Müsli-Mass-Customizing - E-Commerce Magazin
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05/2016 Juli / August ▌ D, A, CH: 9,50 Euro_weitere EU-Länder: 11,70 Euro
Eine Publikation der WIN-Verlag GmbH & Co. KG
Philipp Kraiss, Max Wittrock und
Hubertus B essau haben 2007 mymuesli.de
gegründet. Im Interview spricht Max Wittrock
über die s
pannenden Gründerjahre.
Müsli-Mass-Customizing
www.e-commerce-magazin.de
Special Digital-Marketing-Experten sprechen über Payment & Risikomanagement FinTechs – ihre Stärken
das Zusammenspiel von E-Mail-Marketing & Native Ads & ihre Schwächen im Einsatz für den Online-Handel
Marketing & Sales Die besten Werbeformate für das Logistik & Filfillment Internationalisierung im Online-
Social Web im Überblick Handel und die Auswirkungen auf die LogistikEditorial
Ihre Dunja Koelwel,
Chefredakteurin e-commerce Magazin
dk@win-verlag.de
FinTechs im Anmarsch
In der Redaktion des e-commerce Magazins erreichen uns pro
Tag rund 300 Pressemeldungen und Themenvorschläge und
fast alle sind spannend zu lesen. Was aber oft genauso span-
nend ist, ist auf das damit einhergehende Grundrauschen zu
achten. Denn jede Zeit hat ihren speziellen Fokus, auch wenn
der manchmal auf den ersten Blick gar nicht so offensichtlich ist.
Was mir nun im Moment sehr auffällt, dass immer mehr über
FinTechs, deren Geschäftsmodelle, deren Auswirkungen auf
das Bankenwesen im Allgemeinen und das E-Payment im Be-
sonderen, zu lesen ist. Und damit scheint klar: Es rauscht ganz
gewaltig im Payment-Wald. Wohin sich das Ganze entwickelt,
scheint noch relativ offen, doch erste Kooperationen zwischen
traditionellen Banken oder auch Technologieunternehmen wie
Google, Apple, Facebook & Co. gibt es bereits.
In dieser Ausgabe haben wir uns deswegen unter anderem
diesem Bereich gewidmet und wollen Ihnen einen Einblick ge-
ben in diese Finanz-Szene, die sich so vehement bemerkbar
macht.
Ich wünsche Ihnen wie immer viel Vergnügen
mit der aktuellen Ausgabe!
Beste Grüße,
Dunja Koelwel
www.e-commerce-magazin.deInhalt_04
S._08
LOGISTIK & FULFILLMENT
34 Wege zur effektiveren Wertschöpfungskette dank ERP
38 Herausforderungen im internationalen Fulfillment
INFRASTRUKTUR & DATENSICHERHEIT
40 Produkte & News
MANAGEMENT & RECHT
42 Neue rechtliche Herausforderungen im Payment
03 Editorial
44 E-Commerce-Markt: Anbieter/Dienstleister
47 Vorschau und erwähnte Firmen
47 Impressum
S._34
SZENE
05 Gründerporträt: Alexander Henn von Shore
06 Im Interview: Max Wittrock von Mymuesli
SPECIAL
08 Diskussion: Native Ads und die Auswirkungen
auf das E-Mail-Marketing
12 Erfolgreiche Werbeformate im Social Web
14 Über den sinnvollen Umgang mit Adblockern
16 Native Advertising & Mobile – so passt es zusammen
19 So werden Touch Points zu Trust Points
MARKETING & SALES
20 Studie: Die Knackpunkte der mobilen
Optimierung für Händler
22 Produkte & News
PAYMENT & RISIKOMANAGEMENT
24 FinTechs kontra Banken –
die Stärken und Schwächen im Überblick
26 Startup-Ideen aus dem Finanzbereich
30 Produkte & News
32 Neue Strategien in der Betrugsprävention DAS E-COMMERCE MAGAZIN_ALLES FÜR DEN ONLNE-HANDEL
4 e-commerce-magazin 05/16 www.e-commerce-magazin.deGründerporträt: Innovative Geschäftsprozesse im E-Commerce
Alexander Henn ist Mitbegründer von Shore,
das lokalen Dienstleistern mit seinen Lösungen den Schlüssel
zur Digitalisierung bieten will: Online-Terminbuchung,
CRM, Marketing-Möglichkeiten und so weiter. Im e-commerce
Magazin erklärt er, was sein Startup so besonders macht.
ecm_Wie kam es zu der Idee von Shore? anderen Dienstleistern ein breites Paket an Digitalisierungs
Alexander Henn_Die Idee hatte ich, als ich vor einigen Jahren lösungen: Online-Terminbuchung, CRM, Apps und Websites,
inen Facharzttermin vereinbaren musste, was sich als kompli-
e ein digitales Kassensystem und weitere Lösungen, die intuitiv
ziert und zeitintensiv herausgestellt hat. Wir haben das ur- zu bedienen sind und diese Dienstleister unterstützen, ihren
sprüngliche Geschäftsmodell verändert und weiter ausgebaut, Betrieb effizienter zu managen. Darüber hinaus legen wir Wert
nachdem wir festgestellt haben, dass es bei der Digitalisierung auf persönlichen Kundenservice. Das heißt bei uns, dass jeder
insbesondere bei kleinen, lokalen Dienstleistern Potenzial gibt. Neukunde eine ausführliche Einführung in das Produkt erhält.
Darüber hinaus hat der Kunde einen persönlichen Ansprech-
ecm_Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz beziehungs- partner, der stets zur für Verfügung steht, also kein Call Center.
weise mit welchen Geschäftsmodellen konkurrieren Sie?
Alexander Henn_Wir unterscheiden uns von konkurrierenden ecm_Woher stammt das Know-how und die Lust beziehungs-
Unternehmen, als wir ein breites Angebot an Digitalisierungslö- weise der Mut an der Selbstständigkeit?
sungen vorzuweisen haben – ausgerichtet auf kleine, lokale Alexander Henn_Ich hatte immer den Antrieb, etwas Eigenes
Dienstleister. Viele Anbieter mit der gleichen Zielgruppe bieten aufzubauen. Einen familiären Hintergrund hat das aber nicht.
nur einzelne Software-Komponenten, etwa die Online-Termin- Ich habe schlichtweg früh entdeckt, dass man im Internet Geld
buchung. Wir offerieren Friseuren, Ärzten, Handwerkern und verdienen kann und mit 15 mein erstes Ladengeschäft in Mün-
chen eröffnet. Das war die Basis für weitere Gründungen. Un-
ternehmerisch zu denken und zu handeln, hat mir immer Spaß
gemacht und ich konnte in kurzer Zeit viel lernen. Mit Shore
habe ich nach vielen kleineren Gründungen nun ein Unterneh-
men mit aufgebaut, das mein Leben seit einigen Jahren be-
stimmt und noch lange bestimmen wird.
ecm_Was waren die größten Schwierigkeiten in den ersten 12
Monaten und was würden Sie im Nachhinein anders machen?
Alexander Henn_Eine der größten Herausforderungen zu Be-
ginn war es, eine Finanzierung zu erhalten, ohne gewährleisten
zu können, schnell nennenswerte Umsätze zu generieren. Ge-
rade im Software-Bereich muss man viele Monate, teils Jahre,
für die Entwicklung vorfinanzieren. Wir mussten daher Inves
toren suchen, die an uns als Gründer und den Markt glauben.
Zum anderen bewegen wir uns im KMU-Markt, in dem viele
Unternehmen nicht proaktiv nach einer Software suchen.
ecm_Wie sind Sie finanziert und wann wollen Sie schwarze Zah-
Quelle: © sdecoret - Fotolia.com
len schreiben?
