Beziehungsweise transatlantisch - Zum Verhältnis USA - Europa HANNAH ARENDT TAGE 22 - 27. Oktober 2019 - Hannover.de
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
beziehungsweise transatlantisch Zum Verhältnis USA – Europa HANNAH ARENDT TAGE 22. — 27. Oktober 2019
Wer ist Hannah Arendt?
Hannah Arendt, am 14. Oktober 1906 in Hannover-Linden
geboren und am 4. Dezember 1975 in New York gestorben,
hat als deutsch-amerikanische jüdische Denkerin politisches
Urteilsvermögen mit philosophischer Reflexion verknüpft und
sich in aktuelle gesellschaftliche Debatten leidenschaftlich
eingemischt. Wie kaum ein/e andere/r Politiktheoretiker*in
ihrer Zeit stellte sie sich auch unbequemen intellektuellen
Herausforderungen.
Was sind die HANNAH ARENDT TAGE?
Das Kuratorium der HANNAH ARENDT TAGE wählt jährlich
ein aktuelles Problem aus politischen und gesellschaftlichen
Themenfeldern aus. Namhafte Politiker*innen und Wissen-
schaftler*innen setzen sich mit dem gewählten Thema in ihren
Vorträgen auseinander und stellen es einem breiten Publikum
zur Diskussion.
Das Kuratorium
Konstanze Beckedorf, Sozial- und Sportdezernentin,
Kulturdezernentin i. V.
Harald Böhlmann, Stadtrat a. D.
Prof. Dr. Susanne Boshammer, Universität Osnabrück
Dr. Thomas Brunotte, VolkswagenStiftung
Prof. Dr. Volker Gerhardt, Humboldt-Universität zu Berlin
Wolfgang Jüttner, Niedersächsischer Umweltminister a. D.
Prof. Dr. Gerhard Kruip, Johannes Gutenberg-Universität
Mainz
Stephan Lohr, NDR
PD Dr. Franziska Martinsen, Leibniz Universität Hannover
Rita Maria Rzyski, Dezernentin für Personal, Bildung,
Jugend und Familie
Franziska Stünkel, Filmregisseurin und Drehbuchautorin
Vorsitz: Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und
Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt
Hannover
2Grußwort
Die 22. HANNAH ARENDT TAGE sind mit ihrer Themensetzung
wieder ganz dicht am Puls der Zeit. Die Re-Aktualisierung der
„America First“-Politik und die Absage des Multilateralismus
durch die derzeitige US-Administration sind Anlass, aus ver-
schiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Formaten
auf die Beziehungen zwischen den USA und Europa zu blicken.
Hannah Arendts Sichtweise auf die USA war geprägt durch ihre
eigenen biographischen Erfahrungen als Verfolgte des NS-
Regimes und Emigrantin. Der Auftakt der HANNAH ARENDT
TAGE widmet sich daher der Perspektive der transatlantischen
Migration. Die zweite Perspektive stellt die gegenwärtige
literarische Reflexion der transatlantischen Kulturbeziehungen
in den Mittelpunkt. Die Hannah-Arendt-Lecture greift die
politikphilosophische Perspektive auf und untersucht die Trans-
nationalität von Arendts Werk. Schließlich blickt die politische
Perspektive auf die gegenwärtige Kontroverse um Uni- oder
Multilateralismus in der internationalen (Sicherheits-)Politik der
USA und Europa.
Ein besonderes Highlight ist die Weltpremiere des
Dokumentarfilms „Light Out of Darkness : The Photography
of Fred Stein“ von Peter Stein, Sohn des mit Hannah Arendt
befreundeten Fotografen Fred Stein.
Ich freue mich sehr, dass Schüler*innen der Helene-Lange-
Schule wieder mit dabei sind und die Perspektive auf „Das
andere Amerika“ richten. Mit dem Theaterstück „Hannah
Arendt auf der Bühne“ bieten wir zudem für Schüler*innen, aber
auch für Erwachsene einen besonderen Zugang zu Leben und
Werk Hannah Arendts an.
Allen Kooperationspartner*innen sei herzlich gedankt.
Allen Besucher*innen wünsche ich inspirierende Tage und viel
Erkenntnisgewinn!
