Technische DMSB-Bestimmungen 2021 für die Gruppe F* - RCN
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Technische DMSB-Bestimmungen 2021 für die Gruppe F*
Stand 08.12.2020 – Änderungen sind kursiv abgedruckt
Zugelassene Fahrzeuge; Technische Bestimmungen Art. 1 Allgemeines
Art. 1 Allgemeines Dieses Reglement tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Soweit
Art. 2 Zugelassene Fahrzeuge/Teilnahmebedingungen in anderen Reglements, Ausschreibungstexten usw. auf
Art. 3 Nichtzugelassene Fahrzeuge Bestimmungen verwiesen wird, die mit diesem Regle-
ment ungültig werden, treten an deren Stelle die Bestim-
Art. 4 Definitionen mungen des neuen Reglements.
Art. 5 Hubraumklassen Die Bestimmungen des derzeit gültigen Anhang J zum
Art. 5.1 Fahrzeuggewichte Internationalen Sportgesetz der FIA (ISG) sind nur bei aus-
Art. 6 Klasseneinteilung bei aufgeladenen und drücklichem Verweis auf diese Bestimmungen anwendbar.
Rotationskolbenmotoren Alles nicht ausdrücklich durch dieses Reglement Erlaubte
Art. 7 Motor ist verboten. Durch Verschleiß oder Unfall beschädigte
Art. 7.1 Gemischaufbereitung Teile dürfen nur durch baugleiche Ersatzteile ausge-
tauscht werden.
Art. 7.2 Für alle Fahrzeuge
Erlaubte Änderungen dürfen keine unerlaubten Änderun-
Art. 7.3 Abgasvorschriften gen oder Reglementverstöße nach sich ziehen.
Art. 8 Abgasanlage/Geräuschbegrenzung
Art. 9 Kraftübertragung Art. 2 Zugelassene Fahrzeuge/
Art. 10 Bremsanlage Teilnahmebedingungen
Art. 11 Lenkung Es sind nur Fahrzeuge startberechtigt, welche in einer
Art. 12 Radaufhängung Stückzahl von mind. 200 identischen Fahrzeugen in 12
aufeinanderfolgenden Monaten hergestellt wurden und
Art. 13 Räder (Radschüssel + Felge) und Reifen über ABE, EWG-Betriebserlaubnis oder EBE verfügen.
Art. 14 Ersatzrad Ebenso verhält es sich für Teile, die aus diesen Fahrzeugen
Art. 15 Karosserie und Fahrgestell zum Einsatz gebracht werden sollen. Im Fahrzeugbrief
Art. 15.1 Fahrzeughöhe muss der Tag der Erstzulassung eingetragen sein. Dar-
über hinaus müssen die Fahrzeuge über den normalen
Art. 16 Türen, Motor- und Kofferraumhaube Vertriebsweg für jedermann frei erhältlich gewesen sein.
Art. 17 Kotflügel Die Nachweispflicht zu vorstehender Regelung liegt beim
Art. 18 Aerodynamische Hilfsmittel Teilnehmer.
Art. 19 Fahrzeugscheiben Die Fahrzeuge müssen zum öffentlichen Straßenverkehr
Art. 20 Fahrgastraum/Innenraum oder durch einen DMSB-Wagenpass ausgestellt für die
Gruppe F (Ausnahme: Rallye-Fahrzeuge) zugelassen sein.
Art. 21 Leitungen
Die Fahrzeuge müssen in allen Teilen uneingeschränkt und
Art. 22 Elektrische Ausrüstung, Beleuchtung zu jeder Zeit der Veranstaltung der Straßenverkehrs-Zulas-
Art. 23 Kraftstoffanlage sungs-Ordnung (StVZO) entsprechen (Ausnahme: Art. 13.5).
Art. 24 Fassungsvermögen der Kraftstoffbehälter D. h., die Daten und Angaben des Fz.-Scheins, der Allgemei-
nen Betriebserlaubnis (ABE), EG-Betriebserlaubnis und die
Art. 25 Ölkühler
Bau- und Betriebsvorschriften der StVZO müssen eingehal-
Art. 26 Besondere Sicherheitsbestimmungen ten sein. Ausnahmen: Gewichte in Art. 5, Sitze in Art. 20 und
Art. 26.1 Abschleppösen bestimmte Sicherheitsausrüstungsteile in Art. 26.
Art. 26.2 Außenspiegel Die Zulässigkeit nachträglicher Änderungen an den
Art. 26.3 Hauptstromkreisunterbrecher Fahrzeugen muss durch Eintrag in den Fz.-Papieren oder
durch ABE-Papiere oder durch EWG-Papiere, deren Gül-
Art. 26.4 Feuerlöscher/Feuerlöschanlage tigkeit nicht von einer Abnahme abhängig gemacht wird,
Art. 26.5 Sicherheitsgurte nachgewiesen werden.
Art. 26.6 Feuerschutzwand Seit 1. Oktober 2005 werden von den Zulassungsstellen
Art. 26.7 Überrollkäfig neue Fahrzeugpapiere ausgegeben: Die neue Zulas-
Art. 26.8 Ölsammler sungsbescheinigung Teil I (ZB I) ersetzt den alten Fahr-
zeugschein, die Zulassungsbescheinigung Teil II (ZB II)
Art. 26.9 Haubenhalter ersetzt den alten Fahrzeugbrief.
Die Zulässigkeit nachträglicher Eintragungen kann auch
durch die Vorlage des alten (entwerteten) Fahrzeugbrie-
fes nachgewiesen werden.
*-s. a. "Allgemeine Bestimmungen, Definitionen und Klarstellungen zu technischen Reglements" im DMSB-Handbuch, blauer Teil
23 Gruppe F
Alternativ zur Kopie des Fahrzeugbriefes bzw. der Zulas- – Bei den Veranstaltungen muss der DMSB-Wagen-
sungsbescheinigung Teil I wird ein Gutachten zur Erlan- pass und eine Kopie des Fahrzeugbriefes oder
gung der Betriebserlaubnis gemäß § 21 StVZO oder ein der Originalbrief vorgelegt werden. Im Einzelfall
Gutachten zur Erlangung einer Einzelgenehmigung nach kann auch die Vorlage von ABE-Unterlagen und
§ 13 EG-FGV akzeptiert, in dem die eintragungspflichtigen ähnliches erforderlich sein.
Fahrzeugänderungen unter Ziffer 22 eingetragen sind. Hinweis: Bei der Wagenpasserstellung ist zunächst
Diese Gutachten müssen im Original vorgelegt werden. eine Grundabnahme bei einem DMSB-Sachverstän-
Im Zweifelsfalle muss der Teilnehmer die Übereinstim- digen fällig. Die DMSB-Sachverständigenliste ist
mung mit der StVZO nachweisen, z. B. durch Vorlage von im „Downloadcenter“ auf der DMSB-Internetseite
Gutachten, ABE, ABG oder Anbaubescheinigungen. www.dmsb.de abrufbar.
2.1 Fahrzeuge mit Straßenzulassung in Deutschland 2.4 Fahrzeuge mit Kennzeichen von in der Bundesre-
(Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein) publik Deutschland stationierten NATO-Angehöri-
Diese Fahrzeuge müssen eine gültige Hauptunter- gen sind in der Gruppe F zugelassen. Änderungen
suchung nach § 29 StVZO aufweisen (HU-Prüfpla- an diesen Fahrzeugen, die nach den Gruppe F-
kette). Bestimmungen zulässig sind, aber nicht der StVZO
entsprechen, sind unzulässig.
Für die Fahrzeuge muss eine gültige Originalbe-
scheinigung über die Durchführung der Untersu- 2.5 Fahrzeuge, deren Motor mit Aufladung versehen
chung der Abgase vorgelegt werden. Dabei ist zu ist, sind dann zugelassen, wenn das Grundmodell
beachten, dass seit der Änderung der gesetzlichen damit ausgerüstet ist.
Vorschriften vom 01.04.2006 für Fahrzeuge mit 2.6 In der Gruppe F sind folgende Fahrzeuge zugelassen:
OBD-System eine Untersuchung des Motormanage- a) Fahrzeuge von Herstellern, die in der DMSB-Fahr-
ment-/Abgassystems (UMA) durchzuführen ist. Die zeug-Herstellerliste oder in der FIA-Homologati-
Nachweispflicht entfällt bei Fahrzeugen, die nicht onsliste aufgeführt sind.
