Z FAZeitschrift für Allgemeinmedizin - Die Zeitschrift für ...

 
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Z FAZeitschrift für Allgemeinmedizin - Die Zeitschrift für ...
Z FA
2/2011

                       Zeitschrift für Allgemeinmedizin
                            German Journal of Family Medicine
               Februar 2011 – Seite 49-96 – 87. Jahrgang                              www.online-zfa.de

Im Fokus

Ambulante Kodierrichtlinien

Beratungsanlässe bei
Hausbesuchen –
die SESAM-3-Studie

Rückmeldung von
Studienergebnissen an
Studienteilnehmer?

Der „gute Schlaf“ – was erwarten
Pflegeheimbewohner?

Organ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM),
der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin (GHA) und der
Salzburger Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SAGAM)

Official Journal of the German College of General Practitioners and Family Physicians,
the Society of Professors of Family Medicine and the Salzburg Society of Family Medicine

This journal is regularly listed in EMBASE/Excerpta Medica, Scopus and CCMED/MEDPILOT

                                                                                   © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
                                                                                               Deutscher Ärzte-Verlag GmbH – Postfach 40 02 65 – 50832 Köln
                                                                                               DP AG Postvertriebsstück – Entgelt bezahlt – 4402 – Heft 2/2011
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allg em e  in m  edizinisch
             sa m te s Fach  wissen der          .  Au fla ge 2011
       Ihr ge                    versorgu n g – 5
               tisc h en G ru nd
       internis

       NEU                                                                   Alle Guidelines wurden geprüft und aktualisiert
                                                                             Über 500 Ärzte aus mehreren Ländern arbeiten an der ständigen
                                                                             Weiterentwicklung und Aktualisierung mit und machen das Buch
                                                                             damit zu einem wertvollen Nachschlagewerk.
                                                                             Vertrauen Sie auf das geballte Wissen der umfangreichsten
                                                                             Sammlung evidenzbasierter Guidelines.
                                                                             Jede Guideline bietet Ihnen einen kurz gefassten aber präg-
                                                                             nanten Überblick mit praxisgerechten Empfehlungen für
                                                                             praktisch alle hausärztlichen Konsultationsanlässe.
                                                                             • Diagnostik: Welche Untersuchungen sind notwendig,
                                                                               was ist überflüssig?
                                                                             • Therapie: Was ist gesichert, was ist sinnvoll,
                                                                               wo lauern Gefahren?
                                                                             • Strategie: Was kann der Hausarzt tun, wann ist der
                                                                               Facharzt hinzuzuziehen, wann ist eine Einweisung
                                                                               erforderlich?
                                                                             • Evidenzbasierte Bewertung mit Berücksichtigung
                                                                               vorhandener Leitlinien, wo klinische Evidenz fehlt
                                                                             • In der 5. Auflage wurden:
                                                                               – alle Guidelines geprüft und aktualisiert
                                                                             • inkl. 3 Monate Online-Zugang www.ebm-guidelines.de!

                                                                             „ Laut aktueller Studie der Universität Mailand zählen
                                                                             die EbM-Guidelines online zu den besten medizinischen
                                                                             Leitlinien weltweit
                                                                                                 “
                                                                             Banzi et al., Journal of Medical Internet Research 2010, Vol. 12

        EbM-Guidelines
        Evidenzbasierte Medizin für Klinik & Praxis
        5. vollständig überarbeitete Auflage 2011,
        1.600 Seiten, 177 Abbildungen, 193 Tabellen
        ISBN 978-3-7691-1295-5
        gebunden    € 119,–

        Die Herausgeber:
                                                                                                 B E S T E L L C O U P O N
                                                                                                  Ja, hiermit bestelle ich 14 Tage zur Ansicht:
                                                                                                            (Bei ausreichend frankierter Rücksendung)

                                                                                                            __ Ex. Rabady, EbM-Guidelines               € 119,–
                                                                                                                                                                  Irrtümer und Preisänderungen vorbehalten. Preise zzgl. Versandspesen € 4,50.

                                                                                                                ISBN 978-3-7691-1295-5
                                                                                                                                                                  Deutscher Ärzte-Verlag GmbH – Sitz Köln – HRB 106 Amtsgericht Köln.

                                                                                                      Herr       Frau

        Dr. med. Susanne Rabady          Prof. Dr. med.                                           Name, Vorname
        Niedergelassene                  Andreas Sönnichsen
                                                                                                                                                                  Geschäftsführung: Jürgen Führer, Norbert Froitzheim

        Allgemeinmedizinerin in          Hausärztlich tätiger Facharzt für
        Windigstein, Vizepräsi-          Innere Medizin und Facharzt für                          Straße, Ort
        dentin der Österreichi-          Allgemeinmedizin in München
        schen Gesellschaft für           Vorstand des Instituts für
                                                                                                  Telefon
        Allgemeinmedizin                 Allgemein-, Familien- und

                                                                                                                          ✗
        (ÖGAM)                           Präventivmedizin an der
                                         „Paracelsus Medizinische                                 Datum, Unterschrift
                                         Privatuniversität“ in Salzburg

                                                                                                 Bestellungen bitte an Ihre Buchhandlung oder
                                                                                                 Deutscher Ärzte-Verlag, Versandbuchhandlung
                                                                                                 Postfach 400244, 50832 Köln
                                                                                                 Tel. (0 22 34) 7011 - 314 / Fax 7011 - 476
                                                                                                 www.aerzteverlag.de • E-Mail: vsbh@aerzteverlag.de

Mehr Information:      www.ebm-guidelines.de
        © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
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EDITORIAL / EDITORIAL                                                                                                                              49

Ein neuer Trend: doppelblind,
randomisiert, kontrolliert ... globalisiert

                                    Während zur Bewertung          der genannten Komorbiditäten ist die Herkunft der Studien-
                                    der internen Validität von     teilnehmer: Fast alle, genau gesagt 96 %, stammen aus China
                                    klinischen Studien etablier-   oder Osteuropa. Kein Einzelfall. Klinische Studien werden zu-
                                    te Instrumente und Check-      nehmend in Entwicklungs- und Schwellenländer „ausgela-
                                    listen zur Verfügung ste-      gert“, begleitet von einem damit korrespondierenden Rück-
                                    hen, gibt es wenig gesicher-   gang in den USA und Europa. Jeder vierte Teilnehmer europäi-
                                    te Standards zur Einschät-     scher Zulassungsstudien der Jahre 2005 bis 2008 stammte aus
                                    zung der externen Validität    Lateinamerika, Afrika, Asien oder den ehemaligen GUS-Staa-
                                    einer klinischen Studie als    ten. Für die auftraggebenden Pharmafirmen bedeutet das eine
                                    Maßstab für die Übertrag-      Kostenreduktion, für die Vertragspartner in den betreffenden
                                    barkeit von Studienergeb-      Ländern ein lukratives Geschäft. Studienteilnehmer in Ent-
                                    nissen in den Praxisalltag.    wicklungsländer sehen darin vielleicht die einzige Möglichkeit
                                    Gerade die Inkongruenz         an Arzneimittel zu kommen, zu denen ihnen sonst der Zugang
                                    von     Studienteilnehmern     verwehrt ist. Inwieweit die von den Zulassungsbehörden in
                                    und Zielpopulation, häufig     Europa und den USA geforderten Vorgaben vor Ort in den ge-
                                    dem Ausschluss von multi-      nannten Regionen eingehalten und umgesetzt werden, kann
morbiden und älteren bzw. hochbetagten Teilnehmern ge-             aus naheliegenden Gründen bezweifelt werden.
schuldet, schränkt die Relevanz von Forschungsergebnissen          Zurück nach Deutschland und zur aktuellen ZFA-Ausgabe:
für die Versorgung unserer älteren Patientinnen und Patienten      • Aus Sachsen liegen erste Ergebnisse einer epidemiologischen
mit Komorbiditäten ein.                                               Querschnittstudie zu Beratungsanlässen bei Hausbesuchen
     Aber, gibt es auch Ausnahmen? In der 2008 im New Eng-            vor. Es ist dies das dritte Projekt in der Reihe „Sächsischer
land Journal of Medicine publizierten HYVET-Studie (Hyper-            Epidemiologischer Studien in der Allgemeinmedizin“ –SE-
tension in the Very Elderly Trial) zeigte die Arbeitsgruppe um        SAM-3. Hausbesuche – in den letzten Jahren zum Spielball
Nigel S. Beckett, dass eine antihypertensive Therapie mit einem       der Honorarpolitik unserer Selbstverwaltung verkommen –
(kostengünstigen) Diuretikum ggf. ergänzt um einen ACE-               sind ein originäres allgemeinmedizinisches Aufgabenfeld
Hemmer bei über 80-jährigen an arterieller Hypertonie leiden-         und tragen wesentlich zur Akutversorgung und Langzeit-
den Patientinnen und Patienten zu einer signifikanten Reduk-          betreuung unserer Patienten bei. Die SESAM-3-Ergebnisse
tion von kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität führte.           liefern hierfür eine relevante wissenschaftlichen Basis.
Die Studie wurde aus ethischen Gründen nach 1,8 Jahren abge-       • Zum brisanten Thema „Ambulante Kodierrichtlinien-AKR“
brochen. Endlich also eine Studie mit Einschluss hochbetagter         nimmt die DEGAM eine klar formulierte Position ein. Inte-
Teilnehmer, von denen (lediglich) 45 über die Studiendauer be-        ressant dazu sind auch die Ergebnisse einer Umfrage bei den
handelt werden mussten, um einen Todesfall (jeglicher Ursa-           Teilnehmern der letztjährigen „Practica“ zur Diagnosen-Ko-
che) zu vermeiden. Dann der Blick auf das Studiendesign: dop-         dierung in der hausärztlichen Praxis.
pelblind, randomisiert, kontrolliert (Placebo, das sei nicht un-   • Wolfram J. Herrmann und Uwe Flick explorierten die An-
erwähnt), eigentlich allen methodischen Anforderungen ge-             sprüche von Pflegeheimbewohnern an guten Schlaf, liefern
nügend. Dass die Aufzählung von finanzieller Unterstützung            jedoch auch „harte Fakten“ bezüglich Multimorbidität und
seitens der Pharmaindustrie an einige der Autoren einigen             Polypharmazie: Die befragten Pflegeheimbewohner erhiel-
Platz braucht, daran hat man sich schon fast gewöhnt. Limi-           ten im Schnitt regelmäßig fast acht unterschiedliche Medi-
tiert wird die, wie ich meine nach wie vor wichtige Studie da-        kamente, – das lenkt die Aufmerksamkeit fast zwangsläufig
durch, dass die Studienteilnehmer „relativ gesund“ waren, –           auf das Thema unseres diesjährigen 45. Kongresses für All-
nur 7 % wiesen einen Diabetes mellitus Typ II und nur 12 % an-        gemeinmedizin und Familienmedizin: „Polypharmakothe-
dere kardiovaskuläre Begleiterkrankungen auf. Dies könnte im          rapie im Spannungsfeld zwischen Klinik und Hausarzt“. Bit-
vorliegenden Fall eher zu einer Unterschätzung des Behand-            te vormerken: Salzburg, 22.–24. September 2011!
lungseffektes bei der Übertragung der HYVET-Ergebnisse auf
„unsere“ Patienten führen. Grund für diese niedrige Prävalenz                                                                   W. Niebling

