Lesezeichen Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols 4.20 - Universität Innsbruck

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Lesezeichen Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols 4.20 - Universität Innsbruck
Lesezeichen
Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols   4.20
Lesezeichen Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols 4.20 - Universität Innsbruck
Impressum

            Das LESEZEICHEN wird mit Unterstützung des Amtes der Tiroler
            Landesregierung - Abt. Kultur und der Universitäts- und Landes-
            bibliothek Tirol für Mitarbeiter/innen des öffentlichen Büchereiwesens
            herausgegeben.
            Es dient als Hilfsmittel im Sinne des Mediengesetzes § 50.

                  Herausgeber:    Universitäts- und Landesbibliothek Tirol,
                                  Innrain 50, 6020 Innsbruck

            Redaktion & Layout:   Susanne Halhammer, Daniela Oberacher
                                  ulb-buechereien@uibk.ac.at, Tel: +43 512 507 2421

                        Druck:    Ablinger & Garber, Hall in Tirol

                                  Foto: Vordere Umschlagseite: ULB
                                  Christbaum in der ULB
Lesezeichen Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols 4.20 - Universität Innsbruck
Weihnachten    Stadtbibliothek Kufstein - KUBI            Buchtipp
                    S. 5                               S. 9              S. 18

Inhalt
Editorial                                                         4

Weihnachtsgeschichte                                              5

Aktuelles aus den Büchereien (Buch, Landeck, Kufstein, Schwaz,

Axams, Zams)                                                      6

Regionaltagung                                                   15

Innovtionspreis Erwachsenenbildung                               16

Buchtipps                                                        17

Lesewettbewerb Read and Win 2020 - Preisträgerin                 19

Aus- und Fortbildung Frühjahr 2021                               21

                                                                  3
Lesezeichen Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols 4.20 - Universität Innsbruck
Editorial
„Über jedem guten Buche muß das Gesicht des Lesers von Zeit zu Zeit hell werden.

Die Sonne innerer Heiterkeit muß sich zuweilen von Seele zu Seele grüßen, dann

ist auch im schwierigsten Falle vieles in Ordnung.“

Aus „Stufen: Aphorismen und Tagebuchnotizen“ von Christian Morgenstern

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir alle haben in den letzten Wochen wohl gemerkt, wie wichtig auch in diesen
schwierigen Zeiten Literatur sein kann. Sich fallen zu lassen in einem interessan-
ten und spannenden Buch, sich ablenken zu können, für einige Momente in eine
andere Welt einzutauchen…
Das ermöglichen unter anderem auch die öffentlichen Büchereien mit all ihren
Services und werfen gemeinsam mit der Herbstsonne, die beim Schreiben dieser
Zeilen gerade in unsere Büros hereinschaut, ein wunderbar buntes und hoff-
nungsvolles Licht in den derzeit oft nicht einfachen Alltag.
In unserem aktuellen Lesezeichen machen wir uns mit Berichten aus Buch, Kuf-
stein, Landeck, Schwaz , Axams und Zams auf die Reise durch unsere (Bücherei-)
Landschaft, berichten über den Abschluss der „Read & Win“-Aktion und präsen-
tieren natürlich auch eine Weihnachtsgeschichte.

Wir wünschen Euch allen einen gesunden und glücklichen Jahresausklang!
Susanne und Christian

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Weihnachten                                                               W
Das schlimme Englein : eine Geschichte

Eine kleine Weihnachtsgeschichte aus den Beständen der ULB:
Das schlimme Englein : eine Geschichte / von Paul Busson, Lyra-Verl. Molitor,
1919
Wenn sie gerne die ganze Geschichte lesen möchten, finden sie sie hier:
https://diglib.uibk.ac.at/ulbtirol/content/titleinfo/4741228

                                                                           5
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Aktuelles aus den Büchereien                                                     B
                                                                                 A
Bücherei Buch bei Jenbach

