Kommunikation Deutsch - Kontextmodul - Hamburger Verständlichkeitskonzept
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Kontextmodul
Kommunikation Deutsch
Verständlich schreiben
nach dem Hamburger
Verständlichkeitskonzept
Dr. Othmar Baeriswyl
Dozent
T direkt +41 41 349 35 44
othmar.baeriswyl@hslu.ch
Horw 29. Februar 2020
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 1, 29.02.2020Erste Seite eines Buches Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit © by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 2, 29.02.2020
Ziele
- Sie können einen Text anhand der Kriterien des
Hamburger Verständlichkeitskonzepts überprüfen und
bewerten.
- Sie können einen komplizierten Fachbeitrag in einen
verständlichen Text übersetzen.
- Sie können eigene Texte adressatengerecht
verfassen.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 3, 29.02.2020Rigi-Modell: Wo sind wir?
Ablaufmuster Forschungsprojekt mit Wissenschaftlicher Informationsbeschaffungs- (Recherche), verarbeitungs- und
Dokumente (Output)
wissenschaftlichem Anspruch vermittlungsprozesse (Dokumentation)
Ausgangs-
Theoretische Auftrag, Bedürfnis,
lage
Problemstellung Aufgabe Anliegen
Notizzettel,
Analyse Ausgangslage (Problem, Recherchieren W issensbank mit
Aufgabe, Benutzerszenario), Informationen verarbeiten:
(Ausgangslage, Zusammenfassungen,
lesen, analysieren, systematisieren, priorisieren
Erarbeiten der Grundlagen, Begriffsdefinitionen, Zitaten,Checklisten
Analyse & Planung (ZB1-2)
bezüglich Relevanz und wissenschaftlicher Qualität
(Grundlagen-)Wissen aneignen Forschungsstand)
Planung: Organisation,
(Software wie CITAVI
Zeit, Ressourcen
usw.)
Hauptziele, Zwischenziele definieren
Eigenleistung
Projektdokus
(Infos Primärforschung)
Fragen, Hypothesen formulieren (Zwischenberichte,
Sekundärforschung)
Fremdwissen (Infos
Aktennotizen)
Knac k nus s «c hronologis c h - analy tis ch»
Teilfrage stellen,
Teilaufgabe Dokument planen, Disposition (Exposé)
analysieren Strukturgebung (Aufbau)
Layout
(Vorlage)
Methoden wählen
erstellen
Textbausteine
Projektschritte (ZB 3-5)
Vorgehen,
Geeignete
(Inhalte) integrieren
Reflektieren
Problemlösungs-
zyklus Zitieren &
bibliografieren
Rohfassung
Ueberprüfung Wissenschaftsstil
Verständlicheitsüberprüfung
schreiben,
überarbeiten
Multimedial
Umsetzen, umsetzen
ausführen. Problem (visualisieren)
lösen
Abschlussredaktion
(Zwischen-)Ergebnisse testen
Kontrolle, Ergeb-
Abstract
nis (ZB5-AB)
analysieren & interpretieren
W issenschaftliches
publizieren Dokument
produzieren
präsentieren Vortrag
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 4, 29.02.2020Verständlichkeit - Gotthartmodell
verstehen
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 5, 29.02.2020Sachbezogenheit
(Wissenschaftlichkeit) und
Verständlichkeit
Ein Widerspruch?
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 8, 29.02.2020Nein! Eine Gratwanderung
sachbezogen publikumsbezogen
Komplexität Verständlichkeit
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 9, 29.02.2020Hamburger
Verständlichkeitskonzept (HVK)
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 10, 29.02.2020Untersuchungsdesign
- Ziel: Kriterien finden, die einen Text leicht bzw.
