Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache

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Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
Forschungs- und Beratungszentrum
            für Unterstützte Kommunikation
            der Universität zu Köln

Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
Ziel ist es, Kindern und Jugendliche ohne
                        oder mit geringen Deutschkenntnissen
                        einen Zugang zur Alltags- und damit zur
                        Bildungssprache zu ermöglichen – auch
                        wenn beispielweise eine (komplexe)
                        Kommunikationsbeeinträchtigung vorliegt.

                        Denn es gilt folgende Annahme:

                        DIE ALLTAGSSPRACHE IST DIE
                        GRUNDLAGE FÜR DEN ERWERB
                        DER BILDUNGSSPRACHE.
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2                                                  UNIVERSITÄT ZU KÖLN | FBZ
Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
KVDAZ-KONZEPT | DIDAKTISCHER DREISCHRITT
Das KvDaZ-Konzept ist ein alltagsintegriertes und inklusives    Deutsch als
Sprachförderkonzept für den anfänglichen Erwerb von Deutsch     Zweitsprache
als Zweitsprache und kann in heterogenen Gruppen eingesetzt
werden.
Es werden Erkenntnisse aus den Fachbereichen Unterstützte               KvDaZ
Kommunikation (UK) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
zusammengeführt.
                                                                                 Unterstützte
                                                                               Kommunikation

Grundlegend ist ein didaktischer Dreischritt: Ausgehend vom

K  ommunikationsthema bzw. Gesprächsanlass wird unter Berücksichtigung der

P ragmatischen Fähigkeiten (Sprachfunktionen) eine Auswahl aus dem

K  ernvokabular (Zielwortschatz) in den Fokus gerückt.
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Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
1 | KOMMUNIKATIONSTHEMA & GESPRÄCHSANLASS
... oder wie lernen Kinder Wörter?

Kinder lernen Wörter im sozialen Austausch und wenn sie damit eine persönliche Notwendigkeit verbinden (pragmatischer
Ansatz). Dafür eignen sich kontextnahe und bedeutsame Kommunikationsanlässe. Grammatische Regeln werden überwiegend
implizit, nämlich durch den Gebrauch der Sprache, erworben. Eine große Rolle spielen dabei die Sprachvorbilder.

Strategie:
Authentische Kommunikationsanlässe helfen den Kindern und Jugendlichen für den Erwerb neuer Wörter. Die
Kommunikationsanlässe sollten von den Alltagsthemen und Interessen der Kinder und Jugendlichen abgeleitet werden.

BILDERBÜCHER können ein Gesprächsanlass sein.
Das gemeinsame SPIELEN kann Anlass zur Kommunikation sein.
Das ERZÄHLEN VON ERLEBNISSEN kann Gesprächsanlass sein.

          kommunikativer Ansatz: 		Gibbons, P. (2002). Scaffolding Language, Scaffolding Learning. Teaching Second Language Lerners in the Mainstream Classroom, Portsmouth,
                                  NH: Heinemann.
          		Kniffka, G., Siebert-Ott, G. (2012). Deutsch als Zweitsprache. Lehren und Lernen. Paderborn: Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG.
          Spracherwerb: 		Nonn, K. (2014). Gesucht wird eine Lokomotive, die den Spracherwerb zieht: Das sozialpragmatische Spracherwerbsmodell von Michael Tomasello
                                  als theoretisches Bezugssystem für Unterstützte Kommunikation. UK & Forschung, 3, 24-46. Sonderheft in Unterstützte Kommunikation 1.
          		Tomasello, M. (2003). Constructing a language: A Usage-Based Theory of Language Acquisition. Harvard: University.
4                                                                                                                                                          UNIVERSITÄT ZU KÖLN | FBZ
Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
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Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
2 | PRAGMATISCHE FÄHIGKEITEN
... oder wozu nutzen Kinder Sprache?
Wichtig: Der Gebrauch der Sprache, d.h. die Nutzung verschiedener pragmatischer Fähigkeiten, bildet die Grundlage des
Spracherwerbs. Die Kinder und Jugendliche kombinieren die Wörter flexibel, um damit verschiedene kommunikative Absichten
auszudrücken. Diese kommunikativen Absichten sind ganz vielfältig. Eine erste Orientierung bietet die Fokuswörtertabelle von
Sachse & Willke (2020) oder der Beobachtungsbogen von Shelten-Cornish (2012).