Sabine Tegtmeyer-Dette,
Erste Stadträtin
3Eröffnung der 22. HANNAH ARENDT TAGE
Dienstag, 22. Oktober, 19.00 Uhr
Sprengel Museum Hannover, Kurt-Schwitters-Platz
Fred Stein
Dresden – Paris – New York
Hannah Arendt teilte mit dem in Dresden geborenen Fred Stein
(1909 – 1967) die Erfahrungen von Flucht, Exil und Staaten
losigkeit. Stein war Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei
Deutschlands (SAPD). Nach der Machtübernahme der National
sozialisten 1933 wurde er gezwungen, seine Arbeit als Jurist
aufzugeben und mit seiner Frau Lilo nach Paris zu emigrieren.
Das gemeinsame Hochzeitsgeschenk, eine Leica, begründete
seine neue Karriere als Fotograf. Nach Ausbruch des Zweiten
Weltkriegs flohen die Steins ebenso wie Hannah Arendt 1941
nach New York.
Fred Stein fotografierte Architektur, Straßenszenen und
Menschen in Paris und New York. Bekannter sind seine Porträts.
Bilder von Bertolt Brecht, Le Corbusier, Dorothy Parker,
Albert Einstein, Günter Grass oder Hannah Arendt, die er
über J ahrzehnte fotografisch begleitete, fanden Aufnahme
in das kollektive Bildgedächtnis. Aufgrund seiner vielfach
durch Brüche gekennzeichneten Biographie blieb der Name
des Fotografen bis zum Engagement seines Sohnes Peter
Stein jedoch weitgehend unbekannt. Anlässlich der HANNAH
ARENDT TAGE 2019 gibt das Sprengel Museum Hannover
einen Einblick in das umfangreiche Werk. Die Ausstellung
wurde kuratiert von Inka Schube, Sprengel Museum Hannover,
in Zusammenarbeit mit Peter Stein und Dawn Freer.
Die Schau ist vom 23.10.2019 bis 26.01.2020 zu sehen.
Grußworte: Sabine Tegtmeyer-Dette,
Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin
der Landeshauptstadt Hannover
Dr. Carina Plath, stellv. Direktorin Sprengel Museum
Hannover
Impuls: Fred Stein. Light Out of Darkness.
Peter Stein über seinen Vater
Einführung: Der Fotograf Fred Stein. Eine Einordnung.
Theresia Ziehe, Kuratorin für Fotografie am
Jüdischen Museum Berlin
4Oben: Little Italy
New York, 1943
Unten: Hannah
Arendt on Couch,
1944
© Estate of
Fred Stein
Referent*innen
Peter Stein (*1943 in New York) ist ein US-amerika
nischer Kameramann, dessen Karriere mehr als
fünfzig preisgekrönte Spiel- und Fernsehfilme für die
großen Hollywood-Studios und -Netzwerke sowie
zahlreiche Dokumentationen umfasst. Er wurde für
zwei Emmy Awards nominiert. Stein war Professor
für Kinematographie am Graduate Film Program der
New York University und arbeitete dort als Produk-
tionsleiter. Er ist Mitglied der American Society
of Cinematographers und Leiter des Archivs des
Fotografen Fred Stein. Peter Stein lebt mit seiner Frau
Dawn Freer in Dutchess County, New York.
Theresia Ziehe ist Kuratorin für Fotografie am
Jüdischen Museum Berlin. 2013 präsentierte sie dort
die Ausstellung „Im Augenblick. Fotografien von
Fred Stein“.
5Lesung und Gespräch
Mittwoch, 23. Oktober, 19.30 Uhr
Literaturhaus Hannover e. V., Sophienstraße 2
Prawda.
Eine amerikanische Reise
„Was Amerika mit viel Glück gelang, können viele andere
Staaten [...] erreichen. An dieser Tatsache bemisst sich unsere
Hoffnung.“ (Hannah Arendt „Die Freiheit, frei zu sein“)
Die F rage wäre, ob, was den USA zuletzt gelang, als Grad
messer unserer Hoffnungen taugt. In „Prawda“ begibt sich
Felicitas Hoppe vor der Wahl Donald Trumps auf eine amerika-
nische Reise und folgt den Spuren der Russen Ilf und Petrow,
die 80 Jahre zuvor denselben Weg genommen hatten. Den
historischen Bogen im Blick, befühlt sie die Gegenwart des
Landes: Wie steht es um die Freiheit, frei zu sein? Was ist und
bedeutet Wahrheit? Was haben Literatur und Philosophie
politischen Extremen entgegenzusetzen? Und was hätte
Hannah Arendt dazu Felicitas Hoppe (und uns) zu sagen?
