WASSER & WISSEN Tätigkeitsbericht 2019/2020 - WasserCluster Lunz
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ÜBERBLICK
VORWORT....................................................................................................4
Vorwort der Geschäftsführung.....................................................................................................................4
Statements des Aufsichtsrats und wissenschaftlichen Beirats.....................................................................6
ÜBER UNS...................................................................................................8
WCL and its World......................................................................................................................................10
Organigramm...........................................................................................................................................12
Team vor Ort................................................................................................................................................13
Experimentelle Anlagen..............................................................................................................................14
FORSCHUNG...............................................................................................16
Die fünf Arbeitsgruppen.............................................................................................................................18
Neue und laufende Projekte........................................................................................................................30
Publikationen.....................................................................................................................34
Präsentationen und Vorträge.....................................................................................................................42
LEHRE & OUTREACH..................................................................................48
Kurse................................................................................................................................................50
WasserCluster Lunz - WasserCluster Lunz Seminar Series............................................................................................................52
Forschungs-Bildungs-Kooperationen................................................................................................54
Biologische Station Veranstaltungen.......................................................................................................................57
GmbH Pressespiegel......................................................................................................................................60
Dr. Carl Kupelwieser Promenade 5
3293 Lunz am See
IMPRESSUM...............................................................................................62
Austria
Tel.: +43 (0)7486 200 60
E-Mail: office@wcl.ac.at
www.wcl.ac.at
WasserCluster Lunz 2019/2020 3VORWORT
VORWORT
E
Der Geschäftsführung gal ob Klimawandel, wie die Auswirkungen von ner state-of-the-art Labor-
die intensive Land- Stressoren auf das Leben ausstattung und einem
wirtschaft, die wirt- im Wasser. Diese Unter- exzellenten wissenschaft-
S
schaftliche Nutzung der suchungen finden sowohl lichen Team, das national
eit über 100 Jahren das Budget und auch die Thomas Hein, sowie an
Gewässer: der Druck auf und international stark
ist die Gewässerfor- Anzahl der beschäftigten alle Personen, die bei der
aquatische Ökosysteme verwoben ist, konnten wir
schung ein fixer Be- Personen erhöht werden, Mitgestaltung des Was-
steigt laufend und macht uns diesen wissenschaftli-
standteil der Gemeinde wodurch der WasserClus- serCluster Lunz beteiligt
auch vor dem Wasser- Der Druck auf chen Herausforderungen
Lunz am See. Eine tragen- ter Lunz eine immer wert- waren bzw. noch immer
schloss Österreich nicht aquatische sehr erfolgreich stellen
de Rolle nimmt dabei die vollere Stellung für das sind. Ohne ihre langjähri-
halt. Die fünf Arbeitsgrup- und sind für die nächs-
„WasserCluster Lunz – Bio- ge Unterstützung – auch Ökosysteme steigt
pen des WasserCluster ten Aufgaben bereit.
logische Station GmbH“ wie in aktuell schwierigen
Das Budget und Lunz stellen sich gemein-
ein, welche im Jahr 2022 Zeiten – wäre diese Er- laufend. Der
sam den damit verbun-
bereits ihr 15-jähriges Be- folgsgeschichte der „Was-
stehen feiern wird. In den
auch die Anzahl serCluster Lunz – Biologi-
denen wissenschaftlichen WasserCluster Lunz
Herausforderungen und
letzten beiden Jahren setz- der beschäftigten sche Station GmbH“ nicht
erforschen wie aquati- stellt sich den
te der WasserCluster Lunz möglich gewesen.
die erfolgreiche Arbeit der Personen konnten sche Ökosysteme auf die- damit verbundenen
se Veränderungen reagie-
Vergangenheit weiter fort. erhöht werden. wissenschaftlichen
ren. In einer Reihe von
So war es aufgrund des
internationalen und nati- Herausforderungen.
enormen Engagements
onalen Forschungsprojek-
aller Mitarbeiterinnen und gesamte Einzugsgebiet
ten untersuchen wir mit
Foto © Weinfranz
Mitarbeiter – trotz der einnimmt. Ein besonderer
Forscherinnen und For-
noch immer bestehen- Dank geht in diesem Sin-
schern aus Österreich und in unseren experimen-
den COVID-19-Pandemie ne einerseits an das Land
der ganzen Welt Verände- tellen Anlagen (wie etwa
– möglich, die wissen- Niederösterreich sowie an Martin Kainz,
rungen der Biodiversität, in Mesokosmen, Fließrin-
schaftlichen Tätigkeiten die Stadt Wien und ande- Prokurist
der Nährstoff- und Koh- nen oder Fischbehältern) WasserCluster Lunz
in höchster Qualität fort- rerseits an die scheidende
lenstoffkreisläufe in Ge- als auch im Einzugsgebiet
Foto © DUK
zuführen. Darüber hin- Geschäftsführung, beste-
wässern, der aquatischen des Lunzer Sees und in
aus konnten wiederum hend aus Erika Fischer und
Nahrungsketten, von Bak- vielen Gewässern auf der
Bernhard Mang, terien bis zu Fischen, so- ganzen Welt statt. Mit ei-
Geschäftsführer
WasserCluster Lunz
4 5VORWORT
Der Aufsichtsrat und der „Der nachhaltige Umgang
mit der Lebensressour-
Wissenschaftliche Beirat ce Wasser ist eine der
großen gesellschaftlichen
über den WasserCluster Lunz... Herausforderungen in Gegen-
„Die Universität für Bodenkultur Wien
Foto © DUK/Skokanitsch
wart und Zukunft. Mit dem
Ansatz der Transdisziplinarität und der WasserCluster Lunz sind tra-
bringt sich die Donau-Univer- ditionell eng miteinander verbunden.
sität Krems besonders dort ein, In der Lehre ist Lunz am See seit lan-
„Wissenschaft und wo Forschung einen Beitrag zu gem fixer Bestandteil vor allem für prakti-
Forschung haben Themen mit großer gesellschaftlicher Re- sche Übungen, Kurse und Exkursionen für
in Niederösterreich levanz leistet. Die Bewältigung komplexer Studierende der BOKU. Die vorhandene
Foto © Faculty of Life Sciences, University of Vienna
„Um die Funktionsweise Infrastruktur mit ihren experimentellen
einen besonders Herausforderungen erfordert Zusammen-
von Binnengewässern zu Einrichtungen stimulieren Forschung und
hohen Stellenwert. arbeit und Forschung auf höchstem Ni-
verstehen, sind interdis- Forschungskooperationen innerhalb und
Foto © Silvia Fembek
Der WasserCluster veau, wie sie gemeinsam in der interuni-
ziplinäre Zusammenar- außerhalb der BOKU. Die ausgezeichne-
Lunz ist ein Vorzei- versitären Kooperation WasserCluster
beit und internationale te Datenlage in der Langzeitforschung der
geprojekt, welches Lunz auf dem Gebiet aquatischer Ökosys-
Kooperationen erforder- Gewässerökologie des Lunzer Sees und
die Erforschung von teme durchgeführt wird.“
lich. Nur dadurch kön- seiner umliegenden Fließgewässer spiegelt
aquatischen Ökosys-
nen die vielfältigen Ver- sich auch in der Einbettung als Forschungs-
temen und deren nachhaltige Nut- Friedrich Faulhammer, Rektor der
änderungen, denen die standort im internationalen LTER-Netzwerk
zung maßgeblich vorantreibt. Er Universität für Weiterbildung Krems
Binnengewässer unter- (Long-Term Socio-economic and Ecosys-
steht für hochkarätige Forschung, die
liegen, dargelegt und hochwertiger wis- tem Research) wieder, welches für viele
international hohe Anerkennung fin-
senschaftlicher Output garantiert wer- BOKU-Forschende von hoher Relevanz ist.
