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Bayerisches Ministerialblatt
BayMBl. 2021 Nr. 309 6. Mai 2021
Corona-Pandemie: Rahmenkonzept Sport
Gemeinsame Bekanntmachung der Bayerischen Staatsministerien
des Innern, für Sport und Integration und für Gesundheit und Pflege
vom 6. Mai 2021, Az. H1-5910-1-28 und G54-G8390-2020/3996
Im Vollzug des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) und der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung
(BayIfSMV) in der jeweils geltenden Fassung sind die nachfolgenden Vorgaben bei der Ausarbeitung und
Umsetzung von individuellen Schutz- und Hygienekonzepten als Mindestrahmen verbindlich, soweit die
BayIfSMV oder eine andere rechtlich verbindliche Regelung auf dieses Rahmenkonzept verweist. Für
Beschäftigte im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes gelten die Anforderungen des Arbeitsschutzrechts,
insbesondere die der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV).
Die Zulässigkeit des Sportbetriebs und ggf. damit in Verbindung stehender weiterer Einrichtungen und
Angebote (z. B. Nutzung der Umkleiden und Duschen, gastronomische Angebote) ergibt sich ausschließlich
aus den Regelungen der BayIfSMV oder einer anderen rechtlich verbindlichen Regelung. Die nachfolgenden
Vorgaben finden deshalb nur insoweit Anwendung, als deren Regelungsbereich gemäß BayIfSMV oder
einer anderen rechtlich verbindlichen Regelung eröffnet ist.
Für sportartspezifische Regelungen können die weiterentwickelten Leitplanken des Deutschen Olympischen
Sportbundes (DOSB) e. V. und die Rahmenkonzepte der jeweiligen Spitzenfachverbände als Grundlage
dienen, die jedoch in Einklang mit den Voraussetzungen der BayIfSMV oder einer anderen rechtlich
verbindlichen Regelung zu bringen sind.
1. Organisatorisches
a) Die Betreiber von Sportstätten oder Veranstalter, die nach der BayIfSMV oder einer anderen
rechtlich verbindlichen Regelung zur Erarbeitung eines Schutz- und Hygienekonzepts
verpflichtet sind, erstellen dieses standort- und sportartspezifisch unter Beachtung der
geltenden Rechtslage und der allgemeinen Schutz- und Hygieneauflagen. Es ist auf
Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.
b) Die Betreiber von Sportstätten oder Veranstalter kontrollieren die Einhaltung der individuellen
Schutz- und Hygienekonzepte und ergreifen bei Nichtbeachtung entsprechende
Maßnahmen. Gegenüber Personen, die die Vorschriften nicht einhalten, wird vom Hausrecht
Gebrauch gemacht. Soweit die Betreiber von Sportstätten oder Veranstalter ihre sich aus den
Konzepten ergebenden Pflichten durch geeignete Maßnahmen (z. B. vertragliche
Nutzungsvereinbarung) auf Nutzer übertragen, haben sie stichprobenartig die Erfüllung zu
kontrollieren.
c) Die Betreiber von Sportstätten oder Veranstalter kommunizieren die Notwendigkeit der
Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen.
d) Die Betreiber von Sportstätten oder Veranstalter schulen Personal (Trainer, Übungsleiter
u. a.) und informieren über allgemeine und spezifische Hygienevorschriften.
e) Soweit gemäß BayIfSMV oder einer anderen rechtlich verbindlichen Regelung
gastronomische oder andere Angebote zulässig sind, gelten in einer Sportstätte oder einem
Vereinsheim die entsprechenden Regelungen und Rahmenkonzepte. Die Verantwortung zur
Einhaltung der allgemeinen Voraussetzungen gemäß BayIfSMV trägt der Betreiber oder
Veranstalter.
