Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber

 
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Aktuelles aus dem Pflanzenbau
Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019

DI Christian Krumphuber
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Übersicht

  Marktsituation

  Flächen, Daten und Fakten

  Rolle der Pflanzenzüchtung für künftige Herausforderungen

  Produktivitätsentwicklung im Ackerbau

Folie 2
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Die globale Versorgungslage für Getreide und
Mais (Zahlen in Millionen Tonnen)

                                                                                                                                               2689
  2700
                                                                                                                                       2639
                                                                                                                           2580 2564          2624
  2600
                                                                                                        2492                2569 2544
  2500                                                                                                             2467
                                                                                              2474
                                                                                                            2465
  2400                                                                                                              2439
                                                                                                     2418
                                                                                   2299 2284
  2300
                                                                  2241 2242 2228              2266
                                                                                       2290
                                                                                                                                              Produktion
  2200
                                                           2125            2203 2199                                                          Verbrauch
                                                                    2160
  2100                               2043 2031 2049        2103

  2000                        1949           2017
                                      1995          2004
                  1910 1915
  1900    1866                1863
                  1880 1822
           1846
  1800

  1700

  1600
          00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 11/12 12/13 13/14 14/15 15/16 16/17 17/18 18/19 19/20

Folie 3
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Bodennutzung Oberösterreich 2019 zu 2018

Folie 4
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Alles bio? Anteil bio an ausgewählten Kulturen in
Oberösterreich/Österreich

Folie 5
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Trends im Ackerbau in Österreich/Oberösterreich
  Massive Ausweitung biologische Produktion in Ostösterreich
    Burgenland: flächendeckend bio?
  Anbauverhalten wird viel sprunghafter
    Große Änderung innerhalb kurzer Zeit
  Massive Flächenverluste bei manchen Kulturen
    Körnerleguminosenanbau Richtung Bedeutungslosigkeit
    Sommergerste verschwindet – minus 65.000 Hektar in einer Dekade
  Zuckerrübenanbau massiv unter Druck
    Markt,
    Pflanzenschutzthematik und Schädlingsdruck
  Rückgang bei Raps ca. minus 10 %
  Mais: plus 5 % - höchste Fläche seit Jahren
    Über 300.000 Hektar in Österreich

Folie 6
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Keine Insekten mehr???

Folie 7
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Maikäfer, Junikäfer, Gartenlaubkäfer

 * seit einigen Jahren Hauptschädling im Grünland
 * Befall und Schäden 2018 regelrecht explodiert

 * Massive Schäden auch 2019

 * Bis zu 700 (!!) Engerlinge pro m² = bis zu 10 GVE pro Hektar

 * Aber: Biologische Bekämpfung mit gutem handling und akzeptablem Preis seit heuer am Markt
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Engerlinge am Grünland
                                       Aktuell eine der größten
                                        Herausforderungen
                                       Massive Schäden am Grünland –
                                        Futterbasis der Rinderhaltung
                                         OÖ Bundesland Nummer 1 bei
                                           Milch/Rindfleisch
                                       De facto keine chemischen
                                        Möglichkeiten
                                       Mechanisches Umarbeiten der
Schadschwelle: 20 – 40 Engerling/m²     Flächen
- gefunden werden bis zu 700 m²        Behandlung mit Pilzpräparat
                                       Neuanlage
                                       Ernteausfall

Folie 9
Aktuelles aus dem Pflanzenbau - Feldtag Bad Wimsbach 12. Juni 2019 DI Christian Krumphuber
Jedes Jahr ein „neues“ Problem
  Die Geißel des Rübenbaus              Saatenfliege in Soja

    * Rübenfläche nur mehr 28.000 ha;
    * Reicht nicht für Vollversorgung
                                         Durch verzögerten Aufgang heuer
      beider Fabriken                    Schäden durch Saatenfliege
    * Heftige Diskussion um
      Notfallzulassung Neonic-Beize

Folie 10
Pflanzenschutz – grenzenlos irrationale
Diskussion

Folie 11
Glyphosatfreie Erdbeeren???

Folie 12
Entwicklung der Produktivität im Ackerbau

Folie 13
Entwicklung der Winterweizenerträge in
verschiedenen Regionen

                                         Quelle:
                                         Oberforster,
                                         AGES

Folie 14
Entwicklung der Wintergerstenerträge in
verschiedenen Regionen

                                          Quelle:
                                          Oberforster,
                                          AGES

Folie 15
Die Bedeutung der Pflanzenzüchtung

Folie 16
Pflanzenzüchtung
  Pflanzenzüchtung kriegt Schlüsselrolle für künftige Herausforderungen
    Klimawandel
    Weniger Chemie
  Pflanzenzüchtung ist per se ein hochkomplexes Thema
  Züchtung ist nicht Natur sondern klassische Kulturleistung
       Kultur (von lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“) bezeichnet
        im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im
        Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur.
  Unsere Nutzpflanzen (Kulturpflanzen) haben mit ihren natürlichen
   Vorfahren nichts (mehr) zu tun
    Teilweise sind Kulturpflanzen Kunstprodukte (Triticale)
  Brennpunkt Neue Züchtungsmethoden
    Die Gentechnik, die man nicht nachweisen kann