det. Die starke Interdisziplinarität ist
den. Am WasserCluster Lunz findet man Lunz am See und der WasserCluster sind so-
dabei ein ausschlaggebender Erfolgs-
diese so wichtige Kombination. Er ist ein mit für die BOKU seit Jahrzehnten ein wich-
faktor. Es freut uns sehr, ein solch zu-
bedeutendes Zentrum der internationa- tiger Standort für Lehre und Forschung.
kunftsweisendes Forschungszentrum
len Gewässerforschung, in dem gerade „Es ist sehr erfreulich, dass Mit dem Jahreswechsel 2020/2021 gab es
in Niederösterreich zu unterstützen.“
auch junge Forscherinnen und Forscher sich der WasserCluster Lunz zu einer so eine organisatorische Änderung: der wis-
ausgezeichnete Entwicklungsmöglich- nachhaltigen und gelungenen Kooperation senschaftliche Leiter Univ.Prof. Dr. Thomas
Martina Höllbacher,
keiten vorfinden.“ entwickelt hat von der alle beteiligten Part- Hein (BOKU) übergab ein „gut bestelltes
Abteilungsleiterin, K3 Wissenschaft
ner profitieren. Der WasserCluster Lunz Haus“ an die neue Geschäftsführung Priv.
und Forschung, Land NÖ
Gerhard J. Herndl, bietet die Möglichkeit zur interdisziplinären Doz. Dr. Martin Kainz und Bernhard Mang.
Direktor der Doctoral School Ecology & Forschung im Bereich der Gewässerkunde Prof. Thomas Hein übte diese Funktion
Evolution, Universität Wien & und dies auf höchstem Niveau. Die zahlrei- über 12 Jahre lang mit
Vorsitzender des Wissenschaftlichen chen internationalen Publikationen, die im großem Engagement
Beirats im WasserCluster Lunz Rahmen der Aktivitäten rund um den Was- aus, wofür ich ihm
serCluster Lunz entstanden sind, bestätigen im Namen der BOKU
dies. Auch Studierenden wird ein Einblick sehr herzlich danken
in dieses spannende Forschungsgebiet ge- möchte. Der neuen
boten und die interessierte Öffentlichkeit Geschäftsführung
„Oberste Priorität ist es, unser Lebensmittel Nummer 1 langfristig
durch Citizen Science Projekte
Foto © BOKU
für die Millionenmetropole Wien zu sichern. Das Wissen über die wünsche ich viel Erfolg
in die Forschung involviert und
Foto © Universität Wien/derknopfdruecker.com
Wasserqualität im gesamten Wasserkreislauf ist die Basis für weite- und Freude in dieser
für diese begeistert.“ neuen Funktion! “
re Entwicklungen und Entscheidungen im Bereich der Wiener Was-
Foto © Wiener Wasser, Zinner
serversorgung. Deshalb spielt auch die direkte Zusammenarbeit mit
Jean-Robert Tyran, Gerhard Mannsberger,
dem interuniversitären Forschungszentrum eine wichtige Rolle. Die
Vizerektor für Forschung und Vizerektor für Organisation und
im WasserCluster Lunz erworbenen Forschungsergebnisse haben
Internationales der Prozessmanagement, Universität für
für uns einen besonderen Stellenwert.“
Universität Wien Bodenkultur Wien
Paul Hellmeier,
Leiter der MA 31 - Wiener Wasser, Stadt Wien
6 7ÜBER UNS
ÜBER UNS
Zukunft Future
mit with
The international Geschichte History
research center Die Gewässerforschung hat in der Ge- Limnological research has been tightly
WasserCluster Lunz meinde Lunz am See eine bereits über
hundertjährige Tradition. Im Jahr 1905
linked to the location of Lunz for
more than hundred years. In 1905
is positioned directly gründete Carl Kupelwieser die „Biolo- Carl Kupelwieser founded the
next to Lake Lunz. The gische Station Lunz“ (BSL). Nach einem
Umbruch Anfang des 21. Jahrhunderts
“Biological Station Lunz” (BSL). After
radical changes at the beginning of the
lake and surrounding gab die Österreichische Akademie der 21st century the BSL was closed. Thanks
catchments provide Wissenschaften jedoch die Schließung
der BSL bekannt. Daraufhin wurde –
to the cooperation of the province of
Lower Austria, the city of Vienna and the
ideal locations to dank eines Schulterschlusses von Land three cooperation universities, the Uni-
conduct basic and Niederösterreich, der Stadt Wien und
den drei Träger-Universitäten Universi-
versity of Vienna, the Danube University
Krems and the University of Natural Re-
applied aquatic tät Wien, Universität für Weiterbildung sources and Life Sciences, Vienna - the
ecosystem research. Krems und der Universität für Bodenkul-
tur Wien – der WasserCluster Lunz im
WasserCluster Lunz was opened in 2007
with the aim of continuing the work of
Jahr 2007 eröffnet. Das Ziel war es, die the BSL and, above all, revitalising water
Arbeiten der BSL weiterzuführen und vor research in Lunz am See. 3 universi-
allem die Gewässerforschung in Lunz neu ties, 2 countries, 1 research centre.
zu beleben. 3 Universitäten, 2 Länder,
1 Forschungszentrum.
WCL and its World
Organigramm
Team vor Ort
Experimentelle Anlagen
8 9ÜBER UNS
WCL AND ITS WORLD
Die Wissenschaft am WasserCluster Lunz (WCL) zeichnet sich unter an-
Arthur Pichler, derem durch ihre Internationalität aus. Die MitarbeiterInnen und For-
Robert Fischer, PhD-Student, Monika Flessl,
Postdoc, Österreich Finanzbuchhal- schenden des WasserCluster Lunz kamen in den Jahren 2019 und 2020
Deutschland tung, Österreich
Gabriele Stephanie Grub- aus 21 unterschiedlichen Ländern: darunter elf europäische Länder
Weigelhofer, ner, Projekt-
David Cunillera AG-Leiterin, mitarbeiterin, (Österreich, Deutschland, Kroatien, Portugal, Italien, Serbien, Ungarn,
Montcusi, Österreich Österreich
Spanien, Tschechien, Frankreich und Großbritannien), zwei asiatische
Postdoc, Libor Zavorka,
Spanien Postdoc, Länder (Taiwan und China), zwei afrikanische Länder (Kenia und Uganda),
Tschechien
vier mittel- bzw. südamerikanische Länder (Brasilien, Trinidad Tabago,
Robert Ptacnik,
Gerda Reichen- AG-Leiter, El Salvador und Nicaragua), den Iran und die USA.
