EG-PRÜFVERFAHREN NACHTS I ENERGIE UND WEITERESICHE RHEITSNACHWEISE AUF DERNEUBA USTRECKE (NBS) MATTSTETTEN -ROTHRIST DERSB B

 
EG-PRÜFVERFAHREN NACHTS I ENERGIE UND WEITERESICHE RHEITSNACHWEISE AUF DERNEUBA USTRECKE (NBS) MATTSTETTEN -ROTHRIST DERSB B
AC-Bahnenergieversorgung

EG-Prüfverfahren nach TSI Energie
und weitere Sicherheitsnachweise
auf der Neubaustrecke (NBS)
Mattstetten – Rothrist der SBB
Manfred Lörtscher, Bern; Patrick Hayoz, Bern; Jürg Lauber, Luzern; Matthias
Schwendimann †, Bern; Heinz Voegeli, Uetendorf; Otto Wüest, Bern

Auf der neuen Strecke wurde im Rahmen der nationalen Betriebsbewilligung erstmals ein Teil-
system Energie nach der Richtlinie 96/48/EG und der zugehörigen Technischen Spezifikation In-
teroperabilität (TSI) in Betrieb genommen. Die Messergebnisse und ihre Bewertungen werden
dargestellt, ferner wird über die verfahrensseitigen Erfahrungen mit der EG-Prüfung berichtet.

Assessment of the suitability following the TSI relating to the energy subsystem and other
safety reports on the new high-speed line (NBS) Mattstetten – Rothrist of Swiss Federal Railways
(SBB)
Within the national procedure for securing the definitive licence to operate the new line, the
energy subsystem was assessed following the Directive 96/48/EC and the referred Technical Spe-
cification Interoperability (TSI) for the first time. The results of the measurements and assessments
are reported. Further the article deals with the first experiences got with the assessment pro-
cedure of suitability for use.

Evaluation de l’aptitude à l’emploi suite à la spécification technique d’interopérabilité (STI)
relative au sous-système énergie selon la Directive 96/48/CE et autres rapports de sécurité sur
le nouveau tronçon à haute vitesse (NBS) Mattstetten – Rothrist des chemins de fer fédéraux
suisses (CFF)
Dans le cadre de l’autorisation nationale à exploiter la nouvelle ligne, la directive 96/48/CE et
sa spécification technique (STI) pour le sous-système énergie a été appliquée pour la première
fois. Les résultats des mesurages et des évaluations de la conformité de l’interopérabilité sont
représentés. En suite aussi les expériences avec les nouvelles procédures concernant l’évaluation
selon la directive de la CE sont commentées.

1 Einführung                                                  haben. Da die Projektrisiken für die NBS mehr im logis-
                                                              tischen Bereich lagen – nicht gleichzeitig fertig werdende
Seit dem 12. Dezember 2004 steht die 45 km lange Neu-         Teilstrecken, Transport von Schienen, Schwellen und
baustrecke (NBS) Mattstetten – Rothrist als infrastruktur-    Schotter zu den Teillosen usw. – hielten sich die von den
seitiges Herzstück des Angebotskonzeptes von Bahn             SBB erhofften Innovationen im Bereich der Bahntechnik
2000, 1. Etappe, in Betrieb. Gleichzeitig wurde auch die      in Grenzen: Bei den Oberleitungen musste das BAV ins-
9 km lange Ausbaustrecke (ABS) von Solothurn zur NBS          gesamt fünf neue Bauarten prüfen und mit einer Typen-
nach Wanzwil sowie eine neue 2 km lange Verbindungs-          zulassung bewilligen.
linie (VL) von Rothrist nach Zofingen in Betrieb genom-          Sowohl für die Bauherrschaft SBB wie auch für die Auf-
men (Bild 1). Die elektrische Ausrüstung dieser neuen         sichtsbehörde BAV führte die neue Ausschreibungsform
Strecke ist in [1] umfassend beschrieben. Die Bahntechnik     zu vorerst noch ungewohnten Verhältnissen in den ver-
wurde nach einer funktionalen Ausschreibung durch ei-         schiedenen Verfahren wie Typenzulassungen und Plan-
nen Totalunternehmer geplant und erstellt. Gemäß die-         genehmigungsverfahren sowie schließlich in allen Inbe-
ser Ausschreibung hatten die Anbieter bereits beim An-        triebnahme- und Abnahmephasen bis hin zur Erteilung
gebot für alle Gewerke und Teilsysteme, Typenzulassun-        der Betriebsbewilligung. Insbesondere unter dem star-
gen der Aufsichtsbehörde Bundesamt für Verkehr (BAV)          ken Zeitdruck, der auf dem Projekt lastete, war diese Or-
beizulegen, wenn sich deren Bauarten nicht bereits bei        ganisationsform nicht unbedingt einfach und zeitspa-
anderen europäischen Vollbahnen im Einsatz bewährt            rend in den Abläufen. Als Vorteil für die Nachweise und

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AC-Bahnenergieversorgung

                                                                                  Bild 1: Situationsplan der Neubaustrecke
                                                                                  Mattstetten – Rothrist (NBS, 45 km), Aus-
                                                                                  baustrecke Wanzwil – Solothurn (ABS, 9 km)
                                                                                  und Verbindungslinie Rothrist – Zofingen
                                                                                  (VL, 2 km) zwischen Bern und Olten.

Abnahmetätigkeiten erwies sich, dass die Strecke ab-            Plangenehmigungsverfahren mit Schwergewicht Prü-
schnittsweise in den elektrischen Probebetrieb gehen            fung der von den SBB einzureichenden Sicherheits-
konnte: Die ersten 16 km ab Mattstetten bereits im Mai          nachweisen nach Artikel 8a EBV [6] erfüllt sind
2003 [2], danach bis zu 20 km im September 2003 und           • Kontrolle, ob sämtliche Bestimmungen und Vorschrif-
zum Schluss ab Ende Mai 2004 die ganze NBS und die ABS.         ten aus [6] und [7] eingehalten sind
   Im vorliegenden Aufsatz werden sowohl technische Er-       • Typenzulassung der Oberleitung nach Art. 7 der EBV
gebnisse dargestellt als auch über die verschiedenen, teil-     [6] mit Kontrolle, dass alle Auflagen erfüllt sind
weise ineinander laufenden Verfahren berichtet. Im ver-
fahrensrechtlichen Teil erhält die erstmalige Anwendung          Neben dem eigentlichen Hauptplangenehmigungs-
der TSI Energie [3] nach der Richtlinie 96/48/EG neben        verfahren, in Deutschland Planfeststellung genannt, wel-
der nationalen Gesetzgebung besondere Bedeutung. Die          ches die generelle Streckenführung und die Randbedin-
Schweiz verhandelt bilateral mit der EG in einem so ge-       gungen für den Rohbau regelt, wurden verschiedene zu-
nannten comité mixte. In diesem Gremium wird festge-         sätzliche Verfahren für Detailprojekte notwendig. Für
legt, welche EG-Richtlinien von der Schweiz in vollem         nahezu alle Gewerke der Bahntechnik hat die Aufsichts-
Umfang oder mit spezifischen Änderungen übernommen            behörde von den SBB das Einreichen von Detailunterla-
werden. Die Schweiz hat dabei vorgeschlagen, die beiden       gen zur Plangenehmigung verlangt. Nach [6] entscheidet
Eisenbahnpakete neben anderen Paketen ohne Ein-               die Aufsichtsbehörde beim Erteilen der Plangenehmi-
schränkungen zu übernehmen. Zur Zeit sind die Verhand-        gung, welche als alleinige Baubewilligung für Bauten
lungen wegen Uneinigkeit bei der Trassenvergabestelle         und Anlagen gilt, ob die Inbetriebnahme des Werkes zu-
etwas verzögert. Bereits seit längerem sind die Bahn-         sätzlich einer Betriebsbewilligung bedarf. Wegen der
2000-Neubaustrecken (nach EG werden diese wegen der           großen Komplexität und Ausdehnung der NBS sowie der
maximalen Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h Aus-             erhöhten Betriebsgeschwindigkeiten wurde verfügt,
baustrecken genannt) sowie die beiden neuen Alpent-           dass die NBS nur mit einer umfassenden Betriebsbewil-
ransittunnel Lötschberg (Inbetriebnahme 2007/2008) und        ligung in Betrieb gehen darf. Wenn diese angeordnet
Gotthard (Inbetriebnahme nach 2015) Bestandteil des           wird, muss die Bahnunternehmung Sicherheitsnachweise
europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Es scheint           einreichen, welche zeigen, dass die im Rahmen der Plan-
deshalb verfehlt, auf den Abschluss der bilateralen Ver-      genehmigung im Sicherheitsbericht dargestellten sicher-
handlungen zu warten und beim heutigen Bau von neu-           heitsrelevanten Maßnahmen folgerichtig und vollstän-
en Strecken auf die Anwendung der Interoperabilitäts-         dig umgesetzt wurden.
richtlinien zu verzichten. Auf der Neubaustrecke Matt-           Die Forderung zum Verwirklichen der Interoperabili-
stetten – Rothrist werden deshalb die TSI Zugsteuerung,       tät im transeuropäischen Hochgeschwindigkeitsbahnsys-
Zugsicherung, Signalgebung mit ETCS Level 2, Infra-           tems ist heute in der Schweiz im Eisenbahngesetz [5] in
struktur und Energie [4] erstmals in der Schweiz ange-        Artikel 17 enthalten. In der revidierten Eisenbahnverord-
wandt.                                                        nung [6] stehen ebenfalls neu die Artikel 8b zur Betriebs-
                                                              bewilligung Interoperabilität von strukturellen Teilsyste-
                                                              men nach den Richtlinien 96/48/EG oder 2001/16/EG und
2 Verfahren der Nachweisführung                               Artikel 8c über die Interoperabilitätskomponenten. Nach
                                                              diesen neuen Artikeln prüft die Aufsichtsbehörde einer-
Mit der Ende November 2004 erteilten Betriebsbewilli-         seits das Einhalten der grundlegenden Anforderungen
gung nach Art. 8 der Eisenbahnverordnung (EBV) [6]            nach Artikel 2e der EG-Richtlinien und andererseits, ob
durch die Aufsichtsbehörde kamen verschiedene eisen-          die übrigen bundesrechtlichen Vorschriften eingehalten
bahnrechtliche Verfahren zum Abschluss, nämlich:              werden. Prüfungen, die eine benannte Stelle während
• Plangenehmigungsverfahren nach Artikel 18 Eisen-            des Verfahrens zur Ausstellung einer EG-Prüferklärung
  bahngesetz [5] und Artikel 6 der EBV [6]                    oder einer EG-Konformitätserklärung vorgenommen
• Kontrolle, dass die rund 1 200 Auflagen, davon betra-       hat, werden von der Aufsichtsbehörde anerkannt. Einem
  fen rund 300 die Bahntechnik, aus den verschiedenen         allfälligen Vorwurf der Eisenbahninfrastrukturunterneh-

