Creative Hub - Ein Rückblick auf acht Jahre Pionierarbeit in der Förderung der Kreativwirtschaft www.creativehub.ch

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Creative Hub - Ein Rückblick auf acht Jahre Pionierarbeit in der Förderung der Kreativwirtschaft www.creativehub.ch
Creative Hub

Ein Rückblick auf
acht Jahre Pionierarbeit
in der Förderung
der Kreativwirtschaft      www.creativehub.ch
Creative Hub - Ein Rückblick auf acht Jahre Pionierarbeit in der Förderung der Kreativwirtschaft www.creativehub.ch
Impressum:                    Credits Fotografien:

Herausgeber:                  Portrait Claudia Acklin		          no credits
Creative Hub                  Portrait Britta Friedrich		        Jasmin Frei
info@creativehub.ch           Portrait kollektiv vier		          Lea Moser
                              Portrait Søren Henrichsen          Niels Ackermann
Text:                         Portrait Georg Fontana		           Katharina Wernli
Jakob Blumer                  Portrait Rahel Koller		            Maximilian Lederer
Daniel Schaffo                Portrait Lela Scherrer		           Mathilde Agius
Regula Staub                  Portrait Pierre Naveau		           Pierre Naveau
                              Portrait Laure Gremion		           Sacha di Poi
Lektorat:                     Portrait Pibiri & Reich		          Luca Schaffer
Intertext GmbH,               Portrait Regula Staub		            Reto Camenisch
Silvia Wachtler               Portrait Varia Instruments         Florian Spring
                              Portrait Read on		                 Nina Maria Glahé
Englische Übersetzung:        Portrait Nathalie Nyffeler         Laurent Soldini
Jamie Karnik                  Portrait Beatrice Bösch		          Müller‘s Fotofactory Kriens
                              Portrait Eva Pauline Bossow        Jessica Allemann
Gestaltung:                   Portrait Yannick Aellen		          David Biedert
Marc Brunner, Büro Destruct   Portrait Jens Nymand Christensen   Myndtskov
mb@burodestruct.net           Portrait Raphael Rossel		          HSLU 2015
Creative Hub - Ein Rückblick auf acht Jahre Pionierarbeit in der Förderung der Kreativwirtschaft www.creativehub.ch
Vorwort

Es ist so weit. Der Creative Hub schliesst    Der Creative Hub hat es verstanden, in
Ende Jahr den Vorhang. Dies nach acht         kurzer Zeit ein wirkungsvolles und effizien­
Jahren intensiven Schaffens im Dienste        tes System zur Förderung von talentierten
einer guten Sache: der Förderung von          Kreativen aufzubauen. Dass dies möglich
Schweizer Kreativen. Dass das Ende just       war, lag einerseits am gewählten Ansatz.
zu einem Zeitpunkt kommt, in dem krea­ti­     Andererseits aber an der grossen Anzahl
ves und unternehmerisches Handeln wich­       an Personen, die sich in verschiedensten
tiger denn je ist, ist schade.                Funktionen für den Verein engagiert ha­
                                              ben. Entstanden ist ein loses Netzwerk an
Wie fördert man Kreativschaffende wir­­       Wissen und Erfahrung zur Förderung von
kungsvoll? Auf diese Frage hat der Creati­    Kreativen, welches in der Schweiz einzig­
ve Hub Antworten gefunden, die weit über      artig ist. An dieser Stelle allen Mitwirken­
seine Zeit als Modell dienen werden.          den ein grosses DANKE.

Fokus Entrepreneurship: Nichts motiviert      Das Wirken des Creative Hubs hat vielen
mehr als der Erfolg eines eigenen Projekts.   Kreativen geholfen, den Traum vom eige­
Wenn aus Ideen erste Produkte entstehen,      nen Unternehmen zu verwirklichen. Es hat
Kunden gewonnen werden, der erste Lohn        aber auch die Kreativwirtschaft als Ganzes
bezahlt werden kann, ein Unternehmen          weitergebracht und ihren Stellenwert in
entsteht. Das klare Bekenntnis des Creati­    Wirtschaft und Gesellschaft aufgezeigt.
ve Hubs zu einem wirtschaftlichen Ansatz      Zu guter Letzt ist der Creative Hub selbst
erlaubte eine wirkungsvolle Förderung. Es     ein wunderbares Beispiel, wie dank einer
geht darum, motivierten Kreativen mög­        Vision, eines engagierten Teams und eines
lichst schnell einen Zugang zum Markt zu      überzeugenden Angebots, Erfolgsge­
schaffen. Und sie auf den ersten Schritten    schichten geschrieben werden können.
in die Selbständigkeit zu begleiten.
                                              Ohne finanzielle Fördermittel von zahlrei­
Erfolgsfaktor Praxiswissen: Die Vielfalt      chen Partnern wäre es aber nie möglich
der begleiteten Projekte war eindrücklich.    gewesen, das umfangreiche Aktivitäten-
Allen gemeinsam war, dass der Weg vom         Programm über acht Jahre hin anzubieten.
kreativen Ansatz zum Unternehmertum           Besonders zu erwähnen ist der Migros-
durch oft unbekanntes Territorium führt.      Pionierfonds, welcher den Creative Hub
Mit dem grossen Netzwerk an praxiser­         von Beginn an fast über die gesamte Wir­
fahrenen Expert*innen war es möglich,         kungszeit begleitet und überhaupt möglich
jedem Projekt die relevanten Inputs und       gemacht hat.
Erfahrungen zu vermitteln. Coaches und
Coaching-Teilnehmer*innen bildeten eine       Dass das Projekt Creative Hub nun zu einem
Erfolgsgemeinschaft und hatten ein Ziel:      Abschluss kommt, tut den erbrachten Leis­
den überzeugenden Auftritt im Markt.          tungen in keiner Weise Abbruch. Als Ge­
                                              sellschaft sind wir aber aufgefordert, die
Von der Basis- zur Spitzenförderung:          Frage nach der Bedeutung und Rolle einer
Förderprogramme sollten zunächst für          lebendigen und wirtschaftlich erfolgrei­
möglichst viele zugänglich sein. Zum Bei­     chen Kreativszene erneut zu beantworten.
spiel in Form von Weiterbildungsmo­dulen
oder Netzwerkanlässen. Dies er­­laubt ein
Kennenlernen, das Vermitteln von Grund­       Vorstand Creative Hub
lagen oder auch das Abschätzen von            Geschäftsstelle Creative Hub
Po­­tenzialen. Um aber eine Geschäftsidee
zur finalen Marktreife zu bringen, bedarf
es einer sehr intensiven Betreuung und
Förderung. Dies bedingt die Fokussierung
auf wenige Projekte. Zusätzlich zu Talent
und Können wird der Wille, etwas Heraus­
ragendes zu schaffen, zu einem entschei­
denden Kriterium.
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Creative Hub –
Facts & Figures
Der gemeinnützige Verein Creative Hub
half seit 2013 Schweizer Kreativen, innova­
tive Produkt- und Geschäftsideen verwert­
bar zu machen – wirtschaftlich, ökologisch
oder sozial. Das Angebot umfasste neben
professionellen Weiterbildungsbaustei­
nen und Vernetzungsanlässen auch den
Zugang zu einem hochkarätigen Netzwerk.
Mit diesen drei Bausteinen etablierte der
Creative Hub ein effektives Marktzugangs­
system für talentierte Kreative.