Annette Purit-
pfader, Facility Deutschland scher, Technische
Management, Assistentin,
Österreich Österreich
Elmira Akbari, Julianna Nemeth,
PhD-Studentin, MSc-Studentin,
Iran Ungarn
Thomas Hein,
Deputy/Group Zsófia Horváth,
lead Vienna, Postdoc, Ungarn
Österreich Margaux Mathi-
Jan Martini, eu-Resuge, Post-
Matteo Diab, Technischer doc, Frankreich
Projektmitarbei- Assistent, Jakob Schelker,
Csaba Vad, Post- ter, Österreich Italien Junior AG-Leiter,
doc, Ungarn Brigitte Simon Vitecek, Stefan Preiner, Deutschland
Schmautz, Facili- AG-Leiter, Radka Ptacni-
kova, Research PhD-Student,
Martin Tschikof, ty Management, Katharina Winter, Österreich Gertraud Stenicz- Österreich
Österreich Scientist,
PhD-Student, Technische Tschechien ka, Technische
Österreich Assistentin, Assistentin,
Österreich Lilian-Lee Mül- Österreich
TZ-Ching Yeh, ler-Fischer, Tech-
PhD-Studentin, nische Assisten-
Taiwan tin, Deutschland Hannes Hager,
Florian Caillon, Katharina Bese- Projektmitarbei-
Fen Guo, PhD-Student, mer, Postdoc, Elisabeth ter, Österreich
Postdoc, China Frankreich Deutschland Bondar-Kunze,
Erika Fischer, Katrin Atter- Postdoc,
Astrid Harjung, Geschäftsfüh- Samuel-Karl meyer, AG-Leite- Österreich
Giseli Swerts Postdoc, rung, Österreich Kämmer, Techni- rin, Deutschland
Rocha, Postdoc, Österreich Kyle Boodoo, scher Assistent, Harriet Aseke-
Brasilien PhD-Student, Österreich nye, MSc-Stu-
Marina Ivanko- Trinidad Tobago dentin, Kenia
vic, PhD-Studen- Julia Aujesky,
tin, Kroatien MSc-Studentin,
Österreich Matthias Pilecky,
Bernhard Mang, Ariana Chiapella, Postdoc,
Geschäftsfüh- Bernadette
PhD-Studentin, Schindelegger, Österreich
rung, Österreich USA Michael Mayr,
Technische Andrea Funk,
Assistentin, Eva Feldbacher, Facility Manage-
David Ramler, Postdoc, Projektmitarbei- ment, Österreich
Dunja Lukic, Postdoc, Österreich Österreich Anna-Maria
Gschwandner, Hermann Hof- terin, Österreich
PhD-Studentin, Österreich Mirjam Jehle,
Serbien MSc-Studentin, PhD-Studentin, reiter, Facility
Österreich Österreich Management,
Renata Pinto, Österreich
PhD-Studentin, Nadine Ebm,
Portugal PhD-Studentin,
Österreich Matthias Pucher,
Maria Leopold- Andras Abonyi, PhD-Student,
seder, Finanz- Postdoc, Ungarn Österreich
buchhaltung, Christian Preiler,
Österreich Damiano Baldan, Martin Kainz,
PhD-Student, Laura Coulson, Technischer
Anna Gaibinger, Geschäftsfüh- PhD-Studentin, Assistent,
Augustinus MSc-Studentin, Italien rung, AG-Leiter,
Liechtenstein, Beate Pitzl, Tech- USA Österreich
Österreich Manuela Wabe- Österreich
MSc-Student, nische Assisten- Sonja Brunner,
Österreich rer, MSc-Studen- tin, Österreich Office, Österreich
Romana Hödl, tin, Österreich
Office, Österreich Sonia Reci-
nos-Brizuela, Lena Campostri-
PhD-Studentin, ni, MSc-Studen-
El Salvador tin, Österreich
Tania Sosa,
MSc-Studentin, Irina Ludwig, Michael Kolmar, Damir Masic,
Nicaragua Technische MSc-Student, MSc-Student,
Assistentin, Ching-Hsuan Lo, Lena Fehlinger, Österreich Österreich
Österreich MSc-Studentin, MSc-Studentin,
10 Taiwan Österreich 11ÜBER UNS
ORGANIGRAMM TEAM VOR ORT
Seit der Gründung des interuniversitären Zentrums für die Erforschung aquatischer Ökosysteme
- WasserCluster Lunz - hat sich das Personal mehr als verdreifacht. Durch Drittmittel konnte
auch die Zahl der Postdocs, DoktorandInnen und MSc-StudentInnen stark erhöht werden. Der
WasserCluster Lunz beschäftigt derzeit über 60 Personen.
OFFICE
Im Sekretariat, der Infor-
mationsdrehscheibe des
WasserCluster Lunz, stehen
Romana Hödl (l.) und Sonja
Brunner (r.) den Mitarbei-
terInnen stets unterstüt-
zend zur Seite.
TECHNISCHE
ASSISTENTEN/INNEN
In den Laboratorien und
bei den Analysegeräten
bewahren die technischen
AssistentInnen Bernadette
Schindelegger, Annette Pu-
ritscher, Gertraud Stenicz-
ka, Christian Preiler, Samu-
el-Karl Kämmer, Katharina
Winter, Beate Pitzl (v. l. n. r.)
und Irina Ludwig, den
Überblick.
FACILITY
Danksagungen MANAGEMENT
An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlich beim ehemaligen In und rund um die Gebäu-
Foto © Christian Houdek
Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Zerobin (Wiener Wasser - Stadt Wien) für de des WasserCluster Lunz
die außerordentlich gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren halten das Facility Ma-
bedanken. Mit Ihrer Hilfe und Unterstützung konnte am WasserCluster nagement Team Michael
Lunz viel entwickelt, aufgebaut und umgesetzt werden. Mayr, Gerda Reichenpfader,
Hannes Hager, Brigitte
Ein herzliches Danke geht auch an die scheidende Geschäftsführung, Schmautz und Hermann
bestehend aus Erika Fischer und Thomas Hein, die mit ihrem stetigen Hofreiter (v. l. n. r.) alles in
Einsatz wesentlich zum Erfolg des WasserCluster Lunz beigetragen hat. Schuss.
Wir wünschen Herrn Zerobin und Frau Fischer viel Freude im wohl-
Foto © DUK
verdienten Ruhestand und Herrn Hein viel Erfolg bei den neuen
Herausforderungen!
12 13ÜBER UNS
EXPERIMENTELLE ANLAGEN
Der WasserCluster Lunz verfügt über zahlreiche experimentelle Anlagen.
Durch Programme wie den „Transnational Access“ im Rahmen des
Projekts AQUACOSM werden diese zum Teil auch internationalen LipTox FishLab
Forschenden zur Verfügung gestellt. Hier ein kleiner Einblick in die Alles für die Fische
Verwendung der experimentellen Anlagen in den Jahren 2019 und 2020: Welche Auswirkungen haben unterschied-
liche Futterzusammensetzungen auf die
kognitiven Fähigkeiten von Süßwasser-
fischen? Beeinflusst die vorherrschen-
de Temperatur das Gehirn von Forellen
in ihrem Jungfisch-Lebensstadium? Dies
Hyporheische Rinnen Wie wirken sich unterschied- sind Fragen denen 2019 und 2020 Wis-
lich lange Austrocknungszeit- senschaftlerInnen des WasserCluster Lunz
Trockenheit und Starkregen räume (4 Tage bis 2,5 Monate) mithilfe der Wassertanks des „FishLabs“
auf die Aktivität der Mikroor- auf den Grund gegangen sind.
ganismen im Sediment aus?
Und wie verhält es sich bei der
Wiedervernässung? Dies wur-
de 2019 bei Versuchen an den
Hyporheischen Rinnen unter- Übersicht über die
sucht. Im Folgejahr widmete verfügbaren
man sich Extremereignissen experimentellen
Anlagen des
und untersuchte die Wirkung WasserCluster Lunz:
von Starkregenereignissen
während Trockenphasen auf http://www.wcl.ac.at/
den Kohlenstoffhaushalt. index.php/en/research/
experimental-facilities
Im Rahmen des EU-geförderten Pro- In einem durch AQUACOSM geförderten
jektes AQUACOSM Transnational Lunzer:::Rinnen AquaScale Mesokosmen Projekt hat ein internationales Team Folgen des
Klimawandels auf Planktongemeinschaften in
Access ExSONIC waren Forscher-
Innen aus Frankreich, Italien und Das Rauschen der Bäche Der Klimawandel und seine Folgen Lunz untersucht. Hierzu kamen Wissenschaftler-
Innen aus den Niederlanden, Spanien, USA,
Schweden wie auch der Arbeits- Ungarn und Deutschland an den WCL, um ge-
gruppe ECOCATCH damit befasst meinsam mit der AG AquaScale den Einfluss
die Verwendung der Hydro-Akustik von Temperatur und Eintrag von terrestrisch
für die Bestimmung des Gasaus- gelöstem Kohlenstoff (DOC) auf die Plankton-
tausches zwischen Bach und At- gemeinschaft des Lunzer Sees zu untersuchen,
mosphäre weiter zu erforschen. wobei der Eintrag von DOC das Ergebnis eines
Hierzu wurden Bachläufe in den Starkregenereignisses wiederspiegeln sollte.