eb 102 (2004) Heft 12                                                                                                 533
AC-Bahnenergieversorgung

mung, dass zusätzliche neue Verordnungsartikel erst         Umfang geprüft, was in diesen Verfahren ohne Probleme
während eines bereits angelaufenen Verfahrens erlassen      möglich war. Allerdings zeigte sich dabei, dass die TSI
wurden, konnte rechtzeitig begegnet werden: Bereits         bereits Verfahrensschritte im Entwurfsstadium vorsieht;
Anfang 2003 wurden die in der EG-Nomenklatur benann-        also in einem frühen Zeitraum des Projektes, wo die Auf-
ten Sicherheitsnachweise für die Betriebsbewilligung        sichtsbehörde normalerweise noch nicht tätig wird. Um
nach EBV [6] eingefordert.                                  für alle Betroffenen die Planungssicherheit zu erhöhen,
   Mit dem Plangenehmigungsverfahren stellt eine            müsste hier folgerichtig noch ein weiteres eisenbahn-
Eisenbahninfrastrukturbetreiberin den Antrag auf Ge-        rechtliches Verfahren mindestens auf der Stufe Vorpro-
nehmigung der vorgelegten Pläne und Unterlagen. Die         jekt entwickelt werden.
Behörde prüft projektbezogen, ob die eisenbahnrechtli-         Das eigentliche Detailplangenehmigungsverfahren
chen Verordnungen eingehalten werden, die technische        zur Oberleitung auf der NBS wurde im Frühjahr 2002
Sicherheit gewährleistet ist sowie die Rechte Dritter ge-   durchgeführt und im Juli 2002 mit einer Verfügung ab-
wahrt werden und die Umweltgesetzgebung, unter an-          geschlossen. Die Oberleitung ist in ([1], Tabelle 3) be-
derem zu Lärmschutz und nichtionisierender Strahlung,       schrieben, dort sind ihre Hauptdaten zusammengefasst.
beachtet wird.                                              Zusätzliche Angaben sind in der nachstehenden Tabelle
   Im Gegensatz zum Plangenehmigungsverfahren kann          1 enthalten.
von der Industrie ein Antrag auf eine Typenzulassung           Die verschiedenen Nachweisverfahren sind in der Ta-
einer Komponente, eines Bauteils oder eines Systems ge-     belle 2 dargestellt. Das Vorliegen der von der Aufsichts-
stellt werden. Bei neuen Teilen, zum Beispiel einer neuen   behörde geprüften und genehmigten Nachweise sowie
Oberleitungsbauart, erfordert die Typenzulassung eine       die erfolgreiche Abarbeitung aller Auflagen bilden die
vertiefte sicherheitstechnische Prüfung. Diese Prüfung      unabdingbare Voraussetzung zum Erteilen der Betriebs-
und deren Ergebnis ist eher grundsätzlicher Art und hat     bewilligung.
nur in seltenen Fällen bereits etwas mit einer konkreten
Anwendung in einem Projekt zu tun.
   Beide Verfahren werden vom BAV als Aufsichtsbehör-       3 Konformitätsbewertung und
de im Departement (Ministerium) für Umwelt, Verkehr,          EG-Prüfverfahren für das Teilsystem
Energie und Kommunikation (UVEK) durchgeführt. Bei            Energie NBS
der Neubaustrecke wurde im Sommer/Herbst 2000 eine
Typenzulassungsprüfung für die in der Schweiz noch nie      3.1 Umfang
eingesetzte Oberleitungsbauart ELINCAT E230 durchge-
führt und mit einer Verfügung im Dezember 2000 abge-        Die Inbetriebnahme eines strukturellen Teilsystems nach
schlossen. Die Verfügung enthielt neben einigen weni-       den Artikeln 2c der Richtlinien 96/48/EG oder 2001/16/EG
gen Punkten, die bei der späteren Projektierung zu be-      setzt eine Betriebsbewilligung durch das BAV für Bauten,
achten waren, die wichtigen Auflagen, dass im Rahmen        Anlagen (und Fahrzeuge) voraus. Das Teilsystem Energie
der Inbetriebnahme sowohl die Kontaktkraft zwischen         umfasst die Unterwerke (Uw), Schaltstellen und Oberlei-
Fahrdraht und Stromabnehmer wie auch der Anhub auf          tung, wie sie in Tabelle 3 aufgelistet sind. Die beiden be-
der freien Strecke und im Tunnel gemessen werden und        stehenden Uw Bern-Wylerfeld und Olten werden nur in
die Ergebnisse ausreichend mit den Simulationsergebnis-     folgenden Punkten bewertet: Mittlere nutzbare Span-
sen übereinstimmen müssen. Bis vor wenigen Jahren ha-       nung in den Speiseabschnitten (TSI Abschnitt 4.3.1.1), Ab-
ben die europäischen Staatsbahnen jeweils in eigener        schalten der Energieversorgung bei Gefahr (4.3.1.10) und
Verantwortung neue Oberleitungsbauarten entwickelt,         Fortsetzung der Energieversorgung bei Störungen
geprüft und in Betrieb genommen. Dementsprechend            (4.3.1.11).
stehen auch in der Verordnung über elektrische Anlagen         Neben den eigentlichen Oberleitungen in Tabelle 3
von Bahnen (VEAB) [7] lediglich grundlegende Anforde-       gehören alle Arten von Speise-, Versorgungs- und Rück-
rungen an Oberleitungsanlagen, die nur ansatzweise          leitungen zur Oberleitungsanlage (siehe auch Art. 3
ausreichen, um eine neue Oberleitungsbauart vertieft        VEAB [7]). Auf der Neubaustrecke kommen folgende Lei-
auf ihre sicherheitsrelevanten Teile, Kriterien und Ein-    tungen vor:
satzbedingungen zu prüfen. Wenn die Verordnungen            • Speiseleitungen
im Eisenbahnrecht der Schweiz nichts enthalten, werden         – 15-kV-Speiseleitung Uw Bern-Wylerfeld – Haupt-
als anerkannte Regeln der Technik insbesondere die               schaltposten Löchligut (Querschnitt im Frühjahr 2004
CENELEC-Normen verwendet. Für die Beurteilung der                verstärkt)
Oberleitung sowohl beim Typenzulassungsverfahren wie           – 15-kV-Speiseleitung Uw Olten – Einspeisung Bornli-
auch bei der Plangenehmigung wurden die folgenden                nie (Olten)
Normen wie EN 50119, EN 50122-1, EN 50149, EN 50317,           – 15-kV-Speiseleitung Uw Olten – Aarburg – Einspei-
EN 50318 sowie die Entwürfe prEN 50367 und prEN 50388            sung Strecke Rothrist
mit ihrem jeweiligen Entwurfsdatum angewandt. So-              – 15-kV-Einspeisekabel ab Uw Wanzwil
wohl bei der Plangenehmigung wie auch bei der Typen-        • Umgehungsleitungen
zulassung wurden die Interoperabilitätskriterien, im           – Einspeisung Grauholztunnel ab Hauptschaltposten
Herbst 2000 noch gemäß den Entwürfen der TSI, in vollem          Löchligut

