PRESSE August 2021 - PV Austria
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3. August 2021, Kronen Zeitung Steiermark
Druckausgabe Kronen Zeitung Steiermark
www.observer.at
Graz, am 03.08.2021, 365x/Jahr, Seite: 21
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Auftr.: 4949, Clip: 13735804, SB: Paierl Herbert
GASTKOMMENTAR
M AR
HERBERT PAIERL
Vorstandsvorsitzender
Foto: Privat
PV Austria, ehemaligerr
Landesrat (ÖVP)
Polit-Protestt mit
Glaubwürdigkeit
Die grenznahen Atomkraft-
werke und ihr Bedrohungs-
potenzial für die seit der
Volksabstimmung im Jahr
1986 „atomstromfreien“
Österreicher sind fixer Be-
standteil der heimischen
Protestpolitik.
Die Aufgeregtesten sind
im Moment die Steirer we-
gen Krško. Der Herr LH will
sogar nach Ljubljana fah-
ren, um mit dem sloweni-
schen Minister zu reden –
na bumm. Er wird dabei
nicht berichten können,
dass in der Steiermark der
Strom „grün“ ist, denn
durch das Abstellen der ka-
lorischen „Stinker“ werden
nicht einmal mehr 50 Pro-
zent des Stromverbrauchs
im Land sauber produziert.
Durch lahme Genehmi-
gungsverfahren und Ver-
hinderungspolitik sinnvol-
ler eigener Energie und In-
frastrukturprojekte muss
immer mehr „Graustrom“
(Kohle, Atom) importiert
werden. Die aus dem öf-
fentlichen Netz geladenen
E-Automobile fahren auf
steirischen Straßen mehr-
heitlich als kohle- und
atomgetriebene Vehikel.
Covid ist schlimm, aber
bei genug Impfeinsicht be-
wältigbar und die Gefahr
eines Kollapses im Spitals-
system gebannt. In der Be-
kämpfung der Klima- und
Umweltkrise schaut es da-
gegen trist aus – da domi-
nieren Schlagzeilen bei den
Zielen und peinliche Hand-
lungsohnmacht auf der
Maßnahmenebene. Massi-
ve Unwetter lassen die Fra-
ge nach den Verursachern
und Verantwortlichen für
Leid und Schaden immer
lauter werden.
Mit politischem Protest
beim Nachbarn hat nur der
Erfolg, der durch eigenes
Handeln zu Hause glaub-
würdig ist.
Zum eigenen Gebrauch nach §42a UrhG. Digitale Nutzung gem PDN-Vertrag des VÖZ voez.at.4. August 2021, der Pflanzenarzt Der Pflanzenarzt
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Druckausgabe Fachzeitschrift f. Pflanzenschutz, Vorratsschutz u. Pflanzenernährung
Leopoldsdorf, im August 2021, Nr: 8, 8x/Jahr, Seite: 21,22,23,2
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Auftr.: 4949, Clip: 13739627, SB: Photovoltaik Austria
Moglichkeiten und Grenzen der
Photovoltaik in der Landwirtschaft C.,
Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, miissen wir die Umstellung der Energieerzeugung,
u. a. auch zur Photovoltaik (PV) vorantreiben. Kontrovers diskutierte Themen in diesem
Zusammenhang sind die Flachenverfiigbarkeit, der Bodenverbrauch und der Schutz des
Landschaftsbilds und der Umwelt. Daneben muss sichergestellt werden, dass geniigend Flache
bleibt, urn die Ernahrungssicherheit nicht zu gefahrden.
Text: Edith Kaiser
u diesem aktuellen Thema organisierte das „Netz- Wasserkraft (v. a. durch Revitalisierung) ergeben. Bisher
werk Zukunftsraum Land" Ende Mai eine Veranstal- (2019) wurden 55,6 TWh aus erneuerbarer Energie er-
tung mit Referenten aus Osterreich und Deutschland. Ober zeugt, d. h. die Erzeugung muss urn 50% gesteigert werden
die wichtigsten Elemente des Erneuerbaren-Ausbau- um das Ziel zu erreichen.
Gesetzes (EAG) referierte Marie-Theres Thoni, Leiterin der
Abteilung Erneuerbare Energie und Strom, vom BM far NE'! WI EAG
Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilitat, Innovation und Urn diese starke Steigerung der Windenergie und Photo-
Technologie. voltaik zu erreichen, auch im Einklang mit der Bevolkerung
Die Klima- und Energieziele bis 2030 sind mit der Ab- und der Umwelt, wurde das Okostromfordersystem neu
sicht in Osterreich, die Stromversorgung zu 100% aus er- gestaltet.
neuerbaren Energien zu bestreiten (ausgeglichenen Saldo Die Griindung von Energiegemeinschaften wird moglich,
beim Austausch mit dem Stromnetz) sehr ambitioniert. was v. a. in der Photovoltaik genutzt werden wird. Energie-
Das EAG soil daftir den rechtlichen Rahmen schaffen und gemeinschaften sollen die dezentrale Versorgung fordern
Investitionssicherheit fur Anlagenbetreibergewahrleisten. Ein und die Burger starker an der Energiewende teilhaben
weiteres groves Ziel ist, dass Osterreich bis 2040 klimaneutral lassen und dadurch die Akzeptanz starken.
werden soil (zehn jahre vor der Europaischen Union). Ebenfalls sind regulatorische Freiraume (Sandboxes)
Bis 2030 mochte man eine Steigerung der erneuerbaren fur Forschungs- und Demonstrationsprojekte vorgesehen.
