Ebola in Europa: Die Märkte sind im Panikmodus
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Ausgabe 41/2014 | ISSN: 1866-3125
Ebola in Europa: Die Märkte sind im Panikmodus
Vor zwei Wochen hieß es noch, dass eine Ebola-Infektion in Europa höchst unwahrscheinlich sei. Nun erkrankte eine Kran-
kenschwester in Spanien an dem Virus, nachdem vorher bereits ein Fall in Großbritannien Schlagzeilen machte, als ein
britischer Krankenpfleger an Ebola erkrankte, nachdem er aus Sierra Leone zurückkam. Viele Fragen sind noch ungeklärt,
etwa, wie genau das Virus übertragen wird.
Diese offenen Fragen führen zu Unsicherheit und diese Unsicherheit macht sich dieser Tage auch an den Märkten bemerk-
bar. Angst ist eine psychologische Kraft an der Börse, die sich stark auf die Kurse auswirken kann. Das passiert vor allem
dann, wenn, wie jetzt, die Fundamentaldaten überwiegend negativ sind. Ebola ist nur der Tropfen, der das Fass derzeit
zum Überlaufen bringt. Die Märkte sind übersättigt mit schlechten Nachrichten und Anleger reagieren überproportional
negativ auf noch weitere schlechte Nachrichten. Da kommt den Bären eine unbekannte und furchteinflößende Krankheit
aus „dem schwarzen Kontinent“ gerade recht. Die Unsicherheit ist das Problem, gar nicht unbedingt die Krankheit selber.
Die Weltbank warnt derweil davor, dass die Ausbreitung von Ebola Konsequenzen für die Weltwirtschaft hätte. Eine Pan-
demie kann das zurzeit eh schon schwache Wirtschaftswachstum global schwächen. Handelsbeziehungen werden unter-
brochen und die Reisetätigkeit wird eingestellt, es finden weniger Treffen mit Geschäftspartnern statt. Der Flugverkehr
wird beeinträchtigt. Im Zuge der Vogelgrippe hat ein Team australischer Ökonomen 2006 ein Modell für die Auswirkungen
einer Pandemie auf die Weltwirtschaft erstellt. Das Fazit: Eine mäßige Pandemie würde ausreichen, um weltweit Millionen
Menschen zu töten und einen wirtschaftlichen Schaden von mehreren hundert Milliarden Dollar zu verursachen.
Doch dazu muss es bei der jetzigen Ebolakrise erst einmal kommen. Tatsache ist: Die Verbreitung ist bisher stark regio-
nal begrenzt. Es ist zudem nicht bestätigt, dass Ebola über Tröpfcheninfektion übertragen werden kann. Und eine weite
Verbreitung der Krankheit in den Industrienationen ist aufgrund der existierenden medizinischen Infrastruktur zwar nicht
unmöglich, aber doch unwahrscheinlich. Ebola ist daher keine Pandemie, wie die Vogelgrippe es hätte werden können.
Was wir derzeit an den Märkten sehen, ist eine negative Überreaktion. Es macht Inhaltsverzeichnis
sich Panik breit, auch aufgrund der vielen anderen politischen Krisenherde und
wirtschaftlichen Schwierigkeiten auf der Welt. Tatsache ist aber auch: Es sind Marktausblick ........................... 02
noch viele Fragen offen und bis diese nicht geklärt sind, werden die Märkte auch
weiter unsicher sein und auch auf kleine Negativschlagzeilen überproportional Marktkolummne ....................... 02
negativ reagieren. (Foto: pixfly / Shutterstock.com)
Epedemien und die Börse ........03
Tradingaktionen ........................082 | ZERTIFIKATEWOCHE Ausgabe 41/2014 | ISSN: 1866-3125
Marktausblick
Fun d am e nt al Te c hni s c h
Kursbewegungen unterliegen langfristigen Trends, die sich meist Auch die Marktpsychologie spielt eine große Rolle für die Bewe-
fundamental begründen lassen. In der unteren blauen Tabelle gungen der Märkte. Thomas May im Team von Harald Weygand,
finden Sie Einschätzungen zu den Kursen, wie sie Robert Halver, einem der erfolgreichsten Chartanalysten, stellt in den grünen
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank, aktuell zum Jahres- Spalten aktuell „Technisch“ kritische Kursmarken auf und gibt
ende prognostiziert. seinen kurzfristigen technischen Ausblick per Richtungspfeil.
