Mut zur Veränderung - Standort stärken - Menschen motivieren, Potenziale heben, Wohlstand wahren 2022
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LE G IS LA TU R - PROGRAMM D ER IH K A A C H EN 2018 BIS 2022 Mut zur Veränderung – Standort stärken Menschen motivieren, Potenziale heben, Wohlstand wahren www.aachen.ihk.de
Mehr als 30 Unternehmerinnen und Unterneh- Die Umsetzung der Aktionen und Absichten mer aus der Region Aachen, Düren, Euskirchen werden regelmäßig evaluiert und in einer und Heinsberg haben in zwei Workshops das Zwischenbilanz 2020 und einem Abschluss- Legislaturprogramm der IHK Aachen erarbeitet. bericht 2022 dokumentiert. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es Mut zur Titelbild und Bilder auf der Doppelseite: © Heike Lachmann Veränderung braucht, um den Wirtschaftsstand- ort Region Aachen zu stärken und zukunftsfähig zu entwickeln. In einem kreativen Prozess, der klassische und digitale Workshopelemente ver- bunden hat, haben die Unternehmerinnen und Unternehmer ein Paket an Handlungsfeldern, Aktionen und Absichten geschnürrt, das auf den folgenden Seiten erläutert wird.
„Wir müssen positive Standortbedingungen herausarbeiten und transportieren. Nur wenn unsere Region ein attraktives Bild abgibt, können wir Menschen dazu bewegen, hierher zu kommen und auch hier zu bleiben. Die positiven Geschich- ten – wie derzeit die Elektromobilität aus Aachen – können zu einem starken Motor für unseren Standort werden.“ Jaan Pillich, PIRO-Immobilien e.K., Wegberg-Dalheim 3
VORWORT Mut zur Veränderung – Standort stärken Menschen motivieren, Potenziale heben, Wohlstand wahren Legislaturprogramm der IHK Aachen (2018 bis 2022) 4
Wir befinden uns in bewegten Zeiten: Das zeigen etwa die Entwicklungen in den USA, in Russland oder der Türkei, aber auch der „Brexit“, die Integration von Geflüchteten oder der Abgas-Skandal. Doch es sind nicht nur konkrete Beispiele wie diese, die uns vor neue Herausforderungen stellen. Auch die Dynamik globaler Trends nimmt zu: So stellt die Digitalisierung die Geschäftsmodelle sämtlicher Branchen auf den Prüfstand. Ebenso erfordert der Wertewandel der Gesellschaft von den Unternehmen neue Strategien, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Als IHK Aachen beeinflussen wir die Standortfaktoren so, dass sie unseren Betrieben optimale Rahmenbedingungen bieten. Wir sind Teil der Euregio Maas-Rhein und der Metropolregion Rheinland. Unser Kammerbezirk verfügt über eine weltweit anerkannte Dichte von Forschungseinrichtungen und einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Beschäf- tigten in der IT-Branche sowie in der Forschung und Entwicklung. Auch über die Landesgrenzen hinweg machen wir – unter anderem mit dem CHIO, dem Karlspreis oder als Entwicklungs- und Produktionsstandort für Elektromobilität – auf unsere Region aufmerksam. Dabei waren große Teile unserer Wirtschaftsregion jahrzehntelang durch die Braunkohle geprägt. Nun sind es die Energiewende und die Klimaschutzziele, die uns vor neue Herausforderungen stellen. Den Strukturwandel werden wir weiterhin mitgestalten. Dabei gilt: Die Erfolge der Vergangenheit sind die Grundlage für die Stärke von heute – doch sie sind kein Garant für den Wohlstand von morgen. Die IHK-Vollversammlung hat zusammen mit den Mitarbeitern der Kammer eine Richtschnur für die Legislaturperiode 2018 - 2022 erarbeitet. Wir haben gemeinsam darüber diskutiert, welchen Weg die Wirtschaft unserer Region gehen möchte und wie die Kammer die Interessen der Betriebe in diesem Sinne vertreten