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Ausgabe: 1 | April – Juni 2021
STERNGARTEN-ECHO
Haus-Post des AWO Seniorenzentrums Mayen
UNSERE AWO-WERTE: Freiheit, Toleranz, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität
1Vorwort
Liebe Leser*innen,
heute erscheint das erste Exemplar unseres wachsam sein und nicht nachlässig werden,
neuen Magazins „AWO-Herzwerk“. Sie sind damit uns die Corona-Pandemie nicht ein-
sicher genauso gespannt auf die Themen aus holt. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass es
dem AWO Bezirksverband wie ich. uns gelingen wird, Sie, liebe Bewohner*in-
Die Themen unseres Hauses werden in der nen, weiterhin gut durch die krisenhaften
zentralen Beilage eines jeden Heftes darge- Zeiten zu begleiten.
stellt. So werden Sie auch immer einen Rück- An dieser Stelle möchte ich mich bei allen
blick auf die bewegendsten Momente in un- Mitarbeiter*innen für die tolle Leistung der
serer Einrichtung erhalten. vergangenen Monate ganz herzlich bedan-
Sie werden sehen, dass den Macherinnen ei- ken, Sie haben überragend mitgearbeitet.
nen gute Mischung gelungen ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns
Nun hält uns seit einem Jahr die Corona-Pan- Stück für Stück von den Beschränkungen lö-
demie in Atem. Was haben wir alles bewerk- sen können und sich unser Seniorenzentrum
stelligt in diesem Jahr? wieder zum Normalbetrieb hin entwickelt.
Unser größtes Bestreben war und wird es zu-
künftig sein, dass unsere Mitarbeiter*innen Auf eine gemeinsame gute Zukunft freue ich
alles unternehmen, damit keine Infektionen mich sehr!
den Weg in unsere Einrichtung finden. Zwi-
schenzeitlich sind die Impfungen im Haus Ihre
durchgeführt worden und ein gewisser Schutz Alexandra Kail
besteht. Aber trotz Impfung müssen wir sehr komm. Einrichtungsleitung
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2020 - ein Jahr mit besonderen Herausforderungen
Unklarheiten, jeden Tag neue Hinweise zur
Corona Lage, zum Verhalten im Speziellen und
im Besonderen. Verhaltensmaßregeln von den
Gesundheitsämtern, vom Träger, alles sofort
umzusetzen. Die Infektionswege waren noch
unbekannt. Von Beginn an war klar, hier kom-
men vollkommen neue Herausforderungen auf
uns zu.
Bevor uns die Corona-Pandemie richtig im Griff
hatte, standen umfangreiche Personalverän-
derungen ins Haus. Nadine Toplak verabschie-
dete sich Ende Februar 2020 in Elternzeit. Dies
Im Januar 2020 hörten wir die ersten Meldun- hatte zur Folge, dass Stühlerücken angesagt
gen von einer Erkrankung, die die Lungen- war.
funktion beeinträchtigt. Da diese Krankheit,
aber im fernen Wuhan, einer Millionenstadt
in der zentral-chinesischen Provinz Hubei,
auftrat, interessierte uns das hier nicht son-
derlich. Hochrangige Politiker kommentierten
das Ganze sehr beruhigend, mit dem Hinweis:
„Betrifft uns nicht, alles weit weg!“ Es ging
alles seinen gewohnten Gang. Im Rheinland
wurde die Karnevalssession vorbereitet. Die
Karnevalsflüchtlinge reisten zum Skifahren in
die Berge. Alles gut? Mitnichten, schneller als
von allen erwartet traf das Virus in Norditalien
ein. Rasend schnell breitete sich das Virus aus.
Ab März galt in Italien ein strenger Lockdown.
