AUSSEN WIRTSCHAFT WIRTSCHAFTSBERICHT INDIEN - WKO
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AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsbericht Indien (Wirtschaftsjahr 2018)
Indien ist schnellst-wachsende Marktwirtschaft unter den Top Ten Volkswirtschaften der Welt
Österreichische Exporte boomen
Bharatiya Janata Party (BJP) unter Premierminister Modi gewinnt neuerlich Parlamentswahlen
Reiche Niederschläge steigern Erträge in der Landwirtschaft
Senkung der Besteuerung von weiteren Produkten
Wirtschaftskennzahlen
2017* 2018** 2019**
Nominales Bruttoinlandsprodukt in Mrd. USD1 2.600 2.607 2.882
Bruttoinlandsprodukt/Kopf in US-Dollar2 7.059 7.588 8.205
Bevölkerung in Mrd.3 1,339 1,354 1.369
Reales Wirtschaftswachstum in % 4 6,7 7,4 7,4
Inflationsrate in %5 3,3 4,0 3,6
Arbeitslosenrate in %6 8,5 8,7 8,7
Wechselkurs der Landeswährung (Rupie) zu USD; 1 USD = in INR7 65,12 68,27 71,37
Warenexporte des Landes in Mrd. US-Dollar8 304 339 373
Warenimporte des Landes in Mrd. US-Dollar9 452 524 555
Wirtschaftsleistung des Landes, Weltwertung:10 Rang 6
* Wirtschaftsjahr 1. April– 31. März (2016 = 1. April 2016 – 31. März 2017 – Definition EIU folgend)
**EUI Schätzungen
***Prognosen
Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich
Veränderung Veränderung
zum Vorjahr zum Vorjahr
in % in %
2017 2018
Österreichische Warenexporte in Mio. Euro11 -3,2 755 +22,3 923
Österreichische Warenimporte in Mio. Euro12 +6,6 825 +14,5 945
Österreichische Dienstleistungsexporte in Mio. Euro13 -26,2 124 +8,1 134
Österreichische Dienstleistungsimporte in Mio. Euro14 +43 213 -11,7 188
*
Österreichische Direktinvestitionen in Mio. Euro15, Stand 2017 444 (Bestände Aktiver Direktinvestitionen)
Beschäftigte bei österr. Direktinvestitionen16: Stand 2015: 7679
Direktinvestitionen aus Indien in Ö in Mio. Euro17, Stand 2017: 127
Beschäftige in Österreich bei Direktinvestitionen aus Indien18 Stand 2015: 138
Rang bzgl. Warenexport für Österreich 2018:19 26. Rang
1-9 Quelle: Economist Intelligence Unit
10 Quelle: Weltbank, GDP 2016
11-12 Quelle: Statistik AUSTRIA
13-14 Quelle: Statistik AUSTRIA, für die Jahre 2016 und 2015
15-18 Quelle: Österreichische Nationalbank
19 Quelle: Statistik Austria
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1. Wirtschaftslage
Indien ist schnellst Im Wirtschaftsjahr 2018/19 (1. April 2018 – 31. März 2019) wurde nach einem Plus
wachsende Volkswirt- von 6,7% in der Vorperiode, ein Wachstum des realen BIP von 7,4% erzielt. Nach
schaft unter den Top zwei Jahren Wachstumsabflachung aufgrund der Geldscheinentwertung (Demo-
Ten Ländern netisierung) und der Einführung der Mehrwertsteuer, scheinen die negativen
Auswirkungen dieser beiden Maßnahmen überwunden zu sein. In den nächsten
Jahren rechnet man weiterhin Wachstumsraten zwischen 7% und 8%. Indien hat
China bereits als am schnellsten wachsende Volkswirtschaft in der Top-Ten Län-
derliste überholt.