2020 – ein ziemlich turbulentes Büchereijahr

                                      Eine wahre Hiobsbotschaft erreichte das
                                      Team der Bücherei Buch im heurigen
                                      Februar.     Wir     wurden       von   unserer
                                      Bürgermeisterin darüber informiert, dass
                                      wir den seit Jahrzehnten als Bücherei
                                      genutzten,         aber   zur      Volksschule
                                      gehörenden Raum im Juni verlassen
                                      müssten.       Im     Vergleich    zu   diesem
geräumigen und hellen Quartier erschien uns das „neue Domizil“ als trostloser
Abstellkeller!
Nach der ersten Schockstarre ging es ans Planen, die Gemeinde Buch nahm
einiges an Geld in die Hand für diverse Umbauarbeiten, und so gelang es, aus
dem „verstaubten“ Kellerraum eine kleine, aber ansprechende Bücherei zu
zaubern!
Schließlich erwies es sich sogar als günstige Fügung, dass die corona-bedingte
Schließzeit und die Übersiedlung zeitlich zusammenfielen.
Viel Kopfzerbrechen und so manche schlaflose Nacht bereitete die Raumplanung!
Wir hatten nur mehr die Hälfte an Quadratmetern zur Verfügung. Es hieß erst
einmal „ausmisten“, und schweren Herzens trennten wir uns von der Hälfte
unseres Bestandes; diese Bücher verschenkten wir kistenweise an das WAMS.
Zudem gab es auch noch wesentliche personelle Veränderungen – die Gründer
und langjährigen Leiter der Bücherei Buch, Heinz und Georgia Schraffl,
beendeten ihre Ämter, die sie seit nunmehr 35 Jahren ausgeübt hatten. Bei dieser
Gelegenheit danken wir euch im Namen der Leser, des Teams sowie auch der
Gemeinde für eure ehrenamtliche Tätigkeit!

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Die Neuwahl erfolgte einstimmig und fiel auf Helga Windisch, eine langjährige
und erfahrene Mitarbeiterin des Teams.
Die lange Schließzeit entschärfte den Zeitdruck – schließlich war die Bücherei
noch vor Ferienbeginn zu räumen. Die Teammitglieder konnten in Ruhe
und zeitversetzt (ergo unter Wahrung der Abstandsregeln) alle Vorarbeiten
erledigen. Die Mitarbeiter des Bauhofs sorgten für den Transport von Regalen
und vollgepackten Kisten an den neuen Standort. Einpacken, Auspacken und
Wiedereinstellen der Bücher erfolgte durch die Büchereimitglieder – all das
wurde von unserer frisch gebackenen Büchereileiterin Helga Windisch geradezu
generalstabsmäßig geplant.
Zu guter Letzt war die ganze Übersiedlung ruck-zuck erledigt!
Bei dieser Gelegenheit ein Kompliment des Teams - Helga, du hast die Feuerprobe
mit Bravour bestanden!!
Als wir schließlich Mitte September nach einem halben Jahr (!) wieder unsere
Pforten öffneten, wurden wir regelrecht gestürmt. Säckeweise schleppten unsere
treuen LeserInnen Bücher herbei, die sie gezwungenermaßen seit März gehortet
hatten. Aber sie deckten sich auch mit neuem Lesestoff ein.
Neben Büchern gibt es in der Gemeindebücherei Buch diverse Spiele für groß und
klein und eine Reihe von Zeitschriften; sämtliche Entlehnungen sind kostenlos.
Bisher noch wenig bekannt war und ist die Möglichkeit eBooks auszuleihen. Auf
Wunsch erstellen wir einen ebenfalls kostenlosen Zugang auf das Tiroler Portal
Onleihe. Diesen Service möchten wir künftig verstärkt anbieten.
Trotz aller Turbulenzen sind wir voller Begeisterung gestartet und freuen uns
darauf altbekannte und vielleicht auch neue Gesichter zu sehen. Zugleich
hoffen wir darauf, dass einmal wieder die ein oder andere Veranstaltung für
Bücherfreunde möglich ist!

Text und Foto: Bücherei Buch

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Stadtbibliothek Landeck

                                            Unter       dem    Motto:    „Österreich
                                            liest -      Landeck liest auch“ war die
                                            Stadtbibliothek Landeck mit einem
                                            Bücherflohmarkt auf dem Landecker
                                            Frischemarkt am Freitag, 23.10.2020,
                                            vertreten.

                                            Bei       der     vom   Österreichischen
                                            Büchereiverband ernannten „Österreich
                                            liest Woche – Treffpunkt Bibliothek“
                                            vom 19. bis 25. Oktober boten die
österreichischen Bibliotheken eine breite Auswahl an Veranstaltungen für kleine
und große LeserInnen. Um auf Nummer Sicher zu gehen (CORONABEDINGT!)
und trotzdem Aufmerksamkeit für das LESEN und für die STADTBIBLIOTHEK
LANDECK zu erlangen, haben wir den Schwerpunkt heuer einfach auf einen
Bücherflohmarkt gelegt, der auf der gut frequentierten Malserstraße viele
Besucher angezogen hat.