Das Coaching
                                              Ziel der Teilnehmenden
Im Zentrum der Aktivitäten des Creative
Hubs stand das individuelle 1-on-1 Coa­       25% Bessere Vermarktung eines
ching. Seit Vereinsgründung unterstützte          Business
der Creative Hub Kreativschaffende mit        23% Aufbau eines Business
dem Coaching, Geschäftsideen erfolgver­       17% Professionalisierung eines
sprechend zu realisieren. Kernstück des           Business
Creative Hubs war das Netzwerk an erfah­      15% Weg in die Selbständigkeit
renen Coaches und Experten.                   14% Abklärung der Markttauglich-
                                                  keit einer Idee
Figures                                        5% Skalierung/Internationali-
                                                  sierung eines Business
70+ Coaches                                    1% Anderes
284 unterstützte Kreativprojekte
348 unterstützte Kreativschaffende
1100+ Coachingsessions

Die Zielgruppe

Lag der Fokus der Förderung bei Grün­
dung noch auf dem Designschaffen, wur­        Wirkung
den seit 2016 Projekte aus allen Bereichen
der Kreativwirtschaft unterstützt. Die        24% Durch Hilfestellung des
Teil­­nehmenden der Programme waren               Creative Hubs konnte ich mein
hauptsächlich Studienabgänger*innen mit           Projekt qualitativ verbessern
ersten Berufserfahrungen oder auf dem         19% Dank dem Besuch des Creative
Weg zur Selbständigkeit.                          Hubs hatte ich genug Selbst-
                                                  vertrauen um mein Projekt um -
Die Wirkung                                       zusetzen
                                              16% Durch die vermittelten Inhalte
Ziel des Creative Hubs war es, die Pro­           konnte mein Projekt markt-
fessionalisierung der Kreativszene weiter         tauglich gemacht werden
voranzutreiben und einen wirksamen Busi­      16% Netzwerk des Creative Hubs
ness-Katalysator für innovative Kreativ-          ermöglichte wichtige Kontakte
Unternehmen zu bieten. Durch das Coa­             für mein Projekt
ching konnten gezielt die Business-Skills     15% Profitieren vom Austausch
von Kreativschaffenden gefördert und              zwischen Programmteil-
diese in ihrem Schaffen bestärkt werden.          nehmer*innen
                                               6% Ohne den Creative Hub wäre
Als nationale Förderplattform war zudem           mein Projekt nur schwer um-
der Netzwerkgedanke bei allen Angeboten           setzbar gewesen
ein wichtiger Bestandteil.                     4% Anderes
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Timeline
Creative Hub

2013                                            nehmen gründeten. Es war deshalb
                                                nur folgerichtig, dass wir weni-
                                                ge Jahre später ein Pilotprojekt
Die Gründung                                    lancierten, das Studienabgänger
                                                bei der Lancierung ihrer Produkte
Im Juni 2013 wurde der Creative Hub an          unterstützen wollte. Das Projekt
der Design Miami in Basel erstmals der          war erfolgreich und ich muss es
Öf­fentlichkeit vorgestellt. Die Mission: De­   wohl einigen Leuten erzählt haben;
signer*innen dabei zu helfen, ihre Pro­dukt-,   möglicherweise an einer sogenann-
Dienstleistungs- und Geschäftsideen vor­        ten Table Ronde, zu dem das Beco,
anzutreiben und auf den Markt zu bringen.       die Berner Wirtschaft, den ‚Design
                                                Cluster‘ des Kantons Bern einmal
Doch wie kam es eigentlich zur Gründung         im Jahr einlud. Anwesend waren da
des Creative Hubs? 2013 lag die Thematik        jeweils der Design Preis Schweiz,
einer gezielten Förderung von Kunst und         das Bundesamt für Kultur oder die
Design in Richtung Entrepreneurship in          Berner Design Stiftung. Von dort
anderen Ländern längst in der Luft. Güns­       muss der Funken auf Engagement Mi-
tige Gegebenheiten akkumulierten sich           gros übergesprungen sein.»
schliesslich bei Claudia Acklin, Mitgrün­
derin und ehemalige Geschäftsleiterin des       Der Migros-Pionierfonds, damals noch un­
Creative Hubs:                                  ter dem Namen Engagement Migros, war
                                                Gründungspartner des Creative Hubs. Die
                                                Idee hinter diesem einzigartigen Engage­
                                                ment für die Gesellschaft hatte Migros-
                                                Gründer Gottlieb Duttweiler bereits Mitte
                                                des 20. Jahrhunderts zu einem Leitgedan­
                                                ken des Unternehmens erklärt. Seit 2012
                                                spürt der Migros-Pionierfonds wegweisen­
                                                de Ideen auf und unterstützt Pionier*innen
«Ich hatte vor vielen Jahren den                mit kühnen Plänen und konkreten Lösun­
Luxus, frei einen neuen Bachelor-               gen – nicht nur finanziell, sondern auch
Studiengang an der Hochschule                   mit Rat und Tat. So war es denn auch im
Luzern – Design & Kunst entwickeln              Sommer 2013 beim Creative Hub der Fall.
zu dürfen. Die einzigen zwei Be-                Britta Friedrich, Leiterin Förderbetrieb
dingungen damals: Er sollte die                 Migros-Pionierfonds, schaut zurück:
bestehenden Studiengänge nicht
konkurrenzieren und in englischer
Sprache durchgeführt werden, um
auch für internationale Studieren-
de von Interesse zu sein. Ich be-
gab mich dafür an die Grenzen des
Designs, dorthin, wo es sich mit
dem Unternehmertum überschneidet.
Die jungen Designmanager*innen,                 «Der Migros-Pionierfonds hat den
die wir fortan ausbildeten, dach-               Creative Hub von Beginn an und
ten und implementierten Design und              während insgesamt sieben Jahren
-prozesse in einem Unternehmens-                begleitet. 2012 unter dem Namen
kontext. Doch auch wenn das damals              Engagement Migros ins Leben geru-
für die Schweiz neu war, dann war               fen, sollte das neue Fördergefäss
Kunst und Design doch nie weit weg              der Migros – ergänzend zum Migros-
von Entrepreneurship. Spätestens                Kulturprozent – weitere Förder-
dann wurde sie für Designer*innen               felder erschliessen. Design war
und Künstler*innen wichtig, wenn                zum damaligen Zeitpunkt eines der
sie sich selbständig machten oder               ersten Themenfelder des Migros-
mit Kolleg*innen ein Mikrounter-                Pionierfonds und wurde in enger
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Abstimmung mit dem Bundesamt für               Ab August 2013 bot der Creative Hub,
Kultur sowie der Schweizerischen               der Sitz in Bern hatte, aber auf nationaler
Kulturstiftung Pro Helvetia entwi-             Ebene aktiv war, verschiedene Förderpro­
ckelt. Die Erfahrungen im Aufbau               gramme, Workshops und Events an, die
und in der Begleitung des Creative             auf die Bedürfnisse von Designer*innen
Hubs haben auch die spätere Aus-               und auf deren Märkte zugeschnitten wur­
gestaltung des Förderschwerpunkts              den. Nach einem Kick-Off-Event im Berner
Kreation & Markt massgeblich mit-              Progr wurden sich die anwesenden neuen
geprägt. […] Zwar wusste man –                 Experten bewusst, dass gezielte nationale
spätestens seit Anfang der 2000er-             Förderung Potential hat!
Jahre und nicht zuletzt dank
Richard Florida – um die wirt-                 Die ersten Förder-Ausschreibungen
schaftliche Bedeutung von Design
und Kreativität, gefördert wurde               Das «Creative Link»-Programm war das
zum damaligen Zeitpunkt allerdings             Kernstück der Fördertätigkeit des Creati­
vornehmlich der Kreationsprozess.              ve Hubs. Das Programm bot individuelle,
Der Creative Hub schlug einen neu-             kostenlose Einzelcoachings zu Business-
en Weg ein: Sein Ziel war es, De-              Themen für Designer*innen, die eine aus­
signschaffende in der Schweiz un-              gereifte Produkt- oder Serviceidee voran­
ternehmerisch zu stärken und ihnen             treiben und verwerten wollten. Im August
bei Markteintritt und -etablierung             2013 startete die erste Staffel «Creative
zu helfen, um sie damit resilien-              Link» mit 10 Teilnehmenden, 11 weitere
ter und ökonomisch unabhängiger zu             Staffeln folgten in den nächsten sechs
machen.»                                       Jahren. Das Programm wurde bis 2019
                                               jährlich zweimal ausgeschrieben und über
Die damalige Vision: eine nationale För­­­-    200 Kreativschaffende kamen in den Ge­
der­­­plattform, die Kreativunter­nehmer*in­   nuss dieses Programms. «kollektiv vier»,
nen effektiv und zielgerichtet unterstützt.    heute ein renommiertes, international
Claudia Acklin erinnert sich:                  tätiges Designstudio, war eines der ersten
                                               unterstützten Projekte:
«Design war einer der Schwerpunk­
te, auf den man sich damals kon-               «Die Experten-Coachings des‚ Crea-
zentrieren wollte. Das Ziel war                tive Links‘ haben wir sehr ge-
es, eine nationale Organisation                schätzt. Wir bekamen Wissen und
zu etablieren, die in allen Lan-               konkrete Werkzeuge mit auf den
desregionen präsent sein soll-                 Weg, mit denen wir arbeiten konn-
te. Kein einfaches Unterfangen                 ten – und noch heute arbeiten.
in der Schweiz, die sich auch in               Als Beispiele der Gründungsvertrag
der Kultur föderalistisch gibt.                unter uns Gründerinnen. Mit diesem
Das heisst, Koordination zwischen              Vertrag arbeiten wir heute noch.
Anspruchsgruppen und der Aufbau                Wir passen ihn jedes Jahr an und
eines Netzwerks waren alles... In              er gibt uns den Rahmen, ausführ-
Windeseile und mittels vieler Rei-             lich über unsere Ziele, Wünsche,
sen in alle drei Landesteile konn-             Bedürfnisse zu reden.»
ten wir nicht nur einen guten und
ausgewogenen Beirat für den Crea-
tive Hub bestellen, sondern auch
ein attraktives Angebot machen.
Denn wir suchten nicht nur die
ideelle, sondern auch die materi-
elle Unterstützung durch Coaches
aus den Bereichen Design wie auch
Entrepreneurship, überall in der
Schweiz.»
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Abb: kollektiv vier,
Duschvor­hang GARTEN EDEN
- Teilnehmende am «Creative
Committed» & «Creative Link»
(Foto: Primula Bosshard)