älter als 3 Jahre sind.
b) Fahrzeuge anderer Hersteller, z. B. eigens auf
2.2 Fahrzeuge mit ausländischer Straßenzulassung Rohkarosserie aufgebaute Fahrzeuge, sind nur
Fahrzeuge mit ausländischer Straßenzulassung dann zulässig, wenn das Modell einem Typ ei-
sind ausschließlich unter Vorlage ihrer Fz- Papiere nes Herstellers gemäß Art. 2.5a) entspricht, wie
aus dem Herkunftsland und unter Vorlage eines es von einem vom DMSB anerkannten Hersteller
vom DMSB genehmigten DMSB- Identity- Form ausgeliefert wird oder wurde. Den jeweiligen
(DIF) inkl. erfolgter Grundabnahme eines DMSB- Nachweis hat der Bewerber/Fahrer zu erbringen.
Sachverständigen mit Zusatzbefugnis StVZO Diese Punkt b) entsprechenden Fahrzeuge benö-
startberechtigt. Nach der Grundabnahme ist alle tigen eine F-Bestätigung bzw. Identitätsbeschei-
24 Monate ist eine Wiederholungsabnahme vorge- nigung des DMSB bzw. der ONS; die von einem
schrieben. DMSB-Sachverständigen ausgestellt wird. Diese
2.3 Fahrzeuge mit sportrechtlicher Zulassung (DMSB- F-Bestätigung bzw. Identitätsbescheinigung muss
Wagenpass) nicht jedes Jahr erneuert werden.
Alternativ zu einem Fahrzeug mit gültiger Straßen- 2.7 Fahrzeuge mit 07er Oldtimer-Kennzeichen:
zulassung sind auch Fahrzeuge ohne Straßenzu- Bei Verwendung von Fahrzeugen mit 07er-Kenn-
lassung (Ausnahme Rallyesport) unter folgenden zeichen müssen alle Fahrzeugänderungen, wel-
Voraussetzungen startberechtigt: che durch die StVZO eintragungspflichtig sind, im
– Fahrzeuge ohne Straßenzulassung benötigen ei- Fahrzeugbrief eingetragen sein. Eine Kopie vom
nen DMSB-Wagenpass ausgestellt auf die Gruppe F. Fahrzeugbrief muss mitgeführt werden. Die be-
– Eine Wagenpass-Wiederholungsabnahme ist sonderen Bestimmungen in Art 2.1 bzw. 2.2 und
alle 24 Monate erforderlich. Ein HU-Nachweis ist Art. 3.c) sind zu beachten.
nicht erforderlich. Alternativ zur Kopie des Fahrzeugbriefes bzw. der
– Für die Fahrzeuge muss eine gültige Original- Zulassungsbescheinigung Teil I wird ein Gutach-
bescheinigung über die Durchführung der Un- ten zur Erlangung der Betriebserlaubnis gemäß
tersuchung der Abgase vorgelegt werden. Da- § 21 StVZO oder ein Gutachten zur Erlangung einer
bei ist zu beachten, dass seit der Änderung der Einzelgenehmigung nach § 13 EG-FGV akzeptiert,
gesetzlichen Vorschriften vom 01.04.2006 für in dem die eintragungspflichtigen Fahrzeugän-
Fahrzeuge mit OBD-System eine Untersuchung derungen unter Ziffer 22 eingetragen sind. Diese
des Motormanagement-/Abgassystems (UMA) Gutachten müssen im Original vorgelegt werden.
durchzuführen ist. Die Nachweispflicht entfällt Art. 3 Nicht zugelassene Fahrzeuge
bei Fahrzeugen, die nicht älter als 3 Jahre sind.
– Eintragungspflichtige Fahrzeugänderungen müs- a) Nicht startberechtigt sind Fahrzeuge, deren Tag
sen wie bisher im Fahrzeugbrief eingetragen sein. der Erstzulassung vor dem 01.01.1966 liegt.
b) Nicht startberechtigt sind Fahrzeuge mit alter-
nativen Antriebstechniken, z. B. Elektro-/Hybrid-
24 Gruppe F
fahrzeuge oder gasbetriebene Fahrzeuge. Diese Das Vorhandensein einer ABE bedeutet aber nicht in allen
Technik darf auch dann nicht in den Fahrzeugen Fällen, dass keine Vorführung bei einer TP erforderlich ist.
vorhanden sein, wenn sie außer Betrieb gesetzt ist. In einer Reihe von ABE steht nämlich, dass der Anbau des
c) Nicht startberechtigt sind Fahrzeuge, deren ur- Teils trotzdem noch einem TP-Ingenieur vorzuführen ist.
sprünglich in den Fz.-Papieren angegebene Höhe TP: Technische Prüfstelle
1600 mm überschreitet. Eintrag: Wenn es im Text heißt, dass eine „Eintragung in
d) Fahrzeuge mit folgenden Zulassungen sind nicht die Fz.-Papieren“ oder schlicht ein „Eintrag“ erforderlich
startberechtigt: ist, so heißt das, dass mit der beschriebenen Änderung
– Fahrzeuge mit roten Kennzeichen (Ausnahme: die „Betriebserlaubnis erloschen“ ist und das Fahrzeug ei-
rote Oldtimer-Kennzeichen, beginnend mit „07“, nem „amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer“
falls ein schriftlicher HU-Nachweis nach § 29 bei der Technischen Prüfstelle zu einem „Gutachten nach
StVZO – nicht älter als 24 Monate – sowie eine AU § 19, Abs. 2 StVZO“ vorgeführt werden muss.
nachgewiesen werden können), Das Mitführen einer Bestätigung des ordnungsgemäßen
– Kurzzeit-Kennzeichen (schwarz, weiß, gelb) Anbaus gem. § 19 Abs. 3 StVZO ist dann einem Eintrag in
den Fz.-Papieren gleichgestellt, wenn dies dort ausdrück-
– Ausfuhr-Kennzeichen (schwarz, weiß, rot) lich erwähnt ist.
– Erprobungsfahrzeuge nach § 19, Abs. 6 (früher Der zuständige Verordnungsgeber bzw. der Bundesminister
Abs. 3) StVZO (siehe Fz.-Schein). für Verkehr hat über die Eintragungspflicht bestimmter Fahr-
Art. 4 Definitionen zeugänderungen mangels Handlungsbedarfs noch nicht
entschieden. Die Bewertung der Eintragungspflicht wird in
Grundmodell: Unter Grundmodell sind alle Ausführungen solchen ungeregelten Fällen ersatzweise in Anlehnung an
einer Modellreihe zu verstehen, die in einer begrenzten bisherige Entscheidungen und der derzeitigen Handhabung
Produktionsperiode vom selben Fahrzeughersteller (nicht bei den technischen Prüfstellen vorgenommen.
Konzern) gemäß „DMSB-Herstellerliste für die Gruppen F Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden;
und H“* hergestellt wurden. in strittigen Fällen kann ein daraus herbeigeführter Ein-
Produktionsperiode heißt, dass ein Modell unter einer be- zelentscheid bzw. eine Gesetzesänderung der derzeitigen
stimmten Bezeichnung oder Code (z. B. BMW 3er E30, BMW Handhabung entgegenstehen.
3er E46, BMW 3er E90, Mercedes 190er W201, Opel Kadett C, Mechanische Bauteile: Teile, die für den Antrieb und die
Opel Astra H, VW Golf Typ 17, VW Golf VI) in einem bestimm- Radaufhängung notwendig sind, sowie die für ihr norma-
ten Zeitraum hergestellt wurde. VW Polo Typ 86 (Polo 1) und les Funktionieren notwendigen Zubehörteile, ausgenom-
Polo 86C (Polo 2) sind unterschiedliche Grundmodelle. Wird men Teile der Lenkung und Bremsen.
diese Bezeichnung geändert, so handelt es sich um ein an-
deres Grundmodell. Serienmäßig: Die Fahrzeuge müssen, außer wenn es für
einzelne Bauteile in diesem Reglement anders bestimmt
D. h., wenn sich die Bezeichnung des Grundmodells än- wird, in serienmäßigem Zustand sein, d. h., wie sie vom
dert bzw. die Hersteller-Schlüssel-Nummer (HSN) nicht Herstellerwerk geliefert werden bzw. wurden.
unter dem betreffenden Fahrzeughersteller in der „Her-
stellerliste für die Gruppen F und H“ aufgeführt ist, so Jedes Zubehör und alle Sonderausstattungen, die beim
handelt es sich um ein anderes Grundmodell. Fahrzeugkauf auch gegen Aufpreis vom Werk geliefert wer-
* siehe: www.dmsb.de – Downloadcenter den können, gelten als serienmäßig im Sinne des Gruppe
StVZO: Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung F-Reglements, sofern im Übrigen keine Einschränkungen
vorliegen. Nachträglich eingebaute Teile gelten als serien-
Fahrzeugpapiere: Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief bzw. mäßig, wenn sie ab Herstellerwerk lieferbar sind oder wa-
alternativ seit 01.10.2005: Zulassungsbescheinigung Teil I ren (Nachweis z. B. original Ersatzteilkatalog des Fahrzeug-
und Zulassungsbescheinigung Teil II herstellers). Als nicht serienmäßig gelten Teile, die nur über
Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief: Sofern in den vorlie- Sportabteilungen der Herstellerwerke, Tuningfirmen usw.
genden Bestimmungen von Fahrzeugschein und/oder geliefert werden. Die Nachweispflicht für die Serienmäßig-
Fahrzeugbrief die Rede ist, gilt: keit der Fahrzeugteile liegt beim Bewerber/Fahrer.
