2006 PERSONAL- UND SOZIALBERICHT - Arcelor Eisenhüttenstadt
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Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 2
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
VORBEMERKUNG
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sehr geehrte Damen und Herren,
das Jahr 2006 war für unser Unternehmen reich an Ereignissen. Im Juni 2006 stimmte der
Arcelor Verwaltungsrat der Fusion mit Mittal Steel zu. Damit fand einer der wohl ungewöhnlich-
sten Fusionsprozesse in der Geschichte der Stahlindustrie ein Ende. Mit der Verschmelzung von
Arcelor und Mittal Steel ist der mit Abstand größte Stahlhersteller der Welt entstanden. Unter der
Flagge von ArcelorMittal agieren gegenwärtig 320.000 Beschäftigte in mehr als 60 Ländern
und wir in Eisenhüttenstadt sind mit dabei. Diese neue Konstellation stellt an uns neue Herausfor-
derungen, bietet aber auch gute Chancen, unser Unternehmen nachhaltig zu entwickeln.
Als im September 2006 überraschend der Präsident des neuen Verwaltungsrates Lakshmi
Mittal nach Eisenhüttenstadt kam, war er insbesondere von der Kompetenz unserer Belegschaft
und der Leistungsfähigkeit unseres Standortes beeindruckt. Diese positive Resonanz ist eine Be-
stätigung unseres eingeschlagenen Weges, sollte uns aber auch ermuntern, die noch vorhande-
nen Verbesserungspotentiale noch konsequenter zu nutzen. Wie heißt es doch: „Wer aufhört
besser zu werden, ist bald nicht mehr gut.“
Dies gilt nicht nur für die Produktion, sondern für alle Gebiete unseres Wirkens. Im Konzern
und in der deutschen Stahlindustrie liegen wir mit unseren Ergebnissen im Arbeits- und Gesund-
heitsschutz im Spitzenfeld. Damit es auch weiterhin so bleibt, sind tägliches Engagement und
ständige Aufmerksamkeit eines jeden Beschäftigten notwendig, um unser Ziel – null Unfälle – zu
erreichen. Gesundheit und Sicherheit sind aber nicht allein wichtige Themen der Arbeitswelt, sie
greifen auch tief in die Belange der Familie. Kinder können wirksam dabei mithelfen, Erwachsene
für diese Problematik zu sensibilisieren. Kinder „sind die wirklichen Lehrmeister der Menschheit.“
Das war für uns ein Grund, aus Anlass des Tages der Gesundheit und Sicherheit die Kinder un-
serer Stadt zu einem Kreativwettbewerb aufzurufen. Die Resonanz übertraf alle unsere Erwartun-
gen. Fast 500 Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren beteiligten sich. Einige dieser kleinen
Kunstwerke stellen wir in dieser Broschüre vor. Sie werden dabei feststellen, dass Themen wie
Gesundheit und Sicherheit, betrachtet mit den Augen der Kinder, eine neue sinnliche Dimension
erlangen.
Seit Juni 2006 firmiert unser Unternehmen als Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH. Auch mit neu-
em Namen bleiben wir der Stadt, deren Namen wir nun tragen, sowie der Region eng verbun-
den. Wir engagieren uns dabei auf die vielfältigste Weise. Unser Anspruch ist: ein attraktiver
Arbeitergeber in einer attraktiven Region zu sein. Ein Aspekt ist dabei, für unsere Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeiter eine familienfreundliche Unternehmenspolitik zu gestalten. Die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf ist eine wesentliche Antwort auf die demographische Entwicklung und ein
wichtiger Standortfaktor. Globalisierung, Flexibilität und Wissensintensivierung machen einen
verlässlichen Rahmen erforderlich, speziell für die Familien unserer Beschäftigten, einschließlich
der Familienplanung. Wandel braucht Sicherheit und Regeln. Deshalb haben wir uns im vergan-
genen Jahr einem Zertifizierungsverfahren zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterzogen.
Als erstes Industrieunternehmen im Land Brandenburg erhielten wir das Grundzertifikat zum au-
dit berufundfamilie® der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Darauf können wir stolz sei. Dieses
Gütesiegel verpflichtete uns jedoch auch dazu, in unseren Anstrengungen auf diesem Gebiet
nicht nachzulassen, denn auch hierbei geht es um die Zukunft unseres Unternehmens und unse-
rer Region.
Im Namen der Geschäftsführung bedanke ich mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern für das große Engagement im Jahr 2006. Ebenso gilt mein besonderer Dank
den Arbeitnehmervertretern und Aufsichtratsmitgliedern für die Fortsetzung der vertrauensvollen
und konstruktiven Zusammenarbeit. Mit Blick auf die hohe Motivation, Kreativität und Leistungs-
bereitschaft unserer Beschäftigten können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen.
Glück auf!
Rainer Barcikowski
Geschäftsführer Personal- und Sozialwesen
Arbeitsdirektor
Eisenhüttenstadt, März 2007
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PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Personalindikatoren Staff indicators
Kennziffern Key indicators 2002 2003 2004 2005 2006
Mitarbeiter* Employees 3.230 3.183 3.139 3.039 3.001
davon Gehaltsempfänger Thereof white collar 910 893 872 863 848
davon Lohnempfänger Thereof blue collar 2.125 2.100 2.081 1.992 1.963
davon Auszubildende Thereof apprentices 195 190 186 184 190
Frauenanteil (in %) Share of women 24,7 24,1 23,7 23,7 23,6
Ø Lebensalter (in Jahren) Average age (in years) 42,5 42,9 43,5 43,5 44,4
Ø Betriebszugehörigkeit (in Jahren) 19,2 19,6 20,7 21,1 21,7
Average length of company service (in years)
Schwerbehindertenquote (in %) Disabled quota 5,4 5,6 6,6 6,7 7,2
Fluktuationsrate (in %) Fluctuation rate 1,24 2,36 2,13 3,36 3,08
Gesundheitsrate (in %) Health rate 93,96 93,69 95,37 95,54 95,96
davon GE Thereof white collar 96,20 95,77 96,91 96,28 97,51
davon LE Thereof blue collar 93,11 92,86 94,76 95,25 95,41
Unfälle mit Arbeitsausfall ab 1 Tag 33 15 7 7 5
Accidents 1 day and more absence
Unfallhäufigkeit (je 1 Mio. Arbeitsstunden) 6,8 3,2 1,4 1,6 1,2
Accident frequency (every 1 million hours)
Durchschnittlicher Schweregrad Degree of severity 0,16 0,16 0,04 0,10 0,09
Anteil Mehrarbeit zu geleisteten Arbeitsstunden (in %) 0,20 0,21 0,24 0,10 0,04
Percentage of overtime vs. performed working hours
Personalaufwand/Tonne Halbzeug, Warmband, Flachstahl (€/t) 24,90 26,20 25,80 27,70 24,30
Total staff costs per ton of semis, hot rolled coil, flat steel (€/to)
Weiterbildung (Teilnahmen) 2.876 4.035 2.836 2.709 2.961
Advanced occupational training (participations)
Ideenmanagement Management of ideas
Anzahl Vorschläge Number of suggestions 603 540 588 560 956
Anzahl Einreicher Number of proposers 516 502 472 419 624
Einsparungen aus Vorschlägen (in T€) Savings 1.053 1.546 2.083 2.004 1.157
* Zur besseren Verständlichkeit des Textes ist von Mitarbeitern die Rede,
obwohl selbstverständlich auch unsere Mitarbeiterinnen gemeint sind.
