Polemik und Poesie. Fall und Aufstieg der Dialekte im heutigen Italien

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Titus Heydenreich (Erlangen)

Polemik und Poesie. Fall und Aufstieg
der Dialekte im heutigen Italien

          Die kulturelle, auch sprachliche Eigenständigkeit der italienischen Regi-
          onen blieb auch nach Entstehung der Nation Italien (1861–1870) erhal-
          ten. Bedroht werden gesprochene Mundarten erst in jüngster Zeit durch
          nivellierende Medien und unzulängliche Förderung in Familie und
          Schule. Doch während Dialekte in der Sprachpraxis aussterben, setzen
          Schriftsteller, Liederdichter, Cineasten (Drehbuchautoren) eine seit dem
          17. Jahrhundert überreiche Tradition fort. Sie bewirken, dass neben der
          schon im 14. Jahrhundert sich ausbreitenden hochitalienischen Literatur
          auch ernstzunehmende, weil z. T. überregionale Themen behandelnde
          Literaturen in Rom, Mailand, Bologna, Neapel, im Friaul, auf Sizilien,
          Sardinien und anderenorts eine regelrechte Renaissance erleben.

1 Dialekte: Niedergang und politischer Missbrauch

Mitten in die paradoxe Situation der Dialekte in Italien kann uns eine Karikatur
aus dem Corriere della Sera vom 20. Juni 2005 führen (Abb. 1). Sie bezieht sich
auf die Rückkehr Umberto Bossis in die Politik nach schwerer Krankheit – Um-
berto Bossi (geb.1941), der 1984 die Lega Nord gründete und seither die Auto-
nomie, ja Eigenstaatlichkeit des Nordens – Piemont, Lombardei, Reggio Emilia,
Veneto – anstrebt, mit Venedig als Hauptstadt.1 Und sie spielt an, die Karikatur,
auf die hemdsärmelige Rhetorik des populistischen Lega-Führers. Bossi würzt
seine Ausführungen gern mit Kraftausdrücken in lombardischem Dialekt:
Schimpfkanonaden gegen Rom (»Roma ladrona«), gegen den auf Kosten des
fleißigen Nordens schnorrenden Süden, gegen illegale, asoziale Migranten …
Die »vignetta« imaginiert Bossis Wiederantrittsrede mit derlei Injurien. Die
Frau des am Fernseher Lauschenden tritt ins Zimmer und konstatiert nüchtern:
»Der ist wieder gesund«.
    In medias res führt uns die Karikatur auch insofern, als Bossi im Sommer
2009 nachlegte mit der Forderung, Lehrer, die im Norden unterrichten, sollten
auch der jeweiligen Dialekte kundig sein. Mit zwei Folgen: 1. Landesweite Em-
pörung und Spott – auch und besonders in der Presse – über diesen neuerlichen

1 Zu Bossis Vita, Lega und eigene (lombardische) Dialektdichtung Adalberto Signore/Ales-
  sandro Trocino: Razza padana. Milano, Rizzoli 2008, bes. S. 22 ff.

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Abb. 1

kampanilistischen Abschottungsversuch der Lega zu Lasten der Mobilitätsrech-
te von Lehrern, auf Kosten provinzenthobener Lehrinhalte. 2. Landesweit kam
aber auch eine Reflexion über die Lage der Dialekte generell in Gang. Fazit: Die
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Situation ist schlecht, aktive wie passive Kenntnisse gehen dramatisch zurück.2
Die Linguisten nennen das – ein grausiges Wort – Dedialektalisierung.