                                                                                      © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
Z FAZeitschrift für Allgemeinmedizin - Die Zeitschrift für ...
50 INHALTSVERZEICHNIS / TABLE OF CONTENTS

            ZFA
          Zeitschrift für Allgemeinmedizin
                                                                EDITORIAL / EDITORIAL ..............................................................49

                                                                DEGAM-BENEFITS / DEGAM BENEFITS........................................51

                                                                DEGAM-NACHRICHTEN / DEGAM NEWS
   Organ der Deutschen Gesellschaft für
   Allgemeinmedizin und Familien-                               Hausärztliche Patienteninformationen –
   medizin (DEGAM; www.degam.de)                                ein neuer Standard der DEGAM ........................................................55
   und der
   Gesellschaft der Hochschullehrer                             DEGAM-Manual Patientenratgeber ...................................................56
   für Allgemeinmedizin (GHA;
   www.gha-info.de) sowie der                                   DEGAM gegen die Einführung der Ambulanten Kodierrichtlinie ......59
   Salzburger Gesellschaft für
   Allgemeinmedizin (SAGAM)
   Official Journal of the German                               ORIGINALARBEIT / ORIGINAL PAPER
   College of General Practitioners                             Sind die Asthmaleitlinien bei den Patienten angekommen? –
   and Family Physicians                                        Befragung von Privatversicherten
   The Society of Professors of Family                          Did the Asthma-Guidelines Reach the Patients?
   Medicine and the                                             A Survey of Members of a Private Health Insurance
   Salzburg Society of Family Medicine                          Cornelia-C. Schürer-Maly, Michael Pentzek, Susanne Römer,
                                                                Heinz-Harald Abholz, Martin Butzlaff, Nik Koneczny ........................................60

   Herausgeber/Editors                                          Beratungsanlässe bei allgemeinärztlichen Hausbesuchen
   M. M. Kochen, Göttingen (federführend)
                                                                Reasons for Encounter at Family Practitioners´ Home Visits
   H.-H. Abholz, Düsseldorf
   S. Rabady, Windigsteig                                       Karen Voigt, Jan Liebnitzky, Henna Riemenschneider, Katharina Gerlach,
   W. Niebling, Freiburg im Breisgau                            Roger Voigt, Erik Bodendieck, Andreas Schuster, Antje Bergmann ...........................65
   A. Sönnichsen, Salzburg
                                                                Präklinische Notfall-Patientenverfügung –
   Internationaler Beirat/
                                                                eine Evaluation aus der Sicht des Hausarztes
   International Advisory Board
   J. Beasley, Madison/Wisconsin, USA                           Family Practitioners’ Attitudes Towards Advance Directives
   F. Buntinx, Leuven/Belgien; G.-J. Dinant,                    in the Prehospital Setting
   Maastricht/NL; M. Egger, Bern/CH                             Mathias A. Gerth, Michael Mohr, Norbert W. Paul, Christian Werner......................72
   E. Garrett, Columbia/Missouri, USA
   P. Glasziou, Robina/Australien;
                                                                Rückmeldung von Studienergebnissen an die Studienteilnehmer
   T. Greenhalgh, London/UK; P. Hjort-
   dahl, Oslo/Norwegen; A. Knottnerus,                          Providing Feedback on Study Results
   Maastricht/NL; M. Maier, Wien/Öster-                         Corina Güthlin, Karola Mergenthal, Vera Kleppel, Ingrid Gerlach,
   reich; C. del Mar, Robina/Australien;                        Ferdinand Gerlach, Juliana Petersen, Jochen Gensichen .......................................78
   J. de Maeseneer, Gent/Belgien; P. van
   Royen, Antwerpen/Belgien; B. Starfield,
                                                                Diagnosen-Kodierung in der hausärztlichen Praxis
   Baltimore/Maryland, USA; F. Sullivan,
   Dundee/Schottland, UK; P. Tschudi,                           Diagnostic Coding in General Practice
   Basel/CH; C. van Weel, Nijmegen/NL                           Christoph Claus, Jean-François Chenot, Uwe Popert ...........................................84
   Y. Yaphe, Porto/Portugal
                                                                Guter Schlaf aus der Sicht von Pflegeheimbewohnerinnen
   Koordination/Coordination
                                                                und Pflegeheimbewohnern
   J. Bluhme-Rasmussen
                                                                Good Sleep: Nursing Home Residents’ Demands and Expectations
   This journal is regularly                                    Wolfram J. Herrmann, Uwe Flick .................................................................90
   listed in EMBASE/Excerpta Medica,
   Scopus and CCMED/MEDPILOT
                                                                IMPRESSUM / IMPRINT .................................................................96

                                                                Titelfoto: © fotolia / Gina Sanders
   Dieselstraße 2, 50859 Köln
   Postfach/P.O. Box 40 02 54,
   50832 Köln
   Telefon/Phone: (0 22 34) 70 11–0
   www.aerzteverlag.de
   www.online-zfa.de

   © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
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DEGAM-BENEFITS / DEGAM BENEFITS                                                                                                                                           51

                        DEGAM-Benefits
                        Ausgewählt und verfasst von Prof. Dr. Michael M. Kochen, MPH, FRCGP, Göttingen

                        Frohe Kunde – Antibiotika frei verfügbar

                        Alle Welt redete 2010 von der grie-         gesucht und um die Abgabe entweder
                        chischen Staatspleite und dem giganti-      von Amoxicillin / Clavulansäure oder Ci-
                        schen Rettungsschirm der Euro–Staa-         profloxacin gebeten und zwar ohne An-
                        ten. Dabei gäbe es (Spaß beiseite ...)      gabe von Gründen. Amoxiclav wurde in