Unsere Bibliothek ist zu den gewohnten Öffnungszeiten am Dienstag von 10.00
- 14.00 Uhr und am Mittwoch und am Freitag von 14.00 - 18.30 Uhr geöffnet.
Neben den neuesten Bestsellern, Krimis, Biographien, Kinder- und Jugendliteratur
gibt es auch Hörbücher und diverse Zeitschriften genauso wie den Zugang zum
E-reader! Kommt und seht euch alles unverbindlich an!
Stadtbibliothek Landeck, Schulhausplatz 2, 6500 Landeck,
Tel.Nr.: 0676/846909760, www.landeck.bvoe.at,
Kontakt: buecherei@landeck.tirol.gv.at

Text: Albertine Köll-Zimmermann, Foto: Ingrid Thurner

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Stadtbibliothek Kufstein - KUBI

                                            Großer      Bücherflohmarkt         und
                                            Online-Lesungen im Rahmen des
                                            Literaturfestivals „Österreich liest –
                                            Treffpunkt Bibliothek“

                                            Die im Jänner 2020 aus einer Fusion
                                            der   Stadtbücherei      Kufstein   und
der Bibliothek der Fachhochschule Kufstein Tirol entstandene kubi (Kufstein
Bibliothek für Wissenschaft & Freizeit) bot Ihren Leserinnen und Lesern bzw.
allen Bücherinteressierten im Zuge des Literaturfestivals „Österreich liest“ einen
großen Bücherflohmarkt vor dem überdachten Eingang der Bibliothek an. Gegen
eine freiwillige Spende an das Rote Kreuz Kufstein konnte sich die Kufsteiner
Bevölkerung vom 19. bis zum 23. Oktober 2020 nach Herzenslust mit Büchern
eindecken. Neben Belletristik und Kinder- sowie Jugendbüchern gab es auch eine
große Auswahl an Sachbüchern. Bei dieser Aktion konnten mehr als € 550,- an
Spenden für das Rote Kreuz gesammelt werden.
Da zu dieser Zeit vor Ort keine Lesungen in der kubi möglich waren, überlegte
sich unser Team etwas anderes und inszenierte drei sehr unterschiedliche Online-
Lesungen, die auf der Homepage der kubi (www.kubi.tirol) weiterhin verfügbar
sind.
Zusammen mit dem Tiroler Autor und Bibliothekar Christian Kössler lasen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kubi sowie der FH Kufstein Tirol die
Kurzgeschichte „Magdalena“, die im Brixental spielt, aus seinem Buch
„Unheimliches Tirol“ vor. Zusätzlich gab Christian auch noch die Geschichte
„Verfolgt“ zum Besten.
Neben der Lesung für Erwachsene gab es auch eine Lesung inklusive Gewinnspiel
für die Kleinsten zu entdecken. Der Buchhändler und Gründer des Vereins

                                                                                 9
Zentrum Literacy Tom Weninger aus Kufstein präsentierte in der kubi das Bilderbuch
„Die Streithörnchen“ von Rachel Bright in Form eines virtuellen Bilderbuchkinos.
Zu gewinnen gab es Buchgutscheine der Kufsteiner Buchhandlung weningers
fein.kost.

Text: Julia Zimmermann; Foto: FH Kufstein Tirol.

Stadtbücherei Schwaz

20 Jahr-Feier Neue Stadtbücherei Schwaz
Seit nunmehr 20 Jahren befindet sich die Stadtbücherei Schwaz in den
Räumlichkeiten des Schulzentrums Hans-Sachs. Unter den in dieser Zeit
erschwerten Bedingungen wurde dieses 20jährige Jubiläum der neuen
Stadtbücherei im Stadtsaal Schwaz gefeiert. Alle Besucher wurden registriert und
den Sitzplätzen zugewiesen.
Begrüßt wurden die ca. 80 Gäste durch Büchereileiterin Helga Dornauer.
Bürgermeister Dr. Hans Lintner sprach über die Geschichte und die Entstehung
der neuen Stadtbücherei im Schulgebäude der VS Hans-Sachs.
Stadträtin Julia Maier-Thurner und Helga Dornauer ehrten die Mitglieder, welche
sich am ersten offiziellen Öffnungstag, dem 30.9.2000 angemeldet haben und
seitdem durchgehend NutzerInnen der Stadtbücherei waren.
Für beste musikalische Unterhaltung des Abends sorgte Sänger und Gitarrist
Gregor Lindner „Gräg Daniels“.
Höhepunkt      des   Abends     war    ein   Poetry-Slam   mit   4   ausgezeichneten
TeilnehmerInnen der Slam-Szene, welcher von keinem geringeren als Markus
Köhle moderiert wurde. Mieze Medusa, Sarah-Anna Fernbach, Martin Fritz und
Emil Kaschka sorgten mit ihren Texten über Bücher, Bibliotheken, Literatur und
allem was dazu gehört für einen Slam auf hohem Niveau. In der finalen Runde
wurden Lieblingstexte vorgetragen.