→ Link zum Projekt
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Abb: Søren Henrichsen
(Søren Henrichsen Design
Studio) mit seiner Kuckucksuhr
«HANSRUEDI» - Teilnehmender
am «Creative Link»
(Foto: Niels Ackermann)

→ Link zum Projekt
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Die Förderung des wirtschaftlichen Den­
                                    kens in der Kreativwirtschaft war für viele
                                    Designer*innen essentiell. So zum Beispiel
                                    auch für Søren Henrichsen:

                                    «Der Creative Hub und die Coa-
                                    chings haben mir geholfen, mein
                                    unternehmerisches Wunschdenken in             «Durch die grosse Auswahl an Coa-
                                    die Realität zu übertragen. Ich               ches ermöglicht der Creative Hub
                                    habe mich auf weniger Produkte                den Teilnehmer*innen, ihre Pro-
                                    konzentriert, diese aber gut ver-             duktideen zur Marktreife zu brin-
                                    kauft. Dadurch konnte ich mein                gen. Die Teilnehmer*innen bekom-
                                    Budget einhalten und neue Zie-                men die Möglichkeit, ihre Ideen
                                    le, wie zum Beispiel ‚Maison et               1:1 mit erfahrenen Coaches unter-
                                    Objets‘ in Paris, erreichen. Der              schiedlicher Branchen zu testen
                                    Creative Hub war eine der wenigen             und weiterzuentwickeln und können
                                    Institutionen, welche ‚kreative‘              dabei auf ein umfassendes Know-
                                    Wirtschaftsförderung verstanden               how und Netzwerk zurückgreifen.
                                    hat. Kreativ sein ist gut, aber               Ebenso gewähren die Coaches den
                                    das ist nicht genug, wenn man                 Teilnehmer*innen Einblick in ihr
                                    nicht davon leben kann!»                      Berufsleben und teilen so ihre
                                                                                  Erfahrungen. Die Teilnehmer*innen
                                    Georg Fontana, Produktdesigner, Creative      können so vom Creative Hub auf
                                    Hub-Coach der ersten Stunde und Vor­          verschiedenen Ebenen profitieren
                                    standsmitglied des Creative Hubs, sieht       und sich weiterentwickeln.»
                                    denn auch grosse Vorteile im Coaching-
                                    Angebot des Creative Hubs:

Abb: «Creative Committed»
erster Workshoptag am
14.11.2014 in Bern mit
Claudia Acklin (Foto: no credits)
Creative Hub - Ein Rückblick auf acht Jahre Pionierarbeit in der Förderung der Kreativwirtschaft www.creativehub.ch
Abb: «Radix-Glas» von Rahel
                                                                                        Koller (Glaslabor) - Teilnehmen­
                                                                                        de am «Creative Committed»
                                                                                        & «Creative Link»
                                                                                        (Foto: Lea Moser)

                                                                                        → Link zum Projekt

     Das zweite Standbein des Creative Hub-        «Für mich, als absolut unerfahrene
     Förderprogramms bildete das Programm          Person in der Kreativwirtschaft,
     «Creative Committed». Während sich            war dieser Kurs genau das Richti-
     «Creative Link» eher an fortgeschrittene      ge, um eine Idee zu bekommen, auf
     Projekte wendete, war «Creative Commit­       was ich mich einlasse, wenn ich
     ted» der ideale Einsteigerkurs für Creative   meine eigenen Produkte gestalten,
     Entrepreneurs: ein Kurs für Personen oder     herstellen und vermarkten möch-
     Teams, die ihre eigene Marke rund um          te. Der Austausch mit den anderen
     eine Produkt- oder Serviceidee aufbauen,      Teilnehmenden hat mir auf eine
     ihre Geschäftstätigkeit überdenken oder       gute Art gezeigt, dass ich nicht
     ihre Produktpalette erweitern wollten. Das    die Einzige bin, die eine kleine
     ursprünglich 9, später 6-monatige Work­       Idee auf den Weg bringen wollte.
     shop-Programm führte in Kleingruppen          Aus diesen ersten Berührungspunk-
     (verteilt auf einen Tag pro Monat) von der    ten mit der Branche oder, viel-
     Idee zum Businessmodell bis zum Busi­         leicht besser, dieser Community
     nessplan und endete mit der Beurteilung       haben sich neue Kontakte und erste
     durch Fachexperten. Insgesamt wurden bis      Verkaufsmöglichkeiten ergeben.
     2019 9 Staffeln des «Creative Committed»-     Seit damals gehe ich als Firmenin-
     Programms ausgeschrieben. Über 100 Kre­       haberin des kleinen Labels Glas-
     ativschaffende besuchten das Programm.        labor beharrlich meinen eigenen
     Rahel Koller, Gründerin des Glaslabors,       Weg.»
     war eine der ersten Teilnehmenden am
     «Creative Committed»-Programm:

10
2014                                         Veranstaltungspartner*innen gewin­
                                                                             nen, war es doch stets ein Grundsatz
                                                                             des Creative Hubs, mit Gleichgesinnten
                                Netzwerk- und Know-how-Zugänge für           zusammenzuarbeiten, um Ressourcen
                                Schweizer Kreativschaffende                  zu bündeln und Schnittstellen zu nutzen.
                                                                             So kooperierte der Creative Hub in unter­
                                Nach dem gelungenen Startschuss              schiedlichen Formaten mit verschiedenen
                                wuchsen das Interesse an den Förderpro­      Plattformen wie zum Beispiel dem Design
                                grammen und das gesamte Netzwerk des         Day Basel, dem Designers’ Saturday, dem
                                Creative Hubs kontinuierlich. Um auf die     Forward Festival und vielen anderen.
                                Bedürfnisse der Community zu reagieren,
                                bot der Creative Hub ab 2014 neben den       Und mit dem «Stammtisch» führte Creati­
                                zwei Hauptförderprogrammen themenspe­        ve Hub auch Designer*innen untereinander
                                zifische Workshops für die breite Kreativ-   näher zueinander. Im Herbst 2014 startete
                                Community an. Die Workshops waren der        das neue Eventformat mit dem Ziel, die
                                Öffentlichkeit zugänglich und für wenig      Vernetzung unter Kreativen zu fördern und
                                Geld zu besuchen. Verschiedene Experten      zu stärken. Das Format ermöglichte einen
                                gaben Inputs zu Themen wie Online-Mar­       ungezwungenen Austausch zwischen Kre­
                                keting, Webshops oder Crowdfunding.          ativschaffenden, um neue Beziehungen zu
                                                                             knüpfen und das Netzwerk zu erweitern.
                                Lela Scherrer, Modedesignerin und Vor­       Die «Stammtische» wurden ab Novem­
                                standsmitglied des Creative Hubs, betont     ber 2014 regelmässig in verschiedenen
                                die Wichtigkeit dieses Austausches für       Schweizer Städten durchgeführt. Rund
                                Nachwuchstalente:                            ein Dutzend «Stammtische» wurden in
                                                                             den vergangenen Jahren in verschiedenen
                                                                             Städten der Schweiz durchgeführt. Pierre
                                                                             Naveau, Gründer von ALPN Design und
                                                                             Teilnehmender verschiedener Creative
                                                                             Hub Programme, schätzte dieses Angebot
                                                                             sehr:

                                                                             «Als ich mit dem ALPN Design Pro-
                                «Coaching durch erfahrene Desig-             jekt begonnen habe, war ich zum
                                ner*innen, welche sich bereits               ersten Mal selbstständig. Die
                                über lange Zeit mit ihrer gestal-            Stammtische waren für mich wie
                                terischen Arbeit im Markt bewegen            frische Luft: die Gelegenheit, Er-
                                und behaupten, ist etwas ungemein            fahrungen zu teilen und Inspirati-
                                Wertvolles für junge, sowie auch             on zu holen.»
                                erfahrene Designer*innen. Kriti-
                                sches Hinterfragen und Reflektie-
                                ren von gestalterischen sowie auch
                                unternehmerischen Prozessen durch
                                Designprofessionals gehören idea-
                                lerweise periodisch zum Alltag der
                                Gestalter*innen.»

                                Neben der Wissensvermittlung und dem
                                individuellen Coaching war ein weite­
                                res Hauptanliegen des Creative Hubs,
                                jungen Kreativschaffenden Zugang zu
Abb: Der Sommerschlitten        Netzwerken und Visibilität zu verschaffen
«U-Sled» von Pierre Naveau      sowie die Themen der Kreativszene auch
(ALPN Design) - Teilnehmender
am «Creative Link»              einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusst­
(Foto: Marco Quandt)
                                sein zu rufen. Dafür konnte Creative
→ Link zum Projekt              Hub kontinuierlich neue Netzwerk- und
2015
Creative Platform: analoge und digitale        zu kommen. Unter dem Namen «Creative
Plattformen für Kreativschaffende              Platform» präsentierte der Creative Hub
                                               seit 2015 jährliche Ausstellungen von
Das Bewusstsein um die Relevanz                Produkten mit Marktpotential aus den
von E-Commerce, insbesondere bei               Förderprogrammen bei Verkaufsstellen
Kleinstunternehmer*innen mit Nischenpro­       und Messen. Am 6. Dezember 2014 fand
dukten, war seit der Gründung vorhanden.       der Startschuss und die Vernissage für das
Für eine noch stärkere Unterstützung in        «Creative Platform»-Programm im stilhaus
diesem Bereich lancierte der Creative Hub      Rothrist unter dem Motto «Produkt und
im Mai 2015 die digitale «Vitrine» auf sei­    Persönlichkeit» statt. Mit dieser machte
ner Webseite. Die «Vitrine» stellte Produk­    der Creative Hub auf eigenständige Labels
te junger Designer*innen vor und verlinkte     aufmerksam, die noch ihr Publikum such­
direkt auf deren Webshops. So sollten Kre­     ten – jenseits von grossen Handelshäusern
ativschaffende etwa mit Möbeln, Schmuck,       und Massenware.
Textilien, Leuchten, Taschen aus unabhän­
giger Produktion ohne Zwischenhandel           Es folgten weitere «Creative Platform»-
direkt zu ihren Kunden kommen.                 Events, zum Beispiel an der Bauarena
                                               Volketswil, der Designgut Winterthur,
Aber nicht nur im digitalen Raum wollte der    Designschenken Luzern, den Design Days
Creative Hub Kreativschaffen zeigen. Ver­      Genf und vielen mehr.
schiedene Plattformen sollten der Kreativ-
Community die Möglichkeit bieten, ihr
Schaffen der breiten Öffentlichkeit vorzu­
stellen, sich aber auch gezielt zu vernetzen
und mit Mitstreiter*innen in Kontakt

                                                                                            Abb: Erste «Creative Platform»
                                                                                            im stilhaus Rothrist, Vernissage
                                                                                            von «Produkt und Persönlich­
                                                                                            keit» am 6. Dezember 2014
                                                                                            (Foto: Regula Staub)
2016
                              Interimsbesetzung der Geschäftsleitung       jektideen oder dem Interesse, in einem
                              und Matchmaking-Events                       Start-up durch das Einbringen der eigenen
                                                                           Fähigkeiten mitzuwirken. Am ersten Event
                              2016 kam es zu einem Wechsel in der          am 23. Juni 2016 nahmen mehr als 30
                              Geschäftsführung des Creative Hubs: Per      Designer*innen und Unternehmer*innen
                              Ende Februar 2016 verabschiedete sich        teil. Die Veranstaltung war in kürzester Zeit
                              Claudia Acklin als Geschäftsführerin und     ausgebucht und brachte neue und bereits
                              übergab die Leitung an einen Interims-Ge­    etablierte Talente zusammen. Weitere
                              schäftsführer. Ein Fokus der Übergangs­      «Designer meets Entrepreneur»-Veran­
                              geschäftsführung war die Verbindung          staltungen folgten im Verlauf der Jahre.
                              von Akteur*innen aus Wirtschaft und der
                              Kreativszene. Verschiedene Matchmaking-
                              Formate wurden entwickelt, in welchen
                              der Creative Hub Kreativschaffende mit
                              Entrepreneuren zusammenbrachte.
                              Am «Designer meets Entrepreneur»-For­
                              mat trafen hochqualifizierte Partner*innen
                              mit verschiedenen Fähigkeiten für eine
                              gemeinsame Projektumsetzung aufeinan­
                              der. Ziel war die Bildung von komplemen­
                              tären Projektteams aus Designer*innen
                              und kaufmännisch geprägten Personen.
                              Eingeladen waren jeweils Designer*innen
                              und Entrepreneure mit spannenden Pro-

Abb: «Designer meets Entre­
preneur» Event im Le LAB in
Lausanne am 5. Oktober 2016
(Foto: Regula Staub)
Abb: Die Schutzmaske
                                           «Mymic» gestaltet vom Laure
                                           Gremion und Team Mymic -
                                           Teilnehmende am «Creative
                                           Business Coaching»
                                           (Rendering: Camille Bechet)

                                           → Link zum Projekt

Nach dem grossen Erfolg von «Designer
meets Entrepreneur» wurde ein weiteres
Matchmaking-Format lanciert: «Desig­
ner meets Co-Founder». Designer*innen
trafen auf mögliche Co-Founder*innen.
Im Umfeld des Creative Hubs gab es seit
jeher viele Designer*innen, welche tolle
Geschäftsideen und Produkte entwickelt
hatten. Häufig benötigten sie aber einen   Abb: «Creative Business Cup»
komplementären Co-Founder, der sich z.B.   Schweizer Final an der Criterion
                                           Messe in Zürich am 31. März
um den Vertrieb, das Marketing und die     2019 (Foto: Alain Appel)
Administration kümmerte. Die Designerin
Laure Gremion war eine der Teilnehmen­
den und erinnert sich:

«J‘ai eu beaucoup de plaisir à
participer à cet évenement. Je
trouve le concept et le format
absolument génial! C‘est une op-
portunité en or de rencontrer des
entrepreneurs et d‘élargir notre
réseau. C‘était aussi super que
Creative Hub organise cet évé-
nement en Suisse Romande! Merci
encore 1000x d‘être venus jusqu‘à
nous!»
Design Seed Consulting: Design als bran­     ihrem Weg in die Selbständigkeit durch
chenübergreifende Disziplin                  Coachings, Schulungen, Workshops und
                                             gemeinsame Vermarktung von innovativen
Auch ausserhalb der Kreativszene wurde       Produkten bis Anfang 2017 unterstützt
Design ein immer grösseres Thema. Das        worden. Diese Leistung anerkennend,
2016 lancierte «Design Seed Consulting»      verlängerte der Migros-Pionierfonds dan­
des Creative Hubs unterstützte klassische    kenswerterweise die Förderphase beim
Start-ups ausserhalb der Kreativszene,       Creative Hub um drei wertvolle Jahre. Ein
Design in ihre Strategie einzubinden. Der    wichtiger Meilenstein für die Interims-
Creative Hub bot in Kooperation mit Pibiri   Geschäftsführung: Denn für den Creative
& Reich Workshops an, in welchen Jung­       Hub als gemeinnützige Organisation war
unternehmen aus der Designperspektive        es stets eine Herausforderung, die finan­
betrachtet wurden. Mit einer nutzerzen­      zielle Tragfähigkeit mittel- bis langfristig
trierten und ganzheitlichen Herangehens­     aufzugleisen.
weise sollten verständliche, zugängli­
che und begehrenswerte Produkte und          In einer nächsten Phase sollte der Creative
Dienstleistungen entstehen. Das Angebot      Hub sich denn auch auf den Weg in die Ei­
umfasste verschiedene Workshops zu den       genständigkeit machen, mit dem Ziel, neue
Themen «Strategie & Identität», «Corpo­      Sponsoren, Erlösmodelle und eine passen­
rate Design & Marketing Kommunikation»       de Organisationsform zu finden, damit das
und «Produkt- & Servicedesign». Das Pro­     Angebot langfristig Design- und Kreativ­
gramm «Design Seed Consulting» brachte       schaffenden dienen konnte. Der Migros-Pi­
klassische Start-ups mit der Designszene     onierfonds unterstützte den Creative Hub
zusammen, um einen kollektiven Mehrwert      weiter finanziell und beratend, um kreative
zu schaffen. Pibiri & Reich zum «Design      Innovation zu fördern.
Seed Consulting»:
                                             Und auch über die Landesgrenzen hinaus
                                             wurde die Schweizer Kreativinnovation
                                             gefördert: Mit der zunehmenden Globali­
                                             sierung wurde die Welt immer kleiner und
                                             die Schweiz bald auch zu klein für viele
                                             Kreativschaffende. Um Kreativ-Start-ups
                                             den Zugang zum internationalen Markt zu
                                             erleichtern, schuf der Creative Hub ver­
«Das grösste Missverständnis bei             schiedene Plattformen auch im Ausland
der Erschaffung schöner Produkte             und knüpfte Partnerschaften mit internati­
ist der Glaube, dass das Objekt              onalen Kreativ-Organisationen.
und nicht der Mensch im Zentrum
steht. Human Centered Design ist             2017 wurde der Creative Hub beispielswei­
dabei aber eine Disziplin, die               se zum Nationalen Partner des «Creative
nicht nur die Kreativwirtschaft              Business Cup» in der Schweiz. Der «Crea-
betrifft. Entsprechende Inputs               tive Business Cups» ist ein globales Netz­
auch in andere Branchen einzubrin-           werk und ein Wettbewerb für innovative
gen, war das Ziel des Design Seed            Unternehmen aus der Kreativwirtschaft.
Consulting.»                                 Das Ziel des «Creative Business Cups»:
                                             Kreativ-Start-ups aus aller Welt zu versam­
                                             meln, sie mit Investor*innen zu vernetzen
                                             und den internationalen Austausch zu för­

2017                                         dern. Der Creative Hub, als nationaler Part­
                                             ner der Schweiz, erkor seit 2017 jährlich in
                                             einer nationalen Vorausscheidung ein Ge­
Sichern der Übergangsfinan­­zierung          winnerteam, welches am in Kopenhagen
und Partnerschaft mit                        stattfindenden globalen Finale teilnahm.
dem Creative Business Cup                    Bei den globalen «Creative Business Cup
                                             Finals» traten die nationalen Gewinner
Die Gründungs- und Aufbauphase hatte         aus über 80 Ländern an und pitchten
der Creative Hub erfolgreich gemeis­         ihr Geschäftskonzept vor einer internatio­
tert. Bereits über 80 Schweizer Design-      nalen Fachjury.
Start-Ups waren seit der Gründung auf
2018                                         mierung der Creative Hub-Angebote
                                             angestrebt, wobei die Erfahrungen
                                             aus den vergangenen 5 Jahre ins
Wechsel in der Geschäftsleitung und Neu­     Förderverfahren einfliessen soll-
ausrichtung                                  ten. Potential für eine Modifi-
                                             kation war da. Bis Frühling 2019
Nach zwei Jahren in der Geschäftsführung     wurden alle Angebote wie bisher
beendete der Interims-Geschäftsführer        durchgeführt, doch im Hintergrund
seine Tätigkeit planmässig und übergab       arbeitete die Geschäftsstelle mit
Anfang 2018 die Geschäftsleitung an          Hochdruck am Relaunch, der Ent-
Regula Staub, welche bereits seit 2017       wicklung einer neuen Förderaus-
eingearbeitet wurde. Als diplomierte         schreibung und den damit verbun-
Kunsthistorikerin mit Masterabschluss        denen operativen und visuellen
und diplomierte Textildesignerin war sie     Anpassungen. Grundsätzlich war mit
ab dem ersten Tag Mitglied der Creative      der Neuausrichtung und Optimierung
Hub-Familie und kannte daher das Netz­       des Förderprogramms der Wunsch
werk sehr gut. Im Februar 2018 stiess dann   verbunden, innerhalb der Förder-
Jakob Blumer in der Funktion als Assis­      landschaft Schweiz intensiver
tenz zum Team, im Juni übernahm er die       mit ähnlichen Förderinstitutionen
Auf­gabe des stellvertretenden Geschäfts­    zu kooperieren. Dem Creative Hub
führers. Regula Staub entschied sich im      gelang es so beispielsweise, Ko-
Herbst 2018 zu einer Neuausrichtung und      operationen mit der Fachhochschule
blickt zurück:                               Nordwestschweiz (‚Swiss Cultural
                                             Challenge‘), der Hochschule Luzern
                                             (Studiengang ‚Digital Ideation‘)
                                             oder der ‚Design Biennale Zürich‘
                                             einzugehen und erfolgreich durch-
                                             zuführen.»

«Die Aufgaben im Frühjahr 2018
waren herausfordernd. Innerhalb
                                             2019
weniger Monate sollte eine sechs-            Das neue Programm: «Creative Business
stellige Fördersumme durch neue              Coaching»
Partner*innen akquiriert werden,
um die Zukunft des Creative Hubs             Nachdem sich der Creative Hub seit seiner
mittelfristig zu sichern. In zwei            Gründung 2013 der Breitenförderung
intensiven Monaten, mit über 100             in der Schweizer Kreativwirtschaft ver­
Kontaktaufnahmen, 36 Gesprächen              schrieben hatte, stand ab 2019 die Ex­
und zahlreichen Reisen quer durch            zellenzförderung im Vordergrund, analog
die Schweiz, konnten schliesslich            der Entwicklung und Veränderung in der
sechs neue Partner*innen gefunden            Kreativwirtschaft. Neu wurden wenige,
werden und damit die nötige För-             ausgewählte, herausragende Geschäfts­
dersumme sogar leicht übertrof-              ideen noch gezielter und intensiver ge­
fen werden. Die Motivation, den              fördert. Ziel war es, die noch mehr oder
Creative Hub fit für die Zukunft             weniger rohen Geschäftsideen in einem
zu machen und entsprechend neu zu            von Coaches und Expert*innen begleite­
strukturieren, war deshalb gross.            ten Prozess und durch die Vernetzung mit
Im Spätherbst 2018 wurde der Vor-            relevanten Wirtschaftsakteur*innen, zur
stand neu zusammengesetzt, und               Marktreife und in den Handel zu führen.
insbesondere auch die Weiterent-
wicklung der Creative Hub-Förder-            Mit diesem Entscheid wurden auch die bis­
programme stand im Fokus. Mit der            herigen Förderangebote «Creative Link»
Weiterentwicklung wurde eine Opti-           und «Creative Committed» eingestellt.
Das neu lancierte Programm «Creative
                                   Business Coaching», bot massgeschnei­
                                   derten Coaching-Support über den Verlauf
                                   eines Jahres. Die ausgewählten Projekte
                                   wurden mit bis zu 16 Coaching-Sessions,
                                   Vernetzungsmöglichkeiten, Messekoope­
                                   rationen und einem reichhaltigen ergän­
                                   zenden Angebot auf ihrem Weg unter­
                                   stützt. Varia Instruments, Coachee aus
                                   der ersten Förderstaffel, schätzte dieses
                                   Angebot sehr:

                                   «Das Förderangebot von Creative
                                   Hub ist sehr vielschichtig und war
                                   so in der Lage, ganz individuell
Abb: Pitch-Day «Creative
Business Coaching» am 12. Juli     auf unsere Wünsche und Bedürfnis-
2019 (Foto: Daniel Frei)
                                   se einzugehen. Die Möglichkeit,
                                   mit Profis an unseren Anliegen zu
                                   arbeiten, half sehr und verschaff-
                                   te uns auf einem komplexen Markt
                                   viele wertvolle Vorteile. Wir ka-
                                   men in den Genuss von Coachings zu
                                   verschiedensten Themen. Dies hat
                                   uns geholfen und dort gestärkt,
                                   wo wir Nachholbedarf hatten. Die
                                   gesammelten Erfahrungen sind wert-
                                   voll und helfen uns immer wieder,
                                   bis heute!»