                                                                                                                                                                       Foto: fotolia / Lakhesis
                        noch eine weitere Besonderheit aus die-     keinem einzigen Falle verweigert, bei
                        sem südeuropäischen Land zu berich-         Ciprofloxacin waren die simulierten
                        ten, die – allerdings auf einem etwas an-   Käufer „nur“ in 53 % erfolgreich. Dies
                        deren Feld – ebenfalls zu erheblichen       hatte einen klaren Grund: Seit 2003 ist
                        Problemen, nämlich der Verstärkung          in Griechenland für die Abgabe von Flu-
                        der weltweiten Resistenzen, führen          orchinolonen nicht nur ein ärztliches           Plachouras D et al. Dispensing of antibiotics
                        wird. Es geht um den Kauf von Antibio-      Rezept nötig, sondern auch noch ein             without prescription in Greece, 2008: another
                        tika ohne Rezept in Apotheken der grie-     Formular, in dem der Verordnende spe-           link in the antibiotic resistance chain. Euro
                        chischen Hauptstadt. In der von Auto-       zifische Angaben machen muss, warum             Surveill 2010;15: 19488
                        ren der Universität Athen publizierten      er kein anderes Medikament aus-                 (www.eurosurveillance.org/images/dynamic/
                        Studie wurden 174 Apotheken auf-            gewählt hat.                                    EE/V15N07/art19488.pdf)

                        Antipyretika verhindern keine kindlichen Fieberkrämpfe

                        Seit mindestens 2 Jahren ist wissen-        werden, nämlich ein Rezidiv eines be-           sius initial mit rektal verabreichten Di-
                        schaftlich belegt, dass Antipyretika ge-    reits einmal aufgetretenen Fieberkramp-         clofenac und nach 8 Stunden entweder
                        nau das nicht tun, wofür sie bei fiebern-   fes zu verhindern. Hier ist also nicht da-      mit oralem Ibuprofen bzw. Paracetamol
                        den Kindern hauptsächlich eingesetzt        von die Rede, dass die Gabe dieser Arz-         oder Placebo weiterbehandelt. Rezidive
                                                                             neimittel die subjektive Situati-      von Fieberkrämpfen traten zwar bei 54
                                                                             on eines kleinen Patienten ggf.        Patienten (23,4 %) auf – Interventions-
                                                                             verbessern kann und dass Fieber        und Placebogruppe unterschieden sich
                                                                             einer der häufigsten Gründe für        jedoch nicht. Zwar war die Körpertem-
                                                                             die Beunruhigung der Eltern            peratur bei krampfenden Kindern ge-
                                                                             darstellen können. In einer ran-       genüber Kindern ohne Krampf signifi-
                                                                             domisierten,    placebokontrol-        kant erhöht, aber auch hier spielte die
Foto: fotolia / ia_64

                                                                             lierten Studie in 5 finnischen         Medikation keinerlei Rolle.
                                                                             Krankenhäusern wurden 231              Strengell T et al. Antipyretic agents for
                                                                             Kinder mit einem bereits früher        preventing recurrences of febrile seizures.
                                                                             stattgehabten Fieberkrampf bei         Randomized controlled trial. Arch Pediatr
                                                                             Temperaturen über 38 Grad Cel-         Adolesc Med 2009; 163:799–804

                                                                                                                 © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
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52 DEGAM-BENEFITS / DEGAM BENEFITS

   Viel Lärm um nichts – „Calcium erhöht Herzinfarktrate“

   Die kombinierte Gabe von                                                                                    Resultat sehr genau ansehen. Die sta-

                                                                                  Fo
                                                                                     to:
   Calcium und Vitamin D3                                                                                      tistische Signifikanz ist zwar formal

                                                                                         fo
                                                                                        tol
   gilt bekanntlich als Grund-                                                                                 gegeben, aber mehr als hauchdünn,

                                                                                            ia
                                                                                              /c
   medikation zur Prophylaxe                                                                                   wie die unteren Grenzen der 95

                                                                                                 on
                                                                                                    c
                                                                                                   ep
   bzw. Therapie einer Osteoporo-                                                                              %-Konfidenzintervalle zeigen (1,02

                                                                                                    tw
   se. Glaubt man einer Publikati-                                                                             bzw. 1,01).
   on im „British Medical Journal“,                                                                          • Eine neue, kontrollierte Studie zur
   so gerät diese Empfehlung ins                                                                               Einnahme von Calcium alleine, die
   Wanken. Worum geht es? Ein Wis-                                                 Fall, wenn das 95           das kardiovaskuläre Risiko bei 1.460
   senschaftlerteam aus Neuseeland,                                      %-Konfidenzintervall den Wert         älteren Frauen explizit als Endpunkt
   Schottland und den USA hat eine                              von 1,0 nicht einschließt.                     formulierte (Calcium Intake Fracture
   Metaanalyse zur Frage publiziert, ob                             Sind die gefundenen Resultate nun          Outcome Study, CAIFOS), kommt
   Nahrungszusätze von täglich mindes-                          glaubwürdig und müssen Sie Ihre so be-         zum Ergebnis, dass dieses Risiko nicht
   tens 500mg Calcium das kardiovaskulä-                        handelten Patienten vor einem erhöhten         erhöht ist (Lewis JR et al. Calcium sup-
   re Risiko (Myokardinfarkte, Schlaganfäl-                     Infarktrisiko warnen? Mitnichten ... Die       plementation and the risks of athe-
   le bzw. plötzliche Todesfälle) erhöhen                       Gründe will ich Ihnen gerne auflisten.         rosclerotic vascular disease in older
   können. Nach den Ergebnissen soll das                        • Die Metaanalyse behandelt – mit ei-          women: Results of a 5-year RCT and a
   beim Herzinfarkt (nicht aber beim cere-                        ner Ausnahme – nur Studien, bei de-          4.5-year follow-up. J Bone Miner Res.
   bralen Insult oder beim plötzlichen Tod)                       nen Patienten Calcium ohne Vitamin           2011; 26: 35–41).
   der Fall sein, während die Gesamtmorta-                        D3 einnahmen. Alle entsprechenden          Die für mich entscheidende Frage bei
   lität unbeeinflusst blieb. Die Autoren se-                     Leitlinien sehen aber die kombinierte      der Supplementierung mit Calcium und
   lektierten aus ursprünglich 190 als ge-                        Gabe vor und zu deren Risiko wird          Vitamin D3 ist allerdings eine andere:
   eignet angesehenen Arbeiten 15 place-                          hier keine Aussage getroffen.              Braucht man Calcium überhaupt, um
   bokontrollierte Studien mit insgesamt                        • In den meisten der eingeschlossenen        Frakturen zu verhindern oder reicht u.
   ca. 20.000 Patienten. Die Untersuchun-                         Untersuchungen wurde nicht ge-             U. Vitamin D3 alleine aus?
   gen mussten folgenden Kriterien genü-                          prüft, welche der Teilnehmer schon             Bislang vorliegende Studien sagen
   gen: Tägliche Calciumdosis mindestens                          von Beginn an eine koronare Herz-          aus, dass weder Calcium alleine noch Vi-
   500 mg, mindestens 100 Teilnehmer pro                          krankheit oder eine Fettstoffwechsel-      tamin D3 alleine Frakturen verhindern
   Studie, Alter der Teilnehmer über 40 Jah-                      störung hatten.                            können. Die wissenschaftlichen Belege
   re und Studiendauer länger als ein Jahr.                     • In keiner der Einzelstudien war das        für eine wirklich zweifelsfreie Wirksam-
   Die Autoren der jeweiligen Arbeiten                            kardiovaskuläre Risiko als primärer        keit der Kombination sind aber auch
   wurden angeschrieben und um detail-                            Endpunkt definiert worden. Eine qua-       nicht gerade überwältigend.
   lierte Patientendaten gebeten.                                 si nachträgliche Analyse ist metho-            Unabhängig von der größer werden-
        In den 5 Studien, zu denen individu-                      disch äußerst angreifbar (aus diesem       den Evidenz für einen Nutzen von Vita-
   elle Patientendaten verfügbar waren, be-                       Grunde hatten die Autoren auch ver-        min D3 außerhalb des Knochenstoff-
   trug das Risiko (hazard ratio) eines Herz-                     sucht, individuelle Patientendaten         wechsels bleibt als Quintessenz die Ent-
   infarktes 1,31 (95 %-Konfidenzintervall                        nachgeliefert zu bekommen).                warnung bzgl. des angeblich erhöhten
   1,02 – 1,67) und in den 11 Studien ohne                      • Eine Metaanalyse wirft ja mehrere Ar-      Infarktrisikos von Calcium, aber auch
   Daten 1,27 (95 %-Konfidenzintervall                            beiten „in einen Topf“ – eine Art von      die – wissenschaftliche – Ratlosigkeit
   1,01 – 1,59). Bei der o. g. hazard ratio                       artefizieller Simulation, als ob es sich   bzgl. der Kombination.
   von 1,31 bzw. 1,27 wäre das Risiko in der                      um eine einzige große Studie handeln       Bolland MJ. Effect of calcium supplements on
   Calciumgruppe 31 % bzw. 27 % höher                             würde. Wenn nun diese Metaanalyse          risk of myocardial infarction and cardiovascu-
   als in der Placebogruppe – vorausgesetzt,                      (trotz der methodischen Einwände in        lar events: meta-analysis. BMJ 2010;341:c3691
   dass diese Unterschiede statistisch sig-                       Punkt 3) das Gegenteil der einzelnen       (http://www.bmj.com/content/341/bmj.
   nifikant sind. Das ist aber nur dann der                       Studien aussagt, sollte man sich das       c3691.full.pdf+html)

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                                Nikotinentzug – Es geht auch ohne externe Hilfen!