schwer verständlich machen
- Samples: Studierende, Erwachsene
- Untersuchungseinheiten:
verschiedenste Textsorten
- Methode: Experiment
- 18 vorgegebene Beurteilungskriterien, die zu vier
Faktoren/Dimensionen kondensiert werden
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 11, 29.02.2020Verständlichkeit (4 Dimensionen)
Einfachheit
++ + 0 - --
Gliederung/Zusammenhang
++ + 0 - --
Kürze
++ + 0 - --
Anschaulichkeit, anregende Zusätze
++ + 0 - --
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 12, 29.02.2020Dimension Einfachheit bei der Wortwahl
++ + 0 - --
Fremd-/Fachwörter spärlich Suizid → Selbstmord
einsetzen, erklären Downloaden → herunterladen
kurze, einfache Wörter Fragestellung → Frage
Verben statt Zur Diskussion stellen →
Funktionsverbgefüge diskutieren
Ein Wort statt Adjektiv + Im wirtschaftlichen Bereich →
Substantiv in der Wirtschaft
konkrete, anschauliche Amphibien → Frösche und
Wörter Kröten
Mischung der Farben →
Verben statt Nominalstil
die Farben mischen
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 13, 29.02.2020Dimension Einfachheit beim Satzbau
++ + 0 - --
einfache, aber dennoch ganze Sätze machen
Verben nicht nachhinken lassen, sondern vorne im Satz bringen;
nahe beim Subjekt
Nebensätze nicht in den Hauptsatz schieben (Schachtelsatz),
sondern hinten anhängen
Die Hauptsache in den Hauptsatz; Vorspann vermeiden
Statt Attribut- und Adverbialsalat: Umstandsangaben in Form von
Nebensätzen anhängen
Aktivsätze statt Passivsätze
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 14, 29.02.2020Dimension Gliederung: formale Ordnung
++ + 0 - --
Absätze, Aufzählungen
gegliedert
(einheitliche Form)
Titel und Zwischentitel (keine
Ordnung durch Titelei
Bleiwüste)
Wesentliches ist Hervorhebungen, Schlagzeilen,
hervorgehoben Abbildungen, Tabellen
Kohäsion Grammatikalisch verknüpft
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 15, 29.02.2020Dimension Gliederung: inhaltliche Kohärenz
++ + 0 - --
folgerichtiger, logischer chronologisch, wissen-
Aufbau schaftlich, argumentativ
roter Faden im Dokument
Einleitungen, Überleitungen
erkennbar
Sinnvolles Gefüge von Einbettung, Erläuterung von
Text und Bild Abb. und Tab.
(Legenden, Verweise im Text)
Inhaltliche Einbettungen Einführung, Kommentierung
von Fremdtexten von Zitaten
Sinnvolle Gewichtung der
Prioritätensetzung
Inhalte in Bezug auf die
(Hauptteil, Anhang)
Aufgabenstellung
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 16, 29.02.2020Dimension Kürze
(je nach Textsorte und Rezipient)
++ + 0 - --
Zu kurz Zu lang
Der goldene Mittelweg
Auf das Wesentliche
Viel Unwesentliches
beschränkt
gedrängt breit
konzentriert abschweifend
knapp ausführlich
Vieles hätte man
Jedes Wort ist notwendig.
weglassen können.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 17, 29.02.2020Dimension: Anreize (je nach Textsorte)
++ + 0 - --
Anregend, abwechslungsreich, interessant, packend
• attraktives Layout, ansprechende Farben, packende Bilder
• attraktive Titel und Legenden
• unterhaltend, personifizierend (Storytelling)
• auf die Bedürfnisse, Anliegen und Erwartungen der
Leserschaft eingehen
• Einsatz rhetorischer Figuren (Vergleich, Metapher, Ironie usw.)
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 18, 29.02.2020Verständlichkeitskiller
- Unübliche Wortverwendung, unerklärte Fachwörter,
gesuchte Metaphern, Insiderbegriffe, unerklärte Abk.
- Nominal- und Attribut-Konstruktionen
- Verschachtelte Sätze mit zu viel Information
- Klammersätze, bei denen inhaltliche Zusammenhänge
weit auseinander liegt
- Sätze, die mit einem Nebensatz oder einem unnötigen
Vorspann beginnen
- Texte, bei denen Titel und Anfang nicht schnell klar
machen, worauf der Schreibende hinaus will (Einstieg)
- Texte ohne roten Faden und ohne
Strukturierungshilfen
- Texte mit abstrakten Fakten ohne Beispiele und
betroffene Menschen
- Komplizierte, unübersichtliche, schwer lesbare
Abbildungen
- Texte mit Orthografie- und grammatikalischen Fehlern
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 19, 29.02.2020Voraussetzungen 1 für verständliche Texte:
Kohäsion als grammatikalische
Verknüpfung von Texten
(siehe Skript Textlinguistik, Kap. 3.3)
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 20, 29.02.2020Bezug auf denselben Sachverhalt
mit ausgetauschten Begriffen
Rekurrenz (lat.: zurückkommen):
Ein Wort aus einem früheren Satz wird später im Text wieder aufgenommen.
