Klimafolgenanpassungskonzept für die Stadt Witten - Auswertung der Klimamap Witten
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Klimafolgenanpassungskonzept für die
Stadt Witten
Auswertung der Klimamap Witten
Stadt Witten
Projektleitung: Dipl.-Ing. Dieter Weitz
Annenstraße 113, 58452 Witten
Tel.: (02302) 581 4178
dieter.weitz@stadt-witten.de
K.PLAN Klima.Umwelt & Planung GmbH
Monika Steinrücke, Steffen Schrödter, Denis Ahlemann
Steinring 55, 44789 Bochum
Tel.: +49 (0)234 966 48166
info@stadtklima.ruhr
www.stadtklima.ruhr
März 2021Klimamap Witten
Inhaltsverzeichnis
Seite
1. EINLEITUNG 1
2. AUSWERTUNG 2
2.1 DESKRIPTIVE STATISTIK ZUR KLIMAMAP WITTEN .................................................................. 3
2.2 HITZEPROBLEME UND MAßNAHMENVORSCHLÄGE ................................................................ 5
2.3 STARKNIEDERSCHLAGSPROBLEME UND MAßNAHMENVORSCHLÄGE .......................................... 8
2.3 STARKWINDPROBLEME UND MAßNAHMENVORSCHLÄGE...................................................... 11
2.4 VEGETATIONSDEFIZITE UND MAßNAHMENVORSCHLÄGE ...................................................... 12
3. ZUSAMMENFASSUNG 16
3.1 KONFLIKTSCHWERPUNKTE UND PROBLEME ....................................................................... 16
3.2 PRÄFERIERTE KLIMAANPASSUNGSMAßNAHMEN ................................................................. 17
3.3 WEITERER UMGANG MIT DEN VORSCHLÄGEN ................................................................... 17Klimamap Witten
1. Einleitung
Die Stadt Witten führt 2020/21 eine klimatologische Analyse des Stadtgebiets durch, anhand derer
Problembereiche lokalisiert und Maßnahmenpakete entwickelt werden. Dabei ist eine Bürgerbeteili-
gung Kernelement und von zentraler Bedeutung für ein Klimafolgen-Anpassungskonzept. Bei der Klima-
anpassung der Stadt Witten wurden die Bürger online im Rahmen der interaktiven Klimamap beteiligt.
Die Klimamap wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
(BMU) und der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert. Ziel ist es, frühzeitig auf zukünftige Än-
derungen des Klimas zu reagieren und dementsprechend vorab Vorkehrungen zur Anpassung zu treffen.
Konkret sollen Anpassungsmaßnahmen an zukünftig höhere Temperaturen entwickelt und umgesetzt,
sowie Konzepte für den Umgang mit lokalen Folgen von Starkregenereignissen erstellt werden. Ab-
schließend sollen dazu eine Handlungskarte und ein konkreter Maßnahmenkatalog zur Anpassung der
Stadt Witten an den Klimawandel herausgegeben werden. Ziel dieses Berichts ist die Auswertung der
Klimamap Witten, die durch die Bürger und Bürgerinnen der Stadt entstanden ist.
Probleme und Maßnahmenvorschläge werden den sieben Stadtteilen Wittens, nämlich Annen, Bom-
mern, Herbede, Heven, Witten-Mitte, Rüdinghausen und Stockum/ Düren zugeordnet.
Abb. 1 Die sieben Stadtteile Wittens
1Klimamap Witten
2. Auswertung
Im Rahmen der Auswertung der Klimamap Witten (Abb. 2) soll im ersten Schritt der Fokus auf die Loka-
lisation von Hitze-, Wasser- und Starkwindprobleme gelegt werden. Im zweiten Schritt werden die Maß-
nahmenvorschläge der Bürger*innen ausgewertet und problematischen Räumen zugeordnet. Zudem
soll die räumliche Verteilung möglicher Standorte von neuen Baumpflanzungen geprüft werden. Die
Laufzeit für Einträge in die Klimamap Witten endete am 31.12.2020. Zum Nachlesen ist sie mindestens
bis Ende des Jahres 2021 unter: www.witten.klimamap.de noch erreichbar.