„Lunzer:::Rinnen“ nachgebaut und Ein besonderer Fokus lag dabei auf den Inter-
dann bei bekannten Fließbedingun- aktionen zwischen Algen und Bakterien, da der
gen die Gaskonzentrationen am Zu- Eintrag von gelöstem Kohlenstoff das bakteri-
und Ablauf der Rinnen bestimmt. Die elle Wachstum fördert, was wiederum bakte-
rienfressenden Algen einen Vorteil verschaffen
Differenz ergibt den Gasaustausch. sollte.
14 15FORSCHUNG
Our scientists work on
current questions of aquatic
FORSCHUNG ecosystem research, related
to climate change, biodiversity,
water resource management
or renaturation
of waters.
Forschungsfelder Research Areas
Aquatische Öko- Investigate aquatic
systeme erforschen ecosystems
Das außeruniversitäre Forschungs- The inter-university research center
zentrum WasserCluster Lunz verfolgt WasserCluster Lunz pursues basic and
sowohl Grundlagenforschung als auch applied research on aquatic ecosystems
Angewandte Forschung in aquatischen from microscopic to catchment scales.
Ökosystemen von mikroskopischer Our scientists conduct studies in interna-
Ebene bishin zur Bearbeitung ganzer tional teams to investigate scientific pro-
Fließgewässereinzugsgebiete. Unsere blems of aquatic ecosystems including
WissenschaftlerInnen betreiben in enger effects of global change, significance and
Zusammenarbeit mit internationalen magnitude of aquatic-terrestrial interlin-
PartnerInnen die Erforschung dieser kages and aquatic ecosystem manage-
wichtigen Ökosysteme und bearbeiten ment and rehabilitation.
Problemstellungen wie die Erfassung
der Auswirkungen des Globalen Wan-
dels, der Bedeutung von Wasser-Land
Interaktionen, oder der nachhaltigen
Nutzung und Rehabilitation aquatischer
Ökosysteme.
Arbeitsgruppen
Publikationen
Wissenschaftliche Vorträge
Laufende Projekte
Foto © Ecoplus/Daniel Hinterramskogler
16 17FORSCHUNG
Arbeitsgruppe seit Mai 2020
CARBOCROBE
Carbon cycling and the role of microbes from source to sea
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE:
• Aquatische Mikrobielle Ökologie TEAM 2019/20
Gruppenleiterin:
• Kohlenstoffkreislauf von der Quelle zum Meer Katrin Attermeyer
• Forschung zu Umweltveränderungen Technische Assistentin:
Gertraud Steniczka
Carbocrobe is ...
C
arbocrobe – vom Lockdown Ausrinn des Lunzer Sees zu eva- Faktoren den Abbau beeinflussen
zum Flockdown: Im Mai 2020 luieren, da dieses Programm der ist weitgehend unbekannt. Größere
... dedicated to better understand and unravel hat die neue Arbeitsgruppe vorherigen Arbeitsgruppen Berg Pflanzenteile und Bodenpartikel, die
the mysteries of the smallest organisms involved Carbocrobe offiziell die Arbeit am und EcoCatch weitergeführt wer- aus dem Umland in die Gewässer
in the turnover of carbon in freshwaters from WasserCluster Lunz aufgenommen. den soll. Im Sommer konnten nach geschwemmt werden, sind erfah-
Der Fokus von Carbocrobe liegt auf der Lockerung des ersten Lock- rungsgemäß nicht besonders beliebt
source to sea. We use experimental and field
der Erforschung des Einflusses von downs erste Felduntersuchungen bei den Mikroben und können sich
studies to uncover the role of microbes in carbon
Mikroben auf den Kohlenstoffkreis- durchgeführt werden. Eine Schü- lange am Grund von Bächen oder
and other nutrient cycles in aquatic ecosystems. lauf von der Quelle bis zum Meer. lerpraktikantin hat in einem ersten Seen halten. Winzige Blattteile oder
Der Startschuss fiel mitten im ers- Screening verschiedener Gewäs- Algen, die ja selbst eine gute Nah-
ten Lockdown der Covid-Pandemie, ser in Lunz und Umgebung Was- rungsquelle für andere Mikroorga-
die bis Ende 2020 immer wieder die serproben genommen und deren nismen sind, sind hingegen echte
Arbeitsabläufe durcheinandergewir- Sauerstoffverbrauch gemessen. „Hotspots des Kohlenstoffabbaus“.
belt hat. Nichtsdestotrotz wurden Wenn nun im Lockdown der Flock-
die ersten Schritte unternommen. Was gibt es noch zu berichten, wenn down gelingt und der Antrag erfolg-
Auf der einen Seite wurde neues ungefähr ein Drittel der Zeit ein reich ist, dann kann auch Carbocro-
Equipment zur Messung gelösten Lockdown gilt. Man schmiedet an be in Zukunft wachsen.
Sauerstoffs mittels Mikrosensoren den Zukunftsplänen für die Arbeits-
und von Kohlenstoffdioxid in der gruppe. Seit Mai und bis zum Ende
Luft angeschafft. Auch wenn die- des Jahres 2020 wurden zwei Anträ-
ses Equipment zur Überwachung ge eingereicht. Ein Antrag handelt
des Kohlenstoffdioxidgehalts in thematisch von dem Einfluss der Katrin
der Raumluft eingesetzt werden steigenden Temperaturen auf die Attermeyer,
könnte, soll es doch in erster Linie Ansiedlung von Fäkalbakterien in Leiterin der
im Freiland zur Messung des frei- Bachsedimenten. Der andere Antrag Arbeitsgruppe
gesetzten Kohlenstoffdioxids aus dreht sich um die Flocken, kleine im CARBOCROBE
Gewässern zum Einsatz kommen. Wasser schwebende Partikel, und
deren Umsatz durch darauf befind-
Die Technikerin Gertraud Stenicz- liche Mikroorganismen. Die meiste
ka hat die Zeit während des ersten Forschung wurde bisher an gelös-
Lockdowns auch dazu genutzt, die tem Kohlenstoff gemacht, aber wie
Langzeitdatenreihe des im Wasser die Mikroben das partikuläre organi-
gelösten Kohlenstoffs vom Ein- und sche Material abbauen und welche
19FORSCHUNG
TEAM 2019/20:
Arbeitsgruppe Gruppenleiter: Robert Ptacnik
AQUASCALE
Research Scientist: Radka Ptac-
nikova Postdocs: David Cunillera
Montcusi, Robert Fischer, Zso-
fia Horvath, Csaba Vad Projekt-
mitarbeiterInnen: Matteo Diab,
Stephanie Grubner PhD-Studie-
Aquatic Biodiversity Across Spatial Scales rende: Anna-Maria Gschwandner,
Marina Ivankovic, Dunja Lukic,
Arthur Pichler MSc-Studieren-
de: Julia Aujesky, Thomas Fleisch-
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE: hacker, Julianna Nemeth, Paul
Plank Technische AssistentInnen:
• Experimentelle Planktonökologie Lilian-Lee Müller-Fischer, Christian
Preiler, Bernadette Schindelegger
• Räumliche Ökologie & Erhaltung von Ökosystemen
• Diversitätsforschung
D
ie AG AquaScale konnte 2019 und Csaba Vad haben 2019 Stellen che zur Bedeutung von Mixotrophie
und 2020 zwei herausragende als Nachwuchsgruppenleiter am Ba- durchgeführt. Gastwissenschaftler-
Plankton...