- Fahrzeugschein oder Freigestellt: Das Teil darf in jeder Hinsicht bearbeitet und
alternativ Zulassungsbescheinigung Teil I, verändert werden, wobei es auch gegen ein anderes Teil
- Fahrzeugbrief oder ersetzt werden darf. Vollkommene Freiheit besteht auch
hinsichtlich Material, Form und Anzahl. D. h., das Teil darf
alternativ Zulassungsbescheinigung Teil II, auch vollkommen weggelassen werden.
wobei Einträge zu Fahrzeugänderungen i. d. R. durch die Das geänderte oder ersetzte Teil darf jedoch keine ande-
Zulassungsbescheinigung Teil I nachzuweisen sind. ren Funktionen als das Originalteil übernehmen.
ABE: Allgemeine Betriebserlaubnis Fahrgastraum: Als Fahrgastraum wird der vom Fahrzeug-
Heißt es, dass eine „ABE“ ausreichend ist, so ist darunter hersteller serienmäßig vorgesehene Raum für Passagiere
eine „Allgemeine Betriebserlaubnis“ des Kraftfahrt-Bun- bis zur serienmäßigen Trennwand und Hutablage in nor-
desamtes (KBA) zu verstehen, die der Hersteller des be- maler Rücksitzposition angesehen.
treffenden Fahrzeugteils mitliefert. Des Weiteren gelten die Definitionen in Art. 251-2.3 bis
251-2.8 des Anhangs J (ISG) der FIA.
25 Gruppe F
Modell: Unter Modell sind alle Ausführungen einer Mo- Rallyesport:
dellreihe zu verstehen, die in einer begrenzten Produk- Hubraumklasse Mindest-Gewicht
tionsperiode vom selben Fahrzeughersteller (nicht Kon- in ccm in kg
zern) in einer bestimmten Karosserieform, z. B. BMW 3er, bis 500: 510
E46 Touring, hergestellt wurden.
über 500 bis 600: 560
Dichtung und Adapter: Analog Artikel 251-2.3.10 im An-
über 600 bis 700: 620
hang J wird eine Dichtung bzw. Adapterdichtung nur
dann als solche angesehen wenn sie eine Dicke von max. über 700 bis 850: 680
5,0 mm hat. über 850 bis 1000: 750
Art. 5 Hubraumklassen über 1000 bis 1150: 810
Folgende 18 Hubraumklassen sind möglich: über 1150 bis 1400: 870
1. Hubraum bis 500 ccm über 1400 bis 1600: 960
2. Hubraum über 500 ccm bis 600 ccm über 1600 bis 2000: 1050
3. Hubraum über 600 ccm bis 700 ccm über 2000 bis 2500: 1135
4. Hubraum über 700 ccm bis 850 ccm über 2500 bis 3000: 1220
5. Hubraum über 850 ccm bis 1000 ccm
über 3000 bis 3500: 1300
6. Hubraum über 1000 ccm bis 1150 ccm
7. Hubraum über 1150 ccm bis 1400 ccm über 3500 bis 4000: 1380
8. Hubraum über 1400 ccm bis 1600 ccm über 4000 bis 4500: 1470
9. Hubraum über 1600 ccm bis 2000 ccm über 4500 bis 5000: 1570
10. Hubraum über 2000 ccm bis 2500 ccm über 5000 bis 5500: 1670
11. Hubraum über 2500 ccm bis 3000 ccm über 5500: 1770
12. Hubraum über 3000 ccm bis 3500 ccm
13. Hubraum über 3500 ccm bis 4000 ccm Die angegebenen Mindestgewichte müssen während der
gesamten Veranstaltung, auch nach Überfahren der Zielli-
14. Hubraum über 4000 ccm bis 4500 ccm
nie eingehalten sein. Das Fahrzeuggewicht wird folgender-
15. Hubraum über 4500 ccm bis 5000 ccm maßen ermittelt: Fahrzeug ohne Insassen, ohne Nachfüllen
16. Hubraum über 5000 ccm bis 5500 ccm oder Ablassen von Kraftstoff und anderen Flüssigkeiten.
17. Hubraum über 5500 ccm bis 6000 ccm
18. Hubraum über 6000 ccm Das in den Fahrzeugpapieren eingetragene Leergewicht
ist nicht maßgebend.
Art. 5.1 Fahrzeuggewichte Der Einbau von Ballast ist erlaubt. Er muss aus festem Ma-
Abhängig vom Hubraum bzw. Einstufungshubraum (Art. terial bestehen und mit dem Boden des Fahrgastraumes
6) sind folgende Mindestgewichte vorgeschrieben: oder Kofferraumes fest verschraubt sein.
Alle Veranstaltungsarten außer Rallye: Das oder die Reserverad/räder gilt/gelten als Ballast.
Hubraumklasse Mindest-Gewicht in kg Rallye: Falls das in Artikel 4 des DMSB-Rallye-Reglements
in ccm 2V/Zyl. > 2V/Zyl. (siehe DMSB-Handbuch, grüner Teil) geforderte Mindest-
bis 500: 485 535 gewicht höher sein sollte als das vorstehend geregelte Ge-
über 500 bis 600: 530 585 wicht, so muss das Mindestgewicht gemäß Rallye-Regle-
über 600 bis 700: 565 625 ment beachtet werden. Das max. zulässige Gesamtgewicht
über 700 bis 850: 600 660 des jeweiligen Fahrzeugs darf nicht überschritten werden.
über 850 bis 1000: 650 715
über 1000 bis 1150: 680 750 Art. 6 Klasseneinteilung bei aufgeladenen und Rotati-
über 1150 bis 1400: 740 815 onskolben-Motoren (Einstufungshubraum)
über 1400 bis 1600: 825 910 Bei einer Aufladung des Motors mit Turbolader wird der
über 1600 bis 2000: 910 1000 Gesamthubraum mit dem Koeffizienten 1,7 bei Otto-Moto-
über 2000 bis 2500: 1005 1100 ren und 1,5 bei Diesel-Motoren multipliziert und der Wa-
über 2500 bis 3000: 1090 1200 gen in die sich dann ergebende Hubraumklasse eingeteilt.
über 3000 bis 3500: 1180 1300 Für Fahrzeuge (Otto- oder Dieselmotoren) mit mechani-
über 3500 bis 4000: 1260 1390 schen Ladern (Kompressoren), z. B. G-Lader, gilt der Hub-
über 4000 bis 4500: 1350 1490 raumfaktor 1,4. Bei einer Kombination von Turbolader mit
über 4500 bis 5000: 1450 1600 mechanischem Lader gilt der Hubraumfaktor 2,0.
über 5000 bis 5500: 1530 1690 Für Rotationskolbenmotoren, abgedeckt durch NSU-
über 5500: 1610 1780 Wankelpatente, ist ein äquivalenter Hubraum wie folgt zu
> 2 V/Zyl. = mehr als 2 Ventile je Zylinder errechnen: Einstufungshubraum = 1,5 x (maximales Kam-
mervolumen minus minimales Kammervolumen).
Für die Hubraumberechnung ist die Kreiszahl π mit dem
Wert 3,1416 einzusetzen.
26 Gruppe F
Art. 7 Motor a) Vergaser:
Der nachweislich vom Fahrzeughersteller für das Grund- Die Vergaser sind freigestellt, jedoch muss die Anzahl
modell vorgesehene Motorblock (Kurbelgehäuse und Zy- der Vergaser und der Drosselklappen der des Fahr-
linder) und Zylinderkopf sowie das Ladesystem (z. B. Turbo- zeug-Grundmodells entsprechen. Adapter zwischen
oder mechanischer Lader) müssen beibehalten werden. dem Ansaugkrümmer und Vergaser sind zulässig.