Aktien Kurs Rendite Fundamentaler Technischer Technische Technischer
2014 Jahresausblick Ausblick Unterstützung Widerstand
Deutschland DAX 30 8.789 -7,99% 10.100 8.900 9.424
Europa Eurostoxx 50 2.983 -4,06% 3.380 3.000 3.180
USA DJIA 30 16.547 -0,18% 17.800 16.630 16.940
China HSCEI 10.301 -4,76% 11.200 10.200 10.800
Indien DBIX 312,11 34,08% 328 304,00 330,00
Japan Nikkei 225 15.093 -7,36% 17.000 15.080 16.000
Zinsen
Deutschland Leitzins 0,25% 0,20% 0,10%
10-jährige 0,89% 9,92% 1,10% 147,00 152,00
USA Leitzins 0,25% 0,20% 0,25%
10-jährige 2,31% 8,21% 2,70% 123,00 127,00
China Leitzins 6,00% 4,68% 6,00%
10-jährige 4,04% 7,75% 4,00%
Indien Leitzins 7,75% 6,05% 8,00%
10-jährige 8,46% 9,11% 9,00%
Rohstoffe
Brent Oil 90,21 -18,66% 95,00 88,00 99,75
Gold/Unze 1.223,15 2,11% 1.270 1.180 1.300
Währungen
USA EUR/USD 1,2626 8,13% 1,2400 1.2250 1.3000
Schweiz EUR/CHF 1,2088 1,50% 1,2400 1,2000 1.2250
China EUR/Yuan 7,7411 6,96% 7,8500 7,5000 8,2000
Indien EUR/INR 77,320 8,99% 76,000 76,500 81,000
Daten vom 10.10.2014
Technischer Ausblick – Thomas May
S&P 500 – US-Markt weiter unter Druck
Der marktbreite amerikanische Leitindex S&P ter dieses Kursniveau würde einen weiteren Abverkauf bis
500 erreichte noch im September mit 2.019 1.897 Punkte auslösen. Dort bestünde die Chance auf die
Punkten ein neues Allzeithoch. Doch seither brö- Ausbildung eines bullischen Doppelbodens, der eine Trend-
ckeln die Kurse und wichtige Unterstützungen wende einleiten könnte.
wie die frühere Rekordmarke bei 1.985 Punkten Fällt der S&P dagegen auch unter dieses Level zurück,
wurden ohne große Gegenwehr der Käuferseite käme es zu einem Verkaufssignal, das in den kommenden
Thomas May unterschritten. Monaten zu Verlusten bis 1.868 und 1.851 Punkte führen
dürfte. Aktuell würde erst ein Anstieg über den Bereich um
Auch in dieser Woche ist der Index wieder stark 1.977 Punkte für ein Ende der Korrektur sprechen. Sollte
unter Druck und fällt nach einer Erholung, die bei den Käufern ein solcher Ausbruch gelingen, würde bereits
1.977 Punkten gescheitert war, an die Haltemar- eine Aufwärtsbewegung an das Allzeithoch auf die Agenda
ke bei 1.920 Punkten zurück. Ein Kursrutsch un- rücken.
Disclaimer:
Die Informationen dieser Präsentation wurden aus öffentlichen Quellen zusammengestellt. Sie stellen keine Wertpapieranalyse im Sinne des Paragraphen 34 WpHG dar, keine
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BörseGo AG ist nicht zulässig.3 | ZERTIFIKATEWOCHE Ausgabe 41/2014 | ISSN: 1866-3125
Epidemien und die Börse, ein historischer Überblick
Die Märkte sind unruhig, zu viel ist pas- Krise auf die eh schon fragile Wirtschaft Anders sieht es da schon für Air France-
siert über die letzten Monate. Geopoliti- der betroffenen westafrikanischen Länder. KLM aus. Die französisch-holländische
sche Krisen an den Grenzen Europas, wirt- Sie befürchtet, dass die Epidemie die er- Fluggesellschaft fliegt zahlreiche Städte
schaftliche Stagnation in der Eurozone, reichten wirtschaftlichen Fortschritte zu- im französischsprachigen Westafrika an.
und seit Wochen nun häufen sich die Fäl- nichtemachen könnte. Reiseeinschränkungen nach Afrika würden
le von Ebolatoten im Westen Afrikas. Die Air France daher empfindlich treffen.
