Math@Distance Eins a oder mal Daumen? - Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm

 
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Math@Distance Eins a oder mal Daumen? - Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm
Math@Distance
 Eins a oder mal Daumen?
 Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm

 Vortrag zur digitalen Tagung der MUED

20.2.2021
Math@Distance Eins a oder mal Daumen? - Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm
Agenda

§ 1. Internationale Studie
 „Math@Distance“
§ 2. Blick auf digitale Diagnose
 und Förderung
§ 3. Blick auf Lernvideos
§ 4. Was nehmen wir daraus mit?
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Math@Distance Eins a oder mal Daumen? - Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm
Studie „Math@Distance“

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Math@Distance Eins a oder mal Daumen? - Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm
Projekt „Math@Distance“ (Paul Drijvers, Daniel Thurm, Ellen Vandervieren,
 Marcel Klinger, Filip Moons, Heleen van der Ree, Amy
 Mol, Bärbel Barzel, Michiel Doorman)

§ Internationales Forschungsprojekt gemeinsam mit den Universitäten
 Utrecht und Antwerpen sowie Lehrkräfteverbänden
§ Fragebogenstudie während des ersten Lockdowns.
§ Befragung von = 1719 Lehrkräften (und Lernenden) während der
 ersten Schulschließungen in Deutschland, Flandern und den Niederlanden
§ Geschlossene Fragen (quantitativ) und offene Fragen (qualitativ)
§ Fokus auf Unterrichtspraktiken, didaktische Aspekte, Beliefs, Assessment

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Vorstellung Studie quantitativer Teil

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Quantitative Ergebnisse

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Digitalisierung in der Schule

 18. Dezember 2020

 3. Januar 2021

 19. Februar 2021

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Math@Distance Eins a oder mal Daumen? - Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm
Technische Infrastruktur (aus Drijvers, Thurm, Vandervieren, Klinger, Moons,
 van der Ree, Mol, Barzel & Doorman, in Veröff.)

„Die technische Infrastruktur für
Distanzunterricht ist ausreichend vorhanden.“

 Stimme Stimme voll
 nicht zu zu

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Math@Distance Eins a oder mal Daumen? - Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm
Technische Infrastruktur (aus Drijvers, Thurm, Vandervieren, Klinger, Moons,
 van der Ree, Mol, Barzel & Doorman, in Veröff.)

„Die technische Infrastruktur für Distanzunterricht
ist ausreichend vorhanden.“

 Stimme Stimme voll
 nicht zu zu

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Math@Distance Eins a oder mal Daumen? - Dr. Marcel Klinger & Dr. Daniel Thurm
Bereich Unterrichtspraktiken (aus Drijvers, Thurm, Vandervieren, Klinger, Moons,
 van der Ree, Mol, Barzel & Doorman, in Veröff.)

 Wie intensiv war der
 Kontakt zu Ihren
 Mathematik-Lernenden in
 (n = 1706) Zeiten der
 Schulschließung?
 § durch synchrone
 Formate
 § durch asynchrone
 Formate

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Bereich Unterrichtspraktiken (aus Drijvers, Thurm, Vandervieren, Klinger, Moons,
 van der Ree, Mol, Barzel & Doorman, in Veröff.)

„Vor / in Zeiten der
Schulschließung habe
ich die folgenden
digitalen Medien in
meinem Mathematik-
unterricht genutzt:“

Online-Lernumgebungen
(z.B. GeoGebra Tube,
GeoGebra Books,
Desmos)

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Bereich didaktische Aspekte (aus Drijvers, Thurm, Vandervieren, Klinger, Moons,
 van der Ree, Mol, Barzel & Doorman, in Veröff.)

„In Zeiten der Schulschließung fokussiert mein Mathematikunterricht auf
das Üben von Inhalten, welche die Lernenden bereits kennen.“

 (n = 1706)

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Bereich Beliefs (aus Drijvers, Thurm, Vandervieren, Klinger, Moons,
 van der Ree, Mol, Barzel & Doorman, in Veröff.)

„Distanzunterricht in Mathematik bietet Möglichkeiten,
§ um Prozeduren und Algorithmen zu unterrichten
§ um mathematische Konzepte und Verstehen zu fokussieren
§ zum mathematischen Argumentieren und Begründen
§ für authentische, komplexe mathematische Tätigkeiten (z.B.
 Modellierungsaufgaben)“

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Bereich Assessment (aus Drijvers, Thurm, Vandervieren, Klinger, Moons,
 van der Ree, Mol, Barzel & Doorman, in Veröff.)

Wie oft kamen die folgenden Aktivitäten in Ihrem Mathematikunterricht in
Zeiten der Schulschließung vor? Durchführen von Diskussionen und
Lernaufgaben, welche Rückschlüsse auf das Verstehen der Lernenden geben.

 (n = 1706)

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Qualitative Ergebnisse

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„Was lief gut?“

„Was lief schlecht?“

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„Was lief schlecht?“

 Einige Schüler, mit wenig Medienkompetenz, mit
 geringer Ausstattung an Medien und mangelnden
 Sprachkenntnissen gehen verloren.

