Verkehrssicherheitsbericht Kreis Steinburg - 2020 Schleswig-Holstein Der echte Norden - schleswig ...
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inhalt Vorwort – 5 1 Verkehrsunfallentwicklung – 7 1.1 Verkehrsunfälle gesamt – 8 1.2 Tödliche Verkehrsunfälle – 9 1.3 Verkehrsunfälle mit Verletzten – 10 1.4 Verkehrsunfallflucht – 11 2 Ausgewählte Arten von Verkehrsteilnehmern – 13 2.1 Kinderunfälle – 14 2.2 Unfälle mit „jungen Fahrern“ – 14 2.3 Seniorenunfälle – 15 2.4 Radfahrerunfälle – 16 2.5 Fußgängerunfälle – 19 2.6 motorisierte Zweiradfahrer – 19 2.7 Lastkraftfahrzeuge – 21 3 Unfallursachen – 23 3.1 Hauptunfallursachen – 24 3.2 Verkehrsunfälle unter Alkohol- und / oder Drogeneinfluss – 24 3.3 Altersstrukturen – 27 3.4 Verteilung nach Monaten, Wochentagen und Tageszeiten – 28 4 Verkehrsüberwachung – 31 4.1 Alkohol- und Drogendelikte – 32 4.2 nicht angepasste Geschwindigkeit – 33 4.3 Ablenkung – 33 4.4 Vorfahrt – 33 5 Unfallhäufungsstellen – 35 4
vorwort Vorwort Das Jahr 2020 war ein besonderes: Es war von der Corona-Pandemie geprägt, das öffentliche Leben und Teile der Wirtschaft wurden zeitweise stark heruntergefahren, Homeoffice und Home- schooling hielten Einzug in die privaten Haushalte. Wenngleich alle diese beschriebenen Umstände von Vielen als belastend empfunden wurden, so muss die Polizeidirektion Itzehoe eine Entlastung in Bezug auf das Verkehrsgeschehen konstatieren. Diese Entlastungen spiegeln vielfach die Parameter der Lockdowns wider: weniger Urlaubsreisen, weniger Ausflüge verstärkter Aufenthalt zuhause. So ging das Gesamtunfallgeschehen im Kreis Steinburg um mehr als 14 % zurück, die Zahl ebenso der Verkehrsunfälle mit Personenschäden nur geringfügig (-2 %) und die Zahl der hierbei verletz- ten Personen um immerhin knapp 8 %. Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fußgängern s tiegen bedauerlicherweise um mehr als ein Viertel, die Zahl der hierbei verletzten Personen um ein Fünftel. Die Anzahl der Kinderunfälle nahm geringfügig auf nunmehr 42 ab, die Zahl der hierbei verletzten Kinder sank allerdings um 10 auf 41. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Pedelecs blieb, trotz der bekanntermaßen hohen Umsatzsteigerungen im Verkauf, während der Pandemie n ahezu auf dem gleichen niedrigen Niveau. Bei den älteren Verkehrsteilnehmern sank die Anzahl der Verkehrsunfälle um 5 %, wobei es erfreulicherweise nur 71 (Vorjahr 85) Verletzte gab. Die Zahl der Unfälle junger Fahrer*Innen zwischen 17 und 24 Jahre stieg um nahezu 14 Prozentpunkte auf 172 insgesamt. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen stagnierte auf niedrigem Niveau (2). Auch die polizeiliche Verkehrsüberwachung spiegelt die Folgen der Pandemie, nämlich einer- seits ein geringes Verkehrsaufkommen und andererseits ein veränderter Aufgabenzuschnitt, bei- spielsweise in der Überwachung von Hotspots, der Abstandsregeln und der Maskenpflicht wider. Bis auf Fehler beim Überholen sanken alle Überwachungszahlen gegenüber dem Vorjahr. Dennoch ist in allen Bereichen von einer entsprechenden Dunkelziffer und damit verbunden nach wie vor einem entsprechenden Bedarf an Überwachung auszugehen. Die Angehörigen der Polizeidirektion Itzehoe werden auch weiterhin an ihrem Bemühen um ein hohes Maß an Sicherheit, auch und besonders im Straßenverkehr, festhalten. Wir wollen, dass Sie sicher sind … und gesund bleiben! Ihr Kai Szimmuck stellv. Leiter der Polizeidirektion Itzehoe 5
verkehrsunfallentwicklung 1.1 Verkehrsunfälle gesamt Im Jahr 2020 ereigneten sich auf den Straßen im Kreis Steinburg 2887 (2019: 3369) V erkehrsunfälle, von denen 619 (2019: 656) durch die Polizei aufgenommen wurden. Die Gesamtzahl der Verkehrs unfälle ist im vergangenen Jahr demnach um 14,3 % gesunken, landesweit fiel die Zahl um 13,5 %. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden ist, nach einem Rückgang von 7,2 % im Jahr 2019 um weitere 2,7 % gesunken (von 414 auf 403). Im Landesdurchschnitt sank die Zahl der Ver- kehrsunfälle mit Personenschaden im Jahr 2020 dagegen um 9,6 %. Der Kreis Steinburg bleibt dennoch einer der (verkehrs-) sichersten Landkreise Schleswig-Holsteins, gemessen am Verhältnis von der Einwohnerzahl zur Zahl der Unfälle. Verkehrsunfälle 2019 2020 Anzahl % Gesamt 3369 2887 -482 -14,3 Auswertbare VU gesamt 656 619 -37 -5,6 mit Personenschaden (P) 414 403 -11 -2,7 mit Straftaten (S1) 37 26 -11 -29,7 mit bedeutend. Owi (S2) 205 190 -15 -7,3 Sonstige (S3) 2713 2268 -445 -16,4 Nach den Unfallaufnahmerichtlinien des Landes Schleswig-Holstein werden