Grußworte: Konstanze Beckedorf,
Sozial- und Sportdezernentin, Kulturdezernentin i. V.
Kathrin Dittmer, Leitung Literaturhaus Hannover e. V.
Lesung und Gespräch: Felicitas Hoppe und Dr. Ulrich Kühn
Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe lebt in Berlin.
Foto Felicitas Hoppe: Anita Affentranger, Foto Dr. Ulrich Kühn: Copyright: NDR_Christian Spielmann
1996 erschien ihr Debüt „Picknick der Friseure“.
Es f olgten weitere Romane, zuletzt 2018 „Prawda“.
Für ihr Werk wurde sie mit zahlreichen Preisen
ausgezeichnet, u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis.
Felicitas Hoppe hatte Poetikdozenturen und Gast
professuren u. a. in Göttingen, am Dartmouth College
in Hanover (New Hampshire), an der Georgetown
University in Washington D.C., in Hamburg,
Heidelberg und Köln inne.
Ulrich Kühn promovierte 1999 mit einer Arbeit über
die Verbindungen von gesprochener Sprache und
Musik in den diversen Theaterformen. Er leitet die
Literaturredaktion von NDR Kultur.
Der Eintritt ist frei. Zählkarten gibt es an der Abendkasse,
solange der Vorrat reicht. Einlass ab 19.00 Uhr.
6Hannah-Arendt-Lecture
Donnerstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr
Leibniz Universität Hannover, Kali-Chemie Hörsaal,
Gebäude 2501 (Altbau Chemie), Callinstraße 9
Transnationale Philosophie –
Hannah Arendt und die
Zirkulation des Politischen
Hannah Arendt hat infolge ihrer eigenen Flucht- und Exil
erfahrung eine Form des Philosophierens zwischen verschiede-
nen Welten und Sprachen, insbesondere der deutschen und der
US-amerikanischen, bewusst gepflegt. Philosophieren versteht
sie als Praxis der Ideenzirkulation in einer globalisierten Welt.
Entsprechend entwickelt Arendt einen spezifischen Begriff des
Politischen als transnationalen Raum und als transnationale
Form des Handelns. Ein Blick auf die Arendt-Rezeption in den
USA und Deutschland zeigt sowohl historische Kontinuitäten als
auch Brüche dieser Ideenzirkulation auf.
Grußwort und Moderation: PD Dr. Franziska Martinsen,
Leibniz Universität Hannover, Institut für Politikwissenschaft,
Mitglied des Kuratoriums der HANNAH ARENDT TAGE
Lecture: „Transnationale Philosophie – Hannah Arendt
und die Zirkulation des Politischen“
PD Dr. Stefania Maffeis, Institut für Philosophie der
Freien Universität Berlin
Diskussion
Stefania Maffeis studierte Philosophie und Geistes-
wissenschaften in Parma (Italien) und in Berlin.
Sie promovierte 2005 an der Freien Universität
(FU) Berlin mit der Arbeit „Zwischen Wissen-
schaft und P olitik. Transformationsprozesse der
DDR-Philosophie, 1945 – 1993“, und arbeitete als
Lehrbeauftragte und wissenschaftliche Mitarbeiterin
am Institut für Philosophie der FU Berlin. 2013 war
sie als DAAD-Stipendiatin V isiting Fellow am Bard
College (Annandale-on-Hudson, New York).
Nach ihrer H
abilitation im Fach Philosophie an der
FU Berlin arbeitet sie seit 2017 als Privatdozentin am
dortigen Institut für Philosophie.