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AC-Bahnenergieversorgung

 Tabelle 1: Hauptdaten der Oberleitung.
 Parameter/Kriterium/Kennwert                Wert                                        Bemerkungen
 Betriebsgeschwindigkeit                     200 km/h                                    Abnahme mit 230 km/h
 Fahrdrahthöhe                               5,40 m
 Fahrdraht                                   120 mm2 CuAg 0,1 (RiS 120)                  15,3 kN Abspannkraft
 Tragseil                                    70 mm2 CuAg 0,1                             10,8 kN Abspannkraft
 Y-Seil freie Strecke                        35 mm Bz-Seil, Länge 16 m
                                                      2
                                                                                         2,8 kN Abspannkraft
 Y-Seil Tunnel                               35 mm Bz-Seil, Länge 12 m
                                                      2
                                                                                         2,5 kN Abspannkraft
 Hänger                                      10 mm Bz II (CuMg 0,5)
                                                      2
                                                                                         > 500 mm lang
 Spannweite                                  ] 60 m freie Strecke
                                             ] 51 m in Tunnel
 Wellenausbreitungsgeschwindigkeit           431 km/h                                    TSI: Betriebsgeschwindigkeit
                                                                                         < 0,7 · 431 km/h = 301 km/h
 Elastizität und Gleichförmigkeit            freie Strecke: 14,3%                        TSI: für 200 km/h
 der Elastizität                             Tunnel: 16,7%                               < 20%
 Verstärkungsleiter pro Gleis/               260/23 mm2 Alu-Stalum-Seil                  Einspeisung am Ende der Nachspannungen und beim
 auf der ganzen Strecke                                                                  Festpunkt
 Stromtragfähigkeit                          900 A dauernd und halbstündlich             bei 40°C Umgebungstemperatur
                                             1 800 A während 150 s
 Kurzschlussstromfestigkeit                  39 kA, 60 ms
 Erdseil                                     260/23 mm2 Alu-Stalum-Seil                  etwa alle 300 m über die Maste und Cu-Verbindun-
                                                                                         gen mit den Schienen verbunden.
 Stromabnehmerkontaktkraft                   0 ] F ] 250 N                               F m nach prEN 50367

 Tabelle 2: Prüftätigkeiten und Nachweise in den verschiedenen Verfahrensschritten auf dem Weg zur Betriebsbewilligung.
                        Entwurf, Planung                       Abnahme, Nachweise, Inbetriebnahme
 Merkmal                Typenzulassung Plangenehmigung         Messungen      Messfahrten       Besondere                      Berechnungen
 Komponente                                                    statisch       mit Messzug       Messanordnungen
 Oberleitung            X               X                      Lage                  Lage                Stromverteilung       Mittlere
                                                               statische.            Kontaktkräfte       Erwärmung             nutzbare
                                                               Kontaktkraft                              Impedanz              Spannung
 Stromabnehmer          (X)                                    X                     X                   Frequenzgang
                                                                                                         EN 50317
 Teilsystem                             Pro Gewerk             Sicherheit, Erdung,                       Schutz Netz,
 Energie                                nicht gesamthaft       Berührungsspan-                           Bahnstromleitungen
                                                               nungen                                    und Oberleitungen

 Tabelle 3: Unterwerke, Schaltstellen und Oberleitungsbauarten im Teilsystem Energie NBS (Bild 1).
 Unterwerke (Uw)                    Schaltstellen                    Oberleitungsbauarten1)                  Bemerkungen
 Bern-Wylerfeld                     HSP Löchligut (km 5)             SBB R 250                               HSP: Hauptschaltposten mit
 ~ km 3                             HSP Mattstetten (km 12)          mit Feeder (Verstärkungsleiter)         Leistungs- und Lastschaltern [9]
 Transformatoren 2×21,8 MVA                                          und Rückleiterseil
                                    PSP Aespli (km 12)               ELINCAT E230 mit Verstärkungs-          PSP: Parallelschaltposten mit
                                    PSP Emmequerung (km 21)          leiter und Rückleiterseil               Lastschaltern
                                    PSP Recherswil (km 28)
 Wanzwil [8, 9]                     Schaltposten Wanzwil, dem        ELINCAT E230 mit Verstärkungs-
 ~ km 36                            Uw vorgelagert, bei den          leiter und Rückleiterseil
 Transformator 1×21,8 MVA           Streckeneinspeisungen
                                    HSP Brunnmatte (km 44) mit       ELINCAT E230 mit Verstärkungs-          Fak. Schutzstrecke [9]
                                    fakultativer Schutzstrecke       leiter und Rückleiterseil               = Phasentrennstrecke
                                    HSP Rothrist (km 56)                                                     nach TSI Energie
 Olten                                                               SBB R-FL 140
 ~ km 52                                                             mit Feeder (Verstärkungsleiter)
 Transformatoren 2×21,8 MVA                                          und Rückleiterseil
 Deitingen (Notspeisung über
 Solothurn – ABS)
 1)
      Durchgehende Messfahrten über alle Oberleitungsbauarten mit den entsprechend zugelassenen Höchstgeschwindigkeiten plus 10%

eb 102 (2004) Heft 12                                                                                                                        535
AC-Bahnenergieversorgung

  – beidseitig des Hauptschaltpostens Aespli (Mattstet-        Die Abnahmefahrten mit einer Europawippe sind für
    ten) teilweise verkabelt                                 das Jahr 2005 vorgesehen (Anhang H TSI, Bild H. 1). Die
  – beidseitig des Hauptschaltpostens Brunnmatte             SBB Infrastruktur hat im Rahmen der Netzzugangsbedin-
    (Roggwil) [9]                                            gungen die zugelassenen Stromabnehmer und deren
  – beidseitig des Hauptschaltpostens Rothrist               Schleifstücke zu bestimmen.
• Rückleitungen
  – alle vier Schienen der Doppelspur führen Rückstrom       3.2 Bewertung der Konformität
    (keine Gleisstromkreise, Achszähler)
  – beidseitig der Gleise sind die Oberleitungsmasten        Die Konformität der Interoperabilitätskomponente
    durchgehend mit einem Erdseil verbunden                  Oberleitung wurde nach dem Modul B als Bauartprüfung
  – Masten alle rund 340 m an beiden Schienen geerdet,       bewertet. Das BAV hat diese Bewertung für jedes zu be-
    (Abfangung, Mitte Nachspannung, Festpunkt, Mitte         wertende Merkmal nach Tabelle B.1 im Anhang B [3] in
    Nachspannung, Abfangung)                                 vollem Umfang bei der Typenzulassung und der Plange-
  – Masten im Bereich von 3 km um das Uw Wanzwil alle        nehmigung vorgenommen. Die Lieferfirma hat zusätz-
    170 bis 200 m an den Schienen der NBS und ABS ge-        lich einen entsprechenden technischen Bericht zur Inter-
    erdet                                                    operabilität als Antrag auf Bewertung eingereicht. Die
  – beidseitige Erdung der Kabelschirme der 15-kV-Spei-      Gesamtbewertung stützt sich auf folgende Unterlagen
    sekabel ab Uw Wanzwil [9]                                ab: Zulassungsdossier für die Typenprüfung und entspre-
  – parallele Rückleiterkabel zu den 15-kV-Speisekabeln      chende BAV-Zulassungsverfügung mit Auflagen, Bericht
    zum Uw Wanzwil [10]                                      über die Berechnung der Strombelastung und Erwär-
  – Ringleitungen (Verbindungen Gleis – Gleis bei den        mung der Oberleitungsanlage, Bericht über die mecha-
    vorgenannten Masterdungen)                               nische Beanspruchung der Oberleitung auf der freien
  – Ringleitungen bei den Tunnelportalen                     Strecke und in den Tunnel usw. Im Rahmen der Inbetrieb-
  – zusätzlicher Erdleiter in den Tunnel beidseitig im Ka-   nahme der NBS wurden Versuchsberichte über die Kon-
    belkanal des Banketts (ähnlich Banderder)                taktkraftmessungen bis 230 km/h und zu den Erwär-
  – besondere einseitige Erdseilführung in der Über-         mungsversuchen eingereicht. Die Merkmale Wellenaus-
    deckung Rüdtligen (Emmi-Tunnel etwa bei km 18)           breitungsgeschwindigkeit, Elastizität und Gleichförmig-
  – kein Einbeziehen der Armierungen von Kunstbauten         keit der Elastizität wurden bei der Entwurf- und Baumus-
    (Brücken, Stützmauern, Überdeckung Rüdtligen             terprüfung kontrolliert. Die entsprechenden Werte ste-
    usw.) in die Rückstromführung                            hen in der Tabelle 1. Über die Messungen der Kontakt-
  – teilweise besondere Maßnahmen zur Verhinderung           kraft und der Erwärmung wird in den Abschnitten 4.1
    von Streustromkorrosion im Bereich der Näherungen        und 4.3 berichtet. Für die Instandhaltung liegen die not-
    und Kreuzungen mit der Gleichstrombahn ASm               wendigen Unterlagen vor, das Wartungspersonal wurde
    (Aare-Seeland-mobil Betriebsspannung DC 1 200 V          entsprechend ausgebildet. Das BAV hat diese Unterlagen
    [11, 12])                                                geprüft und festgestellt, dass die Oberleitungsbauart
  – Schutzdächer gegen die Gefahren des elektrischen         ELINCAT E230 auf der NBS die Kriterien der Interopera-
    Stromes isoliert am Bauwerk versetzt und Schutz-         bilität erfüllt. Allerdings wird die Kontaktkraft bei den
    dach direkt am Erdseil der Oberleitung geerdet           für 2005 geplanten Fahrten mit der Europawippe vermut-
    (Bild 18 in [1])                                         lich die Grenzwerte nach prEN 50367 erreichen.
  – Wildschutz- und sonstige Zäune mechanisch aufge-            Die Abnahmefahrten wurden mit einem Stromabneh-
    trennt oder isoliert, damit das Schienenpotenzial        mer Typ Schunk WBL 85 mit optimierten Windleitblechen
    nicht verschleppt wird                                   durchgeführt (Bild 4). Inwieweit sich diese Ergebnisse auf
                                                             andere Stromabnehmer übertragen lassen, die auf den
   Das Pflichtenheft für die Oberleitung der NBS enthält     im Netzzugang auf der NBS verkehrenden Triebfahrzeu-
die im Gegensatz zum Anhang H der TSI stehende For-          gen eingesetzt werden, ist sehr fraglich. Damit stellt sich
derung, dass bei 200 km/h zwei gehobene Stromabneh-          die Grundsatzfrage, wie die Infrastrukturbetreiberinnen
mer im Abstand von nur 18,5 m vorkommen können. Dies         mit dieser Schnittstelle Stromabnehmer – Fahrdraht um-
entspricht der Doppeltraktion von zwei Lokomotiven der       gehen sollen.
Reihe Re 460 an der Zugspitze oder am Zugschluss. Die
Simulationen des Kettenwerk-Entwurfs wurden mit ei-          3.3 EG-Prüferklärung
nem Modell eines üblichen Schunk-Stromabnehmers
WBL 85 mit einer 1 450-mm-Wippe durchgeführt. Die Ab-        Die EG-Prüfung wurde nach Modul SG als Einzelprüfung
nahmefahrten fanden mit zwei Stromabnehmer WBL 85            für die Anlagen in einem definierten Teilbereich auf der
mit einer 1 450-mm-Wippe und optimierten Leitblechen         NBS/ABS und den angrenzenden Strecken und Bahn-
statt (Bilder 2 und 4).                                      stromeinrichtungen vorgenommen. Da verschiedene
   Die Stromabnehmer sind mit einer Vorrichtung              Stellen (Totalunternehmer, zusätzliche andere Ersteller,
zum Erkennen von Schäden an der Stromabnehmer-               Projektierende der neuen Anlagen und Betreiber von be-
wippe nach Anhang H TSI Tabelle H. 2 Rubrik 6 ausge-         reits bestehende Anlagen usw.) betroffen waren, hat das
rüstet.                                                      BAV die SBB beauftragt, als Antragsteller für die Betriebs-