Artikel zum Thema Biodiversi- laton Limnological Institute in Tiha- Innen aus mehreren Ländern waren
tät und Metagemeinschaften in Eco- ny angetreten – wir gratulieren und hier involviert (S. Wilken, NL; Mia
logy Letters verzeichnen (Horvath wünschen viel Erfolg für die Zukunft! Bengtsson, DE; Sarah Princiotta, USA).
... the sum of the microscopic or- et al. 2019; Thompson et al. 2020).
Der Artikel von Zsófia Horváth un- Im Projekt BythoAlps haben Radka Schließlich hat 2020 das AQUA-
ganisms that populate surface
tersucht den Zusammenhang zwi- Ptacnikova und Arthur Pichler Seen COSM Nachfolgeprojekt AQUA-
waters in lakes and oceans are in
schen Habitatverlust und Biodiver- mit und ohne den räuberischen COSM-plus begonnen (2020-2024).
the focus of the working group sität. Dabei wurden historische und Wasserfloh Bythotrephes longima- Die AG AquaScale leitet hier ein
AQUASCALE. Areas of interest are: rezente Daten zur Artenvielfalt des nus verglichen. Erste Ergebnisse Work Package zum Thema Grand
Which factors regulate plankton Zooplanktons im Seewinkel unter- weisen auf deutliche Unterschie- Challenges in Aquatic Ecology. David
diversity? And how does diversity sucht. Seit dem 19. Jahrhundert de bezüglich der Tiefenverteilung Cunillera Montcusí und Robert Ptac-
influence the functionality and in- hat die Zahl der Salzlacken im Ge- des Zooplanktons hin, was wiede- nik organisierten im Oktober 2020
tegrity of ecosystems? AQUASCA- biet abgenommen. Beim Vergleich rum auf eine Adaptation des Zoo- eine Webinar Serie, die sehr guten
LE uses observational data to stu- der Daten aus den 50er Jahren und planktons auf den Räuber hinweist. Anklang fand (jeweils >100 Teilneh-
dy the interdependence of local heute zeigt sich, dass die Artenzahl merinnen und Teilnehmer). Das sehr
and regional diversity in plankton des Zooplanktons im Gebiet deut- Anna-Maria Gschwandner hat im erfolgreiche Netzwerk aus Mesokos-
and other ecological communities. lich abgenommen hat. Alarmierend Sommer 2020 ihre Dissertation Re- men-Facilities ist nun auf 30 Stand-
ist dabei, dass in den verbleibenden moLake begonnen. Sie untersucht orte in ganz Europa angewachsen.
Lacken die Diversität zurückgegan- die Diversität und die Funktiona-
gen ist, d.h. die Abnahme der Hab- lität der Planktongemeinschaften
itate im Gebiet hat sich negativ auf von Seen welche entweder relativ
die Diversität der verbleibenden isoliert im Osten Österreichs liegen
Habitate ausgewirkt. Damit konnten (Lunzer See, Erlaufsee), oder weiter
wir einen oft angenommenen, aber im Westen Teil eines größeren Netz-
Robert
bisher empirisch kaum nachgewie- werkes von Seen sind (Altausseer
Ptacnik,
senen Zusammenhang zwischen See, Grundlsee). Durch monatliche
Leiter der
Habitatverlust und Biodiversität zei- Beprobung soll die jahreszeitliche
Arbeitsgruppe
gen. Darüber hinaus hat Dunja Lukic Dynamik und Stabilität der Plank-
AQUASCALE
im Rahmen ihrer Dissertation das tongemeinschaft erfasst werden.
Nahrungsnetz der Salzlacken unter-
sucht (Lukic et al. 2020). Dunja Lukic Robert Fischer hat 2020 sein FWF
schloss im Herbst 2019 ihre Disser- Lise-Meitner-Projekt MINT begon-
tation erfolgreich ab und ist nun als nen. Im Rahmen von AQUACOSM,
PostDoc am Limnologischen Institut MINT und LakeMix wurden im Som-
in Mondsee tätig. Zsófia Horváth mer 2019 und 2020 jeweils Versu-
21FORSCHUNG
Arbeitsgruppe
TEAM 2019/20
Gruppenleiterin: Gabriele Weigelhofer
BIGER
Stellvertreter: Thomas Hein Postdocs:
Elisabeth Bondar-Kunze, Andrea Funk,
Birgit Luef, David Ramler Projektmitar-
beiterInnen: Eva Feldbacher, Daniel Trau-
ner PhD-StudentInnen: Elmira Akbari,
Biogeochemistry and Ecohydrology of Riverine Landscapes Damiano Baldan, Laura Coulson, Renata
Pinto, Stefan Preiner, Matthias Pucher,
Sonia Recinos-Brizuela, Martin Tschikof
MSc-StudentInnen: Harriet Asekenye,
Lena Campostrini, Anna Gaibinger, Mi-
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE: chael Kolmar, Augustinus Liechtenstein,
Stream Ecology and Catchment Biogeochemistry Ching-Hsuan Lo, Stefan Lötsch, Damir Masic, Philipp Mayer, Samuel Njagi, Emily Seiberl, Tania Sosa, Manuela Waberer, Tom
• Aquatische Biogeochemie Wippick, Lisa-Marie Ziegler BSc-StudentInnen: Manuel Gartner, Felix Hofer, Stefanie Maier, Laura Prischl, Georg Rabl, Mar-
kus Reymaier, Antonia Thaler, Karin Weichselberger Technische Assistentinnen: Irina Ludwig, Beate Pitzl, Annette Puritscher
• Ökohydrologie
• Flusslandschaft - Mensch Interaktion
H
ome working – ein Schlag- zung von organischem Material in hohen biogeochemischen Umsatz-
wort, das als Folge der Co- Bächen stimulieren können. Un- raten führen, die auch mit erhöh-
vid-Pandemie das Jahr 2020 ser derzeit laufendes RIBUST Pro- ten Emissionen von CO2, Methan
dominierte und besonders den jekt baut auf diesen Ergebnissen und Lachgas einhergehen können.