7Schulprojekt
Donnerstag, 24. Oktober, 12.00 Uhr
Helene-Lange-Schule, Hohe Straße 24
„Das andere Amerika“
Im Rahmen des „Hannah-Arendt-Schüler*innenlehrstuhls“
setzen sich Schüler*innen der Helene-Lange-Schule mit den
Schriften Hannah Arendts, u. a. mit ihrem Essay „Macht und
Gewalt“, auseinander und fragen nach Bezügen zur aktuellen
politischen Situation in den USA. Wie verändert die Social
Media-Präsidentschaft Donald Trumps die amerikanische
Nation, die amerikanische Fremd- und Selbstsicht und das
transatlantische Verhältnis?
Im Unterricht und in einer Arbeitsgemeinschaft wird der Frage
nachgegangen, inwieweit das medial vermittelte Bild mit der
Wahrnehmung der Bürger*innen übereinstimmt. Dabei sollen
u. a. multimediale Installationen und Präsentationen entstehen,
die jeweils eine ganz persönliche Sicht und Wahrnehmung der
Schüler*innen und eigene Standpunkte zeigen. Die Ergebnisse
des Schulprojektes werden im Rahmen der HANNAH ARENDT
TAGE präsentiert.
Grußwort: Rita Maria Rzyski, Dezernentin für Personal,
Bildung, Jugend und Familie
Einführung: Matthias Zeidler, StD (Stellv. Schulleiter) und
Olaf Zwacke, StD
Präsentation: „Das andere Amerika“
Foto: Maarten van den Heuvel / unsplash, Hintergrundgrafik: Jonas John / photocase.de
8Theater
Donnerstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr
Freitag, 25. Oktober, 9.30 Uhr und 11.30 Uhr
Theater im Pavillon, Lister Meile 4
Hannah Arendt auf der Bühne
An ihrem letzten Lebenstag arbeitet Hannah Arendt an ihrem
Schreibtisch. Aus dem Nichts erscheint ein junges Mädchen,
das auch Hannah heißt. Erzählen und Denken bedeutet
Handeln, erläutert Arendt der kleinen Hannah und nimmt sie
mit in das Theater. Hier macht sie Hannah mit ihrem Vorbild,
der griechischen Polis, bekannt, aus der Arendt ihr Denken
speist. Die beiden erfahren die Bedrohung des gemeinsamen
freien Lebens in der Gesellschaft durch die Figur des Wolfes.
Und sie verzweifeln an der unpolitischen Haltung der Figur
des Fuchses. „Wir sind praktische Denkerinnen und keine, die
sich in ihrem Bau verkriechen“, setzen sie ihm entgegen und
entwickeln H altungen. Das Stück benennt auch die historische
Katastrophe, die die Jüdin Hannah Arendt zwang, vor den Nazis
aus Deutschland in das Exil nach Paris und New York zu fliehen.
„Hannah Arendt auf der Bühne“ ist eine Produktion von
AGORA – Das Theater der Deutschsprachigen G emeinschaft
Belgiens, St. Vith, nach dem gleichnamigen Kinderbuch
von M arion Muller-Colard. Regie: Ania Michaelis.
Text: Ania Michaelis und Felix Ensslin. Das Stück ist geeignet
für S
chüler*innen der Klassen 6 bis 10.
Tickets für die Abendaufführung am 24. Oktober:
Erwachsene VVK 14,- €, AK 17,- € / erm. 12,- €,
Schüler*innenticket für alle Termine 6,- €.
Die Tickets gelten auch als GVH Fahrkarte.
Tickets 25. Oktober: Schüler*innen 6,- €,
Hannover-Aktiv-Pass Inhaber*innen 0,- €.
Anmeldung für die Aufführungen um 9.30 Uhr und 11.30 Uhr
erforderlich unter Telefon: 0511 - 344104
oder unter theaterwerkstatthannover@t-online.de
Fotos: ©AGORA
9Dokumentarfilm – Weltpremiere
Freitag, 25. Oktober, 18.00 Uhr
Sprengel Museum Hannover, Auditorium, Kurt-Schwitters-Platz
Light Out of Darkness :
The Photography of Fred Stein
Mit diesem Dokumentarfilm, dessen Weltpremiere in H annover
stattfindet, hat Peter Stein ein sehr persönliches Porträt
über seinen Vater, den Fotografen Fred Stein, geschaffen.