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AC-Bahnenergieversorgung

 Tabelle 4: Infrastrukturangaben nach TSI Energie.
 Parameter/Kriterium/Kennwert                        Wert                            Bemerkungen
 Stromsystem                                         1 AC15 kV 16,7 Hz
 Fahrdrahthöhe                                       5,40 m
 Zu beachtende maximale Windgeschwindigkeit          29,2 m/s                        Windabtrieb in größter Spannweite (60 m)
 Höchste Umgebungstemperatur                         40°C                            Drahtwerkerwärmung
 Kleinste Windgeschwindigkeit                        0,4 m/s                         Drahtwerkerwärmung
 Stromabnehmerkontaktkraft                           maximal < 250 N                 F m nach prEN 50367
                                                     minimal > 0 N
 Phasentrennstrecken                                 zwischen Wanzwil und Rothrist   fakultative Schutzstrecke [9] mit Einspeise-
 (Hauptschalter aus durch Triebfahrzeugführer)                                       möglichkeit der neutralen Abschnitte
 Abstände zwischen gehobenen Stromabnehmern          18 m < x < 35 m
                                                     oder x > 180 m
 Streckenart                                         III a                           gemäß Anhang F TSI
 Erforderliche Leistungs- oder Strombegrenzungen     keine
 zulässiger Fahrleitungsstrom                        900 A dauernd                   bei 40°C Umgebungstemperatur
 Höchstmöglicher Kurzschlussstrom                    35 kA                           Abschaltzeit maximal 60 ms
 Zugelassene Stromabnehmerwippen                     1 320 mm, 1 450 mm, 1 600 mm

bewilligung nach EBV [6] auch für die Inbetriebnahme               lage in der Betriebsbewilligung beauftragt, diese Mes-
des Teilsystems Energie die entsprechenden Nachweise               sungen noch vor der Betriebsaufnahme mit 200 km/h ab-
zu erbringen und den entsprechenden Antrag zu stellen.             zuschließen. Die noch erforderlichen zahlreichen Mess-
Die umfassende und lückenlose Anwendung des An-                    fahrten mit ETCS level 2 können hierzu nutzbringend ein-
hangs C [3] zur Bewertung des Teilsystems Energie zeigte           bezogen werden.
sich als sehr aufwändig, aber damit auch als ein sehr wirk-
sames Instrument zur Kontrolle des ganzen (Teil-) Sys-
tems Bahnstromversorgung. Bei den oben angeführten                 4 Ausgewählte Messergebnisse
verschiedenen Stellen bestünde sonst die Befürchtung,
dass nur sektoriell oder gar nicht geprüft wird und vor            4.1 Kontaktkraft Fahrdraht – Strom-
allem wichtige Schnittstellen nicht beachtet würden.                   abnehmer und Fahrdrahtanhub
   Unter anderen wurden folgende Unterlagen dem An-
trag auf EG-Prüfung zu Grunde gelegt: Technischer Be-              Die wichtigsten Einflussfaktoren für die auftretende Kon-
richt über das Teilsystem Energie, BAV-Typenzulassung              taktkraft zwischen Fahrdraht und Stromabnehmer sind
der Oberleitung, Schema und Pläne zur 132-kV-Bahn-                 die folgenden beiden Komponenten, die direkt in Inter-
stromversorgung mit den Bahnstromleitungen und Un-                 aktion treten: Fahrleitung ELINCAT E230 und der Strom-
terwerken für (n-1)-Betrieb, die Streckenschaltpläne der           abnehmertyp WBL 85, der im Lastenheft der funktiona-
Oberleitung, Berechnungen zur Netzbelastung, Ver-                  len Ausschreibung gefordert wurde. Die Kontaktkraft
suchsberichte über die Kontaktkraftmessungen, Erwär-               wird weiter durch die aerodynamischen Strömungsver-
mungsmessungen, Stromverteilungsmessungen und                      hältnisse beim Stromabnehmer beeinflusst, die auch
Messungen der Erdimpedanz und der Berührungsspan-                  stark abhängig sind vom Einbauort des Stromabnehmers,
nungen im Uw Wanzwil. Im Weiteren liegen die Prüfpro-              der Bauform der Triebfahrzeuge und der übrigen Fahr-
tokolle der Schutzprüfungen auf der 132-kV- wie auch               zeuge im Zugverband. Zusätzlich verursachen strecken-
auf der 15-kV-Ebene lückenlos vor. In den folgenden Ab-            abhängig Überführungen und Tunnel durch ihre Luftver-
schnitten wird über einzelne Messungen genauer berich-             drängung starke Kräfte auf die Stromabnehmer. Bei
tet.                                                               mehreren gehobenen Stromabnehmern sind zudem die
   Die Angaben gemäß Anhang D [3] für das Infrastruk-              gegenseitigen Beeinflussungen durch Schwingungsanre-
turregister sind in der Tabelle 4 aufgelistet.                     gungen des Kettenwerks zu berücksichtigen. Die zuläs-
   Das BAV hat diese Unterlagen geprüft und kommt da-              sigen Kontaktkräfte sind jedoch einzeln durch jeden ge-
bei zum Ergebnis, dass das Teilsystem Energie NBS kon-             hobenen Stromabnehmer einzuhalten. Bild 2 zeigt den
form zur entsprechenden TSI in Betrieb gehen kann. Der             Messzug mit dem kurzen Abstand von nur 18,5 m zwi-
Bescheid wird in die Betriebsbewilligung nach EBV [6]              schen den gehobenen Stromabnehmern. Bei dieser Kom-
integriert. Aus verschiedenen Gründen konnten die                  position mit den Triebfahrzeugen an der Spitze werden
Messfahrten mit einer 1600-mm-Wippe noch nicht aus-                die Messstromabnehmer im Kniegang angeströmt und
geführt werden. Da die NBS vorerst nur mit maximal                 in der Gegenrichtung mit dem Steuerwagen voraus im
160 km/h in Betrieb ging, werden die SBB mit einer Auf-            Spießgang. Bei den Messungen im Sommer 2003 waren

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AC-Bahnenergieversorgung

Bild 2: Messzug für Laufwerk- und Kontaktkraftmessungen im Som-
mer 2004 in Rothrist. Lokomotive Re 460 vorn mit Messradsätzen am
vorlaufenden Drehgestell und Messstromabnehmer nachlaufend,         Bild 5: Kontaktkraftverlauf Stromabnehmer – Fahrdraht bei unter-
zweite Lokomotive Re 460 mit Messstromabnehmer nachlaufend,         schiedlichen Geschwindigkeiten bis 230 km/h, gemessen am nachlau-
Messwagen (EW-IV), zusätzlicher Zweitklasswagen (EW-IV) und Steu-   fenden Stromabnehmer bei Doppeltraktion mit Stromabnehmerab-
erwagen IC Bt.                                                      stand von 18,5 m (beide Stromabnehmer in Kniegang).
                                                                    1 F max Tunnel          3 F m Tunnel          5 F min Tunnel
                                            Bild 3: Messstromab-    2 F max Strecke         4 F m Strecke         6 F min Strecke
                                            nehmerwippe mit
                                            eingebauten Kraft-
                                            sensoren
                                            (Stromabnehmer
                                            Schunk WBL 85 mit
                                            Wippe 1 450 mm).

                                            Bild 4: Messstromab-
                                            nehmer mit zusätzli-    Bild 6: Aerodynamischer Auftrieb (1) bei den Einfahrten in verschie-
                                            chen Windleitble-       dene Tunnels (grau hinterlegt) der NBS: km 42,8 bis 43,8 Langenthal-
                                            chen am Zentralrohr     Tunnel mit an Anfang und Ende rechteckigem und in Tunnelmitte
                                            der Wippe.              rundem Querschnitt; km 48,0 bis 48,6 Aegerten-Tunnel mit rundem
                                                                    Querschnitt; km 49,1 bis 54,0 Murgenthal-Tunnel mit rundem Quer-
                                                                    schnitt (Messschrieb-Ende bei km 51,0); 2 Geschwindigkeit.