1.1 Dialekte in Italien. Ein Überblick

Was für Dialekte und wie viele gibt es im Lande? Eine mögliche Antwort: Tau-
sende. Denn Tausende von Tälern, Dörfern, Städten sind stolz auf ihren eigenen
Dialekt. Friulano, unlängst zur eigenständigen Amtssprache erhoben, wird im
Friaul gesprochen. Friaul besteht aber aus fünf Tälern, jedes Tal mit einem eige-
nen friulano. Biagio Marin (1891–1985), einer der großen Lyriker seines Jahrhun-
derts, schrieb zeitlebens in gradese, der Sprache seines Heimatstädtchens Gra-
do.3 Cutusíu, ein Nichts aus wenigen Häusern bei Trapani in Westsizilien, wäre
unbekannt, gäbe es nicht Nino De Vita (geb. 1950), der aus Cutusíus Sprache das
Potential herausholt für Gedichte, deren Thematik den Mikrokosmos Cutusíus
weit hinter sich lässt.4 Marin, De Vita und andere sind – um dies vorauszuschi-
cken – Beispiele für eine nicht nur im Lokalen, Folkloristischen, Lustigen verhar-
rende, sondern zu ernsten, übergeordneten Sujets vorstoßende Dialektdichtung.
    Wir aber brauchen zur Erstorientierung einen generellen Überblick. Den
bietet uns Dieter Kattenbusch in einem Beitrag »Sprache(n) und Dialekte in
Italien«. Die beigegebene Karte5 (Abb. 2) offenbart drei Dialektschichten: 1. die
norditalienische Schicht zwischen Piemont und Veneto unter Einbeziehung der
Emilia Romagna; 2. die Schicht der toskanischen Dialekte, mit den geringsten
Veränderungen gegenüber dem später gesprochenen Vulgärlatein; 3. die mittel-
und süditalienische Dialektschicht, inklusive Sardinien.
    Wie detailliert die beigegebene Karte6 differenziert, stehe dahin. Sie erfasst
immerhin, rein geographisch, auch die nicht-italienischen Sprachminderheiten:
Valdostano, Ladinisch, Deutsch, Slowenisch, die griechischen Sprachinseln Ka-
labriens und Siziliens.
    Wann und wie welche Sub- bzw. Superstrate zu den jeweiligen dialektalen
Individualisierungen führten bzw. bis heute führen, ist Sache der Linguisten. Al-

2 Vgl. Angela Frenda: La Lega: test di dialetto ai prof. Fini avverte: rispettare la Carta, in:
  Corriere della Sera, 19.7.2009. Henning Klüver: Kultur im Unterhemd. Die Lega Nord und
  die Regionalisierung Italiens, in: Süddeutsche Zeitung, 1.9.2009.
3 Zum Einstieg die zweisprachige Anthologie Biagio Marin: Der Wind der Ewigkeit wird stär-
  ker. El vento de l’eterno se fa teso. Reinbek bei Hamburg Rowohlt 1991 [mit anonymem Nach-
  wort S. 105 ff.].
4 Vgl. Antonio Cusumano: Die Dinge und die Worte in der Dichtung von Nino de Vita. In:
  Zibaldone 48, 2009 (Dialekte in Italien), S. 139 ff., mit Versen Nino De Vitas ebd. S. 148 ff.
5 S. 18. Kattenbusch, Dieter: Sprache(n) und Dialekte in Italien, in: Zibaldone (wie Anm. 4),
  S. 15 ff., die Karte S. 18.
6 Contini, Michel : La Sardaigne: Cadre linguistique; contacts internes et externes. Vortrag auf
  der Tagung Languages and Cultures in Contact – then and now, Czestochowa, March 26–28
  2009 (Tagungsakten im Druck). Das Schulbuch Michele Contini: Parlare e scrivere il Sardo.
  La Sardegna raccontata ai ragazzi. Sassari, Editrice Democratica Sarda 1993 kam nach Mit-
  teilung des Autors vermutlich nicht zum Einsatz.
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Abb. 2
lein das »Sardische« besteht genau genommen aus drei Sprachen – und mit dem
Katalanischen an der Westküste um Alghero sind es vier. Michele Contini, aus
Cagliari stammend und in Grenoble lehrend, hat dies unlängst wieder in einem
Vortrag illustriert. Er hat freilich auch geklagt: gegen den rapiden Sprachschwund
unternähmen die sardischen Kultur- und Schulinstanzen so gut wie nichts.

1.2 Wer spricht noch Dialekt?

Womit wir wieder in der gegenwärtigen Dialekt-Diskussion im Lande wären,
die durch Bossis engstirnige Forderung neuen Auftrieb erhielt. Hierzu gleich
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mehr. Zuvor sollte man der vielleicht aufkommenden Neugierde nachgeben:
Wie klingt so etwas eigentlich? Wie klingt ein italienischer Dialekt? Hierzu ein
beliebiges und zugleich schauriges Beispiel. Im Jahre 2000 kam eine Doppel-CD
mit Mafia-Liedern heraus. Nicht über, sondern von … Nicht zur Freude der
Behörden, die eine sympathiestiftende Wirkung der Durchhalte- und Klagetex-
te (von Inhaftierten) befürchteten. Auf den CDs sind die z. T. schon in den 40er
Jahren aufgenommenen Lieder von einigen Parlato-Texten durchsetzt. Einen
davon hören wir uns an. Es geht im Dialog um Begrüßung und Befragung eines
mafioso über dessen Herkunft und Handlungsmotive.7 Auffallend die brutale
und zugleich hohle, abgegriffene Rhetorik:

       »Se lecitu giovanottu da undi veniti?« – »Da undi se disponi.« – »E
       decitemi ancora, amicu, sempre se lecitu, sutta cu caminati?« – »Io
       caminu suttu u cielu e supra a terra. E undi vaio vaio cca mia favella
       sacciu purtari saggezza, sangu e unuri.« – »Scusatemi ancora, ami-
       cu, perché facete l’omu?« – »Eo fazzu l’omu pi sanghi e pi unuri e pí
       scacciari infami e tradituri.«

       »Junge, darf ich fragen woher Ihr kommt?« – »Von dort, wo ent-
       schieden wird.« – »Und wenn ich fragen darf, für wen gehen Sie?« –
       »Ich wandere unter dem Himmel und auf der Erde. Und egal wo
       ich hingehe, bringe ich mit meinem Wort Wissen, Blut und Ehre.« –
       »Verzeihen Sie ein weiteres Mal, Freund. Warum sind Sie einer von
       ihnen?« – »Ich bin einer von ihnen, wegen des Blutes und wegen der
       Ehre und um die Unwürdigen und die Verräter zu jagen.«

Sterben die Dialekte aus? Wer in Sizilien, Kampanien, Kalabrien die Verbrechen
der Mafia, Camorra und ’Ndràngheta bekämpft, muß der jeweiligen Mundar-
ten mächtig sein: beim Abhören von Telephongesprächen, bei Vernehmungen.
Nebenher bestätigt das meridionale Verbrechermilieu auf seine Weise die These
des Dialektologen Franco Brevini, im Verhältnis zur Hochsprache sei der Dia-
lekt oft die Sprache der Besiegten, der «sermo humilior«, kämen in ihm doch
die sozial niederen Schichten zu Wort.8 Kriminelle kommen zumeist von ganz
unten, schießen sich nach oben, rekrutieren Nachwuchs – die »picciotti – aus
dem Reservoir der perspektivlosen Slum-Jugend. Allerdings hat Brevini primär
andere » humiles« im Auge: die Landbevölkerung, die bei der Einigung Itali-
ens (1861/70) landesweit zu kurz kam, politisch, ökonomisch, auch sprachlich.

7 Il Canto di Malavita – La Musica della Mafia. Hamburg, Pias Recording GmbH, D 4703
  (Vertrieb: Connected). Vgl. Andreas Obst: Wissen, Schweigen, Blut und Ehre: Lieder der
  Mafia aus Kalabrien, in: FAZ 18.8.2000.
8 Vgl. Barbara Kleiner: Carlo Porta – poetta ambrosian 1775–1821, in: Zibaldone (wie Anm. 4),
  S. 25 ff., hier S. 28.
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Obwohl – ließe sich einwenden – bereits das nicht-kriminelle, höchstens amo-
ralische Völkchen, das schon im frühen 19. Jahrhundert durch die virulent kri-
tischen Verse des Mailänders Carlo Porta (1775–1821) und des Römers Giuseppe
Gioachino Belli (1791–1863) hastet, zu den »humiles« gehört. Italien ab 1861: ein
geeinter Staat ohne einheitliche Sprache. Die musste erst, unter im Durchschnitt
85 % Analphabeten, im neuen, aus dem Boden gestampften Schulwesen beige-
bracht werden: das nur von 2,5 % der Bevölkerung »beherrschte« Hochitalieni-
sche, die – so die Umschreibung – »lingua toscana in bocca romana«.9