Energieformen urn 27 TWh. Dieser Zuwachs soil auf ver- Hier sollen Innovationen ausprobiert werden konnen.
schiedene erneuerbare Energieformen aufgeteilt werden Drittes Element ist der integrierte osterreichische Netz-
und sich aus einer Steigerung von 11TWh bei der Photo- infrastrukturplan (urn benotigte Infrastruktur zu identi-
voltaik, 10 TWh Windkraft, 1TWh Biomasse und 5 TWh fizieren), der sowohl auf der Strom- als auch auf der Gas-
seite eine Zusammenschau der Sektoren schaffen soil.
Die Netzreserve zur Gewahrleistung der Versorgungs-
sicherheit ist bereits seit 1.1.2021 in Kraft.
Das funfte Element ist die Schnittstelle zum griinen Gas,
Abb. 1: Agrophotovoltaik-Pilotanlage-Heggelbach fur die Umriistung von Biogasanlagen und far die Errich-
tung von Elektrolyseanlagen.
Im neuen EAG wird es folgende Fordersystematik geben:
Die Investitionsforderung, bei der em n Betrag pro instal-
lierter Leistung gefordert wird (fur Agrarphotovoltaik in-
teressant) und die zweite Schiene, die Marktpramie.
INVESTITIONSFORDERUNG:
PHOTOVOLTAIK UND SPEICHER
Es sollen Anreize geschaffen werden, dass Photovoltaik
auf schon verbauter Flachen errichtet wird:
auf oder an Gebauden/baulichen Anlagen (das 1-Mio-
Dacherprogramm),
auf befestigten Flachen, Eisenbahnanlagen, Deponien,
Abfallentsorgungsanlagen,
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Reduktion der Fordermittel, wenn 1 Mrd. im 3-jahrigen
Mittel itherschritten wird). Die erste Evaluierung des
neuen Systems erfolgt nach zwei Jahren.
NACHSTE SCHRITTE IM EAG
Ein internationales Projektkonsortium mit der TU Wien,
dem AIT (Austrian Institute of Technology) und dem
Fraunhofer Institut wurde beauftragt, mittels eines
Fotoe: ile rschutzkonform.at
Gutachtens die Entscheidungsgrundlagen fill- die Verord-
nungen aufzuzeigen. Es werden die aktuellen Gestehungs-
kosten der einzelnen Technologien ermittelt um die
Fordersatze fur die Investitionsforderungen, und die Ge-
botshochstpreise bei den Ausschreibungen festzulegen.
Abb. 2: Hiihner nutzen den Schatten und Schutz der PV-Paneele. AUSWIRKUNGEN DES BAUS VON PV-ANLAGEN AUF
AGRARSTRUKTUR UND BODENMARKT
>- auf landwirtschaftlich genutzten Flachen/GrOnland Jobst Jungehtilsing vom deutschen Bundesministerium
(daftir ist ab 100 kWpeak eine Umwidmung der Lander fur Ernahrung und Landwirtschaft erlauterte die Situation
notig), in Deutschland. Auch dort gibt es sehr ambitionierte Kli-
Es wird vier Forderkategorien geben. Als em n wesentli- maziele: Man will Treibhausgasneutralitat bis 2045 errei-
ches Merkmal, urn auf die Flachennutzungsdiskussion ein- chen (Braunkohlekraftwerke werden 2038 abgeschaltet),
zugehen, wird es Zu- und Abschlage abhangig vom Standort man will eine Kreislaufwirtschaft beim Flachenschutz his
geben (Abschlage für Freiflachen, die per Verordnung (VO) 2050 erreichen. Dabei stellt sich die Frage eines Zielkon-
festgelegt werden, dzt. bei 25 %). Dagegen gibt es Zuschlage flikts. Das deutsche Erneuerbarengesetz ist im vorigen
fOr besonders innovative Projekte und gebaudeintegrierte Winter novelliert worden. Fur die Errichtung von Freifla-
Anlagen per VO. Bei diesen innovativen Zuschlagen kOnn- chen-Photovoltaikanlagen stehen zwei Flachenkulissen
ten Agri-PV-Projekte zum Zug kommen (Doppelnutzun- zur Verfiigung:
gen). Die Investitionsschiene ist mit 60 Mio. Euro dotiert. Die Randflachen neben Autobahnen und Fernstragen
(es wurde eine Erweiterung von 110 auf 200 m beschlos-
DIE ZWEITE SCHIENE DER FORDERSYSTEMS sen, das sind 994.980 ha Acker- und Griinlandflachen) und
1ST DIE MARKTPRAMIE >- die benachteiligten Gebiete (9 Mio. ha Acker und GrOn-
Bisher haben Anlagenbetreiber einen fixen Einspeise- landflachen)
tarif (flir 13 bzw. 15 Jahre) ausbezahlt bekommen, unab- Wenn man die Ausschreibungsverfahren bis 2028 mit
hangig von Nachfrage und Marktpreis. Beim neuen System, 13.500 MW ansetzt, werden einschliefglich Ausgleichs- und
der gleitenden Marktpramie, wird fur 20 Jahre die Diffe- Ersatzmafgnahmen 25.500 ha Agrarflache benotigt.