                                Schlägt man zum Thema Nikotinentzug                               ohne jede Form von Unterstützung tun            Fakten aber offenbar nur ungern zur
                                bzw. -verzicht wissenschaftliche Zeit-                            und dass das Unterfangen nicht ganz so          Kenntnis nehmen. Ein Cochrane Re-
                                schriften auf oder liest Leitlinien, be-                          schwer ist, wie es immer wieder dar-            view zum Thema aus dem Jahr 2007
                                kommt man den unzweifelhaften Ein-                                gestellt wird. Immerhin gaben in einer          fand, dass 51 % der industriegesponser-
                                druck, dass die Beendigung des Ziga-                              britischen Studie (die allerdings 30 Jahre      ten Studien einen Erfolg des Nikoti-
                                rettenrauchens für die Betroffenen                                                                                     nentzugs mit NRT berichteten,
                                eine exzessiv schwierige und leid-                                                                                     aber nur 22 % bei Untersuchungen
                                volle Erfahrung ist und dass es                                                                                        ohne Industrieunterstützung. Si-
                                nicht ohne externe Hilfen aller Art                                                                                    mon Chapman und Ross MacKen-
                                geht. Die bekanntesten dieser an-                                                                                      zie von der School of Public Health
                                geblich unverzichtbaren Hilfsmaß-                                                                                      im australischen Sidney fanden bei
                                nahmen betreffen                                                                                                       einer Medline-Recherche 662 Pu-
                                • die Nikotinersatztherapie (Ab-                                                                                       blikationen, von denen sich 511
                                  kürzung NRT – klingt doch ir-                                                                                        mit Entzugsinterventionen be-
                                  gendwie bekannt, z. B. nach HRT-                                                                                     schäftigten. Von diesen 511 Texten
                                                                        Foto: fotolia / Pixelot

                                  Hormonersatztherapie ...)                                                                                            waren 91,4 % dem assistierten und
                                • die Unterstützung mit Psycho-                                                                                        nur 8,6 % dem nicht assistierten
                                  pharmaka wie Bupropion (Zy-                                                                                          Entzug gewidmet. Wie nicht an-
                                       ®
                                  ban )                                                                                                                ders zu erwarten, wies ein großer
                                • Akupunktur bis Handauflegen                                                                                          Teil der Autoren (meist bezahlte)
                                  oder                                                                                                                 Verbindungen zur pharmazeuti-
                                • die Verhaltenstherapie in allen Schat-                          alt ist, als noch keine medikamentöse           schen Industrie auf – wenn solche Inte-
                                  tierungen.                                                      Unterstützung existierte) 53 % der Ex-          ressenkonflikte denn überhaupt ange-
                                Tatsache ist jedoch, dass die große Mehr-                         Raucher an, dass der Entzug „gar nicht          geben waren.
                                heit (zwischen 66 % und 75 %; nach ei-                            schwierig“ war.                                 Chapman S, MacKenzie R. The global research
                                nem Bericht der American Cancer Socie-                                Die im Englischen treffend als „ta-         neglect of unassisted smoking cessation: cau-
                                ty sogar 90 %) derjenigen Personen, die                           bacco control community“ bezeichne-             ses and consequences. PLoS Med 2010;
                                das Rauchen permanent aufgeben, dies                              ten, interessierten Kreise wollen diese         7: e1000216 (www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/

                                Mein Essen zahlt die Pharmaindustrie

                                          Die auch in den USA wachsen-                            staat Massachusetts plant das bislang           mezis.de) – ausdrückte: “There is such
                                                      de Skepsis bzgl. in-                        bestehende Verbot bezahlter Essens-             a thing as a free lunch and Massa-
                                                        teressengeleite-                          einladungen von Pharmaunternehmen               chusetts wants to make it law”. Auf
                                                          ter Kontakte                            an Ärzte wieder aufzuheben, um den              der westlichen Seite des nordame-
                                                            zwischen                              Wünschen der lokalen Restaurant-                rikanischen Kontinents, in Los Ange-
                                                              ÄrztInnen                           industrie zu entsprechen. Nach Über-            les, gibt es übrigens ein Restaurant mit
Foto: fotolia / Scott Maxwell

                                                            und     phar-                         zeugung der in Massachusetts regieren-          dem Namen „Dr. Lunch“ – sein Ge-
                                                          mazeutischen                            den Demokraten unterminiert das Ver-            schäftsmodell sieht ausschließlich die
                                                           Firmen erlebt                          bot die Profitabilität dieses Geschäfts-        Ausgabe von Pharma–Mahlzeiten an
                                                          jetzt eine Art                          zweiges oder wie ein Journalist es –            Ärzte vor (http://drlunchcatering.com).
                                                         von gegentei-                            in Anspielung auf „nofreelunch“, der            Vielleicht wollen Sie ja bei Ihrer nächs-
                                                   liger „Stilblüte“: Der                         Schwesterorganisation von MEZIS                 ten Kalifornienreise dort mal vorbei-
                                                amerikanische Bundes-                             („Mein Essen zahl ich selbst“, www.             schauen ...

                                                                                                                                               © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
54 DEGAM-BENEFITS / DEGAM BENEFITS

   Qualität der Sterbebetreuung – Deutschland auf Platz 8

   Die in Singapur beheimatete „Lien-Stif-                                                                   Schweden hingegen die Plätze 22, 28
   tung“ hat kürzlich die Qualität der Sterbe-                                                               und 16. Die Studie sagt auch, dass
   betreuung in 40 Ländern der Welt unter-                                                                   weltweit 5 Milliarden Menschen kei-
   sucht. Auf Platz 1 landete Großbritan-                                                                    nen Zugang zu wirksamen Analgeti-

                                                            Foto: fotolia / Dalmatin.o
   nien, wo die Hospizbewegung bereits vor                                                                   ka haben. Wer an detaillierten Ergeb-
   50 Jahren begann. Deutschland nimmt                                                                       nissen interessiert ist, kann sich die
   den 8. Platz ein; Länder mit einem von                                                                    Arbeit     unter       www.lifebefore
   der OECD gelobten Gesundheitssystem                                                                       death.com/pdf/Quality_of_Death_
   wie z. B. Dänemark, Finnland oder                                                                         Index_Report.pdf herunterladen.

                                                 DEGAM-Leitlinien frei im Netz
                                                 Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
                                                 (DEGAM) stehen ab sofort frei im Internet zur Verfügung. Die wissenschaftlich fundierten
                                                 und vor der Veröffentlichung in Praxen erprobten DEGAM-Leitlinien richten sich nicht nur
                                                 an Hausärzte, sondern auch an Patienten und Praxismitarbeiter. Neben der Langversion
                                                 gibt es eine Kurzfassung als Kitteltaschenkarte. Mehrere tausend Leitlinien-Sets werden
                                                 in Praxen und Universitäten in der täglichen Arbeit mit Patienten eingesetzt.
                                                 Alle Module können nun auf der DEGAM-Leitlinien-Homepage (http://leitlinien.degam.de)
                                                 oder auf der Homepage der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
                                                 Medizinischen Fachgesellschaften, http://leitlinien.net/) bei Bedarf heruntergeladen
                                                 und ausgedruckt werden.