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Mit den meisten Punkten konnte sich Emil Kaschka als Sieger dieses wunderbaren
Slams behaupten. Als Sieger gingen an diesem Abend jedoch wir alle hervor, als
dass es uns möglich war, endlich wieder eine tolle Veranstaltung durchführen und
zeigen zu können, was Bibliotheken präsentieren und darstellen, wie vielseitig
und modern öffentliche Büchereien sind.

Text: Herga Dornauer, Foto: Anna-Maria Unterbrunner

Bücherei Axams

2020 – ein ziemlich turbulentes Büchereijahr

Das Jahr 2020 hat vieles verändert – unseren Umgang miteinander, unsere
Arbeitswelt, unser Freizeitverhalten. In der Bücherei Axams gibt es aber auch
eine Verwandlung, mit der wir viel Freude haben: Nach jahrelangem Hin und Her
wurde im Sommer unsere Bücherei komplett umgebaut und neu gestaltet. Die
Bücherei Axams befindet sich im Erdgeschoß des Gemeindehauses. Ein idealer
Ort: barrierefrei zugänglich, zentral im Dorf gelegen und seit vielen Jahren gut
etabliert. Allerdings war die Ausstattung in die Jahre gekommen. Anfang 2019
übersiedelte das Tourismusbüro Axams, das neben der Bücherei untergebracht
                                                                             11
war, in neue Räume. So
                                                     entstand die Möglichkeit,
                                                     die Bücherei um einen
                                                     direkt     angrenzenden
                                                     Raum zu erweitern. Mit
                                                     Wolfgang Falkner vom
                                                     Planungsbüro      Falkner
bekamen wir einen echten Spezialisten an die Seite gestellt und so konnten wir
bald die ersten Pläne in Händen halten. Unsere Vorstellungen waren perfekt
umgesetzt, dazu kamen einige sehr kreative Lösungen plus die Handschrift eines
Design-Profis. Wir waren begeistert.
Am 26. Mai ging das letzte Buch über die alte Theke. Ein Drittel aller Medien
war zu diesem Zeitpunkt verliehen. Den Rest konnten wir übergangsweise in
den verbleibenden Räumen des ehemaligen Tourismusbüros unterbringen.
Die kommenden Wochen waren geprägt von regelmäßigen Besuchen auf der
Baustelle, wo wir zuerst einen Totalabbruch und anschließend das Entstehen
unserer neuen Bücherei mitverfolgen konnten.
Anfang Juli war alles so weit fertig, dass wir voller Freude mit dem Einräumen
beginnen konnten. Mit den Büchern kam Farbe und Leben in die Räume und
am 17. Juli konnten wir die ersten Leserinnen und Leser in der neuen Bücherei
empfangen. Leider fiel die für September geplante offizielle Einweihungsfeier
der nächsten Corona-Welle zum Opfer. Nach mehreren Monaten im Betrieb
freuen wir uns tagtäglich über diesen schönen Ort und das positive Feedback
der Axamerinnen und Axamer. Das lange Warten und die viele Arbeit haben sich
definitiv gelohnt!

Text: Nina Madl, Foto: Bücherei Axams

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Stadtbibliothek Zams

                                                  „Österreich liest“ in Zeiten
                                                  von Corona – die Bücherei
                                                  Zams war dabei!
                                                  Gerade       noch   rechtzeitig
                                                  vor    den     Verschärfungen
                                                  hinsichtlich Veranstaltungen
                                                  ging     die        Österreich-
liest-Woche in der Bücherei Zams über die Bühne. Mit Voranmeldung und
beschränkter Teilnehmerzahl, verstärktem Lüften vor und nach der Veranstaltung
und zugewiesenen Sitzplätzen war’s ein bisschen komplizierter als üblich, aber
trotzdem sehr gemütlich und amüsant.
Über 50 Kinder (plus Begleitung) besuchten die insgesamt vier Veranstaltungen
der Bücherei Zams. Büchereileiterin Sigrid Ehrlich hat auch diesmal ein
abwechslungsreiches Programm zusammengestellt und ganz unterschiedliche
Geschichten präsentiert:
•       Als die Raben noch bunt waren
•       Die Olchis aus Schmuddelfing
•       Die Wahrheit über Dinosaurier
•       Der kleine Pirat
Heuer erstmalig kamen dabei auch sogenannte onilo-Boardstories (animierte
Bilderbuchkinos) zum Einsatz, das ist fast wie Kino: große Leinwand, mit
bewegten Bildern und Ton. Die üblicherweise angebotenen Mitmach-Einheiten
mussten jedoch wegen der Vorschriften leider entfallen, die Bastelanleitungen
wurden diesmal mitgegeben und können mit den Eltern nachgeholt werden.
Und für daheim gab’s dann noch eine Süßigkeit mit sowie den Zugangscode, um
die Geschichte noch einmal anzuschauen.