Alexander Henn_Wir schätzen uns glücklich, große institutionelle
Geldgeber aus der Softwarebranche zu haben. Dabei haben
schwarze Zahlen im Moment keine Priorität, wir werden jedoch
in zwei bis drei Jahren Gewinne abwerfen.
www.e-commerce-magazin.de 05/16 e-commerce-magazin 5Szene Titelinterview
Müsli – das ist nicht nur was
für echte Hipster
von Dunja Koelwel
Mass Customizing im Lebensmittelmarkt – mymuesli hat hier geschafft, woran wohl die wenigsten
geglaubt haben. Mitbegründer Max Wittrock erzählt im Interview, wohin die Reise gehen wird.
ecm_Mal ganz vorneweg: Essen Sie ei- das war ja vor fast zehn Jahren, ist wirk- ecm_ Mittlerweile bieten Sie Ihr Sorti-
gentlich noch gerne Müsli? Und wenn ja, lich viel passiert: Ich kann mich noch ment nicht nur mehr online an, sondern
welches? erinnern, wie verwundert Freunde und auch offline. Warum sind Sie diesen
Max Wittrock_Jeden Tag. Ehrlich. Wenn Familie waren, als wir von der Idee er- Schritt gegangen, was erwarten Sie hier?
wir Müsli nicht lieben würden, hätten wir zählten, Lebensmittel übers Internet zu Max Wittrock_Im Falle der Läden war
mymuesli vermutlich auch nicht gegrün- verkaufen. Und dann ausgerechnet das ehrlich gesagt anfangs keine wirk-
det. Aber wir drei Gründer testen auch Müsli. Heute ist die Auswahl an Online- lich strategische Entscheidung: Wir woll-
gerne jede neue Zutat und Sorte. Außer- Food-Shops und -Geschäftsmodellen im ten eine Salatbar aufmachen, der Miet-
dem frühstücken wir meistens im Büro, Vergleich zur damals riesig, und alles vertrag kam nicht zustande, dann hatte
wo es eine riesige Auswahl gibt. Derzeit wird immer besser angenommen. Bei unser Mitgründer Philipp die Idee, einen
mag ich das Superfruit-Müsli am liebs- mir selbst sehe ich die Veränderungen Müsliladen aufzumachen. Mittlerweile
ten, heute morgen gab’s aber Schoko. am besten, zum Beispiel bestellen mei- sind es 49. Das überrascht uns selbst
ne Frau und ich fast alle Lebensmittel manchmal. Aber genau wie bei den Su-
ecm_mymuesli wurde 2007 gegründet online, allein schon, weil ich alle neuen permärkten erschließen wir damit neue
– nach fast einem Jahrzehnt am Markt: Konzepte testen möchte. Der Blick in die Kundenpotentiale, denn immer noch
Wie hat sich der Markt für Lebensmittel Zukunft ist spannend: Der Online-Markt- werden in Deutschland Lebensmittel vor
aus dem Internet in der letzten Dekade anteil bei Lebensmitteln wird natürlich allem offline gekauft. In den Läden kann
verändert? Und wohin wird er sich Ihrer weiter wachsen. Und ich freue mich auf man außerdem probieren und wird per-
Meinung nach weiterentwickeln? viele aufregende und innovative Kon- sönlich beraten, das ist vielen Kunden
Max Wittrock_ Ich versuche mal eine zepte: Ob von den klassischen Retailern wichtig. Und aus der Gründerperspek
Analyse: Seit unserer Gründung 2007, oder von Startups. tive fühlt es sich schon toll an, wenn
man einen Laden betritt, in dem es aus-
schließlich die eigenen Produkte gibt.
ecm_Was sind für Sie die besonderen
Herausforderungen, wenn Sie Ihre Pro-
dukte nicht nur online, sondern auch
offline anbieten? Zum Beispiel in Sa-
chen Logistik, Pricing?
Max Wittrock_Klar, war und ist der Kanal
eine echte Herausforderung, denn wir
kommen ja aus dem E-Commerce. Jetzt
bewegen wir uns plötzlich in beiden
Welten, on- und offline. Es klingt profan,
aber am wichtigsten finde ich, dass man
jedem Kanal die gleiche Aufmerksam-
keit schenkt. Unser Pricing ist zum Bei-
Max Wittrock einer der spiel überall identisch, und auch für die
drei Gründer von Mymuesli – ist selbst Optimierung der Logistik hatten wir lan-
nach wie vor begeisterter Müsli-Fan.
ge Zeit: Denn das Offline-Wachstum kam
6 e-commerce-magazin 05/16 www.e-commerce-magazin.deja nicht über Nacht, sondern Schritt für beiden anderen immer guten Mutes. Großkonzern zu „verscherbeln“? Wie se-
Schritt. Das lässt viel Zeit fürs Lernen. Aber freilich muss man zwischendurch hen Sie die Zukunft des Onlinehandels?
mal durchatmen. Da das richtige Ver- Max Wittrock_Zum einen gründet man
ecm_Sie verkaufen aber nicht nur jetzt hältnis zwischen Opportunitäten und kein Müsli-Startup, um morgen teuer zu
auch in stationären Läden, sondern tes- klugen Pausen zu finden, das ist sicher verkaufen. Da hätte es vermutlich einfa-
ten auch Gadgets für den stationären nicht immer einfach. Deswegen wird chere Modelle gegeben als ein Lebens-
Handel, etwa myMuesli-Beacons auf man uns auch nicht morgen in 20 Län- mittel-Startup. Zum anderen lernen wir
dem Münchner Viktualienmarkt. Was dern finden, derzeit sind es sechs. Gera- immer noch unheimlich viel, haben ein
wollen Sie damit erreichen? Was erhof- de kam Schweden dazu. In den Nieder- irre tolles Team und ehrgeizige Ziele: Des-
fen Sie sich? landen sind wir noch auf der Suche wegen machen wir das. Und wir machen
Max Wittrock_Wie die meisten Händler nach der ersten mymuesli-Ladenfläche es richtig gerne. Die Zukunft des Online-
sind wir bei diesen Gadgets wie kleine dort. Uns wird also in den nächsten Mo- handels sieht sicher sehr rosig aus, und
Kinder: testen, probieren aus, lernen – ge- naten sicher nicht langweilig. es gibt noch viele Nischen, die man er-
wissermaßen eine ständige Betaphase. obern oder verbessern kann. Ich freue
Es gibt viele Dinge, die krasses Potential ecm_Was motiviert Sie, weiterzumachen mich über jede Neugründung im E-Com-
haben. Aber noch kann man nicht sagen, und nicht Ihr Unternehmen an einen merce! @
was sich in welcher Form durchsetzen
wird. Im Ernst: Man muss also bereit sein, info
viel zu lernen, Fehler zu machen, und zu i mymuesli
analysieren, was einem selbst und den
Kunden einen klaren Vorteil bringt.
Max Wittrock (33) wurde 1982 in München geboren. 2007 gründete der Jurist mit seinen zwei Studien-
ecm_Anfang September 2015 haben Sie freunden Hubertus Bessau und Philipp Kraiss das Bio-Müsli-Startup mymuesli. Kennengelernt hatten
Ihr erstes Geschäft in der Schweizer sich die drei Gründer an der Uni in Passau. Auf einer Fahrt zum Badesee kam den drei damaligen Stu-
Bundeshauptstadt Bern eröffnet. Die denten die Idee für ihre Gründung. Wittrock kümmert sich bei mymuesli um die Bereiche PR, Legal und
HR. Er lebt in Berlin.