Nachdem Urlauber sich in den Skihochburgen
in Österreich infizierten, brachten sie das Vi- Alexandra Kail wurde zur kommissarischen
rus mit nach Hause in die Familien und zu den Einrichtungsleitung befördert. Judith de Boer
Arbeitsplätzen. von der Weiden hatte die Einarbeitungszeit
Diese absolut ernste Situation stellte auch als PDL erfolgreich absolviert. Sie war ab so-
die Seniorenzentren vor ungeahnte Heraus- fort alleine für die Leitung des Pflegedienstes
forderungen. Seniorenzentrum geschlossen, zuständig. Da Alexandra Kail die Leitung des
Besuche nicht mehr möglich, Versorgung der Hauses übernommen hatte, wurde Connie
Bewohner*innen durch Angehörige nur noch Mintgen-Henigin mit der kommissarischen
zu bestimmten Zeiten. Veranstaltungen im Leitung des Sozialdienstes beauftragt. Allesamt
Haus wurden abgesagt, unsere ehrenamtlichen ganz erfahrene Mitarbeiterinnen, ein Glücks-
Mitarbeiter*innen konnten nicht mehr ihre fall, gerade im Hinblick auf die kommenden
Angebote im Haus gestalten. Beschränkungen, Krisenzeiten.
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Gerade im Amt, breitete sich die Corona Pan- weiligen Song ausstaffierten Mitarbeiter*innen
demie in ganz Deutschland aus. Die neuen vor einem dankbaren Publikum an den Fens-
Leitungskräfte mussten sich mit ganzer Kraft tern und auf den Balkonen. Der Applaus, das
dieser neuen Herausforderung stellen. Nach- Brot des Künstlers, davon gab es reichlich durch
dem die ersten vorsichtigen Schritte durch die unsere Bewohner*innen. Wie konnten wir wie-
neue Situation gemeistert waren, kehrte so der Begegnungen zwischen Eltern und Kinder
etwas wie Pandemienormalität ein. Es wurde ermöglichen? Die Telefonbox wurde erfunden.
Abstand gehalten; Leserunden im kleinen Kreis Begegnungen durch die Glasscheibe, verbun-
abgesagt, Gesangsrunden in der Gruppe abge- den per Telefon waren besser als keine Kontak-
sagt Rosenkranz im kleinen Andachtsraum ab- te. Nahe, aber doch getrennt durch doppelver-
gesagt. Im Haus wurde es ruhig. Nach kurzer glaste Scheiben. Trotzdem waren das Echo der
Zeit hatten wir diesen Ruhezustand überwun- Angehörigen und der Bewohner*innen positiv.
den. Wir organisierten die Angebote neu.
Simone Ebert und Josef Luy verlegten ihre
Gesangsdarbietungen in die Flure, so konn-
ten Abstände eingehalten werden und jeder
Wohnbereich hatte auf diese Weise einmal
wöchentlich ein Flurkonzert.
Eine weitere Gelegenheit zum Austausch zwi-
schen Angehörigen und Bewohner*innen
konnten wir durch die Möglichkeiten der Vi-
deotelefonie erreichen. Trotz vielerlei techni-
scher Probleme konnten wir auch mit diesem
Hilfsmittel Kontakte herstellen.
Aber nicht nur die Bemühungen im Haus waren
zahlreich, auch Hilfe von außen wurde vielfäl-
tig angeboten. So erhielten wir Nachricht vom
Landespolizeiorchester aus Mainz. Die Musi-
ker*innen reisten durch das ganze Land, um
in Seniorenzentren ihr Können zu präsentieren
und die Bewohner*innen mit toller Blasmusik
Was können wir für unsere Bewohner*innen zu unterhalten. „Wir stehen zusammen“ unter
tun? Diese Frage stellte sich immer wieder. So diesem Motto kamen weitere Hilfen im Senio-
wurden die Hofkonzerte und die Hitparade des renzentrum an. Neben Pinselpost, Grußmappe
Sozialdienstes geboren. Sobald es das Wetter aus Afghanistan, usw. kamen viele Grüße, Prä-
zuließ, unterhielten wir unsere Bewohner*in- sente, Kontakte und Reaktionen von Schüler*in-
nen vom Hof aus. „Marmor, Stein und Eisen nen und Gruppen, die uns und unseren Be-
bricht… „ so schauspielerten und trällerten wohner*innen Abwechslung in den Heimalltag
unsere Mitarbeiter*innen, passend zum je- brachten. Ein überwältigendes Engagement.