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2. Generelle Sicherheits- und Hygieneregeln
a) Ausschluss vom Trainings- und Wettkampfbetrieb und Verwehrung des Zutritts zur
Sportstätte inklusive Zuschauerbereich für
– Personen mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion,
– Personen mit Kontakt zu COVID-19-Fällen in den letzten 14 Tagen, zu Ausnahmen wird
hier auf die jeweils aktuell gültigen infektionsschutzrechtlichen Vorgaben verwiesen,
– Personen, die einer Quarantänemaßnahme unterliegen,
– Personen mit unspezifischen Allgemeinsymptomen und respiratorischen Symptomen
jeder Schwere (wie z. B. Atemnot, Husten, Schnupfen) oder für eine Infektion mit
SARS-CoV-2 spezifischen Symptomen (Verlust des Geruchs- oder Geschmacksinnes).
b) Das Mindestabstandsgebot von 1,5 m ist im In- und Outdoorsportstättenbereich,
einschließlich Sanitäranlagen, sowie beim Betreten und Verlassen der Sportstätten zu
beachten. Dies gilt nicht für Personen, die nach den geltenden Regelungen im Verhältnis
zueinander von den Kontaktbeschränkungen befreit sind.
c) Es ist grundsätzlich eine FFP2-Maske zu tragen, ausgenommen bei der Sportausübung oder
z. B. beim Duschen. § 1 Abs. 2 der 12. BayIfSMV gilt entsprechend. Für das Personal gilt
eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske im Rahmen der jeweils
geltenden arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen.
d) Es sind generell ausreichend Waschgelegenheiten, Flüssigseife und Einmalhandtücher
bereitzustellen. Sanitäre Einrichtungen sind mit ausreichend Seifenspendern und
Einmalhandtüchern auszustatten. Mittels Aushängen ist auf die regelmäßige Händehygiene
hinzuweisen. Bei Endlostuchrollen ist die Funktionsfähigkeit sicherzustellen; nicht zulässig
sind Gemeinschaftshandtücher oder -seifen. Trockengebläse sind außer Betrieb zu nehmen,
soweit sie nicht über eine HEPA-Filterung verfügen.
e) Haartrockner dürfen nur benutzt werden, wenn der Abstand zwischen den Geräten
mindestens 2 Meter beträgt. Die Griffe der Haartrockner müssen regelmäßig desinfiziert
werden. Jetstream-Geräte sind erlaubt, soweit diese mit einer HEPA-Filterung ausgestattet
sind.
f) Umkleidekabinen in geschlossenen Räumlichkeiten dürfen unter Einhaltung des
Mindestabstands genutzt werden, soweit die BayIfSMV oder eine andere rechtlich
verbindliche Regelung dies zulässt.
g) Auf eine regelmäßige und ausreichende Lüftung über (Außen-)Frischluft ist zu achten. Ein
Lüftungskonzept muss vorliegen.
h) Schutz- und Hygienekonzepte für Sportstätten müssen auch über ein Reinigungs- und
Nutzungskonzept sowie über ein Lüftungskonzept von Sanitäranlagen verfügen. WC-Anlagen
sind darin gesondert auszuweisen. Auf die Einhaltung des Mindestabstandsgebots von
1,5 Metern ist zu achten, z. B. durch die Nicht-Inbetriebnahme von jedem zweiten
Waschbecken, Pissoir o. Ä. Insbesondere in Mehrplatzduschräumen gilt die Beachtung des
Mindestabstands. Die Personenzahl, die zeitgleich die sanitären Anlagen nutzen darf, sollte
begrenzt werden. Die Lüftung in den Duschräumen sollte ständig in Betrieb sein, um Dampf
abzuleiten und Frischluft zuzuführen. Ein Lüftungskonzept für die Duschen muss vorliegen.
Die Stagnation von Wasser in den außer Betrieb genommenen Sanitäranlagen ist zu
vermeiden.
i) Generell sind Reinigungskonzepte vorzuhalten, die eine adäquate regelmäßige Reinigung in
Abhängigkeit von der Nutzungsfrequenz sicherstellen. Für Gegenstände, die von
verschiedenen Personen berührt werden oder die besonders häufig berührt werden, ist eine
erhöhte Reinigungsfrequenz vorzusehen.
j) Soweit keine besonderen rechtlichen Regelungen zu Sportkursen bestehen, ist bei
Trainings/Sportangeboten, die als Kurse mit regelmäßigen Terminen abgehalten werden,
darauf zu achten, dass die Teilnehmer nach Möglichkeit einem festen Kursverband
zugeordnet bleiben, der möglichst von einem festen Kursleiter/Trainer betreut wird.