Strategie:
Ausgehend vom Kommunikationsanlass rücken mindestens zwei pragmatische Fähigkeiten in den Fokus der
Sprachförderung, um Interaktion zu ermöglichen

                                                                                                                                                                LE:
                                                                                                                                                       BEISPIE ldigen:
                                                                                                                                                           ntschu              :
                                                                                                                                                  Sich e ausdrücken
                                                                                                                                                         s t                 r n
                                                                                                                                                  Prote isse äuße
                                                                                                                                                    e d ü rfn          ü c k e  n
                                                                                                                                                  B
                                                                                                                                                           n g a u sdr
                                                                                                                                                   Meinu

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                   prag. Fähigkeiten:   Sachse, S. K., Willke, M. (2020). Fokuswörter in der Interventionsplanung und -umsetzung. In: Boenisch, J./Sachse, S.K. (Hrsg.): Kompendium Unterstützte
                                        Kommunikation. Kohlhammer.
                                        Shelten-Cornish, S. (2012). Beobachtungsbogen für pragmatische Fähigkeiten (BFP). Online verfügbar unter
                                        http://www.sprachtherapie-sc.de/g_pragmatik.htm, zuletzt geprüft am 15.08.2018

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Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
KERNVOKABULAR | 3
                 ... oder welche Wörter sollten am Anfang in den Fokus gerückt werden?
Die Kinder und Jugendliche brauchen einen Wortschatz mit dem bedeutungsvolle Kommunikation in den verschiedenen
Alltagssituationen gelingen kann. Dafür müssen die einzelnen Wörter flexibel kombiniert werden können. Nur so können
vielfältige pragmatische Fähigkeiten ausgedrückt werden.
                                                                                                                                                BE
                                                                                                                                           Lass ISPIELE:
                                                                                                                                                   mich
Mit dem Kernvokabular rücken 200 Wörter in den Fokus der anfänglichen DaZ-                                                                 Warum          mal.
Förderung. Dieser besondere Wortschatz macht allein 80% der Alltagssprache aus                                                             Ich w denn?
                                                                                                                                         Ko       ill abe
                                                                                                                                                          r
und besteht hauptsächliche aus Funktionswörtern (u.a. Pronomen, Präpositionen).                                            Er so      Brau mm schon.
                                                                                                                                            chst
                                                                                                                                 ll das
                                                                                                                                        nicht        du .
Dadurch lässt sich das Kernvokabular flexibel kombinieren und verschiedene                                                                     mach das?
                                                                                                                                             jetzt. en, weil ic
sozialpragmatische Erfahrungen sammeln.                                                                                                                         h bin

Die Erkenntnisse zum Kernvokabular sind so zentral, da sie unabhängig von Alter, motorischen und koginitven Fähigkeiten gelten.
        Strategie:
        Der Zielwortschatz bei KvDaZ besteht überwiegend aus Kernvokabular. Vereinzelt werden themenspezifische Wörter (sog.
        Randvokabular, bestehend aus Inhaltswörtern) ergänzt. Anhand von Fokuswörtern wird der Zielwortschatz systematisch
        aufgebaut.
                                                                                                                                                              ich

           Kernvokabular:   Boenisch, J., Sachse, St. (2007). Sprachförderung von Anfang an: Zum Einsatz von Kern- und Randvokabular in der
                            frühen Förderung. In: Unterstützte Kommunikation. Die Fachzeitschrift der Gesellschaftfür Unterstützte Kommunikation e.V. (3).                h
                            Boenisch, J. (2013): Neue Ergebnisse aus der Kernvokabularforschung - Bedeutung und Relevanz für Förderung und Therapie in der             auc
                            UK-Praxis. In: Hallbauer, A. / Hallbauer, T. / Hüning-Meier, M. (Hrsg.): UK kreativ! Wege in der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe:
                            von Loeper, S. 17-34