Austausch mit Kolleginnen und Kol- auf (mehr dazu siehe Seite 30). Im
legen aus dem Ausland einschränk- EU-Projekt Framwat erstellte Dami- Im Rahmen des von der BOKU und
te. Doch während internationale ano Baldan Prognosemodelle, um unserer Gruppe BIGER organisierten
Konferenzen abgesagt wurden, die Auswirkungen von naturnahen 6. Symposiums der International So-
Riverine landscapes... wirkte sich der Lockdown äußerst
produktiv auf unsere Publikations-
Maßnahmen am und im Gewässer
auf die Akkumulation von Feinsedi-
ciety for River Science im September
2019 wurden nun zwei Sonderbände
tätigkeit aus. Alleine 2020 wurden ment und die Habitatverfügbarkeit mit Beiträgen von Konferenzteilneh-
... are exposed to a multitude of natural and anthropogenic 23 wissenschaftliche Publikationen für die bedrohte Flussperlmuschel merinnen und Konferenzteilnehmer
stressors, such as changes in the hydrological regime, river veröffentlicht. Beispielsweise führ- in der Aist abzuschätzen. Während herausgegeben. Die beiden Sonder-
regulation, nutrient and organic matter inputs from the ten Ergebnisse experimenteller For- ein Drittel der Gewässerflächen sich bände sprechen Probleme an, die
catchment, and climate changes. schung in Lunz im Rahmen des EU als potentielle Habitate für die Mu- sich aus der Interaktion zwischen ge-
Projektes MARS zu einer Veröffent- schel erwiesen, verfügten nur weni- sellschaftlicher Nutzung und ökolo-
BIGER studies the interactive effects of these stressors on lichung in Nature Ecology and Evolu- ge über das Potential, eine Verbrei- gischen Anforderungen ergeben und
the various biogeochemical processes in the water column tion, in welcher die Auswirkung von tung der Muscheln zu ermöglichen. bieten konkrete Lösungen für ein
and the sediments of streams, rivers, and floodplains as multiplen Stressoren auf die aqua- Habitate für kritische Lebensstadi- verbessertes, modernes Manage-
well as on their biodiversity. tische Biodiversität gezeigt wurde. en, wie z.B. Jungtiere, sollten daher ment von Flusslandschaften an.
Our research focuses on the resistance and resilience of im Naturschutz prioritär behandelt
Im Projekt ORCA konnte Alexandra werden. Im Projekt FLASHMOB wur-
streams and rivers towards both human impacts and resto-
Tiefenbacher in Sickerversuchen zei- de festgestellt, dass Wasserpflan-
ration measures and on the development of perspectives gen, wie sich Düngung, Bodentyp, zen in Fließgewässern für bis zu
for a sustainable use of these systems. und Wassergehalt auf die Auswa- 80 % der Phosphoraufnahme aus der
schung von gelöstem organischem Wassersäule und dem Sediment zu- Gabriele
Material (DOM) in das Grundwasser ständig sein können. Durch die Ver- Weigelhofer,
auswirken. Matthias Pucher entwi- langsamung der Wasserströmung Leiterin der
ckelte das Statistikpaket StaRdom führen Wasserpflanzen zudem zu Arbeitsgruppe
in R zur Analyse von DOM Fluo- erhöhten Feinsedimentablagerun- BIGER
reszenzspektren sowie den INSBI- gen, in denen es zu einem verstärk-
RE-Modellansatz, mit dem Interakti- ten Abbau von Nitrat kommen kann.
onen zwischen DOM Komponenten Renata Pinto konnte schließlich de-
mittels Bayesian Statistik analysiert monstrieren, dass Nass-Trocken-Zy-
werden können. In Rinnenversuchen klen, wie sie durch Wasserstands-
konnte zudem festgestellt werden, schwankungen im Randbereich von
dass Algen die bakterielle Zerset- Fließgewässern vorkommen, zu
23FORSCHUNG
Arbeitsgruppe bis April 2020
ECOCATCH
Stream Ecology and Catchment Biogeochemistry
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE: TEAM 2019/20
Junior Gruppenleiter:
• Fließgewässerökologie Jakob Schelker
• Kohlenstoffkreislauf und Gasflüsse Postdocs:
Astrid Harjung
• Mikrobielle Ökologie PhD StudentInnen:
Florian Caillon, Stephanie Gill
Technische Assistentin:
Gertraud Steniczka
D
ie Atmung der Fließgewässer: Im Rahmen eines ÖAW-Projektes an Substanzen in den Fluss eintra-
Von Boden, Bier und Son- konnten wir in den Bachläufen rund gen. Während Stoffe wie Bier und
nencreme. Natürliche Fließ- um Lunz zeigen, dass Hochwässer als Urin schnell abgebaut werden, und
gewässer „veratmen“ organischen äußerst effektiver Transportmecha- nur vorübergehend die Atmung
Kohlenstoff aus dem Einzugsgebiet. nismus von natürlichen Bodenbak- erhöhen, so bestehen einige der
Doch tatsächlich sind es die im Ge- terien in die Fließgewässer fungie- Substanzen sehr lange weiter. Zum
wässer lebenden Mikroorganis- ren. Entgegen vorheriger Konzepte Beispiel konnten wir zeigen, dass
men, welche ihre Energie aus den bilden Böden daher einen Teil der der durch die Besucherinnen und
eingetragenen Stoffen gewinnen. mikrobiellen Meta-Lebensgemein- Besucher eingetragene synthetische
The EcoCatch Group Und sie sorgen so, fast nebenbei,
auch noch für sauberes Wasser.
schaft der Bäche. Dies lässt sich
auch durch eine hohe Verwandt-
UVB-Filter Ensulizole, ein häufiger
Bestandteil von Sonnencreme, fast
schaft von im Boden und Bach le- gar nicht abgebaut wird. Diese Sub-
investigated... Die Arbeitsgruppe EcoCatch hat
sich in den vergangenen zwei Jah-
benden Bakteriengemeinschaften
nachvollziehen. Insbesondere rele-
stanz wird, stark verdünnt, wohl bis
zum Schwarzen Meer weiter reisen.
ren weiter in den Disziplinen der vant ist diese Erkenntnis, weil sich
... recent topics in stream ecology and catchment biogeoche- Fließgewässer-Ökologie und der die Intensität und der Zeitpunkt des
mistry related to the connectivity of terrestrial and aquatic Einzugsgebiets-Biogeochemie spe- Auftretens von Hochwässern mit
systems. Among the major findings was the recognition of zialisiert. Die zentralen Fragen wa- dem Klimawandel weiter verändern
the dynamic soil microbial inoculation for flowing waters ren dabei: Wie werden Stoffe, und wird, und so die Lebensgemein-
that facilitates the transfer of microbes from soils to streams insbesondere Kohlenstoff, wie auch schaft nachhaltig prägen könnte. Jakob
during flood events. Mikroorganismen aus dem terrestri- Schelker,
schen Einzugsgebiet mobilisiert und Aber auch direkt nimmt der Mensch Junior
Also, the group studied the human impact of a large music
in die Fließgewässer eingebracht? Einfluss auf die Fließgewässer. In der Leiter der
festival held at the shores of the Traisen River. During the Arbeitsgruppe
event, human induced organic matter enhanced DOC con- Wie verwendet und verwandelt Traisen konnten wir den Einfluss des
das Ökosystem Bach mit all seinen Menschen in einer ungewohnt deut- ECOCATCH
centrations. While some substances, such as beer and urine,
noch so kleinen Bewohnern diese lichen Form studieren: Messungen
were quickly respired, the UVB-filter Ensulizole introduced
Stoffe und Lebewesen? Und, wie während des Frequency Musik Fes-
by festival visitors through the use of sunscreen was very verändern diese Einträge wiede- tivals in St. Pölten zeigten, dass die
stable and could not be degraded by the stream. rum das Bachökosystem selbst? Besucher einen ganzen „Cocktail“
25FORSCHUNG
Arbeitsgruppe
LIPTOX
Aquatic Lipid Research and Ecotoxicology
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE:
• Nahrungsnetzforschung
• Ökotoxikologie
• Trophische Lipid- und Biomarker Forschung
Aquatic organisms... TEAM 2019/20
A
us welchem Fett besteht das Ge- aus neun Teichen emergierenden
hirn von Fischen? Hat die Nah- Insekten exportierten in einem Som-
Gruppenleiter: rungszusammensetzung einen mer über 500 kg Biomasse mit über
Martin J. Kainz Einfluss auf das Verhalten von Fischen? 6 kg Omega-3-Fettsäuren, wodurch Kar-
... acquire dietary nutrients, but also toxic substan- Wie können Insektenlarven, Zooplank- pfenteiche beträchtliche Ökosystem-
Postdocs:
ces. LIPTOX investigates the origin and composition ton und Fische die Fettzusammenset- leistungen für umliegende Tiere schaf-
Andràs Abonyi, Fen Guo, Margaux
of nutrition in different waters. Questions of special Mathieu-Resuge, Matthias Pilecky, zung in den Zellmembranen beibehal- fen. Schließlich konnten wir als erstes
interest are, which diet delivers the most nutritious Giseli Swerts Rocha, Libor Zavorka ten, wenn sich die Fette in der Nahrung Labor der Welt stabile Wasserstoffiso-
and physiologically required compounds, in particular verändern? Das sind einige der For- tope in Fettsäuren etablieren und so
PhD Studentin:
lipids and their fatty acids, and which diets convey the Ariana Chiapella, Nadine Ebm schungsfragen, die sich die Forscherin- die Biomarkerforschung vorantreiben.