die Verkehrsunfälle in folgende Kriterien unterteilt: VU P = ein Verkehrsunfall, bei dem mindestens eine Person verletzt oder getötet wurde. VU S 1 = ein Verkehrsunfall, bei dem als Unfallursache eine Straftat, die im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr begangen wurde, anzunehmen ist. VU S 2 = ein Verkehrsunfall, bei dem als Unfallursache eine bedeutende (bußgeldbewehrte) Ordnungswidrigkeit im Verkehrsbereich zugrunde liegt. VU S 3 = alle übrigen Verkehrsunfälle mit ausschließlichem Sachschaden, diese werden nicht von der Polizei aufgenommen. VU-Entwicklung über 10 Jahre P S1 S2 500 450 400 453 465 458 459 441 444 412 426 414 350 403 300 203 209 203 217 205 250 188 199 190 181 181 200 150 100 34 28 38 41 46 41 31 32 37 26 50 0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Von den durch die Polizei aufgenommenen Verkehrsunfällen mit Personenschaden ereigneten sich 269 innerhalb und 134 außerhalb geschlossener Ortschaften. 8
verkehrsunfallentwicklung Unfälle gesamt Unfalltote Schwerverletzte Leichtverletzte i.g.O. 269 0 31 283 a.g.O. 134 2 47 135 Der Tabelle ist zu entnehmen, dass beide Unfalltoten und die Mehrheit der Schwerverletzten außerhalb geschlossener Ortschaften zu beklagen waren. Die Ursache hierfür liegt natürlich in der höheren gefahrenen Geschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften. Die Mehrheit der Leichtverletzten kam bei Verkehrsunfällen innerhalb geschlossener Ortschaften zu Schaden, was mit der höheren Verkehrsdichte i.g.O. zusammenhängt. 1.2 Tödliche Verkehrsunfälle Schon im zweiten Jahr hintereinander die niedrigste Zahl der Unfalltoten im Kreis Steinburg seit Beginn der Aufzeichnungen! Verkehrsunfalltote Kreis Steinburg Schleswig-Holstein 140 120 120 121 122 100 114 109 107 107 103 100 100 80 60 40 11 9 8 7 20 5 6 4 6 2 2 0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Wie schon im Jahr 2019 wurden auch im Jahr 2020 im Kreis Steinburg bei Verkehrsunfällen lediglich zwei Personen tödlich verletzt: • Eine 26-jährige Pkw-Fahrerin kommt mit ihrem Fahrzeug alleinbeteiligt nach links von der Fahrbahn ab und kollidiert mit der rechten Fahrzeugseite mit einem Baum. Die Fahrerin verstirbt in ihrem Pkw. • Eine 28-jährige Kradfahrerin kommt mit ihrem Fahrzeug von der Fahrbahn ab und prallt gegen einen Baum. Die Fahrerin verstirbt an der Unfallstelle. 9
verkehrsunfallentwicklung 1.3 Verkehrsunfälle mit Verletzten Im Jahr 2020 wurde durchschnittlich alle 21 Stunden eine Person bei einem Verkehrsunfall auf den Straßen im Kreis Steinburg verletzt! VU -P- und verletzte Personen VU mit Verletzten verletzte Personen 700 581 582 596 571 573 600 531 540 527 526 496 500 400 453 465 458 452 441 444 412 426 414 403 300 200 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Im vergangenen Jahr wurden 496 Personen auf den Straßen im Kreis Steinburg verletzt, davon 78 Personen schwer und 418 Personen leicht. Die Zahl der Verletzten ist im Vergleich zum Vor- jahr um 7,8 % gesunken, die der Leichtverletzten um 6,9 und die der Schwerverletzten um 12,4 %. L andesweit betrug der Rückgang bei den verletzten Personen 12,5 %. Verletzte Personen 2019 2020 % leicht verletzt 449 418 -6,9 schwer verletzt 89 78 -12,4 Verletzte gesamt 538 496 -7,8 10
verkehrsunfallentwicklung 1.4 Verkehrsunfallflucht Die Zahl derjenigen Verkehrsteilnehmer, die sich als Unfallbeteiligte unerlaubt vom Unfallort entfernten, ist im vergangenen Jahr, nach einem Höchststand von 733, erfreulicherweise wieder stark rückläufig. Statistisch gesehen ist es im vergangenen Jahr im Kreis Steinburg alle 15 Stunden zu einer Verkehrsunfallflucht gekommen. Es wurden 580 Verkehrsunfallfluchten registriert, 20,9 % weniger als im Jahr 2019. Die Zahl aller Verkehrsunfälle ist demgegenüber lediglich um 14,3 % zurückgegangen. Möglicherweise zahlt sich der intensive Einsatz der sogenannten Spurensiche- rungsfolie zur besseren Ermittlung von Unfallverursachern bzw. vorgespielten Unfallfluchten jetzt aus. Verkehrsunfallflucht im Kreis Steinburg 800 700 733 730 712 600 650 627 586 580 500 500 487 480 400 300 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 11
Ausgewählte Arten von Verkehrsteilnehmern 2