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5 Jahre im Riefengebäude:
                                         Die Bücherei Zams feiert (noch nicht)

                                         Ein großer Festreigen mit zahlreichen
                                         Veranstaltungen      war      geplant    für
                                         die     5-Jahres-Feier      der   Bücherei
                                         Zams in den neuen Räumlichkeiten
                                         im    Riefengebäude.       Geblieben    sind
                                         Stornierungen     von      Veranstaltungen,
                                         beschränkter     Zutritt    während     der
Öffnungszeiten, Abstand und Mund-Nasen-Schutz.
Was auch bleibt, ist die Tatsache, dass die Bücherei seit der Übersiedlung vor
5 Jahren sich in einem wahren Höhenflug befindet und allen Unkenrufen zum
Trotz (und mit einem sehr kleinen Team) in allen Bereichen enorme Zuwächse
verzeichnen kann:
•         Massiv ausgeweitete Öffnungszeiten
•         Mehr als Verdoppelung des Medienbestandes
•         Fast Verdreifachung der Nutzerzahlen
•         Vervielfachung der Entlehnzahlen
•         Zahlreiche Veranstaltungen
•         Homepage, WebOPAC
Jetzt heißt es abwarten, bis wieder halbwegs normale Veranstaltungen möglich
sind und sich die Bücherei der Öffentlichkeit präsentieren kann – vielleicht werden
es 55 Monate dann im Frühjahr 2021!?

Text: und Foto: Sigrid Ehrlich

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Regionaltagung                                                               R
Bücherei Mutters

                                                   Die Regionaltagung in der
                                                   öffentlichen Bücherei Mutters
                                                   stand ganz im Zeichen der
                                                   Corona-Krise – Maske und
                                                   Abstand waren auch hier
                                                   nicht wegzudenken…
                                                   Vertreterinnen der Büchereien
                                                   Mutters,   Ranggen,     Telfes
                                                   und Axams tauschten ihre
                                                   Erfahrungen aus der Zeit des
                                                   Lockdowns und danach aus.
Wieder einmal zeigte sich, wie flexibel und kreativ dabei agiert wurde – und
vor allem, welchen Stellenwert nach wie vor die „literarische Grundversorgung“
und Funktion der Büchereien als kultureller Begegnungsort in der Bevölkerung
gesehen wird. In diesem Zusammenhang ist es daher umso wichtiger, die
Kommunikation über Homepage und Soziale Medien auf dem aktuellen Stand
zu halten.
Diskussionspunkte waren die zahlreichen Absagen im Veranstaltungs-Bereich,
die „Onleihe Tirol“ und ihre Nutzung in den vergangenen Monaten, das Film-
Streamingportal „Filmfriends“ sowie der Vergleich zwischen „Onilo“ und
„Antolin“ im Bereich der Leseförderung bzw. dem digitalen Lernen.
Angesichts der aktuellen Situation setzt die ULB Tirol vermehrt auf Online-
„Bezirkstagungen“. Ein kurzer Rundgang durch die Bücherei Mutters rundete
diese Tagung ab – Susanne Halhammer und ich bedanken uns im Namen der ULB
Tirol ganz herzlich bei Heidi Kostenzer für die Organisation und den freundlichen
Empfang...

