Künstliche Intelligenz für die Gesundheit - nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot - Cashkurs*Trends
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CASHKURS★Trends INVESTIEREN IN DIE ZUKUNFT Ausgabe 135
20.01.2021
unabhängig nachhaltig wissenschaftlich
PROBEAUSGABE
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TREND-THEMA DES MONATS
Künstliche Intelligenz für die Gesundheit –
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nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot
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1CASHKURS★Trends INVESTIEREN IN DIE ZUKUNFT Ausgabe 135
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Liebe Leserinnen und Leser!
Das Streben nach einem langen und krankheitsfreien Leben letzter Schluss hat unsere Spezies aber auch arrogant
ist so alt wie die Menschheit selbst und sorgt als Triebfeder und selbstherrlich gegenüber der Natur und dem Planeten
seit Menschengedenken dafür, dass laufend medizinische gemacht.
Innovationen vorangetrieben werden. Krankheiten, die in den
letzten Jahrhunderten noch einem Todesurteil gleichkamen, Allerdings, das Grundprinzip der Wissenschaft fußt auf der
konnte mithilfe der stetigen Entwicklung in der Medizin suk- These „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Keine Dogmen, keine
zessive der Schrecken genommen werden. Ideologien bringen den Menschen weiter, sondern die Fähig-
keit, sich und die eigenen Thesen jeden Tag aufs Neue zu
Heute kaum mehr vorstellbar, vermochte es eine simple prüfen und kritisch zu hinterfragen. Nur so ist Fortschritt und
bakterielle Infektion noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts laufender Erkenntnisgewinn überhaupt denkbar.
einen jungen und kerngesunden Menschen dahinzuraffen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland im Die Erkenntnisse der modernen Medizin ermöglichen es, die
Jahr 1900 betrug, mitunter auch hervorgerufen durch Krieg Lebensqualität für jeden einzelnen zu verbessern. Und dank
und Mangelernährung, lediglich 46 Jahre. der digitalen Möglichkeiten der Moderne hat die Menschheit
nun auch endlich die Chance, eine schier unendliche Menge
Dank der Etablierung von Antibiotika und der Erforschung an Daten global zu sammeln, zu speichern und in Kontext
von Viren- und Bakterienstämmen konnte vielen einstmals le- zueinander zu setzen.
bensbedrohlichen Krankheitserregern der Schrecken genom-
men werden und der Gesundheitszustand flächendeckend Um die hochkomplexen Mechanismen und Wechselwirkun-
verbessert werden. gen im menschlichen Körper besser verstehen zu können
und adäquate Antworten auf alle möglichen Krankheitsbilder
Demut trotz Fortschritt zu haben, ist dies auch bitter nötig. Uns fehlt lediglich ein
Co-Pilot, der dort weitermacht, wo der menschliche Geist
Im Rückspiegel betrachtet haben wir als Spezies Mensch seine Grenzen hat.
Enormes geleistet. Wir konnten Krankheiten besiegen
und verfügen heute, so glauben wir zumindest, über das Künstliche Intelligenz in der Gesundheit wird dieser
Wissen hinsichtlich der Logiken und Gesetzmäßigkeiten der Co-Pilot werden, der den Menschen aber nicht ersetzen
Natur. Dieses – vermeintliche – Wissen um der Weisheit wird. Vielmehr soll uns die Technologie dabei unterstützen,
Inhalt
2 Editorial Disclaimer
4 Studie: Künstliche Intelligenz für die Gesundheit – Hinweis gemäß §34b WPHG wegen möglicher Interessenkonflikte:
nicht mit dem Autopilot, sondern als Co-Pilot An der Er stellung von CashKurs*Trends beteiligte Perso nen halten zum Zeitpunkt der ersten
Analyseerstellung grundsätzlich keine Aktien oder Derivate der analysierten Unternehmen. Sollte
13 Trendphasen dies ausnahmsweise doch der Fall sein, wird in der Analyse explizit darauf hingewiesen. Nach
14 Die besten Aktien Veröffentlichung der ersten Analyse steht es den beteiligten Personen frei Positionen in diesen
Papieren aufzubauen. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass beteiligte Personen NACH Ver-
20 Technische Analyse sand der ersten Analyse an die Kunden ebenfalls Positionen in diesen Aktien eingehen und diese
auch zum Zeitpunkt folgender Analysen noch halten. Mögliche Interessenskonflikte sind daher zu
