Nachhaltigkeit hat viele Gesichter - DBG Wiehl Projektkurs Ernährungslehre 2020/2021

 
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Nachhaltigkeit hat viele Gesichter - DBG Wiehl Projektkurs Ernährungslehre 2020/2021
DBG Wiehl
Projektkurs Ernährungslehre 2020/2021

           Nachhaltigkeit hat
            viele Gesichter
Nachhaltigkeit hat viele Gesichter - DBG Wiehl Projektkurs Ernährungslehre 2020/2021
Inhaltsverzeichnis

     Inhalt                                                                  Seite
0    Vorwort                                                                     3
1    Ernährung und aktiver Lebensstil 1 – Lotte Gries und Lasse Sommer           4
2    Ernährung und aktiver Lebensstil 2 – Lisa Wiedenhöft                        6
3    Zuckersteuer – Simon Marsic                                                 8
4    Kaufverhalten – Melina Zimmermann                                          10
5    Regionale, saisonale und biologische Produkte – Lotte Gries, Saskia
                                                                               13
     Schmidt und Celine Tellesch
6    Verschwendung von Lebensmitteln: Apps – Luisa Simons & Tabea Steinke      17
7    Verschwendung von Lebensmitteln: Wie kann man das stoppen? – Sophie
                                                                               18
     Schumacher
8    Obdachlosigkeit – Felix Penz, Ben Zell, Kevin Bulz und Timon Truetsch     25
9    Blut- und Organspenden – Dilan Kamali                                     26
10   Gleichberechtigung für beide Geschlechter – Lucia Küpper                  29
11   Alltagssexismus-wirklich so eine große Sache? – Jana Rempel               30
12   13 Tipps zur Müll- und Plastikvermeidung – Dominik Kuhn                   32

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Nachhaltigkeit hat viele Gesichter - DBG Wiehl Projektkurs Ernährungslehre 2020/2021
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
dieses Heft richtet sich an alle Menschen, die sich um Nachhaltigkeit bemühen und damit be-
schäftigen möchten, die Welt etwas zu verbessern. Wir - der Projekturs Ernährungslehre -
haben Tricks, Tipps und Informationen mit dem Ziel für Sie gesammelt und in einer Handrei-
chung für Sie zusammengefasst, weil uns unsere Zukunft und die Zukunft anderer Menschen
am Herzen liegt. Außerdem geht es um ökologische, soziale und ökonomische Aspekte, die
in irgendeiner Form jeden von uns betreffen. Wir hoffen, dass es Ihnen gefällt und Sie einen
Nutzen aus diesem Handbuch ziehen können!
Unser Projektkurs besteht aus 22 Schülerinnen und Schülern aus der Stufe 11 des Dietrich-
Bonhoeffer Gymnasium in Wiehl und wird von Frau Achenbach unterrichtet.
Der Projektkurs ist für uns Schülerinnen und Schüler eine Möglichkeit, im Unterricht und in
der Schule auch praktisch zu arbeiten, was in Zeiten von Corona leider kaum möglich ist.
Deshalb möchten wir als Projektkurs mehr Nachhaltigkeit in unser privates Leben bringen
und Sie auch herzlich dazu einladen!
Wir möchten Ihnen Anreize geben, wie auch Sie Ihren Alltag nachhaltiger gestalten können
und somit Ihren ökologischen Fußabdruck verbessern können. Dabei sollen durch die Ver-
mittlung von „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) Menschen zu zukunftsfähigem Den-
ken und Handeln befähigt werden. Außerdem werden Menschen zu nachhaltigem Gestalten
Ihrer Lebenswelt angeregt. Das Ziel des Projektes „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist
die Transformation der Gesellschaft durch Vermittlung von Bildung zwecks Rücksichtnahme
auf unsere Umwelt, um uns und den nachfolgenden Generationen ein gutes Leben auf unse-
rer Erde zu ermöglichen. Denn nur so kann die Zukunft im Hinblick auf Gesundheit und Le-
bensqualität, Klima, Umweltschutz und Ressourcenschonung sinnvoll gestaltet werden. Es ist
wichtig, dass jeder erkennt, dass sein Handeln Konsequenzen für alle Menschen haben kann.
Deshalb möchten wir Sie ermutigen, in Ihrem Leben etwas zu verändern und zu einer nach-
haltigen Welt beizutragen.
Aber warum beschäftigt sich unser Projektkurs „Ernährungslehre“ mit der BNE?
Im letzten Jahr haben wir die Ernährung von Menschen und einen gesunden Lebensstil behan-
delt.
Daher beschäftigen wir uns in dieser Handreichung beispielsweise mit folgendem Fragen:
                 Wie kann man die Verschwendung von Lebensmitteln vermeiden?
              Wie kann man die Nutzung von Plastik und Müllproduktion vermeiden?
                     Worauf sollte man beim Kauf von Lebensmitteln achten?
                           Wie kann man seinen Lebensstil verbessern?
               Warum sind Blutspenden so wichtig und wo sind Blutspenden möglich?
                  Wie gleichberechtigt sind Mann und Frau heutzutage wirklich?
Wir hoffen, dass wir Ihnen interessante Anregungen bieten können, die Ihr Interesse we-
cken, um Ihr Leben ein Stückchen nachhaltiger zu gestalten!

Mit freundlichen Grüßen
Der Projektkurs Ernährungslehre

                                                                                          3
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Ernährung und aktiver Lebensstil 1 – Tipps und Tricks
Lotte Gries, Lasse Sommer
Sport und Bewegung:

    •    Setzen Sie sich realistische Ziele, z.B. 2 x pro Woche Jog-
         ging/Workout/Wandern/…
    •    Bauen Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag ein, z.B. nutzen Sie
         die Treppe statt Fahrstuhl oder Rolltreppe; steigen Sie eine
         Haltestelle früher aus dem Bus aus; fahren Sie mit dem Fahr-
         rad zum nächsten Familienbesuch
    •    Setzen Sie sich ein Schritt Ziel (kostenlose Schrittzähler App:                 QR CODE : STEPSAPP

         StepsApp für IOS und Android1)
    •    Stehen Sie zwischen langen Sitzphasen auch mal auf oder ma-
         chen Sie ein paar Lockerungsübungen (z.B. Bürogymnastik2 –
         auch im Homeoffice!)
    •    Melden Sie sich in einem Sportverein an oder nehmen Sie digi-
         tal an einer Sportgruppe teil, um Kontakt zu Gleichgesinnten
         und Motivation zu erhalten und Teamgeist zu erleben.
                                                                                               QR CODE
                                                                                           B ÜROGYMNASTIK

Medien:

    •    Setzen Sie sich eine Bildschirmzeit pro Tag fest
    •    Lesen Sie mal eine Zeitung, Zeitschrift oder Bücher analog
    •    Löschen Sie zeitraubende Spiele von Ihren digitalen Geräten
    •    Machen Sie mal einen Spieleabend mit der Familie anstatt einem Filmeabend vor dem
         Fernseher
Trinken:

    •    Trinken Sie mind. 1,5-2 Liter ungesüßte Getränke wie Wasser, Kaffee oder Tee pro
         Tag (Hilfestellung: Trinkplan oder stellen Sie sich nach dem Leeren eines Glases di-
         rekt wieder ein gefülltes Glas auf den Tisch)
    •    Süße Smoothies und Softdrinks sollten Sie nur in geringen Maßen trinken oder nach
         Möglichkeit vermeiden aufgrund des hohen Zuckergehaltes

NO SMOOKING!!!
Rauchen verursacht bleibende Schäden und fügt beim ge-
samten Körper großen Schaden zu.
Alkohol
                                                                                    QUELLE: PIXABAY

    •    Konsumieren Sie so wenig Alkohol wie möglich.
         Starker und dauerhafter Alkoholkonsum kann zu bleibenden Schäden führen.