Leitende Angestellte LA
Außertarifliche Angestellte AT
Gehaltsempfänger GE
Lohnempfänger LE
Tarifgruppe TG
Lohngruppe LG
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PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
INHALTSVERZEICHNIS Contents
1 Gesundheitsmanagement Health management 6
1.1 Arbeitssicherheit Occupational safety 7
1.2 Gesundheitsförderung Medical welfare 9
1.3 Werkfeuerwehr Company fire department 11
2 Personalbestand Staff level 12
2.1 Mitarbeiter Employees 12
2.2 Personalbewegung Personnel movement 13
2.3 Altersteilzeit Part-time employment for old-age pensioners 14
2.4 Schwerbehinderte Beschäftigte Severely handicapped employees 15
2.5 Bereich Technisch-Kaufmännische Dienste Department of technical-commercial services 16
3 Belegschaftsstrukur Personnel structure 17
3.1 Beschäftigungsvergleich Männer – Frauen Employment comparison men vs. women 17
3.2 Altersstruktur Age structure 18
3.3 Betriebszugehörigkeit Length of company service 21
3.4 Nationalitätszugehörigkeit Nationalities of total staff 21
4 Arbeitszeit Working hours 22
5 Personalaufwand, Einkommensentwicklung und soziale Leistungen 25
Total staff costs, compensation development and social benefits
4Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 5
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
6 Vereinbarkeit von Beruf und Familie Work-Life-Balance 28
7 Personalentwicklung Personnel development 29
7.1 Berufliche Erstausbildung Primary vocational training 29
7.2 Nachwuchsförderung Promotion of prospective managers 32
7.3 Qualifizierung/Weiterbildung Vocational qualification/advanced occupational training 34
7.4 Ideenmanagement (Betriebliches Vorschlagswesen) Management of ideas (employee suggestion scheme) 36
QualifizierungsCentrum der Wirtschaft GmbH 38
8 Kommunikation und Information Communication and information 39
8.1 Interne Kommunikation Internal Communication 39
8.2 Veranstaltungen und Betriebsbesichtigungen Events and plant tours 40
9 Soziale Verantwortung Corporate Social Responsibility 41
9.1 Bürgerschaftliches Engagement Corporate Citizenship 41
9.2 Aktionen gegen Gewalt von Rechts – für Toleranz Measures against violence from the political right – for tolerance 44
10 Betriebliche Mitbestimmung Co-determination 45
Wichtige Ereignisse im Jahr 2006 Main events in 2006 46
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PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
1Gesundheitsmanagement
Health management
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz genießen im Konzern und in den Unternehmen
von ArcelorMittal oberste Priorität. Auch am Standort Eisenhüttenstadt bilden die Erhaltung
der Gesundheit und die Gewährleistung der Sicherheit unserer Mitarbeiter längst strategi-
sche Faktoren der Unternehmenspolitik, die in Leitbild und Kultur sowie Strukturen und Pro-
zesse des Unternehmens fest verankert sind. Aus diesem Grund verfolgt unser Unternehmen
ein umfassendes Konzept zur langfristigen Implementierung eines betrieblichen Gesund-
heitsmanagements.
Health and Safety Day 2006
Mit dem am 29. März 2006 weltweit erstmalig durchgeführten „Tag der Gesundheit und
Sicherheit“ unterstrich Arcelor: Sicherheit und Gesundheit zählen zu den wichtigsten Kon-
zernzielen. An allen 700 Standorten in 60 Ländern fanden lokale Aktivitäten, praktische
Übungen und Ausstellungen statt, um die gemeinsamen Werte auf den Gebieten Gesund-
heit und Sicherheit stärker ins Bewusstsein der 96.000 Mitarbeiter der Gruppe zu rücken.
Arcelor Eisenhüttenstadt veranstaltete an diesem Tag ein vielfältiges Programm rund um
die Themen Gesundheit und Sicherheit. Den Auftakt bildete die Eröffnung durch die Ge-
schäftsführung im Veranstaltungszelt. Hier hatten unsere Mitarbeiter Gelegenheit, sich bei
Firmenpräsentationen und Ausstellungen über das Thema persönliche Schutzausrüstungen
zu informieren. Unser Catering-Partner sorgte mit frisch gepressten Säften und Obst für ei-
nen kräftigen Vitaminschub. Unter Mitwirkung der Brandenburgischen BKK fanden Vorträge
zur gesundheitsbewussten Ernährung und dem rückengerechten Verhalten beim Heben oder
Tragen statt. Wissenswerte Informationen erhielten die Teilnehmer der Info-Veranstaltungen
zum Umgang mit Atemschutztechnik oder zu Sofortmaßnahmen bei Stromunfällen.
Zahlreiche Mitarbeiter beteiligten sich an weiteren Aktivitäten, wie Sicherheits-Checks für
Fahrräder, Fitnesstests zur Überprüfung der eigenen Kondition, Notfall- und Evakuierungs-
übungen in Verwaltungs- und Produktionsbereichen, Feuerlöschübungen sowie Nichtrau-
cherkurse.
Zum „Tag der Gesundheit und Sicherheit” startete
Arcelor Eisenhüttenstadt einen Kreativwettbewerb mit
Kindereinrichtungen der Stadt. Unter dem Motto „Sicher,
gesund und fit – Hüttes Kinder machen mit!“ rief unser
Unternehmen Eisenhüttenstädter Kinder auf, ihre Ideen zu
den Themen Sicherheit und Gesundheit schöpferisch umzu-
setzen. Die Resonanz, die der Aufruf auslöste, war über-
wältigend. Fast 500 Kinder im Alter zwischen zwei und
elf Jahren aus dreizehn Kindertagesstätten und vier Grund-
schulen der Stadt beteiligten sich am Wettbewerb. Über
170 Wettbewerbsbeiträge ganz unterschiedlicher Couleur
gingen ein.
Es war vorgesehen, die Arbeiten der Kinder außer im
Unternehmen auch einer breiten Öffentlichkeit bekanntzu-
machen. Anfang Juni 2006 wurden sie von 350 Arcelor-
Managern in Luxemburg begeistert aufgenommen.
Außerdem waren die Kinderzeichnungen während des
Stadtfestes und später in einer Ausstellung im Eisenhütten-
städter City-Center zu sehen. Mit den zwölf besten Arbei-
ten wurde der Kalender unseres Unternehmens für das
Jahr 2007 gestaltet. Als einer der ersten erhielt Lakshmi
Mittal sowie alle Mitglieder des Verwaltungsrates während
ihres Besuches in Eisenhüttenstadt diesen Kalender von
Kindern überreicht.
6Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 7
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
1.1
Arbeitssicherheit Unsere Belegschaft setzte auf ihrem Weg zum unfallfreien Unternehmen auch im Jahr
Occupational safety 2006 neue Maßstäbe. Bis zum 31. Dezember 2006 blieb Arcelor Eisenhüttenstadt 107
Tage unfallfrei. Lediglich fünf Unfälle mit Arbeitsausfall im Jahr bedeuten für unseren
Standort den niedrigsten Wert seit seinem Bestehen. Im Jahr 2002 wurden beispielsweise
noch 33 Unfälle gezählt. Auch die Unfallhäufigkeit von knapp 1,2 Unfällen je 1 Million
Arbeitsstunden stellt einen neuen Bestwert dar (2002: 6,8). Die Zahl der schweren Unfäl-
le, d.h. der Verletzungen, die zu einer Ausfallzeit länger als 60 Tage geführt haben, fiel
ebenfalls geringer aus als in den vorangegangenen Jahren. Einzig der Schweregrad der
Unfälle änderte sich nur geringfügig: zwei langwierige Unfallverletzungen hatten jeweils
Ausfallzeiten von mehreren Monaten zur Folge.
Mit 47 gemeldeten Verletzungen auf dem Weg zwischen Arbeitsstelle und Wohnung
lag die Zahl der Wegeunfälle um 12 % höher als ein Jahr zuvor. Ursache war vor allem
der extreme Winter Anfang 2006. Fahrradfahrer waren mit 22 Unfällen am häufigsten
betroffen. In acht Fällen führten diese Ereignisse zu Arbeitsunfähigkeit.