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k) Soweit keine besonderen rechtlichen Regelungen über die Gruppengröße bestehen, ist diese
entsprechend den standortspezifischen Gegebenheiten anzupassen, ggf. ist die
Teilnehmerzahl entsprechend zu begrenzen.
l) Zuschauer sind nicht zugelassen. Minderjährige Sportler können zur Wahrnehmung der
elterlichen Sorge (Elternrecht) beim Sportbetrieb von ihren Erziehungsberechtigten begleitet
werden. Dabei sind Ansammlungen mehrerer Erziehungsberechtigter in jedem Fall zu
vermeiden; der Mindestabstand ist einzuhalten.
3. Umsetzung der Schutzmaßnahmen: Vor Betreten der Sportanlage
a) Zugangsberechtigte (Sporttreibende, Mitarbeiter, Funktionspersonal u. a.) sind per Aushang
o. Ä. darauf hinzuweisen, dass bei Vorliegen von Symptomen einer akuten
Atemwegserkrankung jeglicher Schwere oder von Fieber sowie der unter Nr. 2 Buchst. a
genannten Ausschlusskriterien das Betreten der Sportanlage untersagt ist. Die Veranstalter
und Sportanlagenbetreiber sind darüber hinaus aber weder berechtigt noch verpflichtet, in
diesem Zusammenhang eigenständig Gesundheitsdaten der Nutzer zu erfassen.
Zugangsberechtigte von Sportstätten/Sportanlagen (indoor und outdoor) sind vorab in
geeigneter Weise über diese Ausschlusskriterien zu informieren (z. B. durch Aushang).
Sollten Personen während des Aufenthalts auf der Sportanlage Symptome entwickeln, wie
z. B. Fieber oder Atemwegsbeschwerden, so haben diese umgehend die Sportanlage bzw.
Sportstätte zu verlassen bzw. hat eine räumliche Absonderung zu erfolgen, bis die Person,
z. B. ein Kind, abgeholt werden bzw. den Heimweg antreten kann. Zum Umgang mit plötzlich
Erkrankten und Verdachtsfällen ist ein Konzept vorzuhalten.
b) Insbesondere beim Betreten oder/und Verlassen von Sportanlagen sind Warteschlangen
durch geeignete Vorkehrungen zu vermeiden.
c) Um eine Kontaktpersonenermittlung im Falle eines nachträglich identifizierten
COVID-19-Falles unter Sporttreibenden, Besuchern oder Personal zu ermöglichen, ist eine
Kontaktdatenerfassung gemäß § 2 der 12. BayIfSMV durchzuführen.
d) Sportanlagenzugangsberechtigte sind über das Abstandsgebot, die Tragepflicht einer
FFP2-Maske bzw. die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske im Rahmen
der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und über die Reinigung der Hände mit Seife und
fließendem Wasser zu informieren.
4. Testungen
Sehen die infektionsschutzrechtlichen Regelungen (BayIfSMV) einen Testnachweis für den
Besuch der Veranstaltung vor, sind die entsprechenden Vorgaben hinsichtlich der zulässigen
Testverfahren umzusetzen. Dabei dürfen nur zugelassene Produkte zur Anwendung kommen,
die definierte Standards erfüllen (siehe die Informationen des Bundesinstituts für Arzneimittel und
Medizinprodukte, BfArM). Zu möglichen Ausnahmen von etwaigen Testpflichten wird auf die
jeweils aktuell gültigen infektionsschutzrechtlichen Vorgaben verwiesen.