Bio-Müslis für die Schweizer Kunden
werden dabei in einer kleinen Manufak- mymuesli ist ein 2007 gegründetes, deutsches Lebensmittelunternehmen mit Sitz in Passau. Kernidee
ist, sich im Internet sein eigenes, individuelles Müsli zusammenzustellen. Das Unternehmen hat mitt-
tur in Tägerwilen im Kanton Thurgau
lerweile über 600 Mitarbeiter in Deutschland – davon rund 250 Mitarbeiter in Passau und Umgebung
gemixt. Sie haben aber auch Kunden – und einen Umsatz von mehreren Millionen Euro pro Jahr.
und Geschäfte in Österreich, den Nieder-
Die Macher von mymuesli nutzten eine Marktlücke für den Start ihres eigenen Unternehmens: Über ihre
landen und UK. Wohin wollen Sie weiter
Homepage kann sich seither jeder sein eigenes Lieblingsmüsli zusammenstellen – aus rund 80 Zutaten
expandieren? Haben Sie nicht auch mit etwa 566 Billiarden Misch-Möglichkeiten. Der individuelle Mix aus Flocken, Früchten, Nüssen usw.
manchmal Bedenken, dass Sie das alles lässt sich längst nicht nur in den kleinen Shops oder per Mausklick im Internet zusammenstellen –
stemmen können? mymuesli-Produkte sind mittlerweile in vielen deutschen, österreichischen und Schweizer Läden, Su-
Max Wittrock_Um mit dem letzten Teil permärkten und Gastronomiebetrieben erhältlich.
ihrer Frage zu starten: Das ist das tolle Neben mymuesli haben Max Wittrock, Hubertus Bessau und Philipp Kraiss auch die Kaffee-Internetfir-
an einem Dreier-Gründungsteam – ma Green Cup Coffee gegründet sowie Oh!Saft, ein Abo-Modell für Saftorangen. (Quelle: Wikipedia)
wenn einer Bedenken hat, dann sind dieSpecial Diskussion: Native Ads und die Auswirkungen auf das E-Mail-Marketing
„Native Advertising ist kein
Content Marketing“
von Dunja Koelwel
Was tun, um in der Werbeflut nicht unterzugehen? Native Ads im E-Mail-Marketing
scheinen hier derzeit einer der probatesten Wege. Wir haben Digital-Marketing-Experten
gefragt, auf was Händler dabei achten sollten.
Online-Banner haben es zunehmend keting bietet enormes Potenzial. E-Mail- Anabell Peske (Inxmail)_Der Vorteil des
schwer, bei den Usern wahrgenommen Marketing ist ein starkes Push-Medium: E-Mail-Marketings liegt darin, dass man
zu werden. Die Reizüberflutung im Web Hier lassen sich Nutzer direkt persönlich seine Empfänger kennt und die Inhalte
sorgt dafür, dass Nutzer Inhalte gezielt erreichen, mit relevantem Content auf eines Mailings zielgenau an deren Profil-
und selektiv wahrnehmen. Hier kommt eine Landingpage führen und zu soge interessen anpassen kann. Das gleiche
Native Advertising ins Spiel. Anstatt Nut- nannten Leads, also Interessentenkon- gilt für die darin enthaltenen Werbean-
zern klassische Anzeigen zu präsentie takten, konvertieren. Native Ads können zeigen. Das Stichwortet lautet hier: per-
ren, setzt diese Form der Online-Wer- den Prozess der Lead-Generierung ef- fektes Targeting. Die Möglichkeiten zur
bung auf natürliche Ads mit Mehrwert fektiv unterstützen, indem sie den Emp- Individualisierung des Contents hören
für den Nutzer. Native Ads sind dabei fänger individuell abholen. Mit einem im Newsletter nicht bei der Anrede und
mehr Content als Werbung. Neben Plat- gelungenen Storytelling, das heißt ei- dem Themengebiet auf. Alle Inhalte in-
zierungen auf Nachrichten-Portalen und ner fesselnden Geschichte rund um die klusive der Werbeaussteuerungen las-
anderen Websites bietet sich das E-Mail- Kerninformation, aber auch durch die sen sich anhand der vorhandenen Profil-
Marketing optimal als Plattform für Na richtige Inszenierung des Themas kann tiefe gezielt an diejenigen mit der größ-
tive Advertising an. ein Unternehmen die Aufmerksamkeit ten Aufmerksamkeit für das jeweilige
von potenziellen Kunden auf sich zie- Thema senden.
ecm_E-Mail-Marketing und Native Ads – hen. Integriert man zudem geschickt ei- Und genau hier können Native Ads
welches besondere Potenzial steckt in nen Call to Action, der den passenden ihre Stärke ausspielen: Als Format, das
dieser Kombination? Impuls beim Nutzer setzt, steht einer werbenden Inhalt in redaktionell an-
Martin Philipp (SC-Networks)_Die Ver- erfolgreichen Conversion nichts mehr im sprechende Zusatzinformationen für die
knüpfung von Native Ads mit E-Mail-Mar- Weg. Zielgruppe transformiert, werden die
8 e-commerce-magazin 05/16 www.e-commerce-magazin.deE-Commerce Solutions
Ihr Partner für Business Process Outsourcing
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Joachim Gerloff Maximilian Modl ist
ist Online-Redakteur bei Chief Marketing Officer
TWT Online Marketing. bei Newsletter2Go.
Martin Philipp Anabell Peske leitet das
ist Geschäftsführer bei International Business
SC-Networks. Development bei Inxmail.
Unsere
Native Ads zum Gewinn für Leser, Wer- sen sich ausgewählte Zielgruppen op
Produkte im
betreibende und Versender.
Im Idealfall ergänzen Native Ads das
timal ansprechen. Per Newsletter können
Native Ads direkt an die passende Ziel-
E-Commerce
Themenfeld eines Newsletters und bie- gruppe versendet werden. Dadurch steigt
ten dem Leser einen Mehrwert, indem die Relevanz der Native Ads – sie lan-
sie seine Interessen ansprechen und den ohne Umwege bei Kunden, die sich
das Informationsspektrum des News für den beworbenen Inhalt interessieren
letters erweitern. Damit bekommt der könnten. So können Marketer davon aus-
Newsletter im Blick auf Native Ads einen gehen, dass die Inhalte ihrer Kampag-
hohen Stellenwert in der Mediaplanung. nen für Kunden höchst relevant sind und
Denn im Gegensatz zur Display-Wer- einen Mehrwert bringen. Als Versender
bung wird die Native Ad über das Medi entscheiden Sie selbst, welche Empfän-
um Newsletter gezielt an die richtigen ger zu welchem Zeitpunkt bestimmte In-
Abonnenten geleitet, die Interesse an formationen erhalten. Darüber hinaus
dem Thema haben. Statt auf die richtigen landen die Mailings direkt im Postfach –
Besucher zu warten, bringt der Newsletter persönlicher geht es kaum.
die Werbebotschaft direkt zum richtigen Joachim Gerloff (TWT)_In Deutschland ist
Adressatenkreis. ein sogenanntes Double-Opt-In-Verfah-
Maximilian Modl (Newsletter2Go)_E-Mail- ren vorgeschrieben. Das heißt, dass
Marketing ist die ideale Plattform für Newsletter-Abonnements vom Empfän- Sprechen Sie uns an!
Native Ads, denn durch Newsletter las- ger aktiv bestätigt werden müssen. Auf +49 201 769 6216
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www.e-commerce-magazin.de www.payprotect.deSpecial Diskussion: Native Ads und die Auswirkungen auf das E-Mail-Marketing
Mehrwert. Als Beispiel kann man in ei-
comment nem Radsport-Newsletter eine Native
c „Unternehmens-Newsletter sind Ad platzieren, die über eine von einem
immer Native Ads“ Reiseanbieter organisierte, spannende
Fahrradreise berichtet.