Entwicklung Unfallgeschehen Development accidental events
2005 2006
Unfälle insgesamt Accidents total 257 254
davon Unfälle mit Ausfall Thereof accidents with absence 7 5
davon schwere Unfälle (> 60 Tage) Thereof accidents 4 2
davon Unfälle ohne Ausfall Thereof accidents without absence 214 211
Durchschnittlicher Schweregrad Degree of severity 0,10 0,09
Anzahl der Ausfalltage aus Arbeitsunfällen je 1.000 Arbeitsstunden Hours not worked per 1.000 working hours
Häufigkeit Unfälle mit Ausfall (je 1 Mio. Arbeitsstunden) Accident frequency (every 1 million hours) 1,6 1,2
Wegeunfälle insgesamt Travel accidents total 47 42
davon mit Ausfall Thereof with absence 19 19
Eric, 8 Jahre
7Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 8
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Die Analyse aller Unfallereignisse im Jahr 2006 zeigt, dass Unfälle beim Gehen, Ver-
letzungen durch Schlag oder Stoß und Quetschungen sowie Schnittverletzungen zu
den häufigsten Ereignissen zählen. Dabei musste erneut konstatiert werden, dass
knapp zwei Drittel aller Unfallverletzungen verhaltensbedingte Gründe hatten.
Auch im zurückliegenden Jahr ergriff unser Unternehmen deshalb zahlreiche Maß-
nahmen, um das Bewusstsein der Mitarbeiter in Bezug auf potentielle Gefahrenquel-
len zu stärken, beispielsweise über die TPM-Aktivitäten oder die regelmäßige Aus-
wertung von Unfällen, Beinaheunfällen und Gefährdungen. Innerhalb des Konzerns
hat sich dabei das Unfallinformations- und Berichtssystem REX (Retour D’Experience
Sécurité) bewährt.
Entwicklung Unfallhäufigkeit Development accident frequency
24,7
17,7
15,6
6,8
3,2
1,4 1,6 1,2
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
mit Ausfallzeit 1 Tag
one day or more absence
An die für unser Unternehmen tätigen Auftragnehmer und Fremdfirmen stellten wir
2006 in Sachen Arbeitssicherheit ähnlich hohe Maßstäbe wie an uns selber. Alle
Auftragnehmer wurden aufgefordert, Arbeitssicherheit mit hoher Priorität zu behan-
deln. Die Ergebnisse des zurückliegenden Jahres belegen eine positive Entwicklung.
Während die mittlere Unfallhäufigkeit der erfassten Fremdfirmen 2004 noch bei
10,0 lag, ergab sich für das Jahr 2006 eine Unfallhäufigkeit von 4,0.
Mit den Ergebnissen auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit stabilisierten wir auch
im Jahr 2006 unsere Stellung unter den besten Unternehmen sowohl innerhalb der
Arcelor Mittal Gruppe als auch in der deutschen Stahlindustrie.
Vivien, 6 Jahre,
Helme schützen vorm Kran
8Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 9
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
1.2
Gesundheitsförderung Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes umfasst unser betriebliches Gesundheitsmanage-
Medical welfare ment alle Maßnahmen, die der nachhaltigen Verbesserung von Gesundheit und Wohlbe-
finden unserer Beschäftigten dienen. Arbeitnehmer und Unternehmen haben dabei ein ge-
meinsames Interesse. Unter diesem Aspekt erlangt die aktive Einbeziehung unserer Mit-
arbeiter in die betriebliche Gesundheitsförderung eine größere Tragweite. Dies geschieht
zum einen durch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Unternehmensführung und
Arbeitnehmervertretung. Zum anderen beziehen wir über die Gesundheitszirkel unsere
Beschäftigten als Experten in eigener Sache in unsere Gesundheitspolitik ein. Seit 2004
arbeiten dazu ca. fünfzehn Mitarbeiter verschiedener Bereiche regelmäßig und sehr aktiv
in zwei Gesundheitszirkeln mit. Unter Anleitung eines externen Moderators erfassen sie
nicht nur Schwachstellen im eigenen Arbeitsumfeld, sondern versuchen auch Ursachen zu
hinterfragen und Lösungswege zu entwickeln.
Hilfe zur Selbsthilfe finden Beschäftigte unseres Unternehmens
nicht nur in den Rückenschulkursen, die wir gemeinsam mit der
Brandenburgischen BKK in unserem Gesundheitszentrum anbieten,
sondern auch in der hier stattfindenden Suchtberatung. Zur weite-
ren Prävention von Rücken- und Gelenkserkrankungen sowie zur
Steigerung von Fitness und Wohlbefinden setzten wir auch 2006
unsere Aktion „Bleib fit – Schwimm mit“ fort. Jeder Mitarbeiter er-
hielt einen Jahresgutschein zur freien Nutzung des Eisenhüttenstäd-
ter Inselbades. Darüber hinaus unterstützt unser Unternehmen seit
Jahren den Grand-Prix-Wettbewerb der Stadtwerke Eisenhütten-
stadt.
Mit solchen Aktivitäten möchten wir unsere Mitarbeiter motivie-
ren, für ihre Gesundheit selbst aktiv zu werden. Eigenmotivation
ist die beste Garantie für nachhaltige Erfolge in der Gesundheits-
förderung. Diesem Ziel dienten 2006 auch individuelle Fitness-
tests, bei denen unsere Mitarbeiter Gelegenheit hatten, ihre kondi-
Stephanie, 10 Jahre tionelle Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Unter fachlicher Anleitung standen dabei vor
allem Herz-Kreislauf-Diagnostik und Funktionsdiagnostik des Bewegungsapparates auf
dem Programm. Dieses kostenlose Angebot wurde im Vorjahr von 118 Mitarbeitern unse-
res Unternehmens genutzt.
In der Betriebsvereinbarung zum Nichtraucherschutz aus dem Jahr 2005 war festge-
legt, unseren Beschäftigten Hilfe bei der Raucherentwöhnung anzubieten. Im Januar 2006
starteten dazu die ersten der insgesamt fünfzehn Raucherentwöhnungskurse. Insgesamt
nutzten 160 Mitarbeiter die Möglichkeit, sich unter fachkundiger Anleitung in nur fünf
Stunden das Rauchen abzugewöhnen. Da nur drei Mitarbeiter an der angebotenen Nach-
schulung teilnahmen, kann man von einer hohen Erfolgsquote ausgehen.
Gesundheitsbewusstsein im betrieblichen Alltag ist eine Führungsaufgabe. Deshalb er-
weiterten wir im zurückliegenden Jahr die Qualifizierungsveranstaltungen für unsere Füh-
rungskräfte, Meister und Schichtführer um Gesundheitsthemen wie Sucht am Arbeitsplatz
und gesundheitsbewusstes Führen.
Entwicklung Gesundheitsrate* (in %)
Development health rate
2002 2003 2004 2005 2006
LE Blue collar 93,11 92,86 94,76 95,25 95,41
GE White collar 96,20 95,77 96,91 96,28 97,51
Gesamt Total 93,96 93,69 95,37 95,54 95,96
* ohne Arbeitsunfall (bez./unbez.) + Kur
Without industrial accidents (paid/unpaid) + health cure
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PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Die Entwicklung der Gesundheitsrate in den letzten Jahren zeigt einen positiven Trend.
Trotzdem das Durchschnittsalter unserer Belegschaft kontinuierlich ansteigt, konnten wir
2006 die Gesundheitsquote gegenüber dem Vorjahr auf fast 96 % erhöhen. Damit stieg
die Gesundheitsrate seit 2002 um zwei Prozentpunkte. Dieses Ergebnis ist neben zahlrei-
chen Maßnahmen am Arbeitsplatz insbesondere auf das umfangreiche Gesundheitsange-
bot in unserem Unternehmen und das dadurch gestiegene Gesundheitsbewusstsein inner-
halb unserer Belegschaft zurückzuführen.