1.3 Gefährdungen: im Faschismus und heute

Der schwierige, bis heute nicht abgeschlossene Prozess der Einigung nach der
zunächst nur militärisch und politisch erwirkten Unità: einer der Hauptgründe,
weshalb sich Regionalsprachen neben dem Hochitalienischen bis heute hielten.
Und zwar in einer auf dem Kontinent wohl einmaligen Varietät. Gefahren droh-
ten den Dialekten im zentralisierenden Faschismus, der die »malerba dialettale«
auszumerzen gedachte,10 im Alltag, im Schulunterricht, im literarischen Leben.
Was nicht verhindern konnte, dass das populärste Soldatenlied des Ventennio –
»Faccetta nera, bell’abissina« – von Mussolini auch aus rassistischen Gründen
verabscheut und bis heute ein Ohrwurm, ursprünglich im romanesco gesungen
wurde.11
    Massive Gefährdung droht heute aus anderen Gründen: durch die (zudem
triviale, fremdwortdurchsetzte) Einheitssprache der Medien, durch die Politik
der, besser: des Machthabers, dem daran liegt, dass die Programme der von ihm
kontrollierten Fernsehkanäle allgemeinverständlich bleiben. Ferner: Oft sind es
die Eltern, die ihre Dialektkenntnisse an die Kinder vorsätzlich nicht weiterge-
ben. Und an den Schulen geschieht – wie bereits erwähnt – wenig oder nichts.
Jugendliche, die nach dem Krieg sich beispielsweise noch auf Mailändisch oder
in Romanesco unterhielten (eine Realität, die sich Pier Paolo Pasolini in seinen
Romanen und einigen Filmen der 50er und 60er Jahre zunutze machte), spra-
chen schon ab den 70ern etwas anderes.12
    Lebendig vor allem in der Presse die von Umberto Bossi unfreiwillig ent-
fachte Frage: Was tun? Der Grundton ist eher skeptisch. Claudio Magris warnt
sarkastisch vor sprachlicher und literarischer Provinzialisierung.13 Andere ver-

9 Zum Problem insgesamt der Klassiker von Tullio De Mauro: Storia linguistica dell’Italia
   unita. Bari, Laterza 2005 [11963].
10 Vgl. Patrizia Dogliani, Art. Lingua/Dialetti, in: Dizionario del fascismo. A cura di Vittoria
   De Grazia e Sergio Luzzatto. Torino, Einaudi 2005, Bd. 2, S. 3 ff.
11 Vgl. Monika Kiffer: Mussolinis Africa-Feldzug im Spiegel von Literatur und Propaganda der
   Zeit. Bonn, Romanisticher Verlag 1988, S. 202 ff.
12 Vgl. Uwe Dietzel/Titus Heydenreich: Pier Paolo Pasolini als regionalsprachiger Autor und
   Dialektforscher, in: Zibaldone (wie Anm. 4), S. 53 ff., hier S. 61.
13 In einem Offenen Brief an die Unterrichtsministerin Gelmini: Dante e Verga? Non li voglio.
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weisen auf die irreversible und gutzuheißende Entwicklung des einheitlichen
Staates zu einer einheitlichen Sprache, auch in der Literatur. Ein weiteres Argu-
ment: Wenn schon Sprachenunterricht, dann verstärkt im Italienischen, dessen
Kenntnisse gleichfalls darniederlägen. Und im Englischen, zur besseren inter-
nationalen Positionierung.14 Dialekt als Schulfach würde, wie alles Erzwungene,
das Interesse nicht heben. Ferner: Sprache u n d Dialekte seien nun mal dem
Wandel unterworfen. Die nächsten Superstrate – so bereits ein Argument von
2004 – seien von Migranten Afrikas und Südosteuropas zu erwarten.15 Alledem
ließe sich prinzipiell entgegenhalten: Generelle Untätigkeit – wo und durch wen
auch immer – beschleunigt die Dedialektalisierung.

2 Dialektliteratur

2.1 Übersetzungen

Während Mundarten im Alltag zurückgehen, sprechen Sachkenner mit Grund
von einer Wiederbelebung der Dialekte im kulturellen Bereich: Religion, Lite-
ratur, Film, Musik … Frage: Inwiefern auch Religion? Antwort: Es gilt doch, zu
veranschaulichen, dass Dialekten ein Reichtum und vor allem: eine Würde inne-
wohnen, die sie befähigt, Dinge auszudrücken, die über Ortsgebundenes, Ober-
flächliches hinausgreifen. Schickte es sich aber – so lange Zeit die Frage – die
Heilige Schrift, also das Wort Gottes in andere Sprachen als den kanonisierten
zu übersetzen? Luthers Verdeutschung war seinerzeit aus päpstlicher Sicht ein
Skandal – und eine Pionierleistung auch in sprachlicher Hinsicht. Der bereits
erwähnte Giuseppe Gioachino Belli wiederum lehnte 1861 den Auftrag ab, das
Matthäus-Evangelium in Romanesco-Dialekt zu übersetzen. Romanesco, das
sei – und er mußte es wissen – »il più sconcio di tutti i volgari italici«.16 Was üb-