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eingerichtet, der Zugang zum Haus wurde
streng kontrolliert, Besucher*innen mussten
ihre Adresse hinterlassen, die Temperatur wur-
de erfasst, die Besuchszeiten wurden reserviert
und protokolliert.
Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen
durften wieder, unter bestimmten Bedingun-
gen, unsere Bewohner*innen besuchen. Im
Ein weiteres Highlight in diesem Reigen war Sommer waren wir auf einem guten Weg. Alle
das Angebot des SWR, mit Moderator*innen zugelassenen ehrenamtlichen Aktivitäten wie
und Musiker*innen einen Nachmittag für un- Sitzgymnastik, Spielerunde und Rätselspaß
sere Senior*innen zu gestalten. Auch dieses fanden im Erdgeschoss statt. Wiederum keine
Angebot wurde herzlich gerne angenommen. Normalität, aber…
Zahlreiche weitere Akteur*innen unterstütz- Selbstverständlich fanden alle Aktivitäten
ten uns im Heimalltag. Durch die besondere unserer Mitarbeiter*innen von außen unter
Situation der Senior*innen in den Senioren- Einhaltung der AHA-Regeln statt. Unsere Be-
zentren standen die Einrichtungen besonders wohner*innen waren von der Maskenpflicht
im Fokus. Unsere Bewohner*innen genossen befreit. Im Sommer 2020 hatten sich die In-
die Gastspiele und weiteren Aktionen sehr. Al- fektionszahlen wieder abgesenkt, alles wartete
lerdings waren wir damals fern von jeglicher auf ein baldiges Ende der Pandemie.
Normalität. Während des Lockdowns waren Fachleute warnten zum damaligen Zeitpunkt
Geschäfte geschlossen, die Friseure arbeiteten schon vor dem Herbst, denn es sei damit zu
nicht mehr, lediglich der Einkauf von Lebens- rechnen, dass die Zahlen wieder ansteigen
mittel, Medikamenten etc. war erlaubt. Die würden. Aber trotz allem war man optimis-
Wirtschaft und das öffentliche Leben waren tisch, denn so schlimm würde es nicht wer-
weitgehend stillgelegt. den, dachte man. Obendrein waren viele
Was war das eine Freude, als es nach dem ers- Forscher auf der Suche nach dem passenden
ten Lockdown hieß: Wir können wieder öff- Impfstoff, so dass auch hier Hoffnung be-
nen! Endlich konnten unsere Bewohner*innen stand, dass es bald ein Mittel gegen Covid-
wieder von den Angehörigen besucht werden. 19 geben würde. Viele hatten geglaubt, der
Zwischenzeitlich wurde ein Rezeptionsdienst ganze Spuk wäre nach dem Sommer vorbei.
STERNGARTEN-ECHO | Ausgabe: 1 | April – Juni 2021 5Jahresrückblick
Aber je weiter das Jahr fortschritt, desto klarer
wurde, dass die Corona-Pandemie uns weiter
in Atem halten wird und unseren „norma-
len“ Alltag einschränken würde. In der kalten
Jahreszeit, das hatten Experten vorausgesagt,
würden die Infektionszahlen wieder anstei-
gen. Es ging wieder alles von vorne los. Mit
ansteigenden Infektionszahlen begannen die
spürbaren Einschränkungen von vorne. Be-
suchsbeschränkungen, genaue Protokollie-
rung des Zugangs zum Haus, Maskenpflicht in
der Einrichtung, auch für Bewohner*innen,
Absage von großen Veranstaltungen, wie z.B.
Gottesdiensten und Weihnachtsfeiern.