Die Position des Motorblocks muss beibehalten werden. b) Einspritzanlage:
Die Ladeeinheit darf durch eine systemgleiche Ladeeinheit Das originale Einspritzsystem und der Typ der Ein-
ersetzt werden. spritzanlage (z. B. mechanische K-Jetronic, mecha-
Eine Aufladung ist nur in Verbindung mit der serienmäßi- nisch-elekronische KE-Jetronic, elektronische D-, L-
und LH-Jetronic, Motronic-, PGM-FI-, GME-, GDI- oder
gen Antriebsart (z. B. Otto-Motor oder Dieselmotor) zuläs-
Simtec MS-Varianten) muss der des Fahrzeug-Grund-
sig. So darf z. B. der Turbolader des VW Golf Turbo-Diesels
modells entsprechen und in Funktion bleiben.
nicht in einem VW Golf mit Otto-Motor verwendet werden.
Die Elektronikbox ist freigestellt.
Der Zylinderkopf darf nachträglich durch Materialabnah-
me bearbeitet werden. Die mechanischen Bauteile im Teile der Einspritzanlage, welche die dem Motor zuge-
Zylinderkopf sind freigestellt, jedoch muss die Anzahl der führte Kraftstoffmenge regulieren, dürfen geändert
Ventile beibehalten werden. werden, jedoch nicht der Drosselklappengehäuse-
durchmesser auf der Ebene der Drosselklappenwelle.
Der Hubraum ist freigestellt und darf z. B. durch Änderung
des ursprünglichen Hubs und/oder der ursprünglichen Mit Ausnahme der Anzahl, der Position, der Einbau-
Bohrung geändert werden. Das Ausbuchsen der Zylinder achse und des Funktionsprinzips sind die Einspritzdü-
ist erlaubt. sen freigestellt.
Der Motor muss im ursprünglichen Motorraum eingebaut Der Kraftstoffdruckregler ist freigestellt.
sein und die Kurbelwellenachse muss beibehalten werden. Die Anzahl und Art der serienmäßigen Steuerungssig-
Die in den Fahrzeugpapieren eingetragene Motorleistung nale (das heißt Inputs und Outputs, wie Drehzahlgeber-,
muss mit einer StVZO-Toleranz von max. + 5 % eingehal- Temperatur-, Kurbelwinkelgeber-, Drosselklappen- und
ten werden. Die Motorleistung kann auch gemäß Gruppe Drucksignale) des Einspritzanlagentyps (z. B. K-Jetronic,
G-Reglement, Art. 23.1 ermittelt werden. L-Jetronic) müssen beibehalten werden, jedoch ist die
Darüber hinaus sind die anderen Bauteile des Motors, wie Größe (Wert) dieser Steuerungssignale freigestellt.
z. B. Nocken- und Kurbelwelle, Kolben, Pleuel, Zündteile, Die Messvorrichtung für die Ansaugluft darf durch
Ölwanne, Ventildeckel, Lager und Motoraufhängungsteile eine andere Messvorrichtung des gleichen Typs,
(Motorböcke) freigestellt. z. B. ein Luftmengenmesser durch einen anderen Luft-
Werden Dichtungen durch nichtserienmäßige Dichtun- mengenmesser, ersetzt werden.
gen ersetzt, dürfen diese keine anderen Funktionen erfül- Die Nockenwellenverstellung inklusive ihrer Steue-
len als die des serienmäßigen Teils, z. B. Adapterfunktion. relemente/Steuerungssignale sind freigestellt. Ein
Eine Dichtung wird als solche betrachtet, wenn deren digitales Gaspedal darf durch ein anderes digitales
Dicke maximal 5 mm beträgt (siehe auch Art. 251-2.3.10). Gaspedal ersetzt werden.
Das bedeutet, dass ein Adapter bzw. eine Adapter-Dich- Die Drehzahl darf durch ein sogenanntes Launch-
tung mit einer Dicke von mehr als 5,0 mm der Serie ent- Control- System begrenzt werden. Zu diesem Zweck
sprechen muss. darf der ECU ein Signal geschickt werden.
Für Zweitakt- Motoren gilt zusätzlich: Art. 7.2 Für alle Fahrzeuge
Zum Zwecke der Einbringung und Änderung von Steu- Die Kraftstoffpumpen sind freigestellt.
erzeiten und Einlasskanälen ist es an Zweitakt- Motoren
zulässig am serienmäßigen Motorblock lokal Material zu Luftfilter:
entfernen und/ oder hinzuzufügen. Alle dem Motor zugeführte Verbrennungsluft muss durch
mindestens ein Luftfiltergehäuse geleitet werden. Die
Art. 7.1 Gemischaufbereitung Luftführungen vor dem Luftfiltergehäuse und die Luftlei-
tung zwischen Luftfiltergehäuse und Drosselklappenge-
Der Ansaugkrümmer muss vom Fahrzeug-Grundmodell häuse sind freigestellt.
sein und darf mechanisch spanabhebend (z. B. durch
Schleifen, Drehen, Feilen, Fräsen, Senken und Bohren) Das Luftfiltergehäuse ist unter folgenden Bedingungen
nachbearbeitet werden. freigestellt:
Die Art der Gemischaufbereitung (Vergaser oder Einsprit- – Ein Filtereinsatz muss vorhanden sein. Dieser Einsatz
zung) muss beibehalten werden. ist frei, er muss jedoch Staubpartikel filtrieren.
Für Fahrzeuge, welche serienmäßig eine Vergaser-Gemi- – Die gesamte Ansaugluft für den Motor muss durch
schaufbereitung aufweisen, gelten die unter Punkt a), diesen Luftfilter geführt werden.
für solche mit Einspritzung die unter Punkt b) aufgeführ- – Ein Filter mit integriertem Gehäuse (z. B. Drahtgitter)
ten Bedingungen. gilt i. S. dieses Reglements als Luftfiltergehäuse, falls
dieses komplexe Bauteil über eine ausreichende Sta-
Folgende Freiheiten gelten in Abhängigkeit der Gemi- bilität verfügt und in den Fz.-Papieren eingetragen ist.
schaufbereitungsart:
27 Gruppe F
– Der Einbauort des Luftfiltergehäuses innerhalb des Der Luftbegrenzer muss aus einem einzigen Material
Motorraumes oder des originalen Einbauraumes ist gefertigt sein und darf ausschließlich zum Zwecke der
freigestellt. Befestigung und Verplombung gebohrt sein. Die Anbrin-
Prinzipiell sind die geänderten Motorteile eintragungs- gung muss möglich sein zwischen den Befestigungs-
pflichtig, welche die Leistung und/oder die Abgasent- schrauben, zwischen dem Luftbegrenzer (oder der Befes-
wicklung verändern können. tigung Luftbegrenzer/Kompressor-/Verdichtergehäuse),
dem Kompressor/Verdichtergehäuse (oder der Gehäuse/
Eintragungsbeispiele, soweit ABE- bzw. EWG-Papiere Flansch-Befestigung) und dem Turbinengehäuse (oder
nicht vorliegen, sind: Nockenwelle, Ansaugtrakt, Auslass- der Gehäuse/Flansch-Befestigung) (siehe nachstehende
trakt, Aufladung (z. B. Ladedruck), Verdichtung, Leistungs- Zeichnung).
steigerung um mehr als 5 %.
Nicht eintragungspflichtig sind z. B. Feinbearbeitung, wie
Glätten und Entgraten im Rahmen der Herstellertoleran-
zen, Luftbegrenzer, Zündanlage, Motor-Schmier- und
Kühlsystem (z. B. Ölkühler), Übermaßkolben gemäß Werk-
statthandbuch für das betreffende Fahrzeug.
Nur gültig für Rallye-Veranstaltungen:
Bei Motoren mit Aufladung jeder Art ist ein Luftbegrenzer
vorgeschrieben. Nur Fahrzeuge mit mechanischen Ladern,
z. B. G- Lader, sind von dieser Vorschrift ausgenommen.
