Grenzenlos digital!? Leitthema 2020 2023 - 2020 Lernen im digitalen Zeitalter 2021 Gesund, vital, digital? 2022 Frauen in der digitalisierten ...
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Leitthema 2020 - 2023
Grenzenlos
digital!?
2020 Lernen im digitalen Zeitalter
2021 Gesund, vital, digital?
2022 Frauen in der digitalisierten Arbeitswelt
2023 Total digital! Total menschlich?
Arbeitshilfe 2Inhalt
Seiten
Grußwort 3
Die Chancen in der Prävention durch Gesundheits-Apps 4
Was sind Gesundheits-Apps? 4
Interessante Apps - diese Apps sollten Sie unbedingt kennen! 5
Fitnessarmbänder 8
Alltagserleichterungen 9
Hörgeräte 9
Hausnotruf 9
Smart Home 10
Altersgerechte Musterwohnungen 11
Pflegeroboter 12
Digitalisierung im ärztlichen Umfeld 14
Hausarztversorgung in Baden-Württemberg allgemein 14
Telemedizin - was ist das? 14
Telemedizinische Methoden in der Gesundheitsversorgung
am Beispiel von „docdirekt“ 15
Das E-Rezept oder „GERDA“ 16
„Ohne-Arzt-Praxis“ 16
Elektronische Patientenakte oder Gesundheitsakte 17
Literaturtipps 19
Filmtipps 20
Vorschläge für die Bildungsarbeit 23
Linktipps 24
Impressum
Bildungs- und Sozialwerk
des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden e.V.
Olgastraße 83
70182 Stuttgart
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
2Grußwort
Liebe Ortsvorsitzende,
liebe Vorsitzendenteams,
liebe Vorstandsmitglieder,
das erste Jahresthema des Leitthemas „Grenzenlos digital!?“ richtete sich auf das Lernen im digitalen Zeital-
ter. Mit Online-Seminaren und Videotelefonie wurde begonnen und viele sammelten erste Erfahrungen.
In dem zweiten Jahresthema „Gesund, digital, vital!?“ stellen wir Ihnen vor, wie die Digitalisierung bereits
jetzt und in unserem zukünftigen Leben das Gesundheitsverhalten und die Gesundheitsversorgung beein-
flusst.
Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie hilfreich Digitalisierung sein kann. Der Redaktionsschluss der
zweiten Arbeitshilfe zum Leitthema fällt mit dem Start der Corona Warn App zusammen. Die App hilft da-
bei, festzustellen, ob wir in Kontakt mit einer infizierten Person geraten sind und daraus ein Ansteckungs-
risiko entstehen kann. Eines kann bereits festgehalten werden: je mehr Menschen die App nutzen, desto
wertvoller wird sie für den Einzelnen. Die aktuellen Entwicklungen bei COVID-19 zeigen einen erheblichen
Nachholbedarf in der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig bietet der Markt bereits Lö-
sungen für den Patienten oder den Arzt sowie allen an der Gesundheitsversorgung Beteiligten. Das E-Re-
zept löst die Zettelwirtschaft ab, die Online Videosprechstunde schützt nicht nur das Praxisteam und Patien-
ten vor Ansteckung, es spart Wege und Präsenz beim Arzt und digitale Dokumentationssysteme erleichtern
den administrativen Aufwand in Praxis und Krankenhaus. Gesundheits-Apps unterstützen gesundheitsbe-
wusstes Verhalten.
Drei große Bereiche werden in der Arbeitshilfe „Gesund, vital, digital?“ beleuchtet. Zunächst wird das The-
ma Prävention aufgegriffen. Die Hauptfrage ist, in welchen Bereichen und wie können uns Apps helfen?
Im zweiten Teil liegt der Fokus auf dem Thema Alltag und Digitalisierung. Das Thema Digitalisierung im
ärztlichen Umfeld im dritten Teil geht der Frage nach, wo Deutschland steht und welche Entwicklungen es
bereits gibt?
Die Arbeitshilfe enthält zahlreiche Ideen und Anregungen für Ihre Bildungsarbeit. Greifen Sie diese für Ihre
Ortsvereine auf. Blicken wir mit Neugier und Zuversicht auf das Kommende.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß und gutes Gelingen bei der Umsetzung.
Ihre
Marie-Luise Linckh Dr. Beate Krieg
Präsidentin Geschäftsführerin
Sonja Winkler Aylin Bergemann
Vorsitzende Arbeitskreis Gesundheit und Bewegung Geschäftsführerin Arbeitskreis Gesundheit und Bewegung
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
3Die Chancen in der Prävention durch Gesundheits-Apps
Was sind Gesundheits-Apps?
Gesundheits-Apps liegen voll im Trend. Mehr als des Bereichs mobile Gesundheit (mHealth) werden
100.000 solcher Smartphone-Programme sind der- kontinuierliche Anpassungen und Erweiterungen
zeit am Markt erhältlich. Aber welche App ist für nötig sein. Medizinische Apps oder auch digitale
was geeignet und passt zu wem? Gesundheitsanwendungen kurz DiGA sind laut
Grundsätzlich unterteilt die Verbraucherzentrale Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Infor-
Bundesverband e.V. die Gesundheits-Apps in drei mationstechnik (VDE) Medizinprodukte niedriger
Kategorien: Risikoklasse, deren Hauptfunktion wesentlich auf
digitalen Technologien beruht. Die Medizinpro-
1. „Lifestyle“ oder „Wellness“-Apps dukte müssen dazu bestimmt sein, Krankheiten zu
erkennen, zu überwachen, zu behandeln oder zu
Persönliche Fitness-Trainer, Ernährungs- und Bewe-
lindern bzw. Verletzungen oder Behinderungen zu
gungs-Apps helfen dabei, das gesundheitsbewusste
erkennen, zu behandeln, zu lindern oder zu kom-
Verhalten zu unterstützen.
pensieren.
2. Service-orientierte Apps (Quelle: https://meso.vde.com/de/digitale-gesund-
Sie erinnern an die Einnahme von Medikamenten, heitsanwendungen-diga-apps-auf-rezept/)
überwachen den Impfstatus, erinnern an Früher-
kennungsuntersuchungen, bieten die Möglichkeit,
Arzttermine zu vereinbaren oder dienen als Ta-
gebuch der Symptom- oder Verlaufskontrolle bei
einer Erkrankung.
Immer mehr Krankenkassen bieten ihren Mit-
gliedern als Serviceangebot eigene Krankenkas-
sen-Apps an, die die Online-Kommunikation mit
der Krankenkasse erleichtern, bei der Suche nach
einem Arzt helfen oder mit deren Hilfe Gesund-
heitsdaten verwaltet werden können.
3. Medizinische Apps
Diese dienen der Diagnose und / oder Therapie ei-
ner Erkrankung, wie z. B. der Auswertung von Blut-
zuckerwerten.
Medizinische Apps sollten als Medizinprodukt zu-
gelassen und mit dem CE-Kennzeichen versehen
sein. Das CE-Kennzeichen sagt allerdings nichts
über den gesundheitlichen Nutzen aus. Aufgrund
von gesetzlichen Bestimmungen gelten nun mehr
Apps als Medizinprodukt und müssen dann auch
die höheren Anforderungen erfüllen.
Die Differenzierung wird dann relevant, wenn eine
App die Grenze von der unterstützenden „Well-
ness“-App zu einem Medizinprodukt überschreitet
mit allen darauffolgenden Konsequenzen für die
Beteiligten. Aufgrund der rapiden Entwicklungen
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
4„Lifestyle“ oder „Wellness“-Apps Service-orientierte und medizinische Apps
Einsatz Prävention: Vermeidung oder Milderung Versorgung mit medizinischen, pflegeri-
von Krankheiten und deren Folgen schen oder sonstigen Leistungen
Ziel Gesundheitsförderung = Stärkung der Gesundheit
Differenzierung mHealth (mobile Gesundheit) kann auch Medizin und Heilkunde
als Gesundheitsversorgung verstanden Anwendungen, bei denen es speziell um
werden. die Feststellung, Heilung oder Linderung
Es ist ein expandierendes Feld der Ge- von Krankheiten, Leiden und Körperschä-
sundheitsversorgung, welches sich stetig den geht.
und schnell wandelt. Wird durch Mobil- Sollen ab 2020 rezeptpflichtig sein, Voraus-
geräte z. B. Smartphone unterstützt. setzungen:
Sind über die jeweiligen App-Stores der - die App ist vom Bundesinstitut für Arznei-
Handyanbieter zu erhalten. mittel und Medizinprodukte (BfArM) auf
Datensicherheit, Datenschutz und Funktio-
nalität geprüft worden.