a) PCR-Tests können insbesondere im Rahmen der Jedermann-Testungen nach Bayerischem
Testangebot in lokalen Testzentren und bei niedergelassenen Ärzten erfolgen. Über das
Ergebnis wird eine Bescheinigung erstellt, die vor Besuch der Veranstaltung dem
Veranstalter vorzulegen ist; der PCR-Test darf höchstens 48 Stunden vor Beginn der
Veranstaltung vorgenommen worden sein.
b) Antigen-Schnelltests zur professionellen Anwendung („Schnelltests“) müssen von
medizinischen Fachkräften oder vergleichbaren, hierfür geschulten Personen vorgenommen
werden. Dies ist grundsätzlich bei den lokalen Testzentren, den niedergelassenen Ärzten,
den Apotheken und den vom Öffentlichen Gesundheitsdienst beauftragten Teststellen
möglich. Über das Ergebnis wird eine Bescheinigung erstellt, die vor Besuch der
Veranstaltung dem Veranstalter vorzulegen ist; der Schnelltest muss höchstens 24 Stunden
vor Beginn der Veranstaltung vorgenommen worden sein. Bei positivem Ergebnis eines vor
Ort von Fachkräften oder geschultem Personal durchgeführten Schnelltests darf die
Veranstaltung nicht besucht werden und es besteht mit der Mitteilung des positiven
Ergebnisses eine Absonderungspflicht (Isolation). Die betreffende Person muss sich beim
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Gesundheitsamt melden, welches dann über das weitere Vorgehen informiert. Gemäß § 8
Abs. 1 Nr. 1 IfSG besteht eine Meldepflicht der feststellenden Person hinsichtlich des
positiven Testergebnisses an das zuständige Gesundheitsamt.
c) Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung („Selbsttests“) müssen vor Ort unter Aufsicht
des Veranstalters/des Betreibers oder einer vom Veranstalter/Betreiber beauftragten Person
durchgeführt werden. Im Schutz- und Hygienekonzept des Veranstalters/des Betreibers sind
Maßnahmen zur Verhinderung von Menschenansammlungen und zur Umsetzung der
allgemeinen Hygieneregeln vorzusehen. Zeigt ein Selbsttest ein positives Ergebnis an, ist
der betroffenen Person der Zutritt zu verweigern. Die betroffene Person sollte sich sofort
absondern, alle Kontakte so weit wie möglich vermeiden und über den Hausarzt, das
Gesundheitsamt oder die Rufnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigung einen
Termin zur PCR-Testung vereinbaren.
d) Organisation:
– Die Besucher sollten vorab auf geeignete Weise (ggf. beispielsweise bei Terminbuchung)
auf die Notwendigkeit zur Vorlage eines negativen Testergebnisses hingewiesen werden.
– Die Testung der Besucher/Gäste/Kunden kann wie folgt durchgeführt werden:
● Im Rahmen der Bürgertestung nach der Testverordnung des Bundes (TestV) durch
Schnelltests in lokalen Testzentren, bei niedergelassenen Ärzten oder in Apotheken
sowie Jedermann-Testungen nach Bayerischem Testangebot in lokalen Testzentren
und bei niedergelassenen Ärzten durch PCR-Tests.
● Durch Selbsttests unter Aufsicht des Veranstalters/des Betreibers; bei positivem
Selbsttest erfolgt möglichst eine gezielte Information der Betroffenen durch die
Betreiber (Verweis auf Arzt ggf. notwendigem Verhalten wie Vermeidung von
Kontakten, Rückkehr auf direktem Weg nach Hause, Absonderung, Nachholung
PCR-Test).
● Gemäß § 1a der 12. BayIfSMV sind geimpfte und genesene Personen vom
Erfordernis des Nachweises eines negativen Testergebnisses ausgenommen. Als
geimpft gelten Personen, die vollständig gegen COVID-19 mit einem in der
Europäischen Union zugelassenen Impfstoff geimpft sind, über einen Impfnachweis in
deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache oder in
einem elektronischen Dokument verfügen und bei denen seit der abschließenden
Impfung mindestens 14 Tage vergangen sind. Als genesen gelten Personen, die über
einen Nachweis hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem
Coronavirus SARS-CoV-2 in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder
spanischer Sprache oder in einem elektronischen Dokument verfügen, wenn die
zugrundeliegende Testung mittels PCR-Verfahren erfolgt ist und mindestens
28 Tage, höchstens aber sechs Monate zurückliegt. Sowohl genesene als auch
geimpfte Personen dürfen keine typischen Symptome einer Infektion mit dem
Coronavirus SARS-CoV-2 aufweisen. Bei ihnen darf zudem keine aktuelle Infektion
mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen sein.