   Mi son di Trieste. Ministro, cambiamo i programmi: »El moroso de la nona« al posto di Dante,
   in: Corriere della Sera, 7.8.2009.
14 Paolo Salom De Mauro: »Ma l’italiano ha vinto. È un bene«, in: Corriere della Sera 1.3.2009. –
   Vittorio Messori: L’Italiano, una lingua democratica, in: Corriere della Sera, 19.8.2009. – Raf-
   faele Simone: Ristudiare l’italiano in: La Repubblica, 25.8.2009. – Stefania Giannini: Ma
   l’emergenza sono le lingue straniere, in: Corriere della Sera, 20.8.2009. – Luciano Canfora:
   Più dei dialetti, a scuola insegniamo le lingue nazionali, in: Corriere della Sera. 29. 9.2009.
15 Sergio Romano: Il dialetto nelle scuole, culto delle piccole patrie, in: Corriere della Sera,
   3.6.2009. – Carlo Petrini: Se la poesia della linguamaterna diventa una battaglia politica, in:
   La Repubblica, 25.8.2009 (»Pensare che lo studio delle parlate tradizionali possa essere im-
   posto per legge o con metodi coercitivi è un errore fatalmente destinato a rivelarsi contro-
   producente«). – Giuseppe Galasso: Dalla lingua che parleremo spunteranno i gerghi etnici; in:
   Corriere della Sera, 18.5.2004.
16 Vgl. Titus Heydenreich: »Versi e versacci a Botteghe Oscure«.Maurizio Ferraras engagierte
   Sonette im »più sconcio di tutti i volgari italici«, in: Text und Tradition. Gedenkschrift Eber-
   hard Leube. Hsg. Von Klaus Ley, Ludwig Schrader und Winfried Wehle. Frankfurt/M. u. a.,
   Peter Lang 1996, S. 163 ff., hier S. 174.
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 rigens bereits Dante befand: «ytalorum vulgarium omnium esse turpissimum«
 (De vulgari eloquentia, I,XI,2).17 Heute liegen längst schwungvolle romaneske
 Nachdichtungen vor,18 desgleichen die komplette Übersetzung der Evangelien
 ins Mailändische (1995, mit Vorwort des damaligen Kardinal-Erzbischofs Carlo
 Maria Martini),19 zu erwerben u. a. im Dom-shop.
     Übersetzen kann zudem Huldigung manifestieren. So meinte es Francesco
 Petrarca, als er eine Boccaccio-Novelle ins Lateinische übertrug. 1773 veröffent-
 lichte Domenico Balestrieri (1714–1780) in Mailand seine Gerusalemme Liberata,
 del Sig. Torquato Tasso, travestita in lingua milanese. 1860 kommt Dantes Inferno
 ebenfalls auf Mailändisch heraus, gesponsert von Cristoforo Candiani, einem
 vermögenden Baumwollproduzenten (cotoniere). Der Erlös ging an Giuseppe
 Garibaldi, der damit Gewehre (»un milione di fucili«) für seine Expedition nach
 Sizilien kaufen sollte oder konnte.20 Gian Gavino Irde, geb. 1938 und in Cagliari
 lebend, legte 2007 die Übersetzung der Gedichte von Salvatore Quasimodo vor
21und sitzt zur Zeit an der Übertragung von Gedichten Hans Magnus Enzens-
 bergers in sein »logudurese«.

2.2 Drehbücher

Die verstärkte Hinwendung zum Dialekt ab den 40er Jahren erklärt sich auch als
Trotzreaktion auf den dialektfeindlichen Faschismus, u. a. im neorealistischen
Roman und Film. Sizilien, Neapel, Rom werden u. a. bei Roberto Rossellini, Lu-
chino Visconti, Vittorio de Sica, in den Stücken Eduardo De Filippos nicht nur
um ihrer selbst willen in Szene gesetzt, sondern zugleich als Schauplätze poli-
tischer Haltungen und (erhoffter) Veränderungen nach dem Debakel der Dik-
tatur. Dasselbe gilt für Pasolinis Romane und ebenfalls Filme. Und man horcht
auf bei der Kunde, dass im Sommer 2009 gleich zwei Filme mit Dialekt-Dreh-
büchern herauskamen: Giuseppe Tornatores Baaría – sizilianisch mit italieni-
schen bzw. englischen Untertiteln –, die Geschichte dreier Generationen (30er
bis 80er Jahre) einer Familie in Bagheria bei Palermo. Ferner L’uomo che verrà.
Regie: Giorgio Diritti. Komplett in bologneser Dialekt. Nachgestaltet werden
hier die Vorgänge um den Massenmord von 771 Bewohnern des Appennin-
Dorfes Marzabotto durch die Wehrmacht im Herbst 1944.