Abb. 2 Klimamap Witten: Bürgerbeteiligung. Bestandsaufnahme Hitze-, Wasser- und Starkwindprobleme
(Signatur: rote, blaue und gelbe Blitze) und Maßnahmenvorschläge zu Hitze-, Wasser- und Stark-
windproblemen (Signatur: rote, blaue und gelbe Birne) sowie Vorschläge für Baumpflanzungen (Sig-
natur: grüner Baum)
2Klimamap Witten
2.1 Deskriptive Statistik zur Klimamap Witten
Die Klimamap Witten wurde von 65 Bürger*innen aktiv gestaltet und mit insgesamt 239 Einträgen ver-
sehen. Die meisten Maßnahmenvorschläge (111) wurden für die Pflanzung von Bäumen eingetragen.
Weiterhin wurden sowohl zahlreiche Probleme (35) als auch Maßnahmenvorschläge (34) im Bereich
Hitze eingetragen. Weniger Problemmeldungen und Vorschläge wurden für die Kategorien Starknieder-
schläge (38 Probleme mit Wasser, 15 Vorschläge) und Starkwindereignisse (6 Probleme) vermerkt (Abb.
3 und Abb. 4).
Anzahl der Einträge je Kategorie Maßnahmenvorschläge
120 Verteilung nach Kategorien
Gesamtzahl = 239 Einträge
100
80 0%
60 111
40 21% Hitze
20 35 34 38 Niederschlag
15 6 10%
0 Baum
69%
Wind
Abb. 3 Absolute Anzahl der Einträge aufgeschlüsselt Abb. 4 Relative Verteilung der Einträge auf die Kate-
nach den Kategorien Probleme (Hitze, Wasser und gorien Probleme (Hitze, Wasser und Wind) und Vor-
Wind) und Vorschläge (Hitze, Wasser, Wind und schläge (Hitze, Wasser, Wind und Bäume) in der
Bäume) in der Klimamap Witten Klimamap Witten
Die Auswertung der Altersstruktur ergab, dass die meisten Teilnehmer*innen an der Befragung der Al-
tersgruppe zwischen 30 und 65 Jahre angehören. Es gab nur sieben Einträge von Teilnehmer*innen
jünger als 18 Jahre. Jeweils 33 % der Teilnehmer*innen gaben an, zwischen 18 und 30 Jahre alt zu sein,
und 10 % waren über 65 Jahre alt. 14 Bürger*innen machten keine Angaben zu ihrem Alter (Abb. 5 und
Abb. 6).
Gesamtanzahl 65 TN Verteilung der Altersstruktur der
100 Teilnehmer
80
10% 14% 3% keine Angabe
60
95 65
keine 65
Angabe
Abb. 5 Altersstruktur der Teilnehmer*innen an der Abb. 6 Altersstruktur der Teilnehmer*innen an der
Klimamap Witten in absoluten Zahlen Klimamap Witten in [%]
3Klimamap Witten
Etwa 88 % der Klimamapautor*innen wohnen in Witten, wohingegen nur 2 % der Teilnehmer*innen in
Witten arbeitet, aber nicht dort wohnt. Fast 10 % machten keine Angaben zu ihrer Wohn- und Arbeits-
situation (Abb. 7 und Abb. 8).
250
Anzahl der Einträge nach Angaben der Teilnehmer nach
Wohnort Wohnort
200 arbeitet
in
keine Witten
150 Angabe 2%
10%
100 211
wohnt
in
50 Witten
88%
23 5
0
kA Arbeitsort Wohnort
Abb. 7 Wohn-/Arbeitsstruktur der Teilnehmer an der Abb. 8 Wohn-/Arbeitsstruktur der Teilnehmer an der
Klimamap Witten in absoluten Zahlen Klimamap Witten in relativen Zahlen [%]
Über 79 % der Teilnehmer*innen an der Klimamap Witten ordnen sich selbst als interessierte Bürger
ein und etwa 16 % machten keine Angaben. Unter den Mitwirkenden an der Klimamap gab nur Einer an
bei der Stadt Witten zu arbeiten und es ordnete sich drei Personen der Kategorie Sonstiges zu (Abb. 9
und Abb. 10).
70
Gesamtanzahl 65 TN
60
1
Anzahl der TN
50
4
16
40
30 59
20
k.A.