Text und Foto: Christian Kössler,

                                                                              15
Buchtipps                                                                    B
Die Alpen : von Hannibal bis Heidi

                        Tagtäglich umgeben von Fels und Stein haben wir das
                        eine oder andere Mal vielleicht schon den geschärften
                        Blick auf unsere so vertrauten Berge verloren. Da kann
                        die Sicht von „draußen“, abseits der „Tiroler Brille“
                        durchaus nicht schaden…
                        Stephen O‘Shea, ein kanadischer Journalist, hat sich auf
                        die Reise durch die Alpen gemacht – auch Nord-, Ost-
                        und Südtirol kommen nicht zu kurz – und breitet seinen
Bericht in unterhaltsamer und nicht minder interessanter Manier iaus.
So sucht er beispielsweise in der Schweiz vergebens nach dem Grab eines
ehemaligen Eishockey-Idols, wandelt auf Frankensteins Spuren und landet -
ausgelöst durch einen Stapel Reiseführer auf dem Beifahrersitz – unfreiwillig in
einer Auto-Werkstatt.
Zahlreiche Straßenpässe, Tunnel, Galerien und Haarnadelkurven tragen den
Protagonisten über schwindelerregende Höhen und vorbei an gähnenden
Abgründen hin zu kulinarischen Abenteuern, lassen ihn auf geschichtlichen
und „sagenhaften“ Spuren die Alpen entdecken. Gekonnt, durchaus kritisch
und mit feinem Sinn für Ironie serviert er Anekdoten aus Geschichte, Literatur
und Tourismus und thematisiert die sprachliche, aber auch kulturelle Vielfalt der
Alpen mit ihren vielschichtigen Licht- und Schattenseiten.
Wie ein roter Faden zieht sich dabei die respekteinflößende Dominanz und
gewaltige Wucht von Bergen und Felswänden durch seinen mitunter sehr
plastischen Bericht. Es entstehen fantastische „Bilder im Kopf“ und man spürt
sehr, sehr deutlich den starken Zauber, der von Europas höchstem Gebirge
ausgeht
Stephen O‘Shea: Die Alpen: von Hannibal bis Heidi - Geschichten, Mythen und
Legenden, München: Goldmann; 2017, ISBN: 9783442177165

16
Tiroler Teufelstanz

                           Das ist ja „sagenhaft“…
                           Wer mit sieben Jahren sein erstes Sagenbuch
                           geschenkt bekommt und sich daraufhin stundenlang
                           in zauberhaften und unheimlichen Welten verliert,
                           darf sich nicht wundern, dass ihn die meist sinistren
                           und überirdischen Protagonisten jener Erzählungen
                           auch im Erwachsenenalter nicht mehr loslassen.
                           Warum also nicht selbst ein Sagenbuch herausgeben
und versuchen, altüberlieferten Schauergeschichten aus den Alpen eine Brücke
ins Hier und Jetzt zu bauen?
Mit „Unheimliches Tirol“ habe ich 2011 erstmals dieses Experiment gewagt und
nun, fast zehn Jahre später, tanzt in Tirol der Teufel wild zwischen den Seiten
herum. In sechzehn Kurzgeschichten erwachen beim soeben erschienenen
„Tiroler Teufelstanz“ Geister, Hexen und andere zwielichtige Wesen wieder zu
neuem Leben, um in so manchen Texten dem Leibhaftigen Gesellschaft zu leisten
und ahnungslose Opfer auf möglichst kreative Art unter die Erde zu bringen.
In der Südtiroler Zeitung „Vinschger Wind“ spannt man dabei den Bogen in die
Gegenwart:
„In der Tat erweist sich unsere Heimat in diesen Gänsehautgeschichten besonders
bei Nacht, Nebel und Unwettern als so gefährlich, dass nicht nur in Corona-
Zeiten nächtliche Ausgangssperren und Reisewarnungen in Erwägung gezogen
werden sollten.“
Dabei schwappt das Grauen mitunter sogar ins benachbarte Bundesland
über, denn in meiner Erzählung aus dem Tiroler Bezirk Reutte besinnt sich
ein amoklaufender Vierbeiner offenbar auf die Sage vom „Klaushund“, der
als nächtlicher Störenfried auch in Teilen Vorarlbergs zu unrühmlichen Ehren
gekommen ist und so für literarisch-bilaterale Unruhe sorgt.

                                                                              17
Auf meiner „sagenhaften“ Rundreise kommen weder Gut noch Böse ungeschoren
davon, denn im Gebirge droht fast hinter jeder Ecke potentielles Ungemach…
Martin Trafoier, Gymnasiallehrer in Schlanders und Präsident der Polar Bear
Society Vinschgau trifft in seinem Vorwort die Sache im Kern:
„In den vorliegenden Erzählungen sind die Toten selten tot und die Lebenden am
Ende einer Geschichte meist nicht mehr sehr lebendig.“

Christian Kössler: Tiroler Teufelstanz: 16 düster-schaurige Sagen aus Nord-, Ost-
und Südtirol. Neu erzählt und in die Gegenwart verlegt; Innsbruck, Cognac und
Biskotten, 2020, ISBN978-3-9504143-7-0