Abb: Der DJ-Mixer «RDM40»
von Varia Instruments - Teilneh­
mende am «Creative Business
Coaching» (Foto: Florian Spring)

→ Link zum Projekt
Der Migros-Pionierfonds begleitete die       ersetzen und dem Creative Hub langfris­
Neuausrichtung eng, da mit ihr auch die      tig eine Perspektive geben könnten. Die
auf sechs Jahre beschränkte Zusammen­        föderalistischen Förderstrukturen der
arbeit zwischen dem Pionierfonds und dem     Schweiz sowie die Situation rund um die
Creative Hub endete. Gleichzeitig bedeu­     Corona-Pandemie erschwerten die Situ­
tete das Ende dieser fruchtbaren Partner­    ation. Konsequenterweise entschied sich
schaft für den Creative Hub auch, dass für   der Creative Hub deshalb, das Angebot per
die langfristige Weiterführung des Ange­     Ende 2021 einzustellen. Die vorhandenen
bots neue Partner*innen gefunden werden      Mittel sollten dabei den noch unterstützten
mussten. Britta Friedrich führt aus:         Projekten zugutekommen. Das Angebot
                                             sollte bis Ende 2021 weiter aufrechterhal­
«Das Angebot des Creative Hubs               ten beziehungsweise optimiert werden.
wurde stetig weiterentwickelt und
angepasst. Programme wurden neu              Internationale Plattformen
aufgesetzt, erweitert oder abge-
löst. 2019 reagierte der Creati-             Zur Optimierung der Programme gehörte
ve Hub auf das sich verändernde              auch immer wieder das Neuerschaffen von
Marktumfeld mit einer Neupositi-             Möglichkeiten und Plattformen für Schwei­
onierung. Statt Breitenförderung             zer Kreativschaffende. Durch das stetig
konzentrierte man sich neu darauf,           gewachsene internationale Netzwerk des
ausgewählte Kreativschaffende im             Creative Hubs konnte so zum Beispiel
Rahmen umfassender Mentoren- und             2020 eine Kooperation mit der «Yangtze
Weiterbildungsprogramme nachhaltig           River Delta International Cultural Indust­
bei der Entwicklung und Implemen-            ries Expo 2020» in Shanghai verwirklicht
tierung ihrer Geschäftsvorhaben              werden. China spielt für den weltweiten
zu begleiten. Eine Steigerung der            (Kreativ-)Markt eine immer grössere Rolle
Wirksamkeit der Programme stand              und gerade auch für Kreativschaffende
hierbei im Vordergrund. Gleichzei-           bietet China viele Möglichkeiten. Gemein­
tig bot dieser strategische Switch           sam mit swissnex China, Präsenz Schweiz
die Gelegenheit zu prüfen, ob eine           und Pro Helvetia zeigte der Creative Hub
langfristige Etablierung eines De-           deshalb an der «Yangtze River Delta Inter­
signförderprogramms im Rahmen ei-            national Cultural Industries Expo 2020»
ner Selbstständigkeit möglich ist.           eine Auswahl von Highlights der Schweizer
Während Zweiteres sich leider                Kreativwirtschaft. Aufgrund der Corona-
nicht bewahrheitet hat, kann die             Pandemie kombinierte die Ausstellung di­
Neuausrichtung auf Exzellenzför-             gitale und analoge Formate. Regula Staub
derung als Erfolg bewertet werden:           führt hierzu aus:
Insgesamt 16 Akteur*innen haben
vom umfassenden Begleitprogramm
der letzten zwei Jahre profitiert
und sind nun bestens gerüstet für
die Etablierung ihrer Ideen auf
dem Markt.»

2020
Das Aufrechterhalten des weitgehend
kostenlosen Angebots des Creative Hubs
                                                                                           Abb: Das Projekt «Bring Your
benötigte starke Partner*innen. Trotz                                                      Own Mask (BYOM)», kuratiert
intensiver Suche in den Jahren 2019 und                                                    von HyperAktiv, an der «Yangtze
                                                                                           River Delta International Cultu-
2020 konnten keine Partner*innen ge­                                                       ral Industries Expo 2020» in
funden werden, die das Ausscheiden des                                                     Shanghai (Foto: MATERIALISE)

Migros-Pionierfonds als Förderpartner                                                      → Link zum Projekt
«Über die Jahre erfolgte ein Aus-             geführt werden. Das Programm stiess
                                 bau des Netzwerkes über die Lan-              auf viel Anklang, über 150 Bewerbende
                                 desgrenzen hinweg, so rief die                meldeten sich auf die Ausschreibung für
                                 Geschäftsstelle etwa einen inter-             das Programm, 16 Teams wurden ins Coa­
                                 nationalen Beirat ins Leben. Die              chingprogramm aufgenommen.
                                 Fühler wurden aber nicht nur eu-
                                 ropaweit, sondern auch bis weit               Der Creative Hub verlässt die Schweizer
                                 in den Osten, nach Shanghai, aus-             Förderszene, hat diese aber als Pionier­
                                 gestreckt. So konnte nach mei-                projekt und Vorreiter langfristig geprägt.
                                 ner Chinareise im Jahr 2019 eine              Regula Staub wertet es rückblickend als
                                 Kooperation mit swissnex China,               höchst erfreulich, dass die Kreativwirt­
                                 Präsenz Schweiz und Pro Helvetia              schaft einen anderen Stellenwert geniesst
                                 aufgegleist werden, in deren Rah-             als noch vor acht Jahren und dass der
                                 men im Jahr 2020 einigen Schweizer            «Förderfaden» von anderen Institutionen
                                 Start-ups eine hybride Messe-Teil-            aufgenommen wurde:
                                 nahme an der ‚Yangtze River Delta
                                 Creative Cultural Expo‘ ermöglicht            «Der Creative Hub half mit, das
                                 wurde.»                                       Bewusstsein um die ökonomische und
                                                                               kulturelle Bedeutung einer leben-
                                                                               digen Kreativwirtschaft zu etab-

                                 2021
                                                                               lieren. Sie begünstigt unkonven-
                                                                               tionelle Lösungen und stärkt die
                                                                               Innovationskraft der Wirtschaft
                                 Nach acht Jahren Fördertätigkeit beendete     insgesamt. Das gilt mittlerweile
                                 der Creative Hub per 31. Dezember 2021        als erwiesen – und entsprechende
                                 seine Aktivitäten. Drei Staffeln des «Crea­   Förderangebote als Selbstverständ-
                                 tive Business Coachings» konnten durch-       lichkeit.»

