Künstliche Intelligenz für die Gesundheit - nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot - Cashkurs*Trends

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Künstliche Intelligenz für die Gesundheit - nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot - Cashkurs*Trends
CASHKURS★Trends INVESTIEREN IN DIE ZUKUNFT                                                 Ausgabe 135
                                                                                             20.01.2021
unabhängig nachhaltig wissenschaftlich

                                                                              PROBEAUSGABE
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TREND-THEMA DES MONATS
Künstliche Intelligenz für die Gesundheit –
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nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot
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hilibus illabore cum et officias.

                                     www.cashkurs-trends.de I www.cashkurs.com I www.godmode-trader.de

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Künstliche Intelligenz für die Gesundheit - nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot - Cashkurs*Trends
CASHKURS★Trends INVESTIEREN IN DIE ZUKUNFT                                                                                                    Ausgabe 135
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Liebe Leserinnen und Leser!

Das Streben nach einem langen und krankheitsfreien Leben        letzter Schluss hat unsere Spezies aber auch arrogant
ist so alt wie die Menschheit selbst und sorgt als Triebfeder   und selbstherrlich gegenüber der Natur und dem Planeten
seit Menschengedenken dafür, dass laufend medizinische          gemacht.
Innovationen vorangetrieben werden. Krankheiten, die in den
letzten Jahrhunderten noch einem Todesurteil gleichkamen,       Allerdings, das Grundprinzip der Wissenschaft fußt auf der
konnte mithilfe der stetigen Entwicklung in der Medizin suk-    These „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Keine Dogmen, keine
zessive der Schrecken genommen werden.                          Ideologien bringen den Menschen weiter, sondern die Fähig-
                                                                keit, sich und die eigenen Thesen jeden Tag aufs Neue zu
Heute kaum mehr vorstellbar, vermochte es eine simple           prüfen und kritisch zu hinterfragen. Nur so ist Fortschritt und
bakterielle Infektion noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts       laufender Erkenntnisgewinn überhaupt denkbar.
einen jungen und kerngesunden Menschen dahinzuraffen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland im         Die Erkenntnisse der modernen Medizin ermöglichen es, die
Jahr 1900 betrug, mitunter auch hervorgerufen durch Krieg       Lebensqualität für jeden einzelnen zu verbessern. Und dank
und Mangelernährung, lediglich 46 Jahre.                        der digitalen Möglichkeiten der Moderne hat die Menschheit
                                                                nun auch endlich die Chance, eine schier unendliche Menge
Dank der Etablierung von Antibiotika und der Erforschung        an Daten global zu sammeln, zu speichern und in Kontext
von Viren- und Bakterienstämmen konnte vielen einstmals le-     zueinander zu setzen.
bensbedrohlichen Krankheitserregern der Schrecken genom-
men werden und der Gesundheitszustand flächendeckend            Um die hochkomplexen Mechanismen und Wechselwirkun-
verbessert werden.                                              gen im menschlichen Körper besser verstehen zu können
                                                                und adäquate Antworten auf alle möglichen Krankheitsbilder
Demut trotz Fortschritt                                         zu haben, ist dies auch bitter nötig. Uns fehlt lediglich ein
                                                                Co-Pilot, der dort weitermacht, wo der menschliche Geist
Im Rückspiegel betrachtet haben wir als Spezies Mensch          seine Grenzen hat.
Enormes geleistet. Wir konnten Krankheiten besiegen
und verfügen heute, so glauben wir zumindest, über das          Künstliche Intelligenz in der Gesundheit wird dieser
Wissen hinsichtlich der Logiken und Gesetzmäßigkeiten der       Co-Pilot werden, der den Menschen aber nicht ersetzen
Natur. Dieses – vermeintliche – Wissen um der Weisheit          wird. Vielmehr soll uns die Technologie dabei unterstützen,