Sorge in den westlichen Industrienationen Die Sorge um die wirtschaftlichen Folgen
ist groß, dass sich das Virus, an dem inzwi- der Krise macht sich auch an den westli- Auf der Gewinnerseite stehen dagegen
schen mehr als 4000 Menschen starben, chen Aktienmärkten bemerkbar, wo es die Aktien von Pharmakonzernen, die an
auch in Europa und in den USA ausbreitet. jetzt schon klare Gewinner und Verlierer der Entwicklung von Medikamenten und
der Seuche gibt. Vor allem Fluggesell- Impfstoffen gegen Ebola arbeiten, unter
Diese Angst kombiniert mit schlechten schaften und Reiseunternehmen kriegen ihnen die kanadische Biotechnologiefirma
Konjunkturdaten drückt den DAX dieser die Angst vor einer weiteren Ausbreitung Tekmira und der britische Pharmakonzern
Tage in die große Unterstützungszone zwi- der Seuche zu spüren. GlaxoSmithKline.
schen 8900 und 9000 Punkten und nur
die Ansage der Fed, die Zinserhöhung nun Die Aktie der Lufthansa ist daher nicht nur Die Tekmira-Aktie legte von Anfang bis
doch nicht vorzuziehen, gibt den amerika- wegen der jüngsten Streiks auf Tiefflug, Ende September um bis zu 50% zu. Tek-
nischen Indizes schwache Unterstützung. sondern auch aufgrund von potentiellen mira hat ein Mittel entwickelt, das in kli-
Streckenstreichungen und aktuell sinken- nischen Versuchen mit Affen bereits mit
Inzwischen schätzt die Weltbank, dass sich den Passagierzahlen. Allerdings gibt es hundertprozentigem Erfolg gegen Ebola
der wirtschaftliche Schaden durch Ebola von Deutschland lediglich Direktflüge nach wirke. Allerdings war das Geschäft mit
auf Milliardenbeträge beläuft. IWF-Chefin Nigeria, nicht aber in die akuten Krisenge- Ebola-Medikamenten für Tekmira bisher
Christine Lagarde macht sich vor allem biete wie Guinea oder Sierra Leone. nicht rentabel und dürfte es auch erst
Sorgen über die Auswirkungen der Ebola- dann werden, wenn sich Ebola tatsächlich
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Epidemien und die Börse, ein historischer Überblick
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zu einer weltweiten Pandemie entwickelt. dizinischen Notstand aus. Reisende aus
Asien mussten sich ausgiebigsten medizi-
Und das ist ein wichtiger Grund, warum nischen Tests unterziehen, Reisende nach
es bisher weder Medikamente noch Impf- Asien gab es kaum noch. Das führte zu ein-
stoffe gegen das Ebola-Virus gibt, das be- brechenden Passagierzahlen in der Luft-
reits vor mehr als 30 Jahren entdeckt wur- fahrt und einem Schaden für die gesamte
de. Bisher hatten westliche Konzerne kein Branche von mindestens zehn Milliarden
wirtschaftliches Interesse daran, Medika- Dollar laut Weltluftfahrtverband IATA. Al-
mente für eine Krankheit zu entwickeln, lein Lufthansa verlor 2004 im Vergleich
deren Opfer sich diese Medikamente eh zum Vorjahr knapp 450 Millionen Euro an Wir haben Grund zu feiern:
nicht leisten können – wovon beim Groß- Umsatz. Sie auch! 25 Jahre Citi
teil der mit Ebola infizierten Menschen in Optionsscheine und Zertifikate
den ländlichen Regionen Westafrikas aus- Es ist wahrscheinlich, dass SARS ohne den Handeln Sie günstiger mit unseren Trading-Aktionen
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gegangen werden kann. globalisierten Luftverkehr in erster Linie Als Dankeschön verlosen wir unter allen Teilnehmern
ein asiatisches Problem geblieben wäre. Preise im Gesamtwert von 75.000 EUR.