                                                 Pressekontakt:
                                                     Dr. med. Isabelle Otterbach
                                                     DEGAM-Bundesgeschäftsstelle
                                                     c/o Institut für Allgemeinmedizin
                                                     Johann Wolfgang Goethe-Universität
                                                     Theodor-Stern-Kai 7
                                                     60590 Frankfurt am Main
                                                     Telefon: 069–6500–7245
                                                     Fax: 069–6301–6428
                                                     E-Mail: otterbach@allgemeinmedizin.uni-frankfurt.de
                                                     Homepage: www.degam.de

   © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
DEGAM-NACHRICHTEN / DEGAM NEWS                                                                                                                                              55

Hausärztliche Patienteninformationen – ein neuer Standard der DEGAM
Vorbemerkung zum DEGAM-Manual Patientenratgeber

Günther Egidi1

                                                                                                                             Korrespondenzadresse:
Lange Zeit herrschten in deutschen                             Für die Erstellung von DEGAM-Leit-
Hausarztpraxen von pharmazeutischen                       linien selbst gibt es seit der Veröffent-                         Dr. med. Günther Egidi
Firmen oder von Interessengruppen he-                     lichung der ersten DEGAM-Leitlinie                                Huchtinger Heerstr. 41
rausgegebene Patienteninformationen                       „Brennen beim Wasserlassen“ ein defi-                             28259 Bremen
vor. Mittlerweile tut sich jedoch etwas                   niertes, auf der DEGAM-Homepage ver-                              Tel.: 04 21 / 5 79 76 75
auf dem Gebiet evidenzbasierter Patien-                   öffentlichtes und inzwischen überarbei-                           E-Mail: familie-egidi@nord-com.net
teninformationen. Insbesondere die                        tetes Konzept [5].
Vorgaben des Ärztlichen Zentrums für                           Ein solches Konzept lag bislang we-
Qualität in der Medizin (ÄZQ) (21), des                   der für im Rahmen von Leitlinien noch
IQWIG (22) sowie ein von einer Arbeits-                   unabhängig davon erstellte Patienten-
gruppe des Netzwerkes Evidenzbasierte                     informationen vor. Zu berücksichtigen
Medizin (DNEbM) erarbeitetes Papier                       war für ein solches Konzept vor allem
(24) formulieren inzwischen klare Krite-                  das Erfordernis, den Besonderheiten ei-                      Literatur
rien für Patienteninformationen.                          ner für Hausarztpraxen typischen, nicht
     Alle DEGAM-Leitlinien enthalten,                     belesenem Patientenklientel, deren Le-                       1.     Egidi G, Hensler S et al. Patienten-
neben Lang- und Kurzversion der Leit-                     sefähigkeit nicht selten eingeschränkt                              informationen zur LL kardiovaskulä-
                                                                                                                              re Prävention; http://leitlinien.de-
linien, Patientenratgeber. Als Besonder-                  ist, gerecht zu werden.
                                                                                                                              gam.de/index.php?id=250
heit entschied sich die Arbeitsgruppe                          Den entsprechenden Produkten                            2.     Egidi G Evaluation von Patienten-In-
„Leitlinie kardiovaskuläre Prävention“                    wurde unlängst der Status evidenzbasier-                            formationsblättern zur kardiovasku-
im damaligen Arbeitskreis Leitlinien der                  ter Patienteninformationen abgespro-                                lären Prävention. Z Allg Med. 2009;
DEGAM, aus pragmatischen Gründen                          chen [6] – es handele sich lediglich um                             85: 345–351
                                                                                                                       3.     Egidi GH, Niemann D et al. Patien-
Patienteninformationen zum Thema zu                       „narrative Zusammenfassungen der bes-
                                                                                                                              teninformation – Früherkennung von
erstellen, auch ohne dass die eigentliche                 ten Evidenz in einem einfachen Sprach-                              Krebs am Gebärmutterhals; http://
Leitlinie fertig geworden war. Man sah                    modus“. In einem begleitenden Editorial                             leitlinien.degam.de/in-
den Bedarf an pharmaunabhängigen In-                      [7] wurde der „normative Duktus“ der                                dex.php?id=257
formationen zu Gerinnungshemmung,                         Arbeit von Mühlhauser und Kolleginnen                        4.     Mühlauser I, Filz M. Screening auf
                                                                                                                              Zervixkarzinom. Informationen zur
Blutdrucksenkung, Statinbehandlung                        bereits kritisch hinterfragt. In den Arbei-
                                                                                                                              Beratung von Frauen. Arznei-tele-
etc., war aber noch nicht in der Lage, die                ten vieler auf dem Feld der Entwicklung                             gramm 2008; 39: 29–38
entsprechenden riesigen Wissensgebie-                     evidenzbasierter Patientenratgeber Täti-                     5.     Gerlach FM, Abholz H-H et al. Kon-
te in der notwendigen Vollständigkeit                     ger findet sich ein Ansatz, Patienten wei-                          zept zur Entwicklung, Verbreitung
zu recherchieren.                                         test möglich zu qualifizieren („Patien-                             Implementierung und Evaluation
                                                                                                                              von Leitlinien für die hausärztliche
     In diesem Zusammenhang entstan-                      ten-Universität Hannover“, Professiona-
                                                                                                                              Praxis; http://leitlinien.degam.de/
den 10 Patienteninformationen [1], von                    lisierung von Patientenvertretern für                               index.php?id=konzeptderleitlini-
denen 8 in einem Praxistest [2] hinsicht-                 Gremien der Selbstverwaltung), die sich                             enentwicklun (12.1.2011)
lich ihrer Verständlichkeit und Akzep-                    durch den Grad ihrer medizinischen Bil-                      6.     Mühlhauser I, Meyer G, Steckelberg
tanz evaluiert wurden. Ein weiteres DE-                   dung wieder erheblich von durch-                                    A. Patientenwollen mitentscheiden,
                                                                                                                              doch Informationsbasis und Struktur
GAM-Patienteninfo zur Krebsvorsor-                        schnittlichen hausärztlichen Patienten
                                                                                                                              fehlen. ZAllg Med 2010; 86: 412–417
geuntersuchung am Gebärmutterhals                         unterscheiden. Ein, für solche „Durch-                       7.     Koschack J. Die Forderung nach infor-
[3], basierend auf einer im Arzneitele-                   schnittspatienten“, taugliches Konzept                              mierten und teilhabenden Patienten
gramm veröffentlichten Arbeit von Ing-                    wurde im Rahmen des DEGAM-Kongres-                                  verkennt die Komplexität mensch-
rid Mühlhauser [4] wurde ebenfalls nach                   ses 2009 in Heidelberg in einem Work-                               licher Entscheidungsfindung. ZAllg
                                                                                                                              Med 2010; 86: 418–419
Durchlaufen einer Patientinnenbefra-                      shop entwickelt und von der Ständigen
gung veröffentlicht, ohne dass es hierzu                  Leitlinien-Kommission der DEGAM am
eine DEGAM-Leitlinie gab.                                 14.9.2010 verabschiedet.

1
    Arzt für Allgemeinmedizin Bremen-Huchting, Vertreter der DEGAM bei der Nationalen Versorgungs-Leitlinie Diabetes

                                                                                                               © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
56 DEGAM-NACHRICHTEN / DEGAM NEWS

   DEGAM-Manual Patientenratgeber
   Erarbeitet von den Teilnehmern des DEGAM-Workshops „Patientenratgeber“ beim
   DEGAM-Kongress in Heidelberg am 02.10.2009. Teilnehmer u. a. Erika Baum, Günther
   Egidi, Hannelore Wächtler, Jana Isforth, Markus Herrmann, Max Bürck-Gemassmer,
   Sabine Ludt, Thomas Lichte, Uwe Kurzke, Wolfgang Blank