Per Definition ist jede E-Mail eines Unternehmens eine Werbe-E-Mail. Da ist es Dies ist dann keine simple Darstel-
egal, ob das Ganze als Newsletter oder sonstwie getarnt ist. Lediglich eine Mail lung von Urlaubsvorzügen, sondern ein
ist keine Werbung: die Double-Opt-In-Mail. Insofern erübrigt sich für das E-Mail-
fesselnder Erfahrungsbericht aus der
Marketing fast aller deutschen Unternehmen – außer Verlagen – die Frage nach
Native Ads. Wer Produkte direkt verkauft, versendet einen E-Mail-Katalog. Sicht eines Radsportfans. Und hier
kommt der Vorteil der E-Mail im Blick auf
Die E-Mails bestehen im Wesentlichen aus konkreten Kaufangeboten. Wer rei-
ner Hersteller ist oder im B2B mit einer längeren Kaufvorbereitungsphase zu
die Profiltiefe ins Spiel: Wenn ich weiß,
tun hat, versendet E-Mails als Kundenbindungsmaßnahme. Hier gibt es News- der Newsletter-Leser begeistert sich
letter, die relativ nahe an den redaktionellen Newslettern der Verlage sind. Aber konkret für Rennräder, dann baue ich in
wer will hier Anzeigen oder gar Native Ads schalten? Ein Unternehmen will auf seinen Newsletter eine Native Ad zu ei-
eigene Produkte hinweisen und nicht auf die von Anderen. Native Ads sind ein ner Rennradtour im Frühling auf Mallor-
spannendes Thema für Verlage, Blogger und andere redaktionell arbeitende
ca ein. Bei einem Empfängerkreis, der
Institutionen. Diese dürfen, um ihre Arbeit zu finanzieren, Anzeigen schalten,
aber keine Native Ads. Sondern klar als Anzeigen gekennzeichnete Anzeigen. sich eher für das Thema Mountainbiking
Auch wenn es sich um redaktionelle Inhalte handelt. Ein Advertorial ist auch interessiert, kann ich stattdessen eine
eine Anzeige. Native Ad zu einer Mountainbike-Reise
Autor_Dr. Torsten Schwarz ist Buchautor, mehrfacher Lehrbeauftragter quer durch die Alpen präsentieren. So
und Privatdozent. Schwarz erhielt 2012 den GSA President‘s Award für seine erhält jeder Leser genau die Native Ad,
Verdienste als Leiter der Professional Expert Group Online-Marketing. die seinen Interessen entspricht und die
Er zeichnet als Herausgeber des Fachinformationsdienstes Online-Marke- für ihn eine spannende Geschichte be-
ting-Experts und von Marketing-Börse.de verantwortlich. Bereits 1994 baute
reithält.
er einen der weltweit ersten Webserver auf. Der Online-Pionier war Marke-
tingleiter eines Softwareherstellers und berät heute internationale Unterneh- Grafisch sollte die Native Ad genau
men. Sein Buch „Permission Marketing“ war sechs Monate lang in den auf das Design des Newsletters ab
Top Ten der Financial Times Deutschland. Sein „Leitfaden E-Mail Marketing“ gestimmt sein. Wichtig ist hierbei jedoch
war acht Monate lang Amazons meistverkauftes Online-Marketing-Buch. die eindeutige Kennzeichnung, dass es
sich um Werbung und nicht um einen
redaktionellen Beitrag handelt.
diese Weise gibt es eine starke Qualifi- am besten umsetzen? Haben Sie gestal- Martin Philipp (SC-Networks)_Wie der
zierung des Empfänger-Kreises. Die An- terische Tipps parat? Name schon sagt, sollten die Inhalte in
zeigen kommen also bei einer hochre Anabell Peske (Inxmail)_Natürlich muss einem Newsletter nützliche und für die
levanten Zielgruppe an, anstatt auf ei- die Native Ad den Eigenschaften des Empfänger relevante Neuigkeiten trans-
ner Website, auf die alle Zugriff haben. Newsletters angepasst werden, das heißt, portieren. Gleiches gilt auch für Native
Man kann zwischen klassischen Native es kann nicht die komplette Native Ad Ads. Wichtig ist daher, hochwertigen
Ads im Newsletter und „Inbox Ads unter- im Newsletter platziert werden, sondern und professionell erstellten Content ein-
scheiden. Native Ads fügen sich optisch nur der Native Teaser. Im Newsletter ha- zusetzen. Nur so können Unternehmen
in das Design des Newsletters ein und ben alle Inhalte zum Ziel, Neugier zu we- Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit
wirken inhaltlich als eine Einheit. Inbox cken und den Leser dann für weiterfüh- vermitteln und den Nutzer überzeugen.
Ads wiederum sind farblich abgetrennt rende Informationen auf die Webseite Für die konkrete Ausgestaltung bietet
und klar als Werbung gekennzeichnet. weiterzuleiten. Dies gilt auch für Native das AIDA-Modell einen guten Ansatz:
Klassische Werbebanner werden zu- Ads. Aufmerksamkeit erregen (Attention), In-
nehmend als störend empfunden. Bei Das wichtigste Kriterium für eine er- teresse wecken (Interest), den Wunsch
der Kombination aus E-Mail-Marketing folgreiche Native Ad im Newsletter ist, nach der angebotenen Lösung auslösen
und Native Ads ist der Vorteil, dass die dass sie zum Newsletter-Thema passt, (Desire) und eine klare Aufforderung in-
Werbung direkt in die Inbox des Abon- dieses aufgreift und ergänzt. Die Native tegrieren (Action).
nenten zugestellt wird. Dies ist eine Ad selbst sollte keine platte Werbe Joachim Gerloff (TWT)_Native Ads müs-
lukrative Einnahmequelle für qualitativ einblendung, sondern vielmehr der Ein- sen gestalterisch optimal in den News-
hochwertige Newsletter-Versender. stieg in eine Geschichte sein. Im Ideal- letter eingebunden werden, sodass sie
fall lässt der Empfänger sich auf die Ge- sich auch formell nahtlos in das News-
ecm_Wie sollten Unternehmen die Kom- schichte ein, seine Neugier wird geweckt letter-Design einfügen. Werbebanner
bination aus Newsletter und Native Ads und ihm bietet sich ein erkennbarer sollten individuell an den Inhalt des
10 e-commerce-magazin 05/16 www.e-commerce-magazin.deIhr White Label Experte für
Zahlungsmethoden
Newsletters angepasst werden, zum Bei- gerkreis passend angesprochen und mit im Online-Handel:
spiel in Schrift, Farbauswahl oder Bild- relevanten Inhalten versorgt wird. Natür-
Kauf auf Rechnung
welt. Ganz wichtig ist dabei, dass Wer- liche Anzeigen sollten perfekt auf die je-
bung immer als solche erkennbar und weilige Zielgruppe abgestimmt sein. Ratenzahlung
entsprechend gekennzeichnet ist. Der Anabell Peske (Inxmail)_Die Platzierung Monatsrechnung
Leser soll selbst entscheiden können, ob von Native Ads sollte immer mit einer Lastschrift
er das Werbeformat klickt. gut gepflegten Empfängerliste einherge-
Maximilian Modl (Newsletter2Go)_ Gestal- hen. Wenn wir das Beispiel von vorhin
Ohne Ausfallrisiko,
terisch lässt sich der Mix aus Newsletter wieder aufgreifen, könnte eine fehler-
mit 100% Zahlungsgarantie
und Native Ads am besten umsetzen, hafte Pflege der Daten sonst dazu füh-
indem Native Advertising in die E-Mails ren, dass die Native Ad zur Radreise
eingebettet wird, etwa in Form eines dann an einen Leser ausgesteuert wird, Unsere Vorteile auf einen Blick:
Teasers. Klickt man diesen im Newslet- der sich überhaupt nicht für den Rad-
ter an, so werden Empfänger auf eine sport interessiert, sondern Motorsport-
Landingpage weitergeleitet. Am besten fan ist.
ist es, wenn die Native Ads nahtlos in Je wertvoller die Daten des Empfän-
das Mailing-Design übergehen. Ebenso gerstamms sind, umso lukrativer kann Vertrauensbonus
sollte der restliche Inhalt des Newslet- der Newsletter-Herausgeber seinen Wer- in Ihre Marke
ters zu den Native Ads passen, also bes- beplatz vermarkten. Dabei sollte man
tenfalls eine inhaltliche Ergänzung dar- die gleichen Regelungen und Empfeh-
stellen. In einem Newsletter, in dem es lungen beachten, wie man sie allgemein
um Mode und Lifestyle geht, könnte bereits für die redaktionellen Inhalte im
zum Beispiel die neue Kollektion eines E-Mail-Marketing kennt. Im Zentrum ste-
Designers angeteasert werden. hen dabei immer der Empfänger und die
Relevanz der Inhalte.