Auf dem richtigen Die relativ hohe Inflation und eine eher restriktive Geldpolitik dämpften die ins-
Weg, aber weitere gesamt positive Wirtschaftsentwicklung. Als weitere negative Faktoren sind die
Reformschritte in einigen Bereichen mangelhafte Infrastruktur (vor allem Energie, Straßen-
notwendig und Eisenbahnsektor), Verzögerungen bei Investitionsgenehmigungen und die
relativ hohen Standortkosten anzuführen. Zur Verbesserung des Geschäftskli-
mas sind daher noch weitere Reformschritte notwendig. Die einzelnen indi-
schen Bundesstaaten stehen mittlerweile in starker Konkurrenz zu einander,
um das von der Regierung vorgegebene Ziel, unter die TOP 50 im „Ease of Doing
Business“-Index zu kommen, zu erreichen. Derzeit belegt Indien Rang 77 unter
190 Nationen. Das entspricht einer Verbesserung um 23 seit 2016.
Monsun 2018 brachte Die indische Landwirtschaft macht 15% des BIP aus und in der Monsunsaison
hohe Erträge in der fallen rund 70% des gesamten landesweiten Niederschlags. Ein niederschlags-
Landwirtschaft reicher Monsun ist in der Regel gleichbedeutend mit höheren landwirtschaftli-
chen Erträgen, was sich auch positiv auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum
auswirkt. Dies war auch im Sommer 2018 der Fall. Es waren jedoch auch zahl-
reiche Orte im Süden des Landes von Überschwemmungen betroffen.
Indien benötigt dringend großflächige Bewässerungssysteme, um die klimati-
sche Abhängigkeit (Monsun) der landwirtschaftlichen Erträge zu reduzieren.
Durch ein weitreichendes Investitionsprogramm konnte die Landwirtschaft ge-
stärkt werden. Ziel ist es, das Einkommen der Landwirte dadurch bis 2022 stark
zu erhöhen.
Rupie verliert trotz Die indische Notenbank (Reserve Bank of India - RBI) hat in den letzten Jahren
Notenbankinterventio- kontinuierlich den Fremdwährungsbestand erhöht, durch verschiedenste Maß-
nen Ende 2018 an nahmen die Inflation eingeschränkt und damit die indische Rupie stabilisiert.
Wert
Nach der Demonetisierung (Geldscheinentwertung) im November 2016, die rund
90 Prozent des Wertes des im Umlauf gewesenen Bargelds über Nacht ungültig
gemacht hat, stand die Rupie Anfang 2017 auf einem zwei jährigen Hoch. Der
hohe Außenwert der Rupie wirkte sich damals negativ auf die Handelsbilanz
aus. Im Jahr 2018 verzeichnete die indische Rupie einen starken Wertabfall um
9%. Dies hatte zur Folge, dass durch die Abhängigkeit Indiens von Ölimporten,
die Treibstoffpreise anstiegen. In weiterer Folge kam es auch zu Preiserhöhun-
gen von Industrie-und Agrarprodukten, da die Transportkosten stiegen. Auch
viele Auslandsreisen wurden aufgrund der starken Wertminderung der Rupie
storniert.
Leitzins wird bis 2021 Wie von Experten erwartet, hat die Notenbank am 4. April 2019 den Leitzins von
weiter absinken 6,25 % auf 6,0 % gesenkt. Als Inflationsziel setzt sich die RBI eine Bandbreite
von 2-6% bis 2023. Bisher haben sich die Verbraucherpreise jedoch beachtlich
unter dem 4% Ziel entwickelt. Daher wird für 2020 eine weitere Senkung des
Leitzinses erwartet. Erst ab 2021 kann wieder mit einer Erhöhung gerechnet
werden.
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Investitionstätigkeit Jüngste Daten zeigen einen neuerlichen Anstieg der Investitionstätigkeit seit
nimmt wieder zu Februar 2019. Die gemäßigte Haltung der amerikanischen FED, in Bezug auf die
Erhöhung des Leitzinses, indiziert, dass die Rupie im Gegensatz zum US-Dollar
stärker an Wert gewinnen wird als im Vorjahr. Laut Experten kann die indische
Währung im Jahr 2020 gegenüber dem US-Dollar sogar an Wert zulegen da,
aufgrund einer schwächelnden US-Wirtschaft eine erneute Senkung des US-
amerikanischen Leitzinses erwartet wird. Langfristig wird jedoch eine leichte
Schwächung der Rupie, aufgrund des Leistungsbilanzdefizits, erwartet.