renz zwischen dem anzulegenden Wert und dem monatlich Die Aufteilung der Flachen in Deutschland sieht so aus:
schwankenden Referenzmarktwert bei der Photovoltaik 50 % landwirtschaftliche Flache, 30 % Wald, 14% Sied-
ausgezahlt. Der Anlagenbetreiber muss semen Strom sel- lungs- und Verkehrsflache. Die landwirtschaftliche Flache
ber vermarkten. Das Ministerium wird den anzulegenden sinkt standig, so sank sie beispielsweise von 54,7 % (1992)
Wert verordnen (administrativ festlegen). Auf diesen auf 50,8% (2018), das entspricht einem Verlust von Agrar-
konnen sich die Betreiber in einer Ausschreibung bewer- flachen von 1,35 Mio. ha seit 1992. Zugenommen hat v. a.
ben. Die F6rderung bei der Marktpramie erfolgt ahnlich
wie bei der Investitionsforderung. Das Minis-
terium wird jahrlich 700 MWp ausschreiben.
Mittelaufbringung und Monitoring im Abb. 3: Solarzaun als Einfriedung
neuen EAG soil in der bisherigen Struktur
fortgeflihrt werden. Es wird eine Erneuerbar-
enpauschale (verbrauchsunabhangig) und
einen verbrauchsabhangigen Erneuerbaren-
forderbeitrag auf der Stromrechnung geben.
Es wird auch wieder Entlastungsmechanis-
men fill- Haushalte mit niedrigem Einkommen
(GIS-Befreiung) und neu eine Sonderregelung
für Saisonbetriebe geben.
Dem Ministerium ist es wichtig klare und
verbindliche Investitionsbedingungen und
Kostentransparenz für das FOrdervolumen
2021-2050 zu schaffen.
Vorgesehen im EAG ist auch em n Kosten-
transparenz-Mechanismus: Der National-
rats-Hauptausschuss entscheidet Ober die
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die Siedlungs- und Verkehrsflache und die Forstflache.
Finanzmarkte haben immer mehr Einfluss auf Agrarim-
mobilien. Die Niedrigzinspolitik der Europaischen Zentral-
bank fahrt dazu, dass liquide Mittel vorhanden sind, die in
den Immobilienmarkt investiert werden und Folgen fill- die
Preise von Agrarflachen haben.
Vom Zubau der Photovoltaik in Deutschland befinden
sich rund 30% auf Freiflachen, der Rest auf Dachern etc.
Es gibt in Deutschland auch das Phanomen, dass Photo-
voltaik-Freiflachen-Anlagen (PV-FF-Anlagen) errichtet
Foto0: EnBW/Langrok
werden, ohne Forderung des EEG beispielsweise der Solar-
park Weesow-Willmersdorf, eine PV-Anlage in Branden-
burg, mit 187 MW auf 164 ha (s. Abb. 4). Das fiihrt vermehrt
zu der Diskussion, wie sich solche Anlagen mit dem Land-
schaftsbild vereinbaren lassen, Befurchtungen werden Abb. 4: Der Solarpark Weesow-Willmersdorf in Brandenburg, eine
laut, dass landwirtschaftliche Flachen verloren gehen. Seit Freiflachenanlage fiber 164 ha, erzeugt 187 MW Stom.
2005 bis heute stagniert die Produktivitat in der Land-
wirtschaft. Dagegen stiegen die Pachtpreise urn 140 %, die
Kaufpreise erh6hten sich sogar urn 204% im selben Zeit- werden, die in den letzten 30 Jahren (1992-2020) versie-
raum. Dadurch werden Pacht oder Kauf von Baden fur die gelt wurde (951.000 ha).
landwirtschaftliche Nutzung immer unerschwinglicher. Ein weiterer Aspekt ist die Effizienz der unterschiedli-
chen erneuerbaren Energietrager in Bezug auf den Faktor
AUSWIRKUNG VON PV-FREIFLACHENANLAGEN AUF DIE Boden. Eine Windanlage braucht fib- die Erzeugung der
AGRARSTRUKTUR UND DIE ERNAHRUNGSSICHERHEIT gleichen Energiemenge (20.000 MWh) 1 ha Flache, eine
Weltweit gehen durch Degradation (Anderung der Er- PV-Anlage 48 ha. Insgesamt werden die Projekte auch zu
tragsfahigkeit der Baden durch den Klimawandel) und 90 c/o nicht von Landwirten durchgefiihrt (grogteils von
Bebauung zehn Millionen Hektar Ackerflache pro Jahr Energieversorgern).
verloren. Die Konkurrenz der PV-FF-Anlagen bedeutet fur
die Landwirte eine Konkurrenz um Flachen.
Beispiel: Bei einer mittleren Fruchtfolge kann eine
Grundrente (das was iiberbleibt, wenn alle Kostenfaktoren
bezahlt sind und was zur „Entlohnung" des Faktors Boden
itherbleibt) von 495 Euro/ha erwirtschaftet werden.
Dagegen mit PV-FF-Anlagen kann eine Grundrente von
1.000 bis 10.000 Euro/ha abhangig vom Standort und den
Forderungen erwirtschaftet werden. Damit wird deutlich,
dass die Landwirtschaft keine Chancen gegenilber den
Angeboten der PV-Projektierer (Verpachter verdienen emn
Vielfaches wenn sie an PV-Investoren verpachten) hat.