10
12 1 3
79 intressiert
0
k.A intressiert angestellt sonstiges angestellt bei Stadt
bei Stadt
sonstiges
Abb. 9 Interessensstruktur der Teilnehmer an der Abb. 10 Interessensstruktur der Teilnehmer an der
Klimamap Witten in absoluten Zahlen Klimamap Witten in relativen Zahlen [%]
Insgesamt ist auffällig, dass die meisten Mitwirkenden über 18 Jahre alt waren und in Witten wohnen.
4Klimamap Witten
2.2 Hitzeprobleme und Maßnahmenvorschläge
Es wurden zahlreiche Hitzeprobleme an einzelnen Straßenzügen und Orten in fast allen Stadtteilen auf
der Klimamap eingetragen. Insbesondere wird die Bahnhofstraße in Witten-Mitte als problematisch
angesehen. Die Bürger schlagen vor allem Baumpflanzungen mit dem Ziel des Schattenwurfs entlang
von Straßen und Fußgängerwegen, an Plätzen sowie präferierten Aufenthaltsorten vor (Abb. 11 und
Tab. 1).
Abb. 11 Überblick über die Einträge in die Klimamap zum Thema Hitze
Tab. 1 Auswertung der Hitzeprobleme und Maßnahmenvorschläge anhand der Klimamap Witten
Orte mit Hitzeproblemen Maßnahmenvorschläge Hitzeprobleme
(Roter Blitz) (Rote Birne)
Bahnhofstraße Baumpflanzungen bzw. Vegetation, Ziel: Schat-
tenwurf (an Fußgängerwegen, Straßen, Sitzbän-
ken, ÖPNV-Haltestellen)
Etablierung von Dachparks(9) auf bisher unge-
nutzten Flachdächern Ziel: Reduzierung der Er-
wärmung von Dachflächen sowie Erhöhung der
Aufenthaltsqualität
Reaktivierung des Kugelbrunnen sowie Aktivie-
rung des Platz durch Vertikal Gardening/ Urban
Gardening
5Klimamap Witten
Kornmarkt Begrünung und Verschattung durch Bäume zur
Erhöhung der Biodiversität sowie der Aufent-
haltsqualität
Beethovenstraße Überprüfung der Durchlüftung
Hitzestau trotz Bäumen
Sonnenschein Dachbegrünung, Wasserlauf Rheinischer Esel zur
Abkühlung
Bildungsquartier Märkische Straße Erhalt der Kühlfunktion bei Neubaumaßnahmen
Für die Bahnhofsstraße Witten wurden zahlreiche Ideen und Maßnahmenvorschläge in die Klimamap
eingetragen (Abb. 12). Diese Ideen wurden mit einer roten Birne versehen, die Orte markieren soll, an
denen Maßnahmen umgesetzt werden könnten, um die Hitzebelastung zu reduzieren. Der überwie-
gende Anteil der Kommentare bezieht sich auf die thermische Situation in diesem Bereich und der di-
rekten Umgebung. Es wird mehrfach der Wunsch geäußert, hier mehr Stadtgrün für eine bessere Ver-
schattung einzurichten.
Abb. 12 Bahnhofstraße Witten-Mitte, Einträge in die Klimamap zum Thema Hitze
Entlang der Beethovenstraße (Abb. 13) wird über Hitze trotz vieler Bäume aufgrund mangelhafter
Durchlüftung geklagt. Weiterhin werden bauliche Maßnahmen zur Verschattung durch Photovoltaik auf
dem Parkplatz am Platz der Gedächtniskirche vorgeschlagen.
6Klimamap Witten
.
Abb. 13 Beethovenstraße Witten-Mitte, Hitzeprobleme
Entlang der Straßenführung Sonnenschein (Abb. 14) werden neben der Dachbegrünung von Garagen-
dächern sowie der Verwendung des Wassers vom Lauf des Rheinischen Esels auch bauliche Maßnahmen
wie die Verschattung durch einen Haltestellenunterstand vorgeschlagen.
Abb. 14 Sonnenschein in Annen, Hitzeprobleme
7Klimamap Witten
Für geplante bauliche Veränderungen am Bildungsquartier (Abb. 15) wird empfohlen, die Kühlfunktion
durch die Vegetation zu erhalten. Der angrenzende Park der Generationen sollte mehr Bäume für die
Verschattung der Flächen erhalten.