- der behandelnde Arzt hat eine zugelasse-
ne Gesundheits- oder Medizin-App verord-
net.
- eine begründete Diagnose liegt vor.
Beispiele diverse Wellness-Apps von den Kranken- Diabetikerunterstützung bei der Blut-
kassen oder privaten Anbietern zuckerüberwachung,
z. B. AOK „Lebe Balance“ - Achtsam- Herzkranke überwachen ihren Gesundheits-
keitsschulung zustand
Kosten verschiedene Modelle können ab 2020 rezeptpflichtig sein, wer-
kostenlos oder kostenpflichtig den dann von den Krankenkassen über-
nommen
Interessante Apps – diese Apps sollten Sie unbedingt
kennen!
callmyApo Kindernotfall-App der Barmer
Die deutsche Apotheken-App. https://www.barmer.de/unsere-leistungen/apps-
https://www.apotheken.de skills/kindernotfall-app
Mit dieser App können Medikamente von überall Die Kindernotfall-App ist eine Erste-Hilfe-App für
und rund um die Uhr vorbestellt werden. Die Be- junge Eltern, Großeltern und alle, die mit Kindern
stellung geht direkt an die lokale Apotheke. So zu tun haben, um im Notfall richtig zu handeln. Sie
sollen Wartezeiten oder doppelte Wege vermie- enthält Informationen zu Erste-Hilfe-Maßnahmen,
den werden. Die App erinnert an die regelmäßige sodass Sie bei einer Bagatellverletzung, bei einer
Einnahme der Medikamente und warnt bei auf- plötzlichen Erkrankung oder in einer lebensbe-
tretenden Wechselwirkungen zwischen den Arznei- drohlichen Situation zuvor Erlerntes richtig anwen-
mitteln. Ein weiterer Vorteil ist, dass die App den den können. Denn ohne praktisches Wissen hilft
Vorrat überwacht und rechtzeitig daran erinnert, die App nicht. Es empfiehlt sich immer, im Vorfeld
wenn ein Folgerezept nötig ist. einen „Erste-Hilfe-am-Kind-Kurs“ zu besuchen, in
Bitte fragen Sie auch Ihren Apotheker bzw. in Ihrer dem man Theorie und Praxis erlernt.
ortsansässigen Apotheke nach. Die Kindernotfall-App wurde von den Johannitern
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
5entwickelt. Sie basiert auf nationalen und inter- 116117 - die Nummer mit den Elfen
nationalen Richtlinien sowie den umfangreichen https://www.116117.de/de/index.php
Informationen, die in den bundesweit stattfinden-
den „Erste Hilfe am Kind-Kursen“ der Johanniter Telefonisch unter der Nummer 116117 kann sich
praktisch vor Ort vermittelt werden. der Patient bei akuten Beschwerden außerhalb der
Sprechstunde an den ärztlichen Bereitschaftsdienst
wenden. Dieser vermittelt die Adresse der nächst-
Migräne-App der Techniker gelegenen Bereitschaftspraxis oder schickt bei me-
https://www.tk.de/techniker/magazin/digitale-ge- dizinischer Notwendigkeit einen Arzt vorbei. Dieser
sundheit/apps/migraene-app-2025392 Service ist nun auch als App verfügbar.
Mithilfe der App können Migräne-Patienten selbst
aktiv vorbeugen: sie pflegen ein digitales Kopf-
schmerztagebuch und notieren Attacken, die damit
verbundenen Aktivitäten sowie eingenommene
Medikamente. Auslösefaktoren wie beispielsweise
Wetterdaten werden automatisch von der App
hinzugefügt, um Zusammenhänge sichtbar zu
machen. Darüber hinaus bietet die App Behand-
lungsmöglichkeiten wie Übungen zur progressiven © Deutsche Telekom / SAP
Muskelentspannung an.
Die Corona-Warn-App
AOK-App: „Abnehmen mit Genuss“ Seit dem 16. Juni 2020 steht die App für Nutzer in
https://www.aok.de/pk/plus/inhalt/die-app-zu-ab- Deutschland zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe sollen
nehmen-mit-genuss-3/ Personen, die Kontakt zu COVID-19-Infizierten hat-
Die AOK-App zum Programm „Abnehmen mit Ge- ten, frühzeitig und genauer über das Risiko einer
nuss“ macht das Abnehmen mit vielen nützlichen Ansteckung informiert werden. Via Bluetooth wer-
Funktionen noch leichter. den zufällig erzeugte Krypto-Schlüssel zwischen
sich nahegekommenen Smartphones ausgetauscht.
Sie bietet Rezepte, Nährwertinformationen, den Die Daten werden dezentral verarbeitet, eine
digitalen Tagesteller, einen Schrittzähler und ein Ortsinformation wird durch das System nicht erho-
Postfach für den direkten Austausch mit Experten. ben. Sie kann in den App Stores kostenlos herun-
Außerdem zeigt sie jederzeit, wie es um Gewicht, tergeladen werden und die Benutzung beruht auf
Essen, Trinken und Bewegung bestellt ist. Wichtiger Freiwilligkeit.
Hinweis: Die App kann nur von Teilnehmern des
AOK-Programms „Abnehmen mit Genuss“ genutzt https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/
werden. Weitere Informationen unter www.abneh- corona-warn-app
men-mit-genuss.de
App „AOK Gesund Einkaufen“ Sie möchten noch mehr zu
Ihren Gesundheits-Apps
Die App „AOK Gesund Einkaufen“ hilft, typische
Zucker-, Salz- und Fettfallen bereits beim Einkauf erfahren?
zu entdecken und unterstützt so, sich gesund zu „HealthOn“ ist die größte
ernähren. unabhängige Informations- und
Bereits beim Einkauf können einzelne Lebensmittel Bewertungsplattform für Gesund-
eingescannt werden. Die App verrät, wie viel Zu- heits- und Medizin-Apps in Deutschland.
cker, Salz oder Fett in den Produkten steckt. Eine Mehr als 1.000 sogenannte Health-Apps für
Ampelkennzeichnung hilft dabei, einzelne Produk- Verbraucher und Patienten sind hier zu finden.
te miteinander zu vergleichen und sich so für die http://www.healthon.de
jeweils bessere Alternative zu entscheiden. Weitere Es besteht die Möglichkeit, mit einem Standard
Funktionen wie ein Lebensmittel-Lexikon, Tipps zur Account die Plattform zu testen. Um alle Apps
Zubereitung und ein Würfelzucker-Rechner berei- zum gesuchten Stichwort einsehen zu können
chern die App. und für detailliertere Informationen kann eine
kostenpflichtige Nutzung aktiviert werden.
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
6Vorschläge für die wieder als teure Kostenfallen. Zwar schützt die
Bildungsarbeit Button-Lösung, bei der ein kostenpflichtiger
Kauf im Internet eindeutig gekennzeichnet
Vortrag: „Gesünder mit werden muss, Verbraucher vor ungewollten Ver-
Apps?“ tragsabschlüssen, doch Abzocker finden ständig
neue Methoden, um an Geld und an Daten zu
Gesundheitsbezogene Apps reichen von
kommen.
einfachen Fitness- und Wellness-Anwendungen
im Bereich Gesundheitsförderung und Präven- https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/bil-
tion bis hin zu komplexen Programmen zur dung-bw/vortragsangebot-12737
Diagnostik und Therapie. Sie alle versprechen Der Vortrag der Verbraucherzentrale Ba-
ein gesünderes Leben. Wie hilfreich und sinnvoll den-Württemberg informiert über aktuelle
sind einzelne Apps oder wie risikobehaftet sind Maschen und gibt nützliche Tipps für einen si-
sie? cheren Umgang mit dem Internet. Zielgruppe:
Aylin Bergemann, Bildungsreferentin Gesund- ältere Jugendliche, Erwachsene
heit und Bewegung des Bildungs- und Sozial- Vorträge buchen unter E-Mail: info@vz-bw.de
werkes des LandFrauenverbandes Württem- Tel.: 0711-669110
berg-Baden e. V., Olgastr. 83, 70182 Stuttgart. Es gilt die Vereinbarung mit der Verbraucher-
Tel.: 0711-248927-23, zentrale, dass nur Fahrtkosten erstattet werden
E-Mail: bergemann@landfrauen-bw.de müssen. Bei einzelnen Vorträgen kann der Be-
trag abweichen, beispielsweise für Materialkos-
Hilfe, Infoflut! Was tut mir gut? ten.