Inhalt
2   Editorial                                                   Disclaimer
4   Studie: Künstliche Intelligenz für die Gesundheit –         Hinweis gemäß §34b WPHG we­gen mög­licher Interessen­kon­flik­­te:

    nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot               An der Er­ stellung von CashKurs*Trends beteiligte Perso­     nen halten zum Zeitpunkt der ersten
                                                                Analyse­er­stel­lung grundsätzlich keine Ak­tien oder Deri­vate der analysierten Unterneh­men. Sollte
13 Trendphasen                                                  dies ausnahmsweise doch der Fall sein, wird in der Analyse explizit darauf hingewiesen. Nach

14 Die besten Aktien                                            Veröffentli­chung der ersten Analyse steht es den beteiligten Per­so­nen frei Posi­ti­onen in diesen
                                                                Papieren aufzubauen. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass beteiligte Per­so­nen NACH Ver-
20 Technische Analyse                                           sand der ersten Ana­lyse an die Kunden ebenfalls Positionen in diesen Aktien eingehen und diese
                                                                auch zum Zeit­punkt folgender Analysen noch hal­ten. Mögliche Interes­sens­kon­flik­te sind daher zu
23 Langfristiges Depot                                          berücksichtigen.

24 Impressum

                                                                                                                                                                  2
Künstliche Intelligenz für die Gesundheit - nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot - Cashkurs*Trends
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                                                                                                                  20.01.2021
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menschliches Leid zu verhindern, Krankheiten frühzeitig zu     Alphabet und der Rest von Big Tech haben ihre Fühler schon
erkennen sowie effektive und personalisierte Medikamente       längst ausgestreckt. Hier sind auch Gesellschaft und Politik
zu entwickeln.                                                 gefordert, sich dem Thema nicht furchtvoll zu verschließen.

Zudem kann dank dem klugen Einsatz von KI die medizini-        Vielmehr ist es nötig, durch einen öffentlich geführten poli-
sche Grundversorgung verbessert und Ärzte von zeitrauben-      tischen Diskurs, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung in
den und sich wiederholenden Tätigkeiten befreit werden, da-    der Gesundheit in die richtigen Bahnen zu lenken. Ansonsten
mit diese wieder mehr Zeit für den Patienten haben, anstatt    läuft die Gesellschaft Gefahr, von Amazon & Co. früher oder
sich mit Papierkram abmühen zu müssen.                         später vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Was KI in der Gesundheit schon heute möglich macht             Glücklicherweise gibt es aber auch jenseits der digitalen
                                                               Datenkraken nicht wenige Spieler, die ihren Beitrag leisten
Schon heute unterstützen KI-Systeme Ärzte in der Früher-       möchten, um das Gesundheitswesen effizienter zu gestalten
kennung von Krebs und helfen damit, unnötiges Leid zu          und somit einen wertvollen Dienst für die Gesellschaft zu er-
verhindern oder zumindest zu begrenzen. Und die effiziente     bringen. Die wichtigsten Spieler rund um den Trend ‚KI in der
Handhabung großer Datensätze im Gesundheitswesen               Gesundheit‘ und die weitere Marschroute des Zukunftsmark-
mithilfe ausgeklügelter KI könnte verhindern, dass Patienten   tes hat Dr. Eike Wenzel in dieser erkenntnisreichen Studie
zu spät oder gar mit den falschen Behandlungsansätzen          wieder für uns aufbereitet.
versorgt werden.
                                                               Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Wichtig ist lediglich, verantwortungsvoll mit diesen emp-
findlichen Daten und der Technologie umzugehen. Amazon,        Ihr Christof von Wenzl vom Cashkurs*Trends-Team

                                                                                                                                3
Künstliche Intelligenz für die Gesundheit - nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot - Cashkurs*Trends
Ausgabe 135
20.01.2021
                         CASHKURS★Trends INVESTIEREN IN DIE ZUKUNFT
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                         STUDIE – ZAHLEN UND FAKTEN

                         Künstliche Intelligenz für die
                         Gesundheit – nicht mit dem Autopilot,
                         sondern als Co-Pilot
                         Von Dr. Eike Wenzel, Institut für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ)

                         Der Gesundheitssektor steht vor dem Sprung in die digitale Ära. Die Künstliche Intelligenz wird
                         dabei die maßgebliche Produktivkraft sein. Sie verkürzt die Entwicklungszeit für Medikamente,
                         übernimmt lästige Routineaufgaben, macht Diagnosen sicherer und warnt vor Gesundheitsrisiken,
                         bevor sie zu Krankheiten führen. Ein spannender Zukunftsmarkt entsteht, der unsere medizini-
                         sche Versorgung menschlicher und erschwinglicher machen könnte.