Dadurch verlieren auf die Dauer Pachter Betriebsflachen und
Junglandwirte konnen die Flachenkosten nicht zahlen.
ZWISCHENFAZIT
Die EEG-Vergutung (F6rderung) hat in Deutschland fiir
den Neubau von PV-Anlagen keine Relevanz mehr. Die
grogen Flachenzubauten werden ohne EEG-Vergiftung
gebaut. Der dauerhafte Verlust von Agrarflachen (umge-
widmet) gefahrdet das Ernahrungsziel und das Nachhal-
tigkeitsziel beim Flachenschutz. Die Landwirtschaft als
Wirtschaftszweig hat beim Wettbewerb um Pachtflachen
gegentiber PV-Projektierern keine Chance.
Als Alternativen zu den PV-FF-Anlagen kamen die Dach-
flachen auf Baumarkten, landwirtschaftlichen Gebauden,
Parkplatzen, etc. in Frage. Das Ausbauziel bis 2028 betragt
17.500 ha. Die Versiegelung wird auch 2021 wieder
18.980 ha betragen. Das heiSt wenn man eine Auflage zum
PV-Bau auf die neu umgewidmeten Siedlungs- und Ver-
kehrsflachen erlassen wUrde, hatte Deutschland das Ziel
bis 2028 schon in diesem Jahr erreicht! Das zeigt, dass man
eigentlich die Agrarflachen nicht far die PV braucht. Als
weiteres Reservoir k6nnte die Flache mit PV bestiickt
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Seite: 3/5Der Pflanzenarzt
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Weitere Alternativen zu PV-FF-Anlagen sind die Nutzung
von vorhandener Wohn-, Gewerbe- und Infrastrukturfla-
che, die Nutzung von neu umgewidmeter Wohn-, Gewerbe-,
und Infrastrukturflache, von Windenergie in der Agrar-
landschaft und von Agri-Photovoltaik.
Die kfinftige Umwandlung von Agrarflache in PV-Fla-
chen erfolgt marktgetrieben, nicht mehr durch Forderung.
PV-FF-Anlagen verscharfen die Nutzungskonkurrenz und
sind ffir die Energiewende fiberfliissig, augerdem sind sie
ineffizient in Bezug auf die Nutzung des Faktors Boden im
Vergleich zur Windkraft. Unter dem Gesichtspunkt, dass
die Produktivitat der landwirtschaftlichen Flachen immer
mehr zuriickgehen wird, ist es nicht sinnvoll im grogen Stil
PV-FF-Anlagen zu planen (Marktversagen!).
UMGESETZTE AGRO-PV ANLAGEN IN DEUTSCHLAND Abb. 5: Die Agri-PV-Obstbauanlage in Gelsdorf ersetzt Hagelschutz-
Jana Kalmbach vom Fraunhofer-Institut far Solare Ener- einrichtungen mit PV-Anlagen.
giesysteme pasentierte schon realisierte Beispiele far Ag-
rar-Photovoltaik in Deutschland. Urn genau zu definieren,
was Agri-PV eigentlich ist, hat das Fraunhofer Institut eine gleich der Kulturen haben bei drei Kulturen ergeben, dass
DIN SPEC eingeleitet und Agri-PV wurde ofiziell definiert. man im Jahr 2017 15-18% weniger Ertrag unter der PV-
So gibt es beipielsweise fiberkopf-PV-Anlagen (Aufstan- Anlage als auf der Kontrollflache gleich daneben erzielen
derung mit lichter Höhe, Anlage mind. 2,1 m fiber dem Bo- konnte. Dagegen hatten im Dfirrejahr 2018 drei Kulturen
den) oder bodennahe Aufstanderungen (vertikale Anlagen, 3-11% mehr Ertrag als die Referenzflachen daneben. Die
fixe bodennahe Anlage mit Flachen die nicht landwirt- Ertrage sind stark abhangig vom Wetter. PV-Anlagen wa-
schaftlich genutzt werden 'carmen, allerdings Biodiversi- ren in trockenen Gebieten durchaus eine Methode die Er-
tatsflachen moglich machen). trage durch Beschattung etc. zu steigern. Zusatzlich kommt
Der landwirtschaftliche Nutzen steht bei Agri-Photovol- dann noch die Stromproduktion zum Ertrag hinzu.
taik im Vordergrund (Ertrag mindestens 66% des Refe- Insgesamt kam es zu einer Steigerung der Landnut-
renzfeldes), der Verlust der Flache nach der Installation zungseffizienz auf 186% (durchschnittliche Steigerung
darf max. 10 % bzw. 15% betragen, Bodenerosion soli zwischen 60 und 90% in Deutschland moglich).
verhindert werden und der Abbau soli ohne grogere Bo- Die Hofgemeinschaft hat 40 % des Stroms selbst genutzt,
denschaden und Reste des Fundaments moglich sein. plant in Zukunft die Errichtung eines Stromspeichers (bis
Das Ziel soil eine homogene Lichtverteilung sein, wobei zu 70 % Eigennutzen erwartet), geplant ist auch die Elekt-
die Aufstanderung und Modulart entscheidend ist. Je nach rifizierung der Landmaschinen.