Mit den vielfältigen Möglichkeiten der digitalen
Vernetzung stellen wir uns vor neue Herausfor-
derungen, die eigene Gesundheit zu schützen. Allgemeiner Umgang mit Apps
Welche Auswirkungen hat der Medienkonsum Alle Seniorentechnikbotschafterinnen des Lan-
aus neurowissenschaftlicher Sicht? Welche Stra- desverbandes, Adressen finden Sie in der ersten
tegien können helfen, auf unsere seelische und Arbeitshilfe.
körperliche Gesundheit zu achten? Wie finde ich
für mich den richtigen Weg zum Umgang mit
der alltäglichen Informationsflut?
Doris Drotleff, Seniorenbotschafterin für neue
Medien, 74226 Nordheim, Tel.: 07133-961616,
E-Mail: drotleff.doris@web.de
Vortrag: „Sicher im Internet“
Das Internet ist aus dem täglichen Leben nicht
mehr wegzudenken. Einkauf, Bankgeschäfte,
Kontaktpflege und Informationsbeschaffung
lassen sich bequem im Netz erledigen. Doch
im Internet lauern auch Gefahren. Ein falscher
Klick, ein unbedachter Download und schon
haben Viren und Trojaner den Rechner befallen.
Nutzer werden so ausspioniert oder sogar durch
Verschlüsselungstrojaner erpresst. Aber auch mit
Phishing-Mails wollen Kriminelle Zugangsdaten
ergattern. Vermeintlich kostenlose oder güns-
tige Angebote im Internet erweisen sich immer
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
7Fitnessarmbänder
Sie sollen uns zu einem gesünderen Lebensstil TIPP:
animieren und liegen derzeit voll im Trend: Fit- Einige Krankenkassen bezuschussen die Anschaf-
nessarmbänder, Fitnesstracker oder auch Smart- fung von Fitnessarmbändern oder Fitnesstrackern.
watches. Sie sehen aus wie klassische Armband- Der bloße Kauf führt aber noch nicht zu einem ge-
uhren, sind aber längst mehr als Schrittzähler. Sie sunden Lebensstil. So ist der Zuschuss bei manchen
fungieren als Pulsmesser, zeichnen die Herzfre- Krankenkassen an klare Regeln gebunden, die von
quenz auf, überwachen das Gewicht, den Kalorien- Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich
verbrauch und zeichnen sogar Schlafgewohnheiten sind. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer örtlichen
auf. Geeignet sind sie für Menschen, die sich mehr Krankenkasse.
bewegen und ihr gesundheitliches Verhalten ver-
bessern wollen; für Freizeitsportler, die ihre Trai-
ningszeiten kontrollieren und analysieren wollen Lauftreffs
und auch für Menschen, die ihr gesundheitliches
Verhalten zwingend verändern müssen wie z. B. Sie möchten mir Ihren Land-
nach einem Herzinfarkt, zur Gewichtsreduktion Frauen an einem Lauftreff
oder bei einer Depression. teilnehmen, wissen aber
nicht, wo das nächste Treffen
stattfindet?
„Wearables“ – die Vermes- Laufevents in Ihrer Nähe finden Sie
sung des Selbst unter:
Fitnesstracker gehören zu den https://www.runnersworld.de/laufkalender/
sogenannten „Wearables“. http://www.lauftreff.de/laeufe/laufkalender.
Dabei handelt es sich um elek- html
tronische Geräte, die durch Kör-
perkontakt Informationen liefern, die https://www.hdsports.de/strassenlauf/laufkalen-
den Träger in sämtlichen Lebensbereichen der-baden-wuerttemberg-alle-lauftermine
unterstützen sollen. „Wearables“ gibt es als https://www.wlv-sport.de/home/breitensport/
Armbänder, Uhren, Brillen oder Anhänger – und laufveranstaltungen/veranstaltungstermine
täglich werden es mehr. Neben dem Sport- und
Gesundheitssektor durchdringen die tragbaren
Mini- Computer schon heute auch den Arbeits-
und Unterhaltungsbereich. Mit einer Smart- Vorschläge für die
watch beispielsweise ist das Handy zwar nicht Bildungsarbeit
überflüssig, kann aber immerhin in der Tasche
bleiben: Über eine Bluetooth-Verbindung Vortrag: Wissenswertes
nämlich kann die smarte Uhr mit dem Telefon rund um Fitnessarmbänder
kommunizieren und ermöglicht die Steuerung
verschiedenster Apps direkt über das Display. Fitnessarmbänder kommen immer mehr
(Quelle: www.vde.com) in Mode. In diesem Vortrag erfahren Sie, was
eigentlich Fitnessarmbänder sind. Über welche
Funktionen sie verfügen, für wen sie geeignet
sind und was Sie beim Kauf beachten sollten?
Bitte bringen Sie falls vorhanden ihre eigene
Fitnessarmbanduhr mit.
Hannelore Rübenacker, Tel.: 07251-3222515,
E-Mail: hanne.ruebenacker@gmx.net
Für den Landkreis Karlsruhe, den Enzkreis und
den Rhein-Neckar-Kreis.
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
8Alltagserleichterungen
Hörgeräte Hausnotruf
Schwerhörigkeit ist eine Einschränkung des Hörver- Ein Hausnotruf eignet sich besonders für Men-
mögens. Sie kann sowohl eine Alterserscheinung schen, die allein leben und sich bei Unfällen und
als auch Folge einer Erkrankung oder übermäßiger Stürzen im eigenen Zuhause absichern wollen. Ein
Lärmbelastung sein. Menschen mit beginnender Notrufgerät gibt älteren Menschen und ihren Fa-
Schwerhörigkeit können oft einem Einzelgespräch milien ein sicheres Gefühl, dass im Ernstfall Hilfe
noch gut folgen. In größeren Gesellschaften oder kommt. Durch die schnelle und unkomplizierte
bei starker Hintergrundkulisse, wie z.B. bei einem Möglichkeit, im Notfall und rund um die Uhr Hilfe
Restaurantbesuch, haben sie jedoch Probleme, sich zu alarmieren, gewinnen Senioren und ihre Ange-
an einer Konversation zu beteiligen. Diesem kann hörigen damit wertvolle Lebensqualität zurück.
durch eine Hörhilfe frühzeitig entgegengewirkt Die Pflegekasse übernimmt bei Pflegebedürftigkeit
werden. die monatlichen Kosten für die Grundleistungen.
Digitale Hörgeräte gleichen einem kleinen Compu- Umfangreichen Service müssen die Pflegebedürfti-
ter und sind den analogen Geräten in vielen Punk- gen selbst tragen.
ten überlegen. Sie können sich an die Klang- Der Hausnotruf ist nur von zu Hause aus möglich.
umgebung anpassen, die Hintergrundgeräusche re- Von unterwegs kann der mobile Notruf angewandt
duzieren und so das Klangerlebnis verstärken. werden.