Schnelle
ecm_Was sind die Gefahren dabei? Was Wie bereits erwähnt, müssen News-
Auszahlung
sollte man als Unternehmen tunlichst letter-Versender zudem beachten, dass
vermeiden? sie Native Ads auch als Werbung kenn-
Joachim Gerloff (TWT)_Native Advertising zeichnen. Dies ist zum einen gesetzlich
ist kein Content-Marketing: Es kann gute vorgeschrieben. Es sollte aber auch al-
Inhalte mit passenden Werbeformaten lein schon deshalb geschehen, da das
bereichern, aber diese nicht ersetzen. Vertrauen der Newsletter-Empfänger
Unternehmen sollten Native Advertising sehr wichtig ist und nicht leichtfertig ver-
nicht um jeden Preis einsetzen: Prüfen spielt werden sollte. Wenn ein Beitrag B2B & B2C
Sie, ob geeignete Werbepartner zur Ver- gut gestaltet ist und das Interesse des in D-A-CH & NL
fügung stehen und wägen Sie ab, wie Empfängers weckt, tritt das Thema „be-
die Zielgruppe den Werbeformaten ge- zahlt oder nicht bezahlt“ sowieso in den
genübersteht. Native Ads im E-Mail-Mar- Hintergrund.
keting sollten nicht als Content darge- Am Ende profitiert jeder von gut ge-
stellt werden. Eine klare Kennzeichnung machten Native Ads: Der Leser erhält
als Werbung ist unerlässlich. spannenden Inhalt im Newsletter, der
Maximilian Modl (Newsletter2Go)_Auch Werbetreibende exklusive Werbeflä-
Hohe
wenn es verlockend ist, Native Ads wie chen und der Newsletter-Herausgeber
Warenkörbe
ein ganz normales Newsletter-Element lukrative Umsätze.
aussehen zu lassen: Die Kennzeichnung Martin Philipp (SC-Networks)_Der folgen-
als Anzeige ist unumgänglich. Was die schwerste Fehler ist der, ein Werbever-
Empfänger angeht, sollte auf keinen Fall sprechen nicht zu halten. Wenn also Inte-
auf Segmentierung verzichten werden. resse beim potenziellen Kunden geweckt
Wenn nicht die richtige Zielgruppe er- wird, Inhalt und Produkt beziehungswei- sales@payolution.com
reicht wird, sind Native Ads in Verbin- se Leistung dem aber nicht gerecht wer- www.payolution.com
dung mit Newslettern wenig effektiv. Es den, ist das kontraproduktiv. So verlore- Tel.: +49 911 477 113 - 30
sollte also unbedingt darauf geachtet nes Vertrauen lässt sich kaum wiederge- Am Euro Platz 2, A-1120 Wien
werden, dass ein bestimmter Empfän- winnen. @ Allersberger Straße 185, D-90461 Nürnberg
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dungen schon zirka sechs bis acht Se-
kunden unterbewusst feststehen und
auch vorhergesagt werden können, be-
vor sie bewusst getroffen werden. Mit
dem Subconscious Decision Marketing
Index legt Ratingagentur Advertising nun
ein Analyseinstrument vor, dass die für
die Kaufentscheidung maßgeblichen
Prozesse im Unterbewusstsein der Kun-
den erfasst und in ein konsistentes Kom-
munikationsmodell integriert.
Der SDMI berücksichtigt dabei die
Bildquelle: © artida, ASjack – Fotolia.com
wichtigsten wissenschaftlichen Erkennt-
nisse aus Disziplinen wie Neurologie, In-
formationstheorie, Kommunikationswis-
senschaft, Psychologie und Medizin.Er-
gebnis ist eine Kennzahl, die es erlaubt,
die unbewusste Wirkung von Werbemaß-
nahmen zu messen und unterschiedli-
che Maßnahmen zu vergleichen.
Der SDMI basiert auf fünf Indizes,
Ratingagentur Advertising die jeweils einen für das Unterbewusst-
sein maßgeblichen Beitrag zur Entschei-
Analysetool macht unbewusste dung abbilden: Emotion, (gehirngerech-
ter) Nutzen, hormonelle Wirkung, Erin
Entscheidungsprozesse sichtbar nerungswert und Impulsintensität.
Ratingagentur Advertising ist ein
unabhängiges Institut zur Messung,
Ein neues Analyseinstrument von Ra 35 wissenschaftlichen Disziplinen in ei- Analyse und Optimierung von Werbung.
tingagentur Advertising misst die Wir- ner Kennzahl und schafft so mehr Ver- Es unterstützt Unternehmen dabei, Wer
kung von Marketingmaßnahmen erst- gleichbarkeit und Transparenz. bemaßnahmen im Hinblick auf ihre un-
mals dort, wo die Kaufentscheidung Kunden treffen Kaufentscheidungen bewusste Wirksamkeit zu verbessern
fällt: im Unterbewusstsein des Kunden. in der Regel nicht bewusst – auch wenn und einen signifikant höheren Return of
Der Subconscious Decision Marketing sie es selbst glauben. Gehirnforschung Investment (RoI) mit ihren Marketing-
Index (SDMI) bündelt Erkenntnisse aus hat nachgewiesen, dass Kaufentschei- und Werbebudgets zu erzielen.
Amazon „Das neue FBA-Programm hilft Händlern,
Neues pan-europäisches Amazon-Versandprogramm Millionen Kunden in Europa zu erreichen,
während Kunden von der schnelleren
Amazon hat einn neues pan-europäi- Im Rahmen des neuen FBA-Programms Lieferung und niedrigeren Versandkos-
sches „Versand durch Amazon (Fulfilment senden Händler ihre Waren in ein lokales ten profitieren”, sagt Francois Saugier,
by Amazon, FBA)“-Programm gestartet. Amazon Logistikzentrum. Amazon küm- Director EU Seller Services. „Kleine und
Der Service unterstützt Marketplace- mert sich um die Logistik und verteilt die mittlere Unternehmen können Millionen
Händler dabei, effizienter als je zuvor zu Produkte automatisch in Amazons euro- neuer internationaler Kunden erreichen
exportieren – und dadurch Millionen von päischem Logistiknetzwerk aufgrund der und haben damit die Möglichkeit, ihr Ex-
Amazon-Kunden in ganz Europa zu errei- erwarteten lokalen Nachfrage in den ver- portgeschäft anzuschieben“, betont Dr.
chen. Für Amazon-Kunden bedeutet dies: schiedenen Ländern. Die Produkte wer- Markus Schöberl, Director Seller Services
eine Auswahl an tausenden neuen Pro- den von Amazon gelagert, verpackt und in Deutschland. Unternehmen, die sich
dukten, die von Händlern aus der EU an- vom nächstgelegenen Logistikzentrum, für das Verkaufen auf Amazon und Ver-
geboten werden, und eine schnellere Zu- in dem die Ware verfügbar, ist an Kunden sand interessieren, können sich unter
stellung zu niedrigeren Versandkosten. versendet. https://services.amazon.de informieren.
22 e-commerce-magazin 05/16 www.e-commerce-magazin.decomment
‚
c Die Zukunft von Native Ads:
Wann wird Programmatic Mobile Native seinen Durchbruch erleben?
Auch wenn Native Ads effektiv sind, gibt es einen Haken: Sie sing sowie die verschiedenen Platt-
müssen über herkömmliche, nicht-programmatische Weise ge- formen, Systeme und Werbetrei-
schaltet werden. Um eine Native Ad wirklich „Native“ zu gestal- benden erschweren das Festlegen
ten, muss sich die Anzeige dem Format des jeweiligen Mediums einheitlicher Standards aus ver-
anpassen – und natürlich stellt jede Plattform Inhalte auf eine schiedenen Gründen. „Native“ ist
andere Art und Weise dar. Demzufolge ist Native Advertising ein ein breiter Begriff mit unterschied-
sehr zeitaufwändiger Prozess, der für jede Plattform neu aufge- lichsten Definitionen.
setzt werden muss. Gleichzeitig hat dies auch dazu geführt, → Facebook und Google thronen übermächtig auf ihrem hohen
dass Kanäle mit einer besonders großen Reichweite und star- Turm: Mit seiner Reichweite und seinen Targeting-Möglichkei-
ken Targeting-Möglichkeiten, wie Facebook und Twitter, einen ten ist Facebook kaum zu schlagen. Die Folge: Der größte Teil
großen Anteil des Marktes eingenommen haben. des Werbekapitals fließt direkt zu Facebook und seinen Toch-
Der Zwang, auf diese Art und Weise zu arbeiten, schränkte die terunternehmen wie Instagram. Die Dominanz von Facebook
Native Advertising-Branche im Wachstum ein. Für andere For- erschwert es vielen Wettbewerbern, zum einen auch auf die-
mate, wie Banner und Interstitials, öffnete der programmatische sen Markt zu drängen und zum anderen überhaupt jegliche
Mediahandel den Markt für eine größere Anzahl an Publishern Art von Standards zu schaffen, da der Markt stark in eine be-
und Werbetreibenden, indem Anzeigenschaltung im mobilen stimmte Richtung verzerrt ist.