   Der Einfachheit halber wird in diesem Text                   gebildet, um das Recht der Patienten auf
   immer die männliche Form gewählt. Ge-                        eine informierte eigene Entscheidung zu
   meint sind aber immer Patientinnen und                       stärken [21, 22, 23]. Insbesondere sind
   Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte.                         hier die teils von DEGAM-Vertretern
                                                                miterarbeiteten Empfehlungen des
   Die Beteiligung von Patienten an sie be-                     Deutschen Netzwerkes Evidenzbasierte
   treffenden medizinischen Entscheidun-                        Medizin zu nennen [24].
   gen wird zunehmend als ethische Norm
   verstanden [1]. Darüber hinaus ist bei-                                                                   C Kommunikation
   spielsweise im „Gesundheitssystem-Mo-                        A Ziele einer Information                      von Risiken
   dernisierungsgesetz“ die Beteiligung von
   Patienten gesetzlich festgelegt worden                       Die Ziele einer Information sollen ein-      DEGAM-Patienteninformationen sollen
   [2]. Dies setzt die Informiertheit der Pa-                   gangs explizit formuliert werden. Bei-       Arzt und Patient zunächst einen Ent-
   tienten voraus. Schriftliche Patienten-                      spielsweise soll transparent werden, ob      scheidungsraum darstellen bzw. ihn
   informationen können dazu führen,                            eine Information die Patienten zu einer      nach Möglichkeit eröffnen. Wenn meh-
   dass die Patienten besser informiert sind.                   bestimmten Handlungsweise bewegen            rere Handlungsoptionen zur Verfügung
   Sie können langfristig die Adhärenz der                      oder ihnen eher eine informierte Ent-        stehen, sollen sie alternativ mit ihren
   Patienten zu gemeinsam definierten                           scheidung ermöglichen soll. Zu jeder         Vor- und Nachteilen dargestellt werden.
   Therapiezielen verbessern – die Patien-                      Entscheidung gehört auch eine Infor-         Dabei werden in der Regel reale Alterna-
   ten werden eher in die Lage versetzt, ihre                   mation. In der Patienteninformation          tiven mit ihren Vor- und Nachteilen dar-
   Krankheit zu verarbeiten [3], sind weni-                     sollten daher Informationsteil und Ent-      gestellt. Dabei sollen die möglicherweise
   ger unentschlossen [4] und haben auch                        scheidungsteil getrennt sein. DEGAM-         unterschiedlichen Präferenzen der Pa-
   bessere Behandlungsergebnisse [5, 6, 7,                      Patienteninformationen sollen eher die       tienten benannt und bekräftigt werden,
   8, 9, 10, 11, 12, 13]. Sehr viele Patienten                  informierte Entscheidung ermöglichen         dass eine individualisierte Entscheidung
   erwarten auch mit schriftlichen Infor-                       – keinesfalls sollen sie den Charakter       anzustreben ist. Evidenzbasierte Patien-
   mationen versorgt zu werden [14, 15,                         von Verkaufsbroschüren haben. Die            teninformationen fördern somit die
   16]. Mit dem Arzt Besprochenes wird auf                      Zielgruppe der Leser der Information         Entscheidungsfreiheit und sind non-di-
   diese Weise eher behalten. Viele Haus-                       sollte, soweit möglich, eingegrenzt und      rektiv.
   ärzte legen zwar im Wartezimmer Infor-                       benannt werden.                                   Das in der Information behandelte
   mationsbroschüren aus, die meisten da-                           Das Thema soll genau dargestellt         Krankheitsbild soll erläutert und der na-
   von stammen aber von der pharmazeuti-                        werden.                                      türliche Krankheitsverlauf dargestellt
   schen Industrie [17] und haben Werbe-                                                                     werden. Letzteres soll explizit so formu-
   charakter. Solche kommerziellen Infor-                                                                    liert werden, dass die Konsequenzen ei-
   mationen schnitten hinsichtlich ihrer                        B Evidenzbasierung                           ner Nichtintervention deutlich werden,
   Qualität im Vergleich zu nicht kommer-                         der Information                            ohne dabei Angst zu erzeugen. Die be-
   ziellen deutlich schlechter ab [18].                                                                      handelte Intervention soll beschrieben
        Für die Hausärzte kann die Heraus-                      Anders als in Leitlinien für Ärzte verbie-   werden.
   gabe einer Patienteninformation eine                         ten sich in Patientenratgebern für die            Viele Patienten, aber auch viele Ärz-
   rechtliche Absicherung bedeuten, v. a.                       hausärztliche Praxis ein Evidenzreport       te haben Schwierigkeiten mit der Anga-
   bei schriftlichen Entscheidungshilfen,                       und ein ausführliches Literaturverzeich-     be von Prozentzahlen. Darum soll der
   beispielsweise über eine Antikoagulati-                      nis. Nichtsdestotrotz soll begründet         Darstellung natürlicher Zahlen bzw. von
   on oder über durchzuführende Impfun-                         werden, wie die Autoren zu ihren Emp-        Häufigkeiten der Vorzug gegeben wer-
   gen. Wiederum vorrangig für schriftli-                       fehlungen gekommen sind. Quellen sol-        den. Auf diese Weise ergibt sich automa-
   che Entscheidungshilfen ist belegt, dass                     len angeführt werden, sofern sie verfüg-     tisch die Darstellung absoluter Risiken
   sie eine informierte Entscheidung be-                        bar sind. Weiterhin sollen Hinweise auf      anstelle relativer Risikosenkungen.
   günstigen und die Sicherheit der Patien-                     für Patienten lesbare und verstehbare             Wirkung, Nutzen und Risiken der
   ten in ihrer Entscheidung und letztlich                      ausführlichere Informationen, sofern         behandelten Intervention sollen gleich-
   die Adherence zur gemeinsam geplan-                          vorhanden angeführt werden. Es soll          berechtigt nebeneinander benannt wer-
   ten Maßnahme erhöhen können [19,                             den Patienten deutlich gemacht wer-          den. Weiterhin sollen mögliche Schad-
   20].                                                         den, wie gut belegt die Empfehlungen         wirkungen einer Intervention wie die
        In den letzten Jahren haben sich in                     sind – ggfs. soll dargelegt werden, wo       aufgewendete Zeit, für den Patienten
   Deutschland eine Reihe von Initiativen                       reale Unsicherheiten bestehen.               entstehende Kosten, Nachteile gegen-

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DEGAM-NACHRICHTEN / DEGAM NEWS                                                                                                                             57

über Lebensversicherern sowie eine             sion, die dann allen DISCERN-Kriterien            fachte DISCERN-Fragebogen. Wenn die
mögliche Krankheitsfixierung zum The-          genügt, erstellt werden. Die Informatio-          Information als Entscheidungshilfe die-
ma gemacht werden.                             nen sollen sprachlich eindeutig und für           nen soll, kommen u. U. auch andere Be-
    Mögliche durch die Intervention er-        Laien verständlich sein, die Darstellung          wertungsinstrumente in Betracht wie z.
zeugte Ängste der Patienten sollen             plastisch, die verwendeten Bilder an-             B. die modifizierte OPTION Scale [25]
adressiert werden. Diagnostische oder          sprechend.                                        oder MATRIX [26].
Screening-Interventionen sollen in na-         Bei der Verwendung von aus dem Inter-
türlichen Zahlen dargestellte Angaben          net geladenen Bildern ist auf das Urhe-
enthalten, wie häufig falsch positive          berrecht zu achten.                               G Implementierung
oder falsch negative Befunde vorkom-           Die Informationen sollen frei online
men. Informationen über diagnostische          verfügbar sein, rasch aus der Praxis-EDV          Bereits bei der Erstellung von DEGAM-
Maßnahmen sollen Angaben über Vor-             heraus ausgedruckt werden können. Ne-             Patienteninformationen soll ein Kon-
bereitung, Ablauf und Nachsorge dieser         ben einem unveränderlichen DEGAM-                 zept erarbeitet werden, wie die Informa-
Maßnahmen enthalten.                           Kern sollen zur individuellen Gestal-             tionen verbreitet werden können. Ihre
                                               tung durch die jeweilige Praxis Leerstel-         Verbreitung sollte unter den Hausärzten
                                               len frei gehalten werden (Hinweis auf lo-         breit beworben werden. Beispielsweise
D Form der Darstellung                         kale Angebote, Eindruck des Praxisstem-           sind farbige Informationen ansprechen-
                                               pels etc.)                                        der, ihr Ausdruck erfordert aber in den
Zahlen sollen der leichteren Verstehbar-                                                         Praxen einen höheren Aufwand und hö-
keit halber möglichst grafisch aufberei-                                                         here Kosten. Aber nicht nur über die ein-
tet werden. Sie sollen beispielsweise in       E Interessenkonflikte                             zelnen Hausarztpraxen, sondern auch
Form von Smileys, Balken oder Über-                                                              über Publikumszeitschriften oder aber
lebenskurven visualisiert werden.              Mögliche Interessenkonflikte der Auto-            über die Krankenkassen im Rahmen von
Zumindest ein Bild sollen alle DEGAM-          ren der Information müssen benannt                Hausarztverträgen nach §73b erscheint
Patientenratgeber enthalten.                   werden. Ein möglicher Benefit des die             eine weit gestreute Verbreitung mög-
Für hausärztliche Patienten gedachte In-       Intervention durchführenden Arztes                lich.
formationen sollen maximal ein dop-            soll dargestellt werden.
pelseitig bedrucktes DIN-A-4-Blatt um-
fassen. Ggfs kann auf andere, längere In-                                                        H Impressum
formationen hingewiesen werden.                F Praxistestung
Zwischen den sehr umfangreichen An-                                                              DEGAM-Patientenratgeber sollen Anga-
forderungen des DISCERN-Fragebogens            DEGAM-Patienteninformationen soll-                ben enthalten, welche Personen sie er-
(s. u.) und der Notwendigkeit, dass ange-      ten erst veröffentlicht werden, wenn sie          stellt haben – und möglichst auch, wie
sichts der großen Prävalenz eines zu-          von Patienten auf ihre Verständlichkeit           diese für Rückfragen erreicht werden
mindest funktionellen Analphabetis-            getestet worden sind. Die Zufriedenheit           können. Erstellungs- und Ablaufdatum
mus überhaupt schriftliche Informatio-         der Patienten mit dieser Art Aufklärung           der Information sollen angegeben wer-
nen gelesen werden können, muss ein            und mit dem Entscheidungsprozess so-              den. Dieses Manual wurde auf der Sit-
Kompromiss gefunden werden, der zu-            wie das Zustandekommen einer Ent-                 zung der ständigen Leitlinienkommissi-
nächst zugunsten von Prägnanz und              scheidung sollen abgefragt werden. Ein            on der DEGAM am 14.09.2010 ver-
Kürze gelöst werden soll. Im Zweifelsfall      brauchbares Instrument für eine solche            abschiedet. Es soll im Herbst 2012 plan-
soll für lesegewandtere Patientengrup-         Testung ist der ins Deutsche übersetzte           mäßig überarbeitet werden.
pen eine zusätzliche ausführlichere Ver-       und von einem der Autoren (GE) verein-