Mobiler Notruf
Einige Anbieter von Hausnotruf-Diensten bieten
Vorschläge für die den mobilen Notruf als Zusatzleistung zum Haus-
Bildungsarbeit notruf an, andere haben sich ausschließlich auf den
mobilen Notruf oder Ortungssysteme für Demenz-
Die „Ergänzende unabhängige kranke spezialisiert. Ähnlich wie beim Hausnotruf
Teilhabeberatung“ (EUTB) kann für tragen ältere Menschen ein mobiles Sendegerät
Vorträge gebucht werden. bei sich, das die Daten über das Mobilfunknetz
Ein Hörgerät zu tragen ist auch in der heutigen wie ein Handy überträgt. Das tragbare Gerät sieht
Gesellschaft immer noch nicht schick und viele meist wie ein Handy aus, kann aber auch ähnlich
Betroffene verstecken daher ihre Behinderung einer Uhr auf einem Armband sitzen. Mobile Not-
bzw. haben Angst den Schritt zu gehen sich mit rufgeräte sind handlich klein, passen in jede Tasche
Hörgeräten versorgen zu lassen. Isolation und oder werden direkt am Körper getragen und sind
Rückzug sind oftmals die Folge. Dies muss nicht leicht zu bedienen.
sein.
Christine Blank-Jost, Dipl. Sozialarbeiterin (FH),
EUTB-Leitung, Peer-Beraterin Vorschläge für die
E-Mail: blank-jost.stuttgart@eutb.de Bildungsarbeit
EUTB Beratungsstelle
Deutscher Schwerhörigenbund Landesverband Thema: Notruf
Baden-Württemberg e.V. Fragen Sie bei Ihrem ortsansässigen
Heßbrühlstr. 68 Pflegestützpunkt nach, dieser informiert
70595 Stuttgart-Vaihingen Sie gerne und kostenlos („Rosa Zettel“).
Tel.: 0711-9973048
E-Mail: dsbbw.stuttgart@eutb.de
www.stuttgart.eutb.de
www.hoergeschaedigte-bw.de
Sprechzeiten: Mo+Do: 10.00-15.00 Uhr oder
nach Vereinbarung
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
9Sprachassistenten als Hilfe für Senioren
Vor allem seh- oder mobilitätseingeschränkte Menschen können von den Hilfestellungen
der Sprachassistenten profitieren. Für ältere Menschen können sie ein wichtiges Tor
zur Welt werden, indem sie sich per Sprachaufforderung über Dinge informieren, ein
Hörbuch oder Radio hören. Der Sprachassistent kann dadurch zu einer Art Haushalts-
hilfe werden oder auch Unfälle vorbeugen, indem Senioren nicht mehr aufstehen müssen
um das Licht ein- und auszuschalten. Auch die Einsamkeit älterer, alleinlebender Menschen
können sie lindern und an die Medikamenten-Einnahme erinnern.
Zahlreiche Hersteller haben mittlerweile eine solche Software, die auf künstlicher Intelligenz beruht, auf
den Markt gebracht. Die bekanntesten sind derzeit Amazons Alexa, Googles Assistant, Apples Siri und
Microsofts Cortana. Für die Nutzung dieser Services haben die Anbieter Geräte auf den Markt gebracht,
etwa Amazon Echo und Google Home. Durch sie kann die Software auch zu Hause im Wohnzimmer ge-
nutzt werden. Die digitale Spracherkennung ist nach Ansicht vieler Experten die Zukunft. In wenigen
Jahren werden die Nutzer bei der Online-Suche keine Wörter mehr eintippen, sondern sie dem Sprachas-
sistenten diktieren.
Welche Fähigkeiten die smarten Assistenten haben, hängt von ihren sogenannten „Skills“ ab. Der Benut-
zer kann sie nach Bedarf auswählen und hinzufügen. Die Funktionalitäten reichen aktuell vom Steuern
des vernetzten Zuhauses über das Abspielen von Musik bis hin zu Verbindungauskünften im Nah- und
Fernverkehr.
Vorschläge für die
Bildungsarbeit
Smart Home
Die Verbraucherzentrale Ba-
Als Smart Home wird die Vernetzung und Steu- den-Württemberg e.V. bietet zum
erung von Haustechnik, Haushaltsgeräten und Thema Smart Home einen Vortrag an.
Unterhaltungselektronik bezeichnet. Alternativ „Smart Home: neue digitale Anwendungen
werden zum Teil die verwandten Begriffe Smart im Wohnbereich“
Living, connected Home, Hausautomation oder
Immer mehr Haushalte setzen auf technische
eHome verwendet. Die altersgerechte Assistenz
Verfahren und vernetzte Haushaltsgeräte.
nennt sich Ambient Assisted Living kurz AAL und
unterstützt Senioren oder Menschen mit Handicap Durch die zentrale Steuerung kann nicht nur
in ihren eigenen vier Wänden, um ein möglichst Energie eingespart, sondern auch der Le-
langes selbstbestimmtes Leben zu leben. bensalltag deutlich vereinfacht werden. Doch
sind die Daten vor dem Zugriff Dritter sicher?
Die Bedienung der Geräte geschieht oftmals intui-
Vom Saugroboter über den Rasensprenger bis
tiv und erfordert wenig Vorkenntnisse. Gerade für
hin zur Heizung – immer mehr Haushaltsgeräte
Senioren, die in einer Zeit ohne technische Geräte
werden vernetzt und kommunizieren miteinan-
aufgewachsen sind, ist dies eine Hilfe, Ängste oder
der.
Vorurteile abzubauen.
Der Vortrag beleuchtet die Art der Systeme und
Viele Geräte wie Lampen oder Küchengeräte kön-
zeigt den Kosten-Nutzen-Faktor auf. Auch geht
nen mit einer nachgerüsteten Sprachsteuerung
der Vortrag auf mögliche Nachteile und Sicher-
ein- und ausgeschaltet werden. Familienangehö-
heitsaspekte sowie den Datenschutz eines ver-
rige können mit Hilfe eines Videosystems kontrol-
netzten Zuhauses ein. Zielgruppe: Erwachsene,
lieren, ob es den Großeltern gut geht. Einkäufe
Senioren
können organisiert, Medikamente beschafft oder
https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/bil-
gegebenenfalls ein Arzt gerufen werden.
dung-bw/vortragsangebot-12737
Smarte Systeme können aber auch Leben retten.
Vorträge buchen unter E-Mail: info@vz-bw.de
Intelligente Böden erkennen Stürze und das Haus-
notrufsystem alarmiert, wenn ungewöhnliche Es gilt die Vereinbarung mit der Verbraucherzen-
Bewegungsaktivitäten (z.B. ein verwirrter Mensch trale, dass nur Fahrtkosten erstattet werden müs-
verlässt nachts die Wohnung) protokolliert wer- sen. Bei einzelnen Vorträgen kann der Betrag
den. abweichen, beispielsweise für Materialkosten.
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
10Altersgerechte Musterwohnungen Standorten die Musterwohnungen besuchen. Hier
können Sie sich unabhängig informieren und vieles
Wenn im Alter der Alltag schwerer fällt und der ausprobieren.
Umzug in eine Senioreneinrichtung nicht infra-
ge kommt, dann bleibt noch die Möglichkeit, die Unter dem folgenden Link https://www.servicepor-
Wohnung altersgerecht umzubauen. tal-zuhause-im-alter.de/wohnen.html finden Sie
noch weitere Informationen.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frau-
en und Jugend unterstützt das Programm „alters-
gerechte Musterwohnungen“. In ganz Deutschland
stehen diese Musterwohnungen zur Besichtigung
frei. In Baden-Württemberg können Sie an sieben
Vorschläge für die Bildungsarbeit
Besuchen Sie eine der vier Musterwohnungen innerhalb unseres Verbandsgebiets.
PLZ Ort Straße Information
70176 Stuttgart Lindenspürstraße Der KVJS zeigt in der Werkstatt Wohnen bauliche Lösungen
39 und Einrichtungsvorschläge sowie eine Vielzahl an praktischen
Hilfsmitteln insbesondere für das private Wohnen von älteren
und behinderten Menschen.
Die barrierefreie Musterwohnung wurde 1998 in Zusammenar-
beit mit dem Fraunhofer-Institut aufgebaut.
https://barrierefrei-wohnen.kvjs.de/werkstatt-wohnen/
Eine Besichtigung ist jederzeit kostenlos möglich. Gruppen soll-
ten sich davor anmelden unter Tel.: 0711- 6375-237.