Beschattung muss die Kultur gewahlt werden, der Strom-
FORSCHUNGSPROJEKT APV-OBSTBAU,
ertrag kann durch Trackingsysteme erhoht werden (die
AUFGESTANDERTE MODULE IM OBSTBAU IN GELSDORF
Module sind beweglich und folgen der Sonne). Im Notfall,
wenn die Kultur viel Licht braucht, kann man die Module Im Obstbau (Wein-, Apfel- und Salatanbau) 'carmen PV-
auch wegklappen. PV soil den landwirtschaftlichen Be- Anlagen Schutzkonstruktionen gegen Hagel, Frost und
trieb nicht zu stark einschranken. Sonnenbrand ersetzen (s. Abb. 5). Die Lichttransmission
(Lichtdurchlassigkeit) ist wichtig und liegt bei ca. 70 %,
WASSERMANAGEMENT UND RAINWATER HARVESTING
gebaut wurde im Friihjahr 2021, Ertragsergebnisse stehen
Unter den PV-Anlagen ist die Verdunstung geringer, der noch aus. Zwischen den Obstbaumreihen 'carmen die land-
Boden ist feuchter. Durch das Schragstellen der Module wirtschaftlichen Gerate fahren, da die Stfitzen mittig in
rinnt das Regenwasser vermehrt hinunter und erzeugt den Reihen angebracht sind und auf die Breite der Gerate
Erosion, Ziel ist es Abtropfkanten zu verhindern, das Was- Rficksicht genommen wurde.
ser zu sammeln und zum Bewassern zu verwenden.
GEWACHSHAUS MIT SONDERKULTUREN IN
VIER SCHON IN BETRIEB STEHENDE BOREN-STEINHAUSEN IN WESTFALEN
AGRI-PV-PROJEKTE Dort findet Obstbau im Gewachshaus statt, anstelle von
FORSCHUNGSPROJEKT APV-RESOLA, DER
Dachplatten aus Glas sind PV-Paneelen angebracht. Die
HOFGEMEINSCHAFT HEGGELBACH, BODENSEEKREIS
Anlage wurde im vorigen Jahr gebaut, gepflanzt wurden in
Dammkulturen Heidelbeeren, Himbeeren aber auch Apfel-
Die Anlage wurde 2016 gebaut, sie ist 25 m breit, 136 m baume und Weintrauben.
lang, 0,33 ha grog, die Module sind auf 8 m Halle aufgestan-
VERTIKALE AGRI-PV-ANLAGE, EPPELBORN IM SAARLAND
dert, die Durchfahrtshohe betragt 5m, die Leistung ist
194 kWp (damit kann man 62 vierkopfige Haushalte mit Auf 7 ha wird 2,5 MWp Strom (ffir 700 Haushalte, s.
Strom versorgen, s. Abb. 1 und Titelfoto). Abb. 6) durch bifaziale Module erzeugt. Diese Paneele ab-
Untersuchte Kulturarten sind Kleegras, Sellerie, Kartof- sorbieren auf der Vorder- und der Rfickseite Strom. Durch
feln und Winterweizen. Versuchsergebnisse beim Ver- die Ost-West-Ausrichtung hat man die hochste Strompro-
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PV-Anlagen werden in einer Reihe von Landes-Bauordnun-
gen, im ELWOG (Elektrizitaswirtschafts- und organisa-
tionsgesetz), in Landes-Raumplanungsgesetzen (zusatz-
lich noch Leitfaden in der Stmk, NO, Bgld), in
Landes-Naturschutzgesetzen und anderen festgelegt. Da-
rum erscheint die Moglichkeit der Doppelnutzung der
vorhandenen landwirtschaftlichen Flachen erstrebens-
wert.
VERWIRKLICHTE PROJEKTE IN OSTERREICH
GLASHAUSINTEGRATION
In einem Forschungsprojekt der BOKU Wien wurden
PV-Anlagen auf zwei Glashausern der LGV Sonnengemilse
angebracht. Das Projekt wurde mit Modulen in Leichtbau-
Abb. 6: Traldor bei Maharbeiten zwischen den bifazialen und vertika- weise durchgefahrt. Ergebnisse werden im Laufe des Jah-
len Modulen in Eppelborn-Dirmingen.
res erwartet.
KOMBINATION PV UND ACKERBAU
duktion Vormittags und Nachmittags (giinstig fiir den
Wettbewerb, weil normale PV-Anlagen den meisten Strom Die groge PV-Anlage in Osterreich ist die Anlage der
zu Mittag erzeugen). Geeignet sind solche vertikalen An- Wien Energie, Schafflerhofstrage im Nordosten von Wien.
lagen fiir Griinland-, Weidewirtschaft und auch den Acker- Zwei verschiedene Montagesysteme wurden gebaut und
bau, sie konnen als Windbrecher oder auch als Zaun fungie- werden in den nachsten Monaten getestet:
ren. PV-Zaun (bifazial) mit Ackerbau; vertikal montierte
Module, 30m Lange, 160 kWp, 10 m Reihenabstand, da-
BEREITS UMGESETZTE PV-ANLAGEN IN OSTERREICH zwischen Ackerbau. Die Anlage ist seit 2019 in Betrieb und
Vera Immitzer vom Verband Photovoltaik Austria fiihrte es wurden schon Kartoffeln und Sommergerste dank
aus, dass als Beitrag zur Stromwende die Photovoltaik in Windschutz und Beschatttung mit leicht erhohten Ertra-
Osterreich in zehn Jahren urn 11TWh ausgebaut werden gen kultiviert.
soli, das ist das 6-fache der aktuellen Leistung. Urn den )- Die Standardanlage, Doppelnutzung mit Beweidung von
PV-Zubau zu veranschaulichen: Far den erforderlichen 150 Jura-Schafen. Die Gesamtleistung beider Anlagen be-
Ausbau bis 2030, muss ab jetzt jedes Jahr etwa soviel zu- tragt 11,5 MWp, Monitoring der Ernteertrage erfolgt ge-
gebaut werden, wie der Zuwachs der letzten vier Jahre. meinsam mit der BOKU.