Text: Christian Kössler, Cover: Verlag

Lesewettbewerb Read and Win 2020
Mit November konnten wir den Jugend-Lesewettbewerb „Read & Win“
abschließen und eine verdiente Siegerin küren. Isabell Fuchs aus Osttirol hat
uns mit ihren eingesandten Beiträgen restlos überzeugt und den Hauptpreis
geholt. Darüber hinaus wurden weitere Beiträge mit E-Book Readern belohnt
sowie Buch- bzw. Mediengutscheine verlost. Zahlreiche Tiroler Büchereien
waren bei diesem Wettbewerb, der sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 19
Jahren richtet, dabei und konnten sich über das Bücherpaket der im Rahmen des
Wettbewerbs vorgestellten zehn Werke freuen. Wir bedanken uns bei allen ganz,
ganz herzlich für die Mithilfe und Bewerbung. Dass die Bilanz des Wettbewerbs
ein wenig getrübt ausfällt, liegt daran, dass trotz intensiver Bewerbung die Zahl
der Einsendungen leider insgesamt hinter den Erwartungen blieb. Das dürfte
vermutlich nicht nur an „Corona“ gelegen haben…

18
Die Übergabe des Hauptpreises durch Frau Landesrätin
                             Beate Palfrader musste leider für 2020 coronabedingt
                             ausfallen.     Aus    diesem      Grunde   wollen   wir   der
                             Preisträgerin im „Lesezeichen“ Platz für eine kleine
                             persönliche Vorstellung einräumen:

Ich heiße Isabell Fuchs, bin 18 Jahre alt und besuche den Aufbaulehrgang
der Fachschule für wirtschaftliche Berufe der Dominikanerinnen in Lienz. Das
Betreten einer Bücherei ist für mich vergleichbar mit dem Öffnen eines neuen
Buches. Egal was gerade in einem vorgeht, umgeben von dieser Fülle von Worten,
Geschichten und Ideen, kann man der Realität für kurze Zeit entfliehen. Selbst
in einer fremden Stadt hat die Bibliothek dort die Macht zu meinem geheimen
Zufluchtsort zu werden, der es schafft, dass ich mich sofort zuhause fühlen
kann. Mit Büchern bin ich groß geworden. Seit ich klein war, hat man meiner
Schwester und mir Gutenachtgeschichten vorgelesen und von da an waren
Bücher und Dauerbesuche in der Bibliothek Teil meiner Kindheit wie unzählige
Wasserballschlachten und „Fruchtzwergeeis“. Seitdem vergeht kein Tag, an dem
ich nicht ein Buch oder meinen E-Reader mit mir herumschleppe. Der Umwelt
zuliebe kaufe ich nie Bücher und bin deshalb Stammgast in der Stadtbücherei
Lienz und in meiner Ortsbücherei Abfaltersbach, wo ich seit einem halben Jahr
auch freiwillig mitarbeite – ein Traum für jeden Bücherwurm. Genauso wie zu
lesen, liebe ich es zu schreiben. Mein Kopf ist voll mit Gedanken und Ideen,
die nur darauf warten niedergeschrieben zu werden. Seitdem ich meine Kamera
habe, bin ich auch noch Hobbyfotografin. Ansonsten spiele ich Geige, zeichne
oder treibe Sport. Am liebsten gehe ich Eislaufen. Ich wünsche mir, dass ich mit
meiner Leseleidenschaft andere Menschen anstecken kann.

Text: Isabell Fuchs, Christian Kössler; Foto: Tobias Gröfler

                                                                                       19
Bildungsinnovationspreis                                                     B
Das Land Tirol schreibt seit dem Jahr 2010 alle zwei Jahre einen
Bildungsinnovationspreis in zwei Kategorien aus. Ziel ist es, herausragende
Leistungen und Innovationen im Bereich der Erwachsenenbildung und des
öffentlichen Büchereiwesens zu würdigen und stärker sichtbar zu machen.
Für das Jahr 2021 wurde das Thema „Demokratie leben & gestalten“-
Konzepte und Projekte der Tiroler Erwachsenenbildung zur Unterstützung eines
demokratiepolitischen Handelns in der Tiroler Bevölkerung“ gewählt.

Formale Kriterien:
Der Preis richtet sich an alle Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen, die den
inhaltlichen Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im Bundesland Tirol haben.
Den genauen Ausschreibungstextz finden sie hier:
https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/kunst-kultur/abteilung/
Ausschreibungen/Bildungsinnovationspreis_2021.pdf
Preishöhe: € 2.500,-

Bewerbung:
Die Einreichungsunterlagen sind digital beim Amt der Tiroler Landesregierung –
Abteilung Kultur, Michael-Gaismair-Str.1, 6020 Innsbruck abrufbar (https://www.
tirol.gv.at/kunst-kultur/preise/).