23 Langfristiges Depot berücksichtigen.
24 Impressum
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menschliches Leid zu verhindern, Krankheiten frühzeitig zu Alphabet und der Rest von Big Tech haben ihre Fühler schon
erkennen sowie effektive und personalisierte Medikamente längst ausgestreckt. Hier sind auch Gesellschaft und Politik
zu entwickeln. gefordert, sich dem Thema nicht furchtvoll zu verschließen.
Zudem kann dank dem klugen Einsatz von KI die medizini- Vielmehr ist es nötig, durch einen öffentlich geführten poli-
sche Grundversorgung verbessert und Ärzte von zeitrauben- tischen Diskurs, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung in
den und sich wiederholenden Tätigkeiten befreit werden, da- der Gesundheit in die richtigen Bahnen zu lenken. Ansonsten
mit diese wieder mehr Zeit für den Patienten haben, anstatt läuft die Gesellschaft Gefahr, von Amazon & Co. früher oder
sich mit Papierkram abmühen zu müssen. später vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
Was KI in der Gesundheit schon heute möglich macht Glücklicherweise gibt es aber auch jenseits der digitalen
Datenkraken nicht wenige Spieler, die ihren Beitrag leisten
Schon heute unterstützen KI-Systeme Ärzte in der Früher- möchten, um das Gesundheitswesen effizienter zu gestalten
kennung von Krebs und helfen damit, unnötiges Leid zu und somit einen wertvollen Dienst für die Gesellschaft zu er-
verhindern oder zumindest zu begrenzen. Und die effiziente bringen. Die wichtigsten Spieler rund um den Trend ‚KI in der
Handhabung großer Datensätze im Gesundheitswesen Gesundheit‘ und die weitere Marschroute des Zukunftsmark-
mithilfe ausgeklügelter KI könnte verhindern, dass Patienten tes hat Dr. Eike Wenzel in dieser erkenntnisreichen Studie
zu spät oder gar mit den falschen Behandlungsansätzen wieder für uns aufbereitet.
versorgt werden.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Wichtig ist lediglich, verantwortungsvoll mit diesen emp-
findlichen Daten und der Technologie umzugehen. Amazon, Ihr Christof von Wenzl vom Cashkurs*Trends-Team
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STUDIE – ZAHLEN UND FAKTEN
Künstliche Intelligenz für die
Gesundheit – nicht mit dem Autopilot,
sondern als Co-Pilot
Von Dr. Eike Wenzel, Institut für Trend- und Zukunftsforschung (ITZ)
Der Gesundheitssektor steht vor dem Sprung in die digitale Ära. Die Künstliche Intelligenz wird
dabei die maßgebliche Produktivkraft sein. Sie verkürzt die Entwicklungszeit für Medikamente,
übernimmt lästige Routineaufgaben, macht Diagnosen sicherer und warnt vor Gesundheitsrisiken,
bevor sie zu Krankheiten führen. Ein spannender Zukunftsmarkt entsteht, der unsere medizini-
sche Versorgung menschlicher und erschwinglicher machen könnte.