1
  Vgl. https://www.turn-on.de/smart-living/topliste/fit-in-den-fruehling-die-8-besten-schrittzaehler-apps-10053 ,
Zugriff: 26.03.2021
2
  Vgl. https://www.gesundheit.de/fitness/fitness-uebungen/buerogymnastik/buerogymnastik , Zugriff: 27.03.2021
                                                                                                                4
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•   Jugendliche konsumieren häufig Alkohol, um neue Erfahrungen zu machen oder neue
       Sachen auszuprobieren, um den eigenen Horizont zu erweitern. Auch hier gilt: Mit
       Maß probieren!
Ernährung:

   •   Essen Sie möglichst viel Obst, Gemüse und wenig verarbeitete
       Lebensmittel. Süßigkeiten sollten nur in geringen Maßen kon-
       sumiert werden.
   •   Vollkornprodukte sind für den Körper besser als Weizenpro-
       dukte, da sie lange sättigen und viele Ballaststoffe enthalten,
       die unsere Verdauung anregen.
   •   Entwickeln sie ein Kalorienbewusstsein, um einen groben
       Überblick über die täglich zu sich genommene Energiemenge          QR CODE : 10 R EGELN
       zu erhalten.                                                        ERNÄHRUNG DER DGE
                                                                         ZUR

   • Fleisch- und Fischprodukte sollten in ausgewogenen Maßen zu
       sich genommen werden

TIPPS:
   • Bevor sie aufgeben, denken Sie an Ihre Ziele und den Grund, weshalb Sie Ihren Le-
     bensstil zu einem aktiveren gestalten möchten.
   • Um Ihren Fortschritt im Nachhinein zu sehen und Veränderungen festzustellen, kön-
     nen Sie Vorher- Nachher- Fotos machen (Trifft nicht bei jeder Zielsetzung zu, weil
     man sich auch ohne optische Veränderungen besser fühlen kann.)
   • Gewicht ist kein guter Maßstab, da Muskeln schwerer sind als Fett. Nehmen Sie in
       der Taille, Hüfte und an den Oberschenkeln Ihre Maße und vergleichen Sie diese
       Werte!

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Ernährung und aktiver Lebensstil 2
Lisa Wiedenhöft
Wir sollten Menschen darauf aufmerksam machen, welche Auswirkungen es hat, wenn Kon-
sumenten bestimmte Produkte im Supermarkt kaufen, z.B. in Plastik verpackte Produkte wie
Milch, Eier, Wurst oder in Plastik verpacktes Obst, Gemüse oder andere Lebensmittel. Es
gibt Alternativen zu Plastikverpackungen, die die Umwelt weniger belasten.
Eine weitere Möglichkeit, seinen ökologischen Fußabdruck zu verbessern, ist der Kauf von
Milchalternativen, z.B. Hafermilch. Diese hat einen sehr geringen Wasser-, Co2- und Flächen-
verbrauch im Gegensatz zu tierischer Milch.

ABBILDUNG 1: M ILCH IM VERGLEICH

Den Kunden sollte beim Kauf aufgezeigt werden, dass vegane Fleischalternativen genauso le-
cker schmecken wie Fleisch, dafür aber die Umwelt schonen.
Dies könnte über Etiketten an bestimmte Produkte realisiert werden, die die Auswirkungen
auf die Umwelt zeigen, z.B. an Billigfleisch, Billigmilch, unnötigen Plastikverpackungen (Obst,
Wasserflaschen, usw.) und Produkten mit Palmöl. Viele Produkte besitzen bereits ähnliche
Etiketten. So kann der Kunde daran erinnert werden, dass er seinen Konsum reflektieren
sollte.
Zudem sollte man die Menschen darüber aufklären, dass durch Studien bestätigt wurde, dass
eine Ernährung mit tierischem Eiweiß zu diversen Krankheiten führen kann. In der Schule
könnte beispielsweise auch darüber aufgeklärt werden (Inhalt: Was kann jeder beim Einkauf
besser machen? Welche Auswirkungen hat unbeachteter Konsum? usw.).

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Durch Beispiele von bekannten oder prominenten Menschen, die sportlich, gesund und nach-
haltig Leben, kann man Interesse für ein nachhaltig geführtes Leben wecken. Möglichst vielen
Menschen kann so gezeigt werden, wie wichtig es für unseren Planeten und für uns ist, jetzt
etwas zu verändern und den persönlichen ökologischen Fußabdruck zu verbessern.
In der Schule könnte eine AG eingerichtet werden für Interessenten aus allen Stufen, die sich
mit Nachhaltigkeit beschäftigen und die jetzige Situation verbessern wollen.

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Zuckersteuer
Simon Marsic
Was ist eine Zuckersteuer?
      •   Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel
      •   Sie soll dafür sorgen, dass die Ernährung der Menschen besser wird
      • Vermeidet Krankheiten wie Karies, Verdauungsprobleme, Diabetes, Übergewicht,
          Herzprobleme

In welchen Ländern wurde sie eingeführt?
      •   Wurde 1993 in Deutschland abgeschafft, Vermeidung von Wettbewerbsverzerrung
      •   2018 in Großbritannien eingeführt3
             o Getränke mit mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter werden mit einer
               Steuer von 18 Pence belegt
             o Getränke mit mehr als 8 Gramm Zucker mit 24 Pence pro Liter
             o Dient der Bekämpfung der übermäßigen Fettleibigkeit von Kindern, welche
               immens der Entwicklung schadet
             o Die Einnahmen aus der Zuckersteuer belaufen sich auf ca. 5,1 Milliarden Pfund
               pro Jahr (2015)
      •   2018 in Irland eingeführt, höhere Steuer als in Großbritannien, 2 Pence und 6 Pence
          erhöht bei verschiedenen Milliliter Angaben
      •   2018/19 in der Schweiz abgelehnt: dort haben Getränke doppelt so viel Zucker wie in
          anderen Ländern
      •   2018 in Dänemark eingeführt

Ist eine Zuckersteuer in Deutschland sinnvoll?

    Pro                                               Contra
    • Bringt den Hersteller dazu, weniger Zu-         • Steuern bedeuten zusätzliche Kosten, d.h.
      cker in den Produkten zu verarbeiten              viele Unternehmen/Produzenten werden
    • Krankheiten wie Karies, Verdauungsprob-           dies nicht befürworten
      leme, Diabetes, Übergewicht, Herzprob-          • Strafsteuern haben in der Regel keinen
      leme wird vorgebeugt                              Einfluss auf das Essverhalten des Men-
    • Schützt Jugendliche und Kinder, da diese          schen. Wenn jemand Zucker konsumie-
      viel eher zu zuckerhaltigen Lebensmitteln         ren möchte, wird er dies auch trotz Zu-
      tendieren                                         ckersteuer tun

3
 Vgl. https://www.deutschlandfunk.de/grossbritannien-mit-zuckersteuer-und-werbeverbot-ge-
gen.697.de.html?dram:article_id=436419 , Zugriff: 27.03.21
                                                                                                    8
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Fazit:
Eine Zuckersteuer ist sinnvoll, da sie zu einer gesünderen Ernährung und zu weniger Krank-
heiten im Land beitragen kann. Allerdings sollten die Menschen ihre Ernährung selbst anpas-
sen, da die Steuer sonst ihren Zweck verfehlt. Meine Idee wäre, Kurse zur Aufklärung anzu-
bieten, die einen reflektierten und bewussten Umgang mit gesunden Lebensmitteln schulen.

Petition
Jeder Wahlberechtigte Bürger hat in Deutschland das Recht, eine Bitte oder eine Be-
schwerde an die Regierung und an das Landesparlament zu äußern. Hierbei spricht man von
einer Petition. Dieses ist ein Grundrecht jedes Bürgers. Entweder man hat ein persönliches
Anliegen und teilt dies als sogenannte Einzelpetition direkt dem zuständigen Petitionsaus-
schuss mit. Das passiert meist dann, wenn Betroffene mit Beschwerden oder Bitten vor Ort
nicht weiterkommen. Oder man verfasst eine öffentliche Petition und sucht sich dafür Unter-
stützer. Das passiert meist dann, wenn Menschen eine Veränderung für alle erreichen möch-
ten, also beispielsweise die Besteuerung von Zucker.