Der Luftbegrenzer muss am Kompressor-/Verdichterge-
häuse befestigt sein. Die gesamte Luft, die zur Versorgung
des Motors notwendig ist, muss durch diesen Luftbegren-
zer geführt werden, der den nachfolgenden Bestimmun-
gen entsprechen muss:
– Der innere Durchmesser des Lufteinlasses des Kom-
pressors/Verdichters darf bei Ottomotoren maximal
33 mm und bei Turbodieselmotoren maximal 35
mm nicht überschreiten. Bei Verwendung zweier pa-
ralleler Kompressoren/Verdichter ist der maximale Art. 7.3 Abgasvorschriften
Einlassdurchmesser auf 24 mm begrenzt. Der jeweils Die Abgasvorschriften gemäß DMSB-Handbuch, blauer
erlaubte maximale Durchmesser muss über eine
Mindestdistanz von 3 mm aufrechterhalten sein, ge- Teil, müssen eingehalten werden.
messen stromabwärts von einer Ebene senkrecht zur Die Fahrzeuge müssen mindestens die Euronorm nach
Symmetrieachse, die sich maximal 50 mm stromauf- Anlage XXV zur StVZO erfüllen bzw. mit einer DMSB-Ab-
wärts zu einer Ebene durch die äußere obere Kante gasbestätigung des Typs B oder C ausgestattet oder mit
(stromaufwärts) der Kompressor-/Verdichterschau- einem Katalysator nach Artikel 15 der DMSB-Abgasbe-
feln befinden muss (s. nachfolgende Zeichnung). stimmungen ausgerüstet sein.
– Der jeweils erlaubte maximale Durchmesser muss Partikelfilter für Fahrzeuge mit Dieselmotor
jederzeit eingehalten werden, unabhängig von den Die Verwendung eines vom DMSB homologierten Partikel-
Temperaturbedingungen. filters ist vorgeschrieben. Die auf dem Homologationsblatt
– Der äußere Durchmesser des Luftbegrenzers von ma- beschriebenen Kraftstoffadditive dürfen verwendet werden.
ximal 39 mm bei Ottomotoren, maximal 41 mm bei
Turbodieselmotoren und maximal 30 mm bei zwei pa- Art. 8 Abgasanlage/Geräuschbegrenzung
rallelen Kompressoren/Verdichter muss über eine Dis-
tanz von mindestens 5 mm auf jeder Seite eingehalten Die Mündung(en) des Auspuffs muss (müssen) entweder
werden. nach hinten oder zur Seite gerichtet sein. Die Mündung
eines zur Seite gerichteten Auspuffs muss hinter der Rad-
Kompressoren/Verdichter, die die obigen Dimensionen standsmitte liegen.
respektieren, müssen beibehalten werden. Ein zusätzli-
cher Luftbegrenzer ist dann nicht erforderlich. Auspuffendrohre dürfen nicht über die Karosserie hinaus-
Die Befestigung des Luftbegrenzers am Turbolader muss so ragen. Sie dürfen max. 10 cm unter dem Wagenboden en-
durchgeführt werden, dass zwei Schrauben komplett vom den, in Bezug auf die Außenkante der Karosserie.
Kompressor-/Verdichtergehäuse oder vom Luftbegrenzer Die Abgasanlage muss ein separates Bauteil sein und au-
entfernt werden müssen, um den Luftbegrenzer vom Kom- ßerhalb der Karosserie bzw. Fahrgestells liegen.
pressor/Verdichter zu entfernen. Eine Befestigung mit einer Nur Original-ABE- oder EWG-Abgasanlagen sind nicht ein-
Nadel- bzw. Madenschraube ist nicht zulässig. tragungspflichtig.
Ausschließlich zum Zwecke der Montage des Luftbegren-
zers ist es erlaubt, Material am Kompressor-/Verdichterge- Darüber hinaus ist die Abgasanlage freigestellt.
häuse zu entfernen oder hinzuzufügen. Heckabschlussblech: Zum Zwecke der Durchführung der
Die Köpfe der Schrauben müssen gebohrt sein, so dass Abgasmündung dürfen im Heckabschlussblech Öffnun-
eine Verplombung möglich ist. gen mit einer Gesamtfläche von max. 100 cm2 vorhan-
28 Gruppe F
den sein bzw. angebracht werden. Die untere Seite der Wenn das Fahrzeug ursprünglich mit einem permanenten
Öffnung muss mit der Unterkante des Abschlussbleches Vierradantrieb ausgerüstet ist, darf nicht auf Zweiradan-
abschließen. Falls serienmäßig oberhalb dieses Bereiches trieb umgebaut werden.
eine Öffnung für die Abgasdurchführung vorhanden ist, Eintragungspflichtig sind z. B. Übersetzungsänderungen
so wird auch dort diese Öffnung akzeptiert und muss in
von mehr als 8 %, wobei jede einzelne Gangstufe zu be-
diesem Fall nicht mit der Unterkante des Abschlussble-
ches abschließen. achten ist, Sperrdifferenziale in Seriengehäusen mit mehr
als 50 % Sperrwirkung.
Geräuschbegrenzung: Die Vorschriften gemäß DMSB- Nicht eintragungspflichtig (s. Art. 4) sind z. B. Kupplung,
Handbuch, blauer Teil, müssen eingehalten werden. Getriebetyp, verstärkte Antriebswellen.
Art. 9 Kraftübertragung
Art. 10 Bremsanlage
Getriebe:
Eine gleichzeitig auf die Vorder- und Hinterräder wirken-
Das Funktionsprinzip (z. B. mechanisches, halbautomati- de Zweikreisbremsanlage, betätigt durch dasselbe Pedal,
sches oder Automatikgetriebe) sowie das Schaltschema ist vorgeschrieben.
(z. B. H-Schaltung) des Getriebes müssen der Serie ent- Bremsscheiben, welche nicht der Serie entsprechen, müs-
sprechen. Das Schaltschema einer H-Schaltung wird durch sen aus Stahl bestehen (eisenhaltige Legierung mit min-
den Bewegungsweg des Schaltknaufs beschrieben. Somit destens 7,0 g/cm3).
ist eine Änderung dieses Schaltweges in einer Ebene ana- Eine Feststellbremse ist vorgeschrieben. Nichtserienmäßi-
log eines sequentiellen Getriebes (z. B. durch zwischen- ge Bremsbeläge sind nur mit ABE, amtlichen Prüfzeichen,
geschaltete mechanische Vorrichtungen) nicht zulässig. Prüfbericht mit Eintrag oder Teilegutachten zulässig.
Das Getriebegehäuse muss von einem Serienmodell des
Im Übrigen ist die Bremsanlage einschließlich Fly-Off-
gleichen Fahrzeugherstellers, wie der des Fahrzeuges sein Bremseinrichtungen freigestellt, jedoch ist jede Ände-
und in einer Stückzahl von mindestens 200 Einheiten in rung eintragungspflichtig. Ausnahme: höherwertige
identischen Fahrzeugen (siehe Art. 2) gebaut worden sein. Bremsflüssigkeit.
Am Getriebegehäuse dürfen örtlich Material entfernt und
Auch Luftkanäle zum Zwecke der Bremsenkühlung sind
Bohrungen bzw. Gewindebohrungen eingebracht werden,
erlaubt.
um z. B. größere Lager, Zahnräder oder Wellen verwenden
zu können. Gehäusekennzeichnungen müssen erhalten Art. 11 Lenkung
bleiben. Demontierbares Material (nicht verschweißt), wie Die Lenkung – mit Ausnahme des Arbeitsprinzips (Schne-
Adapter oder Platten, darf dem Seriengehäuse hinzuge- cken-, Kugelumlauf-, Zahnstangen-Lenkung oder Lenk-
fügt werden. säulenverlängerung) – ist freigestellt, jedoch ist jede Än-
Die Anzahl der Vorwärts- und Rückwärtsgänge gemäß derung eintragungspflichtig.
dem Grundmodell muss beibehalten werden, jedoch Ein nichtserienmäßiges Lenkrad muss entweder in den
sind die einzelnen Getriebeübersetzungen (Zähnezahl) Fz.-Papieren eingetragen sein oder eine ABE besitzen.
freigestellt. Im Getriebe dürfen ausschließlich die für die Der zusätzliche Einbau von Lenkgetrieben und Spurstan-
maximale Gangzahl notwendigen Zahnradpaarungen gen an der Hinterachse zum Zwecke einer nichtserienmä-
vorhanden sein. ßigen Allradlenkung ist unzulässig.
Darüber hinaus sind die mechanischen Bauteile innerhalb Art. 12 Radaufhängung
des Getriebegehäuses freigestellt.
Der Typ bzw. das Funktionsprinzip der Radaufhängung
Mechanische Sperrdifferentiale sind freigestellt. Anders
muss beibehalten werden. An allen 4 Rädern (auch an-
arbeitende Sperrdifferentiale müssen (mit Ausnahme der getriebene Räder) muss die serienmäßige Radnabe des
Sperrwirkung) der Serie entsprechen. Fahrzeuggrundmodells verwendet werden, welche durch
Die Kupplung, der Achsantrieb, die Getriebeaufhän- Material Hinzufügung verstärkt werden darf.
gungsteile und alle anderen kraftübertragenden Teile Oben sind die Stützlager bzw. Domlager und deren Be-
sind freigestellt. Sie müssen jedoch wie auch das Getriebe festigungsteile (ggf. Platten für verstellbaren Sturz) freige-
in ihrem ursprünglichen Raum verbleiben, z. B. vor oder stellt, jedoch müssen die karosserieseitigen Befestigungs-
hinter dem Motor, an der Antriebsachse usw. punkte der Radaufhängung serienmäßig bleiben bzw.