Folie 17
Leistung der Pflanzenzüchtung / des
menschlichen Erfindergeistes

Folie 18
Züchtung heißt Aufwand – personell und
finanziell

                    Trotz aller Technologie
                     bleibt Züchtung aufwändig
                    Von Kreuzung zu Sorte
                     vergehen viele Jahre
                    Intensive Versuchstätigkeit
                     – Selektion
                    Züchtung ist sehr viel
                     Mathematik und Statistik
                    Züchtung kann sich nur
                     über Saatgut(verkauf)
                     finanzieren

Folie 19
Züchtung leistet viel
  Stabile hohe Erträge auch in schwierigen Jahren
  Fortschritt ist nicht nur Ertrag
    Verbesserte Standfestigkeit, Trockenheitsresistenz, Qualität…..

Folie 20
Alt heißt nicht automatisch gut
                          Alte Sorten
                          Wichtig solche Sorten als
                           Genpool zu erhalten aber
                            Alt heißt nicht automatisch gut
                            Langstrohig
                            Ungleich reifend
                            Krankheitsanfällig
                            Auswuchsanfällig
                            Instabil in Eigenschaften

Folie 21
Alt aber gut?
  Würde dies zutreffen, müssten wir heute noch 2 CV fahren..
  Machen nur mehr ganz wenige..

Folie 22
Saatgut und Sorte – entscheidendes
Betriebsmittel
  Klimawandelanpassung
    Neue Kulturen als Antwort – welche???
    Züchtung wird entscheidenden Beitrag leisten (müssen)
  Neue Sorten
    Besser angepasst an Hitze und Trockenheit
    Geringerem Transpirationskoeffizienten
  Eher Verschiebungen innerhalb des bestehenden
   Kulturartenspektrums
  Klimawandel ist darwinistisches Prinzip – survival of the
   fittest
  Lebenszyklus von Sorten wird kürzer werden

Folie 23
Die Großen drehen das Rad…

           Corteva = Pioneer/DuPont

Folie 24
Lokale Pflanzenzüchtung
 Situation in Österreich relativ gut
 Österreichische Züchtungsunternehmen
              Getreide
              Mais
              Soja
              Raps
              Ölkürbis
              Kartoffel
              Futterpflanzen
              Gemüse
 Aber:
   Auch österreichische Firmen brauchen Internationalisierung
   Der Heimmarkt ist für Züchtungsaktivitäten zu klein

Folie 25
Klimawandelanpassung – Rolle der Züchtung

  Züchtung wird Schlüsseltechnologie zur Bewältigung des Klimawandels
  Internationale Trends in der Branche – diametral zu Forderungen der
   Gesellschaft aber auch der Bauern
  Mediale Ablehnung und Aufregung über globale Strukturen (Monopole)
   im Bereich Züchtung/Sorte/Pflanzenschutz
     Wirtschaftlicher Erfolg dieser Firmen aber evident
  Züchtungsforschung für weniger bedeutende Kulturen wäre Aufgabe
   der Öffentlichkeit (öffentliches Interesse)
  Landwirtschaft sollte großes Interesse haben an regional agierenden
   und verankerten Züchtungsunternehmen
  Bekenntnis zur Wichtigkeit der Pflanzenzüchtung
  Zwischen dem was wichtig wäre und dem was momentan geschieht –
   erhebliche Diskrepanz

Folie 26
Klimawandelanpassung
  Klimawandel
    Anpassung im Ackerbau tendenziell einfacher
    Landwirt entscheidet jedes Jahr neu
    Grünland/Futterbau: Frage trockenresistenter/besser an Trockenheit
      angepasster Futterpflanzen = Luzerne
    Klimawandel ist „darwinistisches Prinzip“
    Züchtung wird Schlüsseltechnologie in Frage
      Klimawandelanpassung

  Bewährte Instrumente stärken/beibehalten/weiterentwickeln
    Versicherungen
    Humuswirtschaft/Bodenschutz
      Qualitativ und quantitativ

Folie 27
Was kommt?
  Pflanzenschutzdiskussion wird noch an Schärfe zunehmen
    Bienen/Insekten
    Biodiversität
  Marktsituation
    Viele offene Fragen
    Einschränkungen im globalen Handel durch
      Handelsbeschränkungen
    Konflikt USA-China kann auch massive Auswirkungen auf
      europäische Märkte haben
  Zukunft der GAP
    Frage Finanzen
    Ausgestaltung eines machbaren Umweltprogrammes
    Wieviel Umweltleistungen kommen verpflichtend?

Folie 28
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