 Einige Schüler melden sich einfach nicht, lösen auch
 keine Aufgaben. Liegt auch daran, dass nichts
 bewertet werden darf.

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„Was lief schlecht?“

 „Es fehlt die Tafel, um kurz ein weiteres Beispiel
 anzuschreiben. Mathematische Schreibweisen wie
 hoch-tiefgestellte Zahlen, Wurzeln, Brüche usw. sind
 viel zu aufwendig, um sie KURZ zu tippen, für eine
 weitere Erklärung.

 Versuche es jetzt über einen Stift und Tablet zu
 lösen. Muss ich aber privat anschaffen.“

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„Was lief gut?“

 „Ein echtes Highlight waren von Schüler*innen
 selbst erstellte Lern-Videos bzw. Lern-PowerPoint-
 Präsentationen zum Thema "Mathematisches
 Modellieren mit Steckbriefaufgaben" im Grundkurs
 des 12. Jahrgangs.“

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„Was lief gut?“

 „Interessierte Schülerinnen - unabhängig vom
 Leistungsniveau - haben die bereitgestellten
 Materialien (diverse Links zu Tutorials, Geogebra-
 Veranschaulichungen) dankbar angenommen und
 bearbeitet.

 Wir konnten schnell per Email oder Chat anstehende
 Fragen klären. Videokonferenzen mit einzelnen
 Schülern, um Fragen zu klären funktionieren sehr
 gut.“

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„Was lief gut?“

 Gemeinsames Entwickeln von Lernmaterialien (für
 Moodle) mit Kollegen/innen für Parallelgruppen
 (parallele Kurse in der EF), Verbesserung in den
 Kompetenzen zur Materialerstellung

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Assessment Workload

 Technlogical
Infrastructure Interaction

 Equity Creating new digital materials
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Fazit

Lehrkräfte & Technologie:
§ Teils deutlicher Anstieg bei der Nutzung von
 Technologie (insbes. Video-Konferenzsoftware)
§ Neue Kompetenzen zum digitalen Unterrichten werden aufgebaut
Lernen:
§ Digitale Diagnose & Förderung kaum realisiert
§ Asynchrones Lernen vor allem in Deutschland im Fokus
§ Fokus auf Fertigkeitstraining, weniger auf konzeptionelles Verstehen

à Deutschland schneidet teilweise deutlich schlechter ab als Vergleichsländer!

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Fazit

Lehrkräfte & Technologie:
§ Teils deutlicher Anstieg bei der Nutzung von
 Technologie (insbes. Video-Konferenzsoftware)
§ Neue Kompetenzen zum digitalen Unterrichten werden aufgebaut
Lernen:
§ Digitale Diagnose & Förderung kaum realisiert
§ Asynchrones Lernen vor allem in Deutschland im Fokus
§ Fokus auf Fertigkeitstraining, weniger auf konzeptionelles Verstehen

à Deutschland schneidet teilweise deutlich schlechter ab als Vergleichsländer!

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Digitale Diagnose & Förderung

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https://taz.de/Lernen-von-zu-Hause/!5674459/
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/netzwelt/article206812721/100-Mio-Euro-aus-Digitalpakt-Schule-fuer-Online-Plattformen.html
https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/klassenzimmer/mint-schwaeche-in-schulen-bringt-corona-die-mathe-software-voran-16828246.html

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Versprechen:
§ Diagnose von Lernständen / Wissenslücken / Fehlvorstellungen
§ Adaptive Förderung mathematischer Kompetenzen

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Methodisches Vorgehen

 Satz des Multiplikation
 Pythagoras von Brüchen

Petrus3743, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Sandra Hemrich; ZUM Wiki, CC BY-SA 3.0 30
Ergebnisse
Aufgabentyp

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Ergebnisse
Visualisierungen

 Statisch Dynamisch Multipel-Vernetzt

 48% 5% 0%

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SMART
SMART ist ein Projekt der University of Melbourne (Leitung: Kaye Stacey)
Seit 12 Jahren, Analyse von mehr als 500.000 Schülerdaten,
Für alle Inhaltsbereiche der Klassen 5-9 in über 130 Smart-Tests

 Über 130 verstehensorientierte Tests zu fünf Inhaltsbereichen
 und 65 Themen

 Zahlen und
 Raum und Form Algebra
 Operationen

 Daten und Zufall Größen und Messen

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SMART Raum und Form

Der rote Punkt ist ein nasser Farbfleck.

Wo landet der Punkt, wenn man das Blatt an der Linie faltet?