                         Bislang war der Gesundheitssektor von einem Ziel-
                         konflikt geprägt: entweder die Versorgungsqualität           Unternehmen               WKN
Künstliche Intelligenz   zu verbessern oder die Kosten für die Versicherten          1. Twilio                 A2ALP4
verspricht effiziente    zu senken. Mithilfe der neuesten Entwicklungen der          2. Veeva Systems          A1W5SA
Gesundheit für jeden     Künstliche Intelligenz (KI) könnte in den kommenden         3. Medtronic              A14M2J
                         Jahren beides zugleich gelingen. Mittels KI kann es         4. Siemens Healthineers   SHL100
                         gelingen, effiziente Gesundheit für jedermann zu-           5. Roche                  855167
                         gänglich und bezahlbar zu machen.                           6. Centogene NV           A2PUCU

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                             1. Wie der Zukunftsmarkt der Künstlichen Intelligenz
                             in Medizin und Gesundheit funktioniert

                             In Medizin und Gesundheit zeichnet sich immer mehr ab, dass Künstliche Intelligenz (die intel-
KI und Maschinelles Ler-     ligente Verknüpfung von Daten) und maschinelles Lernen (Erkenntnisgewinnung aus Daten und
nen steigern die Effizienz   Algorithmen) die Wertschöpfung in den kommenden Jahren auf nahezu allen Ebenen verändern
des Gesundheitswesens        werden. KI unterstützt bereits heute die Fernüberwachung von Patienten, vereinfacht die Bildge-
                             bung (Röntgen, MRT, CT), hilft Ärzten, bessere Entscheidungen zu treffen und erleichtert Therapie-
                             entscheidungen in den Kliniken.

                             Milliardenbeträge werden investiert Künstliche Intelligenz in der Medizin hat im vergangenen Jahr
                             stark durch die Pandemie profitiert, die einen gesamtwirtschaftlichen Digitalisierungsschub aus-
Durch Corona wurde KI        löste. Laut CB Insights flossen allein im Pandemie-Herbst 2020 stattliche 8,4 Milliarden US-Dollar
als medizinische Schlüs-     an Investoren-Gelder in Gesundheits-Startups, die auf Künstliche Intelligenz und Digitalisierung
selinvestition erkannt.      spezialisiert sind (gegenüber dem Vorjahresquartal
                             entspricht das exakt einer Verdoppelung der Inves-
                             titionstätigkeit).

                             KI: Keine medizinischen Autopiloten, sondern
                             Co-Piloten

                             Die gute Nachricht vorweg: Künstliche Intelligenz
                             in Medizin und Gesundheit wird das vertrauensvol-
                             le Arztgespräch nicht ersetzen. Auch mittelfristig
                             bleibt es dabei: KI ist in der Gesundheit ein Co-Pi-
                             lot – kein Autopilot. Maschinelles Lernen findet bis
                             auf weiteres in engen Grenzen statt und besteht vor
                             allem in der Abarbeitung von repetitiven Tätigkeiten
KI avanciert zum idealen,    wie dem Vergleichen von Bildinhalten. Die „Erkennt-
wenn auch noch               nisse“ der Künstlichen Intelligenz brauchen auch
verbesserungswürdigen        in Zukunft den prüfenden Blick des menschlichen
Assistenten                  Experten, da sie nach wie vor eine Blackbox sind.
                             Denn nach wie vor lässt sich nicht genau nachvoll-
                             ziehen, wie die selbstlernenden Systeme zu ihren
                             Ergebnissen kommen. Und nach wie vor besteht die
                             Gefahr, dass Algorithmen voreingenommen sind
                             und falsche Schlüsse ziehen, eben weil nicht genau
                             nachvollzogen werden kann, wie sie genau zu ihren
                             Erkenntnissen kommen.