Bereich kostengünstiger und transparenter wurde. Der nächste Zusammengefasst bedeuten diese beide Herausforderungen,
logische Schritt ist, Native Ads Werbebuchungen auch program- dass, während die Standardisierung von Mobile Native Adverti-
matisch anzubieten und einzukaufen. Doch was hält Werbetrei- sing nur eine Frage der Zeit ist, Publisher noch lernen müssen, ihr
bende und Publisher davon ab? Publikum außerhalb von Facebook und Google zu vermarkten.
Die Zukunft des Mobile Native Advertising Langsamer Prozess
Mobile Native Ads stehen 2016 vor zwei Herausforderungen: bis zur Standardisierung
→ Bisher keine einheitlichen Standardformate vorhanden:
Auch wenn das Interactive Advertising Bureau (IAB) bereits ein
Die Anzahl der Wettbewerber im Bereich des Mobile Adverti-
„Native Advertising Playbook“ herausgegeben hat, ist es unwahr-
scheinlich, dass der Markt in diesem Jahr signifikante Verände-
rungen erlebt, die weit genug reichen, um Standards für Native
Advertising einzuführen. Höchstwahrscheinlich werden die Native
Ad-Formate, die von Facebook und Google eingeführt wurden,
zum Quasi-Standard für Native In-App Ads aufgrund der Domi-
nanz der beiden auf dem Markt bezüglich App-Monetarisierung
(auf Angebotsseite) und Werbeausgaben (auf Nachfrageseite).
Dies führt dazu, dass kleinere Anbieter nachziehen und das For-
mat kopieren - was bereits stattfindet, sowohl auf der Ebene der
Anzeigenplattformen als auch der App-Entwickler.
Das IAB arbeitet zwar schon mit den Branchenplayern zusam-
men, um Native Advertising zu standardisieren, doch es ist ein
stetiger Prozess. Eines der Dinge, die mit einer Standardisierung
der gängigen Praxis einhergehen wird, ist, dass die Werbetreiben-
den genau wissen werden, was exakt das Endprodukt ist (wie es
aussieht, wie es funktioniert). Sobald diese Standards festgelegt
sind und Publisher ihr Publikum verstehen, spricht nichts gegen
ein Angebot von Mobile Native Programmatic in großem Umfang.
Bevor sich jedoch eine in der Praxis bewährte Methode etabliert,
steht Native Programmatic vor der Herausforderung, sein volles
Potenzial zu realisieren, da eine Standardisierung die Eckpfeiler
des programmatischen Kaufs und Verkaufs darstellt.
Als Vice President of Media Relations ist Robert Wildner
bei der Glispa Global Group verantwortlich für die Entwicklung
und Verwaltung von glispas App Monetarisierungslösungen,
Ampiri und Native.
www.e-commerce-magazin.de 05/16 e-commerce-magazin 23Payment & Risikomanagement Digitalisierung der Finanzbranche: Komplementär statt konfrontativ
sind keiner zu viel
von Susanne Hübner
FinTechs wildern offensiv und erfolgreich im Garten der Banken. Hinzu kommen
schlagkräftige Technologiekonzerne wie Apple, Facebook und Google. Doch Banken können
originäre Stärken ins Feld führen, um sich im Markt zu behaupten.
FinTechs „wollen nicht schüchtern an die Kundennutzen. Finanzgeschäftsprozesse der Kunden im Finanzbereich abzubau-
Türen der Etablierten klopfen, sie wollen werden aus Sicht des Kunden neu durch- en, da sie einfach und komfortabel sind.
sie eintreten“, so der BaFin-Präsident Fe- dacht und so die Angebote auf deren Be-
lix Hufeld in seiner diesjährigen Rede am dürfnisse zugeschnitten. Damit verän- Banken denken in Kanälen –
10. Mai anlässlich der Jahrespresse dern sie bestehende Geschäftsmodelle Kunden nicht
konferenz seines Hauses. In der Tat: Die traditioneller Player. Mit einer Kombina
neuen Marktplayer sorgen für Wirbel. Fin- tion von Internet, Mobilkommunikation Bisher klar getrennte Welten verschmel-
Techs setzen mit ihrer Innovationskraft und Social Media erreichen FinTechs zen zunehmend miteinander. So wird das
und Schnelligkeit neue Maßstäbe. über vielfältige digitale Kanäle eine breite Smartphone künftig sowohl Geldbeutel
Zielgruppe. Egal wann, wo oder wie: Der als auch Bankfiliale sein. Dies ist das Fa-
Nicht der Köder, sondern Nutzer erhält individuelle Services mit zit einer Studie des Marktforschungsun-
die Angel ändert sich personalisiertem Zuschnitt und einheitli- ternehmens Bitkom Research, bei der
chem, intuitivem „Look and Feel“. Ende 2015 mehr als 100 Geschäftsfüh-
Zentral für den Erfolg von FinTechs ist ihre Die Angebote der FinTechs schaffen rer und Vorstände von Finanzunterneh-
kompromisslose Ausrichtung auf den es so, die Digitalisierungshemmschwelle men befragt wurden. Die Prognose: In
24 e-commerce-magazin 05/16 www.e-commerce-magazin.deBankgeschäften. Oft gibt es zur eigenen > in Technologien investieren
Hausbank gewachsene Beziehungen > sich an Start-Ups beteiligen
über Generationen hinweg. > FinTech Funds gründen
Gerade der Vertrauensbonus spricht
für klassische Banken. Laut einer Unter- In Deutschland setzen deshalb einige
suchung des Beratungshauses Roland Finanzinstitute auf die Zusammenarbeit
Berger Strategy Consultants können sich mit FinTechs. Dazu lohnt auch ein Blick in
zwar 58 Prozent der Bankkunden in die Nachbarländer: In der Schweiz bietet
Deutschland Mobile Banking via Smart- beispielsweise der Finanzdienstleister Six
phone oder Tablet vorstellen; rund 68 Pro- mit Paymit eine P2P-Lösung an – in Ko-
zent würden dazu jedoch nur eine App operation mit UBS, Raiffeisen und diver-
Susanne Hübner_ „In Deutsch- ihrer eigenen Bank nutzen. Besonders sen Kantonalbanken. Mit ihr lassen sich
land gibt es nach Schätzung des Di- spannend: 40 Prozent der Bankkunden per App Geldbeträge von einem Konto auf
gitalverbandes Bitkom derzeit mehr der Alterskategorie „60 Plus“ sind an Mo- ein anderes überweisen. Auch Telekom-
als 250 FinTechs. Ihr Angebot reicht bile Banking interessiert. Nicht zu unter- munikationskonzern Swisscom setzt auf
vom Bezahlen über Finanzieren schätzen ist zudem die Erfahrung der diese mobile Anwendung. Die unter ande-
und Anlegen bis zur Vorsorge.“ Banken mit Finanzprodukten, regulatori- rem von Namics mitentwickelte Lösung
schen Vorgaben und Risikomanagement. ist mit offenen Programmierschnittstellen
Vergleichbares Know-how ist bei FinTechs ausgestattet, sodass auch Lösungen an-
zehn Jahren ist das Smartphone in noch nicht zu finden. Hinzu kommen die derer Anbieter „andocken“ können.