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Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
8   UNIVERSITÄT ZU KÖLN | FBZ
Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
DAS KÖLNER VOKABULAR

Das Kernvokabular als Zielwortschatz wird auf verschiedenen symbolbasierten
Kommunikationsmaterialien (Kölner Kommunikationsmaterialien © Boenisch/Sachse) angeboten.
Dies hat zum Vorteil, dass ...
    das Kernvokabular nach Wortarten sortiert ist. Die farbliche Kodierung erfolgt nach
     Maria Montessori.
    die Wortarten in Leserichtung angeordnet sind (von links nach rechts).
    durch die Verwendung von Metacom-Symbolen (© Annette Kitzinger) keine
     schriftsprachlichen Fähigkeiten vorhanden sein müssen.
    schnelle Kommunikationserfolge durch das Zeigen und/oder Kletten der Symbole
     möglich werden.
Die Vokabularauswahl und -anordnung wird als Kölner Vokabular bezeichnet.

    Strategie:
    So kann Kommunikation mit Unterstützung der Kölner Kommunikationsmaterialien stattfinden, indem man modelt und implizit
    auf entsprechende Symbole zeigt oder explizit Symbole in die Mitte der Materialien klettet und zusätzlich Visualisiert.

           Kölner Vokabular:   Sachse, S. K., Wagter, J., Schmidt, L. (2013). Das Kölner Vokabular und die Übertragung auf eine elektronische Kommunikationshilfe. In: Angela Hallbauer,
                               Thomas Hallbauer und Monika Hüning-Meier (Hg.): Uk Kreativ. Wege in der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe: von Loeper Literaturverlag, S.
                               35–53.
           Homepages:          https://www.fbz-uk.uni-koeln.de/materialien/kernvokabular-materialien

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Fokus auf Kernvokabular bei Deutsch als Zweitsprache
EXKURS | DAS POTENTIAL DES KÖLNER VOKABULARS – MEHRSPRACHIGKEIT
DaZ-Förderung bedeutet auch die Herkunftssprachen der Kinder anzuerkennen, wertzuschätzen und in die Fördersituation mit ein-
zubeziehen. Neben der Förderung von DaZ geht es also auch darum, die Mehrsprachigkeit in der Gruppe zu berücksichtigen.
Bilinguale Kommunikationsmaterialien, die einen schnellen Wechsel zwischen den verschiedenen Sprachen ermöglichen, bieten
einen schnellen Zugang zu den Sprachen. Mit dem ins Englische, Arabische und Schwedische übertragene Kölner Vokabular wird
beispielhaft gezeigt, wie bilinguale Kommunikationsmaterialien gestaltet werden können.
Der sprachspezifische Aufbau der jeweiligen Kommunikationsmaterialien unterstützt die
Entwicklung von Sprachbewusstheit (Language Awareness). Darüber hinaus können diese Materialien zum kontrastiven
Sprachvergleich eingesetzt werden.

Bilingualer Kommunikationsordner: englisch - deutsch © FBZ UK
10                                                                                                       UNIVERSITÄT ZU KÖLN | FBZ
KONTRASTIVER SPRACHVERGLEICH

   wir    können        Fußball     spielen   we   can   play    football

Metacom-Wandtafel (A0) - deutsch                                      Metacom-Wandtafel (A0) - englisch

                                              Vi   kan   spela   fotboll

Metacom-Wandtafel (A0) - arabisch                                Metacom-Wandtafel (A0) - schwedisch
                                                                                                     11
DIE KÖLNER KOMMUNIKATIONSMATERIALIEN

Das Kölner Vokabular wird in verschiedenen Formaten angeboten.
Die Metacom-Wandtafel (A0) umfasst 200 Felder und uvisualisiert damit den Großteil des KvDaZ-Zielwortschatzes.
Der Einsatz der Tafel ermöglicht ein multisensorisches (Sehen, Hören, Zeigen/Greifen) Lernen der Sprache.