Mehrwertsteuer Mit 1. Juli 2017 wurde in Indien die Goods and Services Tax (Mehrwertsteuer)
bringt mehr Trans- eingeführt und damit die bedeutendste Steuerreform seit Indiens Unabhängig-
parenz keit 1947 durchgeführt. Diese Maßnahme war Indiens größter Fortschritt zur
Vereinheitlichung der Besteuerung und wirkte sich auch positiv auf die Investiti-
onstätigkeit und das das Wirtschaftswachstum aus. Zahlreiche Steuermeldun-
gen können bereits jetzt online erledigt werden. Die Regierung erhofft sich da-
von auch mehr Transparenz im Steueraufkommen. Diese Umstellung stellte
eine große Herausforderung für viele Kleinunternehmer dar, die ihr Rechnungs-
wesen noch nicht digitalisiert haben. In einigen Fällen kam es auch zur Einstel-
lung der Betriebstätigkeit.
Wahlen 2019 900 Millionen Wählerinnen und Wähler waren bei den 6 Wochen dauernden
Wahlgang (11. April – 23. Mai 2019 ) zu den Parlamentswahlen zugelassen. Da-
bei konnten Premierminister Narendra Modi und seine regierende Bharatiya
Janata Party (BJP) ihre führende Rolle im Land weiter ausbauen. Die Partei ge-
wann 303 Sitze im Lok Sabha, dem Unterhaus des indischen Parlaments und
gewann somit weitere 21 Sitze gegenüber 2014 dazu. Von einer Fortsetzung des
Wirtschaftlichen Reformkurses kann somit ausgegangen werden.
Indiens Handelsbi- Das indische Handelsbilanzdefizit hat sich im Februar 2019 im Vergleich zu Jän-
lanzdefizit verringert ner 2019 von 14,7 Mrd. auf 9,6 Mrd. Dollar verringert. Grund dafür sind einer-
sich seits niedrigere Ölpreise sowie eine Senkung der Gold-, und Schmuckwarenim-
porte. Andererseits konnte beispielsweise eine Steigerung der Exporte von Arz-
neimitteln von über 16% verzeichnet werden.
2. Besondere Entwicklungen
„Make in India“ – Ini- Die vor 4 Jahren eingeführte „Make in India“ Initiative soll das Land in ein globa-
tiative zeigt Wirkung les Produktionszentrum verwandeln. Diese Initiative inkludiert Programme, die
die Bürokratie verringern sowie die Infrastruktur und Energieversorgung ver-
bessern soll. Unternehmensgründungen wurden durch die Konsolidierung meh-
rerer Antragsformulare und der Einführung der Waren- und Dienstleistungs-
steuer weiter vereinfacht. Zu den anderen Reformen zählten die Verbesserung
des Zugangs zu Darlehen, sowie die Erleichterung und Beschleunigung von
grenzüberschreitendem Handel.
Durch Öffnung einer Vielzahl von Sektoren (z.B. Landwirtschaft, Infrastruktur
und viele mehr) für ausländische Investitionen, Investitionsanreize und Verbes-
serung des allgemeinen Umfeldes für Geschäftstätigkeit sollen ausländische
Direktinvestitionen und neueste Technologien ins Land geholt und mittelfristig
eine Produktion nicht nur für den heimischen Markt, sondern auch für Export-
märkte aufgebaut werden.
Mit sogenannten „National Manufacturing Investment Zones“ sollen neue Ar-
beitsplätze entstehen. Indien hat einer sehr junge Bevölkerungsstruktur und
Millionen junger Menschen drängen jährlich auf den Arbeitsmarkt.
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Die „Make in India“ Initiative zeigt Wirkung. Besonders im Bereich der Indian
Railways sind die positiven Auswirkungen zu sehen. Das Importieren von Einzel-
teilen und Equipment wurde auf bis zu 97% Eigenproduktion umgestellt. Auch
Indiens erster Semi-High-Speed Train wird bereits in Chennai hergestellt.