Deutschland hinter Kreditkarte und De- technischen Möglichkeiten von Banken,
bitkarte das drittwichtigste Zahlungsmit- deren IT-Infrastruktur den wachsenden Komplementär statt
tel. Durch innovative Datenerfassung und Anforderungen in puncto Integrität und konfrontativ
-analyse halten zwei Drittel der Befragten Schutz von Daten besser gerecht wird.
eine automatisierte und zeit- und orts Neben den FinTechs sehen sich Ban- Die digitale Transformation der Finanz-
unabhängige Bankberatung durch Soft- ken mit weiteren neuen Mitbewerbern branche wird nicht ohne Reibungsverlus-
ware für wahrscheinlich. Auch ein funk konfrontiert, denn auch Technologiekon- te vonstatten gehen. Die Neuen werden
tionierender Einzelhandel ohne traditio- zerne wie Google, Apple und Facebook bestehende Angebote ergänzen, verbes-
nelle Kassen könnte Normalität werden drängen in den Finanzmarkt. Google ver- sern oder ersetzen. Finanzdienstleis-
– im Sinne von Self-Service. Für den Nut- fügt seit 2007 über eine Banklizenz. Riva- ter und Banken müssen sich öffnen für
zer wird aus Offline und Online eines. Er le Facebook verfolgt eine ähnliche Strate- Kooperationen mit FinTechs, aber auch
denkt nicht in Kanälen, sondern in Be- gie und hat in seine Messenger-App ein Playern wie Apple und Google. @
darfsmomenten. Entsprechend erwartet P2P-Payment-Verfahren integriert, mit
er, ohne Bruch zwischen beiden Welten dem Nutzer online Geld transferieren kön- Susanne Hübner ist Expertin für die Finanz-
wahrgenommen und bedient zu werden. nen. Apple möchte P2P in seine Mobile- dienstleistungsbranche bei Namics. In den
Payment-Lösung Apple Pay integrieren. vergangenen 20 Jahren war sie in verschiede-
Banken: Pluspunkte, Durch Mitbewerber wächst der Druck nen Managementpositionen tätig. Zuletzt
aber wenig Pioniergeist auf Banken und Finanzdienstleister, sich verantwortete sie bei T-Systems International
zu öffnen. Das ist auch eine Chance, die die strategische Account-Planung von Kun-
Das wiederum ist die Herausforderung Branche weiterzuentwickeln, indem sie: den der Finanzdienstleistungsbranche.
von Banken: die Daten der Online- und
Offlinewelten zusammenzuführen. Denn
bankintern sind beide Bereich oft vonein-
ander getrennt. In der Filiale werden ei
gene Tools und Programme verwendet
und es besteht kein Einblick in bereits
vom Kunden online eingestellte Daten Online-Banking
findet derzeit
oder Anträge. meist noch am PC
Das heißt jedoch nicht, dass die klas- statt, nur knapp
ein Drittel der
sische Bank „out“ ist. Aus Kundensicht Befragten nutzt
zählen zu ihren Vorteilen Markenbekannt- dafür bereits sein
heit, das Sicherheits- und Datenschutz- Smartphone.
(Quelle: Bitkom)
versprechen und die Verlässlichkeit bei
www.e-commerce-magazin.de 05/16 e-commerce-magazin 25Logistik & Fulfillment Steigerung der Wertschöpfungskette durch ERP und E-Commerce
Mittelständische
Shopbetreiber unter Druck
von Thomas Buck
Immer mehr Menschen bestellen im Internet – und erwarten vom Händler Schnelligkeit,
Agilität und Flexibilität bei konstanter Qualität. Platzhirsch Amazon setzt den Marktstandard
mit perfekten Bestell- und Lieferprozessen und neuen Trends wie Drohnen für die Logistik.
34 e-commerce-magazin 05/16 www.e-commerce-magazin.dewarten, dass sie alle Produkte schnell, ERP-System und
einfach und zuverlässig beim Anbieter E-Commerce kombinieren
bestellen können – am besten im On-
lineshop ihrer Wahl. Das kann der Shop An dieser Stelle kann ein an die beste-
des Händlers sein oder ein großer, etab- hende E-Commerce-Lösung angebunde-
lierter Marktplatz. Auch die Diversifizie- nes ERP-System den Händler entlasten.
rung der Verkaufskanäle (Omni-Chan- Die Stärke eines solchen Systems be-
nel) macht vor kleineren Händlern nicht steht darin, alle Daten aus dem Shop
halt. Gleichzeitig haben die Shopbetrei- transparent zu machen, den Überblick
ber immer weniger Zeit, sich um die an- über die Vertriebskanäle herzustellen
fallenden Daten und laufenden Prozes- und Prozesse dadurch langfristig effizi-
Thomas Buck_ „Für Onlinehändler se ihres Handels zu kümmern. enter zu gestalten. Schnittstellen zu den
ist die Verbesserung des Daten- Gerade Nischenhändler und Start einzelnen Channels, etwa dem Web
austauschs zwischen Shop, Lager ups im E-Commerce-Bereich arbeiten shop oder dem POS, lassen sich auto-
und Logistik eine Herausforderung. anfangs häufig mit einer Kombination matisieren und laufen synchron mit dem
Ein ERP-System unterstützt dabei, aus Webshop, Excel-Tabellen und einer ERP-System.
den Überblick über Daten aus zentralen Datenbank. Für die Aufbau- Das Ziel: Ein Händler kann seine im
Onlineshops und POS zu behalten.“ phase ist das ein gängiger Weg. Mit zu- Webshop, wie auch im direkten Kunden-
nehmendem Erfolg, steigender Kunden- kontakt anfallenden Daten abgleichen
zahl und wachsender Produktvielfalt und profitiert davon, diese Daten intelli-
Die Tage, an denen E-Bay-Powerseller ih- geraten solche händischen Systeme je- gent zueinander in Bezug zu setzen. Das
re Artikel noch aus der Garage verkau- doch schnell ins Schwanken: Die Excel- lässt mehr Zeit für das eigentliche Kern-
fen konnten, sind vorbei. Eine professio- Tabelle wird unhandlich, das Erstellen geschäft. Der Rundumblick auf die Kun-
nelle Lagerhaltung und Logistik sind von Berichten für die Geschäftsführung dendaten ist heute Grundvorausset-
längst Standard, auch für Nischenhänd- oder das Marketing sind aufwändig und zung, die durch ein ERP-System erfüllt
ler. Zu komplex sind die Prozesse, die für fehlerbehaftet, aktuelle Finanzberichte
die Verwaltung aller Produkte auf meh- werden quasi unmöglich. Der Händler
reren Channels nötig sind. Noch dazu hat mit Inkonsistenzen und mangelnder
diktieren große Onlinehändler wie Ama- Übersicht zu kämpfen.
zon die Standards für komfortable Be-
stellung, Lieferung und Retoure. So wer- Händische Systeme
den Nutzungsgewohnheiten der Käufer bremsen den Handel
dauerhaft geprägt und lassen eine feste
Erwartungshaltung entstehen. Kein Händ Dabei können ausgerechnet Nischen-
ler kann es sich mehr leisten, seine Pro- händler durch exzellenten Service und
dukte mit umständlichen Bestellprozes- ihre Produktspezialisierung eine höhere
sen des „Web 1.0“ anzubieten. Kundenbindung als Alles-Anbieter errei-
chen. Amazon kann nicht alle Artikel in
Stark in der Nische der von den Kunden gewünschten Tiefe
abdecken. Hier bietet sich eine Chance
Besonders erfolgreich sind Shopbetrei- für den Mittelstand. wird. Zu den Auswahlkriterien, die ein
ber, die sich ergänzend zu den Großen Eine Bremse stellen aber veraltete, ERP-System im täglichen Betrieb erfül-
auf bestimmte Nischen spezialisiert ha- händische Lösungen dar, wie sie noch len sollte, zählen: Hohe Automation über
ben. Die Gründe liegen auf der Hand: immer viele Mittelständler verwenden. alle integrierten Systeme hinweg, die Si-
Bildquelle: © ekostsov, Marco Scisetti – Fotolia.com
Der Konkurrenzdruck ist bei der Konzen- Sie behindern die Integration von Kun- cherstellung durchgängiger Prozesse,
tration auf spezielle Nischenprodukte den- und Stammdaten. Unzusammen- hohe Zuverlässigkeit, Sicherheit und
geringer. Bei Kunden können speziali- hängende Dateien und Systeme zwin- Verfügbarkeit, die nötige Flexibilität und
sierte Händler mit einer durchdachten gen Shopbetreiber dazu, ihre Daten mit Performance und insgesamt die Wirt-
Produktauswahl punkten. manuellem Aufwand abzugleichen und schaftlichkeit der Gesamtlösung.