Beispiel: Wir haben Ihre Offerte erhalten, besten Dank! Sobald wir alle
Offerten geprüft haben, werden Sie umgehend von uns hören.
Substitution (Ersatz durch Synonym):
Ein Wort aus einem früheren Satz wird später im Text durch ein verwandtes
Wort ersetzt, zum Beispiel durch ein Synonym (Wort mit gleicher
Bedeutung), einen Oberbegriff oder einen Unterbegriff.
Beispiel: Der Nationalrat lehnt die Initiative ab. Die grosse Kammer befand,
die Initiative verstosse gegen das Völkerrecht.
Pro-Form: Pronomen (Fürwort) oder Adverb (Nebenwort):
Ein Wort aus dem Text wird in einem anderen Satz ersetzt durch einen
Stellvertreter, zum Beispiel ein Pronomen oder ein Adverb.
Beispiele:
Susanne ist unsere Abteilungsleiterin. Sie hat Volkswirtschaft und
internationales Recht studiert.
Stellen Sie die Medienmitteilung ins Internet, dort können alle Interessierten
einfach darauf zugreifen. Stellen Sie die Medienmitteilung ins Internet, dort
können alle Interessierten einfach darauf zugreifen.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 21, 29.02.2020Tempus: Zeitliche Verbindung
(Beispiel: chronologische Abfolge)
Tempus (Zeit):
Der Text wird dadurch kohäsiv, dass die Verben in derselben Zeitform
(z.B. Präteritum/Vergangenheit bei Erzählungen) bzw. nach den Regeln der
Vor- und Nachzeitigkeit erscheinen.
Beispiel: Nachdem wir die Ergebnisse der Marktumfrage ausgewertet hatten,
starteten wir eine neue Imagekampagne. Diese verbesserte unsere
Imagewerte um 1.4 Punkte.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 22, 29.02.2020Konnektoren (verbindende Wörter)
Konnektoren sind Wörter (in der Regel Partikel), welche Verbindungen
zwischen Sätzen herstellen. Diese Verbindungen können sein:
- additiv: und, auch, ferner, ebenso, einerseits, andererseits, ausserdem …
- adversativ: aber, dagegen, demgegenüber, stattdessen …
- kausal: weil, da, sodass, um zu, denn, also, folglich, somit …
- final: damit, dazu, deshalb, deswegen, hierfür …
- konzessiv: trotz, obwohl, allerdings, gleichwohl …
- temporal: als, nachdem, zuvor, während …
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 23, 29.02.2020Unbestimmter und bestimmter Artikel
(Geschlechtswort)
Ein neues Element wird grundsätzlich mit dem unbestimmten Artikel in den
Text eingeführt. Auf dieses Element wird im Folgenden mit dem bestimmten
Artikel oder dem Demonstrativpronomen verwiesen.
Beispiel: Wir unterbreiten Ihnen heute einen Vorschlag. Wir bitten Sie, den
Vorschlag wohlwollend zu prüfen.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 24, 29.02.2020Voraussetzungen 2 für verständliche Texte:
Kohärenz als thematischer
(inhaltlicher) Zusammenhang
(siehe Skript Textlinguistik, Kap. 3.4)
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 25, 29.02.2020Kohärenz durch Bezug zum
gleichen Themenbereich
a) Isotopie: Verschiedene Wörter aus demselben Bereich
Beispiel: „Zielgruppe“, „Markt“, „Nische“, „Produkt“, „Werbung“,
„ansprechen“, „strategisch“, „positionieren“ und „neu“ in einem
Marketingkonzept.
b) Thema: Verbindung durch ein gemeinsames (übergeordnetes) Thema
(Thema: Lautsprecher oder Ferien)
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 26, 29.02.2020Kohärenz durch Bezug zu kulturellen
Denkmustern / Weltbildern beim Leser
a) Frame und Script (gespeicherte Szenen):
Menschen speichern ihren Wortschatz und ihr Wissen generell in Form
von „Szenen“, zum Beispiel dem Szenario „Restaurantbesuch“. Fällt in
einem Text ein Wort aus diesem Bereich, zum Beispiel „Kellner“ oder
„freier Tisch“, so wird im Kopf des Lesers ein Rahmen (frame) aufgetan,
in welchen alle weiteren Informationen eingepasst werden. Ein Satz wie
„Wir studierten das Menü“ kann nun leicht verstanden werden, kein Leser
wird glauben, es sei vom Menü eines Computerprogramms die Rede.
b) Vernetzungsmuster (allgemeine Regeln):
Sätze werden durch logische Zusammenhänge miteinander verknüpft,
die der Leser aufgrund seines Weltwissens (seiner Erfahrung) erkennen
kann.