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern 2.1 Kinderunfälle (bis unter 15 Jahre) Fast die Hälfte der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern wurde auch durch Kinder verursacht. Kinderunfälle (bis unter 15 Jahre) gesamt VU P Verletzte Bet. als Radfahrer Bet. als Fußgänger 60 51 49 47 46 46 50 45 45 45 43 42 42 41 41 41 40 40 38 37 36 40 29 28 26 26 30 25 25 24 23 23 23 22 22 22 21 21 20 20 20 19 18 20 15 11 8 10 7 7 6 5 5 5 4 2 0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Kindern war im Jahr 2020, nach einem Anstieg im Jahr 2019, erfreulicherweise wieder leicht rückläufig. Es wurden 42 Verkehrsunfälle aufgenom- men, 3 weniger als noch im Vorjahr. In 28 Fällen waren Kinder als Radfahrer sowie in 7 Fällen als Fußgänger an einem Verkehrsunfall beteiligt. Verursacht wurde ein Verkehrsunfall in 19 Fällen von einem Kind. 41 Kinder wurden auf den Straßen Steinburgs verletzt, 10 weniger als im Vorjahr! 38 Kinder wurden dabei leicht- und 3 schwerverletzt. Kein Kind kam im Jahr 2020 auf den Straßen im Kreis Steinburg ums Leben! 2.2 Unfälle mit „jungen Fahrern“ (18-25 Jahre) Von jungen Fahrern verursachte Verkehrsunfälle 160 150 140 149 130 138 136 135 120 128 110 116 115 100 108 100 90 93 80 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 14
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern Nach einem historischen Tiefstand im vergangenen Jahr ist die Zahl der durch junge Fahrer verursachten Verkehrsunfälle wieder angestiegen, und zwar von 93 auf 108 (+16,1 %). Landesweit ist die Zahl dagegen um 14,6 % rückläufig. Verkehrsunfälle unter Falscheinschätzung der eigenen gefahrenen Geschwindigkeit machen nach wie vor den größten Anteil aus (22 %), gefolgt von Missachtung der Vorfahrt (19 %) und sonstigen Fehlern. Hauptursachen bei VU, verursacht von „jungen Fahrern“ 10 % Alkohol 1 % Drogen 7 % Straßenbenutzung 22 % Geschwindigkeit 11 % Abstand 4 % Überholen 19 % Vorfahrt 9 % Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren 17 % sonstige 2.3 Seniorenunfälle (ab 65 Jahre) Die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Senioren beteiligt waren, ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Es wurden diesbezüglich 160 Verkehrsunfälle registriert, 12 weniger als noch im Jahr 2019, was einen Rückgang von 7 % bedeutet. Bei diesen Unfällen verunglückten 71 Senioren, 14 weniger als im Vorjahr (-16,5 %). 57 Senioren wurden leicht und 14 schwerverletzt. Fast zwei Drittel der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Senioren wurden auch durch diese verursacht! Die Zahl der Verkehrsunfälle, die durch Senioren verursacht wurden, ist im vergangenen Jahr um 5,4 % von 112 auf 106 gesunken. Nach den ersten polizeilichen Feststellungen sind damit 66,3 % der Senioren-VU auch von Senioren verursacht worden. Im Jahr 2019 hat dieser Anteil noch bei 64,3 % gelegen. Seniorenunfälle VU Gesamt Senioren Verursacher 200 180 160 178 178 167 169 172 140 163 165 160 120 141 131 100 109 109 109 108 112 112 106 80 100 89 92 60 40 20 0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 15
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern Die Altersgruppen der Senioren sind in den Jahren 2014 bis 2020 als Unfallverursacher wie folgt vertreten gewesen: Altersgruppen der Senioren 65 bis unter 70 70 bis unter 75 75 bis unter 80 80 und älter 40 35 38 35 35 30 33 30 30 29 30 31 25 27 28 27 27 26 28 28 27 24 24 25 25 20 23 24 24 21 20 15 18 19 10 5 0 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Wie in den Vorjahren, so ragte auch im Jahr 2020 insbesondere die Vorfahrtmißachtung bei den Hauptunfallursachen der durch Senioren verursachten Verkehrsunfälle heraus, gefolgt von Fehlern beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren. Zusammen waren diese beiden Ursachen für mehr als die Hälfte der von Senioren verursachten Verkehrsunfälle verantwortlich. Hauptunfallursachen bei VU, verursacht von Senioren 5 % Verkehrstüchtigkeit 6 % Straßenbenutzung 4 % Geschwindigkeit 3 % Abstand 7 % Überholen 32 % Vorfahrt 22 % Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren 4 % Falsches Verhalten ggü. Fußgängern 17 % Sonstige 2.4 Radfahrerunfälle Drei Fahrradunfälle pro Woche! Im Jahr 2020 hat die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrern leider wieder zugenommen. Es wurden durch die Polizei diesbezüglich 155 Verkehrsunfälle aufgenommen. Im Vergleich mit dem Jahr 2019 (129) macht das einen Anstieg von 20,2 % aus! Landesweit wurde dagegen ein Anstieg um lediglich 3,2 % festgestellt. Statistisch gesehen war im Jahr 2020 jeder vierte Verkehrsunfall im Kreis Steinburg ein Radfahrerunfall. Im Jahr 2019 war es noch fast jeder fünfte gewesen. 16