Was nun vor allem benötigt wird, um die So allerdings kam es weltweit zu etwa
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Verbreitung des Ebola-Virus einzudäm- 1.000 Toten, darunter allerdings kein deut-
men, sind Gelder für den Auf- beziehungs- scher Todesfall. Die große Mehrzahl der ©2014 Citigroup Global Markets Deutschland AG. All rights reserved. Citi and Arc Design is
a trademark and service mark of Citigroup Inc., used and registered throughout the world.
weise Ausbau einer funktionierenden Todesfälle beschränkte sich auf Asien. Lan-
medizinischen Infrastruktur in den betrof- ge Zeit herrscht aber Unsicherheit über die sächlichen Gefahren einschätzen zu kön-
fenen afrikanischen Staaten. Was nicht be- genauen Zahlen, das Ursprungsgebiet und nen. Anders mit Ebola.
nötigt wird, ist eine weitere Panikmache die Verbreitung der Krankheit, weil vor al-
im Westen. Das zeigt auch der Blick auf lem Chinas Regierung versuchte, das Prob- Da die Krankheit bisher hauptsächlich auf
die bisherigen globalen Epidemien des 21. lem zu vertuschen. einige afrikanische Staaten begrenzt war,
Jahrhunderts, beziehungsweise auf sol- und auch immer noch ist, gab es kein ge-
che, von denen befürchtet wurde, dass sie Diese Unsicherheit war der Hauptauslöser steigertes Interesse von Seiten der Indus-
es hätten werden können. der weltweiten Panik, da sich die Men- trienationen, sich mit dieser Krankheit
schen einer Bedrohung ausgesetzt fühl- auseinanderzusetzen. Folglich ist die Infor-
SARS, 2002/03 ten, die schwer fassbar war und über die mationslage derzeit immer noch nebulös.
es zumindest zunächst wenige Informatio-
2002 brach die Lungenkrankheit SARS, das nen gab. Die WHO geht beispielsweise davon aus,
Schwere Akute Respiratorische Syndrom, dass Ebola nur über den Austausch von
zum ersten Mal in der südchinesischen Ähnliches sehen wir derzeit auch mit Ebo- Körperflüssigkeiten übertragen werden
Provinz Guangdong aus. Ein Jahr später la. An einem einzelnen Tag sterben mehr kann. Der Grund, warum sich die Krankheit
trug ein Reisender das Coronavirus nach Menschen weltweit an Malaria, als in den in Westafrika derzeit so schnell ausbreitet,
Hongkong. Von dort gelang es in die ganze letzten zehn Jahren insgesamt an Ebo- ist vor allem mangelnde medizinische Inf-
Welt und breitete global Panik aus. la gestorben sind. Doch der Unterschied rastruktur. In manchen Gebieten fehlt es in
zwischen den beiden Krankheiten ist, dass den Krankenstationen an fließend Wasser
Singapur schloss vorübergehend alle Schu- Malaria inzwischen auch im Westen eine und Latexhandschuhen. Eine Sterilisierung
len und stellte die Schüler unter Quaran- Krankheit ist, mit der wir vertraut sind und ist somit unmöglich, und die Ansteckungs-
täne, die Hauptstadt Taiwans rief den me- über die wir genügend wissen, um die tat- gefahr über direkten Körperkontakt für
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Epidemien und die Börse, ein histori-
scher Überblick
behandelndes medizinisches Personal ist folglich immens hoch.
Das heißt nicht, dass die Behandlung von Ebola-Patienten in Eu-
ropa und den USA risikofrei ist, aber es heißt, dass die Gefahr
einer Epidemie vergleichbaren Ausmaßes aufgrund der medizi-
nischen Versorgungsmöglichkeiten bedeutend geringer ist.
Die globale Panikmache vor SARS kostete Länder Millionen in
der Vorbereitung auf eine mögliche Pandemie, die dann letzten
Endes nicht eintraf. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Ebola
sich ebenfalls nicht zur Pandemie entwickeln. Die wirtschaftli-
chen Folgen der derzeitigen Panikmache können hingegen nicht
so leicht abgeschätzt werden.
Vogelgrippe, 2005/2006
die
Jetzt auf
eulinge
B ö rs e n n
Die Vogelgrippe Mitte des vergangenen Jahrzehnts traf eben-
falls vor allem die südostasiatischen Wirtschaftsräume. In Thai-
land, das als großer Geflügelexporteur wirtschaftlich am stärks-
ten von der Tierseuche betroffen war, fielen die Aktienkurs in
nur zwei Wochen um 15%. Die Verluste im Agrarsektor beliefen
Sie bestimmen die
sich auf knapp 3 Milliarden US-Dollar. In Indonesien brach der
Inlandsmarkt für Geflügel zusammen und machte eine gute
Richtung.