Zuerst soli freilich das PV-Potenzial im Gebaudesektor
BELIEBTE KOMBINATION VON PV UND HOHNERN
auf den Dachern genutzt werden. Laut einer Studie von
Hubert Fechner, FH Technikum Wien, von vor einem Jahr In Salzburg wurde 2019 eine PV-Anlage mit bifazialen
kann man theoretisch 18,6 TWh auf Dachern produzieren. Modulen realisiert. Der Zaun ist 350 m lang, erzeugt wer-
Aber nicht jedes Dach kann genutzt werden (Statikprob- den 30 KWh und die Module dienen als Umrandung des
leme, Denkmalschutz, Dachausbauten, Konkurrenz am Geheges. Die Module bieten Schutz und Schatten far die
Dach mit Rauchfangen, Begriinung), darum betragt das Hiihner, zusatzlich ist der PV-Zaun im Winter schneefrei. (s.
technische Potenzial rund 13,4 TWh. Weitere Abstriche Abb. 3)
miissen durch Kapitalmangel, hohe Kosten kleiner Anlagen Eine andere Version ist das PV-Dach far Hiihner, wobei es
durch Eigenbedarfsvorrang und Zweitwohnsitze gemacht zur Doppelnutzung kommt (Tierwohl und Stromerzeu-
werden. So kommt man zum wirtschaftlichen Potenzial gung). Schutz vor Angreifern, Schatten und Schneefreiheit
von 4 TWh, das dem realisierbaren Potenzial his 2030 far Hiihner und die von den Hiihnern tatsachliche Nutzung
entspricht. Das gilt unter den aktuellen Rahmenbedingun- der vorgeschriebenen Hiihnerweide tragt zum Tierwohl
gen. Sollten diese sich andern, andert sich auch das Poten- (zusatzliche Bewegungsflache fiir die Hiihner, Stickstoff
zial (z. B. Genehmigungen fiir PV-Anlagen auf Parkplatzen). wird besser verteilt) bei (s. Abb. 2).
Vom Zubau kann 36% auf Gebauden geschafft werden,
KOMBINATION MIT SCHAFEN
9 % auf Parkplatzen, 3 % auf Deponien, der Rest, also 52%,
miisste nach dieser Berechnung in die Flache gehen. Je Ein alteres Projekt befindet sich seit 2013 in Neumarkt
PV-freundlicher die Rahmenbedingungen gestaltet wer- im Mahlkreis, 00. Damals wurden Freiflachen noch ge-
den, desto weniger Flache muss verbraucht werden. fordert. Die Anlagenleistung ist mit 350 KWh beziffert, es
findet eine Doppelnutzung mit der Beweidung durch
WARUM AGRI-PV? Schafe statt (Fleischverwertung).
Die Klimaerwarmung verlangt die Umstellung auf er- Viele weitere Projekte sind in Planung, wie Oberdachun-
neuerbaren Strom, jedoch stagniert der Ausbau auf kons- gen fur Apfelkulturen und em n RWA-Testprojekt mit ver-
tant niedrigem Niveau. Die aktuelle PV-Nutzung muss sich schiedenen Systemen. Viele hangen noch in der Warte-
his 2030 versechsfachen, das Gebaudepotenzial ist vor- schleife und haben auf die Verabschiedung des EAG
handen aber unter bestehenden Rahmenbedingungen gewartet (EAG wurde am 7. Juli 2021 beschlossen). •
nicht vollstandig nutzbar. Die Rahmenbedingungen fiir Edith Kaiser
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14. August 2021, der Standard Online
14. August 2021, der Standard
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Weg zur E-Ladestation im Wohnhaus wird abgekürzt
Eine Novelle soll Wohnungseigentumsobjekte klimafreundlicher machen. Geht die Rechnung auf?