Das im KvDaZ-Randvokabularordner zur Verfügung gestellte themenspezifische Vokabular dient der Wortschatzerweiterung und
kann ergänzend zur Metacom-Wandtafel (A0) eingesetzt werden. Es werden in 28 Kategorien ca. 560 Wörter zur Verfügung
gestellt. Die Auswahl orientiert sich dabei an gängigen DaZ-Lehrwerken sowie der elektronischen Kommunikationshilfe MyCore.

Der Metacom-Kommunikationsordner mit 435 Feldern, die Metacom-Kommunikationstafel (A3) mit 140 Feldern und das KvDaZ-
Tischset können als individuelles Kommunikationsmaterial eingesetzt werden. Dabei kann der Wortschatz (außer beim KvDaZ-
Tischset) individuell mit Randvokabular erweitert werden, sofern die Boardmaker Software und die Metacom Symbolsammlung
vorliegen.

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Metacom-Wandtafel mit KvDaZ-Randvokabularordner © FBZ UK   Metacom-Kommunikationordner © FBZ UK

Metacom-Kommunikationstafel (140 Felder) © FBZ UK          KvDaZ-Tischset © FBZ UK                13
UMSETZUNGSSTRATEGIEN
... oder wie kann die Arbeit mit dem KvDaZ-Konzept gelingen?
In 12 Umsetzungsstrategien zur KvDaZ-Sprachförderung sind sowohl Strategien zur Gestaltung förderlicher Rahmenbedinungen,
als auch zu sprachförderlichen Verhaltensweisen enthalten. Diese orientieren sich an UK- und DaZ-Prinzipien.

Es geht beispielsweise darum ...
    das Zielvokabular bewusst wahrzunehmen.
    authentische Kommunikationsanlässe mit Fokus auf Kernvokabular zu schaffen.
    Sprachvorbild zu sein.
    eine systematische Wortschatzauswahl zu treffen.
    alle Kommunikationsversuche wertzuschätzen.
    Routinen zu nutzen.
                                                                                                                                                        ?

           Broschüre:         https://www.fbz-uk.uni-koeln.de/fileadmin/images/1-Daz/2020_-_12_Strategien_zur_Umsetzung_des_KvDaZ-Konzepts.pdf
           Poster:            https://www.fbz-uk.uni-koeln.de/fileadmin/images/1-Daz/KvDaZ_Poster_12Strategien_V3_DOWNLOAD.pdf