5. Umsetzung der Schutzmaßnahmen: Outdoorsportbetrieb (an der frischen Luft)
Für den Trainings- und Wettkampfbetrieb ist unter Berücksichtigung der allgemeinen Auflagen
unter den Nrn. 1 bis 3 ein standort- und sportartspezifisches Schutz- und Hygienekonzept zu
erstellen, sofern dies gemäß BayIfSMV oder einer anderen rechtlich verbindlichen Regelung
vorgeschrieben ist. Das Schutz- und Hygienekonzept ist auf Verlangen der zuständigen
Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Die hierfür jeweils einschlägigen Regelungen und
Rahmenkonzepte sind zu beachten.
6. Umsetzung der Schutzmaßnahmen: Indoorsportbetrieb (in geschlossenen Räumen)
Darunter fallen insbesondere (Vereins-)Sporthallen, Fitnessstudios, Kletterhallen und
Tanzstudios.
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In Ergänzung zu den allgemeinen Auflagen unter den Nrn. 1 bis 3 sind folgende
Zusatzvoraussetzungen zu beachten:
a) Es besteht die Notwendigkeit der Erstellung eines standort- und sportartspezifischen Schutz-
und Hygienekonzepts für sämtliche Sportanlagen mit Indoorangeboten (Training,
Wettkampf), das auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen ist. Die
hierfür jeweils einschlägigen Regelungen und Rahmenkonzepte sind zu beachten.
b) Das Schutz- und Hygienekonzept hat zwingend auch ein Lüftungskonzept zu enthalten, das
stets einen ausreichenden Luftwechsel gewährleistet. Zur Gewährleistung eines
regelmäßigen und aus Sicht des Infektionsschutzes ausreichenden Luftaustausches ist die
Lüftungsfrequenz abhängig von der Raumgröße, Personenbelegung und Nutzung (z. B.
Tätigkeiten mit erhöhter Aerosolbildung) zu berücksichtigen. Sicherzustellen sind die für ein
infektionsschutzgerechtes Lüften notwendigen Luftwechselraten. Bei eventuell vorhandenen
Lüftungsanlagen und raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) ist sicherzustellen, dass
diese infektionsschutzgerecht betrieben werden. Die optimale Funktionsfähigkeit des
Lüftungssystems insbesondere im Hinblick auf die Zuführung von möglichst 100 Prozent
(Außen-)Frischluft während des Betriebs und die Wirksamkeit und Pflege von Filteranlagen
ist zu gewährleisten. Verwiesen wird auf die diesbezüglichen Empfehlungen des
Umweltbundesamtes (UBA) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(BAuA) in der jeweils aktuellen Fassung. Ergänzend können Luftreinigungsgeräte zum
Einsatz kommen. Diese ersetzen aber keineswegs das infektionsschutzgerechte Lüften. Die
Mitarbeiter sind in Bezug auf das Lüftungskonzept zu unterweisen.
c) Bei gruppenbezogenen Sportangeboten (Training, Wettkampf) indoor sind entsprechend den
Empfehlungen der Bundesbehörden ausreichende Lüftungspausen (z. B. 3 bis 5 Minuten alle
20 Minuten) oder aber eine ausreichende kontinuierliche Lüftung, z. B. durch
raumlufttechnischen Anlagen, zu gewährleisten. Dabei ist ein ausreichender
Frischluftaustausch, der ein infektionsschutzgerechtes Lüften sicherstellt, zu gewährleisten.
d) Zwischen verschiedenen gruppenbezogenen Sportangeboten (Training, Wettkampf) ist die
Pausengestaltung so zu wählen, dass ein ausreichender Frischluftaustausch stattfinden
kann.
e) Soweit keine besonderen rechtlichen Regelungen über die Teilnehmerzahl bestehen, steht
die Obergrenze an zulässigen Personen in einer Sportanlage in Abhängigkeit zu einem
standortspezifisch konkret zur Verfügung stehenden Raumvolumen und den
raumlufttechnischen Anlagen vor Ort.