Ein immanenter Bestandteil unseres Programms zur Gesundheitsförderung ist die enge
Kooperation mit den Krankenkassen, insbesondere mit der Brandenburgischen Betriebs-
krankenkasse, bei der etwa zwei Drittel unserer Beschäftigten versichert sind. Gemeinsam
entwickelten wir im Jahr 2006 zahlreiche Aktivitäten, um vor allem die individuelle Ge-
sundheitsvorsorge unserer Mitarbeiter zu unterstützen. Mit der Einführung eines entspre-
chenden Bonussystems unterstrich die BKK, dass sich Eigeninitiative zur Verbesserung des
persönlichen Gesundheitszustandes neben dem Wohlfühleffekt auch finanziell lohnen
kann. Auf vielfachen Wunsch unserer Beschäftigten wurde erstmals auch der Besuch in ei-
nem Fitness-Studio finanziell stimuliert.
Die im Kooperationsvertrag zwischen unserem Unternehmen und der BKK angebote-
nen Leistungen erfreuten sich auch 2006 steigendem Interesse in unserer Belegschaft.
Das betraf insbesondere Massagen, Gymnastikkurse, Rückenschulen und andere Gesund-
heitsfördermaßnahmen. Seit Jahren bieten wir gemeinsam mit der Krankenkasse für unse-
re Auszubildenden einen Fitness-Check im Sportzentrum Frankfurt/Oder an. Mit verschie-
denen Aktivitäten unterstützte uns die BKK auch bei der Durchführung unseres Gesund-
heits- und Sicherheitstages im März 2006.
Arbeitsmedizinische Die arbeitsmedizinische Betreuung unserer Belegschaft ist ein wesentlicher Bestandteil unse-
Betreuung res betrieblichen Gesundheitsmanagements. Kernpunkte dieser Betreuung sind alljährlich
Occupational health care die gesetzlich notwendigen Untersuchungen nach berufsgenossenschaftlichen Grundsät-
zen. Entsprechend den Tätigkeitsfeldern in der Stahlindustrie betrifft dies insbesondere Un-
tersuchungen zu Fahr- und Steuertätigkeiten, Bildschirmarbeitsplätzen, Arbeiten mit Ab-
sturzgefahr, Tätigkeiten unter Lärm, Hitze und Atemschutz, Schweißarbeiten sowie Unter-
suchungen zum Umgang mit gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen. Insgesamt wurden
im zurückliegenden Jahr über 2.000 solcher Vorsorgeuntersuchungen durchführt.
Sicherheitsrundgänge und Arbeitsplatzbegehungen, Gefahrstoffbewertungen, Arbeits-
platzanalysen und Erste-Hilfe-Einsätze gehörten auch im Berichtsjahr zu den Leistungen des
betriebsmedizinischen Dienstes. Im Rahmen der regelmäßigen Sicherheitsrundgänge mit
Vertretern der Arbeitssicherheit, Betriebs- und Bereichsleitern, Betriebsrat und Betriebsarzt
wurden Belastungen am Arbeitsplatz analysiert, Unfallgefahrstellen minimiert und verstärkt
auf Ergonomie am Arbeitsplatz Wert gelegt.
Vorsorgemaßnahmen Provisional health measures
Untersuchungen nach BG-Grundsätzen 2.094
Erste-Hilfe-Leistungen 176
davon Tochterfirmen 40
Grippeschutzimpfungen 463
Arbeitsplatzbegehungen und Sicherheitsrundgänge 71
Jolina, 5 Jahre,
Arbeiter müssen Obst essen,
damit sie gesund bleiben
10Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 11
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
1.3
Werkfeuerwehr Auf dem Gebiet des Brandschutzes konnte der positive Trend der Vorjahre nicht fortgesetzt wer-
Company fire department den. Die Zahl der Brände stieg im Jahr 2006 deutlich an. Allein zur Bekämpfung von Bränden
an Bahndämmen musste unsere Werkfeuerwehr sechzehn Mal ausrücken. In zehn Fällen entstan-
den Brände durch Brenn- und Schneidarbeiten, das ist eine Steigerung um 50 %. Dieser Um-
stand zeigt, dass diese Arbeiten potentielle Risiken aufweisen. Aus diesem Grund wurden die
Kontrollen der Werkfeuerwehr bei Schweiß- und Schneidarbeiten ausgedehnt. Über 90 % der
Brände im Jahr 2006 waren Kleinbrände, die kaum Schaden verursachten und in der Regel so-
fort in der Entstehungsphase bekämpft wurden. Dies verdeutlicht, dass die präventive Arbeit im
Brandschutz, beispielsweise der Umgang mit Feuerlöschern, positive Ergebnisse zeitigt.
Brandentwicklung Fire development
2002 2003 2004 2005 2006
Brände gesamt Fires total 42 41 31 28 48
Kleinbrände Small fires 38 38 28 26 44
Die Hauptaktivitäten unserer Werkfeuerwehr bestanden auch im zurückliegenden Jahr in
Service- und technischen Hilfsleistungen. Eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der Werk-
feuerwehr war dabei der Einsatz bei der Reparatur der Reingassammelleitung am Hoch-
ofen 1, insbesondere zur Absicherung von Schweißarbeiten, zur Verlegung von Schlauch-
leitungen und zu Arbeiten in gasexponierten Bereichen. Bei diesen Einsätzen bewährten
sich erneut die umfassende Ausbildung der Mitarbeiter unserer Werkfeuerwehr sowie de-
ren moderne Technik. Unsere Werkfeuerwehr wird immer mehr als ein zuverlässiger und
kompetenter Servicepartner im Unternehmen wahrgenommen.
Dienstleistungseinsätze Services
2002 2003 2004 2005 2006
Celine, 5 Jahre, Serviceleistungen Direct services 2.410 2.295 2.555 2.398 2.659
Ein Arbeiter kontrolliert
Technische Hilfsleistungen Technical services 792 881 941 1.211 1.292
die Feuerlöscher
Pauline, 6 Jahre, Michelle, 5 Jahre,
Stahlglut
11Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 12
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
2Personalbestand Staff level
2.1
Mitarbeiter Die Gesamtbelegschaft der Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH belief sich zum 31. Dezem-
Employees ber 2006 auf insgesamt 3.001 Mitarbeiter. Damit ist die Beschäftigtenzahl unseres Unter-
nehmens seit 2002 weiterhin rückläufig.
Entwicklung des Personalbestandes Development of headcount
31.12.02 31.12.03 31.12.04 31.12.05 31.12.06 prozentuale Anteile
Geschäftsführung Business management 5 4 5* 4 4
LA Managerial employees 12 11 12 13 12
AT Exempt employees 155 144 144 133 138
GF + AT gesamt Business management + exempt 172 159 161 150 154 18,2
employees total
GE technisch White collar technical 353 349 345 336 338 39,9
GE kaufmännisch White collar commercial 353 325 310 306 275 32,4
Meister Foremen 23 27 34 37 41 4,8
Trainees Postgraduate trainees 6 15 9 8 12 1,4
Ruhende Arbeitsverhältnisse Dormant employment 3 18 13 26 28 3,3
GE gesamt White collar total 910 893 872 863 848 100 30,2 28,3
davon befristet Thereof limited employment 32 26 19 10 13
LE Blue collar 2.099 2.079 2.062 1.989 1.958
Ruhende Arbeitsverhältnisse Dormant employment 26 21 19 3 5
LE gesamt Blue collar total 2.125 2.100 2.081 1.992 1.963 69,8 65,4
davon befristet Thereof limited employment 17 12 4 0 1
GE + LE gesamt White and blue collar total 3.035 2.993 2.953 2.855 2.811 100
Auszubildende Apprentices 195 190 186 184 190 6,3
Gesamt Total 3.230 3.183 3.139 3.039 3.001 100
* Aufgrund des Wechsels eines Geschäftsführers bestand am 31.12. 2004 eine Doppelbesetzung.
Mitarbeiter per 31.12.2006 Employees 2006/12/31
6,3 GF/AT Business management/
5,1 exempt employees
65,4
Lohnempfänger Blue collar
23,2
Gehaltsempfänger White collar
in % Auszubildende Apprentices
12Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 13
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
2.2
Personalbewegung Zum 31. Dezember 2006 waren in unserem Unternehmen 2.811 Mitarbeiter (ohne
Personnel movement Auszubildende) beschäftigt. Damit verringerte sich der Personalbestand gegenüber
dem Vorjahr um 44 Mitarbeiter, was einer Reduzierung der Belegschaft um 1,54 %
entspricht.