71332 Waiblingen Jesistraße 23-1 / Die AAL-Wohnung ist Teil des Neubauprojekts „Seniorenwoh-
Ecke Danziger Platz nen am Park“ in Waiblingen. Hier erleben Sie, wie miteinander
vernetzte Technik das Wohnen der Zukunft erleichtert. Die in-
telligenten Systeme unterstützen Sie im Alltag, sodass Sie auch
im Alter oder mit körperlichen Beeinträchtigungen selbstbe-
stimmt wohnen und leben können.
https://www.aal-wohnung.de
Besichtigung und Probewohnen sind möglich.
Ihre Ansprechpartnerin ist Frau Esther Mülner,
Tel.: 07571-724-141, E-Mail: e.muelner@gsw-sigmaringen.de
72076 Tübingen Rosenau 9 Individuelle Lösungsansätze werden in der barrierefreien Mus-
terwohnung direkt im Haus erlebbar gemacht.
https://lebensphasenhaus.de
Besichtigung: jeden Freitag 13-17 Uhr, Gruppen bitte anmelden.
E-Mail: info@lebensphasenhaus.de
74564 Crailsheim Steinäckerstraße / Die barrierefreie Musterwohnung verfügt über eine komplett
Ecke Roßfelderstr. eingerichtete Küche, ein Bad, ein Schlafzimmer und einen offe-
48 nen Wohnbereich.
http://www.saniermitmir.de/aktuelles/aktuelles-details/pra-
xistipp-altersgerechtes-wohnen-zum-anfassen.html
Für Besichtigungen wird um eine Voranmeldung gebeten.
Tel.: 07951-97070
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
11Pflegeroboter
Der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten: Kilometer zurück.
Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung
wird auch die Anzahl der pflegebedürftigen Men-
schen steigen. Pflegekräfte sind weiterhin schwer
zu finden. Auch im Alltag unterstützen uns Robo-
ter als tatkräftige Helfer bei unseren Aufgaben.
Der Mähroboter, der für einen sauber gemähten
Rasen sorgt oder der Saugroboter, der die Böden
in unseren vier Wänden von Staub und Krümeln
befreit.
Die Automatisierung für Routinetätigkeiten in der
Industrie ist längst angekommen. In der Medizin,
allen voran in der Chirurgie, kommen die soge-
Automatischer Service: ein vom Fraunhofer-Institut für Produk-
nannten Medizinroboter immer mehr zum Einsatz.
tionstechnik und Automatisierung entwickelter Roboter
Die assistierenden technischen Lösungen könnten
ein Ausweg aus der drohenden Pflegekrise werden.
Der Einsatz von Robotern in der Altenpflege wird 2. Telepräsenzsysteme
daher immer realer.
Dies sind Roboter, mit deren Hilfe man sich an ei-
Roboter sind emotional neutral: sie werden nie nen anderen Ort bewegen kann.
müde und sind nie schlecht gelaunt. Sie sprechen
einem aber nicht gut zu. Das kann sowohl das Der mobile Roboter EDAN (EMG-controlled daily
Pflegepersonal als auch die Pflegebedürftigen ent- assistant) zum Beispiel ist ein Assistenzrobotiksys-
stressen. Dabei ersetzen Roboter in medizinischen tem für Menschen mit starken motorischen Ein-
und pflegerischen Bereichen nicht das Fachperso- schränkungen. Die Steuerung des Roboters erfolgt
nal, sondern greifen ihm unterstützend unter die mit Hilfe von Muskelsignalen.
Arme. Roboter leisten hier nicht nur eine enorme
Entlastung des Personals, sondern sorgen für eine 3. Emotionsroboter
angemessene Pflegequalität. Laut OECD kommen Die Robbe „Paro“ wird an rund 40 Pflegeeinrich-
auf hundert über 80-Jährige gerade einmal elf tungen in Deutschland getestet. Sie ist 60 cm groß,
Altenpfleger. Und im europäischen Vergleich zum drei Kilogramm schwer und hat ein kuscheliges
Personalschlüssel kommen in Deutschland auf eine Fell. Sie reagiert auf Streicheleinheiten mit Bewe-
Pflegekraft zehn Patienten. gungen und Geräuschen und soll vor allem de-
menzkranken Menschen helfen.
Auch in Deutschland sollen Pflegeroboter einge-
setzt werden. Bisher gibt es hierzu ein paar Pilot-
studien.
Eingeteilt werden sie grob in drei Hauptbereiche:
1. Assistenzsysteme
Das sind Roboter, die Gegenstände bringen und
transportieren können.
In der Immanuel Klinik Rüdersdorf in Berlin z. B.
wird der Krankenhausroboter Transcar LTC 2 der
Schweizer Firma Swisslog als Transportroboter
eingesetzt. Er kann bis zu 500 Kilogramm tragen.
Er bringt Essen, Sterilgut oder Wäsche zu den je- Die Roboter-Robbe „Paro“ ist kuschlig; ein ebenbürtiger Ge-
weiligen Stationen und legt dabei täglich bis zu 28 sprächspartner ist sie nicht
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
12Zwei Beispiele Im Konstanzer Pflegeheim St. Mariahaus ist „Lio“
im Einsatz. Er bringt den Bewohnern Getränke,
Pfleger „Pepper“ und „Lio“ spielt mit ihnen Spiele oder erzählt ihnen Geschich-
ten. Im Rahmen eines zweijährigen Interreg-Pro-
„Pepper“ kommt aus Japan, ist an unterschied-
jekts wollen die Caritas gemeinsam mit der Univer-
lichen Universitäten ein Forschungsprojekt und
sität Konstanz, der Fachhochschule Vorarlberg und
wird in verschiedenen Pflegeeinrichtungen in ganz
dem Altenzentrum Emmersberg Stadt Schaffhau-
Deutschland vorgestellt.
sen testen, in welcher Form Pflege-Assistenz-Ro-
Er ist 1,20 Meter groß, hat große Kulleraugen und boter die Pflegebetriebe im Alltag unterstützen
ein Touchscreen auf der Brust. Er kann mit Men- können.
schen sprechen, beim Reden gestikuliert er, und
beim Zuhören signalisieren seine leuchtenden Au-
gen, dass er sich voll und ganz auf sein Gegenüber
konzentriert. Er dient vor allem zur Unterhaltung
und wird zum physischen und kognitiven Training
eingesetzt.
(aus: https://www.fp-robotics.com/de/care-robotics/)
Pepper in einem Krankenhaus im belgischen Lüttich
Roboter erleichtern Handgriffe,
Empathie, Zuneigung und Sorge
kann nur ein menschliches Gegen-
über einbringen.
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
13Digitalisierung im ärztlichen Umfeld
Hausarztversorgung in Erste Verbesserungen werden durch einen Impuls
des LandFrauenverbandes Württemberg-Baden
Baden-Württemberg allgemein e. V. in den Kabinettsausschuss Ländlicher Raum
Die ambulante ärztliche Versorgung in Ba- erzielt. Auf genossenschaftlicher Basis sollen Ge-
den-Württemberg ist laut des Sozialministeriums meinschaftspraxen und zusätzliche Studienplätze
gut. Sie wird zum größten Teil durch niedergelasse- für Studierende in Medizin, die sich verpflichten in
ne Vertragsärzte, das sind Hausärzte und Fachärzte eine Landarztpraxis zu gehen, eingerichtet werden.
(zum Beispiel Hautärzte, Orthopäden, Kinderärzte
usw.) sowie niedergelassene Zahnärzte und Psycho-
therapeuten sichergestellt. Telemedizin - was ist das?