                             Als medizinische Co-Piloten sind sie jedoch schon
                                                                                      GESUNDHEIT IST EIN SCHLÜSSEL-
                             jetzt enorm hilfreich, beispielsweise um falsche Dia-
                                                                                      MARKT FÜR KI
                             gnosen und übertriebene Eingriffe in Form von Ope-
                                                                                              QUELLE: MARKETSANDMARKETS 2020
                             rationen oder Medikamentierung zu verhindern.

                                                                                                                               5
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                              unabhängig nachhaltig wissenschaftlich

                             Die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in der Medizin sind vielfältig: Durch die Ana-
                             lyse mehrerer tausend Krankengeschichten können Computerprogramme beispielsweise lernen,
                             Krankheits- und Therapieverläufe individuell vorherzusagen. Aus genetischen Analysen und Bild-
                             daten lässt sich mittels KI die Aggressivität eines Tumors berechnen und vorhersagen, ob eine
KI wird die Effizienz        Strahlen- oder Chemotherapie erfolgversprechender ist. KI-Systeme werden in einigen Jahren mit
medizinischer Therapie,      Sicherheit auch die Abläufe im Operationssaal optimieren. So können Operierende, die anspruchs-
Forschung und Diagnose       volle Eingriffe unter dem Mikroskop durchführen, per Sprach- oder Gestensteuerung Internetin-
um ein Vielfaches steigern   formationen zu Rate ziehen, die umgehend im Okular des Operationsmikroskops erscheinen. Und
                             was wir alle bereits kennen: Intelligente Assistenzsysteme, die auf Künstlicher Intelligenz basieren,
                             unterstützen Menschen mit eingeschränkter Mobilität (zum Beispiel nach einem Schlaganfall) bei
                             der Bewegungstherapie bedarfsgerecht, d.h. so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig („As-
                             sist-as-needed“). Dafür orientieren sich die selbstlernenden Systeme immer besser an den indivi-
                             duellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Menschen.

                             KI liefert bessere Medikamente, bessere Krebstherapien und Hilfe bei seltenen Krank-
                             heiten

                             Bei der Diagnose von Brustkrebs spielt Künstliche Intelligenz längst eine wichtige Rolle. Die Tücke
                             bei der Diagnose: viele Fälle von Brustkrebs werden nicht erkannt oder – mitunter noch schlimmer
                             – zu häufig wird aufgrund mangelnder Arztkompetenz Fehlalarm ausgelöst. Das Berliner Start-up
                             Merantix Healthcare hat deshalb die Software Vara entwickelt, die mithilfe Künstlicher Intelligenz
KI verspricht weniger Lei-   gesunde Mammografien automatisch erkennt. Vara hat kürzlich die Zulassung erhalten und ist
den und sinkende Kosten      damit die erste CE-zertifizierte KI-Software für die Krebsvorsorge in Deutschland. Vara wurde auf
im Kampf mit dem Krebs       einem der weltweit größten Brustkrebs-Datensätze mit mehr als zwei Millionen Aufnahmen trai-
                             niert. Nun will das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Ärzten Pilotprojekte
                             starten, bei denen Vara die unauffälligen Mammografien von allein aussortiert. Laut einer Studie
                             des Fachmagazins „Radiology“ hat KI als diagnostischer Co-Pilot dazu beigetragen, dass die Zahl
                             der Brustkrebsoperationen schon jetzt bis zu 30 Prozent gesenkt werden konnte.