Die Sätze „Hans kommt nicht zur Sitzung. Er ist krank.“ sind für jeden
Leser sinnvoll und kohärent, weil man weiss, dass Menschen, die krank
sind, normalerweise zu Hause bleiben.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 27, 29.02.2020Exkurs: Lesbarkeit Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit © by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 28, 29.02.2020
Exkurs: Verständlichkeit – Lesbarkeit
Verständlichkeit bezieht sich primär auf den Inhalt und
den Stil eines Textes.
Forschungsfrage: Bei welchen inhaltlichen und stilistischen
Konstellation wird der Inhalt eines Textes mehr oder
weniger gut verstanden?
Lesbarkeit setzt den Akzent auf quantitative (Wort- und
Satzlänge) und formale Textelemente wie die Typografie
(Durchschuss, Schriftgrösse, Farbwahl, Spalten usw.).
Forschungsfrage: Unter welchen (quantitativen und
typografischen) Voraussetzungen wird ein Text mehr oder
weniger gut (schnell) gelesen?
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 29, 29.02.2020Übungen allgemein
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
36, 29. Februar 2020
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 36, 29.02.2020Übung A1: Sätze redigieren
a) Die Fischbestände in den inneralpinen Gewässern waren erneut einer Reduktion
unterworfen.
b) Die Vergrösserung der öffentlichen Bepflanzungsflächen soll die Attraktivität der
innerstädtischen Detailhandelszone steigern.
c) Das Ziel der Kontaktgespräche war nebst der Kontaktaufnahme allenfalls auch eine
Praktikumsstelle, welches Bestandteil der Ausbildung ist, für den Februar 2017 zu
finden (Student).
d) Das ergibt sich auch aus einer anderen Bestimmung des ZGB (ZGB 31), wonach
vor der Geburt das Kind unter dem Vorbehalt rechtskräftig ist, dass es lebendig
geboren wird (Leserbrief, NLZ).
e) Die Sachlage ist die, dass unser Zulieferer Schwierigkeiten hatte, die mit uns
vereinbarten Termine einzuhalten.
f) Der Richter forderte den Angeklagten zu einer ausführlichen Schilderung des
Tathergangs auf.
g) Die von uns veranlasste Hinzuziehung eines Experten bestätigte unseren Eindruck,
dass unseriöse Abklärungen der Finanzlage zum Crash des Unternehmens geführt
hatten.
h) Schwierig wird es jedoch, wenn durch (teilweise) unkorrektes Deutsch der Inhalt
nicht mehr verstanden wird oder wenn dadurch Mehrdeutigkeiten entstehen, die
ein Verständnis erschweren oder verunmöglichen. (Student)
i) Was die Veranstaltung betrifft, so ist es keine Übertreibung zu behaupten, dass die
Beteiligung aller Mitarbeiter als lebhaft und engagiert zu bezeichnen ist. An dieser
Stelle darf wohl mit Fug und Recht behauptet werden, dass Veranstaltungen dieses
Zuschnitts ausserordentlich geeignet sind, das «Wir-Gefühl» der Mitarbeiter in
Bezug auf die Firma zu verstärken.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 37, 29.02.2020Übung A1: Sätze redigieren (Lösung)
a) (Abstrakte Begriffe und Nominalisierungen) In den Schweizer Bergen ging die Zahl
der Fische erneut zurück.
b) (Abstrakte Begriffe, Nominalisierung, mehrere Attribute) Wenn wir mehr
Blumenbeete anlegen und zusätzliche Bäume pflanzen, werden die
Einkaufsstrassen in der Altstadt attraktiver.