Abb: «Read on»,
das iPhone-Case mit inte­
grierter Lesebrille – Team
Read on war Teil des «Creative
Business Coachings»
(Foto: Nina Maria Glahé)

→ Link zum Projekt
Schlusswort

Was ist das Fazit, das aus acht Jahren
Fördertätigkeit gezogen werden? Was sind
die Dos und Dont’s einer erfolgreichen För­
derung? Verschiedene Expert*innen und
Netzwerkpartner*innen blicken zurück und
ziehen Bilanz:

Der Fokus auf Entrepreneurship in der         «In den letzten acht Jahren durf-
Kreativszene sieht Nathalie Nyffeler,         te ich im Team des Creative Hubs
Professorin an der HES und verantwortlich     mitwirken. Für uns als Förderin-
für Innovation & Entrepreneuriat, als das     itiative war es eine grosse Ge-
grosse Alleinstellungsmerkmal und den         nugtuung zu sehen, wie vielen
Verdienst des Creative Hubs.                  Kreativen dank des individuellen
                                              Coachings des Creative Hubs der
                                              Start in die Selbständigkeit ge-
                                              glückt ist. Die Kontakte zu den
                                              Netzwerkpartner*innen, den praxi-
                                              serfahrenen Coaches waren nicht
                                              nur für die motivierten Kreativen
                                              äusserst wertvoll, sondern auch
                                              für mich stets interessant und
«L‘initiative Creative Hub, à la-             haben mir viel Befriedigung gege-
quelle je participe depuis son                ben.»
lancement, joue un rôle clé dans
le paysage entrepreneurial suis-              Dieses Angebot war in seiner Art einma­
se puisqu‘elle permet de soutenir             lig. Mit dem Wegfallen des Creative Hubs
le développement de projets in-               könnten nun aber vor allem für Kreativ­
novants et entrepreneuriaux is-               schaffende mit Berufserfahrung passende
sus du monde créatif suisse. Trop             Förderprogramme fehlen. Das sieht auch
souvent, l‘innovation est compri-             Eva Pauline Bossow, Head of Transfer
se uniquement dans une dimension              des Zurich Center for Creative Economies
technologique alors que les jeu-              sowie Beirätin und Expertin beim Creative
nes designers et artistes propo-              Hub, so:
sent des innovations centrées sur
les usages, indispensables dans
le monde d‘aujourd‘hui. Il serait
donc pertinent que les programmes
de soutien fédéral à l’innovation
prennent mieux en compte les in-
dustries créatives.»

Mit diesem Fokus und der nationalen           «Die Bandbreite der Projektideen
Ausstrahlung nahm der Creative Hub eine       war von Beginn an sehr gross und
Sonderstellung ein. Im Zentrum des Coa­       der Creative Hub nahm als profes-
chings stand dabei immer der Mensch, das      sioneller Partner und Coach für
Coaching wurde individuell auf die Bedürf­    junge Unternehmer*innen in der
nisse der Kreativschaffenden ausgerich­       Kreativwirtschaft schweizweit eine
tet. Das war ein grosser Erfolgsfaktor des    wichtige Rolle ein. In dieser Un-
Creative Hubs. Beatrice Bösch, Finanzche­     abhängigkeit einmalig - und bald
fin des Creative Hubs und Vorstandsmit­       ein Blindspot. Grundsätzlich habe
glied, sagt:                                  ich zwei Gruppen beim Creative Hub
                                              erlebt - die Jungen, frisch ausge-
                                              bildet, und die Personen im mitt-
                                              leren Alter (40 plus) mit Berufs-
                                              erfahrung. Gerade für die zweite
Gruppe, die nicht mehr auf Hoch-               tur oder Pro Helvetia, sondern den
schulangebote zurückgreifen kann,              Prozess begleitete, Designprodukte
fehlt nun im Bereich Cultural &                marktreif zu machen. Rückblickend
Creative Entrepreneurship ein An-              denke ich: Was den Creative Hub
gebot.»                                        so erfolgreich machte, die Vernet-
                                               zung von Strukturen und Akteuren,
Die Kreativwirtschaft als Ganzes steht         war in gewisser Weise auch seine
aber an einem anderen Ort als vor acht         Schwäche. Heute scheint es eine
Jahren, und das ist gut so. Britta Friedrich   koordinierte Kulturförderung (noch
betont, dass der Creative Hub mit seiner       immer) nicht zu geben, in der die
Arbeit seinen Teil dazu beigetragen hat        Kräfte und Kompetenzen zu Entre-
und den Stellenwert der Kreativwirtschaft      preneurship an einem Ort gebündelt
sowie deren Förderungswürdigkeit hervor­       würden. Das ist schade. Es gibt
gehoben hat.                                   mittlerweile aber auch einen Main-
                                               stream: an jeder Hochschule Entre-
«Und so hat der Creative Hub auch              preneurship-Kurse und Inkubatoren.
in der Förderlandschaft seine                  Das hingegen ist gut so!»
Spuren hinterlassen: Wirtschaft-
lichkeit und die Unterstützung                 Und auch Regula Staub wünscht sich für
ökonomischer Nachhaltigkeit haben              die Zukunft einen stärkeren Zusammenhalt
verstärkt Einzug in Ausbildung und             und weniger Föderalismus in der Kreativ­
Unterstützung der Branche gehal-               wirtschaft.
ten. Kreativität ist heute ein
anerkannter Wirtschafts- und Inno-             «Es ist höchst erfreulich, dass
vationsfaktor. Vor allem aber zählt            sich im Bereich der Förderungsmög-
Kreativität zu den sogenannten                 lichkeiten in der Schweiz in den
‚Future Skills‘. Sie ist eine Dis-             vergangenen acht Jahren in sämt-
ziplin mit tragender Rolle für die             lichen Branchen viel verändert und
Lösung aktueller Herausforderungen             bewegt hat. Jungunternehmer*innen
– und als solche förderwürdig.                 haben die Wahl aus einer Vielzahl
Auch wenn sich das Kapitel des                 von qualitativ hochwertigen För-
Creative Hubs jetzt also schliesst             dermöglichkeiten. Trotz der Dichte
– seine Erfolgsgeschichte wird                 an Fördermöglichkeiten erkenne ich
weitergeschrieben.»                            nach acht Jahren Erfahrung in der
                                               Schweizer Kreativwirtschaft aber
Der Zusammenhalt in der Kreativwirtschaft      nach wie vor Mängel. So muss sich
selbst und die Vernetzung der verschie­        die kleinteilig organisierte Krea­
denen Akteur*innen – und somit auch die        tivwirtschaft der Schweiz meiner
Möglichkeiten für ein wirkungsvolleres         Meinung nach künftig noch viel
Lobbying – war seit seiner Gründung stets      besser vernetzen und die vorhan-
auch ein grosses Thema beim Creative           denen zahlreichen Schnittstellen
Hub. Claudia Acklin sieht die Vernetzung       innovativer nutzen. Zu wünschen
als die grosse Stärke des Creative Hubs.       bleibt auch, dass die einschlägi-
Gleichzeitig bedauert sie, dass die För­       gen Bundesstellen in Zukunft bes-
derung der Kreativwirtschaft immer noch        ser erkennen, dass aus der Krea-
nicht auf nationaler Ebene koordiniert ist.    tiv- und Kulturwirtschaft relevante
                                               Wirtschaftszweige für die Zukunft
«In den ersten Jahren arbeiteten               hervorgehen, welche den ‚Sustai-
wir auf nationaler Ebene auch an               nable Development Goals (SDG)‘ der
einer sogenannten koordinierten                UNO gerecht werden und schliess-
Kulturförderung mit, in die mit                lich, dass die Kreativ- und Kultur-
dem Creative Hub eine Organisation             wirtschaft einen grossen Mehrwert
einzog, die nicht Design und Kunst             für eine nachhaltige schweizeri-
im eigentlichen Sinn unterstützte,             sche Wirtschaft darstellt.»
wie etwa das Bundesamt für Kul-
Die Sicherung einer langfristigen För­         the opportunity for many Swiss
derung von Förderinitiativen bleibt eine       based companies to develop a suc-
Herausforderung für die Schweizer Förder­      cessful business model.
landschaft. Yannick Aellen, Gründer der        Creative Hub has also over the
mode suisse und Beirat des Creative Hubs,      years grown into a strong part-
wünscht sich auch für die Förderinitiativen    ner in the Creative Business Net-
selbst mehr Nachhaltigkeit.                    work which today includes national
                                               partners in more than 85 countries
                                               on all continents. The closing
                                               down of Creative Hub will leave
                                               the Swiss community for startups
                                               and innovators in the creative
                                               economy poorer and the global net-
                                               work will miss a strong, dedicated
                                               and highly competent member.»
«Der Creative Hub ist und war eine
grossartige Initiative, wichtig und            Und eines ist klar: Der Creative Hub hat
smart, connectend, aufzeigend, was             Pionierarbeit geleistet. Er hat nicht nur im
reell nötig ist, freundlich und                Grossen gewirkt und das Bewusstsein um
offen geführt, immer wieder ko-                die Kreativwirtschaft sowie die Wichtigkeit
piert und nun leider im Endspurt.              ihrer Förderung geprägt, sondern auch
Ich wünsche den Macher*innen des               – und vor allem – im Kleinen: Hunderte
Creative Hubs viel Erfolg und                  Kreativschaffende konnten vom Know-how
Erfüllung bei ihren neuen Aufga-               des Creative Hubs profitieren und stehen
ben und der reichen, fördernden                heute auf sicheren Beinen. Das sieht auch
Schweiz, zu realisieren, dass auch             Raphael Rossel, langjähriger Begleiter,
Förderprojekte nachhaltig, sprich              Main-Coach und Beirat des Creative Hubs,
langfristig, unterstützt gehören               so:
— auch im daily business, damit
Talent fliegen kann.»