                             Auch viele Arzneimittelhersteller setzen mittlerweile auf KI. Im vergangenen Jahr wagte sich der
                             Pharmagigant GlaxoSmithKline mit einer markigen Ansage hervor: Die Zeit, die Unternehmen
                             künftig brauchen werden, um eine Krankheit ins Visier zu nehmen und anschließend ein heilen-
                             des Molekül dafür zu finden, ließen sich dank KI schon bald von fünfeinhalb Jahren auf ein Jahr
KI verkürzt Entwicklungs-    reduzieren. Im angelsächsischen Raum treten einige junge und üppig finanzierte Start-ups wie die
zeiten für Medikamente       britische Benevolent AI oder die kalifornische Insitro inzwischen mit dem ehrgeizigen Vorhaben
radikal – neue Kooperatio-   an, eine eigenständige KI-basierte Medikamentenentwicklung aufzubauen. Doch auch die großen
nen prägen den Markt         Pharmahersteller treiben die KI-Anwendung in ihrer Forschung voran. Novartis und Astra Zeneca
                             etwa arbeiten bereits mit der Benevolent AI zusammen. Die Darmstädter Merck-Gruppe koope-
                             riert mit der amerikanischen Firma Palantir und will mit ihr unter anderem ein System für den
                             Austausch und die bessere Analyse von Informationen aus akademischen und sehr frühen For-
                             schungsprojekten etablieren.

Die Revolution der           Eine weitere gute Nachricht für den Zukunftsmarkt der medizinischen KI: Auch die treuesten An-
gesunden KI wird nicht       hänger von Big Tech müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass die Zukunft der Künstlichen Intel-
nur von Big Tech getrieben   ligenz in Medizin und Gesundheit nicht im Alleingang von den Big-Tech-Platzhirschen geprägt wird.

                                                                                                                                6
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                               CASHKURS★Trends INVESTIEREN IN DIE ZUKUNFT
                               unabhängig nachhaltig wissenschaftlich

                               Bis vor kurzem lautete die Devise: Willst du dich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen, rufe bei
                               IBM an und lass den Superrechner Watson zu dir kommen. IBM selbst kommt bei der Implemen-
                               tierung der Künstlichen Intelligenz in der Businessrealität offenbar nicht wirklich weiter. Umbeset-
                               zungen in der KI-Führung und intransparente Informationspolitik lassen Watson fast schon wie ein
                               Auslaufmodell erscheinen.

                               Demgegenüber investieren immer mehr medizinische Spezialisten in den Zukunftsmarkt der „ge-
Durch KI werden endlich        sunden KI“. Dazu gehören in Deutschland etwa die Rostocker Firma Centogene (siehe „Unterneh-
seltene Krankheiten            men“), die sich auf seltene Krankheiten konzentriert und jüngst ihr Debüt an der Nasdaq gab, oder
besser heilbar                 die Eschborner Firma Innoplexus, die ebenfalls auf Basis einer umfangreichen Datenbank KI-Ser-
                               viceleistungen für die Pharmaforschung anbietet.

                               Aber noch einen weiteren Mythos, der sich um die Künstliche Intelligenz rankt, können wir ent-
Statt als Jobvernichter zu     kräften: KI ist im Gesundheitsbereich definitiv kein Jobkiller. Künstliche Intelligenz wird mittelfris-
wirken, avanciert KI zum       tig Stellen im Gesundheitswesen nicht abschaffen, sondern die Stellenprofile radikal verändern.
datenbasierten Diagnose-       Schon jetzt spüren das vor allem Mitarbeiter, die sich mit der Diagnostik von Krankheiten wie
Werkzeug für den               Krebs und Erkrankungen aus den Fachrichtungen Neurologie und Kardiologie beschäftigen. Von
Menschen                       Ärzten und anderen Gesundheits-Professionals verlangt das künftig ein hohes Vertrauen in die
                               neuen intelligenten Diagnose-Werkzeuge (Stichwort: „KI als Kollege“).

KI ist ein Effizienzbringer,   Die KI belohnt Arzt und Patient im Gegenzug, da sind sich die Experten sicher, mit kürzeren War-
der Ärzte von lästigen         tezeiten auf Ergebnisse und mehr Qualitätszeit für den Patienten. Hiermit ist ein zentraler Trend
Routinetätigkeiten befreit     benannt, der durch KI noch wirksamer wird: Routineabläufe werden im Gesundheitswesen der
und dadurch menschliche        Zukunft konsequent an datenkompetente Computersysteme delegiert, während von Mitarbeitern
Kreativität im Gesundheits-    mehr denn je Fähigkeiten gefragt sein werden, die die menschliche Intelligenz ansprechen: Proble-
system freisetzen kann         me lösen, Menschen führen, Innovationen schaffen. (An diesen Zielen sollte sich künftig auch die
                               Weiterbildung und -entwicklung der Mitarbeiter im Gesundheitssystem orientieren.)