Mögliche Websites für die Einreichung einer Petition:

WWW .PETITIONEN . COM       HTTPS :// COMMUNITY .SUMOFUS . ORG

                                                                                              9
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Kaufverhalten
Melina Zimmermann

Das Kaufverhalten der Menschen spielt für den Klimawandel eine wichtige Rolle. Egal ob
Nahrung, Kleidung oder Möbel - jedes davon hat massive Auswirkungen auf uns Lebewesen.
Aber was beeinflusst eigentlich unser Kaufverhalten?
An erster Stelle stehen die Grundbedürfnisse des Menschen wie beispielsweise Nahrung,
dicht gefolgt vom Gegenteil, dem Wunsch nach dem Produkt. Allein schon beim Einkauf im
Laden oder Supermarkt kauft der Großteil mehr ein, als eigentlich geplant war durch soge-
nannte Lustkäufe4. In Bekleidungsgeschäften läuft es nicht anders zu. Etwa 80% verfallen den
Rabatten und Werbungen im Fernsehen oder auf dem Handy. Auf das Aussehen des Pro-
dukts und die Preisunterschiede wird ebenfalls geachtet. Je günstiger oder ansprechender das
Produkt ist, desto besser lässt es sich verkaufen. Während dem ersten Lockdown durch Co-
vid-19 brachen viele Leute in Panik aus. Die sogenannten Hamstereinkäufe setzten ein. Am
meisten wurden Toilettenpapier, Nudeln und sonstige lebensnotwendige Nahrungsmittel in
großen Mengen auf Vorrat gekauft. Von Zeit zu Zeit haben die Menschen gemerkt, wie sinn-
los es ist, die Artikel zu „bunkern“ und es ausreichend von allen benötigten Produkten im
Laden gibt. Als andere Geschäfte (z.B. Drogeriemärkte), die nicht lebensnotwendige Dinge
verkaufen, schließen mussten, stieg das Onlineshopping. Wie in Abbildung 2 (S. 11) zu erken-
nen, stieg die Menge an online Bestellungen in Deutschland im Jahr 2020 an.
Ein ebenfalls wichtiger Faktor für ein nachhaltiges Kaufverhalten ist der Verzicht auf Flugware
wie Avocados oder Erdbeeren im Winter. Die saisonalen und regionalen Früchte (Obst und
Gemüse) sind für den deutschen Eigenbedarf ausreichend. Auch wenn die billigeren Preise
der aus dem Ausland eingeführten Produkte ansprechend sind, sind sie nicht genau so nach-
haltig und gesund produziert worden, wie beispielsweise regional produzierte Waren aus
Bio-Betrieben.

Doch wie kann man sein Kaufverhalten verändern, sodass es weniger schädlich für die
Umwelt und somit auch für uns ist?

Fangen wir bei den in Plastik verpackten Produkten an. Etwa 60% der Obst- und Gemüse-
ware wird vorverpackt zum Kauf angeboten. Achten sie darauf, lose Ware in einem wieder-
verwendbaren Beutel zu transportieren, um Verpackungsmüll zu reduzieren. Nehmen Sie
nicht für einzelne Äpfel oder Paprikas eine Tüte. Diese können auch lose ganz einfach an der
Kasse bezahlt werden.

4
 Vgl. https://www.welt.de/icon/mode/article216969130/Konsumsucht-Nicht-nur-Drogen-und-Alkohol-koen-
nen-suechtig-machen.html , Zugriff: 28.03.21
                                                                                                      10
ABBILDUNG 2: HAT SICH DEIN KAUFVERHALTEN IM INTERNET (ONLINE ) UND IN GESCHÄFTEN
(OFFLINE ) DURCH DAS CORONAVIRUS VERÄNDERT ? 5

Die „To Go“ Angebote werden ebenfalls in kleinen Plastikboxen gesi-
chert, weshalb eine Alternative dafür der selbstgemachte Salat oder
ein Sandwich in einer Mehrwegdose wäre. Außerdem ist die Bioquali-
tät ein Zeichen für gute Qualität, am besten von Herstellern, die den
Bio-Anbauverbänden angehören. Diese werden nicht nur biologisch
hergestellt und bestehen aus rein biologischen Rohstoffen, sondern
werden auch ökologisch angebaut und werden in den meisten Fällen
                                                                                       QR CODE: WEITERE I N-
in der eigenen Region produziert. Sie legen somit einen kurzen Trans-                  FORMATIONEN ZU BIO -
portweg zum Lebensmittelladen zurück.                                                    ANBAUVERBÄNDEN

An der Frischetheke geht es weiter. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollte die Massentierhaltung
möglichst nicht gefördert werden. Durch den Kauf von nachhaltig produziertem Fleisch kann
man die Massentierhaltung eindämmen. Zudem werden bei nachhaltigen Haltungsformen
keine Medikamente verabreicht, die der Mensch dann über das Fleisch ebenfalls aufnimmt.
Überdies wird kein gentechnisch verändertes Futter verabreicht. Wer sich besonders im
Tierschutz engagieren möchte, kann seine Ernährungsweise auf vegetarisch oder vegan um-
stellen.
Weitere Tipps für ein nachhaltiges Kaufverhalten
Versuchen sie, online Bestellungen zu vermeiden, um regionale Kleinunternehmer zu unter-
stützen. Achten Sie überdies auf die Qualität und Herkunft der Produkte. Wenn beispiels-
weise Kleidung oder Möbel zu billig scheinen, handelt es sich häufig um Exportware, bei de-
ren Herstellung die Mitarbeiter häufig ausgebeutet werden.

5
 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1134345/umfrage/corona-wandel-kaufverhalten-internet-statio-
naer-deutschland/#professional , Zugriff: 28.03.21
                                                                                                               11
Der Onlinehandel bietet zudem die Gefahr, der Kaufsucht zu verfallen. Besonders häufig be-
troffen sind junge Frauen mit Internetzugang.
Eine Kaufsucht äußert sich durch den übermäßigen Wunsch, Dinge zu kaufen und geht mit
Kontrollverlust bei den Anschaffungen einher. Der Gedanke an den nächsten Einkauf be-
stimmt den Alltag und die Betroffenen sind frustriert, wenn sie nicht shoppen können.
Achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen. Sollten Sie den Verdacht haben, an Kaufsucht zu
leiden oder Sie kennen jemanden, der kaufsüchtig sein könnten, sollte professionelle Hilfe in
Anspruch genommen werden, da die Kaufsucht eine ernstzunehmende Störung darstellt6.