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58 DEGAM-NACHRICHTEN / DEGAM NEWS

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           heitsmonitor 2007, Verlag Bertelsmann
           Stiftung Gütersloh

                   Ständig aktualisierte Veranstaltungstermine von den „Tagen der Allgemeinmedizin“
                                   finden Sie unter www.tag-der-allgemeinmedizin.de.

   © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
DEGAM-NACHRICHTEN / DEGAM NEWS                                                                                                                         59

DEGAM gegen die Einführung der Ambulanten Kodierrichtlinie

Auch die Deutsche Gesellschaft für All-           Die Deutsche Gesellschaft für All-         der typischen hausärztlichen Arbeitswei-
gemeinmedizin und Familienmedizin (DE-        gemeinmedizin und Familienmedizin              se und schützt Patienten vor unnötigen
GAM) hat sich gegen die Einführung der        (DEGAM) hat sich mit der Problematik           Etikettierungen und Folgeproblemen;
„Ambulanten Kodierrichtlinie“ (AKR) aus-      der AKR in sozialrechtlicher, epidemio-        daher wird eine einheitliche, einfache,
gesprochen. Damit formiert sich ein breites   logischer und versorgungspraktischer           übersichtliche und international ver-
Bündnis aus zahlreichen Vertragsärzten, ih-   Hinsicht ausführlich befasst und fordert       gleichbare Kodierung analog ICPC benö-
ren Verbänden und Körperschaften (z. B.       statt Inkraftsetzung und Umsetzung der         tigt. Wegen des ohnehin schon enormen
Hausärzteverband, MEDI, Vertreterver-         Ambulanten Kodierrichtlinie in der ak-         Arbeitspensums darf eine hausärztliche
sammlungen der Kassenärztlichen Vereini-      tuellen Fassung:                               Kodierung in der Praxis nicht mehr Zeit
gungen Bayern, Hamburg, Hessen, Nieder-        1. Ent-Bürokratisierung                       und Personal benötigen als bisher.
sachsen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz,           2. Zeitersparnis                                   Bis zur erfolgreichen Erprobung und
Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe),       3. Vermeidung unnötiger medizini-             einer positiven Aufwand-Nutzen-Analy-
die tiefgreifende Bedenken gegen die AKR          scher Interventionen                       se in einer repräsentativen Stichprobe
nachdrücklich formuliert haben. In ihrer       4. Patientennähe                              von Allgemeinarztpraxen und der Ver-
ausführlichen Stellungnahme fordert die        5. Kodierung mit ICPC-2 Oberfläche            fügbarkeit von flächendeckenden Um-
DEGAM qualitative Verbesserungen und ei-       6. Kodierung mit ICD-10 Kompati-              setzungshilfen ist die Einführung der
ne Vereinfachung der hausärztlichen Kodie-        bilität                                    Ambulanten Kodierrichtlinie auszuset-
rungsgrundlagen. Bis diese Ziele erreicht      7. Erhalt der Krankengeschichten in           zen.
sind, muss die Einführung ausgesetzt wer-         den Dauerdiagnosen                              Die ausführliche Stellungnahme der
den. Die DEGAM warnt ausdrücklich alle         8. Einbindung von DEGAM-Fachkom-              DEGAM zu den AKR finden Sie auf www.
niedergelassenen Ärzte vor einer Aktivie-         petenz                                     degam.de.
rung der AKR in der Praxis-EDV.                9. Datenschutz und Datensparsamkeit
                                              10. Einführung erst nach Praxistest
                                                                                                    Korrespondenzadresse
Anfang November haben Vertreter des
GKV-Spitzenverbandes und der Kassen-          Das AKR-Regelwerk ist – ebenso wie die              Dr. med. Isabelle Otterbach,
ärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ei-        zugrundeliegende ICD-10 – durch den                 DEGAM-Bundesgeschäftsstelle
ne Vereinbarung zu ‚ Ambulanten Ko-           Zuschnitt auf fachspezialistische Verfah-           c/o Institut für Allgemeinmedizin,
dierrichtlinien‘ (AKR) abgeschlossen,         rensweisen und Abrechnungen für die                 Johann Wolfgang Goethe-Universität
die weitreichende Konsequenzen für die        hausärztliche Patientenversorgung un-               Theodor-Stern-Kai 7
ambulante (nicht nur vertragsärztliche)       tauglich. Die ICD-10 ist pseudogenau, re-           60590 Frankfurt am Main
Versorgung in Deutschland haben wird.         dundant, missverständlich, zu organzen-             Tel.: 069 6500-7245
Die KBV hat seitdem die verpflichtende        triert, zeitaufwendig und damit unprak-             E-Mail:otterbach@allgemeinmedizin.
Implementierung in die zertifizierte Pra-     tikabel. Nur eine am Beratungsanlass ori-           uni-frankfurt.de
xisverwaltungssoftware veranlasst.            entierte Kodierungs-Struktur entspricht

                                                                                          © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
60 ORIGINALARBEIT / ORIGINAL PAPER

   Sind die Asthmaleitlinien bei den
   Patienten angekommen? –
   Befragung von Privatversicherten
   Did the Asthma-Guidelines Reach the Patients?
   A Survey of Members of a Private Health Insurance
   Cornelia-C. Schürer-Maly1, Michael Pentzek1, Susanne Römer2, Heinz-Harald Abholz1,
   Martin Butzlaff3, Nik Koneczny4

       Hintergrund: Obwohl die Asthmasterblichkeit in                                   Background: Though mortality due to asthma has sub-
       Deutschland stark abgenommen hat, deuten Studien                                 stantially declined in Germany, studies point to still unmet
       weiterhin auf eine Unterversorgung der Patienten hin.                            medical needs of patients with asthma.
       Methode: Postalische Befragung bei Mitgliedern der                               Method: Questionnaires were mailed to members of a pri-
       „Allianz Private Krankenversicherung“ zu ihren Kenntnissen                       vate health insurance provider, Allianz Private Krankenver-
       über Asthma und zum Umgang mit der Krankheit.                                    sicherungs-AG, to monitor their knowledge about asthma
       Ergebnisse: Die Auswertung der Antworten zeigt, dass                             and its management.
       knapp ein Fünftel derjenigen, die geantwortet haben (Fra-                        Results: Only one fifth of respondents of our question-
       gebogenrücklauf insgesamt 16 %), ihre Asthma-Sprays /                            naire (altogether 16 %), used their asthmainhalers cor-
       Dosieraerosole nicht korrekt einsetzen. Nur ein Drittel nutzt                    rectly, only one third used a peak-flow meter or had an
       die Möglichkeit der Selbstkontrolle mittels Peak-Flow-Meter                      emergency plan. Only thirty percent had ever attended an
       oder verfügt über einen Notfallplan. Die wenigsten (31 %)                        educational program. According to guideline standards,
       hatten an einer Asthma-Schulung teilgenommen. Fast zwei                          two thirds of the respondents were partly or non-con-
       Drittel des Patientenkollektivs sind nach den Standards der                      trolled.
       Leitlinien nur teil- oder unkontrolliert.                                        Conclusions: Even members of a private health insurance
       Schlussfolgerungen: Selbst bei Versicherten einer pri-                           company, who supposedly possess a good general edu-
       vaten Krankenkasse, deren Mitglieder eher eine gute Bil-                         cation, have substantial deficits in asthma treatment. The
       dung aufweisen dürften, sind deutliche Defizite in der Asth-                     reasons for this cannot be elucidated through our survey.
       maversorgung vorhanden. Unsere Befragungsstudie lässt                            More patient education might improve this situation.
       die Gründe hierfür nicht eruieren. Dennoch kann vermutet
       werden, dass sich hier durch intensivere Schulungen und /                        Keywords: asthma-inhaler, disease-control, patient education,
       oder durch Behandlungsprogramme wie ein DMP Verbes-                              self-managemment
       serungen erreichen ließen.