kann. Dabei gilt es auch, eingetrete- ne Pfade zu verlassen, denn mehr als 40 Prozent der Vollversammlungsmitglieder gehören dem regionalen „Parlament der Wirtschaft“ zum ersten Mal an. So können wir neue Ideen entwickeln und neue Impulse setzen. Mit über 30 Unternehmern haben wir in zwei Workshops unsere Ziele, an denen sich das Handeln der IHK Aachen in den kommenden vier Jahren orientieren soll, erarbeitet und im Präsidium und in der gesamten Vollversammlung intensiv diskutiert. Gemeinsam – für unsere Unternehmen, unsere Region und unsere Zukunft – möchten wir • Menschen motivieren, • Potenziale heben und • Wohlstand wahren. Mit konkreten Aktionen, die sich an unseren Handlungsfeldern orientieren, möchten wir den Wirtschaftsstandort „Region Aachen“ auf vielfältige Weise weiterentwickeln. Damit das gelingt, benötigen wir Mut zur Veränderung – und die Bereitschaft dafür. In diesem Sinne werden wir Menschen aus- und weiterbilden. Wir werden die Technologien aus der Region Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg dazu nutzen, unsere Zukunft zu gestalten. Wir werden Netzwerke schaffen und bestehende fördern. Und: Wir werden uns im Interesse der Unternehmen für die notwendigen Rahmenbedingungen und Infrastrukturen vor Ort einsetzen, um Wirtschaft und Wohlstand in unserer Region zu wahren. Veränderung lebt vom Dialog. Auch deshalb werden wir mit unseren Mitgliedsbetrieben in engem Kontakt bleiben. Was wir heute gemeinsam auf die Beine stellen, wird zum stabilen Fundament für morgen. © Fotostudio Strauch © Heike Lachmann Wolfgang Mainz Michael F. Bayer Präsident Hauptgeschäftsführer 5
INHALT Zielsetzung: Mut zur Veränderung - Standort stärken LE G IS LA TU R - PROGRAMM D ER IH K A A C H EN 2018 BIS 2022 6
HANDLUNGSFELD Menschen motivieren Aktionen: M EN SC H EN 1. Duale Ausbildung bewerben M O TI VI ER EN 2. Fachkräfte sichern 3. Fachkräfte gewinnen, Standortqualität verbessern HANDLUNGSFELD PO TE N ZI AL E H EB EN Potenziale heben Aktionen: 1. Digitalisierung vorantreiben 2. Wissen und Technologie erschließen 3. Mobilität von Menschen und Gütern neu denken 4. Netzwerke entwickeln und pflegen HANDLUNGSFELD Wohlstand wahren W O H LS TA N D W AH RE N Aktionen: 1. Wettbewerbsfähigkeit stärken 2. Infrastruktur weiterentwickeln 3. Positives Unternehmerbild fördern 4. Bürokratie abbauen 7
Menschen motivieren DUALE AUSBILDUNG BEWERBEN | FACHKRÄFTE SICHERN | FACHKRÄFTE GEWINNEN, STANDORTQUALITÄT VERBESSERN D ie Freiheit jedes Einzelnen, sich beruflich zu entfalten: Das ist es, was unsere Marktwirtschaft ausmacht. Wer seine Auf- gaben mit Begeisterung erfüllt, ist erfolgreich. So bilden Unternehmer und Mitarbeiter in ihren Betrieben die Grundlage für eine prosperierende Wirtschaftsregion. Doch der rasante technische Fortschritt und der demografische Wandel unserer Gesellschaft bringen neue Herausforderungen für alle Beschäftigten und Personalverantwortlichen mit sich. Die Unternehmen müssen sich auf veränderte Rahmenbedingun- gen für Arbeitsverhältnisse und auf ein verändertes Wertegerüst vieler Arbeitnehmer einstellen. Wir erwarten neue Arbeitszeit- modelle – unter anderem, damit sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. Wer die Veränderungen in der Arbeitswelt mitgestalten will, braucht gut ausgebildete Fachkräfte. Dabei bleibt die duale Ausbil- dung die wichtigste Grundlage der Fachkräftesicherung. Für die Karriere-Chancen, die sich aus der beruflichen Bildung ergeben, müssen wir noch mehr Werbung machen. Denn: Der Wandel in der Arbeitswelt kann nur gelingen, wenn