Stiftung Solarenergie Philippinen: Hilfe für Opfer des Taifuns Yolanda

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Stiftung Solarenergie Philippinen: Hilfe für Opfer des Taifuns Yolanda
Stiftung Solarenergie Philippinen:
Hilfe für Opfer des Taifuns Yolanda

Der Taifun
Am 7. November 2013 traf der Taifun Yolanda (internationale Bezeichnung "Haiyan") auf das Fest‐
land der Philippinen. Es war der stärkste Taifun seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit andauern‐
der Windgeschwindigkeit von 230 km/h (Spitzen über 300 km/h).
Yolanda richtete besonders schwere Verwüstungen auf den Inselns Leyte und Samar an. Hier sind
auch die meisten der insgesamt rund 6.000 Tote zu beklagen. Zudem wurden allein in Leyte und Sa‐
mar etwa 4,3 Millionen Menschen obdachlos.
Die Berichterstattung der Medien konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Stadt Tacloban, weil
Journalisten dort mit Militärflugzeugen hinfliegen konnten. Andere Regionen blieben weitgehend
unbeachtet und erhielten in geringerem Umfang Unterstützung durch internationale Hilfe.

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Abenddämmerung in der Taifunregion, die Zeit der Dunkelheit beginnt.

16. November 2013: Familie in Tacloban am Abend in ihrem zum großen Teil zerstörten Haus, ohne Stromversorgung (Foto: AFP)

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Unmittelbare Hilfe der Stiftung Solarenergie
Der Taifun Yolanda hat die Energieversorgung in den betroffenen Regionen nahezu vollständig zum
Erliegen gebracht. Dieselgeneratoren waren zum Teil noch intakt, doch fehlte der nötige Diesel.
Die Folgen des Stromausfalls sind unter anderem:
 Zunehmende Plünderung in der Nacht, weil Dörfer und Städte im Dunkeln liegen;
 Eingeschränkte medizinische Versorgung, weil nach Sonnenuntergang kein Licht mehr zur Verfü‐
   gung steht;
 Tausende von schwangeren Frauen, die ihr Kind im Dunkeln unter erhöhten Gesundheitsrisiken
   zur Welt bringen müssen;
 Eingeschränkte Aufräum‐ und Aufbauarbeiten, weil Energie zur Beleuchtung, aber auch für einfa‐
   che handwerkliche Geräte fehlt;
 Unterbrochene Kommunikationsstrukturen, weil Mobiltelefone nicht mehr aufgeladen werden
   können;
 Dazu Millionen Menschen ohne Stromversorgung für ihren alltäglichen Bedarf.

Die philippinische Stiftung Solarenergie ‐ Solar Energy Foundation (StS PH) ist in den von Taifun Yo‐
landa betroffenen Gebieten seit mehreren Jahren tätig und verfügt daher über ein dichtes Partner‐
netzwerk von lokalen Kooperativen, Dorfgemeinschaften und Hilfsorganisationen. In der akuten Ka‐
tastrophenhilfe erwies sich das dichte Partnernetzwerk mit seinen lokalen Arbeitsstrukturen als sehr
hilfreich, weil wir so sehr gezielt gemäß dem Bedarf helfen und das Gießkannenprinzip vermeiden
konnten.
Eine Katastrophenhilfe war für die Stiftung Solarenergie allerdings zunächst nur insoweit möglich wie
es die vorhandenen Bestände hergaben. Dank der rasch einsetzenden Spenden aus Deutschland und
der Schweiz konnte die Stiftung Solarenergie jedoch weitere mobile Solarlampen aus Hongkong be‐
stellen.

Um einen effizienten und zielgerichteten Einsatz der Solarlampen sicherzustellen, führten unsere
philippinischen Mitarbeiter mit den Betroffenen und Verantwortlichen vor Ort ausführliche Gesprä‐
che. Wir haben uns dabei im ersten Schritt auf Regionen konzentriert, die nicht so sehr im Fokus der
internationalen Öffentlichkeit standen, insbesondere betroffene Dörfer in Panay (Western Visayas).
Mit 12 Gemeinden sowie vor Ort tätigen Hilfsorganisationen wurde eingehend besprochen, wie die
Solarlampen sinnvoll verwendet werden. Die Verteilung der Solarlampen erfolgt dann ab Dezember
gemäß dem gemeinsam erarbeiteten Plan:

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Seit Januar 2014 ist die unmittelbare Katastrophenhilfe beendet. Inzwischen beteiligt sich die Stif‐
tung im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der aktiven Hilfe zum Wiederaufbau. Dabei kommen neben
den mobilen Solarlampen nun auch zunehmend fest installierte Solar‐Home‐Systeme zum Einsatz.