Entwicklung des Personalbestandes Im Jahr 2006 erfolgten 117 Zugänge, darunter waren 43 unbefristete Einstellungen aus
Development of the staff level Eingliederungen von Tochterunternehmen und der Einstellung von acht Absolventen von
Jahr Entwicklung zum Vorjahr Hoch- und Fachhochschulen im Rahmen unseres Trainee-Programms. Elf Auszubildende er-
Development vs. previous year hielten im Jahr 2006 nach erfolgreicher Abschlussprüfung einen Arbeitsvertrag und 51
Jugendliche begannen ihre berufliche Erstausbildung im Unternehmen. Insgesamt verließen
2000 + 4,7 %
im vergangenen Jahr 155 Mitarbeiter unser Unternehmen, bei zwei von ihnen endete das
2001 + 1,9 % befristete Arbeitsverhältnis. Im Rahmen der betrieblichen Altersteilzeitregelung schlossen 51
2002 – 0,3 % Mitarbeiter ihre Freizeitphase ab und gingen in den vorzeitigen Ruhestand. Aus sonstigen
2003 – 1,4 % Gründen (EU-Rente, Tod, Kündigung, Aufhebungsverträge) schieden 102 Mitarbeiter aus.
2004 – 1,4 % Damit stieg die Fluktuationsrate gegenüber 2005 von 3,36 % auf 3,62 %.
2005 – 3,3 % Um einen flexiblen Personaleinsatz zu gewährleisten, erfolgten innerbetriebliche Verset-
zungen, Veränderungen des Arbeitszeitregimes und die Umgestaltung des Entgeltsystems.
2006 – 1,5 %
Dazu wurden im Jahr 2006 insgesamt 852 personelle Einzelmaßnahmen durchgeführt.
Personalbewegung
Personnel movement
2002 2003 2004 2005 2006
Anzahl der zu besetzenden Stellen/Ausbildungsplätze Jobs to fill 113 81 68 83 90
davon gewerbliche Arbeitnehmer Thereof blue collar 12 22 6 12 11
davon Angestellte Thereof white collar 53 9 12 21 28
davon Auszubildende Thereof apprentices 48 50 50 50 51
Anzahl der Bewerber intern Number of candidates internal 92 63 65 98 172
Anzahl der Bewerber extern Number of candidates, external 647 522 685 686 1.420
Anzahl der Bewerber gesamt Number of candidates, total 739 585 750 784 1.592
davon gewerbliche Arbeitnehmer Thereof industrial employees 50 81 20 65 50
davon Angestellte Thereof salaried employees 192 114 48 48 450
davon Auszubildende Thereof apprentices 320 222 515 534 777
davon Initiativbewerber Thereof initiative candidates 177 168 167 137 315
Im Jahr 2006 erhielt unser Unternehmen doppelt soviel Bewerbungen wie im Jahr zuvor.
Insbesondere bei externen Bewerbungen war eine deutliche Zunahme zu registrieren. Für
die neunzig im Jahr 2006 zu besetzenden Stellen gingen fast 1.600 Bewerbungen ein,
davon waren ca. 90 % externe Bewerber.
Aufgrund unserer Informationsoffensive zur Berufsausbildung stieg im zurückliegenden
Jahr auch die Nachfrage auf Ausbildungsplätze. Für eine berufliche Erstausbildung bei
Arcelor Eisenhüttenstadt bewarben sich insgesamt 777 Jugendliche. Damit kamen auf ei-
nen Ausbildungsplatz fast 16 Bewerber. Im Jahr 2003 waren es noch vier Nachfragen je
Lehrstelle.
13Innen 06.06.2007 10:29 Uhr Seite 14
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
2.3
Altersteilzeit Ein Bestandteil unserer Personalpolitik ist seit Jahren die Anwendung der gesetzlichen
Part-time employment for old-age Regelungen zur Altersteilzeit. Entsprechend betrieblicher Vereinbarungen nutzen wir dieses
pensioners Instrument überwiegend dazu, eine planerische Perspektive zur Neubesetzung der Stellen
zu erhalten und den notwendigen Verjüngungsprozess unserer Belegschaft voranzutreiben.
Für die Betroffenen bietet die Altersteilzeitregelung ein Stück Lebensqualität, die ihnen ei-
nen gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand gestattet.
Seit der Einführung der Altersteilzeitregelung nahmen mehr als 80 % der berechtigten
Mitarbeiter unseres Unternehmens das Altersteilzeitangebot in Anspruch. Zum 31. Dezem-
ber 2006 befanden sich 94 Berechtigte in der Freizeitphase. Mitarbeiter, die 2006 in die
Altersteilzeit bzw. in den Ruhestand wechselten, wurden traditionell am Ende des Jahres
von Geschäftsführung und Betriebsrat feierlich verabschiedet.
Mitarbeiter in Altersteilzeit Part-time employment for old-age pensioners
Jahrgang Age group 1942 und älter 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951 Summe
Berechtigter Personenkreis 157 63 61 63 43 55 70 78 77 97 764
Entitled category of persons
ATZ-Verträge zum 31.12.2006 3 10 19 18 14 45 59 69 65 72 374
Part-time employment contracts
Freizeitphase zum 31.12.2006 3 8 19 18 12 21 13 94
Altersrente zum 31.12.2006 122 45 29 27 20 243
Retirement pension
Anton, 10 Jahre
14Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 15
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
2.4
Schwerbehinderte Unser Unternehmen bietet auch Menschen mit schweren Behinderungen Möglichkeiten,
Beschäftigte sich produktiv an den Geschäftsprozessen zu beteiligen und aktiv zum Unternehmenser-
Severely handicapped employees folg beizutragen. Gemeinsam mit dem zuständigen Integrationsamt und der Berufsgenos-
senschaft nutzen wir das zur Verfügung stehende gesetzliche Instrumentarium, um unsere
Mitarbeiter mit Behinderungen in den Arbeitsprozess zu integrieren.
Im vergangenen Jahr hat unser Unternehmen die gesetzlich geforderte Beschäftigungs-
quote von Mitarbeitern mit Behinderungen (5 %) deutlich übertroffen. Zum 31. Dezember
2006 waren bei uns 199 anerkannt schwer behinderte und gleichgestellte Mitarbeiter be-
schäftigt. Das entspricht einer Quote von 7,2 % der Belegschaft.
Schwerbehindertenquote (in %) Disabled quota
31.12.02 31.12.03 31.12.04 31.12.05 31.12.06
Gehaltsempfänger White collar 4,6 5,4 5,8 5,9 5,9
Lohnempfänger Blue collar 5,7 5,9 6,9 7,1 7,7
Gesamt (inkl. Mehrfachanrechnung) 5,4 5,6 6,6 6,7 7,2
Total (incl. multiple charging)
Träger der Aufwendungen von 1992 bis 2006 Bodies responsible for expenditure
1
38 61
in %
Arcelor Eisenhüttenstadt Berufsgenossenschaft Integrationsamt
Lars, 5 Jahre,
Am Hochofen muss man sich
vor Feuer schützen
15Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 16
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
2.5
Bereich Mit dem Service-Team des Bereiches Technisch-Kaufmännische Dienste (TKD) verfügt unser
Technisch-Kaufmännische Unternehmen über ein bewährtes Instrument, den innerbetrieblichen Personaleinsatz flexibel
Dienste zu gestalten. Dazu gehört auch die sozial abgefederte Wieder- und Weiterbeschäftigung
Department of technical-commercial von Mitarbeitern, die aus gesundheitlichen Gründen bzw. nach Rationalisierungsmaßnah-
services men nicht mehr auf ihrem bisherigen Arbeitsplatz einsetzbar sind. Neben betrieblichen
Dienstleistungen des Service-Teams erlaubt der Arbeitskräftepool des Bereiches die zeit-
weise Kompensation von Personalausfällen und -engpässen sowie eine gezielte Arbeitneh-
merüberlassung auch über das Unternehmen hinaus.