die Beschäftigten auch langfristig zur Weiterbildung und -entwicklung bereit sind und dabei Unterstützung von den Betrieben erfahren. Mit Erfolgsgeschichten aus den hiesigen Unternehmen und Hochschulen möchten wir bei Fach- und Führungskräften und bei Investoren das Interesse für unsere Region wecken. Um die Menschen für unseren Wirtschaftsraum zu gewinnen, wollen wir die Qualität unseres Standorts im Verbund mit der Euregio Maas-Rhein und der Metropolregion Rheinland darstellen und stärken. Wir gestalten den Strukturwandel und schließen uns zu effizienten Verbünden zusammen. Wir setzen uns in den Städten und Gemeinden unserer Region für den notwendigen Raum zum Wirtschaften ein. Denn die Ideen für die Zukunft brauchen Platz. Das Ziel ist ein international geprägter Standort im Herzen Westeuropas, an dem durch das gute Zusammenspiel von heraus- ragenden Wissenschaftseinrichtungen und regionalen Unternehmen neue Wirtschaftskraft entsteht. Dafür müssen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft die unterschiedlichen Interessen bündeln und alle Beteiligten für ein gemeinsames Vorhaben begeis- tern. © Heike Lachmann „Mit der Digitalisierung wächst der Bedarf an gut aus- gebildeten Fachkräften. Um für qualifizierten Nachwuchs zu sorgen, werden in erster Linie Berufsbilder überarbeitet und um neue Anforderungen ergänzt. Doch wir sehen auch, dass völlig neue Tätigkeitsfelder entstehen. Unser Ziel sollte es sein, Freiräume in den Ausbildungsordnungen zu nutzen, damit wir auf die sich schnell wandelnden Marktbedingun- gen reagieren können.“ Andreas Bauer, Bauer + Kirch GmbH, Aachen 8
DUALE AUSBILDUNG BEWERBEN Jungen Menschen helfen, ihre Stärken zu finden – möglichst früh, möglichst praxisnah Beispiele: Projekt „Ausbildungsbotschafter“ fortführen | Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft stärken Für die Berufsfeld-Erkundung werben Gleichwertigkeit von Studium und betrieblicher Ausbildung hervorheben Gemeinschaft zwischen Ausbildungsbetrieben und Auszubildenden stärken Beispiel: Logo „Wir bilden aus“ weiter verbreiten FACHKRÄFTE SICHERN Wertewandel der Arbeitnehmer berücksichtigen Beispiele: Freiräume in der Berufsbildung nutzen (Best-practice-Beispiele aufzeigen) | Optionen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verdeutlichen | Leistungsträger („Macher“) durch Austausch und Weiterbildung fördern Bildungsmöglichkeiten aus dem Potenzial der Region schaffen Beispiel: Qualifizierungsmodul: „Elektro-Auto-Bauer“ Prüfungskompetenz der IHK in der Ausbildung für Qualifizierung nutzen Zusatzqualifikationen für Auszubildende ausbauen Rolle der Frauen in der Wirtschaft stärken FACHKRÄFTE GEWINNEN, STANDORTQUALITÄT VERBESSERN Ausreichend Flächen einfordern Beispiel: 300 Hektar zusätzliche Gewerbeflächen im IHK Bezirk Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg Standort profilieren – zielgruppengerecht, in Partnerschaften und auf verschiedenen Ebenen Beispiele: Metropolregion Rheinland für hiesige Unternehmen nutzen | Messe-Präsenzen | Tourismus als „weichen“ Standortfaktor stärken | Unterstützung einer Olympia-Bewerbung Rhein-Ruhr 2032 prüfen Strukturwandel im Rheinischen Revier gestalten Beispiel: Logistikkreuz Eschweiler – Weisweiler – Stolberg M EN SC H EN M O TI VI ER EN © Kohl automobile GmbH „Das Fach Wirtschaft sollte zum Pflichtfach an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen werden. Denn häufig sind den jungen Menschen, die ins Berufsleben starten, einfache marktwirtschaftliche Zusammenhänge nicht bekannt.“ Gisela Kohl-Vogel, Kohl automobile GmbH, Aachen 9