Millionen Menschen arbeitslos. Auch hier war neben der offen-
sichtlichen Tatsache, dass Millionen Tiere notgeschlachtet wer-
den mussten, vor allem eins verantwortlich für die Panik an den Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Ziele zu
Börsen: die Unsicherheit, ob das Vogelgrippenvirus bald auch erreichen.
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Diese Unsicherheit führte dazu, dass die Weltgesundheitsor- trum an Anlage- und Hebelprodukten. Jetzt
ganisation (WHO) eine Pandemie ausrief. Deutsche Forscher auch auf die Börsenneulinge.
fanden den Erreger Anfang 2006 in Zugvögeln, woraufhin viele
Tausend Hühner, Enten und Gänse in Zuchtbetrieben getötet Alibaba: Bonus-Zertifikate, Discount-Zer-
wurden. Auch empfahl die WHO Ländern die Einlagerung des tifikate, Faktor-Zertifikate, Optionsscheine
Grippemittels Tamiflu für ein Viertel der Bevölkerung. Die Kos- und Turbo-Zertifikate
ten dafür beliefen sich allein in Bayern auf rund 22 Millionen Rocket Internet: Discount-Zertifikate, Fak-
Euro. Dabei war aufgrund der wenigen Fallzahlen noch nicht tor-Zertifikate, Optionsscheine und Turbo-
einmal erwiesen, ob Tamiflu auch tatsächlich gegen die Vogel- Zertifikate
grippe hilft.
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fikate, Optionsscheine und Turbo-Zertifikate
Bislang waren Opfer des H5N1-Virus vor allem Personen, die
mit kranken Vögeln zu tun hatten. Aber allein die Angst vor
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Ansteckung führte zu Hoch-Zeiten der Vogelgrippe dazu, dass
die Verkaufszahlen von Geflügel in Italien zu 40% einbrachen
und in Griechenland der Verkauf von Eiern zu 50% zurückging,
nachdem erste Fälle der Vogelgrippe in diesen Ländern bekannt
wurden.
Von einer Pandemie kann aber auch bis heute nicht gesprochen
werden. Weltweit starben nach WHO-Angaben „lediglich“ circa
350 Menschen an dem Vogelgrippevirus, die meisten davon in
Asien. Sollte das Virus aber dahingehend mutieren, dass es di-6 | ZERTIFIKATEWOCHE Ausgabe 41/2014 | ISSN: 1866-3125
Epidemien und die Börse, ein historischer Überblick
rekt von Mensch zu Mensch übertragbar Pandemie aus, die laut WHO weltweit Kaum lässt die Fed dieser Tage verlauten,
ist, dann dürfte die Ansteckungsrate expo- mehr als 18.400 Menschen das Leben dass sie es doch nicht so eilig hat, die Zin-
nentiell in die Höhe schnellen. kostete. In Deutschland starben 258 Men- sen anzuheben, drehen die Märkte auch
schen. Ein paar der ausgegebenen Millio- wieder gen Norden und Ebola ist kein The-
Schweinegrippe, 2009 nen waren also durchaus gut investiert in ma mehr. Es ist also alles eine Frage der
Impfstoffe, Diagnoseverfahren und Medi- Marktpsychologie. Wenn die wirtschaft-
Als sich 2009 die Schweinegrippe von kamente. Der Großteil des ausgegebenen liche Grundstimmung eh schon negativ
Mexiko aus über die USA auf die gesamte Gelder, der vom Ökonom Walter Krämer ist, werden andere negative Nachrichten
Welt ausbreitete, sagte der Internationa- auf mehr als eine Milliarde Euro beziffert hinzugezogen, um die negative Grund-
le Währungsfonds weltweite Kosten von wird, geht allerdings auf das Konto der stimmung zu erklären. Die negativen
bis zu drei Billionen Dollar und ein Absa- Schweinegrippen-Hysterie und nicht der Nachrichten verstärken sich so gegenseitig
cken der Weltwirtschaft um 5% voraus. Schweinegrippe selber. und lösen Panik aus am Markt. Lassen Sie
Es breitete sich rasch Panik aus, die auch sich davon nicht um Schlaf oder Verstand
hier anfänglich darin begründet war, dass 2009 sackte die Weltwirtschafft dann bringen.