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer verunglückten, stieg ähnlich stark an wie die Zahl aller Radfahrerunfälle. Mit 136 verunglückten im vergangen Jahr 19 Radfahrer mehr als im Jahr davor (Anstieg von 16,2 %). 27 Radfahrer wurden schwer- und 109 leichtverletzt. Fahrradunfälle gesamt VU P Verunglückte Radfahrer Verursacher 180 160 140 155 143 142 138 120 136 134 129 125 124 124 122 121 121 119 119 118 118 118 117 100 114 113 80 87 60 68 67 58 40 49 46 43 20 0 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Mehr als die Hälfte der Fahrradunfälle wurde auch durch Radfahrer verursacht! Die Zahl der Verkehrsunfälle, die auch durch Radfahrer verursacht wurden, wuchs im Berichtszeit- raum um 29,9 % von 67 auf 87! 56,1 % der Fahrradunfälle im Kreis Steinburg wurden im Jahr 2020 durch Radfahrer verursacht. Im Jahr 2019 hat dieser Prozentsatz noch bei 51,9 % gelegen. Auffällig ist der nach wie vor sehr hohe Prozentsatz der sonstigen Fehler. Hierzu gehören alle Ursachen, die nicht durch die aufgeführten konkretisierten Ursachenfelder erfasst werden. (z.B. Witterung, Fahrbahnbeschaffenheit, Aufprall auf Hindernisse u.a.m.). Doch auch die nicht ange- passte Geschwindigkeit, falsche Straßenbenutzung (das falsche Befahren von Gehwegen oder anderen Fahrbahnteilen), Fehler beim Abbiegen, aber auch Vorfahrtmissachtungen und Fahrten unter Alkoholkonsum sind als Ursachen zu nennen. Hauptunfallursachen, VU verursacht von Radfahrern 6 % Alkohol/Drogen 12 % Straßenbenutzung 13 % Geschwindigkeit 4 % Abstand 3 % Überholen 39 % Sonstige Ursachen 6 % Vorfahrt 9 % Abbiegen, Wenden 3 % technische Mängel 1 % Vorbeifahren 17
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern Pedelecs werden bei Radfahrern in den letzten Jahren immer populärer. Aus diesem Grund ist auch der Anteil der Pedelecs bei Fahrradunfällen besonders zu beleuchten: Entwicklung der Pedelec-Unfälle Fahrradunfälle davon Pedelec-Unfälle 180 155 160 142 125 125 129 140 119 120 100 80 60 40 23 25 14 16 20 3 6 0 2015 2016 2017 2018 2019 2020 An 25 Verkehrsunfällen im Kreis Steinburg im vergangenen Jahr waren Pedelecs beteiligt (2019: 23). Mit 22 verunglückten genauso viele Pedelec-Fahrer wie im Vorjahr; 12 wurden leicht- und 10 schwerverletzt. Altersgruppen verunfallter Pedelec-Fahrer 7 6 6 5 5 4 4 3 3 2 2 2 2 1 1 1 0 0 bis unter 18 bis 25 bis 35 bis 45 bis 55 bis 65 bis 70 bis 75 bis 80 und 18 unter 25 unter 35 unter 45 unter 55 unter 65 unter 70 unter 75 unter 80 älter Elf der 26 verunfallten Pedelec-Fahrer waren 65 Jahre oder älter (Senioren). Von den 25 Verkehrs- unfällen unter der Beteiligung von Pedelecs wurden 14 auch von Pedelec-Fahrern verursacht (2019: 12). Vier Pedelec-Unfälle waren sogenannte Alleinunfälle. In diesen Fällen ist ein Pede- lec-Fahrer ohne Zutun eines anderen Verkehrsteilnehmers zu Schaden gekommen (Sturz, Kollision mit Hindernis o.ä.). Bei einem (Un-)Fall stießen zwei Pedelec-Fahrer zusammen. 18
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern 2.5 Fußgängerunfälle Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Fußgängerunfälle im Kreis Steinburg leider wieder gestie- gen. Es wurden 43 Verkehrsunfälle registriert, gegenüber 34 im Jahr 2019. Das ergibt einen Anstieg von 26,5%. Landesweit ist die Zahl der Kinderunfälle dagegen um 14,9% gesunken! Die Zahl der durch Fußgänger verursachten Verkehrsunfälle stieg von 4 auf 11. 36 Fußgänger wurden verletzt, sechs mehr als noch im Jahr 2019. 29 Fußgänger wurden leicht und 7 schwer verletzt. Seit 2015 ist kein Fußgänger mehr bei einem Verkehrsunfall im Kreis Steinburg zu Tode gekommen! Verkehrsunfälle mit Fußgängern und die Folgen VU mit Fußgängern dabei Verletzte dabei Getötete 60 50 49 40 44 44 43 43 41 41 38 37 36 36 30 35 34 34 33 32 30 29 27 26 20 10 4 2 1 1 1 0 0 0 0 0 0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2.6 Motorisierte Zweiräder Zweiradunfälle Kreis Steinburg 2019 2020 % VU gesamt 71 62 -12,7 Zweiräder mit amtl. Kennzeichen 58 34 -41,4 Zweiräder mit Vers.-Kennzeichen 15 29 93,3 getötete mot. Zweiradfahrer 0 1 100 verletzte mot. Zweiradfahrer 72 57 -20,8 von mot. Zweiradfahrern verursachte Verkehrsunfälle 46 31 -32,6 Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiräder war im vergangenen Jahr abermals rückläufig. Es wurden 62 Verkehrsunfälle registriert, 2019 sind es noch 71 gewesen (-12,7 %). Landesweit ist die Zahl um 6,9 % zurückgegangen. Bei den Verkehrsunfällen unter Betei- ligung von Zweirädern mit amtlichen Kennzeichen ist im Vergleich mit dem Jahr 2019 ein Rück- gang um 41,4 % festzustellen, während die Zahl der Unfälle unter Beteiligung von Zweirädern mit Versicherungskennzeichen um 93,3 % anstieg. Genau 50 % der Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern wurden auch durch mot. Zweiradfahrer verursacht. Im Jahr 2019 waren es noch 64,8 %. Die Zahl der verletzten motorisierten Zweiradfahrer ging im vergangenen Jahr um 20,8 % von 72 auf 57 zurück. Es wurden 45 motorisierte Zweiradfahrer leicht und 12 schwer verletzt. Im Jahr 2020 kam leider eine Zweiradfahrerin auf den Straßen im Kreis Steinburg ums Leben. 19