Potenziale heben DIGITALISIERUNG VORANTREIBEN | WISSEN UND TECHNOLOGIE ERSCHLIESSEN | MOBILITÄT VON MENSCHEN UND GÜTERN NEU DENKEN | NETZWERKE ENTWICKELN UND PFLEGEN D ie Umsetzung der Digitalisierung wird über den Erfolg eines Wirtschaftsstandortes entscheiden. Sowohl Gründer als auch bestehende Unternehmen müssen sich deshalb Gedanken machen, wie sie ihre Zukunft gestalten möchten. Um sie auf diesem Weg zu begleiten, bilden wir die digitalen Pioniere von morgen aus und unterstützen Start-up-Betriebe und etablierte Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle. Der Wirtschaftsraum Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg ist dafür besonders gut aufgestellt: Wir nehmen einen bun- desweiten Spitzenplatz im Vergleich der Technologie- und Wissensregionen ein. Zudem treffen hier intellektuelle Ressourcen auf wirtschaftlich fruchtbaren Boden. Technologieorientierte Unternehmen aus ganz Deutschland haben sich auf dem „RWTH Aachen Campus“ eingeschrieben und sorgen damit für den wissenschaftlichen Nachwuchs und den Zugang zur Spitzentechno- logie. Um auch in Zukunft die wissenschaftliche Exzellenz für unsere wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen, möchten wir die re- gionalen Unternehmen noch stärker mit der RWTH Aachen, der FH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich vernetzen. So können wir die Innovationskraft unserer Betriebe stärken und qualifizierte Fachkräfte sichern. Die Digitalisierung kann dabei nur von Nutzen sein – etwa, um die Kompetenzen zu bündeln. Die vielen Erfolgsbeispiele, die es in der Region schon heute gibt, gilt es zu stärken. Auf der Grundlage unserer Erfahrungen können wir neue Netzwerke entwickeln. Der technologische Fortschritt ermöglicht außerdem eine bessere Verknüpfung sämtlicher Mobilitätsangebote. Denn die Mobili- tät – sowohl von Menschen als auch von Gütern – muss an unserem Wirtschaftsstandort so gesteuert werden, dass die Infra- struktur effizienter genutzt und der Verkehrsfluss erhöht wird. Wir werden dazu beitragen, dass ressourcenschonende Antriebe, Plattformtechnologien, autonomes Fahren oder „Platooning“ (ein System, bei dem mehrere Fahrzeuge in sehr geringem Abstand hintereinander fahren können) weiter erforscht und als Lösungen für die zunehmenden Verkehrsströme etabliert werden. Dazu zählen auch individuelle Mobilitätsangebote wie autonome Taxis oder leistungsfähige Schienensysteme. Außerdem gilt es, die Logistik der „letzten Meile“ – der Transport von Waren bis zur Haustür des Kunden – zu verbessern. Nicht nur im Verkehr, auch in Bereichen wie Wissenschaft und Technologie machen wir es uns zur Aufgabe, aus einzelnen, intelligenten Lösungen ein vernetztes Gesamtsystem aufzubauen – innerstädtisch, überregional und grenzüberschreitend. © Heike Lachmann „Ich finde es sehr gut, dass die IHK gemeinsam mit der AGIT und Unternehmen der Region ein Netzwerk mit Fokus auf IT-Sicherheit und Datenschutz schaffen wird, das besonders für kleine und mittlere Unternehmen eine Plattform für den Austausch bietet.“ Thomas Käfer, Käfer EDV-Systeme GmbH, Würselen 10