                                                                    stromabnehmer verhält sich somit nahezu gleich wie der
                                                                    Serienstromabnehmer. Für die angestrebten hohen Ge-
                                                                    schwindigkeitsbereiche war eine Voreinstellung der
                                                                    Stromabnehmerauftriebskräfte gemäß prEN 50367 mit-
die Triebfahrzeuge anders eingereiht, so dass der Mess-             tels Windleitblechen nach der Formel F m = 70 + 0,00097
stromabnehmer im Spießgang direkt von der Frontwelle                v 2 (F m in N und v in km/h) notwendig. Die Windleitbleche
des führenden Triebfahrzeugs erfasst wurde. Die Ergeb-              am Zentralrohr der Wippe (Bild 4) sollen einen optimalen
nisse der Messreihen 2003 und 2004 sind dementspre-                 Anpressdruck am Fahrdraht über den ganzen Geschwin-
chend sehr unterschiedlich. Für die Messung der Kontakt-            digkeitsbereich sicherstellen.
kraft Fahrdraht – Stromabnehmer wurden zwei Mess-                       Der Stromabnehmerabstand von nur 18,5 m stellt hohe
stromabnehmer der SBB-Messtechnik eingesetzt. Die                   Anforderungen. Die Beanspruchung des nachlaufenden
Messungen wurden nach EN 50317 durchgeführt: Dazu                   Stromabnehmers ist normalerweise höher als die des vor-
ist besonders zu erwähnen, dass die aerodynamischen                 laufenden: Erstens muss der nachlaufende Stromabneh-
Kräfte an den Wippen sowie der Einfluss der Massenträg-             mer die Schwingungsanregung des vorlaufenden über-
heit der Schleifleisten online kompensiert werden. Diese            nehmen und zweitens haben die aerodynamischen Tur-
Stromabnehmer verfügen über Sensoren zur Erfassung                  bulenzen – verursacht durch den vorlaufenden Stromab-
der Schnittkräfte, die weitgehend beeinflussungsfrei in             nehmer – einen starken Einfluss. Die Kraftverläufe Fahr-
den Stromabnehmer integriert sind. Bild 3 zeigt hierzu              draht – Stromabnehmer für den hinteren Stromabneh-
die Ansicht der Wippenkonstruktion: die Kraftsensoren               mer in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit sind in
sind vollständig in die Längsstege eingebaut. Der Mess-             Bild 5 dargestellt: Die grünen Kurven zeigen die Maximal-

538                                                                                                          102 (2004) Heft 12 eb
AC-Bahnenergieversorgung

und Minimalkräfte sowie die Mittelwerte auf freier Stre-                 ziometers. Die ermittelten Anhubwerte können vor Ort
cke. Die schwarzen Kurven zeigen die Kraftverläufe im                    am Messcomputer eingesehen oder telefonisch abge-
Tunnel. Die Kräfte im Tunnel sind aufgrund der Luftströ-                 fragt werden. Bild 8 zeigt den zeitlichen Verlauf des An-
mungsverhältnisse rund um ein Drittel höher. Bei den                     hubs auf freier Strecke bei einer Geschwindigkeit von
Einfahrten in die Tunnel treten zudem Spitzenwerte in-                   230 km/h. Bild 9 zeigt zum Vergleich den Anhubverlauf
folge von Luftturbulenzen auf, die nach etwa 500 m ab-                   im Tunnel. Die gemäß TSI und EN 50119 zulässigen An-
klingen. Das Bild 6 zeigt dies deutlich.                                 hubwerte wurden sowohl im Tunnel wie auf offener
   Der Fahrdrahtanhub wurde im Tunnel und auf der frei-                  Strecke auch bei Doppeltraktion mit dem kurzen Strom-
en Strecke mit je einer Messstelle überwacht. Die entspre-               abnehmerabstand eingehalten. Das Schwingungsverhal-
chende Messeinrichtung mit einem Seilpotenziometer                       ten bezüglich Vor- und Nachschwingungen unterschei-
am Fahrleitungsmast der freien Strecke ist aus Bild 7 er-                det sich an beiden Messstellen deutlich. Es kann größten-
sichtlich: über einen Nylonfaden wird die mechanische                    teils durch die unterschiedliche Spurhaltung erklärt wer-
Verbindung zum Fahrdraht hergestellt. Ein Messcompu-                     den.
ter vor Ort verarbeitet die Spannungssignale des Poten-
                                                                         4.2 Besondere Versuchsschaltungen
                                                                         Die wichtigsten elektrischen Eigenschaften der Bahn-
                                                                         stromversorgung und der Oberleitung wurden im Rah-
                                                                         men einer konzentrierten Messreihe auf der gesamten
                                                                         Strecke innerhalb von fünf Tagen überprüft. Die Mess-
                                                                         reihe umfasste die Messung der Stromverteilung in der
                                                                         Oberleitung und in den Rückleitern, Impedanzmessun-
                                                                         gen, Erdungsmessungen, Kurzschlussversuche mit Nomi-
                                                                         nalspannung, Erwärmungsmessungen an der Oberlei-
                                                                         tung sowie Messungen der nichtionisierenden Strahlung
                                                                         (NIS) [13, 14]. Dazu waren umfangreiche Vorbereitungs-
                                                                         arbeiten erforderlich. Zu koordinieren galt es die Netz-
                                                                         speisung vom erzeugenden Frequenzumformer über
                                                                         eine eigens für die Versuche freigeschaltete Übertra-
                                                                         gungsleitung zum Uw Wanzwil, die Netzschaltungen
                                                                         und Messaufzeichnungen im Uw Wanzwil, die Oberlei-
Bild 7: Fahrdrahtanhub-Messstelle bei km 38,543 in der Nähe des Fest-
punktes.                                                                 tungswartungsmannschaft, das Messteam auf der Stre-
                                                                         cke sowie das NIS-Messteam an den Orten mit empfind-
                                               Bild 8: Zeitlicher Ver-
                                                                         licher Nutzung (OMEN) sowie die Liegenschaftsbesitzer
                                               lauf des Fahrdraht-
                                               anhubes über der          und -bewohner dieser Orte [13]. Es konnten sämtliche
                                               Ruhelage auf der          Messungen erfolgreich und mit vielen wertvollen Ergeb-
                                               freien Strecke bei        nissen durchgeführt werden.
                                               km 38,543 (Bild 7),
                                                                            Bei sämtlichen in den folgenden Abschnitten beschrie-
                                               Befahrung mit zwei
                                               gehobenen Stromab-        benen elektrischen Messungen wurde vom Frequenzum-
                                               nehmern (Kniegang)        former Rupperswil [8] über die 132-kV-Übertragungslei-
                                               mit 18,5 m Abstand        tung mit einer reduzierten Spannung das Uw Wanzwil
                                               und 230 km/h Ge-
                                                                         gespeist, das etwa in der Mitte der Neubaustrecke liegt.
                                               schwindigkeit.
                                                                         Die Oberleitung wurde auf der Strecke an den gewünsch-
                                                                         ten Stellen mit hochstromfesten Erdungsstangen an den
                                                                         Schienen geerdet. Der Frequenzumformer wurde derart
                                                                         betrieben, dass in der Oberleitung die gewünschte
                                                                         Stromstärke erreicht wurde.
                                                                            Zur Messung der Ströme in den einzelnen Leitern dien-
                                               Bild 9: Zeitlicher Ver-
                                                                         ten Strommesswandler mit Rogowski-Spulen (Ringspu-
                                               lauf des Fahrdraht-
                                               anhubes über der          len), deren Ringe sich öffnen und so um die Leiter legen
                                               Ruhelage im Tunnel        lassen. Es wurden Wandler der Typen LEM-flex II und
                                               Murgenthal bei            AmpFLEX verwendet. Mit den AmpFLEX können, dank
                                               km 49,680; etwa
                                                                         größerem Durchmesser, auch die Schienen umfasst wer-
                                               200 m vom Festpunkt
                                               entfernt, Befahrung       den. Die Wandler liefern erdfreie Analogsignale, welche
                                               mit zwei gehobenen        mit einem PC-Messsystem mit 16 Kanälen aufgezeichnet
                                               Stromabnehmern            wurden. Das auf der Basis von LabVIEW entwickelte Mess-
                                               (Kniegang) mit
                                                                         programm ist in einem Laptop installiert, als A/D-Wandler
                                               18,5 m Abstand und
                                               230 km/h Geschwin-        wurde eine PCMCIA-Karte mit 16 Kanälen und
                                               digkeit.                  16-Bit-Auflösung eingesetzt (National Instruments,

eb 102 (2004) Heft 12                                                                                                        539
AC-Bahnenergieversorgung

DAQCard-AI-16XE-50, gemeinsame Erde, Eingangsbe-
reich ±10 V). Die eigens für solche Messungen von
ENOTRAC entwickelte Software erlaubt, die Stromstärke
online zu verfolgen und für die spätere Verarbeitung auf-
zuzeichnen. Die Daten wurden als Rohdaten im 16-bit-
Format und als Sekundenmittelwerte im ASCII-Format
abgespeichert. Die Abtastrate war mit 6 000 Hz relativ
hoch, was aber zur zuverlässigen Bestimmung des Pha-
senwinkels erforderlich war. Bei den Erwärmungsmes-
sungen (siehe Abschnitt 4.3) waren nur drei, bei den
übrigen Messungen meist alle Kanäle belegt.