Viele junge Ärztinnen und Ärzte zieht es in Städte Unter Telemedizin versteht man im Allgemeinen
und Ballungsgebiete, was auf dem Land zum Teil die Überwindung von Distanzen. Wenn ein Patient
zu erheblichen Nachwuchsproblemen führt – ins- und der behandelnde Arzt nicht unmittelbar in
besondere im hausärztlichen Bereich. Nach den einem Raum, nicht dicht beieinander sind, spricht
aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung man von Telemedizin. Zudem können Mediziner
Baden-Württemberg (Stand 1. Januar 2018) gibt es jederzeit und überall auf Patientendaten und
in Baden-Württemberg über 7.000 Hausärztinnen Bildmaterial zugreifen. Das soll v. a. mit Blick auf
und Hausärzte. Konkret bedeutet das, dass eine den ländlichen Raum eine bessere medizinische
Hausärztin bzw. ein Hausarzt auf 1.537 Einwohner Versorgung sichern. Aber Telemedizin reicht noch
kommt (Quelle: Kassenärztliche Vereinigung Ba- weiter. Bis hinein in den OP. Bis zu 70.000 Roboter
den-Württemberg). unterstützen inzwischen allein in Deutschland Ope-
Die Gründe für den Nachwuchsmangel sind viel- rateure bei unterschiedlichsten Eingriffen täglich.
fältig. Es gehen mehr Ärztinnen und Ärzte in den Insbesondere in der Herz- und Gefäßchirurgie kom-
Ruhestand, als junge Medizinerinnen und Medizi- men die sogenannten Telemanipulatoren zum Ein-
ner nachfolgen. Die bundesgesetzlich vorgegebene satz. Denn die Roboter garantieren eine Präzision,
Bedarfsplanung ist sehr unflexibel. Es gibt eine un- die die menschliche Hand nicht leisten kann. Dies
zureichende Nutzung sektorenübergreifender Ver- eröffnet neue Chancen birgt aber auch Abhängig-
sorgungsressourcen und auf geänderte Bedürfnisse keiten. Denn die Voraussetzung ist immer ein stabi-
der jungen Ärztinnen und Ärzte (flexible Arbeits- les Internet.
zeiteinteilung, Arbeiten im Team) wird noch nicht Die Telemedizin wird als Ergänzung zum Arztbe-
ausreichend eingegangen. such gesehen. Sie kann in bestimmten Situationen
Besonders im ländlichen Raum kommt es zu loka- nützlich sein, spart Wege und Präsenz beim Arzt.
len Versorgungsengpässen. Dort kommen zudem Somit bekommen Patienten, die wirklich ärztliche
mehrere ungünstige Faktoren zusammen. Hier Hilfe benötigen, schneller einen Termin. Leerere
besteht ein tendenziell niedriger ärztlicher Ver- Arztpraxen, schnellere Terminvergabe und weniger
sorgungsgrad, es gibt mehr ältere Ärztinnen und frustrierte Patienten sind die Vorteile der Teleme-
Ärzte und es gibt vergleichsweise viele Einzelpra- dizin.
xen. Das unternehmerische Risiko einer Einzelpraxis 2005 wurde die Gesellschaft für Telemedizin ge-
erschwert die Praxisübergabe. gründet, um die neue Technologie bekannt zu
Um diesen und anderen Herausforderungen zu machen. Weltweit führend sind Israel, die USA und
begegnen, wurden vielfältige Reformen geschaf- Skandinavien. Hier ist die Telemedizin vielerorts
fen, sodass die Versorgungsstrukturen, die Arbeits- Standard.
bedingungen und die örtliche Infrastruktur an den
Bedürfnissen der nachwachsenden Ärztegeneration
ausgerichtet werden.
Als Beispiel gelten die im ganzen Land durchge-
führten telemedizinischen Modellprojekte.
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
14Gut zu wissen...
https://www.telemedbw.de
Die Koordinierungsstelle Telemedizin Baden-Württemberg (KTBW) ist der zentrale
Ansprechpartner für alle Belange der Telemedizin bzw. Digitalen Medizin im Land.
Sie hat die Aufgabe, die verschiedenen Interessen und Expertisen im Bereich der Digita-
len Medizin in Baden-Württemberg zu vernetzen. Um diese Vernetzungsfunktion effizient
zu erfüllen, wurde die KTBW 2018 unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver G. Opitz in die Struktu-
ren des Heinrich-Lanz-Zentrums für Digitale Gesundheit der Medizinischen Fakultät Mannheim der Uni-
versität Heidelberg integriert. Sie fungiert nun als Vernetzungsplattform und Katalysator für digitalmedi-
zinische Projekte und innovative Versorgungsansätze in und aus Baden-Württemberg, um solche Ansätze
strukturiert in die Versorgung zu überführen und gleichzeitig wissenschaftlich zu evaluieren.
Telemedizinische Methoden in der Rezept noch eine Krankmeldung über den Service
ausgestellt werden.
Gesundheitsversorgung am Bei-
Das Modellprojekt ist auf ganz Baden-Württem-
spiel von „docdirekt“ berg ausgeweitet worden. Ein e-Rezeptdienst soll
eingerichtet werden (siehe nächstes Kapitel „Das
Im April 2018, wurde erstmalig in Stuttgart und E-Rezept oder GERDA“)
Tuttlingen das Projekt „docdirekt“ gestartet. Zur
Vorbereitung musste das Fernbehandlungsgesetz
aufgehoben, die Zustimmung der Krankenkassen
Vorschläge für die
eingeholt und die technische Umsetzung installiert Bildungsarbeit
werden.
„docdirekt“ - telemedizini-
Wie funktioniert „docdirekt“? sche Versorgung in Baden-Würt-
https://www.docdirekt.de/start/anmeldung/ temberg
Interessierte müssen zunächst aus dem App-Store Die Digitalisierung ist ein Mehrwert für das
die Smartphone-App herunterladen und sich regis- deutsche Gesundheitswesen und kann den
trieren. Eine Beratung ist montags – freitags von Hausarztmangel auf dem Land beherrschbar
9.00-19.00 Uhr möglich. machen.
Die Kontaktaufnahme erfolgt über einen Vi- Das erste Telemedizinprojekt in Deutschland
deo-Chat. Wer bei docdirekt anruft, landet erst ermöglicht es, kostenfrei für Patienten der ge-
einmal beim Patientenempfang, ganz so wie in setzlichen Krankenversicherung in Baden-Würt-
einer richtigen Arztpraxis. Eine medizinische Fach- temberg per Videotelefonie Kontakt zu einem
angestellte nimmt dort die Personalien und die niedergelassenen Arzt aufzunehmen.
Krankheitssymptome auf. Bei Haut- oder Augen- Wenn Sie Fragen zu docdirekt haben, so wen-
veränderungen muss ein Foto der betroffenen den Sie sich gerne an uns. Wir helfen Ihnen
Region per E-Mail an das Center geschickt werden. gerne weiter und koordinieren Ihre Anfrage mit
Handelt es sich um einen Notfall, wird der Anruf an dem Projektbetreiber, der Kassenärztlichen Ver-
die Rettungsleitstelle weitergeleitet. Bei allen an- einigung. Die Experten von docdirekt erläutern
deren Fällen wird ein Rückruf eines Arztes verein- nach Bedarf die Funktion und Handhabe mit
bart. Dieser Arzt ruft zurück und spricht per Video dem System.
mit dem Patienten und gibt Empfehlungen für die Bitte senden Sie Terminanfragen bis zum 15.
Behandlung. Ist ein persönlicher Arztkontakt nötig, September 2020 an Aylin Bergemann,
vermittelt docdirekt einen Termin beim Arzt. E-Mail: bergemann@landfrauen-bw.de
Es beteiligen sich zurzeit 40 Ärzte an dem Projekt. Benötigt werden folgende Angaben: Wunsch-
Die telemedizinische Beratung ist abrechenbar termin, Ort, Ansprechpartner, E-Mail, Telefon-
mit der Krankenkasse. Momentan kann weder ein nummer.
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
15Zudem sind die beteiligten Apotheken zu sehen.
Der Patient kann sich für eine Apotheke entschei-
Das E-Rezept oder „GERDA“ den und übermittelt verschlüsselt sein E-Rezept.
Der Vorteil ist, dass die Apotheke dem Patienten
Damit die Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen zeitnah mitteilen kann, ob das Medikament ver-
aufhört, wird das E-Rezept eingeführt. fügbar ist, wann er es abholen kann oder einen
Ein Pilotprojekt zum E-Rezept startete im Novem- Bringdienst beauftragt.
ber 2019 in Baden-Württemberg mit dem Namen Die Idee ist, dass ab 2020 / 2021 jeder Arzt auch in
„GERDA“. GERDA ist die Abkürzung für den ge- der Praxis ein E-Rezept ausstellen können soll. Und
schützten E-Rezept-Dienst der Apotheken. Entwi- auch Menschen ohne Smartphone sollen in den Ge-
ckelt wurde es von der Netzgesellschaft Deutscher nuss des E-Rezeptes kommen. Sie bekommen einen
Apotheker (NGDA). Seit Anfang November 2019 sogenannten Token ausgedruckt (ein zweidimensi-
sind die Ärzte, die an der telemedizinischen Be- onaler Code), hinter dem sich das Rezept verbirgt
handlungsplattform docdirekt der Kassenärztlichen und der von der Apotheke ausgelesen wird.