DIGITALISIERUNG VORANTREIBEN Angebote im Bereich der Digitalisierung transparenter machen Beispiele: Zusammenarbeit mit dem digitalHUB Aachen verstetigen und dessen Chancen für die Wirtschaft und die Region fördern | Kompetenzzentren der Digitalisierung bewerben Neue digitale Geschäftsmodelle identifizieren und Vernetzung mit Zielgruppen und Partnern unterstützen Beispiel: New Business Factory Wirtschaft an der Digitalen Modellregion Aachen beteiligen Traditionelle Unternehmen über Möglichkeiten der schrittweisen Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse informieren Beispiel: Digitalisierungskonzept für den Einzelhandel Akzeptanz für und Vertrauen in digitalisierte Abläufe entwickeln Beispiel: „Cyber Security“-Netzwerk stärken und Kompetenzen zugänglich machen WISSEN UND TECHNOLOGIE ERSCHLIESSEN Technologie-Trends aus dem Forschungsumfeld zielgruppengerecht aufarbeiten Beispiele: Kontakt zu Transferstellen und Instituten pflegen und systematisieren | Professoren über die regionale Wirtschaftsstruktur informieren und Zusammenarbeit durch ein persönliches Netzwerkformat fördern | Geeignete Transferformate entwickeln, Hochschulen und Forschungseinrichtungen unterstützen MOBILITÄT VON MENSCHEN UND GÜTERN NEU DENKEN Umweltfreundliche und effiziente Mobilitätskonzepte forcieren Angebote mit Hilfe der Digitalisierung erleichtern und miteinander verknüpfen Beispiele: „One-Ticket-to-Mobility“ | „Letzte Meile“-Logistik Ausbau der Elektromobilität und weiterer ressourcenschonender Antriebe unterstützen und Anreize dafür schaffen Regionale Kompetenzen und Produktionskapazitäten im Bereich „Elektromobilität“/ „Autonomes Fahren“ durch überregionale Lobbyarbeit fördern und sichern Beispiel: Kompetenz- und Aktivitätenkatalog zusammenstellen NETZWERKE ENTWICKELN UND PFLEGEN Bestehende Zusammenschlüsse ausbauen, stärken und bündeln PO TE N ZI AL E Beispiel: car e. V., MedLife e. V., REGINA e. V. H EB EN Neue Netzwerke knüpfen Beispiel: „Cyber Security“-Netzwerk stärken und Kompetenzen zugänglich machen Branchenübergreifenden Austausch fördern und Best-Practice vermitteln Beispiele: IHK-Führungskräfte-Symposium | Personal- und IT-Leiter-Runde 11
Wohlstand wahren WETTBEWERBSFÄHIGKEIT STÄRKEN | INFRASTRUKTUR WEITERENTWICKELN | POSITIVES UNTERNEHMERBILD FÖRDERN | BÜROKRATIE ABBAUEN W ie können wir unseren Wohlstand in einer sich rasant wandelnden Welt wahren? Wie bleiben wir wettbewerbsfähig? Und wie können wir unsere Gesellschaft fit für die digitale Zukunft machen? Um diese Aufgaben zu lösen, ist eine wirksame Interessenvertretung für die Unternehmen unserer Region wichtiger als je zuvor. Die Betriebe bilden die Grundlage dafür, Herausforderungen wie diese gemeinsam anzugehen und damit zu einer erfolgreichen Wirtschaftsregion Aachen beizutragen: Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und leisten in Form von Gewerbe-, Einkommens- und Umsatzsteuerzahlungen erhebliche Beiträge zur Finanzierung der kommunalen Haushalte. Um den Wohlstand in der Region Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg zu sichern, müssen wir die notwendigen Rahmen- bedingungen schaffen und Chancen vor allem im globalen Maßstab wahrnehmen. Zukunftsmärkte auf der ganzen Welt bieten Wachstum. Die Potenziale sind noch lange nicht ausgeschöpft. Als IHK unterstützen wir unsere Mitgliedsunternehmen dabei, Zugang zu den verschiedenen Märkten zu erschließen. Zudem setzen wir uns für den Abbau von Handelshemmnissen ein. Neben den Betrieben, die international tätig sind oder es künftig sein wollen, begleitet die IHK Aachen auch Existenzgründer und Nachfolgeprojekte. In Nordrhein-Westfalen lässt sich bisher nur knapp ein Fünftel aller Gründer vor dem Schritt in die Selbstständigkeit beraten. Das wollen wir ändern: Auf einer digitalen Plattform sollen sowohl junge als auch erfahrene Unter- nehmer alle relevanten Informationen und Anwendungen – bis hin zur Gewerbeanmeldung – zentral und rund um die Uhr abrufen können. Unser Ziel