c) (Eingeschobener Nebensatz) Bei den Kontaktgesprächen sollten die Studierenden
die Firmen kennen lernen und allenfalls eine Praktikumsstelle für den Februar 2017
finden. Das Praktikum ist Bestandteil der Ausbildung..
d) (Umständliche Formulierungen) Selbst im ZGB (Art. 31) steht, dass ein Kind bereits
vor der Geburt rechtsfähig ist, sofern es lebendig geboren wird.
e) (unnötiger Vorspann) Unser Zulieferer hatte Schwierigkeiten, die vereinbarten
Termine einzuhalten.
f) Nominalisierung) Der Richter forderte den Angeklagten auf, den Tathergang
ausführlich zu schildern.
g) Nominalisierung) Wir hatten einen Experten beiziehen lassen. Dieser bestätigte
unseren Eindruck, dass …
h) Redundante Ausdrucksweise, komplizierter Satz) Schwierig wird es jedoch, wenn
unkorrektes Deutsch den Inhalt schwer verständlich und mehrdeutig macht.
i) (Überflüssiges Blabla) An der Veranstaltung mit den Aussendienstmitarbeitern
haben sich alle Beteiligten lebhaft engagiert. Solche Anlässe stärken eindeutig das
Wir-Gefühl in der Firma.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 38, 29.02.2020Übung A2: Aufzählungen korrigieren Korrigieren Sie die nachfolgende Aufzählung nach dem Hamburger Verständlichkeitskonzept: Zwar ist auch das von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, aber in einer repräsentativen Emnid-Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung wollten immerhin - 54% der Befragten mehr darüber wissen, was die Geschäftsleitung plant. - Auf Platz zwei der Wunschliste standen mit 37% die Informationen über organisatorische Veränderungen im Betrieb. - Und ebenfalls 37% wollten mehr darüber wissen, wie sich die allgemeine Situation des Unternehmens entwickelt.
Übung A2: Aufzählungen korrigieren (Lösung)
Zwar ist auch das von Unternehmen zu Unternehmen
unterschiedlich, aber in einer repräsentativen Emnid-Untersuchung
der Bertelsmann-Stiftung wollten immerhin
- 54% der Befragten mehr darüber wissen, was die
Geschäftsleitung plant,
- 37% der Befragten Informationen Informationen über
organisatorische Veränderungen im Betrieb erhalten,
- ebenfalls 37% der Befragten mehr darüber wissen, wie sich die
allgemeine Situation des Unternehmens entwickelt.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 40, 29.02.2020Übung A3: Text beurteilen und redigieren
Schloss Schönbrunn – Schlossgeschichte
Erst wer auf der Gloriette, dem alles überragenden, von Maria Theresia
erbauten klassizistischen Kolonnadenbau steht, im Rücken die noch recht
naturbelassenen Wälder des Fasangartens, vor sich das weite, wenn auch
inzwischen verbaute Wienflusstal, kann verstehen, warum sich Maximilian
II. anno 1569 in diesen Landstrich verliebte, die sog. Kattermühle samt
Gutshof, Wiesen und Äcker erstand und in ein Jagdschloss mit Garten und
Teichen umbauen liess. Erst wer an der Westseite durch den Botanischen
und den Tiroler Garten auf diesen Hügel gestiegen ist, erahnt, warum sich
Franz Stephan, Maria Theresias Gatte, und nach ihm Erzherzog Johann, der
Sohn Leopolds II., bevorzugt in diesen Refugien der Stille und
Wissenschaften aufhielten. Und erst wer von dort oben auf die imperiale
Pracht zu seinen Füssen hinabschaut, kann sich vorstellen, wovon der
Hofarchitekt Johann Bernhard Fischer von Erlach träumte, als er – die
türkischen Belagerer hatten das Jagdschloss inzwischen zerstört –
1692/1693 seinen ersten Entwurf für den Neubau vorlegt: ein
gigantomanisches, auf Höhe der heutigen Gloriette gelegenes Gebäude –
eine Art Über-Versailles, mit dem Bauherr Joseph I. dem feindlichen
Frankreich Paroli bieten und die Grösse Karls V. beschwören sollte. (Aus:
Weiss, W. (200=: Wien. Ostfieldern: Dumont.)