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern Altersgruppen verunfallter motorisierter Zweiradfahrer 2018 2019 2020 20 18 16 18 17 14 16 15 12 14 14 14 13 10 12 11 11 11 8 10 9 6 8 7 4 6 6 6 2 4 1 0 1 2 2 1 1 1 0 0 0 0 0 0 10 bis 15 bis 18 bis 25 bis 35 bis 45 bis 55 bis 65 bis 70 bis 75 bis 80 und unter unter unter unter unter unter unter unter unter unter älter 15 18 25 35 45 55 65 70 75 80 Die Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern im Monatsvergleich: VU mit motorisierten Zweirädern 2018 2019 2020 16 14 14 12 13 13 12 12 12 12 10 11 8 9 8 8 6 7 7 6 6 4 5 5 5 5 5 4 4 4 4 2 3 3 3 3 0 1 2 2 2 2 2 1 0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Hier ist ein Anstieg der Zahl der Unfälle im April und August festzustellen. Als Ursache kommt möglicherweise exzellentes Fahrwetter in den beiden Monaten in Frage. Bei den durch motorisierte Zweiradfahrer verschuldeten Verkehrsunfällen ist nach wie vor die nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptursachen. In 32% der Unfälle ist der mot. Zweiradfah- rer als Unfallverursacher im vergangenen Jahr zu schnell unterwegs gewesen. 20
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern Ursachen bei durch mot. Zweiräder verschuldete Verkehrsunfälle 10 % Verkehrstüchtigkeit 32 % Geschwindigkeit 3 % Abstand 7 % Überholen 6 % Vorfahrt 3 % Abbiegen 38 % sonstige Fehler 2.7 Lastkraftfahrzeuge Im Jahr 2020 ist die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Lastkraftfahrzeugen / Güterkfz. im Kreis Steinburg um 18,4 % von 114 auf 93 Unfälle gesunken. Landesweit ist ein Rückgang der- artiger Unfälle von 13 % festzustellen. 2019 2020 % VU gesamt 114 93 -18,4 Getötete 1 0 -100 Schwerverletzte 17 13 -23,5 Leichtverletzte 50 39 -22 Von LKW verursachte VU 80 57 -28,8 Die Zahl aller bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung von GüterKfz. verletzten Personen ist, nach einem Anstieg im Jahr 2019, im vergangen Jahr um 22,4 % gesunken. 39 Personen wurden leicht (davon 16 Lkw-Fahrer) und 13 schwer verletzt (davon 1 Lkw-Fahrer). Bei der Zahl der von Güter- kraftfahrzeugen verursachten Verkehrsunfälle ist ein Rückgang von 28,8 % zu verzeichnen. Von den Verkehrsunfällen mit Güterkraftfahrzeugen wurden 57 auch durch diese verursacht. Das ergibt einen Anteil von 61,3 %. Im Jahr 2019 hat dieser Anteil noch bei 70,2 % gelegen. Bei den Unfall- ursachen sind in erster Linie Fehler beim Abbiegen und Wenden sowie falsche Straßenbenutzung (Rechtsfahrgebot pp.) besonders hervorgetreten. 21
ausgewählte arten von verkehrsteilnehmern Hauptunfallursachen Lastkraftfahrzeuge 8 % Verkehrstüchtigkeit 23 % Straßenbenutzung 7 % Geschwindigkeit 6 % Abstand 2 % Überholen 2 % Nebeneinanderfahren 12 % Vorfahrt 26 % Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren 2 % technische Mängel 5 % sonstige 22
Unfallursachen 3
unfallursachen 3.1 Hauptunfallursachen In die folgende Auswertung eingeflossen sind die von der Polizei aufgenommenen und bearbeite- ten Verkehrsunfälle, die sogenannten „qualifizierten Verkehrsunfälle“: • Unfälle mit Verletzten / Getöteten (VU „P“) • Unfälle mit Straftaten (VU „S1“) • Unfälle mit bedeutenden Ordnungswidrigkeiten (VU „S2“) Wie schon in den Vorjahren war, trotz eines Rückganges von 9,6 %, die Nichtbeachtung der Vorfahrt die Hauptunfallursache im Jahr 2020 im Kreis Steinburg. 151-mal kam es aufgrund einer Vorfahrtverletzung zum Unfall. An zweiter Stelle steht wieder das Abbiegen, Wenden und Rück- wärtsfahren mit 126 (Un-)Fällen. Erst danach rangiert die nicht angepasste Geschwindigkeit als dritthäufigste Unfallursache im Kreis Steinburg. Noch vor wenigen Jahren die Hauptunfallursache, hat sich die Zahl seit 2015 fast halbiert und zu schnelles Fahren ist im vergangenen Jahr nur noch für 97 Unfälle ursächlich gewesen. Hauptunfallursachen 2015 2016 2017 2018 2019 2020 250 200 199 190 188 150 187 167 159 156 154 151 145 126 100 122 119 119 118 117 106 98 97 96 90 89 87 82 50 73 72 72 71 67 66 56 51 48 45 40 39 0 Straßen- Geschwindig Abstand Überholen Vorfahrt Abbiegen benutzung 3.2 Verkehrsunfälle unter Alkohol- und / oder Drogeneinfluss Durchschnittlich alle 10 Tage ein Alkoholunfall im Kreis Steinburg. Ein Rückgang ist bei Zahl der Verkehrsunfälle zu verzeichnen, bei denen mindestens ein Beteiligter unter der Wirkung von Alkohol stand. Nachdem die Zahl im Jahr 2019 auf 48 Unfälle angestiegen war, ist sie im Jahr 2020 wieder auf 37 gesunken, was einen Rückgang von 22,9 % ausmacht. Damit war die Zahl der Alkoholunfälle im Kreis Steinburg noch nie so niedrig wie im vergangenen Jahr. 24