ist eine gemeinsames, nutzerfreundliches Angebot. Außerdem haben wir uns zur Aufgabe gemacht, wirtschaftliche Themen und ihre Bedeutung für unsere Region an die Öffent- lichkeit zu tragen. Wir möchten in der Gesellschaft und damit auch in der Berichterstattung der Medien ein positives Unter- nehmerbild fördern und damit die tragende Rolle der Wirtschaft für unseren Wohlstand verankern. Damit wir unsere Region gemeinsam voranbringen können, sind wir darauf angewiesen, dass Politik und Verwaltung den Menschen und Betrieben die Rahmenbedingungen bieten, die sie benötigen. Das betrifft die gesamte Infrastruktur von der Breitbandanbindung über die Energieversorgung bis hin zu den Verkehrswegen und den Gewerbeflächen. Ebenso geht es darum, übermäßige Bürokratie und steuerliche Belastungen zugunsten von Investitionen abzubauen – damit unser Wirtschaftswachs- tum nicht ausgebremst wird. © Heike Lachmann „Derzeit erleben wir in den Unternehmen sämtlicher Bran- chen eine Staffelstab-Übergabe im großen Stil. Damit die Betriebe weiterhin erfolgreich wirtschaften können, müssen wir den Unternehmergeist fördern, rechtzeitig die Nachfolge sichern und dafür eine Vernetzung miteinander herstellen.“ Uwe Gunkel, Elektro Gunkel Kommanditgesellschaft, Düren 12
WETTBEWERBSFÄHIGKEIT STÄRKEN Märkte erschließen Beispiele: Auf Zukunftsmärkten weltweit Chancen eröffnen | Zugang zu Weltmärkten durch Interessenvertretung erleichtern | Euregio Maas-Rhein ins Blickfeld rücken Existenzgründer fördern Beispiele: Marktdurchdringung: Gründer strategisch beraten | Unternehmensgründung als Karriere-Alternative hervorheben | Bedarfe und Erfolge analysieren (TOU-Studie) Nachfolge sichern Beispiele: Unternehmer sensibilisieren und begleiten | Unternehmensübergabe durch Zusammenarbeit mit anderen Institutionen sicherstellen | Unternehmensnachfolge als Karriere-Alternative sichtbar machen INFRASTRUKTUR WEITERENTWICKELN Breitbandausbau beschleunigen Umsetzung der Bedarfspläne von Land und Bund im Straßenbau vorantreiben Energiesicherheit zu wettbewerbsfähigen Preisen gewährleisten Beispiele: Für Energieeffizienz sensibilisieren und Beratung anbieten | Wertschöpfungsfaktor Energie Gewerbeflächen: Flächen-Recycling als Option aufzeigen POSITIVES UNTERNEHMERBILD FÖRDERN Aktive Öffentlichkeitsarbeit (als „Anwalt des Marktes“ fungieren) Beispiele: Kultur der Selbstständigkeit vermitteln | „Ehrbarer Kaufmann“ und „Corporate Social Responsibility“ als Themen transportieren | Industrie-Akzeptanz schaffen BÜROKRATIE ABBAUEN Behörden wirtschaftsnah beraten (Interessenvertretung) W O H LS TA N D Beispiel: Qualifizierungsangebot für Wirtschaftsförderer W AH RE N Unternehmen begleiten © Andreas Steindl „Wir müssen die Industrie-Akzeptanz fördern und häufiger ein positives Bild von der Wirtschaft zeichnen. Dazu müssen wir mit Politik und Verwaltung - von der Bundesebene bis hin zu den Stadtteilvertretern - im Gespräch sein. Als Unternehmen benötigen wir bei bestimmten Themen den ‚neutralisierten Flankenschutz‘ unserer IHK.“ Dr. Stephan A. Kufferath, GKD – GEBR. KUFFERATH AG, Düren 13