Unter Berücksichtigung der vorliegenden Bestimmungen dem Werkstatthandbuch entsprechen.
dieses Reglements und der Beibehaltung des Funktions- Die originalen Fahrwerksteile des Grundmodells müssen
prinzips (z. B. mechanische, hydraulische Betätigung) sind beibehalten werden, jedoch sind nachträgliche Verstär-
die Betätigungsvorrichtungen, wie z. B. Schaltseile, der kungen der Radaufhängungsteile durch Materialhinzufü-
Kraftübertragungs-Einrichtungen (u. a. Kupplung, Getriebe, gung erlaubt. Der ursprüngliche Radstand muss beibehal-
Sperrdifferential) freigestellt. ten werden (Toleranz +/- 1 %).
Ein Vierradantrieb ist nur zulässig, wenn er beim ursprüng- Alle anderen radgeometrischen Daten (z. B. Spurweite,
lichen Modell vorhanden war. Der Umbau von Frontantrieb Vorspur, Sturz) sind freigestellt.
auf Heckantrieb oder umgekehrt ist nicht erlaubt. Federn, Stoßdämpfer, Stabilisatoren sowie die Lager der
Radaufhängungsteile sind freigestellt, d. h. sie dürfen auch
29 Gruppe F
verstellbar sein (z. B. Gewindefahrwerk). Eine Radbefesti- 13.2 Rad-/Felgenbreite:
gung mit Schrauben darf durch eine Befestigung mittels In Abhängigkeit vom Hubraum bzw. Einstufungs-
Stehbolzen bei gleichem Durchmesser und Materialgüte hubraum beträgt die max. zulässige Maulweite der
ersetzt werden oder umgekehrt. Die freigestellten Teile Räder/Felgen:
müssen jedoch ihre ursprüngliche Funktion beibehalten
und dürfen keine anderen Funktionen übernehmen. bis 1000 ccm: 6 Zoll
über 1000 bis 1400 ccm: 7 Zoll
Eintragungspflichtig sind z. B. nichtserienmäßige Federn über 1400 bis 1600 ccm: 8 Zoll
(Ausnahme: unbeschränkte ABE) und Federauflagen (Fe-
derteller), andere Stoßdämpfer, wenn sie: über 1600 bis 2000 ccm: 9 Zoll
über 2000 bis 3000 ccm: 10 Zoll
– als Feder- oder Dämpferbeine Radführungsaufgaben über 3000 ccm: 11 Zoll
übernehmen
Die Breite der Reifen ist freigestellt.
– als Federbeine höhenverstellbare Federteller aufweisen.
Unter Beachtung der vorstehenden Bestimmungen ist die 13.3 Räder (Radschüssel und Felge)
Radaufhängung darüber hinaus freigestellt. Material, Einpresstiefe, Durchmesser und Form der
Räder sind freigestellt. Distanzscheiben sind zuläs-
Art. 13 Räder (Radschüssel und Felge) und Reifen sig.
Räder und Distanzscheiben müssen eingetragen
13.1 Reifen bei Rallyes sein, wenn keine ABE vorliegt.
Bei Rallye-Veranstaltungen sind die Reifen unter
der Bedingung freigestellt, dass diese auf in Art. 13.4 Reifen im Slalomsport, Bergrennen, Rundstre-
13.3 beschriebenen Rädern montiert sind. ckenrennen und Leistungsprüfungen
Profillose Reifen (Slicks) sind nicht zugelassen. Die Beim Slalomsport, bei Bergrennen, bei Rundstre
Reifen müssen wie nachfolgend beschrieben profi- ckenrennenund bei Leistungsprüfungen sind die
liert sein: Reifen (z. B. Slicks) freigestellt. Die Regelung hin-
sichtlich der zulässigen Breiten der bereiften Felge
– Profiltiefe: mind. 1,6 mm gemäß Art. 13.2 muss jedoch beachtet werden.
– Profilbreite: mind. 2 mm Ein Eintrag der Reifen in den Fahrzeugpapieren
– Profilabstand: max. 50 mm muss daher nicht vorliegen.
– Profilabstand zur Reifenflanke: max. 50 mm Art. 14 Ersatzrad
– Anzahl der Profilrillen: variabel
Das Mitführen eines Ersatzrades ist nicht vorgeschrieben.
– Die Breite zwischen den beiden äußeren Profil-
rillen eines Reifens darf 3/4 der Lauffläche nicht Wird es mitgeführt, so darf es nicht in dem für Fahrer oder
unterschreiten. Beifahrer vorgesehenen vorderen Raum untergebracht
sein und keine Veränderungen der Karosserieaußenan-
Zu keinem Zeitpunkt während der Veranstaltung sicht verursachen.
darf die Profiltiefe der am Fahrzeug montierten
Reifen weniger als 1,6 mm betragen. Dies gilt für Das Ersatzrad muss in jedem Falle sicher befestigt sein.
mindestens 3/4 der gesamten Profilfläche. Auch bei Verwendung des oder der Reserveräder (Ral-
Ein Protest gegen die Profiltiefe und die E-Kenn- lyesport) müssen alle Regelungen gemäß Artikel 13.1 bis
zeichnung ist nicht zulässig. 13.3 beachtet werden.
Darüber hinaus müssen die Reifen der StVZO ent- Falls serienmäßig ein Notrad vorhanden ist, darf dieses ein-
sprechen. gebaut sein, es darf jedoch solange sich das Fahrzeug im
Wettbewerb befindet nicht am Fahrwerk montiert werden.
Art. 15 Karosserie und Fahrgestell
Die serienmäßige Karosserie und/oder das Fahrgestell –
gemäß Art. 251-2.5.2 und 2.5.1 des Anhangs J (ISG) – dür-
fen verstärkt oder erleichtert werden. Jedoch darf die pro-
jizierte Gesamtfläche von Ausschnitten an einem Bauteil
maximal 30% der ursprünglichen projizierten Gesamtflä-
che des Originalbauteils betragen.
Jedoch dürfen Teile, die zur Aufnahme von Motor, Getrie-
be, Lenkungs-, Brems- oder Radaufhängungselementen
dienen, nicht erleichtert werden.
Das Entfernen bzw. Ausschneiden von großflächigen
Bauteilen ist nicht erlaubt. Hiervon ausgenommen ist die
Trennwand vom Wasserkasten zum Motorraum hin. Es
muss dann jedoch eine Querstrebe zwischen den Feder-
beindomen bzw. den oberen Radaufhängungspunkten
30 Gruppe F
angebracht sein, damit die Stabilität des Fahrzeuges wie- lich um Bauteile handeln, die zum Zwecke des Schutzes
der gewährleistet ist. gegen Beschädigungen am Unterboden, wie auch Motor,
Es ist nicht gestattet, erleichterte Teile zu verstärken oder Getriebe, Tank usw., angebracht sind. Der Unterschutz
verstärkte Teile zu erleichtern. darf Knickkanten aufweisen um der Kontur des Fahrzeug-
unterbodens zu folgen, jedoch darf die Unterschutz- Hin-
Die äußere Form der Originalkarosserie muss beibehalten terkante nicht höher verlaufen als die anderen Bereiche
werden, ausgenommen hiervon sind die Kotflügel und des Unterschutzes. Darüber hinaus darf der Unterschutz
die erlaubten aerodynamischen Hilfsmittel. Der serienmä- von seiner Gestaltung nicht den Zweck eines Diffusors
ßige Kühlergrill muss beibehalten werden, mit Ausnahme erfüllen.
von erlaubten Änderungen des Grills, die beim Umbau Fest am Wagen angebaute pneumatische Wagenheber
von Beleuchtungseinrichtungen im Rahmen des Art. 22 sind erlaubt. Zum Zwecke des Einbaus solcher Wagenhe-
notwendig sind. ber sind örtlich notwendige Änderungen an der Boden-
gruppe bzw. Türschweller zulässig.“
Bei Fahrzeugen mit Heckmotor, z. B. NSU-TT, dürfen im
Frontblech zwischen den Scheinwerfern keine nichtseri- Hinweis: Die Hülsen für vorgenannte Wagenheber müs-
enmäßigen Öffnungen vorhanden sein. sen bei sogenannten Eigenbaukäfigen separate Bauteile
sein. Sie dürfen also grundsätzlich nicht mit den Käfigfü-
Ausschließlich zur Unterbringung des Katalysators, des ßen kombiniert sein.