unfallursachen Verkehrsunfälle unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss im Jahresvergleich Alkoholunfälle Drogenunfälle 70 60 61 63 50 57 57 54 54 53 40 48 30 39 37 20 11 10 10 8 8 7 6 6 6 10 3 0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen festgestellt wurde, dass ein Beteiligter unter dem Einfluss von Drogen stand, stagniert nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Bei Alkoholunfällen im Kreis Steinburg verunglückten im vergangenen Jahr 24 Menschen, zwei weniger als im Vorjahr. Bei Drogenunfällen verunglückten mit drei genauso viele Verkehrsteilnehmer wie im Jahr 2019. Nachdem die Altersgruppe der jungen Fahrer in den Jahren 2018 und 2019 als Verursacher von Alkoholunfällen nicht besonders negativ hervorgetreten war, dominiert diese Altersgruppe im Jahr 2020 leider wieder die Statistik. 14-mal hat ein junger Fahrer alkoholisiert einen V erkehrsunfall verursacht. Erst danach folgt die Altersgruppe der 25 bis unter 35-Jährigen mit 11 verursachten Alkoholunfällen. Altersgruppen bei Alkoholunfällen 2017 2018 2019 2020 16 14 14 12 13 13 10 11 11 10 10 10 8 9 6 7 7 7 6 6 6 6 4 5 4 4 4 4 4 2 1 1 0 1 0 0 0 15 bis 18 bis 25 bis 35 bis 45 bis 55 bis 65 und unter 18 unter 25 unter 35 unter 45 unter 55 unter 65 älter Die Untersuchung der Wochentage ergibt wiederum eine Konzentrierung der Alkoholunfälle auf das Wochenende, insbesondere auf den Samstag und den Sonntag. Die geringe Zahl an Drogenunfällen sowie die Verteilung über die Wochentage macht eine ver- lässliche Aussage über Schwerpunkte, Trends pp. unmöglich. Grundsätzlich lässt sich jedoch fest- stellen, dass ein Schwerpunkt am Wochenende, wie beim Alkoholkonsum auffällig, offenbar bei Drogen nicht vorkommt und wohl über die gesamte Woche verteilt stattfindet. 25
unfallursachen Drogen- und Alkoholunfälle an den Wochentagen Drogenunfälle Alkoholunfälle 12 10 11 8 6 7 6 4 5 3 4 4 2 2 1 1 1 0 0 0 0 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Während der Anteil der Unfallursache nicht angepasste Geschwindigkeit 15,7 % der Gesamtzahl der aufgenommenen Verkehrsunfälle ausmachte, betrug dieser Anteil bei den Alkoholunfällen 39 %, was deutlich auf eine erhöhte Risikobereitschaft und enthemmtere Fahrweise unter Alkohol- einfluss zurückzuführen sein dürfte. Auch Drogenkonsum sowie falsche Straßenbenutzung oder auch sonstige Fehler wurden bei Alkoholbeeinflussung besonders oft festgestellt, während die Ursachen Vorfahrt, Abstand oder Überholen als zweite Ursache bei Alkoholunfällen keine nur eine untergeordnete Rolle spielten. Hauptunfallursachen bei Alkoholunfällen 10 % Drogen 11 % Straßenbenutzung 39 % Geschwindigkeit 4 % Abstand 2 % Abbiegen 2 % Verkehrssicherung 32 % sonstige 0 % Vorfahrt 26
unfallursachen 3.3 Altersstrukturen Im vergangenen Jahr dominierte die Gruppe der jungen Fahrer als Unfallverursacher das Unfall- lagebild mit einem Anteil von 19 %. Danach folgt die Altersgruppe der 45 bis unter 55-Jährigen mit 15 % sowie die der 25 bis unter 35-Jährigen und die der 55 bis unter 65-Jährigen mit je 14 %. Alter der Unfallverursacher 6 % bis unter 18 19 % 18 bis unter 25 14 % 25 bis unter 35 13 % 35 bis unter 45 15 % 45 bis unter 55 14 % 55 bis unter 65 9 % 65 bis unter 75 10 % 75 und älter Auch im vergangenen Jahr dominierte die Gruppe der jungen Fahrer die Unfälle, die als Ursache „überhöhte Geschwindigkeit“ haben, während die „Senioren“ prozentual im Wesentlichen Ver- kehrsunfälle aufgrund von Vorfahrtsverletzungen und Abbiegefehlern verursachten. Dies lässt vermuten, dass ältere Verkehrsteilnehmer durchaus umsichtiger und risikoloser fahren, aber mit zunehmendem Alter und nachlassenden kognitiven Fähigkeiten möglicherweise mit k omplexeren Verkehrssituationen nicht mehr so gut zurechtkommen. Dieses Phänomen wird bereits ab der Altersgruppe der 35- bis 45-jährigen und den 45- bis 55-jährigen Verkehrsteilnehmer deutlich, wobei zu beachten ist, dass in diesen Altersgruppen der Anteil derjenigen, die ein Fahrzeug benutzen, ungleich höher ist. Straßenbenutzung Geschwindigkeit Überholen Abbiegen Abstand Vorfahrt Alkohol Drogen Alterskategorie bis unter 15 0 1 3 2 2 0 2 2 15 bis unter 18 0 0 2 4 2 0 1 2 18 bis unter 25 14 2 9 29 14 5 26 12 25 bis unter 35 11 4 7 20 9 4 18 13 35 bis unter 45 3 0 7 9 3 2 23 16 45 bis unter 55 4 0 11 9 6 6 25 16 55 bis unter 65 4 0 5 8 6 9 15 18 65 bis unter 70 0 0 0 3 1 2 6 8 70 bis unter 75 0 1 4 1 1 3 8 6 75 bis unter 80 0 0 1 1 0 1 11 3 80 und älter 0 0 2 0 2 2 11 9 27