6
 Vgl. https://bessergesundleben.de/kaufsucht-an-diesen-4-anzeichen-kannst-du-sie-erkennen/ , Zugriff:
07.04.2021
                                                                                                        12
Regionale, saisonale und biologische Produkte
Lotte Gries, Saskia Schmidt und Celine Tellesch

ABBILDUNG 3: HOFLADEN
QUELLE : HTTPS:// WWW .KANZLERS -HOFLADEN . DE/ ASSETS / UPLOADS / MG-4486.JPG , Z UGRIFF :
11.04.2021

Tipps:
   • Lebensmittel bei Landwirten aus der Region kaufen
   • Biologische Produkte kaufen, auf Wohl der Tiere achten
   • Obst und Gemüse saisonal einkaufen, immer das was gerade geerntet wird
   • Viele Obst- und Gemüsesorten lassen sich auch gut lagern
Landwirtschaftliche Betriebe aus der Region:
 Name                      Produkte                              Adresse
 Bauer Hahn                      Milch, Fleisch                  Seifen, 1 51674 Wiehl
                                 Eier, Bio Futter, Wollpro-
 Hagen Fach
                                 dukte, Woll-Mode, Seife,        Alpermühle 1, 51674 Wiehl
 Eichenhof Bio-Schäferei
                                 Hundefutter
                                                                 Lindscheid 1,
 Weber Säfte                     Säfte
                                                                 51588 Nümbrecht
                                 Frisches Gemüse & Obst,         Hammermühler Straße 4,
                                 Wurst und Fleisch,              51588 Nümbrecht
 Sarahs Hofladen
                                 Nudeln, Bio-Eier, Käse,         Neben der Bäckerei
                                 Müsli …                         Sträßers
                                                                 Bohlenhagenerstraße 77,
 Biohof Schumacher               Bio-Produkte                    51545 Waldbröl - Bohlenha-
                                                                 gen
                                 Fleisch, Obst & Gemüse,         Eiershagener Berg 5a,
 Naturhof Bohlien
                                 Honig, Milchprodukte            51580 Reichshof

Weitere Bauernhöfe in unserer Region findet ihr auf https://www.hofladen-
bauernladen.info/in/oberbergischer-kreis_k420/ , Zugriff: 07.04.2021
                                                                                    QR CODE :
                                                                                 H OFLÄDEN OBK

                                                                                              13
14
15
ABBILDUNG 4: SAISONKALENDER VON EATSMARTER
Quelle der drei Abbildungen: https://eatsmarter.de/sites/default/files/saisonkalender_2021.pdf , Zu-
griff: 07.04.2021

                                                                                                       16
Verschwendung von Lebensmitteln: Apps
Luisa Simons & Tabea Steinke

Grundlegendes Prinzip
Supermärkte, Bäckereien oder Ähnliches stellen in den Apps Angebote vor in Form von zu-
sammengestellten Tüten mit Lebensmitteln, die ein zeitnahes Mindesthaltbarkeitsdatum ha-
ben. Diese Tüten können von Nutzern der App reserviert und für viel weniger Geld, als die
Produkte in der Summe im Einzelhandel kosten würden, gekauft werden. Somit rettet man
einerseits Lebensmittel vor der Mülltonne und spart überdies noch Geld beim Einkauf. Je-
doch sind die Tüten meist Überraschungstüten und lediglich bestimmten Kategorien wie bei-
spielsweise Backwaren oder Molkereiprodukte zugeordnet. Daher weiß man nie genau, wel-
che Produkte man bei dem Kauf der Tüten erhält.
Einige Anbieter geben die Produkte auch völlig kostenlos weiter (z.B. Kantinen).
Wer macht mit?
Supermärkte, Bäckereien, Bio-Läden, Cafés, Restaurants, Hotels, Kantinen in Krankenhäu-
sern uvm.
Was bekomme ich?
    •   Waren, die nicht mehr verkauft werden können, weil Aktionen vorbei sind
    •   Waren, die noch gut sind, aber nicht mehr perfekt aussehen
    •   Waren, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft oder bereits abgelaufen ist, die
        aber noch verzehrbar sind. Auf den Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum muss je-
        doch hingewiesen werden.
Vorteile
    •   Sehr einfach
    •   Geldsparend
    •   Weniger Verschwendung von Lebensmitteln – nachhaltiger Lebensstil
    •   Je mehr Personen mitmachen, desto besser funktionieren solche Konzepte
Nachteile
In Großstädten funktioniert das Konzept im Moment noch besser als in
ländlichen Regionen, da dort mehr Personen und Betriebe solche Apps
nutzen, wodurch sowohl das Angebot als auch die Nachfrage steigen.
Beispiele
TooGoodToGo, Sir Plus, Etepetete uvm.7                                                     QR CODE :
                                                                                     A NBIETER ZUR LEBENS-
Was kann ich sonst noch tun?                                          MITTELRETTUNG

  • Zum Beispiel in Bäckereien kurz vor Ladenschluss fragen, ob
     noch unverkaufte Ware vorhanden ist, die sonst weggeworfen wird.
  • Auf die Lebensmittelverschwendung im eigenen Haushalt achten
  • www.lebensmittel-sonderposten.de , Zugriff: 07.04.2021
     Waren aus vergangenen Aktionen werden hier online oder in dem Geschäft in Gie-
     ßen etwas billiger verkauft
7
 Vgl. https://www.smarticular.net/apps-gegen-lebensmittelverschwendung-foodwaste-reste-essen/ , Zugriff:
07.04.2021
                                                                                                           17
Verschwendung von Lebensmitteln: Apps
Sophie Schumacher

Warum werden Lebensmittel verschwendet?
Ursachen für die Verschwendung von Lebensmitteln sind zum Beispiel Missverständnisse
beim Mindesthaltbarkeitsdatum, falsche Lagerung oder nachteilige Einkaufs- und Kochge-
wohnheiten. Die Abfälle unterscheiden sich zudem dadurch, ob ihre Entstehung vermeidbar
ist oder nicht.
Was versteht man unter Lebensmittelverschwendung?
Lebensmittelverschwendung bezeichnet den Anteil an Lebensmitteln, die zwischen Produk-
tion und Verzehr weggeworfen werden oder verloren gehen. Das sind jährlich 1,3 Milliarden
Tonnen Lebensmittel und entspricht CO2 – Emissionen von mehr als drei Gigatonnen.

ABBILDUNG 5: MOTTO FÜR DIE VERMEIDUNG VON LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG
Quelle: https://www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/_processed_/b/b/csm_Hea-
der_VerschwendenBeenden_c375499601.jpg , Zugriff: 07.04.2021
Wo und warum werden Lebensmittel überhaupt entsorgt? 8

    •   Während der Produktion
            ➢ Aufgrund von Verunreinigungen oder zu hohem Anteil an Pestiziden
    •   Während des Transports
            ➢ Die Kühlkette wird nicht eingehalten oder die Verpackungen werden beschä-
                digt
    •   In der Industrie
            ➢ Durch Keime und Bakterien
    •   In Supermärkten
            ➢ Lebensmittel, die von Aktionen übriggeblieben sind
            ➢ Lebensmittel, die nicht appetitlich aussehen
            ➢ Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist
            ➢ Lebensmittel mit beschädigten Verpackungen

8
 Vgl. https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung ,
Zugriff: 07.04.2021
                                                                                                        18
➢ Einige Supermarktketten werfen Essen weg, sobald neue Ware eintrifft oder
               leichte Makel an den Produkten zu erkennen sind. Das Kamerateam einer
               ARD-Produktion hat zum Beispiel bei Dreharbeiten in Supermarkt Müllton-
               nen viele Lebensmittel gefunden, die noch verzehrbar waren oder höchstens
               geringe Makel aufwiesen.9
    •   In Restaurants/Kantinen/Großküchen/…
            ➢ Lebensmittel/Gerichte, die übrig geblieben sind oder nicht aufgegessen wur-
               den
            ➢ Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist
            ➢ Durch Einhaltung der Hygienemaßnahmen
            ➢ Durch falsche Kühlung/Lagerung
    •   Beim Endverbraucher (Privathaushalte)
            ➢ Lebensmittel, die nicht mehr appetitlich aussehen (z.B. braune Bananen)
            ➢ Es werden eher kürzlich gekaufte Produkte verwendet als solche, die „weiter
               hinten“ im Kühlschrank stehen und somit schon älter sind
            ➢ Es werden zu viele Lebensmittel gekauft, zu große Portionen gekocht oder
               Großpackungen erworben

ABBILDUNG 6: ENTSTEHUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN
Quelle: https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/studie-le-
bensmittelabfaelle-deutschland.html;jsessio-
nid=2D1968446240E59FC4482849AFC30380.live921 , Zugriff: 07.04.2021