Partikelfilters und zum Einbau des Kraftstoffbehälters im Außer den Reifen und Felgen darf kein Teil des Fahrzeugs
Kofferraum (gemäß Art. 23) sind örtlich notwendige Än- den Boden berühren, wenn die Reifen an einer Seite des
derungen des Fahrzeugbodens zulässig. Darüber hinaus Wagens ohne Luft sind.
muss die serienmäßige Bodengruppe beibehalten wer- Grundsätzlich darf kein mechanisches Bauteil außerhalb
den; jedoch sind Verstärkungen zulässig. der ursprünglichen Karosserie angebracht werden.
Serienmäßige bzw. bauartgeprüfte Schiebe- bzw. Son- Ein Wasserkühler darf nur dann außerhalb der Karosserie
nendächer und Cabrioverdecke sind erlaubt. Diese müs- montiert werden, wenn er unterhalb einer durch die Rad-
sen während der Veranstaltung geschlossen sein. nabenmitte gedachten horizontalen Ebene liegt.
Ein vorhandenes Schiebe-/Sonnendach darf unter der Be- 15.1 Fahrzeughöhe
dingung entfernt werden, dass die entstandene Öffnung Die Fahrzeughöhe wird am höchsten Punkt der Karosse-
durch das gleiche Material mit gleicher Materialdicke (To- rie, evtl. Heckspoiler, ermittelt und in die Fahrzeugpapiere
leranz: 10 %) wie das des Seriendaches durch Schweißung eingetragen.
verschlossen wird. Bei einer Überprüfung muss die Fahrzeughöhe ohne jede
Von der FISA/FIA für das betreffende Fahrzeug homologier- Änderung am Fahrzeug gemessen werden, d. h. auch mit
te bzw. ehemals homologierte Dachklappen und Lufthut- den Rädern und Reifen, die bei der Veranstaltung mon-
zen sind zulässig. Außerdem ist der nachträgliche Einbau tiert waren. Wird bei der Überprüfung der Fahrzeughöhe
einer Fahrgastraumbelüftung (Lufthutze bzw. Luftklappe) die in den Fahrzeugpapieren eingetragene Höhe unter
durch das Dach unter folgenden Bedingungen erlaubt: Berücksichtigung der StVZO-Toleranz von ± 50 mm unter-
bzw. überschritten, so muss die Messung mit einer serien-
Der Einbau der Lufthutze bzw. der Dachklappe muss im mäßigen Rad-/Reifenkombination wiederholt und hierbei
ersten Drittel des Daches erfolgen. Der Dachausschnitt darf die Fahrzeughöhe erreicht und eingehalten werden. Der
maximal 250 mm x 250 mm betragen. Folgende maximale Luftdruck dieser serienmäßigen Bereifung muss dabei ei-
Außenmaße sind zu beachten: nen atmosphärischen Überdruck von 2,5 ±0,2 bar haben.
Breite max. 300 mm; Länge: max. 400 mm; Höhe: max. 50 mm Art. 16 Türen, Motorhaube und Kofferraumhaube
Die Belüftungsvorrichtung darf von oben gesehen nicht Die Scharniere und die Betätigungseinrichtungen der Tü-
über das Dach hinausragen. Bei Einhaltung vorstehender ren sind freigestellt. Das Originalschloss der Türen muss
Abmessungen darf die Luftöffnung auch als NACA-Einlass beibehalten werden.
ausgeführt sein. Der Blechausschnitt im Dach muss durch An der Fahrer- und Beifahrertür muss je eine Türverkleidung
einen Blechrahmen verstärkt werden. Der Einbau darf aus- gemäß Art. 20 (Fahrgastraum/Innenraum) vorhanden sein.
schließlich zum Zwecke der Fahrgastraumbelüftung ver-
Das Material der Motorhaube und der Kofferraumhaube
wendet werden.
ist freigestellt. Die äußere Originalform muss jedoch bei-
Zierleisten und Stoßfänger dürfen entfernt werden, so- behalten werden.
fern sie nicht in der Karosserie integriert sind (z. B. Porsche Die Art der Verriegelungsvorrichtung (nicht Scharniere) der
911) und keine scharfen Kanten erscheinen. Motorhaube und der Kofferraumhaube sind freigestellt.
Nicht verschraubte Radkappen und Radzierblenden müs- Die Motorhaube muss mit Ausnahme des Slalomsports
sen entfernt werden. Nach dem Entfernen von Zierleisten von außen, ohne Zuhilfenahme von Werkzeug oder ande-
und Radkappen dürfen keine scharfen Kanten (z. B. Befes- ren Hilfsmitteln, leicht zu öffnen sein.
tigungsklammern) erscheinen. Luftöffnungen (Ausschnitte) in der Motorhaube sind nur
Die Gesamtbreite des Fahrzeuges darf 2000 mm (ohne unter den folgenden Bedingungen zulässig:
Außenspiegel) nicht überschreiten. Die Anbringung eines a) Die durch eine Öffnung evtl. entstandene Vertiefung
Unterschutzes ist erlaubt. Dabei darf es sich ausschließ- muss durch ein engmaschiges Gitter (Maschenweite
31 Gruppe F
max. 5 mm x 5 mm), welches die Originalform wieder Art. 19 Fahrzeugscheiben
herstellt, abgedeckt werden. Dieses Gitter muss auch Für alle Scheiben ist Sicherheitsglas vorgeschrieben.
bewirken, dass keine Sicht auf mechanische Teile
möglich ist. Darüber hinaus muss die Windschutzscheibe aus Ver-
bund-Hartglas (kein Kunststoff) bestehen.
b) Nichtserienmäßige aufgesetzte Lufthutzen sind gene-
rell verboten. Als Sicherheitsglas i. S. dieses Reglements gelten Hart-
und Mineralgläser mit nationalen Prüfzeichen und Zahlen
Abgeänderte Hauben und Deckel müssen auf jeden Fall (Wellenlinie gefolgt von einem D und einer Zahl) bzw. ECE-
einzeln gegen die serienmäßigen Teile austauschbar sein.,
Prüfzeichen (z. B. 43R E1 ... Zahlen) sowie glasähnliche, ent-
D. h. dass z. B. beim Ausbau der verwendeten Motorhau-
be die Serienmotorhaube vollständig die äußere Karosse- sprechend gekennzeichnete Hartkunststoffscheiben.
rieform wiederherstellen muss und umgekehrt. Die Windschutzscheibe, die hinteren Seitenscheiben und
Eintragungspflichtig sind z. B. Motorhaube und Koffer- die Heckscheibe dürfen durch nichtserienmäßige Schei-
raumdeckel aus einem anderen Material. ben ausgetauscht werden.
Nicht eintragungspflichtig sind (s. Art. 4): Öffnungen in Nichtserienmäßige Scheiben müssen eine Mindeststärke
Motorhauben, sofern sie keine verkehrsgefährdenden, von 3 mm aufweisen.
hervorstehenden Kanten aufweisen. Die Scheiben der Fahrer- und Beifahrertür, sowie darin be-
findliche Schiebefenster müssen der Serie entsprechen.
16.1 Seitenaufprallschutz
Unter Beachtung der Regelungen in Art. 19 Gruppe F Re- Hierbei ist die Verwendung von Kunststoffscheiben –
glement, ist es erlaubt, die Türen mit FIA-homologierten auch mit Eintrag in den Fahrzeugpapieren – nicht zuläs-
Hartschaum gemäß FIA Technical List No. 58 auszukleiden. sig, es sei denn, sie sind serienmäßig.
Der Betätigungsmechanismus und die Befestigung aller
Art. 17 Kotflügel Scheiben sind freigestellt.