Sehr konsequent hatten wir die Situation hier
im Haus wieder umgestellt. Leider mussten sich
unsere Bewohner*innen und Besucher*innen
wieder auf die notwendigen Beschränkungen
einstellen. An dieser Stelle gebührt sowohl den
Bewohner*innen des Seniorenzentrums, aber für unsere Bewohner*innen einen abwechs-
auch unseren Besucher*innen ein großes Lob, lungsreichen Alltag zu organisieren. Viele Ak-
denn zu Beginn des neuerlichen Lockdowns tivitäten wurden wieder auf die Wohnbereiche
wurden die getroffenen Maßnahmen von allen verlegt. Begegnungen zwischen Bewohner*in-
einsichtig wieder übernommen und nachhal- nen der einzelnen Bereiche, mussten im Sinne
tig umgesetzt. des Infektionsschutzes vermieden werden.
Trotz der wieder aufgenommenen Einschrän- Besuche im Haus waren, im Gegensatz zur ers-
kungen, versuchten unsere Mitarbeiter*innen ten Jahreshälfte, dauerhaft auch in der zweiten
Jahreshälfte unter Einhaltung der Hygienebe-
stimmungen möglich. Größere Veranstaltungen
hingegen mussten abgesagt werden. Wie konn-
ten wir unseren Bewohner*innen trotzdem die
gewohnten Jahreshöhepunkte organisieren?
Es wurde keine gemeinsame Weihnachtsfeier
organisiert sondern drei wohnbereichsbezo-
gene Weihnachtsfeiern. So führten wir an drei
aufeinanderfolgenden Tagen für jeden Wohn-
bereich einen gemütlichen, weihnachtlichen
Kaffeenachmittag im Speisesaal durch. „Wie
können wir unseren Bewohnern eine schöne
Zeit, unter Beachtung der geltenden Bestim-
mungen, organisieren?“ Dies war dauerhaft
unser Leitgedanke, um allen Einschränkungen
zum Trotz einen abwechslungsreichen Heim-
alltag zu gewährleisten.
6 Abonnieren Sie hier unser digitales AWO-Herzwerk – das Magazin der AWO im Rheinland: www.awo-herzwerk.deJahresrückblick Neue Bestimmungen zu Besuchsregelungen zur Weihnachtszeit machten wieder besondere Maßnahmen notwendig. So beschlossen Alex- andra Kail und Judith de Boer von der Weiden eine groß angelegte Besuchertestaktion am Tag vor Weihnachten durchzuführen. Diese Testak- tion wurde ein voller Erfolg. Es wurden an die- sem Tag ca. 180 Angehörige auf das Coronavirus getestet. Somit war der Weihnachtsbesuch hier in der Einrichtung relativ sicher. Die Angehöri- gen waren sehr erfreut, dass diese Tests ange- boten wurden, denn damit konnten zusätzliche Wartezeiten an den Weihnachtstagen vermie- den werden. Nach fast einem Jahr mit der Pan- demie zog Alexandra Kail ein positives Fazit: „Wir alle, die Mitarbeiter*innen, die Leitung der Arbeit gemeistert und toll zusammengehalten.“ Einrichtung, der Träger, die AWO im Rheinland Um die Jahreswende begannen die ersten und das örtliche Gesundheitsamt, haben uns Impfaktionen. Am 24. Januar war es soweit. viele Gedanken gemacht, wie wir unsere Be- Unsere Bewohner*innen und Mitarbeiter*in- wohner*innen hier im Haus schützen können. nen erhielten die erste Corona-Schutzimpfung. Dazu haben wir kontroverse Diskussionen füh- ren müssen, auch schwierige Entscheidungen Für den weiteren Verlauf wünschen wir uns, gefällt, unser Handeln reflektiert und, wo not- dass die Belastungen durch die Corona-Pan- wendig, neu ausgerichtet. Die Besucher*innen demie endlich zurückgehen, dass der Lock- des Hauses haben sich weit überwiegend sehr down aufgehoben wird, dass Restaurants diszipliniert verhalten und die Hygienemaß- wieder öffnen, dass der Friseurbesuch wieder nahmen beachtet. Unsere Mitarbeiter*innen möglich ist, dass Urlaubsreisen wieder geplant haben ebenfalls hochengagiert die zusätzliche werden können. Wir sind optimistisch. STERNGARTEN-ECHO | Ausgabe: 1 | April – Juni 2021 7
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