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SMART Raum und Form

 Ergebnisse bei horizontalen und vertikalen Spiegelachsen

 Ergebnisse der
 ersten 90 SuS

§ Spiegelungen an horizontale oder vertikale Achsen meist korrekt:
 82% korrekte Lösungen (Entfernung oft nicht gut getroffen)

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SMART Raum und Form

Ergebnisse bei beliebigen Spiegelachsen

 § Viel geringere Lösungsrate
 (25%)
 § Größere Varietät der Antworten
 § Analyse des Schülerdenkens &
 Rückmeldung an die Lehrkräfte

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SMART Raum und Form

 Automatisierte Antworten an die Lehrkräfte

Für jeden SuS ausgewiesen:

§ Entwicklungsstufen

§ Fehlvorstellungen

 § Horizontale oder vertikale
 Dominanz

 § Entfernung immer falsch

 § Orientierung immer falsch

§ Tipps zur Förderung für jede
 Stufe

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Lernvideos

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39
1.794.860 vs.
 2.000 SuS*
*bei 40 Dienstjahren
 und jährlich zwei 9.
Klassen mit je 25 SuS

 z.B. Daniel Jung https://youtu.be/KEuNUgIiIyI

 40
Mathematische Lernvideos auf YouTube

§ 20% nutzen YouTube
 mehrmals pro Woche
 für Themen der Schule.
 (Feierabend et al. 2018)

§ Fokussieren i. d. R.
 Kalkülfertigkeiten.
 (Lobato et al. 2019)

§ Keine Korrelation
 zwischen Erklärqualität
 und Views / Likes
 (Kulgemeyer & Peter 2016)

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Rezensionen zum gezeigten Video von Daniel Jung
„Wild data“ (https://youtu.be/KEuNUgIiIyI)

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Rezensionsanalyse
§ Wer nutzt solche Videos wo, wozu, warum?
§ Üblicherweise mit Big-Data-Methoden (z. B. neuronale Netze).
 (z. B. Vasa et al. 2012; Fu et al. 2013; Guzman & Maalej 2014; Khalid et al. 2015; McAuley & Leskovec 2013)

§ Kombination neuartiger Datenformen und etablierten Methoden der
 Mathematikdidaktik
 (Glaser & Strauss 2010)

§ Fokus auf Inhalte der Pimar- und Sekundarstufen
§ Gebildetes Kategoriensystem:
 Exemplarisch für:
 § Persönlicher Hintergrund
 § Anwendungsbereiche und Nutzungsweisen Kanal „Lehrer-
 schmidt“
 § Emotionen und Einstellungen n = 210 Reviews

 § Wahrgenommene Qualitäten Kanal „Mathe by
 § Wahrgenommene Mängel Daniel Jung“
 n = 247 Reviews

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Ergebnisse (Projekt „MAVIS“)
 (Klinger & Walter, akzeptiert)

§ Persönlicher Hintergrund
 § Schülerinnen und Schüler (vor allem der Sekundarstufen, kaum der
 Primarstufe), vereinzelt Studierende, Lehrkräfte, Eltern
§ Anwendungsbereiche und Nutzungsweisen
 § Zum Bearbeiten von Hausaufgaben, für Prüfungsvorbereitungen, beim Lerne
 und zum „Verstehen“

§ Emotionen und Einstellungen
 § Sehr positive Wahrnehmung, Äußerung von Lob und Dank, Lernvideos sind
 besser als Unterricht
§ Wahrgenommene Qualitäten
 § Erklärungen wird hohe Qualität attestiert, hohe wahrgenommene
 Erklärqualität, entsprechender YouTuber „besser als der Lehrer“

§ Wahrgenommene Mängel
 § Vornehmlich auf Oberflächenebene, kaum auf inhaltlicher Ebene
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Fragebogen mit Studierenden (Klinger, in Vorb.)

§ StudienanfängerInnen Lehramt Mathematik GymGe/HRSGe
 an der UDE (n = 124)
§ 80,7% nutzen Lernvideos auf YouTube regelmäßig zur Unterstützung, um
 für Mathematik zu lernen.
§ Häufigstes Hilfsmittel beim Lernen (gefolgt von Schulbuch und
 allgemeiner Internet-Recherche, jeweils 64,5%)
§ Häufigste Kanäle:
 § „Mathe by Daniel Jung“
 (59 von 125 Nennungen)
 § „Mathe - simpleclub“
 (56 von 125 Nennungen)

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§ Fragebogen mit
 98 Studierende haben wir Studierenden
 u.a. gefragt:
 § Inwiefern unterstützt dieses Video Ihr eigenes Verständnis?

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Fazit: Eins a oder mal Daumen?

§ Vielfältige Herausforderungen im Distanz-
 Unterricht (Ausstattung, Bildungsgerechtigkeit,
 Interaktion, etc.)
§ Aber auch Innovationsschub: neue Kompetenzen
 für Lernende und Lehrkräfte
§ Großer „Sandkasten Deutschland“ – Spielraum
 für Neues
§ Aber: Fachdidaktische Grundsätze sollten auch
 für den Distanzunterricht und die Digitalisierung
 allgemein gelten (Konstruktivistisches Lernen,
 Verstehensorientierung, etc.)

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DZLM-YouTube-Kanal

 Verfügbar unter https://www.youtube.com/channel/UCHqzh1L8rGg67bjNs3q3sxg

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Was wollen wir
mitnehmen in die
Post-Covid-Zeit?

 http://www.klinger.nrw
 http://udue.de/dthurm
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