DER PROZESS DES LEGISLATURPOGRAMMS 2018 - 2022: ENTWICKELN. DURCHFÜHREN. EVALUIEREN. 12. JUNI 2018 Diskussion der Inhalte des Legislatur- programms mit den FEBRUAR / MÄRZ 2018 15. MAI 2018 Mitgliedern des 2020 2022 Bundestages aus der Workshops zur Verabschiedung Region auf dem Halbzeitbilanz Erarbeitung des durch die Vollver- Abschlussbericht Parlamentarischen Legislaturprogramms sammlung der IHK Abend in Berlin ©Heike Lachmann „Die aktuelle Datenschutz-Grundverordnung der Euro- päischen Union regelt den Datenschutz europaweit nicht nur neu, sondern ist auch ein Musterbeispiel dafür, wie Bürokratie das Wirtschaften erschwert. Behörden sollten wirtschaftsnah beraten und Unternehmen effizient begleitet werden, damit übermäßige Bürokratie und steuerliche Belastungen nicht Investitionen und Wirtschaftswachstum ausbremsen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen sich auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren können, statt sich durch einen Dschungel von Bürokratie- vorgaben zu kämpfen. “ Erich Bernd Peterhoff, gepe Sicherheitsdienste Peterhoff GmbH, Düren ©Heike Lachmann „Es gibt viele Menschen, die in unseren Unternehmen ihre Berufung gefunden haben. Sie sind genauso wichtig wie die Führungskräfte. Unabhängig von der Hierarchie-Ebene müssen wir diese ‚Macher‘ fördern – auch und vor allem in den kleinen Betrieben. Denn sie gehen mit der richtigen Einstellung an die Arbeit: Sie wollen die Wirtschaft gestalten und damit unseren Wohlstand sichern.“ Christoph Schmallenbach, AachenMünchener Versicherungen, Aachen 14
©Heike Lachmann ©Heike Lachmann ©Heike Lachmann ©Handelshaus Heinrichs GmbH & Co. KG „Die gesteckten Ziele des neuen Legislaturprogramms der IHK wirken hoffentlich branchenübergreifend in der gesamten Region Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg. Denn die globalen Trends und die regionalen Gegebenhei- ten betreffen Logistiker, Einzelhändler oder produzierende Maschinenbauer gleichermaßen.“ Peter Heinrichs, Handelshaus Heinrichs GmbH & Co. KG, Heinsberg 15
©Heike Lachmann ©Heike Lachmann ©Art Hotel Superior GmbH „Durch den Dom, den Karlspreis und den CHIO ist unser Standort weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Solche ‚weichen‘ Standortfaktoren sorgen nicht nur dafür, dass jährlich Millionen von Touristen nach Aachen kommen, sondern auch dafür, dass Fachkräfte in der Region arbeiten und leben wollen.“ Wolfgang Winkler, Art Hotel Superior GmbH, Aachen ©Heike Lachmann „Mit der RWTH Aachen, der FH Aachen, dem Forschungs- zentrum Jülich haben wir hier eine unglaublich techno- logische Fachkompetenz. Wir müssen uns verstärkt darauf konzentrieren, dieses Know-how mit den vielen innovativen Unternehmen in der Region zusammen zu bringen. Dadurch entstehen neue Geschäftsmodelle und Technologien, mit denen wir zum Beispiel die Umwelt weniger belasten. Diese Lösungen können zum Exportschlager unserer Region werden.“ Dr. Peter Kramp, Smurfit Kappa Zülpich Papier GmbH, Zülpich ©Gerard Uferas „Die verkehrliche Erreichbarkeit ist eine Voraussetzung für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort. Nur mit einem vernetzten Gesamtsystem wird es uns gelingen, die Mobili- tät von Menschen und Gütern so zu gestalten, dass die Unternehmen an unserem Standort Arbeitsplätze sichern können.“ Benoit d‘Iribarne, Compagnie de Saint-Gobain Zweigniederlassung Deutschland, Aachen-Herzogenrath-Stolberg 16
©Heike Lachmann ©Heike Lachmann ©Heike Lachmann ©Pathfinder Studios „Durch den digitalen Wandel befindet sich die Wirtschaft im Umbruch. Auf der einen Seite müssen wir die entsprechende Infrastruktur wie etwa ein leistungsfähiges Breitbandnetz schaffen, damit sich die Unternehmen digitalisieren können. Auf der anderen Seite müssen wir unsere Innenstädte als Erlebnis-Orte erhalten, damit der stationäre Einzelhandel im Wettbewerb mit dem E-Commerce bestehen kann.“ Thomas Schwalowski, Pathfinder Studios Filmproduktion GmbH, Euskirchen ©Heike Lachmann „Bei der Bereitstellung von Energie und der dafür notwen- digen Infrastruktur müssen wir alle Potenziale nutzen und auf einen effizienten Umgang mit Energie und die Nutzung effizientester Systeme und Anlagen achten. Nur so können wir Unternehmen am Standort halten und neue Betriebe für unsere Region gewinnen.“ Andreas Maul, Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft, Aachen 17