Vereinigung (KV) Baden-Württemberg teilnehmen, Zudem ermöglicht das E-Rezept weitere neue
in der Lage, elektronische Rezepte auszustellen digitale Anwendungen. Von der Medikationserin-
und über GERDA an Patienten oder Apotheken zu nerung bis hin zum Medikationsplan mit eingebau-
schicken. Gefördert wird es mit einer Million Euro tem Wechselwirkungscheck. So kann einfach über-
durch das Ministerium für Soziales und Integration prüft werden, ob alle Arzneimittel untereinander
Baden-Württemberg. verträglich sind.
Wie funktioniert das E-Rezept? Natürlich kann das E-Rezept auch bei „normalen“
Nachdem der Patient über docdirekt Kontakt zu Arztbesuchen ausgestellt werden und kann auch
einem Arzt aufgenommen hat, dieser nach der in der Apotheke vor Ort eingelöst werden. Das
Untersuchung den Bedarf ein Rezept ausstellen zu E-Rezept soll das klassische Rezept auf Papier nicht
müssen gesehen hat, wird das E-Rezept auf den vollständig ablösen: wer will, kann auch weiterhin
sicheren GERDA-Server geschickt. Auch für den das Papierrezept erhalten.
Patienten ist es auf seiner docdirekt-App sichtbar.
„Ohne-Arzt-Praxis“
Wissenswertes
Bereits bestehende oder drohende Lücken in der
Das Gesetz, mit dem Bundesge- ärztlichen Versorgung können durch Projekte wie
sundheitsminister Jens Spahn die Ohne-Arzt-Praxis aufgefangen werden.
das E-Rezept im Gesund- Die Ärztin bzw. der Arzt werden über telemedizini-
heitswesen einführte, ist das sche Verfahren angebunden. In den Praxen sind z.
„Gesetz für mehr Sicherheit B. medizinische Fachangestellte und Arztassisten-
in der Arzneimittelversorgung ten tätig, die im Auftrag der Ärztin bzw. des Arztes
(GSAV)“. Das Gesetz ist am 16. August die telemedizinischen Geräte bedienen und ergän-
2019 in Kraft getreten. Die Spitzenorganisatio- zende Tätigkeiten ausführen. Darüber hinaus sind
nen im Gesundheitswesen haben nun Zeit, die weitere Dienste geplant, wie z. B. die Einrichtung
notwendigen Grundlagen für die Verwendung eines Fahrdienstes für die Patientinnen und Patien-
des elektronischen Rezeptes zu schaffen. Neben ten zur Ohne-Arzt-Praxis sowie die integrierte Me-
einer Erprobung im Rahmen von Modellpro- dikamentenlieferung zu den Patienten nach Hause
jekten werden bis zum 30. Juni 2020 die tech- über angeschlossene Apotheken.
nischen Festlegungen dafür getroffen, dass für
Mitte Oktober 2019 startete in Spiegelberg im
die Übermittlung des elektronischen Rezepts
Rems-Murr-Kreis eine Ohne-Arzt-Praxis.
zukünftig die sichere Telematikinfrastruktur im
Gesundheitswesen verwendet werden kann. In den Räumlichkeiten sitzt die medizinische
Fachkraft und schaltet bei Bedarf den Hausarzt
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
16Dr. Jens Steinat, aus dem rund zehn Kilometer Kommunikation unter den Ärzten oder zu anderen
entfernten Nachbarort Oppenweiler per Video- Einrichtungen ersetzt sie jedoch nicht.
konferenz zu. Die Ohne-Arzt-Praxis ist mit spezi-
Einige Krankenkassen bieten ihren Kunden bereits
ellen telemedizinischen Geräten ausgestattet, die
solche elektronischen Gesundheitsakten an.
es dem mitwirkenden Hausarzt erlaubt, sowohl
Der Patient kann selbst entscheiden, ob er die Akte
eine Video-Sprechstunde mit den Patienten als
nutzen möchte, welche Daten gespeichert werden
auch eine große Anzahl diagnostischer Verfahren
und wer darauf Zugriff hat. Sie können neben den
telemedizinisch durchzuführen. Stethoskope über-
ärztlichen auch nichtärztliche Informationen (wie
tragen Herz- und Lungentöne über sichere Kom-
z. B. Wellnessinformationen, Diäten, krankengym-
munikationsleitungen und der Arzt kann sie aus
nastische Hinweise) einpflegen. Die Datenhoheit
seiner Arztpraxis aus befunden. Die medizinische
hat der Nutzer, nicht eine Institution des Gesund-
Diagnostik und Behandlung ist aber nur ein erster
heitswesens. Nur er kann den Zugriff auf die Infor-
Schritt. Das Konzept sieht vor, auch die Versorgung
mationen gewähren.
mit Arzneimitteln z. B. über elektronische Rezepte
und Botendienste sicherzustellen. Auch weitere
medizinische Dienstleistungen wie ein Sanitätsfach- Für KreisLandFrauentage
handel oder Physiotherapie sind denkbar. Das Kon- (nicht für Ortsvereine)
zept wird von der Firma TeleMedicon umgesetzt.
Vortrag: Gesundheitsversor-
Die Ohne-Arzt-Praxis in Spiegelberg muss weder
gung - neue Chancen und Her-
Miete, Reinigung, noch das Internet bezahlen. Das
ausforderungen durch digita
Projekt wird aus Bundesmitteln mit 200.000 Euro
lisierte, personalisierte Medizin
gefördert.
Marion von Wartenberg, 70499 Stuttgart,
Tel.: 0711-6787985,
Elektronische Patientenakte oder E-Mail: mw.wartenberg@t-online.de
Gesundheitsakte
ePA: Übergreifende Dokumentation
der Krankheitsgeschichte
Bisher waren die elektronischen Patientenakten
(ePA) die elektronischen Krankenakten eines Kran-
kenhauses, d. h. eine Sammlung von medizinischen
Daten einer Person - nicht zentral erreichbar. So
war es, dass Röntgenbilder mehrfach hergestellt
und Laborbefunde doppelt erhoben wurden.
In der vernetzten Gesundheitsversorgung und der
Telematikinfrastruktur ist sie nun das zentrale Ele-
ment. Spätestens ab Januar 2021 müssen die ge-
setzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eine
solche ePA anbieten. So steht es im Terminservice-
und Versorgungsgesetz (TSVG). Informationen über
einen Patienten, wie Befunde, Diagnosen, Thera-
piemaßnahmen, Behandlungsberichte und Impfun-
gen können in der ePA gespeichert werden. Dies
ermöglicht eine fall- und einrichtungsübergreifen-
de Dokumentation. Die ePA unterstützt außerdem
den Notfalldatensatz und den elektronischen Me-
dikationsplan sowie elektronische Arztbriefe. Die
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
17Elektronische Patienten-
akte für mehr Patienten-
souveränität
Mit dem Entwurf des Ter-
minservice- und Versorgungs-
gesetzes (TSVG), der vom Bun-
destag am 14. März 2019 beschlossen
wurde, werden die Krankenkassen verpflichtet,
ab dem 1. Januar 2021 ihren Versicherten eine
elektronische Patientenakte zur Verfügung zu
stellen. Zunächst können Daten der Patienten
aus bereits vorhandenen Anwendungen und
Dokumentationen, wie z. B. Notfalldaten oder
Medikationsplan oder Arztbriefe, in einer sol-
chen elektronischen Patientenakte für den Pati-
enten bereitgestellt werden. Patienten können
ihren Behandler damit, zur Verbesserung der
medizinischen Behandlungsqualität, über diese
wichtigen Gesundheitsdaten informieren.