Bislang war der Gesundheitssektor von einem Ziel-
konflikt geprägt: entweder die Versorgungsqualität Unternehmen WKN
Künstliche Intelligenz zu verbessern oder die Kosten für die Versicherten 1. Twilio A2ALP4
verspricht effiziente zu senken. Mithilfe der neuesten Entwicklungen der 2. Veeva Systems A1W5SA
Gesundheit für jeden Künstliche Intelligenz (KI) könnte in den kommenden 3. Medtronic A14M2J
Jahren beides zugleich gelingen. Mittels KI kann es 4. Siemens Healthineers SHL100
gelingen, effiziente Gesundheit für jedermann zu- 5. Roche 855167
gänglich und bezahlbar zu machen. 6. Centogene NV A2PUCU
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1. Wie der Zukunftsmarkt der Künstlichen Intelligenz
in Medizin und Gesundheit funktioniert
In Medizin und Gesundheit zeichnet sich immer mehr ab, dass Künstliche Intelligenz (die intel-
KI und Maschinelles Ler- ligente Verknüpfung von Daten) und maschinelles Lernen (Erkenntnisgewinnung aus Daten und
nen steigern die Effizienz Algorithmen) die Wertschöpfung in den kommenden Jahren auf nahezu allen Ebenen verändern
des Gesundheitswesens werden. KI unterstützt bereits heute die Fernüberwachung von Patienten, vereinfacht die Bildge-
bung (Röntgen, MRT, CT), hilft Ärzten, bessere Entscheidungen zu treffen und erleichtert Therapie-
entscheidungen in den Kliniken.
Milliardenbeträge werden investiert Künstliche Intelligenz in der Medizin hat im vergangenen Jahr
stark durch die Pandemie profitiert, die einen gesamtwirtschaftlichen Digitalisierungsschub aus-
Durch Corona wurde KI löste. Laut CB Insights flossen allein im Pandemie-Herbst 2020 stattliche 8,4 Milliarden US-Dollar
als medizinische Schlüs- an Investoren-Gelder in Gesundheits-Startups, die auf Künstliche Intelligenz und Digitalisierung
selinvestition erkannt. spezialisiert sind (gegenüber dem Vorjahresquartal
entspricht das exakt einer Verdoppelung der Inves-
titionstätigkeit).
KI: Keine medizinischen Autopiloten, sondern
Co-Piloten
Die gute Nachricht vorweg: Künstliche Intelligenz
in Medizin und Gesundheit wird das vertrauensvol-
le Arztgespräch nicht ersetzen. Auch mittelfristig
bleibt es dabei: KI ist in der Gesundheit ein Co-Pi-
lot – kein Autopilot. Maschinelles Lernen findet bis
auf weiteres in engen Grenzen statt und besteht vor
allem in der Abarbeitung von repetitiven Tätigkeiten
KI avanciert zum idealen, wie dem Vergleichen von Bildinhalten. Die „Erkennt-
wenn auch noch nisse“ der Künstlichen Intelligenz brauchen auch
verbesserungswürdigen in Zukunft den prüfenden Blick des menschlichen
Assistenten Experten, da sie nach wie vor eine Blackbox sind.
Denn nach wie vor lässt sich nicht genau nachvoll-
ziehen, wie die selbstlernenden Systeme zu ihren
Ergebnissen kommen. Und nach wie vor besteht die
Gefahr, dass Algorithmen voreingenommen sind
und falsche Schlüsse ziehen, eben weil nicht genau
nachvollzogen werden kann, wie sie genau zu ihren
Erkenntnissen kommen.
Als medizinische Co-Piloten sind sie jedoch schon
GESUNDHEIT IST EIN SCHLÜSSEL-
jetzt enorm hilfreich, beispielsweise um falsche Dia-
MARKT FÜR KI
gnosen und übertriebene Eingriffe in Form von Ope-
QUELLE: MARKETSANDMARKETS 2020
rationen oder Medikamentierung zu verhindern.