       Schlüsselwörter: Asthma, Medikament, Krankheitskontrolle,
       Schulung, Selbstmanagement Asthma

   1
     Abt. für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf
   2
     Allianz Private Krankenversicherungs-AG, München
   3
     Medizinische Fakultät der Universität Witten/Herdecke
   4
     Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Medizinische Fakultät der Universität Witten/Herdecke
   Peer reviewed article eingereicht: 18.07.2010, akzeptiert 03.11.2010
   DOI 10.3238/zfa.2011.060

   © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
Schürer-Maly et al.:
Sind die Asthmaleitlinien bei den Patienten angekommen? – Befragung von Privatversicherten
Did the Asthma-Guidelines Reach the Patients? A Survey of Members of a Private Health Insurance                                                       61

Seit Mitte der 80er Jahre ist die Asth-      ma durch. Die Autoren erstellten dazu          • Zahl der Krankenhausaufenthalte
masterblichkeit in Deutschland rück-         einen Fragebogen mit 19 Fragen zu              • Gebrauch und Protokollführung
läufig; in den letzten 10 Jahren hat sie     Kenntnissen über Asthma und zum Um-              Peak-Flow-Meter
um ca. 30 Prozent abgenommen, eben-          gang mit der Krankheit. Die Fragen wa-         • Gebrauch      von     kortisonhaltigen
so wie Notfallbehandlungen wegen             ren als Wiederholungen und Ergänzun-             Sprays- oder Dosieraerosolen (Con-
Exazerbationen [1]. Diese erfreuliche        gen einer 2007 durchgeführten Telefon-           troller)
Entwicklung wird in ursächlichem Zu-         befragung von zufällig ausgewählten Pa-        • Gebrauch von Relievern
sammenhang mit der Dauertherapie             tienten mit Asthma der Allianz PKV             • Einnahme von steroidhaltigen Medi-
mit inhalativen Korticosteroiden (ICS)       konzipiert. Sie wurden von der Allianz-          kamenten
gesehen [2]. Sie mag zum einen mit ei-       PKV an alle Empfänger des Asthma-              • Einnahme von Kombipräparaten
ner verbesserten Leitlinienakzeptanz         Newsletters verschickt, die aus den Leis-      • Verhalten bei Luftnot
auf Seiten der behandelnden Ärzte, zum       tungsdaten der Krankenkasse ermittelt          • Besitz eines Notfallplans
anderen mit einer Verbesserung der Pa-       worden waren.
tientencompliance, z. B. bedingt auch        Die Fragen waren in folgende Gebiete
durch Vereinfachung der Therapie             aufgegliedert:                                 Ergebnisse
durch Kombinationspräparate, zusam-          1. Soziodemografische Daten, Beschrei-
menhängen [3–5]. Dennoch weisen ver-            bung der Kohorte                            Insgesamt wurden 5079 Fragebögen ver-
schiedene Studien auf eine Unterversor-      2. Umgang mit Asthma/Krankheits-               sandt, von denen 764 (16 %) zurück-
gung deutscher Asthma-Patienten hin;            management                                  geschickt wurden. Im Text angegeben
vor allem in Bezug auf Patientenschu-        3. Umgang mit Medikamenten                     werden die Zahlen der tatsächlichen
lungen, Selbstmanagement und eben            4. Asthmakontrolle                             Antworten abzüglich der fehlenden Ein-
auch die Verwendung inhalativer Korti-                                                      träge und des Punktes „Das weiß ich
koide [6].                                   Bei den Fragen nach Medikamenten wa-           nicht“.
     Die Versicherten der Allianz Private    ren zu den Substanzgruppen auch die
Krankenversicherung (Allianz-PKV) mit        häufigsten Wirkstoffnamen angegeben,
der Diagnose Asthma erhalten seit 6 Jah-     sodass diese auf der Packung nachgese-         Soziodemografische Daten /
ren alle 3 Monate einen Newsletter ihrer     hen werden konnten. Hierbei nannten            Beschreibung der Kohorten
Krankenkasse [7], der patientenrelevan-      wir den Patienten nicht nur die Wirk-
te und evidenzbasierte Informationen         stoffe, sondern auch die häufigsten            Der Anteil an Frauen und Männer war
zum neuesten Stand der Therapie und          Handelsnamen, nicht aber die Über-             mit 373 (49 %) bzw. 381 (51 %) der Ant-
Diagnostik von Asthma enthält und            begriffe wie „Reliever“ etc.                   wortenden annähernd gleich. Die meis-
auch die an Patienten gerichteten Vor-           Die Fragebögen wurden in einer             ten Antwortenden (349, 47 %) waren
gaben der Nationalen Versorgungsleitli-      kleinen Pilotstudie, die an 20 nichtärzt-      zwischen 50 und 59 Jahre alt. Bei der
nie Asthma [8] abbildet. Ziel dieses         lichen und ärztlichen MitarbeiterInnen         Mehrheit (599, 79 %) bestand die Diag-
Newsletters, der von dem Internisten N.      beider Universitäten durchgeführt wur-         nose Asthma schon länger als 5 Jahre.
Koneczny vom Institut für Allgemein-         de, optimiert.
medizin und Familienmedizin der Uni-             Die Fragebögen wurden anonym an
versität Witten/Herdecke verfasst wird,      die Versicherung zurückgesandt, wo             Umgang mit Asthma /
ist es, den Informationsstand der Ver-       auch die primäre Datenerfassung statt-         Selbstmanagement
sicherten mit Asthma zu erhöhen, was         fand. Die Anonymisierung sollte „ehrli-
ihnen die Möglichkeit zu einem bes-          che“ Antworten ermöglichen. Die Aus-           Arztkontakte
seren Selbstmanagement ihrer Krank-          wertung erfolgte durch die Autoren mit
heit geben kann.                             SPSS (Version 17.0, „Häufigkeiten“ und         Nur ein Viertel der Patienten (180, 27 %)
     Fragestellung der hier nun vorgeleg-    „Pearson Chi-Square Test“). Die im Text        suchte den Hausarzt wegen Asthma ein-
ten Studie war, wie sich aus Sicht befrag-   genannten Prozentzahlen beziehen sich          mal im Quartal auf, etwa ein Drittel tat
ter Patienten, die zudem eine regelmäßi-     jeweils auf die tatsächlichen vor-
ge Information zu Asthma erhalten, die       handenen Antworten, wobei in den
Versorgung ihrer Asthma-Erkrankung           zurückgesandten Fragebögen nicht           Seit wann ist Ihr Asthma bekannt?
darstellt und welches Wissen zur Krank-      immer alle Fragen beantwortet wa-
heit und zu Notfällen bei ihnen vorhan-      ren. Die Antwortmöglichkeiten wa-          Mein Asthma ist bekannt …
den ist.                                     ren bei jeder Frage auf einer mehr-
                                             stufigen Skala vorgegeben (Tab.1).         weniger als 1 Jahr
                                                 Zusätzlich zur Beschreibung der
Methoden                                     Häufigkeiten verglichen wir die Re-        seit 1–5 Jahren
                                             sultate derjenigen, die niemals an
                                                                                        seit mehr als 5 Jahren
Um die Versorgungsqualität und den           einer Schulung teilgenommen hat-
selbstberichteten Umgang mit der             ten, mit denjenigen, die ein- oder
                                                                                        Das weiß ich nicht.
Krankheit zu ermitteln, führten wir          mehrmals eine Schulung besucht
2009 eine Befragung aller Versicherten       hatten. Zwischen den Gruppen ver-
der Allianz-PKV mit der Diagnose Asth-       glichen wurde:                            Tabelle 1 Art und Aufbau der Fragen.

                                                                                         © Deutscher Ärzte-Verlag | ZFA | Z Allg Med | 2011; 87 (2)
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