9
 Vgl. https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/lebensmittelverschwendung-
100.html , Zugriff: 07.04.2021
                                                                                                          19
ABBILDUNG 7: WEGGEWORFENES GEMÜSE EINES SUPERMARKTES
Quelle: https://www.emsa.com/blog/neues-label-gegen-lebensmittelverschwendung/ , Zugriff:
07.04.2021
Was passiert mit Lebensmitteln im Supermarkt, wenn ihr Mindesthaltbarkeits-
datum abgelaufen ist?
Laut dem Lebensmittelrecht dürfen Lebensmittel nicht mehr verkauft werden, deren Min-
desthaltbarkeitsdatum überschritten wurde. Die Verkäufer würden damit ihre Fürsorge-
pflicht verletzen. Stattdessen werden die Lebensmittel von den meisten Händlern an gemein-
nützige Vereine (z.B. die Tafel) gespendet und diese verteilen die Lebensmittel an Bedürftige.
Es muss allerdings darauf hingewiesen werden, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelau-
fen ist.
Die meisten Lebensmittel sind jedoch ungeöffnet nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums
noch zehn bis 14 Tage haltbar. Ist das Lebensmittel geöffnet, ist es durchschnittlich noch drei
bis vier Tage nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums haltbar.
Tipp: Lagern Sie Ihre Lebensmittel dunkel und kühl, um die Haltbarkeit zu verlängern.
Wodurch entsteht Lebensmittelmüll in der Landwirtschaft?
Die genauen Ursachen für Lebensmittelverschwendung sind vielfältig. In der Landwirtschaft
verderben Erzeugnisse durch falsche Lagerung, Schädlingsbefall, durch Unwetter unbrauchbar
oder sie müssen entsorgt werden, weil es nicht genügend Abnehmer auf dem Markt gibt.

                                                                                             20
Folgen der Lebensmittelverschwendung
Lebensmittel wegzuwerfen ist nicht nur Nahrungs- und Geldverschwendung. Es kostet über-
dies noch wertvolle Ressourcen, schadet dem Klima, bedroht die Artenvielfalt und bringt so-
gar Mikroplastik auf die Äcker.
Wo entstehen die meisten Lebensmittelabfälle?
Die meisten Lebensmittelabfälle verursachen Privathaushalte. Julia Klöckner, derzeitige Bun-
deslandwirtschaftsministerin, legte in diesem Zusammenhang einen nationalen Strategieplan
mit einem ehrgeizigen Ziel vor. Bundesweit fallen jährlich circa 11 Millionen Tonnen Lebens-
mittelabfall an. Auf Privathaushalte fallen davon 61 % und machen somit mehr als die Hälfte
der Müllproduktion aus.10

ABBILDUNG 8: LEBENSMITTELVERLUSTE
Quelle: https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/wer-wirft-die-meisten-lebensmittel-
weg/ , Zugriff: 07.04.2021

10
  Vgl. https://www.welt.de/politik/deutschland/video228034193/Julia-Kloeckner-will-Lebensmittelverschwen-
dung-bis-2030-halbieren.html , Zugriff: 07.04.2021
                                                                                                            21
Wie viel Essen schmeißen wir pro Jahr weg?
Jahr für Jahr landen in Deutschland ca. 11 Mio. Tonnen Lebensmittel im Müll. Verbraucherin-
nen und Verbraucher werfen somit pro Kopf ca. 75 kg Lebensmittel im Jahr weg.11
Wie viel Nahrung wird weltweit jährlich weggeworfen?
Jedes Jahr werden rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Gleichzeitig hun-
gern auf der Welt 821,4 Millionen Menschen.

ABBILDUNG 9: LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG
Quelle: https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/so-viele-menschen-koennten-wir-
zusaetzlich-ernaehren-wenn-wir-weniger-lebensmittel-verschwenden/ , Zugriff: 07.04.2021

Was kann jeder Mensch tun, um weniger Lebensmittel zu verschwenden?
Bevegt.de hat eine Liste mit 23 Tipps zusammengestellt:

23 Tipps, mit denen du weniger Lebensmittel verschwendest
Weniger Lebensmittelverschwendung beim Einkaufen
1. Kaufe nur so viel, wie du auch wirklich verbrauchen kannst. […]
2. Sorge mit lange haltbaren Lebensmitteln vor, […] z.B. Beeren in der Tiefkühltruhe vorrätig ha-
   ben. Dann ist es gar nicht schlimm, wenn du eher „zurückhaltend“ einkaufst und mal kein fri-
   sches Gemüse mehr zu Hause hast.
3. Lass dich nicht von vermeintlichen Angeboten locken. „Drei zum Preis von Zwei“ hört sich zwar
   erstmal toll an. Überleg dir aber vor dem Kauf, ob du diese Menge auch wirklich verbrauchen
   kannst!

11
  Vgl. https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/75-kilo-essen-landen-pro-kopf-im-muell-regierung-will-lebensmit-
telverschwendung-halbieren/26993192.html , Zugriff: 07.04.2021
                                                                                                            22
4. Hab ein Herz für Obst- und Gemüseexemplare mit Schönheitsfehlern! Die Chancen stehen lei-
   der gut, dass unschöne Exemplare länger in der Auslage verweilen und dann irgendwann ent-
   sorgt werden. Deswegen fass dir ein Herz und greif auch mal zu einer krummen Gurke, einer
   Süßkartoffel mit kleinen Auswüchsen oder einem Kohlrabi ohne Blattgrün (wenn du es sowieso
   nicht verwendest).
5. Gleiches gilt für Exemplare mit braunen Stellen. Wenn du die rote Paprika kaufst, um sie noch
   am gleichen Tag zu verwenden, kannst du die kleine Stelle wegschneiden. Die Paprika würde
   nämlich sonst mit großer Wahrscheinlichkeit abends entsorgt werden.
6. […]
Weniger Lebensmittelverschwendung zu Hause
7.      Achte auf die richtige Lagerung im Kühlschrank – die verschieden Kühlschrankebenen haben
einen Sinn. Die kälteste Stelle im Kühlschrank ist das Fach direkt über der Glasplatte. Dort lagerst
du am besten schnell verderbliche Lebensmittel, z.B. Reste vom Mittag- oder Abendessen, die du am
nächsten Tag wieder aufwärmen willst.
8.       Einige Gemüse- und viele Obstsorten gehören nicht in den Kühlschrank. Dazu gehören zum
Beispiel Bananen, Zitrusfrüchte, Gurken und Tomaten. Äpfel und Tomaten solltest du außerdem ge-
trennt von anderen Obst- und Gemüsesorten aufbewahren, da sie Obst und Gemüse in ihrer direk-
ten Umgebung schneller reifen (und somit auch verderben) lassen.
9.      Trockene Lebensmittel wie Linsen, Pasta oder Reis müssen zwar laut Gesetz ein Mindest-
haltbarkeitsdatum (MHD) haben. Doch verschlossen halten sich diese Lebensmittel ewig – egal wel-
ches Datum auf der Verpackung steht. Solange du kein Ungeziefer in der Packung findest, spricht
nichts dagegen, diese Lebensmittel auch weit jenseits des MHD zu essen.
10.      Stichwort Mindesthaltbarkeitsdatum: Das gibt lediglich an, bis wann der Hersteller die Halt-
barkeit garantiert – es heißt nicht, dass ein Lebensmittel nicht auch nach diesem Datum noch ein-
wandfrei sein kann (sonst wäre es ja ein „Verfallsdatum“). Es spricht deshalb nichts dagegen, […]
(Lebensmittel) noch zu essen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum schon abgelaufen ist. Natürlich
solltest du vor dem Verzehr immer kurz den Geruch und das Aussehen prüfen. […]
11.    Leg dir eine „Iss mich zuerst“-Kiste an! Und da kommt zum Beispiel das Gemüse rein, das
eben zuerst weg muss. […]
Weniger Lebensmittelverschwendung durch bessere Verwertung
12.     Äpfel mit unschönen Stellen, mehlig gewordene Birnen oder matschige Orangen bekommen
bei uns trotzdem noch eine Chance: Wir mixen uns daraus einen köstlichen Smoothie! […]
13.    Aus Äpfeln mit Druckstellen kannst du auch ganz einfach ein Apfelmus machen: Äpfel wa-
schen und kleinschnippeln, zusammen mit etwas Wasser, Zitronensaft, Zimt und eventuell Vanille in
einen Topf geben, kurz aufkochen und abkühlen lassen. Das Apfelmus passt hervorragend auf Jo-
ghurt und Quark,(und) ins Müsli, […].
14.     Apropos Bananen: Ich bewundere Leute, die sehr reife Bananen pur essen können. Ich kann
das leider nicht. Wenn es dir ähnlich geht, dann […] (versuche es doch einfach mal mit einem Ba-
nanenbrot oder -pancake).