Franziska Zoidl werden, ihr Schweigen zählt aber reichen und den Klimaschutz im getreten ist – als „wichtigen Schritt“
künftig als Zustimmung. Mit der Wohnbau vorantreiben? Für den bezeichnet. Denn die nötige Zustim-
W
er sich in der Garage eines Gesetzesänderung soll der Klima- Rechtsanwalt Thomas In der Maur mung aller Miteigentümer habe oft
Wohnungseigentumsob- schutz im Wohnbau vorangetrieben handelt es sich bei der Novelle nur abschreckend gewirkt, viele Versu-
jekts eine Ladestation für werden: Auch die Errichtung einer um ein „zartes Pflänzchen“. Die er- che seien im Keim erstickt worden,
sein E-Auto wünschte, musste bis- Photovoltaik-Anlage in bestimmten wähnte Erleichterung bei den Photo- erzählt Vera Immitzer, Geschäfts-
her Klinken putzen. Dafür war näm- Gebäudetypen sowie Beschattungen voltaikanlagen sei eine „Augenaus- führerin vom Bundesverband Pho-
lich die Zustimmung aller Miteigen- werden so erleichtert. wischerei“, weil sie nur als Reihen- tovoltaic Austria. Doch zusätzlich
tümer notwendig – und in großen Die nicht immer ganz friktions- haus oder Einzelgebäude errichte- zur gesetzlichen Neuerung brau-
Wohnhäusern ist das häufig ein freie Willensbildung in Wohnhäu- te Wohnungseigentumsobjekte be- che es auch mehr finanzielle Anrei-
Ding der Unmöglichkeit. sern wird außerdem vereinfacht. trifft. „Die klimarelevanten Auswir- ze für die Energiegewinnung auf
Das soll eine Novelle des Woh- Ein Beschluss, etwa zu einer Verbes- kungen davon werden sich in Gren- dem Dach – und einen Kümmerer
nungseigentumsgesetzes (WEG) än- serungsmaßnahme im Haus, zählt zen halten“, urteilt In der Maur. im Haus, der die Sache in die Hand
dern. Die Begutachtungsfrist für künftig auch mit zwei Dritteln der Doch durch die erwähnte verein- nimmt.
den Gesetzesentwurf lief am Freitag abgegebenen Stimmen, die aber ins- fachte Beschlussfassung könnte nun Was trotz grünen Anstrichs im
ab. Mit der als „Right to plug“ ange- gesamt ein Drittel der Miteigentums- auch in anderen Wohnhäusern die Entwurf fehle, seien Klarstellungen
kündigten Neuerung wird die Er- teile ausmachen müssen. „Das kann Photovoltaikanlage auf dem Dach in zu den angesichts der Klimakrise
richtung einer E-Ladestation in die zu einer Belebung für die Woh- erreichbarere Nähe rücken. Das hofft wichtiger werdenden vertikalen Ge-
Liste „privilegierter Änderungen“ nungseigentumsgemeinschaft füh- man in der Photovoltaikbranche, wo bäudebegrünungen im Altbestand,
aufgenommen. Die Miteigentümer ren“, urteilt Walter Rosifka, Jurist man die WEG-Novelle – in Kombi- kritisiert Rechtsanwalt In der Maur.
müssen über die geplante Maßnah- bei der Arbeiterkammer. nation mit dem Erneuerbaren-Aus- Dabei gebe es hier viele „rechtlich
me weiterhin in Kenntnis gesetzt Doch wird die Novelle ihr Ziel er- bau-Gesetz, das vor kurzem in Kraft kniffligen Fragen“.
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Seite: 1/115. August 2021, Radio Niederösterreich Online & Radio
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WIEN
Photovoltaik:
Fördermittel
aufgestockt
Die Mittel für 2021 waren
bereits ausgeschöpft.
D as Umweltministerium
füllt den Photovoltaik-
Fördertopf für heuer neu auf
und stellt weitere 20 Millio-
nen Euro zur Verfügung.
2021 seien bisher 72 Millio-
nen Euro bereitgestellt ge-
worden, die Mittel seien aber
bereits ausgeschöpft, hießt
es am Sonntag in einer Aus-
sendung des Ministeriums.
Für heuer sollen mit den zu-
sätzlichen Fördermitteln In-
vestitionen in Höhe von 92
Millionen Euro in den Aus-
bau der Photovoltaik ausge-
löst werden.
Die Förderung steht ab so-
fort zur Verfügung, Informa-
tionen zu den Fördermög-
lichkeiten können unter
www.umweltfoerderung.at
abgerufen werden. Bisher
seien 36,7 Millionen Euro an
Fördergeldern abgeholt wor-
den, so das Ministerium.
„Der Ruf nach Sonnen-
energie ist so groß wie nie
zuvor und ungebrochen. Je-
de:r der sich diese Förderung
abholt, investiert in die loka-
le Wirtschaft und in die kli-
mafreundliche Zukunft“, so
Klimaschutzministerin Leo-
nore Gewessler (Grüne) laut
der Aussendung.
Für Österreich habt die So-
larthermie- und Photovol-
taikbranche mit rund 1.200
Beschäftigten und einem
Umsatz von 150 Millionen
Euro einen hohen Stellen-
wert. Die Verzögerung
bremste den Ausbau im So-
larbereich: 6500 Anlagen lä-
gen bereit und würden in
dem Moment errichtet, in
dem der Förderrahmen klar
sei, stellte Vera Immitzer
vom Verband Photovoltaic
Austria kürzlich gegenüber
der Kleinen Zeitung fest.
zählt als: 2 Clips, erschienen in: Graz, Klagenfurt
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Seite: 1/116. August 2021, Tiroler Tageszeitung
Druckausgabe
Förderbudget für PV-Kleinanlagen aufgestockt
Ab sofort stehen bei der Förderstelle, dem Klima- und Energiefonds, wieder 20 Mio. Euro für neue Projekte zur Verfügung.