Budget 2019/20 setzt Die geplanten Gesamtbudgetausgaben für das Jahr 2019-20 betragen INR 27,8
Reformkurs der ver- Billionen (rund EUR 350 Mrd.), im Gegensatz zu INR 24,4 Billionen (rund EUR
gangenen Jahren 313 Mrd.) der Vorperiode. INR 1,5 Billionen (rund EUR 19,3 Mrd.) entfallen dabei
fort… auf den Sektor Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, der damit, wie in den
vergangenen Jahren, den größten Anteil des Budgets erhält. Weiters sind hohe
Ausgaben im Bereich Infrastruktur und für verschiedene Subventionen wie für
zum Beispiel Düngemittel geplant.
… und Körperschafts- Die Körperschaftssteuer wurde mit dem Wirtschaftsjahr 2017/18 für indische
steuer wurde herab- Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis INR 500 Mio. (etwa EUR 6 Mio.) von
gesetzt 30% auf 25% gesenkt. Ausländischen Unternehmen die in Indien nicht ansässig
sind haben einen Satz von 40% plus Sonderzuschläge und Bildungsabgaben ab-
zuführen.
Zur Förderung der Wirtschaft wurden bereits schon letztes Jahr Steuererleich-
terungen beschlossen. Neue Produktionsfirmen, die ab 1.3.2016 gegründet wer-
den, unterliegen zurzeit einem, um 5% reduzierten, effektiven Steuersatz von
25,6%. Um Arbeitsplätze zu generieren werden bei Neueinstellungen von Mitar-
beitern 30% der Steuerlast erlassen. Schließlich werden innovative Start-up-
Unternehmen in den ersten drei Jahren von Steuern befreit.
Dauerbrenner Frei- Im Rahmen der strategischen Partnerschaft EU – Indien erfolgte Ende Juni 2007
handelsabkommen EU in Brüssel der offizielle Verhandlungsstart für das Freihandelsabkommen zwi-
– Indien. schen der EU und Indien. Die Verhandlungen sind prinzipiell weit fortgeschritten
und durchliefen eine sehr intensive Phase. Seit geraumer Zeit wird aber kein
Durchbruch bei den noch offenen Kapiteln (z.B. KFZ-Industrie, Alkohol, Banken-
sektor, Landwirtschaft) erreicht und damit ist ein Abschluss derzeit nicht abseh-
bar. Auch für die neue indische Regierung scheint der Abschluss des Freihan-
delsabkommens nicht als oberste Priorität zu fungieren. Im Oktober 2017 gab
es wieder einen EU- Indien Gipfel in New Delhi, dessen Grundstimmung als po-
sitiv zu werten ist, jedoch ist in der Sache des Freihandelsabkommens kein we-
sentliches Vorankommen zu verzeichnen.
Die Verschleppung des Freihandelsabkommens könnte auch in der Verschie-
bung der wichtigsten Handelsregionen Indiens liegen. Fast zwei Drittel des indi-
schen Außenhandels wird mit anderen asiatischen Ländern abgewickelt, wobei
das Handelsvolumen mit China sich in den letzten vier Jahren verdreifacht hat
und in den nächsten drei bis vier Jahren bis zu USD 100 Mrd. erreichen könnte.
Der Anteil Europas und Nordamerikas nimmt konstant ab und betrug im abge-
laufenen Wirtschaftsjahr weniger als ein Drittel von Indiens Gesamthandelsvo-
lumens. Jedoch ist die EU als Gesamtes weiterhin der wichtigste Handels-
partner Indiens.
Auswirkungen des
Handelskonflikts zwi- Ausgelöst durch den Handelskonflikt mit den USA zeigt der Wachstumsrück-
schen USA und China gang Chinas nun auch Auswirkungen auf verschiedene Schlüsselmärkte in
auf Südasien Asien. Durch den Rückgang der Nachfrage im Bereich elektronischer Güter ge-
hen die Exporte in Fernost und Südostasien weiter zurück. Zwar ist Indien von
diesen Sektoren nicht direkt betroffen, jedoch ist es fraglich wie lange der Dyna-
mik der rückläufigen Handelsströme durch neue Absatzmärkte ausgewichen
werden kann.