Viele M enschen kennen Fred Steins Fotografien, seinen
Namen hingegen nicht. Fred Stein starb, bevor die Fotografie
als gleichberechtigte Kunstform anerkannt wurde. „Light Out
of Darkness“ begibt sich auf die Spuren des bis vor wenigen
Jahren fast vergessenen Fotografen.
Der Film erzählt das dramatische Leben Fred Steins, von Flucht
und Exil sowie von einem Mann, der trotz solcher Umbrüche
eine positive, oft humorvolle Sicht auf die Welt hatte. Schau-
spieler Christian Berkel liest Auszüge aus Steins Schriften. Lilo
Stein, seine Ehefrau, wird gesprochen von der Schauspielerin
Barbara Sukowa. Ein weiterer Erzählstrang rückt den Sohn in
den Blickpunkt: Als Kind ging Peter mit seinem Vater durch die
Straßen von New York, lernte von ihm die Fotografie und erfuhr
tiefe Einblicke in Fred Steins künstlerisches Handwerk.
Das Herzstück des Films sind die Fotos selbst. Spannende
Augenblicke aus Paris in den 1930er Jahren, New York in den
1940er Jahren und über 1200 faszinierende Porträts.
Einführung: Prof. Rolf Wernstedt, Präsident des
Niedersächsischen Landtages a. D.
Weltpremiere:
Light Out of Darkness : The Photography of Fred Stein
Werkstattgespräch: Peter Stein, Produzent und
Co-Regisseur, Irene Höfer, Produzentin (Medea Film
Factory Hannover), Jochen Coldewey, nordmedia –
Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen /Bremen mbH,
und Franziska Stünkel, Filmregisseurin und Fotokünstlerin
Ausklang mit Getränken und Gebäck
Anmeldung erforderlich bis zum 7. Oktober 2019 unter:
hat@hannover-stadt.de
10Oben: Fred Stein,
fotografiert von
seiner Frau Lilo Stein,
Paris 1937
© Estate of Fred Stein
Unten: Peter Stein
vor einer Fotografie
seiner Eltern,
Fred und Lilo Stein
„Light Out of Darkness : The Photography
of Fred Stein“
90 Min., USA/D 2019, Regie: Dawn Freer und Peter Stein,
Produktion: Peter Stein und Dawn Freer / Medea Film Factory
Hannover. Gefördert mit Mitteln der nordmedia – Film- und
Mediengesellschaft Niedersachsen / Bremen mbH.
Fassung mit deutsch eingesprochenen Texten,
O-Töne untertitelt.
11Dialog
Sonnabend, 26. Oktober, 10.00 bis 12.00 Uhr
Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5
Update: Zur Zukunft der
transatlantischen Beziehungen
Die disruptive Präsidentschaft Donald Trumps irritiert alle, die
im Geist und in der Praxis transatlantischer Kooperation groß
geworden sind und nun mit Schrecken die problematische
Re-Aktualisierung der „America First“-Politik und die Absage
des Multilateralismus durch die derzeitige US-Administration
zur Kenntnis nehmen müssen.
Der Dialog beleuchtet, was die Verschiebung der traditionellen
Pfeiler bisheriger europäischer Sicherheitsarchitektur für die
Beziehung zwischen den USA und Europa bedeutet. Aktuell
steht die EU und damit auch die Bundesrepublik Deutsch-
land vor der Herausforderung, eine auf breitest möglichem
Konsens fußende Strategie zu entwickeln, um der Achtung und
dem Schutz der Menschenwürde national und international
Geltung zu verschaffen. Deshalb stellt sich jetzt die Frage: Auf
welche Weise kann Europa die transatlantische Partnerschaft
neugestalten, wenn die USA sich aus Europa zurückziehen?
Kann nur ein starkes Europa die westliche Wertegemeinschaft
wiederherstellen und die deutsch-amerikanische Krise
überwinden?