Arbeitskräftepool Bereich TKD 2006 Labor pool department of technical-commercial services
2002 2003 2004 2005 2006
Stand 1.1. Situation 1/1/ 44 57 46 40 28
Zugänge Entries 68 65 42 14 11
davon Rationalisierung Thereof rationalization 1 6 2 5 3
davon Beendigung Berufsausbildung Thereof termination of vocational training 53 48 35 3 1
davon gesundheitliche Gründe Thereof health reasons 14 11 5 6 7
davon Sonstiges Thereof others 1 1 – – –
Abgänge Leaves 55 76 48 26 8
davon Beendigung Arbeitsverhältnis Thereof termination of employment 5 33 10 14 4
davon Versetzung auf unbefristete Stellen Thereof transfer to established post 50 43 38 12 4
Stand 31.12. Situation 12/31/ 57 46 40 28 31
davon Arbeiter Thereof blue collar 19 35 34 21 24
davon Angestellte Thereof white collar 38 11 6 7 7
Dienstleistungen vom Bereich TKD in 1.000 Stunden
Services of technical-commercial services
2002 2003 2004 2005 2006
Reinigung und Reparatur von Arbeitsschutzbekleidung
in Kooperation mit Behindertenwerkstatt 8,7 7,8 7,1 5,2 4,6
Textile repair and clothing centre in co-operation with
a workshop for handicapped persons
Elektroüberprüfungen Electrical checks 1,4 0,8 1,1 0,7 0,7
Gebäudegrundreinigung Basic building cleaning 7,8 6,8 8,1 3,3 3,7
Entsorgungsleistungen Waste management 2,1 2,7 1,7 2,7 1,1
Versorgung Hitzeschutzgetränken, Sanitärlager Sanitary store 0,4 0,5 0,5 0,6 0,4
Andere Dienstleistungen Other services 0,6 0,8 1,1 0,4 1,2
Gesamt Total 21,0 19,4 19,6 12,9 11,7
16Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 17
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
3 Belegschaftsstruktur Personnel structure
In der Struktur unserer Belegschaft zeichneten sich im Jahr 2006 nur geringfügige Verände-
rungen gegenüber den Vorjahren ab. So gab es in der Altersstruktur und der Frauener-
werbstätigkeitsquote im zurückliegenden Jahr kaum Abweichungen. Hervorzuheben ist der
hohe Facharbeiteranteil mit fast 75 % der gewerblichen Beschäftigten. Diese Quote stellt ei-
nen Spitzenwert in der Stahlindustrie dar.
3.1
Beschäftigungsvergleich Der Anteil der Frauen an unserer Gesamtbelegschaft blieb mit 23,6 % auf dem Vorjahrsni-
Männer – Frauen veau. Gegenüber branchenüblichen Werten der Stahlindustrie stellt dies eine überdurch-
Employment comparison men vs. women schnittlich hohe Frauenquote dar, die wir auch zukünftig erreichen wollen. Mit verschiede-
nen Maßnahmen und gezielten Initiativen, beispielsweise in der Berufsausbildung sowie bei
der Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, versucht unser Unternehmen diese Ziel-
stellung zu untermauern.
Frauen Männer Gesamt Frauenanteil
Women Men Total Share of women
in % in %
GF + AT gesamt Business management + 22 132 154 18,2 14,3
exempt employees total
Meister Foreman 1 40 41 4,8 2,4
Obere TG Upper salary groups 50 140 190 22,4 26,3
Mittlere TG Middle salary groups 253 142 395 46,6 64,1
Untere TG Lower salary groups 22 4 26 3,1 84,6
Trainees Postgraduate trainees 2 10 12 1,4 16,7
Ruhende Arbeitsverhältnisse Dormant employment 10 18 28 3,3 35,7
TKD Technical commercial service 1 1 2 0,2 50,0
GE gesamt White collar total 361 487 848 100,0 42,6
Spitzen-LG Top wage groups 2 129 131 6,7 1,5
Facharbeiter-LG Skilled workers wage groups 168 1.290 1.458 74,3 11,5
Anlern-LG Semi-skilled workers wage groups 138 202 340 17,3 40,6
Untere LG Lower wage groups 12 4 16 0,8 75,0
Ruhende Arbeitsverhältnisse Dormant employment 3 2 5 0,3 60,0
TKD Technical-commercial service 6 7 13 0,7 46,2
LE gesamt Blue collar total 329 1.634 1.963 100,0 16,8
GE + LE gesamt White + blue collar total 690 2.121 2.811 24,5
Auszubildende Apprentices 18 172 190 9,5
Gesamt Total 708 2.293 3.001 23,6
17Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 18
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
3.2
Altersstruktur Die Altersstruktur unserer Belegschaft stellt ein Spiegelbild der allgemeinen demografi-
Age structure schen Lage im Osten Deutschlands und der Branchenproblematik der deutschen Stahlin-
dustrie dar. Von 1991 bis 2005 erhöhte sich beispielsweise das Durchschnittsalter der
Erwerbstätigen in Deutschland von 38,8 auf 41,1 Jahre. Der Altersdurchschnitt unserer
Belegschaft betrug im Jahr 1996 noch 40,2 Jahre, zehn Jahre später stieg das durch-
schnittliche Lebensalter auf 44,4 Jahre an. Unsere männlichen Beschäftigten waren 2006
durchschnittlich 44 und unsere Mitarbeiterinnen 46 Jahre alt. Auffällig war im Vorjahr der
geringe Anteil der Beschäftigten unter 30 Jahren mit knapp 17 % der Gesamtbelegschaft.
Über die Hälfte unserer Beschäftigten gehören der Altersgruppe der 40- bis 54-Jähri-
gen an. Vor dem Hintergrund einer sich verändernden Arbeitswelt und der demografi-
schen Entwicklungen werden wir in den nächsten Jahren die Folgen der nahezu unmerk-
lich fortschreitenden Veränderung der Altersstruktur zu spüren bekommen. Eine der größ-
ten Herausforderungen der kommenden Jahre wird daher auch für unser Unternehmen
darin bestehen, mit einer stetig älter werdenden Belegschaft dem zunehmenden Verände-
rungsdruck des Marktes zu begegnen.
Altersstruktur per 31.12.2006 Age structur as of 2006/12/31
726
377
336
255
282 226
184
143
117 43
62
60
114
76
bis 19 20 –29 30 – 39 40 – 49 50–54 55–59 60 u.mehr Jahre
Lohnempfänger Blue collar
Angestellte White collar
Auszubildende Apprentices
Kira, 6 Jahre,
Arbeiter müssen Handschuhe
und Mantel tragen
18Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 19
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Durchschnittliches Lebensalter (in Jahren) Average age (in years)
2002 2003 2004 2005 2006
GF + AT Business management + exempt employees 50,0 48,5 50,1 50,6 51,0
GE White collar 44,7 45,2 45,7 45,5 46,0
LE Blue collar 41,2 41,7 42,2 42,8 43,4
Gesamt (ohne Azubi, TKD, Projektmanagement und Trainees) 42,5 43,0 43,5 43,5 44,4
Total (without apprentices, TKD, project management and trainees)
Entwicklung der Altersstruktur Development of age structure
Alter Age 2002 2003 2004 2005 2006
Bis 19 Jahre 134 130 116 117 114
20–29 427 434 449 423 393
30–39 761 680 616 535 494
40–49 1.106 1.085 1.040 1.045 1.008
50–54 419 451 476 487 520
55–59 283 283 297 312 369
60 und mehr 100 120 145 120 103
Gesamt Total 3.230 3.183 3.139 3.039 3.001
Oskar, 7 Jahre
19Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 20
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Altersstruktur per 31.12. 2006
Age structure as 2006/12/31
Frauen Männer
65
64
63
62
61
60
59
58
57
56
55
54
53
52
51
50
49
48
47
46
45
44
43
42
41 Kevin, 7 Jahre
40
39
38
37
36
35
34
33
32
31
30
29
28
27
26
25
24
23
22
21
20
19
18
17
16
40 20 20 40 60 80 100
20Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 21
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
3.3
Betriebszugehörigkeit Mit der zunehmenden Alterung unserer Belegschaft erhöht sich auch die durchschnittliche
Length of company service Betriebszugehörigkeit unserer Beschäftigten. Im Jahr 2006 betrug sie 21,7 Jahre. Dieser
hohe Durchschnitt und die lange Liste der Jubilare sind aber auch ein positives Aushänge-
schild für Arcelor Eisenhüttenstadt. Wie sonst kann man so viele Jahre einem Unterneh-
men treu bleiben. Diese Treue wird am Ende eines jeden Jahres von Geschäftsführung und
Betriebsrat im feierlichen Rahmen gewürdigt. Im Jahr 2006 konnten 110 Mitarbeiter un-
seres Unternehmens auf eine 25-, 35- bzw. 45-jährige Betriebszugehörigkeit zurückbli-
cken. Zehn von ihnen wurden für ihr 45-jähriges Jubiläum besonders geehrt.