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Analyse und Prognose
Indien hat enormes Indien ist mittlerweile zur sechst größten Volkswirtschaft der Welt aufgestiegen,
Aufholpotenzial… hat aber weiterhin ein enormes Aufhol- und Entwicklungspotenzial, wobei die
laufend steigende Kaufkraft einer rasch wachsenden Mittelschicht, hohe Inves-
titionsquoten, Job-Wachstumsraten, sowie viele gut geführte Unternehmen eine
solide starke Basis darstellen. Die „Make in India“ Kampagne zeigt bereits erste
Wirkungen. Außerdem ist durch Umsetzung vieler Großprojekte - vor allem im
Infrastruktur und Umweltbereich - bereits ein Anziehen des Wirtschaftswachs-
tums zu erkennen.
…jedoch fehlen wei- Allerdings behindern eine verbesserungswürdige Infrastruktur, unzureichende
terhin notwendige Energieversorgung sowie die Schwierigkeit, Ressourcen vom weniger produkti-
Grundvoraussetzun- ven Agrarsektor in einen höher entwickelten Industriesektor umzuschichten, die
gen. Entwicklung. Mittel- und langfristig ist die wirtschaftliche Entwicklung stark auf
ausländische Technologien angewiesen, was wiederum für die heimische Ex-
portwirtschaft ausgezeichnete Geschäftsmöglichkeiten bietet.
3. Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich
2017 bringt leichten 2017 sank das Exportvolumen Österreichs nach Indien noch leicht um 3,2%
Exportrückgang - auf EUR 754,8 Mio. Die Zahlen 2018 zeigen jedoch ein deutliches Wachstum
2018 und 2019 ein von 22,4% auf EUR 923,5 Mio. Auch im ersten Monat des laufenden Jahres
deutliches Wachstum setzte sich der positive Trend fort: + 22,6%.
Mit steigendem Wachstum bleibt Indien, im Vergleich zum Vorjahr, weiterhin
auf Platz 26 im Ranking der wichtigsten Exportländer Österreichs. Dies zeigt
auch die kontinuierlich steigende Anzahl an Niederlassungen und Joint Ven-
tures österreichischer Firmen in Indien.
Die Importe aus Indien stiegen 2018 um 14,6 % auf EUR 945 Mio. an und set-
zen einen erfolgreichen Trend fort. Im Jänner 2019 lässt sich Steigerung der
Importe von knapp EUR 82 Mio. auf über EUR 98 Mio. feststellen. Diese Zu-
nahme entspricht einem Prozentsatz von 19,9%.
…Gesamthandelsvo- Das gesamte Handelsvolumen 2018 belief sich auf EUR 1,8 Mrd. bei einem
lumen nimmt zu. Handelsbilanzdefizit von EUR 22 Mio. Verglichen mit der Periode im Vorjahr
kam es zu einem Wachstum des Handelsvolumens von 14,35% auf EUR
924,88 Mio., das Handelsbilanzdefizit betrug zum Jahresende 2018 nur mehr
EUR 22,7 Mio.
Dienstleistungsex- Die österreichischen Dienstleistungsexporte fielen zwar 2017 (EUR 124 Mio.),
porte steigen kon- die Importe von Dienstleistungen aus Indien blieben aber konstant (EUR 213
stant Mio. 2017). 2018 stiegen die Dienstleistungsexporte wieder um 8,1% auf EUR
134 Mio. während die Importe um 11,7% auf EUR 188 Mio. abfielen.
Maschinenbau größte Die wichtigsten österreichischen Ausfuhrwaren waren im Jahr 2018 Kessel,
Exportsparte Maschinen und Apparate mit einem Gesamtvolumen EUR 346 Mio. (+25%) ,
gefolgt von Mess- und Prüfinstrumenten, die um 37,5 % auf EUR 100 Mio. zu-
legen konnten, synthetischen oder künstlichen Stapelfasern (EUR 49Mio.,
+32%), sowie Eisen und Stahlprodukte (+41% auf EUR 43 Mio.). Einen Rück-
gang verzeichnete die Produktgruppe Schienenfahrzeuge (EUR 32 Mio., -
25%).