Wien – Das Umweltministe- zuvor und ungebrochen. Je- abgerufen worden. Entspre- neu eingebrachten Mittel in
rium füllt den Photovoltaik- der, der sich diese Förderung chend groß sei die Unsicher- den nächsten Monaten ab-
Fördertopf von Anlagen bis abholt, investiert in die loka- heit in den letzten Wochen gerufen sein werden. Um die
50 Kilowatt für heuer neu auf le Wirtschaft und in die kli- gewesen. „Erfreulich, dass Ausbauziele der Regierung zu
und stellt weitere 20 Mio. Eu- mafreundliche Zukunft“, so für Kleinanlagen mit dieser erreichen, müssten jährlich
ro zur Verfügung. 2021 seien Klimaschutzministerin Leo- Überbrückung weiter För- 1100 Megawatt PV-Leistung
bisher 72 Mio. Euro bereit- nore Gewessler (Grüne). dermittel zur Verfügung ge- zugebaut werden – das sei
gestellt geworden, die Mit- Durch die Verzögerung des stellt werden“, sagt Vera Im- mehr als das Dreifache des
tel seien aber bereits ausge- Beschlusses des Erneuerba- mitzer, Geschäftsführerin PV-Zubaus des letzten Jahres.
schöpft, hieß es am Sonntag ren-Ausbau-Gesetzes (EAG) des Bundesverbandes Photo- Die Förderung steht ab
in einer Aussendung des Mi- und der damit verbundenen voltaic Austria (PVA). sofort zur Verfügung, Infor-
nisteriums. Für heuer sollen Verordnungen sei die Bran- Zu lange dürfe der Förder- mationen zu den Förder-
damit 92 Mio. Euro in den che bei größeren PV-Projek- start im Zuge des neuen EAG möglichkeiten können un-
Ausbau der Photovoltaik in- ten noch mit einer ungewis- nicht auf sich warten lassen. ter www.umweltförderung.
vestiert werden. sen Zukunft konfrontiert. Es sei davon auszugehen, at abgerufen werden. Bisher
Für heuer sollen 92 Mio. Euro in den weiteren Ausbau der Photovoltaik „Der Ruf nach Sonnen- Die diesjährigen Fördermit- dass der Trend der letzten seien 36,7 Mio. Euro an För-
investiert werden. Foto: Shutterstock energie ist so groß wie nie tel seien beinahe vollständig Monate anhalte und auch die dergeldern abgeholt. (TT)
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Seite: 1/116. August 2021, brutkasten.com Online
16. August 2021, buildingtimes.com Online
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16. August 2021, Solar Server Online
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18. August 2021, Bezirksblätter Tennengau
Druckausgabe
Mehr Geld für Photovoltaik
Photovoltaikausbau für Kleinkraftwerke kann verstärkt weitergehen
von martin schöndorfer
HALLEIN/WIEN. Während
das Förderbudget beim Land
Salzburg für betriebliche
Photovoltaikanlagen bereits
seit April 2021 ausgeschöpft
ist, erhöht das Klimaschutz-
ministerium den Fördertopf
für Photovoltaik-Kleinanla- Durch die Aufstockung stehen wieder Kleinanlagen bis 50 Kilowatt bekom-
gen. Damit stehen ab sofort Fördermittel zur Verfügung. men die Förderung. Fotos (2): pixabay
bei der Förderstelle, dem Kli-
ma- und Energiefonds, wie- Daher war die vom PVA ge- Die Höhe der Förderung
der 20 Millionen Euro zur forderte Aufstockung unum- hängt von der Anlagengröße
Förderung von Photovoltaik- gänglich“, kommentiert DI ab und wird mittels einma-
anlagen bis 50 Kilowatt zur Vera Immitzer, Geschäftsfüh- ligem Investitionszuschuss
Verfügung. rerin des Bundesverbands beantragt. Anlagenbetreiber
Photovoltaic Austria (PVA). von größeren Einheiten war-
Maßnahme wird begrüßt „Mit der nun erfolgten Auf- ten hingegen auf das Inkraft-
„Die diesjährigen Fördermit- stockung können jene Pri- treten des Erneuerbaren-Aus-
tel wurden beinahe vollstän- vatpersonen sowie Klein- bau-Gesetzes (EAG), das eine
dig abgerufen. Entsprechend und Mittelunternehmen, die Rechtsklarheit mit sich brin-
groß war die Unsicherheit noch im Laufe des Sommers gen soll. Um die Ausbauziele
in den letzten Wochen, die auf erneuerbare Energie aus der Regierung zu erreichen,
Errichter und potenzielle Sonnenkraft setzen wollen, müssen jährlich 1.100 Mega-
Anlagenbetreiber vor große ihre Anlagen umsetzen“, watt Photovoltaik-Leistung
Herausforderungen stellte. zeigt sich Immitzer erfreut. zugebaut werden.
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Seite: 1/118. August 2021, Handwerk + Bau Online
18. August 2021, euwid-energie.at Online
18. August 2021, pv magazine Online
19. August 2021, elektrobranche.at Online
19. August 21, energie-bau Newsletter Online
19. August 2021, meinbezirk.at Online
20. August 2021, photovoltaik.eu Online
25. August 2021, elektro-praxis.at Online
25. August 2021, photovoltaik.eu Newsletter Online
25. August 2021, tga.at Online
26. August 2021, photovoltaik.eu Online
27. August 2021, Factory Newsletter
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Hört, hört!
Zur Thematik des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes
hat der Bundesverband Photovoltaic Austria nun
eine eigene Podcastreihe produziert.
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Seite: 1/127. August 2021, elektro.at Online
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