister

           reduziert die DK I-Ablagerungsmenge im Vorjahr spürbar. Für die aktuelle Meldung
           kommt eine spürbare Reduzierung der Ablagerungsmenge hinzu, so dass NRW jetzt
           rein rechnerisch über eine Entsorgungssicherheit (DK I) von 27 Jahren verfügt. Damit
           einher geht offenbar eine Verlagerung von Ablagerungen in den Bereich der Kraft-
           werksreststoffdeponien, die üblicherweise nicht öffentlich zugänglich sind und daher
           bei der Bewertung grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. In den Bereichen DK II
           und DK III haben sich insgesamt nur marginale Veränderungen ergeben.
           Erfreulich sind die geplanten Vorhaben im Genehmigungsverfahren, die auf eine
           langfristige Sicherung der Entsorgungssicherheit hindeuten. Bei einer detaillierten
           Betrachtung der Ebene Regierungsbezirke besteht aber ähnlich wie in anderen Bun-
           desländern ein unterschiedlicher Deponiebedarf für die jeweiligen Deponieklassen.

           2.16. Entsorgungssicherheit in den Bundesländern im Überblick
           Der Vergleich von Kapazitätsbedarf und heutigen bzw. künftigen Deponievolumen
           kommt für die einzelnen Bundesländer zu den folgenden Ergebnissen:

                                                           Schleswig-
                                                            Holstein
                                                                              Mecklenburg-
                                                                              Vorpommern
                                                              Hamburg
                                             Bremen                                       Berlin
                                                          Niedersachsen

                                                                                      Brandenburg
                                                                           Sachsen-
                                                                            Anhalt
                                        Nordrhein-
                                        Westpfalen
                                                                                         Sachsen
                                                                     Thüringen
                                                       Hessen

                                    Rheinland-
                                      Pfalz

                                       Saarland
                                                                            Bayern

                                                    Baden-
                                                  Württemberg

                                                     Entsorgungssicherheit nicht gegeben
                                                     Deponiebedarf, zumindest regional
                                                     Entsorgungssicherheit gegeben
Deponien

           Bild 1:        Einschätzung des Deponiebedarfs in Deutschland – Stand Februar 2020

           Quelle:   Haeming, H.: Deutschlandkarte Deponiebedarf in Deutschland Februar 2020

           476
Marktsituation und Marktmechanismen bei den Deponien

                                       3. Aufkommen und Verbleib mineralischer Abfälle
Aufschluss über den Verbleib mineralischer Abfälle gibt der Bericht der Kreislaufwirt-
schaft Bau. Danach hat sich das Gesamtaufkommen von 192 Mio. t im Jahr 2012 auf
202 Mio. t im Jahr 2014 und 215 Mio. t im Jahr 2016 gesteigert und teilte sich wie folgt
auf die unterschiedlichen Entsorgungswege auf:
Tabelle 16: Entsorgungswege für mineralische Abfälle im Zeitvergleich

 Entsorgungswege                               2012                               2014                              2016
 für mineralische Abfälle                                                         Mio. t

 Deponiebau/Verfüllung
                                                 95,3                               89,5                            106,5
 von Abgrabungen

 Sonstige Verwertung                             13,6                               23,6                             13,9

 Recycling-Baustoffe                             66,2                               67,7                             72,2

 Beseitigung auf Deponie                         16,9                               21,2                             22,5

 Gesamtaufkommen                               192,0                             202,0                              215,0

Quelle: Kreislaufwirtschaft Bau: Mineralische Bauabfälle Monitoring 2012. Veröffentlicht: 2015. Abgerufen am 20.04.2020: http://
kreislaufwirtschaft-bau.de/arge/Bericht-09.pdf. Kreislaufwirtschaft Bau: Mineralische Bauabfälle Monitoring 2014. Veröffentlicht:
2017. Abgerufen am 20.04.2020: http://kreislaufwirtschaft-bau.de/arge/Bericht-10.pdf. Kreislaufwirtschaft Bau: Mineralische Bau-
abfälle Monitoring 2016. Veröffentlicht: 2019. Abgerufen am 20.04.2020: http://kreislaufwirtschaft-bau.de/arge/Bericht-11.pdf.

Hinzu kommen Verbrennungsaschen u. ä. mit dem Ergebnis, dass das jährliche
Gesamtaufkommen mineralischer Abfälle in Deutschland etwa 230 bis 240 Mio. t/a
beträgt. Nach Destatis stellte sich die Entsorgungssituation in Bezug auf Deponien im
Zeitraum von 2014 bis 2017 wie folgt dar:

Tabelle 17: Entsorgung mineralischer Abfälle auf Deponien

 Entsorgung
                                     2014                       2015                        2016                      2017
 mineralischer
 Abfälle
 auf Deponien                                                                 Mio. t

 Deponierung                         45,01                       44,45                      46,61                     46,01

 Deponiebaumaß-
                                     13,17                       11,85                      11,42                     11,26
 nahmen

 Verfüllung übertägi-
                                     91,77                       92,89                      99,18                     95,37
 ger Abbaustätten

 Summe                             149,95                     149,19                       157,21                    152,64

Quelle:   Destatis: Statistik 2014. Destatis: Statistik 2015. Destatis: Statistik 2016. Destatis: Statistik 2017.

Die Werte von Destatis ähneln denen des Berichtes der Kreislaufwirtschaft Bau (unter
                                                                                                                                    Deponien

Abzug der Recyclingbaustoffe), was eine gewisse Konstanz über die Erfassungsperioden
vermuten lässt. Erkennbar ist die bislang unverändert gute Baukonjunktur.

                                                                                                                              477
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