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit (in Jahren)
Average length of company service (in years)
2002 2003 2004 2005 2006
GE White collar 21,2 21,2 22,8 22,9 23,5
LE Blue collar 18,3 18,9 19,8 20,3 21,0
Frauen Women 20,1 20,8 22,1 22,7 23,5
Männer Men 18,9 19,1 20,2 20,5 21,1
Gesamt (ohne Azubi und Trainee) 19,2 19,6 20,7 21,1 21,7
Total (without apprentices and
postgraduate trainee)
3.4
Nationalitätszugehörigkeit Im Jahr 2006 waren insgesamt zwanzig Mitarbeiter mit acht verschiedenen Nationalitäten
Nationalities of total staff in unserem Unternehmen beschäftigt. Damit konstatierten wir wiederum einen sehr gerin-
gen Ausländeranteil, insbesondere im Vergleich zu anderen deutschen Stahlunternehmen.
Nationalitäten der Belegschaft Nationalities of total staff
Nationalität Nationalities LE GE Gesamt
Blue collar White collar Total
Deutschland Germany 2.132 849 2.981
Belgien Belgium 0 1 1
Polen Poland 2 2 4
Russland Russia 0 6 6
Frankreich France 0 2 2
Vietnam Vietnam 2 0 2
Ukraine Ukraine 0 1 1
Ungarn Hungary 3 0 3
Brasilien Brasil 0 1 1
Gesamt Total 2.139 862 3.001
21Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 22
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
4Arbeitszeit Working hours
Nach dem Tarifvertrag lag die Wochenarbeitszeit unserer Beschäftigten im Jahr 2006 bei
35 Stunden. Einen deutlichen Rückgang haben wir bei den Mehrarbeitsstunden zu ver-
zeichnen und auch die Ausfallstunden konnten gesenkt werden. Der Anteil der Ausfallstun-
den an den geleisteten Arbeitsstunden betrug 22 %. Hierbei brachte vor allem die Redu-
zierung der Krankheitstage und Unfallereignisse mit Ausfall positive Effekte.
Im Vorjahr erfolgte in unserem Unternehmen die Umstellung der Arbeitszeiterfassung
(Abwesenheitszeiten und Entgeltansprüche) von der bis dahin üblichen papierbasierten
Erfassung auf elektronische Bearbeitung über SAP.
Arbeitszeitentwicklung (in Stunden) Development of working hours (in hours)
2005 2006
Geleistete Arbeitsstunden Performed working hours 4.376.235 4.172.662
davon Mehrarbeitsstunden Thereof hours of overtime 2.957 1.938
Ausfallstunden Absent hours 1.001.488 933.963
davon Urlaub Thereof holiday 680.900 641.279
davon Entgeltfortzahlung Thereof continued payment of wages 205.371 177.668
davon Arbeitsunfall bezahlt Thereof industrial accidents paid 6.933 6.598
davon Qualifizierung Thereof vocational qualification 14.878 14.135
davon sonstige bezahlte Freistellung Thereof others paid exemption 78.732 82.989
davon Ausfallstunden, unbezahlt Thereof absent hours, unpaid 14.674 11.294
Annika, 8 Jahre
22Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 23
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Die Mehrarbeitsquote hat sich im zurückliegenden Jahr weiter deutlich verringert und
liegt damit unter den Werten anderer deutscher Stahlunternehmen.
Anteil der Mehrarbeit zu geleisteten Stunden (in %) Percentage of overtime vs. worked hours
2002 2003 2004 2005 2006
LE Blue collar 0,07 0,07 0,10 0,06 0,02
GE White collar 0,53 0,54 0,62 0,22 0,11
Gesamt Total 0,20 0,21 0,24 0,10 0,04
Der durchgehende Mehrschichtbetrieb war auch 2006 das vorherrschende Arbeitszeitmo-
dell in unserem Unternehmen. Um eine effiziente Auslastung unserer modernen Produktions-
anlagen zu gewährleisten, arbeitet über 62 % unserer Belegschaft im durchgehenden Drei-
schichtsystem. Über 17 % der in diesem Schichtsystem Beschäftigten sind Frauen.
Arbeitszeitsysteme per 31.12.2006 Working hour systems of 2006/12/31
Schichtgruppe Shift group Männlich Weiblich Gesamt Ø Lebensalter
Male Female Total Average age
Teilzeit Part-time work 0 7 7 39,3
Normalarbeitszeit Normal working time 397 308 705 46,2
Einschichtig One shift Durchgehend Continous 7 11 18 45,1
Unterbrochen Discontinous 197 21 218 44,7
Summe Sub-total 204 32 236 44,7
Zweischichtig Two shifts Durchgehend Continous 15 6 21 47,5
Unterbrochen Discontinous 14 7 21 45,1
Summe Sub-total 29 13 42 46,3
Dreischichtig Three shifts Durchgehend Continous 1.373 288 1.661 42,9
Unterbrochen Discontinous 15 5 20 36,4
Summe Sub-total 1.388 293 1.681 42,8
Gesamt (ohne Azubis, Trainees, ruhende Arbeitsverhältnisse) 2.018 653 2.671 43,9
Total (without apprentices, postgraduate trainees, dormant employment)
Isabell, 6 Jahre,
EKO-Lokomotive
23Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 24
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Anteil der Schichten Share of shifts
26,4
0,3 8,8
62,9 1,6
in%
Dreischichtig Three shifts Normalarbeitszeit Normal working time
Zweischichtig Two shifts Teilzeit Part-time work
Einschichtig One shift
Die Krankenrate betrug im Berichtsjahr 4,04 %. Das entspricht einer Verringerung um
0,42 Prozentpunkte. Damit setzte sich 2006 der positive Trend der letzten Jahre fort.
Seit der Auflage unseres Programms zur Gesundheitsförderung im Jahr 2002 sank die
Krankenrate damit um über 30 %. Konnten wir im Jahr 2005 vor allem bei unseren ge-
werblichen Beschäftigten eine deutliche Reduzierung der krankheitsbedingten Abwesen-
heit verzeichnen, so war es im Vorjahr der Angestelltenbereich, in dem Krankheitstage
erheblich minimiert wurden.
Norman, 4 Jahre,
Entwicklung Krankenrate (in%)
Der Helm schützt den Kopf Development illness rate
2002 2003 2004 2005 2006
LE Blue collar 6,89 7,14 5,24 4,75 4,59
GE White collar 3,80 4,23 3,09 3,72 2,49
Gesamt Total 6,04 6,31 4,63 4,46 4,04
24Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 25
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
5 Personalaufwand, Einkommensentwicklung und soziale Leistungen
Total staff costs, compensation development and social benefits
Im zurückliegenden Jahr betrug der Personalaufwand ohne Rückstellungen fast 134 Mio.