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DIDAKTISCHE MATERIALIEN
                                                       ... oder welche Materialien können dabei unterstützen?
Im KVDAZ-HEFT: BÜCHER wird anhand 10 ausgewählter (Bilder-)Bücher gezeigt, wie diese entsprechend des didaktischen Dreischritts von KvDaZ eingesetzt
werden können. Dafür werden vier Möglichkeiten aufgezeigt:
1.		   Kommunikationsthema mit pragmatischen Fähigkeiten
		     Jedes Bilderbuch behandelt mindestens ein Kommunikationsthema aus dem Alltag der Kinder und Jugendliche. Dieses wird benannt (z.B. Streit,
		     Kranksein, Fußball, Freundschaft) und entsprechend werden mind. zwei pragmatische Fähigkeiten (Sprachhandlungen) festgelegt, die zentral im
		     Kontext des Kommunikationsthemas sein können. Bspw. WARTEN ist ein wiederkehrendes Thema im Alltag der Kinder und Jugendlichen. Beim Warten
		     ist es wichtig Fragen stellen zu können, auf Fragen antworten zu können oder verhandeln zu können.
2.		 Fokuswörter
		 Es werden 5-6 Foksuwörter aus dem Zielvokabular festgelegt. Diese werden verstärkt lautsprachlich und mit den KKM während des dialogischen
		 Lesens genutzt. So können Wörter aus dem Kernvokabular hilfreich sein, um beispielhafte sozialpragmatische Erfahrungen während des Wartens zu
		sammeln: WAS WOLLEN die Tiere?, Die Tiere WOLLEN NICHT WARTEN., AUCH NICHT WARTEN., Ich WILL AUCH WAS. NICHT so WARTEN. MACH WAs
		du WILLST. (FOKUSWÖRTER)
3.		   Bearbeitung des Inhalts
		     Es werden Fragen und Aufgaben in zwei Differenzierungsstufen zum Inhalt des Buches angeboten, die spezifische pragmatische Fähigkeiten
		     berücksichtigen. Hier beispielhaft an 5 pragmatischen Fähigkeiten, vor allem Diskursfähigkeiten, gezeigt, z.B.: „Warum stehen die Tiere an?“,
		     „Beschreibe ein großes Tier im Buch.“
4.		 Handlungsorientierte Angebote
		 Die Inhalte des Buches werden durch handlungsorientierte Angebote vertieft und damit in neue kommunikative Situationen eingebettet, z.B. ein
		 Hörbuch aufnehmen, eine Reihe bilden.

               dialogisches Lesen:			       Kappeler Suter, S., Plangger, N., Jakob, B. (2017): Leitfaden Dialogisches Lesen. Verfügbar unter: https://www.sikjm.ch/medias/sikjm/
               			                          weiterbildung/lehrgaenge/dialogisches-lesen-leitfaden2017.pdf.
               Bücherliste:			              https://www.fbz-uk.uni-koeln.de/fileadmin/images/1-Daz/_Bilder_Buecherliste_KvDaZ_030719.pdf

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DIDAKTISCHE MATERIALIEN
... oder welche Materialien können dabei unterstützen?
Im KvDaZ-Karteikasten wird verdeutlicht, wie das KvDaZ-Konzept systematisch über mehrere Wochen angewendet werden kann.

Anhand von 12 Kommunikationsthemen werden passende Gesprächsanlässe mit entsprechenden pragmatischen Fähigkeiten und
Fokuswörtern aus dem Zielvokabular festgelegt. Dabei erfolgt der Wortschatzaufbau systematisch. Zu einem Gesprächsanlass
passend werden handlungsorientierte Aktivitäten vorgeschlagen. Während der Aktivitäten wird nicht nur der Fokus auf den
mündlichen Gebrauch der deutschen Sprache gelegt, sondern auch die Literacy-Fähigkeiten (erweiterter Schriftspracherwerb) der
Kinder und Jugendlichen unterstützt.

Zudem wird ein Vorschlag gemacht, wie diese handlungsorientierten Aktivitäten in eine Sprachfördersituation eingebettet werden
können. Dabei werden Situationen der Begrüßung und Verabschiedung sowie feste Lesezeiten berücksichtigt.

Mit dem KvDaZ-Karteikasten steht ein umfassendes didaktisches Material zur Verfügung, um den anfänglichen DaZ-Erwerb
systematisch zu begleiten.

          Emergent literacy: Teale W., & Sulzby, E. (1986). Emergent Literacy: Writing and Reading. Nordwood, NJ: Ablex.
          		Sachse, S. K. (im Druck): Stufenmodelle des Schriftspracherwerbs und ein Emergent Literacy-Modell. Orientierungshilfen für den Deutschunterricht mit
                             Kindern und Jugendlichen ohne Lautsprache. In: uk & Forschung, 10.