niemand genau wusste, wie gefährlich das auch tatsächlich um ein halbes Prozent
Virus H1N1 denn tatsächlich ist. Es wurden ab. Hauptgrund hierfür war allerdings
Tests und Medikamente entwickelt, außer- die weltweite Finanzkrise und nicht die
dem ein Impfstoff, mit dem sich die Bun- Schweinegrippe.
desländer reichlich eindeckten: Insgesamt
wurden 34 Millionen Impfdosen zum Preis Die wirtschaftliche Gesamtsituation ist
von rund 280 Millionen Euro geordert. Als auch diesmal Hauptgrund für die gedrück-
die Pandemie im Sommer 2010 offiziell als te Stimmung an den Märkten. Nicht Ebola
beendet erklärt wurde, waren von diesen ist das Problem, sondern der Konjunktur-
34 Millionen Impfdosen noch 28 Millionen rückgang in der Eurozone und vor allem
übrig. im wirtschaftlichen Powerhouse Deutsch-
land. In den USA ist es die Angst vor der
Die Schweinegrippe löste tatsächlich eine anstehenden Leitzinserhöhung.
Die Schweinegrippe führte wie einige Krankheiten zuvor auch, weltweit zu Angst und Panikmache. Regierungen und Bevölkerung, wie
hier in Japan, gaben Milliarden für Impfdosen und Schutzausrüstung aus, die nie gebraucht wurden. (Foto: Hinochika / Shutterstock.com)7 | ZERTIFIKATEWOCHE | NACHHALTIG INVESTIEREN Ausgabe
Ausgabe11 / 2011 | ISSN: 1866-3125
01/2014
41/2014
ZERTIFIKATEWOCHE – Vermögensstrategie
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DATUM AUFNAHME KURS P.A.
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29.07.2014 Deutsche Telekom PA2RP4 Aktienanleihe 105,55% 97,21% -7,9% -39,0% 7,8%
13.08.2014 DAX Call PA0URZ Discount-Optionsschein 4,93€ 4,99€ +1,2% +7,4% 8,0%
13.08.2014 Gagfah PA5Q50 Discount-Optionsschein 1,93€ 1,95€ +1,0% +6,3% 10,4%
05.09.2014 Twitter PA4PKG Discount-Zertifikat 28,72€ 29,52€ +2,8% +27,1% 6,8%
ZERTIFIKATEWOCHE – Vermögensstrategie – Abgeschlossene Transaktionen
AUFNAHME- ABGABEDA- BASISWERT WKN ZERTIFIKATE-TYP KURS BEI KURS BEI GUV RENDITE
DATUM TUM AUFNAHME ABGABE P.A.
27.01.14 09.03.14 DAX Call PA11PV Discount-Optionsschein 4,92€ 4,99€ +1,42% +12,20%
09.03.14 28.04.14 DAX Call BP9ECA Discount-Optionsschein 4,92€ 4,99€ +1,42% +10,45%
09.03.14 28.04.14 DAX Put PA11P4 Discount-Optionsschein 4,91€ 4,99€ +1,63% +11,97%
09.03.14 19.05.14 BP CB1SLB Capped Bonus 4,99€ 5,09€ +2,00% +10,31%
12.01.14 20.06.14 Fresenius MC PA1YUK Capped Bonus 53,28€ 55,00€ +3,23% +7,36%
28.04.14 25.06.14 DAX Call PA0UM9 Discount-Optionsschein 4,89€ 4,99€ +2,04% +12,92%
28.04.14 25.06.14 DAX Put PA11QX Discount-Optionsschein 4,91€ 4,99€ +1,63% +10,29%
12.01.14 29.07.14 Deutsche Telekom DT0KWP Aktienanleihe 1.021,10€ 1.061,40€ +3,95% +7,21%
25.06.14 29.07.14 DAX Put PA11RW Discount-Optionsschein 4,92€ 4,99€ +1,42% +15,06%
29.07.14 13.08.14 DAX Put PA11RB Discount-Optionsschein 4,93€ 4,99€ +1,22% +31,30%
25.06.14 17.09.14 DAX Call CB4V39 Discount-Optionsschein 4,91€ 5,00€ +1,83% +8,05%
27.01.14 02.10.14 3D Systems CF22NA Discount-Zertifikat 35,03€ 34,48€ -1,57% -2,31%
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