4.3 Erwärmungsmessung der Oberleitung
                                                                Bild 11:Verlauf der Ströme I, der Leitertemperaturen T und der Wind-
Für die Erwärmungsmessungen musste die Erdung (Kurz-            geschwindigkeit v W während den Erwärmungsmessungen im Tunnel
schluss) der Oberleitung besonders sorgfältig ausgeführt        Oenzberg.
werden: Wegen der langen Dauer der teilweise hohen              1 Verstärkungsleiterstrom            5 Verstärkungsleitertemperatur
                                                                2 Fahrdrahtstrom                     6 Tragseiltemperatur
Ströme musste vermieden werden, dass die Oberleitung            3 Tragseilstrom                      7 Umgebungstemperatur
an den Kontaktstellen Schaden nimmt. Der Belastungs-            4 Fahrdrahttemperatur                8 Windgeschwindigkeit
zyklus war durch die Spezifikation gegeben, die pro Gleis
eine Dauerbelastung von 900 Aeff mit einer zusätzlichen
Belastung von 1 800 Aeff über 150 Sekunden fordert. Die         leichter Wind von 1 bis 7 m/s, im Mittel etwa 2,5 m/s. So-
der Dauerbelastung überlagerten 1 800 Aeff sollen den           bald der Wind etwas zunahm, verlangsamte sich die Er-
ebenfalls über die Neubaustrecke verkehrenden Güter-            wärmung oder die Abkühlung beschleunigte sich leicht.
zügen mit einer Anhängelast von 4 000 t Rechnung tra-           Da demgegenüber im Tunnel außerordentlich stabile
gen. Die Erwärmungsmessungen wurden auf der freien              Verhältnisse herrschten, werden nachstehend die dort
Strecke (Bild 10) wie auch in einem Tunnel (Oenzberg)           gewonnenen Ergebnisse diskutiert. Die Luftströmung
durchgeführt.                                                   war dort mit konstanten 0,5 m/s, teilweise gar weniger,
   Die Temperaturen wurden mit einem 4-Kanal-Daten-             bis 1 m/s gering und verlief in Längsrichtung des Tunnels.
logger vom Typ ECOLOG TN4-L mit einer Abtastrate von            Das weitgehend störungsfreie Umfeld macht die Ergeb-
1 Wert pro Sekunde und Kanal aufgezeichnet. Während             nisse dieser Erwärmungsmessungen besonders wertvoll
der Messung befanden sich Messfühler und Datenlogger            (Bild 11): Bei einer Lufttemperatur von 18°C und einer
auf Oberleitungspotenzial. Mit NTC-Fühlern wurden die           Dauerbelastung von 900 A stabilisierte sich die Fahrdraht-
Temperaturen von Fahrdraht, Tragseil und Feeder (Ver-           temperatur auf 38,2°C. 150 s nach der Erhöhung auf
stärkungsleiter) sowie der Umgebung gemessen. Zur Eli-          1 800 A stieg die Fahrdrahttemperatur auf 56,6°C. Trag-
minierung allfälliger Einflüsse durch direkte Sonnenein-        seil und Feeder (Verstärkungsleiter) wurden deutlich we-
strahlung oder Regen wurden die Messstellen durch klei-         niger erwärmt.
ne Dächer (Bild 10) geschützt. Die Stromstärke wurde mit           Die Hochrechnung auf die spezifizierte Umgebungs-
Ringspulen gemessen, wie dies im Abschnitt 4.2 beschrie-        temperatur von 40°C und Fahrdrahtabnützung von 30 %
ben wurde.                                                      ergibt eine Fahrdrahttemperatur von 80°C. Wird berück-
   Synchron zur Temperaturmessung wurden die Wind-              sichtigt, dass das Auffahren des Stromes von 900 auf
stärke und Windrichtung gemessen und mit einem PC-              1 800 A eine gewisse Zeit in Anspruch nahm, so liegt die
Messsystem aufgezeichnet. Die Windmesseinrichtung be-           maximale Temperatur der Oberleitungsanlage gemäß
fand sich auf einem Stativ auf der Höhe zwischen Fahr-          spezifiziertem Lastzyklus unter 80°C.
draht und Tragseil. Auf der freien Strecke herrschte ein           Gleichzeitig zu den Temperaturmessungen wurde
                                                                auch das Absenken der Abspanngewichte aufgezeichnet.
                                                                Die Fahrdrahtverlängerung und der Lauf der Gewichte
                                                                entsprach dabei den Erwartungen.
                                       Bild 10: Messaufbau
                                       für die Erwärmungs-
                                       messung der Oberlei-     4.4 Impedanzmessung der Oberleitung
                                       tung, sichtbar sind
                                       die Sonnenschutz-        Zur Messung der Schleifenimpedanzen der Oberleitungs-
                                       dächer über den drei
                                                                abschnitte wurde mit einer reduzierten Spannung ab Uw
                                       Temperaturmessfüh-
                                       lern, dahinter die       Wanzwil mit 16,7 Hz auf einen mit Erdungsstangen er-
                                       Strommesswandler         stellten Kurzschluss zwischen Oberleitung und Gleis ge-
                                       der jeweiligen Leiter;   speist, so dass etwa 400 Aeff flossen. Die Messung der
                                       links von der Bild-
                                                                Schleifenimpedanzen erfolgte im Uw Wanzwil am jewei-
                                       mitte ist der Wind-
                                       messer auf einem         ligen Speisepunkt mit einem NORMA-Präzisions-Impe-
                                       Stativ aufgestellt.      danzmessgerät D5155. Die Spannungs- und Stromsignale

540                                                                                                      102 (2004) Heft 12 eb
AC-Bahnenergieversorgung

 Tabelle 5: Spezifische Schleifenimpedanz für die zweigleisige   4.5 Stromverteilung in der Oberleitung
 NBS.                                                                und Rückstromverhältnisse
 Messgröße                          Bandbreite    über weite
                                    der Mess-     Strecken       Die Stromverteilung in der Oberleitung und in den Rück-
                                    werte                        leitern wurde an sämtlichen Stellen gemessen, an denen
 Betrag                  mR/km      55 . . . 61   57             auch die nichtionisierende Strahlung gemessen werden
                                                                 musste. In einigen Tunneln konnte an den Messstellen
 Realteil                mR/km      30 . . . 34   32
                                                                 nur ein geringer Anteil des Gesamtstroms in den Rück-
 Imaginärteil            mR/km      46 . . . 51   47
                                                                 leitern erfasst werden, so dass dann in den Tunnel zu-
 Phasenwinkel induktiv   °          54 . . . 59   56             sätzlich an weiteren Stellen der Strom in den Schienen,
                                                                 den Erdleitern in der Kabeltrasse und in den Ringleitun-
                                                                 gen punktuell gemessen wurde. Darüber hinaus wurden
wurden von den Wandlern des Oberleitungsschutzes ab-             im Bereich des Uw Wanzwil auf der Strecke sowie im Uw
gegriffen.                                                       selbst die Rückstromverhältnisse detailliert gemessen.
   Die Kurzschlussorte wurden derart über die gesamte               Die Stromverteilungen auf der Strecke wurden jeweils
Strecke verteilt, dass allfällige Einflüsse aus Besonderhei-     in einem Bereich außerhalb der Übergangslängen ge-
ten einzelner Streckenabschnitte in den Impedanzwerten           messen, das heißt, die Oberleitung wurde genügend weit
erkennbar wären. Beispielsweise wurden dabei die Ab-             vom Messort entfernt geerdet, so dass am Messort der
schnitte Überdeckung Rüdtligen [1] die Emmequerung,              Erdstrom maximal war. Eine für die zweigleisige NBS ty-
Oenzbergtunnel, die Parallelführungen mit der Stamm-             pische Stromverteilung auf der freien Strecke ist in der
linie, Tunnel Langenthal und Tunnel Murgenthal beson-            Tabelle 6 zusammengestellt: Der Anteil des in den Rück-
ders beachtet (Bild 1). Dazu bestand die Absicht, durch          leitern fließenden Rückstromes beträgt bei der NBS rund
Differenzbildung von gemessenen Impedanzwerten den               80 %; bei der ABS sind es etwas weniger. In den Tunneln
einzelnen Streckenabschnitten in einer Näherung einen            übernehmen zusätzlich die Erdseile in den Kabelkanälen,
Impedanzwert zuordnen zu können. Die aus den Messer-             die Kabelschirme sowie das Funkkabel und dessen Trag-
gebnissen abgeleiteten spezifischen Impedanzen (Impe-            seil einen Anteil des Rückstroms. Die Stromverteilung im
danz pro Kilometer) sind allerdings derart homogen, dass         Tunnel Oenzberg ist ebenfalls in der Tabelle 6 zusammen-
keine für die einzelnen Streckenabschnitte typischen             gestellt.
Werte erkennbar sind (Tabelle 5).                                   Wie eingangs erwähnt, wurde in einigen Tunneln le-
   Der resultierende spezifische Impedanzwert für die            diglich ein geringer Anteil des eingespeisten Stroms in
doppelspurige NBS mit den in den Parallel- und Haupt-            den Rückleitern gemessen. Es zeigte sich, dass der Rück-
schaltposten parallel geschalteten Oberleitungen der             strom offenbar über die Tragwerke auf die Bewehrung
beiden Gleise ist mit einem Betrag von rund 57 mR/km             der Tunnel übertritt. Vor und nach den Ringleitungen
sehr gering. Ein Vergleich mit den aus den früheren Mo-          war der Strom in den Schienen unterschiedlich, die Dif-
dellrechnungen resultierenden Impedanzwerten zeigt,              ferenz fließt über die Ringleitungen auf die Erdseile und
dass die Messwerte generell niedriger sind. Durch Verän-         dann über die Tragwerke ins Bauwerk. Dies lässt sich an-
derung von Parametern im Simulationsmodell können                hand der gemessenen Werte beispielsweise im Tunnel
dafür folgende Gründe vermutet werden:                           Langenthal sehr schön zeigen (Bild 12): An der Stromver-
• Die Messungen wurden mit nur 2×200 A durchgeführt,             teilungsmessstelle bei km 43,800 sind lediglich 35 % des
   was zu einem kleinen Schienenstrom und dementspre-            eingespeisten Stromes in den Rückleitern zu finden. Wie
   chend geringen Einfluss auf die magnetische Perme-            Bild 12 zeigt, ist dieser Anteil weiter im Tunnelinnern
   abilität führt;                                               noch geringer. Im Tunnel Emmequerung betrug der
• Der Gleichstromwiderstand der Schienen wurde mit               Rückstromanteil in den Rückleitern lediglich 22 % des
   Werten aus der Literatur eingesetzt. Allenfalls weisen        eingespeisten Stromes.
   die nun verlegten Schienen eine bessere Leitfähigkeit            Bei der NBS/ABS ist es gelungen, über weite Strecken
   auf;                                                          einen sehr hohen Anteil des Traktionsstroms in den dafür
• Das gesamte Modell beruhte nach den damaligen Vor-             vorgesehenen Rückleitern der Bahntrasse zurückzufüh-
   gaben darauf, dass die Bauwerkstrukturen keine Ver-           ren. Einzig in einigen Tunneln fließt ein beträchtlicher
   bindungen mit der Bahnerde haben und damit wenig              Teil des Rückstroms in der Bewehrung des Bauwerks oder
   Traktionsrückstrom führen;                                    noch weiter von der Trasse entfernt.
• Für die Erdstromtiefe wurde allenfalls ein zu hoher               Das Uw Wanzwil [8, 9] liegt beim Verzweigungsbau-
   Wert eingesetzt.                                              werk der NBS und ABS, etwa beim NBS Strecken-
                                                                 km 36,650 (Bild 1). Die drei Speisepunkte (NBS West, NBS
   Die Ergebnisse der Impedanzmessungen auf der ein-             Ost und ABS) werden am Schaltposten Wanzwil bei
gleisigen ABS lassen etwas weniger grundsätzliche                km 36,380 eingespeist, die Streckentrennung befindet
Schlussfolgerungen zu als diejenigen auf der NBS. Der Be-        sich bei km 36,369, also rund 350 m vom Uw in Richtung
trag der spezifischen Schleifenimpedanz der ABS liegt bei        Bern verschoben. Der Schaltposten ist mit dem Uw über
100 mR/km, der Phasenwinkel bei 46°.                             Cu-Kabel 630/70 mm2 und ein Rückleitersystem beste-
                                                                 hend aus den Kabelschirmen und je einem je Speisekabel