Scheiben sind eintragungspflichtig, wenn sie in Art, Mate-
Die Radhaus-Ausschnittskanten der serienmäßigen Kot-
rial oder Abmessungen von der Serie abweichen.
flügel dürfen unter Beibehaltung der Radausschnittsform
(nicht Abmessungen) nachgearbeitet und/oder durch Zur Scheibentönung gelten zusätzlich folgende Bestim-
aufgesetzte Formteile verbreitert werden. Zu diesem mungen:
Zweck dürfen die Kotflügelkanten auch örtlich abge- Für alle Wettbewerbsarten:
schnitten werden und der Innenkotflügel darf angepasst
werden Das Material der aufgesetzten Formteile ist frei- Die Windschutzscheibe sowie die Scheiben der Fahrer-
gestellt. und Beifahrertür müssen klar durchsichtig und dürfen
demnach nicht getönt sein, es sei denn, es handelt sich
Bei Vorhandensein von Kotflügelrändern aus Kunststoff um das serienmäßig getönte Wärmeschutzglas, welches
dürfen diese zum Zwecke der Freigängigkeit der Rei- der StVZO entspricht.
fen umgelegt oder abgeschnitten werden, wobei keine
scharfen Kanten entstehen dürfen. Die Schnittfläche Klare Sicherheitsfolien mit den Prüfzeichen ~D5170,
muss abgerundet und mit einem Kantenschutz abge- D5174, D5178, D5190, D5195, D5197, D5209, D5233,
deckt werden. D5274, D5277, D5403, D5446, D5497, D5532, D5533
oder D5498 (s. a. Allgemeine Bestimmungen und Erläu-
Das Innere der Kotflügel (nicht Radhaus) ist freigestellt,
terungen zu Sicherheitsvorschriften im blauen Teil) sind
es dürfen dort mechanische Bauteile angebracht werden.
an Hart- und Mineralgläsern für die Scheibe innen an der
Oberhalb der Radmitte müssen die Kotflügel, senkrecht Fahrertür, für Glas- und Glassonnendächer in allen Wett-
gemessen, die gesamte Reifenlauffläche abdecken. bewerbsarten und bei Wettbewerben mit Beifahrer auch
Eintragungspflichtig sind z. B. Kotflügelverbreiterungen. innen an der Scheibe der Beifahrertür vorgeschrieben.
Hinweis: Im Regelfall sind die oben genannten Sicher-
Art. 18 Aerodynamische Hilfsmittel heitsfolien eintragungspflichtig.
Front-, Heck- und Seitenspoiler sind grundsätzlich frei- Bei Rundstreckenrennen und Leistungsprüfungen:
gestellt. Die Breite von nichtserienmäßigen Heckspoi-
lern darf max. 80 % der Karosseriebreite, gemessen an a) Getönte Folien (auch bauartgeprüfte), Aufkleber und
den hinteren Kotflügeln senkrecht über der Radmitte, Besprühung sind mit Ausnahme von den hinteren
betragen. Die Höhe nichtserienmäßiger Heckspoiler darf Seitenscheiben nicht erlaubt.
den höchsten Punkt des Daches (ohne Antenne) nicht b) Sämtliche Fahrzeugscheiben mit Ausnahme der hin-
überschreiten. Nicht serienmäßige aerodynamische Hilfs-
mittel am Ende des Fahrzeuges dürfen nicht mehr als 40 teren Seitenscheiben dürfen nicht getönt sein, es sei
cm nach hinten über die äußere Karosserie hinausragen. denn, es handelt sich um das serienmäßig getönte
Nichtserienmäßige Spoiler müssen entweder eine ABE Wärmeschutzglas, welches der StVZO entspricht.
haben oder in den Fahrzeugpapieren eingetragen sein. Werbe- und Namensaufkleber, welche nach den FIA-/
Statt der serienmäßigen Stoßfänger dürfen zugelassene DMSB-Vorschriften erlaubt sind (siehe DMSB-Handbuch,
Spoiler mit integriertem Stoßfänger montiert werden. blauer Teil), sind von vorstehendem Punkt a) nicht betroffen.
32 Gruppe F
Bei Veranstaltungen, die in der Nacht durchgeführt wer- Während der Veranstaltung ist dies auch ohne Eintragung
den bzw. bis in die Nachtstunden hinein andauern (z. B. in die Fahrzeugpapiere zulässig. Eingebaute rechte und
24-Stunden-Rennen), kann der Veranstalter in seiner Aus- linke Vordersitze müssen vollständig auf der einen oder
schreibung Ausnahmen zu vorgenannten Regelungen der anderen Seite der vertikalen Längsmittelebene des
beim DMSB beantragen. Fahrzeugs montiert sein.
Im Slalomsport sind bauartgeprüfte Tönungsfolien an der Die Originalhalterungen für die Rücksitzbank/Rücksitze
Heckscheibe zulässig, sofern das Fahrzeug über je einen müssen beibehalten werden, wenn die Sitze ausgebaut
Außenspiegel an Fahrer- und Beifahrerseite verfügt. sind und die entsprechenden Sitzplätze in den Fahrzeug-
Papieren nicht gestrichen sind.
Art. 20 Fahrgastraum/Kofferraum Die Sitzbefestigung muss der Serie, dem Art. 253-16 im
Die Innenausstattung des Fahrgastraumes/Kofferraumes Anhang J zum ISG, der FIA-Sitzhomologation oder einer
ist unter nachfolgenden Bedingungen freigestellt. der nachstehenden Zeichnungen entsprechen.
Armaturenbrett: Das Armaturenbrett (Instrumententrä-
ger) muss der Serie entsprechen. Verkleidungsteile, die
unterhalb des Armaturenbrettes liegen und nicht Be-
standteil desselben sind, dürfen entfernt werden.
Instrumentierung: Die Instrumente sind freigestellt, je-
doch müssen Tachometer und Kontrollleuchten (z. B.
Fahrtrichtungsanzeiger, Fernlicht) vorhanden sein. Ände-
rungen am Tachometer sind eintragungspflichtig.
Tür-/Seitenverkleidung: Türverkleidungen und hintere Sei-
tenverkleidungen müssen vorhanden sein. Die Tür- und
die hinteren Seitenverkleidungen können der Serie ent-
sprechen oder aus Metallblech mit einer Stärke von min.
0,5 mm, aus Kohlefaser mit einer Stärke von min. 1 mm
oder aus anderem, festen und schwer entflammbarem Ma-
terial mit einer Stärke von min. 2 mm bestehen. Die Verklei- 1 - Verstärkung
dungen müssen alle beweglichen Teile und die für die Tür, 2 - Sitzschale
Scharniere, Schloss und Fensterheberfunktionen erforderli- 3 - Gegenplatte
chen Teile flächig und wirkungsvoll abdecken.
Betätigungshebel für Handbremse und/oder Getriebe,
welche nach oben gerichtet sind, müssen mit einem Das verwendete Rohrmaterial muss aus Stahl beste-
Knauf oder einer Polsterung versehen sein. Die Gas-, hen und mit einem Durchmesser von mind. Ø 38 mm x
Kupplung- und Bremspedale dürfen durch andere ersetzt 2,5 mm bzw. Ø 40 mm x 2 mm oder mit einem Vierkant-
werden. Auch eine sogenannte Pedalbox ist zulässig. querschnitt von mind. 35 mm x 35 mm x 2 mm ausgeführt
Sitze/-halterungen: sein oder, falls gegeben, der Homologation entsprechen.
Bei Rundstreckenrennen, Bergrennen, Leistungsprüfungen Darüber hinaus sind adäquate, von den vorstehenden
und Rallyes sind für die Insassen FIA-homologierte bzw. Möglichkeiten abweichende Sitzbefestigungen zulässig,
ehemals FIA-homologierte Sitze gemäß FIA-Normen 8855- falls diese konkret oder in Zusammenhang mit einem
1999 oder 8862-2009 vorgeschrieben. Sitzeintrag in den Fahrzeugpapieren eingetragen wurde.
Im Slalomsport sind die Sitze freigestellt. Die serienmäßige Sitzbefestigung darf hierzu entfernt
Falls ein FIA-homologierter Sitz zur Anwendung kommt, werden.
darf dessen Alter maximal 10 Jahre betragen. Bei Sitzen der Norm 8862/2009 muss die von der FIA ho-
FIA-homologierte Sitze müssen, mit Ausnahme des mologierte Befestigung verwendet werden. Bei Sitzen
Rallyesports, nicht zwingend in den Fahrzeugpapieren der Norm 8855-1999 muss die betreffende Angabe in der
eingetragen sein. Alternativ zu einem Eintrag in den technischen Liste Nr. 12, falls angegeben, berücksichtigt
Fahrzeugpapieren genügt ein Eintrag eines DMSB-Sach- werden.
verständigen im DMSB-Wagenpass. Es dürfen nur folgende Zubehörteile im Fahrgastraum an-
Der Beifahrersitz und die Rücksitzbank/Rücksitze dürfen gebracht werden: Überrollvorrichtung, Ersatzrad, Feuerlö-
entfernt werden. scher, Funkanlage, Helmhalter, Komfortteile und Ballast.
33 Sie können auch lesen