Euro und verringerte sich damit gegenüber 2005 um rund 1,2 Mio. Euro. Ursache für
diese Reduzierung war die Senkung der sozialen Abgaben. Demgegenüber erhöhte sich
der Personalaufwand je Mitarbeiter im vergangenen Jahr um 5 %. Da gleichzeitig eine
deutliche Steigerung des Umsatzes zu verzeichnen war, sank auch der Personalaufwand
im Verhältnis zur Umsatzleistung. Parallel dazu reduzierte sich der Anteil der Personalkos-
ten am Gesamtaufwand unseres Unternehmens um fast 2,3 Prozentpunkte auf 12,78 %.
Entwicklung Personalaufwand (in 1.000 €) Development total staff costs
2002 2003 2004 2005 2006
Lohn- und Gehaltssumme Total wages and salaries 106.680 108.318 109.315 106.057 107.381
Soziale Abgaben ohne Rückstellungen 26.622 25.505 26.140 28.934 26.401
Social security contributions without provisions
Personalaufwand ohne Rückstellungen Staff costs without provisions 133.302 133.823 135.455 134.991 133.782
Rückstellungen Provisions 7.647 14.671 4.466 3.053 3.961
Personalaufwand je Mitarbeiter Total staff costs for every employee 42,8 43,4 45,0 44,8 46,9
Umsatz je Mitarbeiter Turnover per employee 291,4 318,0 353,9 366,8 446,2
Personalaufwand zur Umsatzleistung (in %) Total staff costs vs. turnover 14,7 13,7 12,7 12,2 10,5
Personalaufwand/Tonne Halbzeug, Warmband, Flachstahl (in €/t) 24,9 26,2 25,8 27,7 24,3
Total staff costs per ton of semis, hot rolled coils, flat steels
Personalkostenanteil an den Primärkosten (in %) 16,40 17,37 14,75 15,07 12,78
Share of total staff costs in total costs
Personalaufwand Total staff costs
30,3
19,7
50
in%
Arnand, 5 Jahre,
Ohrenschützer schützen Löhne Wages Soziale Abgaben ohne Rückstellungen
Social security contributions without provisions
Gehälter Salaries
Aufwendungen und soziale Abgaben bestehen vornehmlich aus dem Arbeitgeberanteil
Sozialversicherung, den Beiträgen für die Berufsgenossenschaft, der Altersvorsorge so-
wie sonstigen sozialen Zuwendungen. Sie beliefen sich im zurückliegenden Jahr monat-
lich auf 887 Euro je Beschäftigten.
25Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 26
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Marie, 5 Jahre,
Mein Opa am Hochofen
Soziale Abgaben und Aufwendungen
Social security contributions and expenditures
Soziale Abgaben (in € je Mitarbeiter/Monat)
Social security contributions and expenditures
(in € per employees /month)
2002 916,45
2003 1.086,32
2004 847,00
2005 916,00
2006 887,00
Veränderung bei den Lohngruppen Variation of wage groups
2002 2003 2004 2005 2006
Lohngruppenkoeffizient Wage group coefficient 6,52 6,57 6,59 6,62 6,67
Durchschnittspunkte Tarifzulage Average points of performance 14,84 15,11 15,07 15,16 15,22
allowance according to collective agreement
Veränderung bei den Gehaltsgruppen Variation of salary groups
2002 2003 2004 2005 2006
Durchschnittsgehaltsgruppe Average salary group 4,93 4,90 4,93 4,91 4,92
Durchschnittsgruppenzulage Average salary bonus 1,41 1,32 1,33 1,33 1,10
Durchschnittsgruppe Meister Average foreman group 2,30 2,42 2,50 2,46 2,59
Zu einer erfolgreichen und mitarbeiterorientierten Unternehmenspolitik zählt, auch
auf die sozialen Bedürfnisse seiner Beschäftigten einzugehen. In Anbetracht der ge-
sellschaftlichen Rahmenbedingungen stößt vor allem die finanzielle Absicherung un-
serer Mitarbeiter nach ihrem Berufsleben über die gesetzliche Altersversorgung hin-
aus auf wachsendes Interesse. Deshalb hat Arcelor Eisenhüttenstadt gemeinsam mit
der IG Metall und der betrieblichen Interessensvertretung verschiedene Modelle der
Altersvorsorge entwickelt und eingeführt. Auf der Basis betrieblicher Vereinbarungen
existieren folgende Möglichkeiten der Direktversicherung:
– arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung über einen jährlichen Zuschuss
von 260 Euro;
– arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung über die Verwendung vermögens-
wirksamer Leistungen in Höhe von 330 Euro;
– Angebot, die zusätzlichen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe
von 5 % in die Direktversicherung umzuwandeln (nur für ATZ-Berechtigte);
– arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherung aus dem Bruttoentgelt, z.B. Urlaubs-
und Weihnachtsgeld.
Maja, 6 Jahre,
Handschuhe sind wichtig
26Innen 06.06.2007 10:30 Uhr Seite 27
PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006
Teilnehmer an der arbeitnehmerfinanzierten Direktversicherung Participants in direct insurance financed by employees
2002 2003 2004 2005 2006 Anteil an Belegschafts-
gruppe in %
Percentage of
staff group
LE Blue collar 325 342 368 350 320 16,3
GE White collar 317 306 307 295 284 34,1
Gesamt Total 642 648 675 645 604
Anteil an Gesamtbelegschaft (ohne GF, LA 22,4 22,9 24,2 22,7 21,6
und Azubi) in % Share of total staff
(without business management, managerial
employees and apprentices)
Teilnehmer an der arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge 2006 Teilnehmer an der MetallRente 2006
Participants in old-age provision system financed by the employer Participants in MetallRente
Zuschuss von Verwendung Renten- Direkt- Pensions-
260 € vermögenswirksamer versicherung versicherung kasse
Leistungen in Höhe in Höhe Direct Pension
von 330 € von 5% insurance fund
LE Blue collar 1.964 949 38 LE Blue collar 67 181
GE White collar 771 589 78 GE White collar 68 202
Gesamt (ohne GF + LA) Total 2.735 1.538 116 Gesamt Total 135 383
(without business management
+ managerial employees)
Ein weiteres auf der Basis des Tarifvertrages zur Entgeltumwandlung vom 14. November
2001 entwickeltes Modell betrieblicher Altersvorsorge bildet die sogenannte „MetallRente“.
Hierbei wurde die Möglichkeit geschaffen, die staatliche Altersvorsorge durch ein geför-
dertes privates bzw. betriebliches Engagement zu ergänzen. Dabei stehen unseren Mitar-
beitern verschiedene Durchführungswege zur Verfügung, wie die Nettoentgeltumwandlung
in eine Direktversicherung oder Pensionskasse bzw. eine Bruttoentgeltumwandlung in eine
Direktversicherung oder Pensionskasse. Besonders attraktiv war für unsere Mitarbeiter vor
allem die Umwandlung des Bruttoentgeltes in eine Pensionskasse. Die Möglichkeit der
Nettoentgeltumwandlung wurde dagegen noch nicht genutzt.
Im Mai 2006 erhielten unsere Mitarbeiter im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungspro-
gramms der Arcelor Gruppe die Gelegenheit, Mitarbeiteraktien zu Sonderkonditionen zu
erwerben. Mit einer Teilnahmequote von fast 50 % wurde das attraktive Angebot am
Standort Eisenhüttenstadt sehr gut angenommen. Insgesamt wurden über 42.600 Aktien
im Wert von 1,08 Mio. Euro erworben.
Im Ergebnis der Fusion von Arcelor und Mittal Steel bestand eine bisher einmalige
Offerte, die Arcelor-Aktien mit guten Gewinnaussichten zu verkaufen. Dieses Angebot
wurde vom Großteil unserer Beschäftigten auch genutzt.
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