Begrüßung: Dr. Thomas Brunotte, VolkswagenStiftung
Impulsvorträge:
„Europa zuerst!“
Prof. Dr. Claus Leggewie, Justus-Liebig-Universität Gießen
„Das Ende der pax americana:
Eine Interdependenzerklärung. Kann Deutschland
sich strategischer aufstellen?“
Prof. James D. Bindenagel, Rheinische Friedrich-
Wilhelms-Universität Bonn
Diskussion mit den Vortragenden
Moderation: Nana Brink, Deutschlandfunk Kultur
Ausklang mit kleinem Imbiss
Anmeldung erforderlich bis zum 7. Oktober 2019 unter:
hat@hannover-stadt.de
12Referent*innen
Claus Leggewie studierte in Köln und Paris
Geschichte und Sozialwissenschaften. Er promovierte
an der Georg-August-Universität Göttingen, wo er
sich ebenfalls habilitierte. Von 1989 bis 2015 war Claus
Leggewie Professor für Politikwissenschaft an der
Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Von 1995 bis
1997 war er erster Inhaber des Max-Weber-Lehrstuhls
an der New York University. Er ist Mitbegründer
und Direktoriumsmitglied des Zentrums für Medien
und Interaktivität der JLU. 2015 wurde er als erster
Amtsinhaber auf die Ludwig-Börne-Professur der JLU
berufen. Er war von 2007 bis 2017 Direktor des Kultur-
wissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen sowie des
Centre for Global Cooperation Research in Duisburg.
James D. Bindenagel arbeitete über vier Jahrzehnte
als hochrangiger US-Diplomat (z. B. in der DDR und
der BRD) in vielfältigen Bereichen. Von 1996 bis
1997 amtierte er als US-Botschafter in Deutschland.
Zuvor war James D. Bindenagel u. a. Direktor
für Regierungsangelegenheiten bei Rockwell
International (1991 –1992) und Senior Fellow für die
New Transatlantic Agenda des German Marshall
Fund of the United States (1997–1998). Von 2005
bis 2013 b ekleidete er das Amt des Vizerektors für
„Community, Government und International Affairs“
an der DePaul Universität Chicago. Seit 2014 ist er
Henry-Kissinger-Professor und Leiter des Center for
International Security and Governance (CISG) an der
Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Moderation
Nana Brink studierte Deutsche Geschichte und
Literatur in München und Berlin. Sie ist Moderatorin
von „Studio 9“ (Deutschlandfunk Kultur). Zuvor
arbeitete sie als Redakteurin (taz und Focus) sowie
als Korrespondentin (Der Spiegel, Der Tagesspiegel).
Von 2011 bis 2014 war Nana Brink als Korrespondentin
in den USA (für Deutschlandfunk / Deutschlandradio
Kultur) tätig. Im Zeitraum 2005 bis 2011 war sie
s tellvertretende Vorsitzende von WIIS.de (Women
in International Security).
13Porträt im Diskurs
Sonntag, 27. Oktober, 11.00 Uhr
Sprengel Museum Hannover, Calder-Saal,
Kurt-Schwitters-Platz
Die Politik des Porträts
Fotografien von Menschen in Deutschland, Fotografien von
Menschen im Exil – Fred Stein, in Dresden aufgewachsen und
vor den Nationalsozialisten über Paris nach New York geflohen,
porträtierte beide Gruppen. Eine komplexe Angelegenheit,
ist doch ein Porträt der Forderung ausgesetzt, eine Person so
zu zeigen, wie sie ist. Doch der Fotograf Stein wollte genau
das, für ihn bestand der Sinn darin, ein Bild zu schaffen, „das
über den äußeren und inneren Menschen aussagt“. Der Erfolg
seiner bekannten Bilder von Hannah Arendt und Albert Einstein
scheint ihm Recht zu geben, ihr Fotograf jedoch blieb weit
gehend unbekannt.
Der Vortrag nähert sich Fred Steins Arbeit mit dem Blick auf
die Rolle des Fotografen als gesellschaftlicher Akteur: Gibt es
eine Politik des Porträts? Übernehmen wir mit dem Einfallstor
Fotografie historischen Zeitgeist oder tradieren wir durch
Gesichtsbilder Geschichtsbilder?