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                                 unabhängig nachhaltig wissenschaftlich

                                 2. Die Roadmap: Der Zukunftsmarkt KI in Medizin und
                                 Gesundheit

                                 Als Querschnittstechnologie wird sich die Künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren an vie-
KI krempelt die Gesund-          len Stellen in unseren Gesundheitssystem bemerkbar machen. Hierzu zählen vor allem die Medi-
heitsversorgung auf allen        kamentenentwicklung 2.0, dezentrale Patientenversorgung, Pflege in einer alternden Gesellschaft,
Ebenen um                        Effizienzsprünge in der Krebsdiagnostik, Prävention, chronische Krankheiten und eine optimierte
                                 Datenbasis für ärztliche Entscheidungen.

                                 Die folgenden vier Trends werden dabei im Vordergrund stehen:

                                 ■ Selbstlernende Sprachsysteme (NLP) schicken sich bereits jetzt an, die häufig komplizierten
                                    Kommunikationsabläufe zwischen Arzt und Patient, Patient und Krankenkasse, Patient und
                                    Klinik zu optimieren. Mehr noch, mit der Unterstützung durch textkompetente Algorithmen
KI-gesteuerte Gesund-               werden endlich auch ärztliche Dokumentationen in Big-Data-Prozesse integrierbar, was Zeit
heits-Kommunikation ist             spart und Erkenntnisgewinn verspricht. Bislang verbringt ein Arzt ein Drittel seiner Zeit mit
eine Schlüsselinnovation            der Dokumentation von Maßnahmen und Befunden. Dass die konsequente Digitalisierung der
für eine effiziente Gesund-         Kommunikation nach wie vor forciert werden muss, wird spätestens dann klar, wenn wir uns
heitsversorgung                     vor Augen führen, dass 70 Prozent der amerikanischen Krankenhäuser Daten nach wie vor
                                    faxen oder mit der Post schicken. Ein Unternehmen, das bei diesem Trend (und nicht nur auf
                                    dem Gebiet der Medizin) im Vordergrund stehen wird, ist Twilio.

                                 ■ Bildgebende Verfahren gehören zu den Pioniersparten bei der Nutzung von Künstlicher In-
                                    telligenz. Es gibt unzählige Studien, die belegen, dass der Blick von Algorithmen, die mit Tau-
                                    senden von Bildern gefüttert wurden, längst in Konkurrenz zum menschlichen Expertenblick
KI ist längst dabei, die bild-      getreten ist. Das hat jüngst dazu geführt, dass sich innovative Entwicklungen von Startups
gebende Diagnostik als              bereits in Nischen hineinbewegen. Dazu gehören die Verbesserung der Genauigkeit von bild-
Co-Pilot neu zu definieren          gebenden Verfahren, die Nutzung der Bilder für Forschungszwecke, die Verknüpfung der Bild-
                                    informationen mit sprachgenerierten Informationen, sowie die Nutzung von Röntgenbildern,
                                    MRTs etc. für die Verhinderung weiterer Krankheiten (Prävention, Predictive Health).

                                 ■ Medikamenteentwicklung findet künftig unter dem Begriff der „computational drug disco-
                                    very“ statt: Bekanntlich braucht es rund zehn Jahre und Investitionen in Höhe von 1,3 Milliar-
                                    den US-Dollar, um ein neues Medikament auf den Markt zu bringen. Mithilfe der Künstlichen
Von Startups bis Big Phar-          Intelligenz, das leuchtet unmittelbar ein, lässt sich deutlich schneller als durch den Menschen-
ma ist KI der Schlüssel für         blick dasjenige Molekül in einem Wirkstoff isolieren, das den entscheidenden Behandlungs-
eine neue Medikamenten-             fortschritt bringt. Ein Unternehmen wie Turbine aus Ungarn hat sich auf neue Medikamente
generation                          auf dem Gebiet der Krebstherapie spezialisiert. Insilico Medicine aus Hong Kong richtet sei-
                                    nen Fokus auf Produkte für ältere Menschen. Ein Startup wie Atomwise (San Francisco) gilt
                                    zurzeit als Geheimtipp für extrem schnelle Medikamentenentwicklungen. Bei all diesen Unter-
                                    nehmen spielt Künstliche Intelligenz eine tragende Rolle.