Die Konzentration auf diese „Ba- verhindern die benötigte, schnelle Aus- Dabei funktioniert das ERP-System
sics“ genügt jedoch nicht. Auch Nischen- wertung für Berichte, Prognosen oder wie ein „Datentrichter“. Aus dem E-Com-
händler müssen im Jahr 2016 hohe An- etwa für die Anzeige von aktuellen Da- merce-System gelangen einheitlich auf-
forderungen erfüllen: Die Einkäufer er- ten im Shop selbst. bereitete Daten in das ERP-System. Be-
www.e-commerce-magazin.de 05/16 e-commerce-magazin 35Logistik & Fulfillment Steigerung der Wertschöpfungskette durch ERP und E-Commerce
reits für die grundlegenden Funktionen, nungsstellung und Buchhaltung je nach Grundlegende
die jeder Onlineshop leisten muss, ist ein gewünschter Zahlungsart oder die Kom- Prozesse entlasten
effizienter und bidirektionaler Datenaus- missionierung, logistische Abwicklung
tausch zwischen Backend und E-Com- und gegebenenfalls Retoure nach einer Zunehmend steigen Online-Händler
merce-System notwendig. Dazu gehört Bestellung. Diese Prozesse sind für On- auch in das stationäre Geschäft ein,
beispielsweise die Prüfung von Adresse linehändler zentral und erfordern die au- oder klassische Händler entdecken On-
und Bonität eines Kunden und die darauf tomatische Synchronisation von Daten, lineshops als neuen Absatzkanal für
folgende manuelle oder automatische damit der Shopbetreiber sein Lieferver- sich. Im Bereich Omni/Multi-Channel
Bearbeitung des Auftrags, die Rech- sprechen termingerecht einhalten kann. entstehen durch die vielfältigen Daten-
quellen neue Herausforderungen, die
nur durch integrierten Datenaustausch
comment
c Wir konnten die Prozesskosten
über alle Kanäle hinweg zu lösen sind.
Ob Kassensystem am POS oder Online-
des Retourenmanagements um fast shop – für das ERP-System macht es
50 Prozent senken keinen Unterschied, über welchen
Channel die Daten ins System gelan-
Der Onlinehändler Anthec GmbH & Co. KG mit Firmensitz gen. Das entbindet den Händler von
und Logistikzentrum in Münster bietet auf hutshopping.de
händischen Import- und Abgleichspro-
mehr als 60.000 Kopfbedeckungen in über 2.000 Varianten
europaweit an. Pro Monat werden 10.000 verschiedene Hü- zessen und ermöglicht es ihm, seine
te, Mützen & Caps bearbeitet. „Uns war wichtig, bei der Ein- Produkte ohne Inkonsistenzen auch
führung des ERP-Systems STEPS.eCommerce den laufen- auf mehreren Channels anzubieten.
den Online-Betrieb nahtlos weiterzuführen und insbesondere Prozesse zu automati- Ein Beispiel: Dem Kunden ermög-
sieren, die Buchhaltung anzubinden und Kundenmanagement, Vertriebssteuerung,
licht das im Hintergrund arbeitende
Logistik & Kommissionierung komplett zu integrieren“, so Andre Beelmann, Anthec-
Geschäftsführer. Die Prozesskosten des Retourenmanagements konnte Anthec mit System die sofortige, zuverlässige An-
Hilfe der STEPS.eCommerce um fast 50 Prozent senken. Ausschlaggebend waren gabe über die Verfügbarkeit des ge-
die verbesserte Abwicklung, optimierte Kommissionierung und Retouren sowie die wünschten Produkts. Der Bestandsab-
automatisierte Kommunikation mit dem Kunden. Der zeitliche Aufwand der internen gleich vermeidet für den Händler eine
Abwicklung ist trotz stark gestiegener Verkäufe gleichgeblieben. Gleichzeitig hat sich knifflige Situation, die jeder Kunde
das Abarbeiten der Aufträge wesentlich vereinfacht.
schon einmal erlebt hat: Im Shop wird
der letzte vorhandene Artikel noch als
vorrätig deklariert, am POS wurde er
jedoch in der Zwischenzeit verkauft.
Nach Bestellung im Onlineshop kann
der Artikel trotz „Verfügbar“-Anzeige
nicht geliefert werden – Frustration auf
Kundenseite ist hier vorprogrammiert.
Schlüssel
Kommunikationsfähigkeit
Die direkte Aktualisierung der Be-
standsdaten über alle Kanäle hinweg
vermeidet fehlerhafte Anzeigen im
Shop und damit Prozesse wie Fehlver-
sendungen, die zu Unzufriedenheit
beim Kunden führen. Für den Multi/
OmniChannel-Verkauf synchronisiert
das System den Bestand zwischen al-
len Kanälen, gleicht die Bestell- und
Stammdaten ab und übernimmt sogar
die Preiskalkulation für den jeweiligen
Channel. Das ist nur möglich, wenn On-
line- und Offline-Kanäle auf dieselbe
36 e-commerce-magazin 05/16 www.e-commerce-magazin.deDatenbasis zugreifen. In diesem Szena- verbessern mit Hilfe von automatisier- Thomas Buck begann 1997 mit dem Studi-
rio bildet der POS das Frontend, über ter Lagerhaltung, Rechnungswesen und um der Wirtschaftsinformatik seinen Weg in
den ein Verkäufer unkompliziert und Logistik ihre Prozesse. Damit sparen sie der IT. Bereits mit 24 Jahren gründete er
schnell die ERP-Daten aus dem Online- Zeit und bieten dem Kunden einen zu- sein erstes Unternehmen und war bei nam-
shop nutzen kann. Ob online oder off- verlässigen und schnellen Service an, haften Firmen als Berater tätig. Seine Erfah-
line, die Verfügbarkeit der Daten in der ihn stärker an den Händler bindet. rung – speziell im E-Commerce – war die
Echtzeit erhöht die Kommunikationsfä- Für den Shopbetreiber kann das eine Grundlage der Zusammenarbeit mit der
higkeit gegenüber dem Kunden deut- signifikante Steigerung in der Wert- Step-Ahead-Gruppe. Seit 2014 leitet er dort
lich. schöpfungskette bedeuten. @ als Geschäftsführer Step Ahead eBusiness.
Ein ERP-System hilft dabei, Studie
den Überblick zu behalten
Viele Unternehmen sind mit ihren ERP-Systemen zufrieden
Für Onlinehändler ist die Verbesserung Die Analysten von Trovarit haben in der Studie „ERP in der Praxis“ die Erfahrungen
des Datenaustauschs zwischen Shop, von Anwenderunternehmen untersucht. Die Kernergebnisse:
Lager und Logistik eine große Heraus- Die Software als solche schafft die Grundlage für gelungene Implementierungspro-
forderung. jekte und eine anforderungsgerechte Anwenderbetreuung. Neben der notwendigen
Ein ERP-System unterstützt Händler funktionalen Unterstützung wirken sich hohe Anpassbarkeit und Flexibilität, die Be-
dienerfreundlichkeit der Software und ein leistungsfähiger Berichts-/Formulargene-
dabei, den Überblick über Daten aus
rator besonders positive auf die Zufriedenheit der Anwender aus. Offenbaren diese
Onlineshops und POS zu behalten. Faktoren Problem, dann erzielten die Anbieter oft auch wenig gute Noten für ihre
Durch den Zugriff auf alle Informatio- Dienstleistungen.
nen in Echtzeit begegnen Händler dem Zur Studie: www.trovarit.com/erp-praxis/erp-praxis.html
steigenden Anforderungstempo und
digitalbusiness CLOUD –
Dynamische IT für Unternehmen
denn Erfolg ist buchbar!
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die mit ihrer IT auf Nummer
sicher gehen möchten
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Bild: fotolia.com
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