least toxic substances. That is not only important for nen und Forscher der Gruppe LIPTOX Durch die Messung von 2H-Werten in
MSc StudentInnen: in den letzten Jahren gestellt haben. Fettsäuren ist es nun möglich festzu-
aquatic organisms, but also for humans as ultimate
Mirjam Jehle, Lena Fehlinger
consumers at the top of the food chain. stellen, woher die Fette in den Orga-
BSc StudentInnen: In ihren laufenden PhD-Studien konnte nen von Organismen kommen und wie,
Richard Adams, Peter Dechant Nadine Ebm nachweisen, dass Fische in oder ob, Organismen diese Fette ver-
Fisch Experte: den Bächen rund um Lunz sehr hoch- ändern können. Diese Forschungsfront
Hannes Hager wertige Omega-3-Fettsäuren im neu- ermöglicht uns erstmals mehr über
Technische AssistentInnen: ronalen Gewebe beinhalten, die sie die Synthese von Fettsäuren in
Samuel-Karl Kämmer, Katharina selektiv zurückbehalten. Ebenso konn- unterschiedlichen Pflanzen und
Winter te experimentell die selektive Aufnah- Tieren zu lernen.
me von hochwertigen Nährstoffen in
Insektenlarven gezeigt werden, die vor
allem Fette aus Algen und nicht aus ter-
restrischen Pflanzen in ihre Zellmem-
Martin Kainz,
branen eingebaut haben. Gemeinsam
Leiter der
mit der Universität Konstanz konnten
Arbeitsgruppe
wir im Projekt „AQUATERR“ - einem
LipTox
von der DFG und dem FWF geförderten
Projekt - feststellen, dass Karpfentei-
che eine bis dato unbekannte Quelle
von hochwertigen Omega-3-Fettsäu-
Foto © Weinfranz
ren für Vögel und Spinnen sind. Die
27FORSCHUNG
Arbeitsgruppe
QUIVER
Aquatic Biodiversity and Entomology Research
FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE:
• Taxonomie und Systematik von aquatischen Insekten
• Evolutionsökologie von Fliessgewässerinvertebraten
• Aquatische Biodiversität
TEAM 2019/20:
Gruppenleiter: Simon Vitecek
PhD-Studierende: Anna-Maria Gschwandner, Jan Martini
Technische AssistentInnen: Bernadette Schindelegger
F
ür die Arbeitsgruppe QUIVER Wien, des Musée national d‘histoire kumentation des RITRODAT-Langzei-
waren die Jahre 2019 und 2020 naturelle de Luxembourg, und unab- texperiments angelegt, und wurde
von einer sechsmonatigen hängigen Expertinnen und Experten aus bisher unbekannten Gründen
Karenzierung des AG-Leiters Simon aus der Schweiz im Rahmen einer beinahe verworfen und ist vom
Vitecek und vieler, oft unbelohn- größeren Übersichtsarbeit über die WasserCluster Lunz als Nachfolge-
ter Arbeit geprägt. Drei eingereich- troglophilen und subtroglophilen organisation der Biologischen Sta-
te Anträge wurden leider von den Culicidae (Insecta: Diptera) veröf- tion Lunz bisher nicht wahrgenom-
Gutachterinnen und Gutachtern fentlicht werden. Außerdem wurden men worden. Nach achtmonatiger
abgelehnt - dafür aber konnten die 2018 und 2019 an der Vjosë ge- Recherche konnte der Standort des
die 2018 angefangenen Arbeiten nommenen eDNA-Proben in Kolla- Archivs ausfindig gemacht, und die-
großteils abgeschlossen werden: boration mit der EAWAG (AG Alter- ses nach Lunz transferiert werden.
Daten und Material der Expedi- matt), der Universität Innsbruck (AG Eine umfassende Digitalisierung
tionen der Jahre 2018 und 2019 Singer), und der Universität Graz (AG steht noch aus, aber dieser Daten-
konnten 2020 erfolgreich zur Weiss) mit einem am WasserCluster schatz wird in Zukunft sicherlich eine
Publikation gebracht werden. Lunz entwickelten Ansatz bearbei- bedeutende Quelle für vergleichen-
Eine für die Wissenschaft neue Art, tet. Die so generierten Daten fließen de Arbeiten werden.
Drusus katagelastos konnte durch die in eine größere Publikation zu Status
Insects...
Anwendung Integrativer Taxonomie und Schutz einer einzigartigen Ein-
erkannt und beschrieben werden tagsfliege, Prosopistoma pennige-
– dass die einzigartige Larve dieser rum, im Einzugsgebiet der Vjosë ein.
... arguably contribute a significant portion of the Art hier gleichermaßen eingeschlos- Der beständige Ausbau des Mo-
sen wurde versteht sich von selbst. lekularlabors in Zusammenarbeit
macrospcopic biodiversity in freshwater ecosys-
mit den anderen Arbeitsgruppen
tems. Focus of the working group is on diversity
Weitere Erfolge konnten im Mole- lässt auf weitere Erfolge hoffen. Simon Vitecek,
of aquatic insects, their evolutionary ecology and kularlabor erzielt werden: Der erste Leiter der
the constraining factors controlling local and re- vollständig am WasserCluster Lunz Viel bisher unbelohnter Aufwand Arbeitsgruppe
gional biodiversity patterns. Further, the import- erarbeitete Datensatz wird bald war auch verbunden mit der Wieder- QUIVER
ance of diversity as source of ecosystem function in Zusammenarbeit mit Expertin- beschaffung des RITRODAT-Archivs. Foto © Fotodesign Weiss
and connectivity shall be examined. nen und Experten der Universität Dieses Datenmaterial wurde zur Do-
29FORSCHUNG
NEUE UND LAUFENDE PROJEKTE
12
QUEEN-IS-FAT - Hots-
Neue Projekte und Forschungskooperationen 2019/2020: Insekten und ihr Einfluss auf ihr Umfeld pots of aquatic primary
productivity within the
Projekt AQUATERR (2019 - 2021) Mitchell river system and
the importance of flood-
Das Fischgehirn und der Klimawandel Effectiveness of small
Das FWF Projekt „AQUATERR - Transfer of essen-
tial lipids from aquatic to terrestrial ecosystems“
plain/floodplain wetland
Projekt SalmoPUFA (2019 - 2021) natural water retention setzt sich mit der Rolle von Wasserlebewesen
production during the
Das Lise Meitner FWF Projekt
measures at catchment auf umliegende Landökosysteme auseinander.
wet season in supporting
„SalmoPUFA“ unter der Leitung von Libor
scale - a combined mo- Der Transport von organischem Material über
upstream river ecosys-
Zavorka (AG LIPTOX) startete im Novem-
delling and experimental Ökosystemgrenzen hinweg kann die Produktivität
tems (2018 - 2020)
ber 2019. In enger Zusammenarbeit mit
approach (2018 - 2021) benachbarter Systeme entscheidend beeinflus-
Fördergeber: Government
der Universität Glasgow, insbesondere
Fördergeber: NFB sen. Emergierende aquatische Insekten etwa sind
Queensland, Australia
mit Prof. Shaun Killen, wurden 2019 und erheblich am Transport von organischem Mate-
2020 zwei Experimente durchgeführt.