In einer elektronischen Patientenakte können
auch eigene Daten, wie z. B. ein Tagebuch über
Blutzuckermessungen, abgelegt werden. Pati-
enten können ihre Daten künftig auch außer-
halb der Arztpraxis eigenständig einsehen. Da-
bei kann die Einsichtnahme über ein geeignetes
mobiles Endgerät wie z. B. ein Smartphone er-
folgen. Damit sind die Patienten über Diagnose
und Therapie viel genauer und umfassender in-
formiert und können besser als bisher über ihre
Gesundheit mitentscheiden. Dies ist die beste
Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.
Wichtige Detailregelungen zur Einführung der
elektronischen Patientenakte wie datenschutz-
gerechtes Zugriffsmanagement, Ansprüche
der Versicherten, Pflichten der Ärzte, Finan-
zierungsfragen, Nutzung für die Forschung,
Einbeziehung der Pflege sowie Anforderungen
aus dem Koalitionsvertrag, wie die Möglichkeit,
den Impfpass, den Mutterpass und das Untersu-
chungsheft digital zu speichern sowie das Zahn-
bonusheft digital zu verwalten, sind im Re-
gierungsentwurf eines Gesetzes zum Schutz
elektronischer Patientendaten in der Telematik-
infrastruktur (Patientendaten-Schutz-Gesetz –
PDSG) vorgesehen.
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
18Literaturtipps
Philip K. Dick Frank Völkel und Ingrid Lohrbach
„Blade Runner: Träumen Androiden von „Smart Home: Bausteine für ihr intelligen-
elektrischen Schafen?“ tes Zuhause“
Fischer Taschenbuch, Frank- Haufe, Freiburg 2017
furt am Main 2017 ISBN-10: 3648049003
ISBN-10: 3596522730 ISBN-13: 978-3648049006
352 Seiten, 12,00 Euro 24,99 Euro
Thema des Romans ist die Leicht verständlich erklärt: das
verschwimmende Grenze zwi- intelligente Haus mit vernetz-
schen Menschen und (in diesem ter Steuerung, angenehmem
Werk biologischen) Androi- Raumklima, passenden Licht-
den und somit die Frage, was verhältnissen und regenerativer
den Menschen zum Menschen Energie praktisch planen. Die
macht. Nach Philip K. Dick ist nicht die Intelligenz Autoren zeigen umsetzungsfähige Lösungen für
das Unterscheidungsmerkmal zwischen Androiden geringeren Energieverbrauch und mehr Lebens-
und Menschen, sondern die Empathie, also die Fä- qualität. Frank Völkel ist als Entwickler, Technolo-
higkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. gieberater und Fachjournalist seit den 90er-Jahren
in der Energie- und IT-Branche zuhause. Ingrid
Lorbach ist Journalistin und beschäftigt sich seit
vielen Jahren mit allen möglichen Fragen rund ums
Bauen, Wohnen, Haustechnik, Energiesparen und
Yuval Noah Harari erneuerbare Energien. Mit vielen Fotos und leicht
„Homo Deus“ verständlichen Abbildungen hilft das Buch auch
C.H.Beck, München 2017 technischen Laien bei der Planung eines Neubaus
oder der Modernisierung.
10. Auflage
ISBN-10: 3406727867
ISBN-13: 978-3406727863 Birgit Wilkes
14,95 Euro „Smart Home für altersgerechtes Wohnen:
Systemlösungen in Neubau und Bestand“
Der israelische Historiker Yu- VDE Verlag, Berlin 2016
val Noah Harari blickt in die ISBN-978-3-8007-4057-4
Zukunft und versucht zu er- 34,00 Euro
klären, welche Risiken es mit
sich bringt, seine Hoffnung
Die demografische Entwicklung
auf technische Fortschritte und smarte Geräte zu
steigert den Bedarf an alters-
setzen. Wenn einem durch Technik optimierten
gerechtem Wohnraum. Smarte
Menschen alles möglich ist, welchen Platz hat dann
Technologie im Wohnbereich
die Humanität, das Menschlich-Unvollkommene?
ermöglicht älteren Menschen,
Wie der Titel schon suggeriert, geht es ihm dabei
bei altersbedingten gesund-
um die Frage, ob der Mensch schöpferische und
heitlichen Problemen dennoch
gottgleiche Fähigkeiten besitzen wird. Spannende
länger in der eigenen Wohnung oder dem eige-
Lektüre mit vielen anschaulichen Beispielen!
nen Haus wohnen zu bleiben und ein weitgehend
selbstbestimmtes Leben zu führen. Dabei beleuch-
tet das Buch nicht nur die technischen Aspekte
von Smart Home-Technologien und -Systemen für
altersgerechtes Wohnen. Auch die Bedürfnisse der
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
19Filmtipps
Nutzer werden mit einem vernünftigen Kosten-/ Wichtig GEMA-Gebühren und Urheberrechte
Nutzen-Verhältnis über alle Arten des Wohnbaus bei Filmvorführungen beachten!!!
konkret informiert. Der Leser soll in die Lage ver-
setzt werden, sein individuelles Projekt zu analysie- Wenn Filme oder TV-Shows außerhalb der eigenen
ren, eine passende Technologie auszuwählen, und vier Wände gezeigt werden, gilt dies als „öffentliche
anhand nutzerorientierter Konzepte die Lösungen Vorführung bzw. öffentliche Wiedergabe“, denn
möglichst kostenoptimal umzusetzen. die Zuschauer sind in aller Regel nicht persönlich
miteinander verbunden. Nach dem Urheberrechts-
gesetz wird hierfür die Einwilligung des Rechtein-
habers benötigt, und zwar unabhängig davon, ob
die Filminhalte von DVD / Bluray, mittels Download,
Streaming, Pay-TV, Video on Demand oder von ei-
nem Fernsehsender gezeigt werden. Wenn bei der
Sybille Bauriedl und Anke Strüver (Hg.) Kreisbildstelle ein Film / eine DVD ausgeliehen wird,
Smart City - Kritische Perspektiven auf muss sich der Ausleiher versichern, dass die Lizenzge-
die Digitalisierung in Städten bühr zur öffentlichen Vorführung damit abgedeckt
Transcript Verlag, ist. Ist dies nicht der Fall, fallen Lizenzgebühren an,
Bielefeld 2018 die der MPLC gemeldet werden. Nähere Informatio-
nen sind unter www.mplc-film.de zu finden.
ISBN: 978-3-8376-4336-7
29,99 Euro Bitte beachten:
Anders als bei der GEMA-Meldung ist die Lizenz für
Das Jahr 2052: Europa hat sich einen Film relativ hoch und es werden Jahresverträ-
vom Rest der Welt abgeschot- ge / Abo angeboten. Dies gilt es in einer Kosten /
tet. Hochentwickelte Roboter Nutzen-Abwägung zu prüfen. Der Landesverband
sorgen in der sogenannten empfiehlt daher dringend, einen Kinoabend in ei-
„Optimalwohlökonomie“ für nem örtlichen Kino zu buchen.
Wohlstand und Sicherheit. Die GEMA-Gebühr bei Filmvorführung an GEMA-Kun-
Agentur für Lebensberatung bewacht alle Bürger denCenter, 11506 Berlin (www.gema.de)
rund um die Uhr und sorgt dafür, dass für jeden
der perfekte gesellschaftliche Platz gefunden wird. Zusätzlich zu Kooperationsveranstaltungen mit Pro-
Lebensberater Samson Freitag ist überzeugter Ver- grammkinos besteht die Möglichkeit, das
fechter des Systems. Kurz vor einer Beförderung Kinomobil BW anzufragen.
wird er einer falschen Beratung beschuldigt und Ab einem Mindestumsatz von 150.- Euro kommt das
muss erkennen, dass das System weder verzeiht Kinomobil in jede Region Baden-Württembergs. Für
noch anders kann als zu optimieren…. Filme, die nicht im Dreimonatsprogramm stehen,
Ausgezeichnet mit dem Stefan-Lübbe Preis. gelten gesonderte Bedingungen.
Kinomobil Baden-Württemberg e.V.
Lange Str. 51
70174 Stuttgart
Tel.: 0711-2579208 (Geschäftsführung)
Informationen unter www.kinomobil.de
E-Mail: auskunft@kinomobil.de
Leitthema - Gesund, vital, digital? - Zweite Arbeitshilfe
20Sie können auch lesen