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ÜBERBLICK
... oder was bietet mir KvDaZ alles?
Das Einsteiger-Paket                        Das Standard-Paket
 Metacom-Wandtafel (A0) mit dem             Metacom-Wandtafel (A0) mit dem
  Kernvokabular des Kommunikationsordners     Kernvokabular des Kommunikationsordners
  mit Klettsymbolen                           mit Klettsymbolen
 KvDaZ – Randvokabularordner Teil 1         KvDaZ – Randvokabularordner Teil 1 und 2
 Metacom-Kommunikationsordner mit           Metacom-Kommunikationsordner mit
  Beispielinnenseiten                         Beispielinnenseiten
 Metacom-Kommunikationstafel (A3) mit       Metacom-Kommunikationstafel (A3) mit
  140 Feldern                                 140 Feldern
 KvDaZ – Tischset                           Klarsichttasche, selbstklebend
 KvDaZ – Heft: Bücher                       KvDaZ – Tischset
 Spielesammlung 1: Der Elefant              KvDaZ – Heft: Bücher
                                             Spielesammlung 1: der Elefant
                                             Metacom Klettsymbole für Spielesammlung 1
                 + KvDaZ- n                   (Elefant)
                          te
                Karteikas
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„Wir reflektieren fortlaufend
                                               und anders als zuvor
                                                 unsere Sprache.“

                                         „Wir revolutionieren unseren
                                             Deutschunterricht!
 „Mit dem KvDaZ-Konzept hat sich der      Die Begeisterung ist da!“
       Wortschatz der deutschen
Sprache enorm erweitert. Dadurch wurde
          das Gruppengefühl
bestärkt und das Selbstbewusstsein der
          Kinder gesteigert.“

                                                                           21
Das KvDaZ-Konzept stellt den Gebrauchen der Sprache in den Mittelpunkt. Die symbolhafte Darstellung der Wörter erleichtert den Zugang zur Sprache. So kann eine schnelle
Teilhabe im Alltag der Kinder und Jugendlichen gelingen.
In Kombination mit weiteren Strategien zur Gestaltung förderlicher Rahmenbedingungen und sprachförderlichen Verhaltensweisen steht ein Gesamtpaket zur Verfügung, das
frühzeitig in heterogenen Gruppen eingesetzt werden kann und eine systematische DaZ-Förderung von Anfang an ermöglicht.

Ausgewählte Veröffentlichungen zur Vertiefung
Fretter, D., Lingk, L. & Heitmann, L. (2020): Unterstützte Kommunikation und Deutsch als Zweitsprache am Beispiel des KvDaZ-Konzepts. In: Unterstützte Kommunikation
(1/2020), 23-29.

Heitmann, L., Fretter D. & Lingk, L. (2019): Deutsch lernen mit Kernvokabular. In: zmi-magazin (Dez/2019), 22-23.

Lingk, L., Fretter, D. & Heitmann, L. (2019): Kernvokabular im anfänglichen Erwerb von Deutsch als Zweitsprache. In: Lernen konkret. Migrationsspezifische Aspekte für den
FgE. (3), 18-21.

Boenisch, J., Lingk, L., Fretter, D., Heitmann, L. (2018): Kernvokabular trifft DaZ. Neukonzeption eines inklusiven didaktischen Sprachförderkonzeptes auf Kernvokabularbasis
für Flüchtlingskinder mit Deutsch als Zweitsprache. Zwischenbericht zum Projekt. Online unter: https://www.fbz-uk.uni-koeln.de/projekte/kvdaz-projekt

 WEITERE INFORMATIONEN UND FORTBILDUNGSTERMINE UNTER                                            IMPRESSUM:
                                                                                                HERAUSGEBER: Forschungs- und Beratungszentrum
 www.fbz-uk.uni-koeln.de/projekte/kvdaz-konzept                                                 für Unterstützte Kommunikation
                                                                                                REDAKTION: Lena Lingk, Dagmar Fretter
 www.fbz-uk.uni-koeln.de/projekte/kvdaz-projekt                                                 STAND: Oktober 2020
                                                                                                METACOM Symbole © Annette Kitzinger 2000 - 2020
 www.shop.fbz-koeln.de/kvdaz/                                                                   gefördert durch:
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