Einreichfrist:
Die vollständigen Unterlagen sind bis 31.01.2021 (Poststempel) unter dem
Betreff „Bildungsinnovationspreis 2021“ einzusenden.

Information:
Abteilung Kultur, Michael-Gaismair-Straße 1, 6020 Innsbruck; Ansprechpartnerin:
Dr. Melanie Wiener (melanie.wiener@tirol.gv.at bzw. 0512/508-3751)

20
Aus- und Fortbildung Frühjahr 2021                                               F

28.04.2021     Kinderliteratur lebendig! Bücher hautnah erleben

Uhrzeit        09.00 bis 13.00 Uhr

Inhalt         Bühnenreife Szenen im Kleinformat kreieren, Kinderbuchhelden
               aus Papier und Karton erschaffen, die Fantasie Regie führen las-
               sen! Als Literaturvermittlerin gestaltet Petra Forster auf der Basis
               aktueller Kinderbücher einfache Bühnen, auf denen die Protago-
               nisten dem jungen Publikum hautnah ihre Geschichten erzählen.
               Im Workshop gibt es praktische Tipps zur Gestaltung eigener Büh-
               nen, mit deren Hilfe die Kinder in die Welt der Sprache eintauchen
               können.
               Ziel ist es, den Kindern Lust auf Lesen zu machen, das Tor in die
               Welt der Geschichten zu öffnen und ihnen Sprache in all ihren
               Facetten anzubieten.

               Veranstaltet werden die Kurse vom Büchereiverband Österreichs
               gemeinsam mit den Servicestellen in den Bundesländern. Die Kur-
               skosten werden vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffent-
               lichen Dienst und Sport getragen. Alle BibliothekarInnen aus Bib-
               liotheken, deren Träger Mitglied beim Büchereiverband Österreichs
               sind, haben die Möglichkeit, an den Veranstaltungen der Leseaka-
               demie teilzunehmen.
Vortragende    Petra Forster ist dipl. Kindergartenpädagogin und Literaturvermitt-
               lerin KBH. In Kindergärten, Volksschulen sowie vor interessierten
               Erwachsenen bringt sie Bilderbücher auf Theaterbühnen.

Ort            Haus der Begegnung, Forum
               Rennweg 12,
               6020 Innsbruck, Tirol
Anmeldung      Büchereiverband Österreich
               https://www.bvoe.at/aus-_und_fortbildung

         Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe:
                          19. Feber 2021

                                                                                  21
I

17.06.2021     Jugendliteratur lebendig!

Uhrzeit        09:00 bis 15:00 Uhr
Inhalt         Jugendliteratur lebendig! Text-Adventure-Apps in der Leseförde-
               rung Jugendlicher

               Jugendliche für fiktionale Texte begeistern? Lesespaß bieten jen-
               seits von Buchseiten? Selbst eingreifen können in das Geschehen?
               All das ist möglich mit Hilfe von Text-Adventures Apps: Sie betei-
               ligen die jugendlichen LeserInnen an der Entwicklung der literari-
               schen Handlung und sind durch Aufbau, Themenwahl und Layout
               auch für Buch-Muffel attraktiv.
               Ziel des Workshops ist es, solche Apps kennenzulernen, selbst eine
               interaktive Geschichte zu entwerfen und diese in ein digitales For-
               mat zu bringen. Der Workshop ist so strukturiert, dass die Teilneh-
               menden ihn in großen Teilen direkt mit Jugendlichen nachmachen
               können. Dabei sind die Grenzen zwischen Spiel und Lesen fließend
               – Spaß ist also garantiert!

               Veranstaltet werden die Kurse vom Büchereiverband Österreichs
               gemeinsam mit den Servicestellen in den Bundesländern. Die Kur-
               skosten werden vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffent-
               lichen Dienst und Sport getragen. Alle BibliothekarInnen aus Bib-
               liotheken, deren Träger Mitglied beim Büchereiverband Österreichs
               sind, haben die Möglichkeit, an den Veranstaltungen der Leseaka-
               demie teilzunehmen.
Vortragender   Hanno Koloska ist Bibliothekspädagoge mit Schwerpunkt digital
               literacy für Jugendliche und Erwachsene. Er arbeitet an der Stadt-
               bibliothek Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg und gibt Fortbildungen
               als Referent des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlinsit.

Ort            Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, Schulungsraum der Biblio-
               thek, Innrain 50 (Altbau), 6020 Innsbruck

Anmeldung      Büchereiverband Österreich
               https://www.bvoe.at/aus-_und_fortbildung

22
www.uibk.ac.at/ulb
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