eb 102 (2004) Heft 12                                                                                                541
AC-Bahnenergieversorgung

Tabelle 6: Stromverteilung und Phasenverschiebung 1 in den Hinleitern der Oberleitung und in den Rückleitern.
                            NBS                                     NBS                                     ABS
                            freie Strecke                           Tunnel Oenzberg                         freie Strecke
                            ARMS       %              °             ARMS        %              °            ARMS       %                 °
Hinleiter    1)

Fahrdraht J                  66,0       16,8          0,0            69,2         17,5        0,0            66,4       33,6             0,0
Tragseil J                   42,1       10,8          9,9            44,9         11,4       10,9            46,9       23,7        11,9
Feeder J                     87,7       22,3          4,0            83,4         21,1        2,0            85,1       43,0             2,0
Fahrdraht A                  67,3       17,1          0,6            69,0         17,5        -1,0
Tragseil A                   42,2       10,8          9,9            44,5         11,3       10,2
Feeder A                     88,4       22,5          3,5            85,2         21,6        2,0
Hinleiter total             393,0      100,0          3,9           395,2       100           3,1           197,7      100               3,7
Rückleiter        1)

Erdseil J                    74,7       19,0      −155,4             78,8         20,0     −161,8            63,3       32,0      −156,1
Erdseil A                    78,2       19,9      −155,1             82,0         20,7     −161,6
Linke Schiene J              44,7       11,4       172,0             33,3           8,4     164,1            39,0       19,7       172,3
Rechte Schiene J             41,0       10,4       171,2             32,6           8,3     166,9            39,0       19,7       172,5
Linke Schiene A              41,3       10,5       171,5             33,2           8,4     167,3
Rechte Schiene A             43,9       11,2       172,8             33,6           8,5     165,2
Erdseil Kabeltrasse J                                                18,2           4,6    −167,9
Erdseil Kabeltrasse A                                                19,3           4,9    −161,9
Funkkabel                                                             3,3           0,8    −161,9
Kabelschirme J                5,1           1,3                       4,2           1,1    −141,3             3,8           1,9   −124,7
Kabelschirme A                                    −124,8              0,7           0,2      −5,0
Rückleiter total            314,1       79,9       171,9            324,7         82,2      174,4           138,6       70,1       172,3
Der Prozentsatz der Einzelleiterbelastung bezieht sich auf den vektoriell gerechneten Gesamtstrom. Der gesamte Rückleiterstrom ist
vektoriell gerechnet und dessen Betrag wurde durch den Gesamtstrom dividiert. Als Referenzphase wird die Phasenlage (0°) des Fahr-
drahtstroms angenommen
1)
     Die Leiter des südlichen Gleises, Seite Alpen, sind mit Index A bezeichnet, diejenigen des nördlichen Gleises, Seite Jura, mit J.

                                                                           parallel verlegten Cu-Rückleiter 240 mm2 verbunden. Der
                                                                           Rückleiter-Sammelpunkt beim Schaltposten ist zudem
                                                                           mit 4 zusätzlichen, separat geführten Kabeln 185 mm2 Cu
                                                                           mit der Erdsammelschiene im Uw verbunden [10]. Im Üb-
                                                                           rigen wird die Stammlinie (STL) in Herzogenbuchsee über
                                                                           weitere, separate Speisekabel und Rückleiter vom Uw
                                                                           Wanzwil versorgt.
                                                                              Für die Messungen wurde vom Uw Wanzwil über die
                                                                           einzelnen Speisepunkte der NBS und ABS auf zuvor auf
                                                                           der Strecke gesetzte Kurzschlüsse mit konstanten Strom-
                                                                           stärken gespeist. Die Stromwerte in den einzelnen Lei-
                                                                           tern wurden über Stromwandler LEM-flex II und Am-
                                                                           pFLEX erfasst (Bild 13) und mit dem PC-Messdatenerfas-
                                                                           sungssystem aufgezeichnet (Strombeträge und deren
                                                                           Phasenlagen). Es wurde dieselbe Messausrüstung wie bei
                                                                           den Messungen auf der Strecke verwendet. Der Schalt-

                                                                           Bild 12: Rückstromverteilung im Langenthal-Tunnel.
                                                                           blau     Stromwerte in A
                                                                           ES       Erdseil
                                                                           KTES Erdseil Kabeltrasse
                                                                           1)
                                                                                    Strom in den Anschlüssen zu ES, KTES

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AC-Bahnenergieversorgung
                                         Bild 13: Uw Wanzwil:   Bild 14: Messung der
                                         Messanordnung der      magnetischen Fluss-
                                         Kabelleiter-, Kabel-   dichten auf 1, 2, 3
                                         schirm- und Rücklei-   und 4 m Höhe ab
                                         ter (verdeckt) mit     Fußboden in beson-
                                         Wandlern LEM-Flex II   derer Umgebung:
                                         und AmpFLEX (Ro-       Käsezentrum Emmi
                                         gowski-Spulen) im      neben der Über-
                                         Doppelboden der        deckung Rüdtligen.
                                         15-kV-Schaltanlage.