                                 ■ Personalisierte Medizin: Künstliche Intelligenz, Algorithmen und die maschinelle Interpreta-
                                    tion von Datensätzen sollen endgültig das Tor zur personalisierten Medizin aufstoßen. Damit

                                                                                                                                  8
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                           unabhängig nachhaltig wissenschaftlich

                             ist unter anderem gemeint, dass Daten von Patienten während der Behandlung in Realzeit zur
                             Wirkstoffherstellung zurückfließen und Therapien umgehend angepasst werden können. In
                             einem digitalisierten Gesundheitssystem fließt zudem die gesamte „Gesundheitshistorie“ des
Lebenswichtige Therapien     Patienten in die individuelle Therapie ein. Das Ergebnis: auch schwere Krankheiten können
werden dank KI immer         gezielter und personalisierter behandelt werden - strukturierte Daten tragen mitentscheidend
besser personalisierbar      zur Heilung bei. Die Voraussetzung hierfür: Gesundheitsdaten dürfen nicht einseitig kommer-
                             zialisiert werden (Big Tech), sondern müssen transparent von unterschiedlichen Stellen im
                             Gesundheitssystem seriös nutzbar sein. Philips und Roche gehören hier auf absehbare Zeit
                             zu den Vorreitern.

                           INVESTOREN SETZEN AUF GESUNDE KI               			                     QUELLE: CBINSIGHTS.COM

   Liebe Leserin, lieber Leser von                                                                                   3.
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Herausgeber:
Finanzethos GmbH                                                                                        Alle unter dem Brand­     name „Cashkurs*Trends“ herausgegebe-
                                                                                                        nen Publika­tio­nen sind urheberrechtlich geschützt und nicht zur
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68799 Reilingen                                                                                         schriftliche Einwilli­gung der Heraus­geber nicht zulässig ist ferner
                                                                                                        die nachträgliche Veränderung bzw. Bearbeitung der Dokumente
www.cashkurs.com                                                                                        oder deren kommerzielle Weiter­ver­wertung. Bei Zitaten ist in an-
                                                                                                        gemessenem Umfang auf die jeweilige Quelle zu verweisen. Sämt-
                                                                                                        liche unter dem Brandname „Cashkurs*Trends“ herausgegebenen

Geschäftsführer: Dirk Müller                                                                            Publikationen werden nach bestem Wissen und Gewissen recher-
                                                                                                        chiert und formuliert. Dennoch kann seitens der Herausgeber bzw.
                                                                                                        der Redak­tion keine Gewähr für die Richtig­keit dieser Informatio-
                                                                                                        nen gegeben werden. Die Aus­füh­run­gen im Rahmen der unter dem
Sitz Reilingen, Registergericht Mannheim HRB 706038,                                                    Brandname „Cashkurs*Trends“ herausgegebenen Publi­          katio­
                                                                                                                                                                         nen

UST-IDNR: DE 262568789                                                                                  sowie sämtliche Inhalte der Website stellen keine Auffor­de­rung
                                                                                                        zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Verlinkungen: Mit
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                                                                                                        Ham­burg entschieden, dass die Erstellung eines Links zu einer
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Aufsichtsratsvorsitzende: Dipl.-Kff. Jutta Hofbauer

Chefredakteur: Dirk Müller
Redaktion: Dr. Eike Wenzel, Christof von Wenzl, Oliver Baron, André Rain

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Kontaktmöglichkeiten: kundenservice@boerse-go.de

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