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Bekleidung trotz Die wichtigsten Importwaren aus Indien im Jahr 2018 sind sowohl Bekleidung
Rückgangs weiterhin gewirkt oder gestrickt (-5,8 auf EUR 82,6 Mio.) als auch Bekleidung nicht ge-
größte Importgruppe wirkt oder gestrickt (+12,3% auf EUR 84,2 Mio.), die zusammen mehr als 20%
der gesamten Einfuhrwaren ausmachen. Des Weiteren zählen elektrische
und mechanische Maschinen und Apparate zu den wichtigsten Importwaren
aus Indien. Sie sind 2018 im Vergleich zur gleichen Periode 2017 um 35,3%
bzw. um 11,1% auf EUR 88 Mio. bzw. EUR 92 Mio. angestiegen. Nicht uner-
wähnt bleiben sollte, dass Indien nach Österreich eine vielfältige Palette an
Agrarprodukten liefert (z.B. Ölsaaten, ölhaltige Früchte im Wert von rund
EUR 11,8 Mio. EUR), wohingegen der Export von Agrarprodukten nach Indien
mit einzelnen Ausnahmen aus Österreich noch großes Potential bietet.
Österreichische Technologie genießt in Indien einen sehr guten Ruf und dem
Technologietransfer kommt eine große Bedeutung zu. Zurzeit sind über 150
österreichische Tochterunternehmen, Repräsentanz Büros bzw. österrei-
chisch-indische Joint Ventures in Indien tätig (Stand österreichische Direktin-
vestitionen 2016 lt. österr. Nationalbank: EUR 456 Mio.), wobei das älteste,
noch bestehende Joint Venture auf das Jahr 1965 zurückgeht.
Vielfältige Chancen Besondere Chancen für österreichische Unternehmen bestehen in den Berei-
bestehen in Indien chen Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, Infrastruktur/Energiewirt-
schaft, Umwelt, Eisen- und Stahl sowie Elektrotechnik/Elektronik. Des Wei-
teren sind indische Institutionen vermehrt an gemeinsamen Research und
Development Projekten interessiert. Dem wird unter anderem dadurch Rech-
nung getragen, dass das AußenwirtschaftsCenter New Delhi zu dem Netz von
AußenwirtschaftsCentern mit Innovationsaganden der AUSSENWIRTSCHAFT
AUSTRIA zählt.
Zahlreiche Aktivitäten Im November 2018 fand in Österreich die alljährliche Innovations-Roadshow
der AUSSENWIRT- statt. Durch Innovationsbeauftragte aus der ganzen Welt, unter anderem
SCHAFT AUSTRIA auch vom AußenwirtschaftsCenter New Delhi, wurden in einem 5-tätigen
werden Österreich Programm österreichische Unternehmen bezüglich Digitalisierung und inter-
weiter in Indien posi- nationaler Märkte beraten. Stationen dieser Roadshow waren Niederöster-
tionieren. reich, Oberösterreich, Salzburg und Wien.
Um österreichischen Unternehmen die Chancen des indischen Marktes nä-
her zu bringen fand eine weitere Indien-Veranstaltung im November in Wien
statt. Der Wirtschaftsdelegierte vom AC New Delhi, Dr. Robert Luck, infor-
mierte gemeinsam mit Persönlichkeiten aus der indischen Wirtschaft und
Forschung, die Teilnehmer über Indiens Rolle in einer globalisierten Welt
und wie die Hürden des Markteintritts zu meistern sind. Ende November 2018
wurde ein gemeinsamer österreichischer Stand an der Wire and Cable Messe
in Mumbai organisiert. Zum zweiten Mal fand im Dezember 2018 die Wirt-
schaftsmission Buthan statt, um die Vernetzung der österreichischen Firmen
dort zu stärken.
In Mumbai (31. März 2019) und Delhi (6.-7. April 2019) fanden jeweils die Ka-
talogausstellungen zum Thema International Education Fair statt.
Einen guten Überblick über unsere weiteren geplanten Veranstaltungen
2019, finden Sie unter wko.at/aussenwirtschaft/in
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme sind für Sie jederzeit bei Fragen unter +91
11 43 63 50 20 oder new-delhi@wko.at zu erreichen.
Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA9 Ein Service der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA
AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA AUSSENWIRTSCHAFTSCENTER NEW DELHI 66, Sunder Nagar New Delhi – 110 003 T +91 11 4363 5020 E newdelhi@wko.at W wko.at/aussenwirtschaft/in
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