Abb. 15 Bildungsquartier Märkische Straße, Maßnahmenvorschläge zum Thema Hitze
2.3 Starkniederschlagsprobleme und Maßnahmenvorschläge
Auch Angaben zu Problemen mit Wasser und Ideen für Maßnahmen sind über das gesamte Stadtgebiet
von Witten verteilt. Dabei überwiegen deutlich die Angaben zu aufgetretenen Problemen. Im Gegensatz
zum Hitzeproblem gibt es beim Thema Wasser keine Konzentration auf die Innenstadtbereiche. Hier
sind eher die Randbereiche der Stadtteile betroffen.
Als Orte mit bekannten Problemen bei Starkniederschlag ist zum einen die Husemannstraße angegeben,
wo es lokal zu Überschwemmungen bei Starkniederschlag kommt. Zum anderen ist das Hörder Straße/
Wilhelmshöhe mit dem Problem volllaufender Keller nach Starkniederschlagsereignissen markiert. An
der Rauen Enge verursachen das abfließende Wasser bei Starkregen sowie der von den Feldern mitge-
führte Schlamm mehrfach Überflutungen. Konkrete Maßnahmenvorschläge sind Dachbegrünung, Ka-
nalsanierungen, Gewässerrenaturierungen und Erneuerung, Pflege und Installation von Regenrückhal-
tebecken und Straßengräben (Tabelle 2 und Abbildungen 16-19).
8Klimamap Witten
Abb. 16 Überblick über die Einträge in die Klimamap zum Thema Wasser
Tab. 2 Auswertung der Starkniederschlagsprobleme und Maßnahmenvorschläge aus der Klimamap Witten
Orte mit Starkniederschlagproblemen Maßnahmenvorschläge Starkniederschlags-
(Blauer Blitz) probleme (Blaue Birne)
Husemannstraße: Überschwemmungen,
volllaufende Keller
Rauhe Enge
Hörder Straße/ Wilhelmshöhe (Überflutungen, Regenwasserabfluss vom Feld verbessern
Vollaufende Keller)
Kanalsanierungen
Erhalt Siepen
Regenrückhalt: Becken, Straßengräben
9Klimamap Witten
Abb. 17 Problemgebiet bei Starkniederschlag im Kreuzungsgebiet Husemannstraße: Volllaufende Keller
Abb. 18
Problemgebiet bei Starkniederschlag im
Bereich der Rauhe Enge in der Klimamap
Witten gekennzeichnet: Überschwemmun-
gen Wasser/ Schlamm
10Klimamap Witten
Abb. 19
Problemgebiet bei Starkniederschlag Hör-
der Straße/Wilhelmshöhe in der Klimamap
Witten gekennzeichnet: Volllaufende Keller
2.3 Starkwindprobleme und Maßnahmenvorschläge
Als Orte mit Starkwindproblemen wurden vier relevante Orte auf der Klimamap Witten markiert. Zum
einen werden wiederholte Baumstürze an der Buchholzer Straße und an der Hörder Straße, aber auch
Maßnahmenvorschläge wie Baumpflege im Bereich Brunebeker Straße/ Rheinischer Esel genannt (Tab.
3 und Abb. 20).
Tab. 3 Auswertung der Starkwindprobleme und Maßnahmenvorschläge anhand der Klimamap Witten
Orte mit Starkwindproblemen Maßnahmenvorschläge Starkwindprobleme
(Gelber Blitz) (Gelbe Birne)
Buchhozer Straße (Baumsturz bei Starkwind)
Brunebeker Straße/ Rheinischer Esel Baumbeschnitt
Stockumer Bruch
Hörder Straße (Baumsturz)
11Klimamap Witten
Abb. 20 Übersicht zum Thema Starkwindprobleme, Einträge in die Klimamap Witten
Für des Themenfeld Starkwind gibt es insgesamt nur sehr wenige Einträge, welche sich schwerpunkt-
mäßig auf Probleme von Windbruch und Empfehlungen zur Baumpflege beziehen.