17 Zitiert bei Kattenbusch a. a. O. (wie Anm. 5), S. 16.
18 Er Vangelo secondo San Marco. Traduzione in romanesco di Giorgio Roberti, prefazione di
   Padre Antonio Lisandrini. Roma, Grafiche Alfa Editrice 1974, 21976. Bartolomeo Tosetti: Er
   Vangelo seconno noantri. Prefazione di Raffaello Lavagna. Roma, Città Nuova Editrice 1978.
19 I quatter Vangeli de Mattee, March, Luca e Gioann in dialett milanes, tes italian a front. Mi-
   lano, Nuove Edizioni Duomo (N. E. D.)/Ancora Editrice 72002 [11995].
20 L’Inferno di Dante, esposto in dialetto milanese da Francesco Candiani [sc. Bruder von Cri-
   stoforo C.]. Milano, a spese di Cristoforo Candiani 1860. – Vgl. auch Alfio Caruso: E Gari-
   baldi risciacquò Dante nei Navigli, in: Corriere della Sera, 8.1.2004.
21 Salvatore Quasimodo: Edd est subitu sero. Tottu sas poesias. Traduzione di Gian Gavino Irde.
   Cagliari, AIPSA Edizioni 2007.
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2.3 Liederdichter

Kenner der Szene wissen, dass italienische Liederdichter (Cantautori) auch in ih-
ren Heimatdialekten sangen und singen: Fabrizio De André, Francesco De Grego-
ri, Francesco Guccini, Francesco Battiato und andere.22 Sie kamen bzw. kommen
damit auch außerhalb Genuas, Roms, Bolognas, Palermos an. Der neapolitani-
sche Europaparlamentarier Enzo Rivellini trug im September 2009 sein Plädoyer
für die Wiederwahl von Präsident José Barroso zum Teil auf Neapolitanisch vor.
Seine Begründung: »Il napolitano non è un semplice dialetto ma una lingua […].
Non voglio fare casino ma fare capire a tutta l’Europa i problemi del Sud.«23

2.4 Poesie

Der Reichtum des Dialekts, die Würde des Dialekts … Eine Antologie, 1986 in
den USA erschienen, trägt den Titel The Hidden Italy24, eben weil dieser As-
pekt der italienischen Kultur noch wenig Beachtung findet. Einzelausgaben der
Werke Carlo Portas, Bellis sowie die monumentale Anthologie von Francesco
Brevini (1999)25 haben daran wenig geändert.
    Dem romanesken Dichter Cesare Pascarella (1858–1940) kommt das Ver-
dienst zu, seinen Dialekt erstmals für »außerrömische« Themen eingesetzt und
somit landesweit salonfähig gemacht zu haben: durch Sonett-Zyklen wie La
scoperta de l’America (1894) bzw. Storia Nostra (1895 ff.). Storia Nostra, auf 350
Sonette angelegt, blieb unvollendet. Pascarella bemüht sich um den »sermo hu-
milior« auch hinsichtlich des Ambiente. In einer trattoria erzählt ein Allerwelts-
römer seinen Freunden Columbus’ Entdeckung aus seiner Sicht. In Storia Nostra
ist es der post- risorgimentale Patriot Pascarella, der die glanzvollen, mitunter
tragischen Phasen der Landesgeschichte – vom Römertum bis zur Unità – in all-
gemeinverständliche, unpretentiöse und doch mitunter ergreifende Verse gießt.26
    Pascarellas romanesk-außerrömische Leistung eignet sich als Übergang zur
abschließenden Erwähnung eines Textes, der nach meiner bescheidenen An-
sicht das Gewaltigste darstellt, was das sogenannte »verborgene Italien« im 20.