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Mobile Solarlampe                                 Fest installierte, modulare Solar‐Home‐Systeme

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Verteilung der Solarlampen                                 Gesundheitsstation Carles: trotz fehlendem Dach weiter in Betrieb!

Als Basisausrüstung für Gesundheits‐ und Krankenstationen setzen wir die in den USA entwickelten
"Solar Suitcase" ein, von denen die Stiftung Solarenergie Philippines 100 Stück gespendet erhielt:

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Solar Suitcase im Einsatz in einer Gesundheitsstation in Samar.

Insgesamt erhielt die Stiftung Solarenergie Philippines für die Yolanda‐Hilfe Geld‐ und Sachspenden
in Höhe von rund 400.000 Euro, davon rund 200.000 Euro von Spendern aus Deutschland und der
Schweiz.
Das Einsatzgebiet konnte inzwischen vergrößert werden. Die Spendenmittel wurden und werden in
folgenden Gebieten in enger Kooperation mit lokalen Partnern für Ersthilfe und Wiederaufbau ver‐
wendet:

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Verwendung

Unsere besondere Aufmerksamkeit wird nun zunehmend darauf liegen, durch Hilfsmaßnahmen auch
den Neuaufbau eines lokalen Kleingewerbes und Handwerks zu fördern. Auch die Sicherstellung ei‐
nes dauerhaft zuverlässigen Einsatzes der von uns bereitgestellten Solarprodukte erfordert eine phy‐
sische Präsenz vor Ort, die die Stiftung Solarenergie zusammen mit ihren Partnern sicherstellen kann.
Zu den lokalen Aufgaben gehören insbesondere:
‐ Wartung und Service für die eingesetzten Solaranlagen
‐ Ausbildung lokaler Handwerker
‐ Versorgung mit Ersatzteilen und Austauschbatterien
‐ Lieferung weiterer Solarprodukte, um das lokale Handwerk zu fördern
Wir sind zuversichtlich, dass unsere Katastrophenhilfe ein gutes Fundament auch für eine wirtschaft‐
liche Aufbauarbeit leisten kann.

Die nächsten Aufgaben:
 Supervision und Planung mit den Partnerorganisationen über die weiteren Schritte
 Ausbildung und Betreuung von Technikern in Reparatur und Wartung der Solaranlagen
 Besprechung mit internationalen und nationalen Hilfsorganisationen zur Integration von Solar‐
  energie in die neu aufzubauenden Häuser und Dörfer
 Hilfe beim Aufbau lokaler Handwerksstrukturen

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Dank
Die von der Stiftung Solarenergie ‐ Solar Energy Foundation geleistete Hilfe ist zweifellos angesichts
der von Taifun Yolanda angerichteten Schäden nur ein kleiner Tropfen. Und dennoch: für alle Men‐
schen, die wir erreicht haben, hat diese Hilfe sehr viel bedeutet.
Die Einwohner der Philippinen sind es gewohnt, im Anschluss an die regelmäßig eintretenden Natur‐
katastrophen (Taifune, Erdbeben, Überschwemmungen) nicht auf Hilfe von außen oder der eigenen
Regierung zu warten, sondern ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und den Wiederaufbau mit
eigenen Mitteln anzugehen. Eigeninitiative ist ein Merkmal, das den Filipinos das Überleben in dieser
geologisch schwierigen Region der Erde ermöglicht.
Das Ausmaß der Zerstörungen durch Yolanda hat jedoch alles bekannte Maß überschritten. In dieser
für viele Menschen hoffnungslos erscheinenden Situation war die Hilfe aus dem Ausland wichtig.
Nicht nur materiell: Unsere Partnerorganisationen in den Katastrophengebieten haben uns mehrfach
berichtet, wie sehr neben der materiellen Hilfe vor allem auch die Gewissheit wichtig war, angesichts
dieser Not nicht allein zu sein. Das weckte neue Energie in den Menschen angesichts einer unfassba‐
ren Zerstörung.

Allen Spendern und Unterstützern der Stiftung Solarenergie ‐ Solar Energy Foundation herzlichen
Dank für die rasche und uneigennützige Hilfe!

Dr. Harald Schützeichel
Stiftung Solarenergie ‐ Solar Energy Foundation Deutschland | Schweiz | Philippinen
(März 2014)

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