unfallursachen 3.4 Verteilung nach Monaten, Wochentagen und Tageszeiten Anzahl der Verkehrsunfälle im Monatsvergleich Anzahl 80 70 76 60 63 64 65 61 50 52 40 47 41 43 42 30 36 20 29 10 0 Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Anzahl der Verkehrsunfälle an den Wochentagen Anzahl 140 120 126 100 105 80 99 82 82 60 74 40 51 20 0 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Verkehrsunfälle / Stunden Anzahl 70 63 60 56 50 45 44 46 43 38 38 40 40 35 30 30 23 25 20 20 14 16 11 6 8 10 5 4 5 2 2 0 01:00 02:00 03:00 04:00 05:00 06:00 07:00 08:00 09:00 10:00 11:00 12:00 13:00 14:00 15:00 16:00 17:00 18:00 19:00 20:00 21:00 22:00 23:00 00:00 28
unfallursachen Statistisch gesehen war die Wahrscheinlichkeit, im Jahr 2020 im Kreis Steinburg in einen Verkehrs unfall verwickelt zu werden, an einem Donnerstag im August in der Zeit zwischen 16.00 und 17.00 Uhr am höchsten; am wenigsten wahrscheinlich war dies an einem Sonntag im Dezember in der Zeit zwischen 02.00 und 03.00 bzw. 23.00 und 00.00 Uhr. 29
Verkehrsüberwachung 4
verkehrsüberwachung Durch eine Zusammenlegung der beiden Verkehrsüberwachungsdienststellen der Polizeidirektion Itzehoe im Jahr 2018 werden die meisten Ordnungswidrigkeiten seit dem 01.01.2019 für die Land- kreise Dithmarschen und Steinburg gemeinsam erfasst. Aus diesem Grund werden in der Folge wieder einige Überwachungszahlen für die gesamte Polizeidirektion Itzehoe dargestellt. Im vergangenen Jahr wurden von den Polizeibeamtinnen und -beamten der Polizeidirektion Itzehoe insgesamt 59.073 Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr schriftlich geahndet. Demnach wurde etwa alle neun Minuten ein Verkehrsteilnehmer durch die Polizei im Bereich der Polizeidirektion Itzehoe nach einem Verkehrsverstoß kontrolliert. Die häufigsten und gravierendsten Delikte sind im Folgenden aufgeführt: 4.1 Alkohol- und Drogendelikte (Straftaten und Ordnungswidrigkeiten) Die Kontrolltätigkeit in Sachen Trunkenheit und Drogen im Straßenverkehr konnte im Kreis Stein- burg im vergangenen Jahr weiter intensiviert werden. Bei Kontrollen der Fahrzeugführer wurden 115 Fahrten unter Alkoholeinfluss (2019: 98) sowie 97 Fahrten unter dem Einfluss von Drogen fest- gestellt (2019: 72) und entsprechende Straf- und Ordnungswidrigkeitsanzeigen gefertigt. Mit ho- her Wahrscheinlichkeit haben die intensiven Alkoholkontrollen im Kreis Steinburg und das erhöhte Entdeckungsrisiko ihre Auswirkungen auf die vergleichsweise niedrige Zahl der Alkoholunfälle im vergangenen Jahr (vgl. Ziffer 3.2). Den nachfolgenden Tabellen ist zu entnehmen, dass zumeist die Zahl der positiven Alkoholkontrollen in der Zeit zunahm, an denen auch die meisten Verkehrsunfälle unter Einfluss von Alkohol festgestellt wurden. Vergleich zwischen Alkoholunfällen und positiven Kontrollen (folgenlosen Trunkenheitsfahrten) im Kreis Steinburg, nach Uhrzeiten erfasst 00:00- 06:00- 10:00- 14:00- 18:00- Summe 06:00 10:00 14:00 18:00 24:00 Unfälle 13 6 5 3 10 37 Kontrollen 62 11 6 18 44 141 Positive Alkoholkontrollen an den Wochentagen Montag Dienstag Montag Donnerstag Freitag Samstag Sonntag 17 10 10 22 23 33 26 Positive Drogenkontrollen an den Wochentagen Montag Dienstag Montag Donnerstag Freitag Samstag Sonntag 34 42 26 21 30 34 35 Positive Alkoholkontrollen nach Altersgruppen der Fahrer bis 18 18-25 25-35 35-45 45-55 55-65 65-70 70-80 über 80 Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre 0 22 27 35 31 21 2 3 0 32
verkehrsüberwachung 4.2 „nicht angepasste Geschwindigkeit“ Im Jahr 2020 wurden in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen 47.181 Verkehrsteilnehmer we- gen nicht angepasster Geschwindigkeit festgestellt. In diesen Zahlen sind die Messergebnisse der kommunalen Geschwindigkeits-Messtrupps nicht enthalten. Diese beziffern sich im Jahr 2020 auf 45.671 Verfahren für den Kreis Steinburg und 39.787 für den Kreis Dithmarschen. Insgesamt wur- den also im Jahr 2020 insgesamt 132.639 fahrzeugfahrende Personen wegen zu schnellen Fahrens mit einem Verwarn- oder Bußgeld belegt. Im Bereich der Polizeidirektion Itzehoe ist demnach im vergangenen Jahr durchschnittlich alle 4 Minuten ein Fahrzeug wegen Nichteinhaltens der zulässi- gen Geschwindigkeit „geblitzt“ worden. 