2.4 Vegetationsdefizite und Maßnahmenvorschläge
Das häufigste Symbol auf der Klimamap Witten ist der grüne Baum, der als Signatur für Orte dient, an
denen Bäume gepflanzt werden könnten. Einen Überblick über das gesamte Stadtgebiet zeigt die Abbil-
dung 21, Schwerpunkte sind in den Tabellen 4 und 5 aufgelistet.
Insbesondere in den Stadtteilen Witten-Mitte (Abb. 22), Stockum/ Düren (Abb. 23) und im Bereich der
Flächen am Ruhrufer (Abb. 25) sehen Bürger Potential für Baumpflanzungen. Dabei geht es nicht nur
um die Schattenwirkung von Bäumen, sondern Baumstandorte können auch dem Rückhalt von Wasser
(Abb. 23) oder ganz allgemein zur Aufwertung des Straßenraums (Abb. 241) dienen.
12Klimamap Witten
Abb. 21 Überblick über die Einträge in die Klimamap zum Thema Wasser
Tab. 4 Auswertung der Ortsvorschläge für Baumpflanzungen und Maßnahmenvorschläge zur Begrünung
Ortsvorschläge Baumpflanzungen Grundsätzliche Maßnahmenvorschläge zur
(Grüner Baum) Begrünung
Baumpflanzung entlang der Straße für die Be-
Nordstraße, Mozartstraße, Uhlmannstraße
schattung
Herbeder Straße Sträucher, Bäume und Straßenbeete
Bereich an der Ruhr, Schleuse Herbede/ A43
Baumanpflanzungen
Freiflächen ohne Verschattung
Sportplatz „In den Tannen“ Reaktivierung als Vegetationsfläche
Stockumer Straße Anpflanzung von Bäumen (Allee)
13Klimamap Witten
Tab. 5 Auswertung der stadtweiten Vorschläge für Baumpflanzungen und Maßnahmenvorschläge zur Be-
grünung
Gesamtes Stadtgebiet
Ersatz von Vegetation welche durch Baumaßnahmen verloren sind
Bäume zur Beschattung von Wartebereichen
Mehr Bäume zu Erholungszwecken
Begrünung von Parkflächen
Flächenentsiegelungen, Begrünung (Rasen, …)
Abb. 22 Nordstraße, Witten-Mitte: Standortvorschläge Abb. 23 Stockumer Straße: Standortvorschläge für
für Bäume zur Beschattung Bäume als Retentionsraum
14Klimamap Witten
Abb. 24: Herbeder Straße: Aufwertung des Straßenraums durch Bäume
Abbildung 25: Freiflächen an der Ruhr: Standortvorschläge für Bäume
15Klimamap Witten
3. Zusammenfassung
An der Klimamap Witten wirkten 65 interessierte Bürger*innen mit, die nicht nur 79 Probleme im Hin-
blick auf Hitze, Starkniederschläge und Starkwindereignisse im Stadtgebiet lokalisierten, sondern auch
insgesamt 160 Maßnahmenvorschläge formulierten, davon 111 potentielle Standorte für Baumpflan-
zungen. Auffällig sind zum einen die Problemmeldungen in der Kategorie Hitze und zum anderen die
Pflanzvorschläge für Bäume. Letztere häufen sich an einigen Straßenzügen. Dies kann zum Beispiel be-
deuten, dass dort ein erhöhtes Potential besteht. Weiterhin scheinen einige Einträge zu den Ortsvor-
schlägen von Bäumen identisch zu sein, was darauf schließen lässt, dass jede gesetzte Baumsignatur für
einen konkreten Baum steht. Andere Einträge zu den Baumpflanzvorschlägen beziehen sich eher auf
größere Flächen und beispielsweise die Anpflanzungen auf Grünflächen zur Erhöhung der Aufenthalts-
qualität. In den Kategorien Probleme und Vorschläge zur Hitze wurden nicht nur Ideen und Hinweise zu
Orten mit erhöhten Problemen eingetragen, sondern auch beabsichtigte oder aktuell geplante Baumaß-
nahmen und die damit befürchteten Verschlechterungen angesprochen.