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15.     Nicht mehr ganz frisches Gemüse passt entweder in einen Gemüse-Smoothie, oder auch
hervorragend in Curries, Pfannengerichte oder Cremesuppen.
16.      Du hast noch eine Tasse gegarten Reis oder Quinoa vom Abendessen übrig? Auch das ist zu
schade zum Entsorgen! Ab damit in die nächste Gemüsepfanne. Achte nur bitte darauf, dass du die
Reste schnell verbrauchst und nicht noch ein zweites oder drittes Mal aufwärmst. Gekochtes Essen
hält sich im Kühlschrank in der Regel zwei Tage, manchmal auch länger.
17.    Suppenreste eignen sich hervorragend als Nudelsoße! Vom Vortag ist noch ein bisschen
Suppe übrig geblieben, aber nicht mehr genug für eine Vorspeise? Schon hast du deine Pastasoße.
Und wenn das nicht reicht, dann schnippel noch ein bisschen Gemüse rein und gib etwas Gemüse-
brühe dazu!
18.      Ganz ähnlich ist es mit Resten von Aufstrichen wie z.B. Hummus oder auch den fertigen
(Aufstrichen) aus dem Glas. Die kannst du zum Beispiel verwenden, um deine Gemüsepfanne noch
schmackhafter zu machen. Am besten gegen Ende der Garzeit zusammen mit etwas Gemüsebrühe
oder Sojasoße in die Pfanne geben und unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – fertig!
19.    Viele Reste = eine Mahlzeit! […] (Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!)
Noch mehr Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
20.     In der App Too Good To Go findest du Bäckereien, Lebensmittelgeschäfte und Restau-
rants, die übrig gebliebene Lebensmittel zu sehr günstigen Preisen abgeben. […]
21.     Bei Etepetete kannst du dir in regelmäßigen Intervallen, zum Beispiel alle zwei Wochen,
eine sogenannte „Gemüseretterbox“ bestellen. Etepetete sammelt Gemüse, das aufgrund seiner
Form und anderen optischen Mängeln nicht im Handel landet, und packt daraus 5 kg-Gemüsebo-
xen, soweit möglich von regionalen Biobauern.
22.      Bei Foodsharing kann man Essen anbieten, für das man selbst keine Verwendung hat –
zum Beispiel weil ein Urlaub ansteht, man sich beim Einkauf verschätzt oder gerade im eigenen
Garten geerntet hat. Die Lebensmittel stellst du kostenfrei zur Verfügung, wer sie möchte, holt sie
bei dir ab. Auch auf Facebook gibt es regionale Foodsharing-Gruppen.
23.      Nach einem ähnlichen Konzept wie Foodsharing funktionieren die sogenannten „Fair-Teiler“:
Das sind Tauschbörsen für essbare Lebensmittel, die nicht mehr benötigt werden. In der Regel funk-
tioniert das so, dass jeder seine überschüssigen Lebensmittel in die offenen (Kühl-)Schränke einstel-
len kann, damit andere sich dort bedienen können. Auch die Fair-Teiler sind eine Initiative von
Foodsharing.12

12
  Quelle: https://www.bevegt.de/lebensmittelverschwendung/#:~:text=%20Noch%20mehr%20Tipps%20ge-
gen%20Lebensmittelverschwendung%20%201,hat%20%E2%80%93%20zum%20Bei-
spiel%20weil%20ein...%20More%20 , Zugriff: 07.04.2021
                                                                                                      24
Obdachlosigkeit
Felix Penz, Ben Zell, Kevin Bulz und Timon Truetsch

Projektidee
Man fragt bei der Stadt Wiehl nach, wo die Obdachlosen sich in der Region aufhalten und
betreut werden.

1. Möglichkeit:
Man fragt Unternehmen, beispielsweise die BWO in Faulmert, ob den Obdachlosen ermög-
licht werden kann, dass Sie in der Kantine mittags essen dürfen.
Die Unternehmen bestellen meist zu viel zu essen und es bleibt sehr oft viel übrig.
Falls das Unternehmen dieser Idee nicht zustimmen, könnten die Obdachlosen nachmittags
oder abends die Reste abholen, die dann wiederrum nicht mehr warm wären, wodurch man
den Obdachlosen ermöglichten müsste, diese zu erwärmen. Überdies könnte man die Ge-
richte mit Hilfe eines Foodtrucks warm verteilen.
Somit hätten die Obdachlosen eine gesicherte „warme“ Mahlzeit am Tag.

2. Möglichkeit:
Dornseifer in Bielstein kocht jeden Tag für seine Mitarbeiter und stellt diese gekochten
Mahlzeiten ebenfalls zum Verkauf
Wenn bis zum Ladenschluss noch Mahlzeiten übrig sein sollten, können die Obdachlosen
sich diese kostenlos abholen, oder sie werden durch freiwillige Helfer an die Obdachlosen
verteilt.
Nachteil bei dieser Idee wäre, dass ggf. alle Gerichte bis Ladenschluss ausverkauft sind.
Somit ist dies keine 100%ige Mahlzeit für die Obdachlosen, sondern eher „Glückssache“ ob
noch eine Mahlzeit übrig ist.

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Blut- und Organspenden
Dilan Kamali
Im Projektkurs „Ernährungslehre“ lernen wir unter anderem, wie es uns gelingen kann, unse-
rem Körper die nötigen Nährstoffe zur Verfügung stellen zu können und die Bedürfnisse des
Körpers zu erkennen (Lebensmittel, Vitamine, Mineralstoffe etc.). Doch nicht jeder ist mit
einem gesunden Körper geboren worden, nicht jeder Mensch kommt ohne Hilfe in Form
von Organ- oder Blutspenden aus.
Wenn man gesund ist und nicht auf Spenden angewiesen ist, kann man seinem Körper Gutes
tun und Sport machen oder sich gut ernähren. Doch es gibt viele Menschen, die auf Blut und
Organspenden angewiesen sind, um auch so ein erfülltes Leben führen zu können.
Blutspenden sind sehr hilfreich für Menschen mit Krebserkrankungen etwa Blutkrebs, Men-
schen, die an Herzerkrankungen leiden oder auch an Magen- und Darmkrankheiten.

ABBILDUNG 10: WOFÜR WIRD MEINE BLUTSPENDE BENÖTIGT ?
 ABBILDUNG 10 1
Quelle: https://www.drk-blutspende.de/informationen-zur-blutspende/wofuer-wird-meine-blutspende-benoe-
tigt.php , Zugriff: 07.04.2021
 ABBILDUNG 10
Viele Blutspenden werden auch für Operationen genutzt und somit werden Leben gerettet!