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 41, 29.02.2020Übung A3: Text beurteilen und redigieren
(Lösung)
Schloss Schönbrunn – Schlossgeschichte
Wo heute das Schloss Schönbrunn steht, befand sich im 16. Jahrhundert die
sogenannte Kattermühle mit eigenem Gutshof, Wiesen und Äckern. Kaiser
Maximilian II verliebte sich im Jahre 1569 in diesen Landstrich, erstand das
ganze Anwesen und liess es in ein Jagdschloss mit Garten und Teichen
umbauen. Dieses Jagdschloss wurde von den türkischen Belagerern 1683
vollständig zerstört. Bereits 1692 legte der Hofarchitekt Johann Bernhard
Fischer von Erlach seinem Bauherrn, Joseph I, einen Entwurf für ein
gigantisches Schloss vor, das selbst Versailles hätte überbieten sollen.
Gebaut wurde jedoch der heutige, dreiflüglige Sandsteinbau, der von den
Nachfolgern Joseph I sukzessive mit barockem Direktor ausgestattet wurde.
Umgeben ist das Schloss von zahlreichen Gärten. Viele Habsburger hielten
sich bevorzugt in diesen Refugien der Stille und der Wissenschaft auf,
darunter Kaiser Franz Stephan und Erzherzog Johann. Der heutige Besucher
gelangt durch den Botanischen und den Tiroler Garten auf den höchsten
Punkt des Schlossparks, wo Maria Theresia die sogenannte Gloriette, einen
klassischen Säulenbau errichten liess. Von dort geniesst man den Blick über
das weite, inzwischen verbaute Wienflusstal und den recht naturbelassenen
Fasangarten.
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© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 42, 29.02.2020Übung A4: Text umschreiben (Aufgabe)
Aufgaben- Schreiben Sie den unten stehenden Text aus dem Wirtschaftsteil
stellung der NZZ Online (10. August 2016) so um, dass er für ein
wirtschaftlich wenig bewandertes Publikum verständlich ist.
Rahmenbe- • Per E-Mail an othmar.baeriswyl@hslu.ch (fakultativ)
dingungen
Uebungstext Blasengefahr am Immobilienmarkt verringert sich
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 43, 29.02.2020Übung: Text umschreiben (Lösung)
Preise für Immobilien immer noch zu hoch
In der Schweiz sind die Preise für Immobilien immer noch sehr hoch. Doch die
Grossbank UBS hat berechnet, dass sich der Markt für Wohnungen und Häuser
beruhigen sollte.
cts. Sein Geld in Immobilien zu stecken, bleibt in der Schweiz riskant. Die UBS erstellt
regelmässig einen Index, der anzeigen soll, ob sich auf dem Immobilienmarkt eine
Blase abzeichnet. Eine Blase würde bedeuten, dass die Preise so hoch sind, dass sie
plötzlich zusammenbrechen könnten. Im zweiten Quartal 2016, das heisst in den
Monaten April bis Juni, lag dieser Index bei 1,32 Punkten und damit in der Risikozone
(siehe Grafik). Gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres 2016 sank der Index um
0,03 Punkte. Das bedeutet, dass der Markt sich beruhigt und die Preise sich
normalisieren. Preise bleiben gleich Zwei Faktoren sorgen für die Normalisierung der
Preise: Erstens bleiben die Preise für Eigenheime stabil. Weil gleichzeitig das Geld an
Wert verliert (sogenannte Inflation), sind die Preise tatsächlich leicht gesunken.
Zweitens haben nicht mehr so viele Leute eine Hypothek aufgenommen. Alle privaten
Haushalte zusammen haben nur 2,7% mehr Hypotheken aufgenommen als 2015.
Dieser Anstieg ist so gering wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Gleichzeitig
sind die Zinsen für Hypotheken wegen des Brexit nochmals gesunken. Eine Hypothek
kostet derzeit etwa 30% weniger als noch vor drei Jahren. Investitionen in Häuser sind
trotzdem immer noch beliebt. Das zeigt auch die Menge der Baubewilligungen. In der
ersten Jahreshälfte wurden Baubewilligungen für 30'000 Wohnungen erteilt. Das sind
8% mehr als in der ersten Jahreshälfte des letzten Jahres.
Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit
© by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 44, 29.02.2020Herzlichen Dank fürs Mitmachen! Einleitung Gotthardmodell Verständlichkeit Kohäsion Kohärenz Lesbarkeit © by mediata sa, Villars-sur-Glâne/CH Folie 45, 29.02.2020
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