3.1 Konfliktschwerpunkte und Probleme
Gesamtstädtisch betrachtet scheinen ausgewiesene Bereiche der Stadtteile Witten-Mitte und Heven,
aber auch punktuell die restlichen Stadtteile unter klimatischen Gesichtspunkten im Hinblick auf das
Stadtklima und die Anpassung an den Klimawandel besonders problematisch und weisen Potential für
die Umsetzung klimaverbessernder Maßnahmen auf.
Hitze: - Bahnhofstraße (Witten-Mitte)
- Beethovenstraße (Witten-Mitte)
- Kornmarkt (Witten- Mitte)
- Sonnenschein (Witten-Mitte)
- Brauckstraße (Rüdinghausen),
Überschwemmungen: - Husemannstraße (Witten-Mitte)
- Rauhe Egge (Herbede)
- Borgäcker (Stockum/ Düren)
Starkwind: - Buchholzer Straße (Herbede)
- Rheinischer Esel/ Brunnebecker Sraße (Rüdinghausen)
- Stockumer Bruch (Stockum/ Düren)
- Hörder Straße (Stockum/ Düren)
Baumpflanzungen: - Nordstraße (Witten-Mitte)
- Herbeder Straße (Witten-Mitte)
- Stockumer Straße (Stockum/ Düren)
- Ruhrufer (Heven/ Herbede)
16Klimamap Witten
3.2 Präferierte Klimaanpassungsmaßnahmen
Häufig genannte Maßnahmenvorschläge der Bürger sind Baumpflanzungen und die Installation von Ver-
schattungen, um sich vor den Klimafolgen zu schützen und sich an zukünftig höhere Temperaturen an-
zupassen.
Hitze: Baumpflanzungen (Schattenwurf), Überdachungen (Photovoltaik)
Infolge von Starkregenereignissen kommt es bereits heute schon zu Überschwemmungen und volllau-
fenden Kellern. Dementsprechend wird vorgeschlagen, dass die Kanäle saniert werden und Regenrück-
haltemöglichkeiten geschaffen und ausgebaut werden, beispielsweise in Form von Regenrückhaltebe-
cken und Straßengräben.
Überschwemmungen: Regenrückhalt, Kanalsanierungen
Um negativen Folgen von Starkwindereignissen wie Baumsturz zu vermeiden werden verstärkte Baum-
pflegemaßnahmen sowie Ausgleichspflanzungen empfohlen.
Starkwind: Wind-/Erosionsschutzanpflanzungen (Bäume, Hecken, Sträucher, …)
Besonders im Bereich Vegetation, Begrünung und Baumpflanzungen werden konkrete Orte und Maß-
nahmen benannt. Es gibt eine sehr hohe Zahl von Einzelempfehlungen, die bei Neuplanungen in diesen
Bereichen auf ihre Wirksamkeit geprüft werden sollten.
Baumpflanzungen: Alleen, Hecken, Obstbäume, Mischkulturen, Wiederaufforstung, Ersatz
nach Fällung, Begrünung von Parkflächen, Flächenentsiegelungen.
3.3 Weiterer Umgang mit den Vorschlägen
Die aus der Bürgerschaft kommenden Einträge in die Klimamap Witten werden im weiteren Verlauf der
Projektarbeiten an verschiedenen Stellen berücksichtigt:
Die Meldungen von Problemen bezüglich Hitze, Wasser und Sturm werden abgeglichen mit den Ergeb-
nissen aus den klimatischen Betroffenheitsanalysen für Witten. Hier ergeben sich insbesondere bei den
Hitzeproblemen große Übereinstimmungen mit der Ausweisung der Hitzeareale im Stadtgebiet.
Alle Vorschläge für Klimaanpassungsmaßnahmen wurden gesichtet und werden in den Katalog der Maß-
nahmensteckbriefe, der im Herbst fertiggestellt sein wird, einfließen. Auch die Verortung der Maßnah-
men wird im Konzept geprüft und gegebenenfalls als Empfehlung für die Umsetzung aufgenommen.
Bei den im Sommer geplanten 2 Quartiersworkshops für die Öffentlichkeit werden verschiedene
Schwerpunkte von Problemen und Maßnahmen aus der Klimamap vorgestellt und diskutiert. Insbeson-
dere die Einträge aus den Innenstadtbereichen von Witten werden dabei eine bedeutende Rolle spielen.
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