 ABBILDUNG 11

                                                                                                         26
Man kann ab dem 18. Lebensjahr Blut spenden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:13
Eine Blutspenderin / Ein Blutspender…

     •   darf nicht älter als 73 Jahre alt sein oder bei der ersten Blutspende nicht älter als 65
         Jahre.
     •   muss mindestens 50 kg wiegen.
     •   ist nicht erkrankt und fühlt sich gesund.
     •   sollte vor der Spende ausreichend gegessen und getrunken haben.
     •   hat innerhalb der letzten 12 Stunden keinen Alkohol konsumiert.
     •   nimmt keine Drogen (mindestens innerhalb der letzten vier Wochen).
     •   hat 56 Tage kein Blut gespendet (Frauen dürfen 4 mal im Jahr, Männer sogar 6 mal
         Blut spenden!)
     •   hat sich in den letzten vier Monaten kein Piercing oder Tattoo stechen lassen.
     •   darf nicht schwanger sein.
     •   bringt einen gültigen Ausweis zur Blutspende mit.
Bei Blutspenden sind immer Ärzte anwesend und alles wird streng kontrolliert! Der anwe-
sende Arzt führt einen kleinen Checkup durch, um festzustellen, ob der potenzielle Blut-
spender am Tag der Blutspende fit ist. Erst danach wird er zum Blutspenden zugelassen.
Nächste Termine findest du auf der Website der DRK: https://www.drk-blutspende.de/blut-
spendetermine/ , Zugriff: 11.04.2021
Organspenden
Dies ist ein oftmals sehr sensibles Thema. Aus kulturellen oder religiösen Gründen ist das
Organspenden manchmal untersagt. Doch in Deutschland ist es möglich, Organe anderer
Menschen im Notfall zu erhalten und auch zu spenden. Die Organspende ist auch ein eher
seltenes Verfahren. Die Organe eines Menschen können nämlich nur dann entnommen wer-
den, wenn ein Arzt die ausdrückliche Erlaubnis (durch einen Organspendeausweis oder An-
weisungen von den Angehörigen) bekommen hat und wenn diejenige Person, deren Organe
entnommen und gespendet werden, hirntot ist. Der Arzt erhält keinerlei Informationen dar-
über, ob ein Patient ein Spender ist oder überhaupt ein potenzieller Spender sein könnte, bis
der Zustand des Hirntodes bestätigt ist. Lebendspenden sind auch möglich, wenn ein Patient
einer Lebendspende zustimmt (z.B. Stammzellenspende/ Spende einer Niere) und ein passen-
der Empfänger gefunden wird!
Es wird empfohlen, sich einen Organspendeausweis ausstellen zu lassen. Auch wenn man an-
gibt, dass man kein Spender sein möchte! Man kann genau auf dem Auswies angeben, welche
Organe oder Gewebe man spenden möchte und welche nicht!
Auf dieser Website kann man sich einen Spendenausweis ausdrucken: https://www.organ-
spende-info.de/organspendeausweisdownloadundbestellen.html?gclid=EAIaIQob-
ChMIwfTf7vKH7wIVitd3Ch3pswiXEAAYAiAAEgJgYvD_BwE , Zugriff: 11.04.2021
(Es sind Organspendeausweise in der Schule vorhanden – im Sanitätsraum)

13
  Vgl. https://www.blutspende.de/infos-zur-blutspende/informationen-fuer-neuspender/wer-darf-blutspen-
den.php , Zugriff: 07.04.2021
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Zur Information: Man darf ab dem 16. Lebensjahr selbst darüber entscheiden, ob im Falle des
Todes die eigenen Organe gespendet werden dürfen oder nicht. Doch dafür muss man einen
Organspendeausweis ausgefüllt haben oder Angehörige informiert sein! Wenn der Ausweis
vorhanden ist und die Angehörigen dagegen sind, zählen die Angaben aus dem Spenderaus-
weis.
Auf dieser Website finden Sie einen genauen Ratgeber zur Organspende und zum genauen
Verfahren:
https://service.bzga.de/pdf.php?id=84db769b0f5cac8b223ef2dc746f3abb , Zugriff: 11.04.2021

RETTEN SIE LEBEN!

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Gleichberechtigung für beide Geschlechter
Lucia Küpper
Das 5. Ziel der BNE ist die Gleichheit der Geschlechter. Es soll die Geschlechtergleichstel-
lung erreicht werden und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigt werden.
Aufmerksam machen auf die ungleiche Behandlung
   •   Diskriminierung aller Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt
   •   Gewalt aller Art, ob im öffentlichen oder privaten Bereich. (Einschließlich Menschen-
       handel und sexueller und anderer Arten der Ausbeutung)
   •   Praktiken wie Kinderheirat, Frühverheiratung und Zwangsheirat sowie Genitalver-
       stümmelung bei Frauen und Mädchen
   •   Unbezahlte Pflege- und Hausarbeit
   •   Sozialschutzmaßnahmen und die Förderung geteilter Verantwortung innerhalb des
       Haushalts und der Familie entsprechend den nationalen Gegebenheiten
   •   Volle und wirksame Teilhabe von Frauen und ihre Chancengleichheit bei der Über-
       nahme von Führungsrollen auf allen Ebenen; Lohngleichheit zwischen Männern und
       Frauen
   •   In vielen Entwicklungsländern ist es Mädchen nicht gestattet, zur Schule zu gehen und
       eine Ausbildung zu absolvieren
   •   Recht auf Bildung für alle Geschlechter
   •   Vereine haben verschiedene Stellenwerte für typisch männliche und typisch weibliche
       Aktivitäten; beispielsweise Männerfußball wird viel mehr in der Öffentlichkeit wahrge-
       nommen, wobei viele Veranstaltungen mit hauptsächlich weiblichen Teilnehmern um
       ihre Zeiträume auf Sportplätzen und in Sporthallen kämpfen müssen.
   •   Öffentlicher und kostenloser Zugang zu Periodenprodukten an Schulen oder öffentli-
       chen Toiletten
   •   Senkung des Steuersatzes auf Frauen-Hygieneartikel (dieses Ziel wurde bereits er-
       reicht: 2020 wurde der Steuersatz von 19% auf 7% gesenkt)
Beispiele zur Umsetzung:
   •   Reformen durchführen, um Frauen die gleichen Rechte wie Männern bei Arbeitsstel-
       len zu ermöglichen
   •   Die Bildungseinrichtungen sollten mehr aufklären, an Schulen sollte offener über Dis-
       kriminierung der Geschlechter gesprochen werden, aber auch über sexuelle sowie
       psychische Gewalt im Zusammenhang mit Diskriminierung jeglicher Art

Quelle
https://www.politischebildung.schulen.bayern.de/bne/materialien-fuer-den-unterricht-zu-den-
sdgs/ziel-5-geschlechtergleichheit/ , Zugriff: 11.04.2021

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Alltagssexismus - wirklich so eine große Sache?
Jana Rempel
Wie würde wohl eine Welt aussehen, in der wir nicht von klein auf in gesellschaftliche, ge-
schlechtszugeordnete Rollen gezwängt würden?
Wieso sieht man auf dem Spielplatz je nachdem, welches Geschlecht ein Kind hat, unter-
schiedliche Szenarien, wenn es sich weh getan hat? Das Mädchen wird getröstet und dem
Jungen wird gesagt, dass große Jungs doch nicht mehr weinen.
Warum werden in vielen Haushalten, in denen sowohl Mädchen als auch Jungen leben, nur
die Mädchen dazu aufgefordert, im Haushalt zu helfen, z.B. zu kochen und zu putzen?
Warum sind manche Spielzeuge „nur für Jungs“ und andere „nur für Mädchen“ gesellschaft-
lich anerkannt?
Und jetzt stellt sich die Frage: Welche Folgen bringt es mit sich, Kinder in geschlechterge-
trennte Normen zu pressen?