7. Arbeitsschutz für das Personal
Der Arbeitgeber hat nach dem Arbeitsschutzgesetz grundsätzlich die Verpflichtung, die
Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit seiner Beschäftigten am Arbeitsplatz zu beurteilen
(sogenannte Gefährdungsbeurteilung) und Maßnahmen hieraus abzuleiten. Im Rahmen
der Pandemieplanung (Bevölkerungsschutz) hat der Arbeitgeber gegebenenfalls weitere
Maßnahmen zu ermitteln und durchzuführen. Dabei sind die Vorgaben des Arbeitsschutzes
und die jeweils aktuellen arbeitsschutzrechtlichen Regelungen umzusetzen
(z. B. SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung, SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS).
Eine Gefährdungsbeurteilung kann im konkreten Fall immer nur vor Ort durch den Arbeitgeber
mit entsprechender Fachexpertise für eine spezielle Tätigkeit erfolgen.
Im Bereich des Arbeitsschutzes gilt generell das TOP-Prinzip, d. h. dass technische und
organisatorische Maßnahmen vor persönlichen Maßnahmen (z. B. persönliche
Schutzausrüstung – PSA) ergriffen werden müssen. Der Einsatz von PSA muss abhängig von
der Gefährdungsbeurteilung erfolgen.
Die Informationen des Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales zum Mutterschutz im
Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2/COVID-19 sind zu beachten.
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Informationen für die Mitarbeiter über Maßnahmen zur Reduktion des Infektionsrisikos sollen
durch entsprechende Aushänge und Bekanntmachungen in den Umkleiden und Sozialräumen
bereitgestellt werden. Das Personal muss entsprechend in regelmäßigen Abständen zu Risiko,
Infektionsquellen und Schutzmaßnahmen (z. B. Abstand, Hygiene, Maskentragen) unterwiesen
werden.
8. Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Diese Bekanntmachung tritt am 7. Mai 2021 in Kraft. Mit Ablauf des 6. Mai 2021 tritt die
Gemeinsame Bekanntmachung der Bayerischen Staatsministerien des Innern, für Sport und
Integration und für Gesundheit und Pflege über Corona-Pandemie: Rahmenhygienekonzept
Sport vom 18. September 2020 (BayMBl. Nr. 534), die durch Bekanntmachung vom 13. Oktober
2020 (BayMBl. Nr. 585) geändert worden ist, außer Kraft.
Karl Michael S c h e u f e l e Dr. Winfried B r e c h m a n n
Ministerialdirektor Ministerialdirektor
Impressum
Herausgeber:
Bayerische Staatskanzlei, Franz-Josef-Strauß-Ring 1, 80539 München
Postanschrift: Postfach 220011, 80535 München
Telefon: +49 (0)89 2165-0, E-Mail: direkt@bayern.de
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Druck:
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ISSN 2627-3411
Erscheinungshinweis / Bezugsbedingungen:
Das Bayerische Ministerialblatt (BayMBl.) erscheint nach Bedarf, regelmäßiger Tag der Veröffentlichung ist Mittwoch. Es wird im Internet auf der
Verkündungsplattform Bayern www.verkuendung.bayern.de veröffentlicht. Das dort eingestellte elektronische PDF/A-Dokument ist die amtlich verkündete
Fassung. Die Verkündungsplattform Bayern ist für jedermann kostenfrei verfügbar.
Ein Ausdruck der verkündeten Amtsblätter kann bei der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech gegen Entgelt bestellt werden. Nähere Angaben zu den
Bezugsbedingungen können der Verkündungsplattform Bayern entnommen werden.
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