Wir danken allen Unternehmerinnen und Unternehmern, die an der Erarbeitung des Legislaturprogramms mitgewirkt haben: Axmacher, Georg (Wertz Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Aachen) Bauer, Andreas (Bauer + Kirch GmbH, Aachen) Beckers, Hans Rolf (Digatron Power Electronics GmbH, Aachen) Bieniek, Dominik (Die IT-Optimierer GmbH, Alsdorf) Blumenau, Carsten Gunter (Blumenau Finanzplanung GmbH, Aachen) Claßen, Dieter Ludwig (Eco-Express Waschsalons GmbH, Aachen) d`Iribarne, Benoit (Compagnie de Saint-Gobaint Zweigniederlassung Deutschland, Aachen-Herzogenrath-Stolberg) Gerads, Lucas (aixcon PowerSystems GmbH, Stolberg) Gissler-Weber, Thomas (Gissler & Pass GmbH, Jülich) Göttgens, Christian (Industriearmaturen Göttgens GmbH, Würselen) Gunkel, Uwe (Elektro Gunkel Kommanditgesellschaft, Düren) Heinrichs, Peter (Handelshaus Heinrichs GmbH & Co.KG, Heinsberg) Käfer, Thomas (Käfer EDV-Systeme GmbH, Würselen) Kohl-Vogel, Gisela (Kohl automobile GmbH, Aachen) Kramp, Dr. Peter (Smurfit Kappa Zülpich Papier GmbH, Zülpich) Kufferath, Dr. Stephan A. (GKD – Gebr. Kufferath AG, Düren) Mainz, Wolfgang (Oebel Verwaltungs GmbH, Aachen) Maul, Andreas (Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft, Aachen) Menon, Guglielmo Carlo (PHASEFÜNF GmbH, Aachen) Neßeler, Hubertus (nesseler projektidee gmbh, Aachen) Peterhoff, Erich Bernd (gepe Sicherheitsdienste Peterhoff GmbH, Düren) Pillich, Jaan (PIRO-Immobilien e.K., Wegberg-Dalheim) Rath, Marcel (mm-infotec GmbH, Aachen) Schwalowski, Thomas Walter (Pathfinder Studios Filmproduktion GmbH, Euskirchen) Schmallenbach, Christoph Heinrich (AachenMünchener Versicherung AG, Aachen) Steinbrecher, Bernd (POWER+RADACH werbeagentur gmbh, Aachen) Steyns, Lothar (Summit IT Consult GmbH, Eschweiler) Winkler, Wolfgang (Art Hotel Superior GmbH, Aachen) Zaunbrecher, Manfred (Team VK Werbeagentur GmbH & Co. KG, Heinsberg) Zimmermann, Marco (clever + smart kommunikation GmbH, Düren) ©Heike Lachmann 18
Die Ansprechpartner der IHK Aachen stehen für Fragen und Anmerkungen zum Inhalt des Legislaturprogramms 2018 - 2022 gern zur Verfügung: HAUPTGESCHÄFTSFÜHRUNG Michael F. Bayer 0241 4460 211 hgf@aachen.ihk.de AUS- UND WEITERBILDUNG Heike Krier 0241 4460 226 heike.krier@aachen.ihk.de DIENSTLEISTUNGSUNTERNEHMEN, WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Fritz Rötting 0241 4460 231 fritz.roetting@aachen.ihk.de INNOVATION, UMWELT UND INDUSTRIE Raphael Jonas 0241 4460 271 raphael.jonas@aachen.ihk.de INTERNATIONAL, VERKEHR UND HANDEL Dr. Gunter Schaible 0241 4460 223 gunter.schaible@aachen.ihk.de RECHT, EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG Christian Laudenberg 0241 4460 262 chistian.laudenberg@aachen.ihk.de Gestaltung: büro G29 ZENTRALE DIENSTE Hendrik Pauge 0241 4460 273 hendrik.pauge@aachen.ihk.de IMPRESSUM Herausgeber: Industrie- und Handelskammer Aachen | Theaterstr. 6 –10 | 52062 Aachen | Telefon: 0241 4460-0 | E-Mail: info@aachen.ihk.de Michael F. Bayer (Leitung) Philipp Piecha (Redaktion) Auflage: 500 Exemplare Mai 2018
Industrie- und Handelskammer Aachen Theaterstraße 6 –10, 52062 Aachen Telefon: 0241 4460-0 www.aachen.ihk.de
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