posten und die Streckenspeisungen liegen vom Uw etwa
350 m entfernt in Richtung Bern. Dadurch ist die Rück-
stromführung aus dieser Richtung auch sehr homogen.
87 % des eingespeisten Stroms konnten in den Rücklei-
terseilen und Gleisen zum Schaltposten gemessen wer-
den. Ein weiterer Teil gelangt auf Umwegen zum Schalt-          Wohngebäuden und in einem kleineren Gewerbegebäu-
posten. Vom Schaltposten zum Uw übernehmen die Pa-              de wurde die magnetische Flussdichte in allen bewohn-
rallelrückleiter und die vier zusätzlichen Rückleiter je et-    ten Stockwerken auf 1 m Höhe über Boden gemessen. In
wa 15 % des eingespeisten Stroms, was insgesamt 75 %            den übrigen Gebäuden erlaubte die Raumhöhe Messun-
ausmacht. In den Kabelschirmen fließen rund 20 % des            gen auf 0 m bis maximal 4 m über Boden in allen Stock-
eingespeisten Stroms.                                           werken (Bild 14).
   Bei der Speisung in die entgegengesetzte Richtung,              Die Magnetfelder wurden mit Messgeräten der Typen
also in Richtung Olten, liegt das Uw näher beim Kurz-           EFA-2, EFA-3 und EFA-200 erfasst. Zur genauen Positio-
schlussort als der Schaltposten. Dementsprechend ist der        nierung in der Höhe wurden die Geräte auf speziellen
Stromanteil in den regulären Rückleitern wesentlich ge-         Rohrgestellen montiert. Zur Abkürzung der Messdauer
ringer und beträgt lediglich etwa 55 %. Der Rest fließt         wurde gleichzeitig mit zwei oder gar drei Geräten gear-
auf direktem Weg ins Uw zurück. Es ist dabei allerdings         beitet.
zu beachten, dass die Bewehrung des unmittelbar beim               Die gemessenen magnetischen Flussdichten stimmten
Uw in Richtung Olten liegenden Tunnels Gishübel mit             entweder mit den Berechnungen überein oder sie erga-
der Bahnerde verbunden ist.                                     ben deutlich niedrigere Werte. Überall dort, wo der grö-
   Die Messungen haben bestätigt, dass sich mit dem erst-       ßere Rückstromanteil nicht in der Bahntrassee fließt, sind
mals beim Uw Zürich [10] konsequent angewandten Kon-            die Verhältnisse hinsichtlich NIS besser als berechnet. Für
zept der Kabelanspeisung und den unmittelbar neben              die anfänglichen Berechnungen war vorgegeben, dass
den Kabeln verlegten Rückleitern ein außerordentlich            keine leitenden Verbindungen zwischen Bahnerde und
großer Anteil des Rückstromes in definierten Leitern ins        Bauwerksbewehrung bestehen würden, dies wurde aber
Uw zurückführen lässt.                                          beim Bau nicht überall so ausgeführt. Der Strom in der
                                                                Bewehrung führt zu einer Verkleinerung des resultieren-
4.6 Nichtionisierende Strahlung (NIS)                           den Magnetfeldes. Wo die gemessene Stromverteilung
                                                                den Berechnungen entspricht, stimmen auch die magne-
Beim Vollzug der Verordnung über den Schutz vor nicht-          tischen Flussdichten von Messung und Berechnung über-
ionisierender Strahlung [13] musste die magnetische             ein.
Flussdichte an denjenigen Orten (OMEN, Orte mit emp-               Bei der Überdeckung Rüdtligen wurden die beiden
findlicher Nutzung) gemessen werden, bei denen die Be-          Erdseile und Rückleiter in den Kabelkanälen auf die dem
rechnungen im Rahmen des Plangenehmigungsverfah-                Gebäude zugewandte Seite verlegt und dort etwa auf
rens [14, 15] ein Überschreiten des Anlagegrenzwertes           der Höhe der Oberleitung isoliert dem Gewölbe entlang
(AGW) der magnetischen Flussdichte von 1 `T gemittelt           geführt. Der Strom in den derart gebündelten Rücklei-
über 24 Stunden ergab. Bei der Überdeckung Rüdtligen            tern bewirkt ein gezieltes Gegenfeld zum Feld des Hin-
wurden bauliche Maßnahmen (Bild 17 in [1]) umgesetzt,           stroms in der Fahrleitung. Die Messungen (Bild 15) haben
die ein Überschreiten des Anlagegrenzwertes verhindern          den erwarteten Nutzen dieser Maßnahme in vollem Um-
sollten. Auch hier wurde die effektive Situation nun mit        fang bestätigt
aufwändigen Messungen verifiziert. Darüber hinaus wur-             Die Typenfeldmessungen wurden auf der freien Stre-
de an der NBS und ABS je eine Typenfeldmessung aus-             cke fernab irgendwelcher bekannter leitender Struktu-
geführt.                                                        ren durchgeführt. Hier wurde die magnetische Flussdich-
   Entlang der NBS ist gemäß Berechnungen in insgesamt          te in einem größeren Umkreis um die Bahntrasse in Schrit-
neun Gebäuden mit einer Überschreitung des AGW zu               ten von jeweils 1 m und auf Höhen von 1 m bis 4 m über
rechnen: drei Wohngebäude, ein Stall sowie fünf Gewer-          Schienenoberkante gemessen.
bebetriebe. Die meisten Gebäude befinden sich an Stel-             Die Messergebnisse zeigen sehr deutlich eine Proble-
len, an denen die NBS in einem Tunnel verläuft. In den          matik des NIS-Grenzwertes von 1 `T: Die Kurven verlau-

eb 102 (2004) Heft 12                                                                                                 543
AC-Bahnenergieversorgung
                                                                                         Bild 15: Magnetischer Flussdichtenverlauf in
                                                                                         `T rund um die Überdeckung Rüdtligen und
                                                                                         beim Käsezentrum Emmi; rot 1-`T-Kurve,
                                                                                         welche gerade außerhalb der Hausfassade
                                                                                         des Käsezentrums verläuft.

                                                                     te, das GSM-R-Netz reicht weit über die bauliche Grenzen
                                                                     der NBS und ABS hinaus, und zum Zeitpunkt der Mess-
                                                                     fahrten nicht vollständig zur Verfügung stehende Siche-
                                                                     rungsanlagen auf den neuen Strecken sowie das Ein- und
                                                                     Ausfahren in Betrieb stehenden Strecken bedingten eine
                                                                     minuziöse Planung. Das GSM-R-Messkonzept beschreibt,
                                                                     welche Parameter zu messen sind, die zu fahrenden Ge-
                                                                     schwindigkeiten, die Häufigkeit der Messungen pro Pa-
                                                                     rameter, Messanordnungen und Methoden. Ebenfalls
                                                                     wird die Auswertung beschrieben. Diese Methodik stellt
                                                                     sicher, dass jede Messung reproduzierbar ist. Da bis heute
                                                                     erst wenige Erfahrungen von GSM-R-Werkabnahmen für
                                                                     Voice- und Datenfunk (ERTMS / ETCS) vorliegen, wird das
Bild 16: Magnetische Flussdichte bei der Typenfeldmessung an der     Messkonzept mit zunehmender Anzahl von Messergeb-
NBS (2×200 A). Stromverteilung pro Gleis: Fahrdraht 68 A, Tragseil   nissen optimiert.
43 A, Verstärkungsleiter 89 A und Rückleiterseil 76 A sowie beide       Die Messfahrten wurden mit dem railcom-Messwagen
Schienen 85 A. Darstellung der magnetischen Flussdichte auf Höhe
                                                                     ausgeführt. Die Spezifikationen des Messwagens sind
Schienenoberkante (SOK, schwarz) sowie in den Höhen 1 m (rot), 2 m
(blau), 3 m (grün) und 4 m (orange) über SOK.                        unter www.railcom.ch ersichtlich. Für Fahrten über
                                                                     160 km/h wurde ein mit Messantennen und einer mobi-
                                                                     len Messausrüstung versehener Reisezugwagen tempo-
fen im Bereich von 1 `T außerordentlich flach (Bild 16).             rär ausgerüstet und eingesetzt.
Dies bedeutet, dass Werte unwesentlich höher oder tiefer                Für Werkabnahmen hat SBB Telecom ein dreistufiges
als 1 `T sich über eine verhältnismäßig große räumliche              Vorgehen definiert:
Ausdehnung verteilen. Damit sind sowohl berechnete                   • Phase 1 / Lieferanten-Messung 1:
wie gemessene Werte um die 1 `T nicht unproblematisch.                  GSM-R-Systemlieferant erhält die Gelegenheit, sein
                                                                        Werk erstmalig zu überprüfen. Lieferant definiert die
4.7 GSM-R-Übertragungsverhältnisse                                      zu messenden Parameter
    nach EIRENE                                                      • Phase 2 / Lieferanten-Messung 2:
                                                                        GSM-R-Systemlieferant erhält die Gelegenheit, Verän-
Erstmalig musste in der Schweiz als Auflage in einer Plan-              derungen zu überprüfen, die er nach der ersten Phase
genehmigungsverfügung die Funktionstüchtigkeit für                      durchgeführt hat
das GSM-R-Netz der NBS, ABS und den zugehörigen Zu-                  • Phase 3: Werkabnahmen einschließlich Messungen,
laufstrecken gemäß den Vorgaben aus dem UIC Projekt                     Nachweis nach EIRENE
EIRENE [16; 17] und den GSM-Standards [18; 19] nachge-
wiesen werden. Unabhängig davon sind dynamische                         Zwischen der zweiten und dritten Phase fanden sta-
Werkabnahme-Messungen zur Überprüfung der Funk-                      tionäre Werkabnahmen statt. Mit diesen Abnahmen
netzplanung und der Systemlieferqualität für jede in Be-             wurden die Installationen an den GSM-R-Standorten
trieb zu nehmende Strecke vorgesehen. Werkabnahmen                   überprüft. Dem Systemlieferanten ist es untersagt, nach
und EIRENE-Nachweis beinhalten gleichartig zu messen-                erfolgter Abnahme weitere Tuning-Maßnahmen vorzu-
de Parameter. Deshalb konnten die beiden Messkampag-                 nehmen.
nen zusammengelegt werden. Eine große Herausforde-                      Damit die Messresultate die notwendige Aussagekraft
rung bei den dynamischen Messungen war die Planung                   haben, ist jeder Parameter pro Geschwindigkeit mindes-
der zahlreichen Fahrten. Unterschiedliche Projektgebie-              tens sechsmal zu messen. Die Messungen fanden bei drei

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