So oder so – die Arbeit des Creative Hubs
ist auf viel Anklang gestossen, auch
international. Die Vernetzung Schweizer
Kreativschaffens und das Bereitstellen
von Plattformen im internationalen Markt
würden vermisst werden, so Jens Nymand         «Der Creative Hub hat in den acht
Christensen, ehemals stellvertretender Ge­     Jahren seines Bestehens unzäh-
neraldirektor für Bildung und Kultur bei der   lige Kreative in die Selbststän-
Europäischen Kommission und Senior Ad­         digkeit und zum Erfolg beglei-
visor des «Creative Business Networks».        tet. Mit dem Kostbarsten, was
                                               man einem Start-up bieten kann:
                                               Know-how und Erfahrungen von
                                               Branchenexpert*innen. Nahe bei der
                                               Sache und den Menschen, bot der
                                               Creative Hub einen Dienst, dank
                                               dem aus Geschäftsideen tragfähige
                                               Projekte und Kleinstunternehmen
                                               entstehen konnten. Niederschwel-
«Creative Hub has been a very                  lig, unprätentiös und unabhängig.
important voice for the creative               Damit leistete er Pionier- und
economy in Switzerland. The sup-               Grundlagenarbeit zugleich – sein
port offered to startups and inno-             Aus ist ein grosser Verlust für
vators in the creative economy has             Kreativschaffende.»
made a big difference and offered
Abbildung: Creative Hub Ab­
schlussevent mit Pitches am
2. Dezember 2021 im Kornsilo
in Zürich. (Fotos: Florian Spring)
Dank

Wir möchten allen, die in den letzten Jah­    Moritz Reich, Patrick Reymond,
ren zum Erfolg und Gelingen des Creative      Camille Hannah Rose, Francesco Rossi,
Hubs beigetragen haben, herzlich danken.      Evelyne Roth, Alice Ruppert,
Ein grosses Dankeschön geht insbeson­         Daniel Schaffo, Andrea Scherrer,
dere an den Migros-Pionierfonds, der den      Lela Scherrer, Philipp Schubiger,
Creative Hub ermöglicht hat. Persönlich       Benoît Schumacher, Florian Spring,
danken möchten wir zudem:                     Robert Stutz, Erinrose Sullivan,
                                              Ursula Sury, Sandro Tronnolone,
Unserem Vorstand                              Martina Unternährer, Andres Wanner,
                                              Ruben Wegman, Franziska Wendling,
Beatrice Bösch, Georg Fontana,                Louis-Paul Wicki, Herbert Widmer,
Daniel Schaf­fo, Lela Scherrer                Simon Widmer, David Zangger,
                                              Fabian Zenklusen
Unserem Beirat
                                              Allen unseren Unterstützer*innen,
Claudia Acklin, Yannick Aellen,               Netzwerk-Partner*innen und
Eva Pauline Bossow, Meret Ernst,              Begleiter*innen
Urs Fueglistaller, Grégory Grin,
Raphaël Lutz, Anita Martinecz,                Kim Albert, Frederike Asael,
Chantal Prod’Hom, Patrick Reymond,            Suzanne Avedik, Sibylle Birrer,
Raphael Rossel, Mario Tronza                  Wanda Bracher, Marc Brunner,
                                              Aldo Caviezel, Hélène Cheminal,
Unserem internationalen Beirat                Gabriela Chicherio, Marie Cuennet,
                                              Jana Eske, Rudolf Fehlmann,
Jens Nymand Christensen,                      Brigit Fischer, Katrin Fischer,
Alexandra Koch, Christina Koch,               Britta Friedrich, Sebastian Friess,
Eva Leemet, David Parrish,                    Miriam Gantert, Christa Gebert,
Anu-Katriina Perttunen, Gela Suli             Julia Geiser, Alexis Georgacopoulos,
                                              Hans-Ulrich Glarner, Martin Glauser,
Unseren Expert*innen und Referent*innen       Caroline Gueissaz, Andreas Guggenbühl,
                                              Marjorie Gull, Karoline Haulund,
Yannick Aellen, Karem Albash,                 Christian Häuselmann, Marisa Henderson,
Ronaldo Baron, Marcial Bollinger,             Anita Jörg, Matthias Käch, Jamie Karnik,
Eva Pauline Bossow, Massimo Botta,            Philipp Kotsopoulos, Claudius Krucker,
Franziska Bründler, Andreas Caluori,          Roger Lagadec, Nadia Langensand,
Serena Cangiano, Demian Conrad,               Tania Longhitano, Ilaria Longo,
Nina Conrad, Nicolas Csermàk,                 Patricia Lunghi, Samira Lütscher,
Pierre Dubois, Matthias Eggenberger,          Robert Lzicar, Manuela Maier-Hummel,
Stefan Egli, Manuel Emch, Bruno Fauser,       Meret Mangold, Anna-Leena Marti,
Andreia Fernandes, Rob Filler,                Nadine Martin, Anita Martinecz,
Georg Fontana, Davide Fornari,                Jean-Daniel Maye, Géraldine Morand,
Daniel Frei, Jan Fülscher,                    Christian Moser, Helen Muggli,
Alexander Fust, Roman Gehrer,                 Elise Nardin, David Narr,
Pascal Geissbühler, Thomas Gfeller,           Roger Neuenschwander,
Lilia Glanzmann, David Gottlieb,              Anna Niederhäuser, Eliane Noverraz,
Corinne Grüter, Alfredo Häberli,              Deependra Pandey, Michel Pernet,
Claudius Habisreutinger, Marian Härtel,       Markus Pfyl, Carolina Quintana,
Roderich Hess, Arinda Huber-Bouman,           Raphael Reber, Sylvie Reinhard,
Michel Hueter, Björn Ischi, Salva Jovells,    Virve Resta, Arthur Ruppel,
Tobias Koller, Joey Kreuter,                  Stefan Sägesser, Andreas Saxer,
Christoph Laib, Katrin Legandt,               Antonio Scarponi, Nando Schmidlin,
Catherine Meuther, Anita Moser,               Fabio Schmieder, Stefan Schöbi,
Christian Nussbaum, Nathalie Nyffeler,        Christian Schneider, Florian Steiner,
Aline Ochoa, Thomas Oehrli,                   Martina Straub, Dominic Sturm,
Michela Ornati, Marco Paniz,                  Rasmus Wiinstedt Tscherning,
Xavier Perrenoud, Maja Peter,                 Christoph Weckerle, Matthias Vatter,
Luca Pibiri, Sabine Portenier, Paul Preiss,   Tanja Vogel
Förderer

Partner

Berner Design Stiftung                   Ikea Stiftung
Berner Designinitiative                  Impact Hub Bern
Bundesamt für Kultur BAK                 Impact Hub Zürich
Creative Business Network                Luzern Design
Creative Zurich                          Musée de design et d‘arts appliqués con­
CreativeSpace                            temporains MUDAC
Crowdify                                 Scuola universitaria professionale della
Design Biennale Zürich                   Svizzera italiana SUPSI
Design Days Geneva                       SRG SSR Hackdays
Design Festival Bern                     Startup Weekend
Design Preis Schweiz                     Startup-Support Luzern
DESIGNGUT                                Stellwerk
École cantonale d‘art de Lausanne ECAL   Swiss Cultural Challenge
Eidgenössisches Institut für Geistiges   Swiss Design Association SDA
Eigentum IGE                             Swiss Design Market
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW      Swiss Startup Coaching Network SSCN
formforum                                United Nations Conference on Trade and
Forward Festival                         Development UNCTAD
Hochschule der Künste Bern HKB           Universität Bern
Hochschule Luzern HSLU                   Universtität St. Gallen
HyperAktiv                               Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
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