Forschungskooperation rial aus Binnengewässern in angrenzende terre-
STONE - The Self-puri-
Pianpian Wu fication capacity of the
Foto © Prof. Shaun Killen
Die Studien konzentrierten sich auf die strische Systeme beteiligt. Mögliche Effekte von
Auswirkungen von langkettigen mehr-
(2018 - 2019) Nährstoffflüssen auf angrenzende Nahrungsnetze
hyporheic zone under the
fach ungesättigten Fettsäuren (LC-PUFA)
Fördergeber: Sonstige hängen in erster Linie von der Menge der transfe-
pressure of hydrological
im Futter und der Temperatur auf die rierten Biomasse ab, ob angrenzende Nahrungs-
extreme events
Stoffwechselraten und kognitiven Fähig-
Forschunsgkooperation netze auch von qualitativen Unterschieden in der
(2018 - 2021)
keiten von Süßwasser Fischen. Die erste von zwei Studien wurde 2020 im Journal of Ex-
TRAISEN-FREQUENZY transferierten Biomasse beeinflusst werden kön-
Fördergeber: Bundeslän-
perimental Biology (JEB) veröffentlicht. Der nächste Schritt im Projekt ist ein Langzeit-Füt-
(2018 - 2019) nen, wurde noch nicht untersucht. Ziel des Pro-
der (inkl. deren Stiftungen
terungsexperiment, um zu bestimmen, wie LC-PUFA und Temperatur das Gehirn und die
Fördergeber: Land jekts ist es, den Export von essentiellen, bioche-
und Einrichtungen)
kognitiven Fähigkeiten der Forellen während ihrer Jungfisch-Lebensstadien beeinflussen. mischen Nährstoffen, d.h. mehrfach ungesättigten
UNiTED – Unravelling Fettsäuren (PUFA), aus Binnengewässern über
LAKEMIX - The impact of
the role of nutrients and emergierende Insekten zu quantifizieren um den
mixotrophs on the micro-
RemoLake - Remoteness Garant 2019 (2019) DRYHYP - Effects of drying algae in terrestrial dissol- möglichen Transfer dieser potentiell limitierenden
bial food web in lakes
and size as determinants Fördergeber: Garant - and re-wetting on nutri- ved organic matter degra- Nährstoffe in angrenzende terrestrische Habitate
(2018 - 2021)
of lake ecosystem Tiernahrung GmbH ent uptake in the hypor- dation in the hyporheic und deren Bedeutung für terrestrische Konsumen-
Fördergeber: FWF
stability (2020 - 2023) heic zone (2019 - 2021) zone (2018 - 2020) ten abschätzen zu können. Emergenzfallen (rechts
Fördergeber: NFB Fördergeber: NFB Fördergeber: WCL im Bild) wurden auf verschiedenen stehenden
FUNGUP - Role of phyto-
plankton fungal parasites
Garant 2020 (2020) Ufergehölze als Schutz vor und fließenden Gewässer (kleine Seen und Bäche)
installiert um den PUFA Export aus verschiedenen
in trophic transfer and
Fördergeber: Garant -
Tiernahrung GmbH
landwirtschaftlicher Belastung Systemen vergleichend untersuchen zu können.
food web functioning
(2017 - 2021)
Teichexperimente mit markierten Substraten (sta-
Projekt RIBUST - Gewässerrandstreifen (2020 - 2024) bile Isotope) sollen dabei helfen, den PUFA Export
Fördergeber: FWF
Forschungskooperation über emergierende Insekten, den Eintrag und die
Knapp die Hälfte der Landesfläche in Nieder-
i-CONN - Interdisciplinary Verteilung aquatischer PUFA in angrenzenden ter-
BYTHOALPS: Is Bythot-
österreich weist eine intensive landwirtschaft-
connectivity: Under- restrischen Habitaten und den Beitrag aquatischer
rephes not invasive at
liche Nutzung auf, was zu einem erhöhten
standing and managing PUFA zur Ernährung terrestrischer Konsumenten
home due to prey
Eintrag von Phosphor und Stickstoff in nahelie-
complex systems using abzuschätzen. In Laborexperimenten mit wirbello-
adaption? (2017 - 2021)
gende Bäche führt. Diese Nährstoffe lagern sich
connectivity science sen Prädatoren (Spinnen) wird untersucht, ob die-
Fördergeber: FWF
in den Sedimenten ab, was zu einer Überdüngung
(2019 - 2023) se eine Präferenz für aquatische Insekten zeigen
(= Eutrophierung) des Gewässers führen kann.
Fördergeber: EU und ob sich aquatische und terrestrische Insekten
sTURN - Does time drive
Zudem begünstigt der Eintrag von Abwässern
in ihrer Futterqualität aufgrund einer unterschied-
space? Building a mecha-
und Düngern die Vermehrung fäkaler Krank-
CLIMSchool 21 lichen PUFA-Zusammensetzung unterscheiden.
nistic linkage between
heitserreger in Gewässersedimenten. Die in Zukunft durch den Klimawandel zu erwartenden
(2019 - 2020) Die erarbeiteten Ergebnisse werden unser Ver-
spatial and temporal
höheren Wassertemperaturen und niedrigeren Wasserstände können diese Probleme noch
Fördergeber: StartClim / ständnis von Nährstoffflüssen über Systemgren-
turnover in metacommu-
verstärken. Gewässerrandstreifen und Ufergehölze stellen eine bekannte Maßnahme dar, die
Bund (Ministerien) zen hinweg und deren Bedeutung für angrenzen-
nities (2017 - 2019)
vor dem Eintrag von Nähr- und Schadstoffen schützen und die Selbstreinigungskraft eines
de Habitate entscheidend verbessern.
Fördergeber: Sonstige
Gewässers verbessern. Das Projekt „Gewässerrandstreifen“ (RIBUST = RIparian BUfer STrips)
Vibrio - Neue Ansätze
wird von der Arbeitsgruppe BIGER in Kooperation mit dem BAW in Petzenkirchen, der Karl
zur Quantifizierung und
Landsteiner Universität (Krems) und der BOKU Tulln durch Förderung des Landes Niederöster-
Vorhersage toxigener und PURIFY - Effects of Fördergeber: Klimafonds metabolites on
reich umgesetzt. Durch Feldversuche, Bodenanalysen und Rinnenversuche unter kontrollier-
nicht toxigener Vibrio desiccation on the SCRP / Bund (Ministerien) non-target organisms
ten Laborbedingungen soll das Potential von Gewässerrandstreifen untersucht werden, bei
cholerae Bakterien in self-purification capacity (periphyton &
verschiedenen Umweltbedingungen Belastungen in Gewässern zu reduzieren. Diese Untersu-
Badegewässern of headwater streams: Forschungskooperation: macroinvertebrates)
chungen sind notwendig, um einen effizienten und nachhaltigen Einsatz von Gewässerrand-
(2019 - 2021) Consequences for the The trophic cascade (2018 - 2019)
streifen und Ufergehölzen zu gewährleisten und Fließgewässer auch unter zukünftigen klimati-
Fördergeber: Land stream management of herbicides: Effects of Fördergeber: Sonstige
schen Bedingungen und landwirtschaftlicher Nutzung schützen zu können.
(2018 - 2021) herbicides and their
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