4.3 „Ablenkung“ Erwiesenermaßen sind Verkehrsteilnehmer durch die Benutzung von Handys, Smartphones oder bei der Bedienung anderer Geräte der Kommunikations-, Informations- oder Unterhaltungselek- tronik in ihrer Aufmerksamkeit abgelenkt, was auch im Jahr 2020 im Kreis Steinburg zu zum Teil schweren Verkehrsunfällen geführt hat. Meist geraten diese Verkehrsteilnehmer aus „ungeklärter Ursache“ entweder von der Fahrbahn ab, oder geraten in den Gegenverkehr mit den bekannt schweren Folgen. Deshalb hat die Polizeidirektion Itzehoe wieder ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung der Verkehrsdelikte rund um das Thema „Ablenkung“ gelegt. Im vergangenen Jahr wurden 1151 Fahrzeugführer (durchschnittlich drei pro Tag) bei der Bedienung von Handys, Smartphones u.a. angetroffen und mit einem Bußgeld belegt, welches mittlerweile bei mindestens 100 Euro liegt. 4.4 „Vorfahrt“ Die Missachtung der Vorfahrt war, trotz eines Rückganges im vergangenen Jahr, leider wieder die Hauptunfallursache in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen. Aus diesem Grund haben die Polizeibeamtinnen und –beamten der Polizeidirektion Itzehoe wieder einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Vorfahrtmissachtung gelegt, vorrangig und frühzeitig an entsprechenden Unfall- schwerpunkten (siehe hierzu den Punkt 5). Bereits im Jahr 2019 wurden in diesem Deliktsbereich 3153 Ordnungswidrigkeiten festgestellt und verfolgt. Im vergangenen Jahr konnten wieder fast so gute Kontrollergebnisse erzielt werden (3034 Owi – „klassische“ Vorfahrt-, aber auch Rotlichtmiss- achtung), damit sind die Überwachungszahlen der Polizeidirektion Itzehoe in diesem Segment nach wie vor die besten im Land. Aufgrund der o.a. Auswertungen werden in diesem Jahr die Schwerpunkte polizeilicher Ver- kehrsüberwachung die Verhinderung und Ahndung von Fahrten unter Alkohol,- Drogen und Medikamenteneinfluss, die Bekämpfung der Hauptunfallursachen Vorfahrt und nicht angepasste Geschwindigkeit, die Bekämpfung des Deliktsbereiches „Ablenkung im Straßenverkehr“ sowie die Verringerung der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radfahrern sein. 33
Unfallhäufungsstellen und Unfallhäufungslinien 5
unfallhäufungsstellen und unfallhäufungslinien Nachstehend sind die Orte aufgeführt, die im Kreis Steinburg im Jahr 2020 als sogenannte Unfall- häufungsstellen bzw. –linien lokalisiert worden sind. Als Unfallhäufungsstellen (UHS) und Unfallhäufungslinien (UHL) gelten Orte bzw. Streckenab- schnitte, an denen sich innerhalb eines Kalenderjahres folgendes Unfallgeschehen gezeigt hat: 1. Zwei Unfälle mit schwerem Personenschaden 2. Drei Unfälle des gleichen Typs 3. Sechs Unfälle verschiedenen Typs Zu den Unfallhäufungsstellen und -linien werden außerdem Unfallorte gezählt, an denen sich innerhalb von drei Jahren mindestens drei Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten oder Toten er- eignet haben. UHS und UHL werden in enger Zusammenarbeit mit der Verkehrsaufsicht und dem Straßenbau- lastträger (Tiefbauamt, Straßenmeisterei) untersucht und Maßnahmen beschlossen, um weitere Verkehrsunfälle dort in der Zukunft zu verhindern und diese Orte in der Zukunft sicherer zu ma- chen. Für die Untersuchung werden nur die sogenannten qualifizierten Verkehrsunfälle herange- zogen (P, S1 und S2-Unfälle). Im vergangenen Jahr wurden im Kreis Steinburg lediglich fünf Unfallhäufungsstellen festgestellt, eine davon im Stadtgebiet Itzehoe: Unfallhäufigkeitsstellen Unfalltyp Schwer verletzt Leicht verletzt VU gesamt Unfallort Vorjahr Tote 1 2 3 4 5 6 7 Itzehoe, 4 9 2 1 1 2 1 Kreisverkehrsplatz Adler, B 206 Sommerland, 5 4 2 1 5 Dückermühle, L 118 / L 168 3 Jahre 1 1 7 1 Wilster, L 136, 3 2 1 2 3 Steindamm / Klosterhof Glückstadt, K 8, KVP 6 1 2 3 2 3 1 Am Fleth, Hafenstraße, Am Batardeau Heiligenstedten, K 61, 3 0 1 1 3 Abs. 010, Sanddeich Unfalltypen: 1 – Fahrunfall 2 – Abbiegeunfall 3 – Einbiegen / Kreuzen VU 4 – Überschreiten VU 5 – Unfall durch ruhenden Verkehr 6 – VU im Längsverkehr 7 – sonstiger Unfall 36
Herausgeber Polizeidirektion Itzehoe Große Paaschburg 66 25524 Itzehoe E-Mail: Itzehoe.PD@polizei.landsh.de Verantwortlich Michael Raupach Tel.: 04821 602-2130 Layout Landespolizeiamt Schleswig-Holstein – StSt 4 – Fotos Landespolizei Schleswig-Holstein Die Landespolizei im Internet www.polizei.schleswig-holstein.de Nachdruck und sonstige Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit Quellenangabe gestattet. März 2021
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