Nun ja, der Junge auf dem Spielplatz könnte in der Zukunft Probleme damit haben, seine Ge-
fühle zuzulassen und auszudrücken. Die Jungs, die nicht im Haushalt helfen müssen, leben
vielleicht irgendwann in einer verrotteten Studentenbude, weil sie nie gelernt haben, wie ein
Haushalt funktioniert und die Kinder, die nur mit geschlechtsspezifischem Spielzeug gespielt
haben, trauen sich vielleicht nicht, Mechanikerin oder Erzieher zu werden, weil das ja nicht
die richtigen Berufe für Frauen/Männer sind. Aber bewegen wir uns erst einmal weg von Kin-
dererziehung, denn dieses Thema betrifft meist Schülerinnen und Schüler noch nicht direkt.
Wie stark werden wir in unserem Alltag eigentlich auf unser Geschlecht reduziert?

Ein gutes Beispiel dafür ist zum Beispiel Pink Tax.14 Tatsächlich ist es so, dass bei vielen Pfle-
geprodukten Frauen für das gleiche Produkt mehr zahlen müssen als Männer. Ein Beispiel da-
für sind Rasierer. Ich bin auf die Webseite eines normalen Drogeriemarktes gegangen und
habe mir die Rasierer angeschaut. Es gab von der gleichen Marke den gleichen Rasierer mit
der identischer Anzahl an Klingen, Inhaltsstoffen und Informationen auf der Verpackung ei-
nen für Männer in einer schlichten blau-schwarzen Verpackung und einmal für Frauen in ei-
ner rosa Verpackung mit aufgedruckten Schmetterlingen. Der Rasierer für Männer kostet
2.45 Euro und der rosa Rasierer für Frauen kostet 2.95 Euro. Und das ist kein Zufall, ihr
könnt dies selbst in eurem Drogeriemarkt nachprüfen. Dies gilt auch für Rasierschaum,
Duschgel oder Shampoo. Natürlich gilt das nicht für jedes Produkt, aber es ist eine gängige
Verkaufsstrategie.

Auch in Bewerbungsgesprächen sind teilweise unangemessene sexistische Fragen zu finden,
wie zum Beispiel die Frage nach dem Kinderwunsch. Solche Fragen sind arbeitsrechtlich nicht
einmal zulässig, aber leider gängige Praxis in vielen Unternehmen. Deshalb ist man auch nicht
verpflichtet, diese Frage wahrheitsgemäß oder überhaupt zu beantworten. Natürlich ist es
für ein Unternehmen wirtschaftlich nicht von Vorteil, wenn sie Mitarbeiterinnen in den

14
 Vgl. https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/einkaufsfalle-supermarkt/pink-tax-frauen-zahlen-
mehr , Zugriff: 08.04.2021
                                                                                                            30
Mutterschutz entlassen müssen. Deshalb ist es für die Unternehmen praktisch, nur Mitarbei-
ter einzustellen, die nicht vorhaben, eine Familie zu gründen.

Aber auch Männer werden vom Alltagssexismus nicht verschont. So trauen sich zum Beispiel
viele Männer nicht, in Elternzeit zu gehen, weil es nicht männlich genug erscheint und sie
vielleicht auch Nachteile in ihrer Karriere sehen, wenn sie zeigen, dass ihnen die eigenen
Kinder wichtiger sind als ihr Beruf. Sexuelles Belästigen wie ein ungefragter Klaps auf das Ge-
säß oder unangemessene Sprüche beim Vorbeilaufen gehören bei beiden Geschlechtern
selbstverständlich auch zum Alltagssexismus. Natürlich gibt es noch viel mehr Beispiele von
Sexismus im Alltag. Aber ich denke, die genannten Beispiele reichen aus, um einmal zum
Nachdenken anzuregen. Lassen wir uns den Sexismus, wenn wir ihn bemerken, einfach gefal-
len oder stehen wir auf, sagen etwas dazu, damit die Menschen es endlich verstehen und
Menschen respektvoll behandeln, egal welches Geschlecht sie haben.

Auch wenn du denkst, dass du an der Situation des Sexismus nichts verändern kannst, kannst
du doch mit jedem Mal, indem du auf Sexismus aufmerksam machst, dein Gegenüber zum
Nachdenken anregen. Vielleicht hast du auch schon einmal sexistisches Verhalten an dir
selbst bemerkt und denkst das nächste Mal mehr darüber nach, was du sagst. Ich hoffe dieser
Text hat dich etwas zum Nachdenken angeregt und dir die Ziele des Alltagsfeminismus nä-
hergebracht. Die Zielgruppe dieses Textes ist die gesamte Schulgemeinschaft, um einen
Schulalltag zu ermöglichen, der nicht von Sexismus geprägt ist.

Quellen (Zugriffe: 08.04.2021)

https://www.wila-arbeitsmarkt.de/blog/2019/09/23/sexismus-im-bewerbungsprozess/

Pink Tax: Frauen zahlen mehr | Verbraucherzentrale Hamburg

http://www.competentia.nrw.de/kompetenzzentren/kompetenzzentrum_Emscher-Lippe-Re-
gion/interessantes/Archiv_2019/Maenner-trauen-sich-nicht-in-Elternzeit_-Frauen-gehen-klas-
sisch.php?monat=12

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13 Tipps zur Müll- und Plastikvermeidung
Dominik Kuhn

  1. Auf Einwegprodukte verzichten und sie nicht mehr in Geschäften anbieten
  2. Obst und Gemüse lose kaufen und mehrfach verwendbare Tragetaschen
     in Geschäften anbieten, um Plastiktüten somit zu meiden
  3. Mehrweg statt Einweg
     Wir sollten mitgebrachte Mehrwegbecher oder Dosen für Essen zum Mitnehmen be-
     nutzen und diese ebenfalls in Restaurants und Schnellimbissen statt Einwegbecher und
     -dosen anbieten.
  4. Bei Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten
     Viele Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik, z.B. Polyethylen oder Polyquternium.
     Man sollte mehr Kosmetikprodukte aus natürlichen Inhaltsstoffen anbieten und eben-
     falls kaufen, so weit wie es nur möglich ist.
  5. Kleidung so lange wie möglich nutzen
     Wir sollten versuchen, Kleidung zu verschenken oder zu verkaufen, wenn man sie
     nicht mehr trägt, um sie nicht wegwerfen zu müssen.
  6. Auf Tetrapacks und Plastikflaschen verzichten
     Glas ist eine umweltfreundlichere Alternative; Sodastream nutzen, um den Verbrauch
     von Plastikflaschen zu reduzieren
  7. Frisch kochen
     Wir sollten Gerichte kochen, die ohne künstliche Zusatzstoffe in Plastikverpackungen
     (z.B. Weichmacher) auskommen.
     Tipps: Ernährungsplan selbst erstellen – Gezielt für Gerichte einkaufen, um Ver-
     schwendung zu vermeiden; regional einkaufen
  8. Brotbeutel aus Stoff statt aus Plastik (Mehrfach verwendbar!)
  9. Mehr Leitungswasser trinken (z.B. mit Hilfe eines Sodastream)
     Wir sollten mehr Leitungswasser trinken, um die Verschmutzung durch Plastikfla-
     schen zu minimieren - der oberbergische Kreis besitzt übrigens sehr gutes Leistungs-
     wasser!
  10. Bienenwachstücher statt Frischhaltefolien benutzen
      (Bienenwachstücher können leicht selbst hergestellt werden; weitere Alternativen für
      Frischhaltefolie sind Mehrwegdosen und Mehrwegverschlüsse („Speiseabdeckung“
      beispielsweise von Ikea), welche zum Verschließen von Schüsseln, Bechern und ange-
      schnittenes Obst verwende werden können)
  11. Obst und Gemüse in Gärten selbst anbauen; Biohöfe verkaufen formloses
      Obst und Gemüse häufig kostengünstig; etepetete.de)
  12. Mehr plastikfreie Kaugummis in Geschäften anbieten – dies gilt für die In-
      haltsstoffe und die Verpackung
  13. Geräte reparieren lassen oder gebraucht kaufen, anstatt ein neues Gerät
      anzuschaffen;
      z.B. bei rebuy oder ebay Kleinanzeigen

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