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Die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in der Medizin sind vielfältig: Durch die Ana-
lyse mehrerer tausend Krankengeschichten können Computerprogramme beispielsweise lernen,
Krankheits- und Therapieverläufe individuell vorherzusagen. Aus genetischen Analysen und Bild-
daten lässt sich mittels KI die Aggressivität eines Tumors berechnen und vorhersagen, ob eine
KI wird die Effizienz Strahlen- oder Chemotherapie erfolgversprechender ist. KI-Systeme werden in einigen Jahren mit
medizinischer Therapie, Sicherheit auch die Abläufe im Operationssaal optimieren. So können Operierende, die anspruchs-
Forschung und Diagnose volle Eingriffe unter dem Mikroskop durchführen, per Sprach- oder Gestensteuerung Internetin-
um ein Vielfaches steigern formationen zu Rate ziehen, die umgehend im Okular des Operationsmikroskops erscheinen. Und
was wir alle bereits kennen: Intelligente Assistenzsysteme, die auf Künstlicher Intelligenz basieren,
unterstützen Menschen mit eingeschränkter Mobilität (zum Beispiel nach einem Schlaganfall) bei
der Bewegungstherapie bedarfsgerecht, d.h. so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig („As-
sist-as-needed“). Dafür orientieren sich die selbstlernenden Systeme immer besser an den indivi-
duellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Menschen.
KI liefert bessere Medikamente, bessere Krebstherapien und Hilfe bei seltenen Krank-
heiten
Bei der Diagnose von Brustkrebs spielt Künstliche Intelligenz längst eine wichtige Rolle. Die Tücke
bei der Diagnose: viele Fälle von Brustkrebs werden nicht erkannt oder – mitunter noch schlimmer
– zu häufig wird aufgrund mangelnder Arztkompetenz Fehlalarm ausgelöst. Das Berliner Start-up
Merantix Healthcare hat deshalb die Software Vara entwickelt, die mithilfe Künstlicher Intelligenz
KI verspricht weniger Lei- gesunde Mammografien automatisch erkennt. Vara hat kürzlich die Zulassung erhalten und ist
den und sinkende Kosten damit die erste CE-zertifizierte KI-Software für die Krebsvorsorge in Deutschland. Vara wurde auf
im Kampf mit dem Krebs einem der weltweit größten Brustkrebs-Datensätze mit mehr als zwei Millionen Aufnahmen trai-
niert. Nun will das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Ärzten Pilotprojekte
starten, bei denen Vara die unauffälligen Mammografien von allein aussortiert. Laut einer Studie
des Fachmagazins „Radiology“ hat KI als diagnostischer Co-Pilot dazu beigetragen, dass die Zahl
der Brustkrebsoperationen schon jetzt bis zu 30 Prozent gesenkt werden konnte.
Auch viele Arzneimittelhersteller setzen mittlerweile auf KI. Im vergangenen Jahr wagte sich der
Pharmagigant GlaxoSmithKline mit einer markigen Ansage hervor: Die Zeit, die Unternehmen
künftig brauchen werden, um eine Krankheit ins Visier zu nehmen und anschließend ein heilen-
des Molekül dafür zu finden, ließen sich dank KI schon bald von fünfeinhalb Jahren auf ein Jahr
KI verkürzt Entwicklungs- reduzieren. Im angelsächsischen Raum treten einige junge und üppig finanzierte Start-ups wie die
zeiten für Medikamente britische Benevolent AI oder die kalifornische Insitro inzwischen mit dem ehrgeizigen Vorhaben
radikal – neue Kooperatio- an, eine eigenständige KI-basierte Medikamentenentwicklung aufzubauen. Doch auch die großen
nen prägen den Markt Pharmahersteller treiben die KI-Anwendung in ihrer Forschung voran. Novartis und Astra Zeneca
etwa arbeiten bereits mit der Benevolent AI zusammen. Die Darmstädter Merck-Gruppe koope-
riert mit der amerikanischen Firma Palantir und will mit ihr unter anderem ein System für den
Austausch und die bessere Analyse von Informationen aus akademischen und sehr frühen For-
schungsprojekten etablieren.
Die Revolution der Eine weitere gute Nachricht für den Zukunftsmarkt der medizinischen KI: Auch die treuesten An-
gesunden KI wird nicht hänger von Big Tech müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass die Zukunft der Künstlichen Intel-
nur von Big Tech getrieben ligenz in Medizin und Gesundheit nicht im Alleingang von den Big-Tech-Platzhirschen geprägt wird.