22 Erstinformationen in Giangilberto Monti/Veronica Di Pietro: Dizionario dei Cantautori. Mi-
   lano, Garzanti 2003.
23 N. N.: E il deputato interviene in napoletano, in: Corriere della Sera,17.9.2009. – Über Um-
   berto Bossis lombardische Jugendgedichte Robert Tanzmeister: Umberto Bossi: (nord)italie-
   nischer Politiker und lombardischer Dialektdichter, in: Zibaldone a. a. O. (wie Anm. 4), S. 73 ff.
24 HermannW. Haller: The Hidden Italy. A Bilingual Edition of Italian Dialect Poetry. Detroit,
   Wayne State University Press 1986.
25 Franco Brevini (a cura di): La poesia in dialetto. Storia e testi dalle origini al Novecento. 3 Bde.
   Milano, Mondadori 1999 (I Meridiani).
26 Cesare Pascarella: I Sonetti. Storia Nostra. Le Prose. A cura dell’Accademia dei Lincei. Prefa-
   zione di Emilio Cecchi. Milano, Mondadori 1974 [11955], S. 89 ff. und 165 ff. Vgl. auch Titus
   Heydenreich: Columbus in Rom. Der Sonett-Zyklus »La Scoperta de l’America« (1894) von
   Cesare Pascarella, in: T. H. (Hg.): Columbus zwischen zwei Welten. Historische und lite-
   rarische Wertungen aus fünf Jahrhunderten. Frankfurt/M., Vervuert 1992 (Lateinamerika-
   Studien Bd. 30), S. 649 ff.
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Jahrhundert hervorgebracht hat. Es handelt sich um ein Epos, geschrieben in
Romanesco und gegossen in jene Stanzen, die in Italien durch Ariost und Tasso
Höhepunkte erklommen hatten und in der Volksdichtung bis in das 20. Jahr-
hundert hinein überlebten. Aberhunderte von Stanzen für zehntausend Verse,
auf elf Gesänge verteilt.
    Gemeint sind Li romani in Russia, in den 70er Jahren entstanden, 1988 mit
Vorwort von Tullio De Mauro erschienen, neu herausgekommen 2008. Der
Verfasser: Elia Marcelli (1915–1998). Marcelli gehörte zu den wenigen Heim-
kehrern von jenem Feldzug (1941–1943), zu dem Mussolini aus purem politi-
schem Ehrgeiz 240.000 Soldaten (zudem miserabel ausgerüstet) an der Seite der
Wehrmacht gezwungen hatte. Vier Fünftel hatten die Kämpfe, die Strapazen des
Rückzugs bzw. der Gefangenschaft in Stalins Lagern nicht überlebt.
    Kein Heldenepos. Ein Epos ohne Helden, über von unten erlittene Geschich-
te. Fünf Freunde, einfache Männer aus dem Volk, werden gemeinsam eingezo-
gen, in die Kämpfe verstrickt, sterben nacheinander auf dem Schlachtfeld und
beim Rückzug – bis auf einen, den Ich-Erzähler. Mit Rücksicht auf das grau-
same allgemeine Schicksal der Armata Italiana in Russia (ARMIR), verzichtet
der Autor auf das happy ending der eigenen Heimkehr. Er wählt einen tragisch
offenen Schluss. Nachdem auch Giggi erschöpft zusammenbricht, mündet der
lange, lange Text in einen verzweifelten, haltlos zornigen Aufschrei eines Hiobs
unserer Zeit. Ein letzter Beleg für die passionelle Wucht eines italienischen Di-
alekts, im vorliegenden Fall des Romanesco:

       Quanno la mano je cascò sur ghiaccio,
       »A Gi’, me senti?! – urlavo disperato –
       Assassini! – strillai – Ma pe’ Cristaccio,
       sei nato ieri, e già t’hanno ammazzato!…«
       Poi je copersi el viso co’no straccio,
       e solo, in quell’inferno sconfinato
       pieno de morti senza sepoltura,
       seguitai a camminà pe la pianura.

       (Als ihm die Hand auf den vereisten Boden sank, / rief ich verzwei-
       felt: »Giggi, kannst du mich hören? / Ihr Mörder – schrie ich – Ges-
       tern erst geboren, und schon töten sie dich!…« / Dann bedeckte
       ich sein Gesicht mit einem Fetzen Tuch, / und völlig allein in jener
       grenzenlosen Hölle, / übersät mit unbegrabenen Leichen, / schritt
       ich weiter in die unendliche Ebene).27

27 Elia Marcelli: Li Romani in Russia, a cura di Marcello Teodorio, presentazione di Tullio Mau-
   ro. Roma, Il cubo 2008 [11988], S. 300. Vgl. Titus Heydenreich: Romanesco am Don. Elia Mar-
   cellis Epos über die Alpini im Rußland-Feldzug 1941–1943, in: Zibaldone a. a. O. (wie Anm. 4),
Heydenreich: Dialekte im heutigen Italien                                                   122
3 Rückblick und Schluss
Rückblickend wäre es unziemlich, wenn als Ton-Dokument allein die Mafia Stim-
men geliefert hätte. Hören wir daher abschließend ein Sonett von Belli, vorgetra-
gen 1984 während eines Kongresses in Rom. Zeitgebunden nur durch die Ent-
stehung, 1832, in der Thematik hingegen zeitlos. Es greift das seit dem Mittelalter
gegenwärtige Motiv des »media in vita in morte sumus« auf28 im Bild des Toten-
kopfes, das von Geburt an jeder Lebende unter der Haut mit sich herumträgt:

       Er cimiterio de la morte

       Come tornai de la Madon-dell’Orto
       Co quer pizzicarolo de la cesta,
       agnede poi cor mannataro storto
       ar Cimiterio suo che c’è la festa.

       Ner guardà queli schertri io me sò accorto
       D’una gran cosa, e sta gran cosa è questa:
       che l’omo vivo come l’omo morto
       ha una testa de morto in de la testa.

       E ho scoperto accusí che o belli, o brutti,
       o préncipi, o vassalli, o monsignori,
       sta testa che dich’io ce l’hanno tutti.

       Dunque, ar monno, e li boni e li cattivi
       Li matti, li somari e li dottori
       So stati morti prima d’èsse vivi.

                                   Roma, 10 dicembre 1832

       Der Friedhof vom guten Tod

       Ich war morgens aus der Kirche gekommen,
       Wo Krämer und Marktleute immer hingehen,
       Und ging diesen Friedhof des Todes anseh’n,
       Das hatt’ ich mir schon lange vorgenommen.
   S. 90 ff. – Mehrere Aufsätze über Marcelli in: il 996. Rivista del Centro Studi Giuseppe Gioa-
   chino Belli, anno VII, numero 2–3, maggio-dicembre 2009. – Über die historischen Vorgänge
   Thomas Schlemmer: Die Italiener an der Ostfront 1942/43, Dokumente zu Mussolinis Krieg
   gegen die Sowjetunion. Hgg. und eingeleitet von […]. München, Oldenbourg 2005.
28 Vgl. u. a. Evangelisches Kirchengesangbuch Ausgabe für die Evangelisch-Lutherische Landes-
   kirchen Schleswig-Holstein-Lauenburg, Hamburg, Lübeck und Eutin, Hamburg, Friedrich
   Wittig 1956, S. 309 f. (Luther-Übs. 1524).
Heydenreich: Dialekte im heutigen Italien                                                  123

       Ja, da staunt man und fragt nach des Lebens Sinn:
       Vor all den Skeletten hab ich festgestellt,
       ob lebend, ob tot, jeder Mensch auf der Welt
       hat ’nen Totenschädel in seinem Kopf drin.

       Ob’s der Reiche ist oder der arme Tropf,
       Der Monsignore, der Fürst, seine Diener,
       Sie haben alle nur diesen Kopf im Kopf.

       Daraus kann sich doch nur eines ergeben:
       Gut und bös’, Doktor, Esel, Kapuziner,
       Sie war’n schon mal tot, und zwar vor dem Leben.29

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29 Aus: Giuseppe Gioachino Belli: Die Wahrheit packt dich … Eine Auswahl seiner frechen und
   frommen Verse, […] übertragen von Otto Ernst Rock. München, Heimeran 1978, S. 77. – Die
   Rezitation aus der Cassette G. G. Belli: Sonetti romaneschi, letti da Gianni Bonagura, Anna
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Kurzvorstellung des Autors

Prof. em. Dr. Titus Heydenreich, geb. 1936 in Hamburg. Studium der Romanis-
tik und Germanistik. 1965 Promotion an der FU Berlin. 1972 Habilitation an der
Universität Köln. O. Prof. für Romanische Literaturwissenschaft an der Univer-
sität Erlangen-Nürnberg. Forschungen und Publikationen hauptsächlich in den
Literaturen Spaniens, Lateinamerikas und Italiens des 17. bis 20. Jahrhunderts.
Gründer (1986) und Mitherausgeber von Zibaldone. Zeitschrift für italienische
Kultur der Gegenwart.

Zitiervorschlag

Heydenreich, Titus (2010): »Polemik und Poesie. Fall und Aufstieg der Dialekte
im heutigen Italien«. In: Munske, Horst Haider (Hrsg.): Dialektliteratur heute –
regional und international. Forschungskolloquium am Interdisziplinären Zentrum
für Dialektforschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,
19.11.2009–20.11.2009. , aufgerufen am [Datum].
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