Begrüßung und Moderation: Inka Schube, Kuratorin
für Fotografie und Medien, Sprengel Museum Hannover
Vortrag: „Die Politik des Porträts“, Miriam Zlobinski
Miriam Zlobinski studierte Geschichte und Kunst
geschichte und promoviert am Institut für Geschichts-
wissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin
zum Thema „Das politische Bild in der alten Bundes-
republik. Eine kritische Annäherung an das kollektive
Bildgedächtnis am Beispiel des Fotojournalismus der
Illustrierten stern.“ Sie ist ausgebildete Journalistin
und war 2016 Mitglied der Bildredaktionsklasse an
der Ostkreuzschule für Fotografie. 2018 erhielt sie den
Small Research Grant der Bundeskanzler-Willy-Brandt
Stiftung. Sie ist Gründerin von Foto:Diskurs, einem
interdisziplinären Arbeitskreis zur Auseinander
setzung mit aktuellen Positionen und Forschungs
themen.
14Veranstaltungsorte
22. Oktober: Eröffnung: 22. HANNAH ARENDT TAGE,
Sprengel Museum Hannover, Auditorium,
Kurt-Schwitters-Platz, H
altestelle Aegidientorplatz,
Stadtbahnlinien 1,2,4,5,6,8,11, Haltestelle Maschsee /
Sprengel Museum, Buslinien 100 / 200
23. Oktober: Lesung und Gespräch: „Prawda“,
Literaturhaus Hannover e.V., Sophienstraße 2, Haltestelle
Kröpcke, Stadtbahnlinien 1 – 9, 11 oder Haltestelle
Aegidientorplatz, Stadtbahnlinien 1,2,4,5,6,8,11, Haltestelle
Thielenplatz / Schauspielhaus, Buslinien 100 / 200,121,128
24. Oktober: Präsentation Schulprojekt: „Das andere
Amerika“, Helene-Lange-Schule, Hohe Straße 24, Haltestelle
Lindener Marktplatz, Stadtbahnlinie 9, Buslinien 100/ 200,120
24. Oktober: Hannah-Arendt-Lecture: „Transnationale
Philosophie – Hannah Arendt und die Zirkulation des
Politischen“, Leibniz Universität Hannover, Kali-Chemie
Hörsaal, Gebäude 2501 (Altbau Chemie), Callinstraße 9,
Haltestelle Schneiderberg / Wilhelm-Busch-Museum,
Stadtbahnlinien 4 und 5 (Der Weg zum Hörsaal ist im
Gebäude ausgeschildert.)
25. Oktober: Filmpremiere: „Light Out of Darkness :
The Photography of Fred Stein“, Sprengel Museum
Hannover, Auditorium, Kurt-Schwitters-Platz
26. Oktober: Dialog: „Update: Zur Zukunft der trans
atlantischen Beziehungen“, Schloss Herrenhausen,
Herrenhäuser Straße 5, Haltestelle Herrenhäuser Gärten,
Stadtbahnlinien 4 und 5, Buslinie 136
27. Oktober: Porträt im Diskurs: „Die Politik des Porträts“,
Sprengel Museum Hannover, Calder-Saal,
Kurt-Schwitters-Platz
Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei.
Und außerdem:
24. Oktober und 25. Oktober: Theater: „Hannah Arendt
auf der Bühne“, Theater im P avillon, Lister Meile 4,
Haltes tellen Hauptbahnhof / ZOB, Stadtbahnlinien
1,2,3,7,8,9,10,17, Buslinien 121,134,300,500,700
Eintritt: Schüler*innen 6,- €, Erwachsene VVK 14,- €,
AK 17,- € / erm. 12,- €
15Veranstalter Die HANNAH ARENDT TAGE sind eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Hannover, Büro Oberbürgermeister, Wissenschaftsstadt Hannover, in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover, Institut für Politikwissenschaft, und der VolkswagenStiftung. Redaktion und Kontakt Landeshauptstadt Hannover Büro Oberbürgermeister, Wissenschaftsstadt Hannover Dr. Sabine Meschkat-Peters Trammplatz 2, 30159 Hannover E-Mail: hat@hannover-stadt.de Projektleitung „Political Science Goes Public“ PD Dr. Franziska Martinsen Institut für Politikwissenschaft, Leibniz Universität Hannover f.martinsen@ipw.uni-hannover.de Gestaltung: Jan Heidemann Foto Hannah Arendt: © Fred Stein Druck: Steppat Druck GmbH, Auflage: 7.000 Stand: August 2019 Weitere Informationen finden Sie unter: www.hannah-arendt-hannover.de www.facebook.com/HannahArendtTageHannover Partner
Sie können auch lesen