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Bis vor kurzem lautete die Devise: Willst du dich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen, rufe bei
IBM an und lass den Superrechner Watson zu dir kommen. IBM selbst kommt bei der Implemen-
tierung der Künstlichen Intelligenz in der Businessrealität offenbar nicht wirklich weiter. Umbeset-
zungen in der KI-Führung und intransparente Informationspolitik lassen Watson fast schon wie ein
Auslaufmodell erscheinen.
Demgegenüber investieren immer mehr medizinische Spezialisten in den Zukunftsmarkt der „ge-
Durch KI werden endlich sunden KI“. Dazu gehören in Deutschland etwa die Rostocker Firma Centogene (siehe „Unterneh-
seltene Krankheiten men“), die sich auf seltene Krankheiten konzentriert und jüngst ihr Debüt an der Nasdaq gab, oder
besser heilbar die Eschborner Firma Innoplexus, die ebenfalls auf Basis einer umfangreichen Datenbank KI-Ser-
viceleistungen für die Pharmaforschung anbietet.
Aber noch einen weiteren Mythos, der sich um die Künstliche Intelligenz rankt, können wir ent-
Statt als Jobvernichter zu kräften: KI ist im Gesundheitsbereich definitiv kein Jobkiller. Künstliche Intelligenz wird mittelfris-
wirken, avanciert KI zum tig Stellen im Gesundheitswesen nicht abschaffen, sondern die Stellenprofile radikal verändern.
datenbasierten Diagnose- Schon jetzt spüren das vor allem Mitarbeiter, die sich mit der Diagnostik von Krankheiten wie
Werkzeug für den Krebs und Erkrankungen aus den Fachrichtungen Neurologie und Kardiologie beschäftigen. Von
Menschen Ärzten und anderen Gesundheits-Professionals verlangt das künftig ein hohes Vertrauen in die
neuen intelligenten Diagnose-Werkzeuge (Stichwort: „KI als Kollege“).
KI ist ein Effizienzbringer, Die KI belohnt Arzt und Patient im Gegenzug, da sind sich die Experten sicher, mit kürzeren War-
der Ärzte von lästigen tezeiten auf Ergebnisse und mehr Qualitätszeit für den Patienten. Hiermit ist ein zentraler Trend
Routinetätigkeiten befreit benannt, der durch KI noch wirksamer wird: Routineabläufe werden im Gesundheitswesen der
und dadurch menschliche Zukunft konsequent an datenkompetente Computersysteme delegiert, während von Mitarbeitern
Kreativität im Gesundheits- mehr denn je Fähigkeiten gefragt sein werden, die die menschliche Intelligenz ansprechen: Proble-
system freisetzen kann me lösen, Menschen führen, Innovationen schaffen. (An diesen Zielen sollte sich künftig auch die
Weiterbildung und -entwicklung der Mitarbeiter im Gesundheitssystem orientieren.)
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2. Die Roadmap: Der Zukunftsmarkt KI in Medizin und
Gesundheit
Als Querschnittstechnologie wird sich die Künstliche Intelligenz in den kommenden Jahren an vie-
KI krempelt die Gesund- len Stellen in unseren Gesundheitssystem bemerkbar machen. Hierzu zählen vor allem die Medi-
heitsversorgung auf allen kamentenentwicklung 2.0, dezentrale Patientenversorgung, Pflege in einer alternden Gesellschaft,
Ebenen um Effizienzsprünge in der Krebsdiagnostik, Prävention, chronische Krankheiten und eine optimierte
Datenbasis für ärztliche Entscheidungen.
Die folgenden vier Trends werden dabei im Vordergrund stehen:
■ Selbstlernende Sprachsysteme (NLP) schicken sich bereits jetzt an, die häufig komplizierten
Kommunikationsabläufe zwischen Arzt und Patient, Patient und Krankenkasse, Patient und
Klinik zu optimieren. Mehr noch, mit der Unterstützung durch textkompetente Algorithmen
KI-gesteuerte Gesund- werden endlich auch ärztliche Dokumentationen in Big-Data-Prozesse integrierbar, was Zeit
heits-Kommunikation ist spart und Erkenntnisgewinn verspricht. Bislang verbringt ein Arzt ein Drittel seiner Zeit mit
eine Schlüsselinnovation der Dokumentation von Maßnahmen und Befunden. Dass die konsequente Digitalisierung der
für eine effiziente Gesund- Kommunikation nach wie vor forciert werden muss, wird spätestens dann klar, wenn wir uns
heitsversorgung vor Augen führen, dass 70 Prozent der amerikanischen Krankenhäuser Daten nach wie vor
faxen oder mit der Post schicken. Ein Unternehmen, das bei diesem Trend (und nicht nur auf
dem Gebiet der Medizin) im Vordergrund stehen wird, ist Twilio.
■ Bildgebende Verfahren gehören zu den Pioniersparten bei der Nutzung von Künstlicher In-
telligenz. Es gibt unzählige Studien, die belegen, dass der Blick von Algorithmen, die mit Tau-
senden von Bildern gefüttert wurden, längst in Konkurrenz zum menschlichen Expertenblick
KI ist längst dabei, die bild- getreten ist. Das hat jüngst dazu geführt, dass sich innovative Entwicklungen von Startups
gebende Diagnostik als bereits in Nischen hineinbewegen. Dazu gehören die Verbesserung der Genauigkeit von bild-
Co-Pilot neu zu definieren gebenden Verfahren, die Nutzung der Bilder für Forschungszwecke, die Verknüpfung der Bild-
informationen mit sprachgenerierten Informationen, sowie die Nutzung von Röntgenbildern,
MRTs etc. für die Verhinderung weiterer Krankheiten (Prävention, Predictive Health).
■ Medikamenteentwicklung findet künftig unter dem Begriff der „computational drug disco-
very“ statt: Bekanntlich braucht es rund zehn Jahre und Investitionen in Höhe von 1,3 Milliar-
den US-Dollar, um ein neues Medikament auf den Markt zu bringen. Mithilfe der Künstlichen
Von Startups bis Big Phar- Intelligenz, das leuchtet unmittelbar ein, lässt sich deutlich schneller als durch den Menschen-
ma ist KI der Schlüssel für blick dasjenige Molekül in einem Wirkstoff isolieren, das den entscheidenden Behandlungs-
eine neue Medikamenten- fortschritt bringt. Ein Unternehmen wie Turbine aus Ungarn hat sich auf neue Medikamente
generation auf dem Gebiet der Krebstherapie spezialisiert. Insilico Medicine aus Hong Kong richtet sei-
nen Fokus auf Produkte für ältere Menschen. Ein Startup wie Atomwise (San Francisco) gilt
zurzeit als Geheimtipp für extrem schnelle Medikamentenentwicklungen. Bei all diesen Unter-
nehmen spielt Künstliche Intelligenz eine tragende Rolle.
■ Personalisierte Medizin: Künstliche Intelligenz, Algorithmen und die maschinelle Interpreta-
tion von Datensätzen sollen endgültig das Tor zur personalisierten Medizin aufstoßen. Damit
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ist unter anderem gemeint, dass Daten von Patienten während der Behandlung in Realzeit zur
Wirkstoffherstellung zurückfließen und Therapien umgehend angepasst werden können. In
einem digitalisierten Gesundheitssystem fließt zudem die gesamte „Gesundheitshistorie“ des
Lebenswichtige Therapien Patienten in die individuelle Therapie ein. Das Ergebnis: auch schwere Krankheiten können
werden dank KI immer gezielter und personalisierter behandelt werden - strukturierte Daten tragen mitentscheidend
besser personalisierbar zur Heilung bei. Die Voraussetzung hierfür: Gesundheitsdaten dürfen nicht einseitig kommer-
zialisiert werden (Big Tech), sondern müssen transparent von unterschiedlichen Stellen im
Gesundheitssystem seriös nutzbar sein. Philips und Roche gehören hier auf absehbare Zeit
zu den Vorreitern.
INVESTOREN SETZEN AUF GESUNDE KI QUELLE: CBINSIGHTS.COM
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