Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim

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Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
Unsere Medientipps des Monats

November 2009 bis Oktober 2010
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
November 2009                            Empfehlung von Bettina Harling
                                         Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                         Nelson, der rabenschwarze Sohn der Hafenkatze Mia, möchte unbedingt
                                         ein echter Schiffskater werden. Durch Zufall gerät er auf das Handelsschiff
                                         „Schwarze Muschel“. Doch der kleine Kater wird seekrank und der Kapitän
                                         hält nichts von blinden Passagieren. Erst als er die diebische Rattenbande
                                         überlistet und den Küchenjungen Pelle vor dem Ertrinken rettet, wird er zum
                                         offiziellen Mannschaftsmitglied. Nelson erlebt zahlreiche Abenteuer.

                                         Nelson, der rabenschwarze Sohn der Hafenkatze Mia, möchte unbedingt
                                         ein echter Schiffskater werden. Durch Zufall gerät er auf das Handelsschiff
                                         „Schwarze Muschel“. Doch der kleine Kater wird seekrank und der Kapitän
                                         hält nichts von blinden Passagieren. Erst als er die diebische Rattenbande
                                         überlistet und den Küchenjungen Pelle vor dem Ertrinken rettet, wird er zum
                                         offiziellen Mannschaftsmitglied. Nelson erlebt zahlreiche Abenteuer.

                                         Die Abenteuer von Schiffskater Nelson eigenen sich hervorragend zum Vor-
Hanauer, Michael:                        lesen für Kinder ab sechs Jahren, entweder in acht Häppchen (Kapitel) vor
Ahoi, Kater Nelson!                      dem Einschlafen oder in einem Zug an einem verregneten Tag. Und die war-
Thienemann, 2009. – 90 Seiten.           men, ausdruckstarken Bilder von Mathias Weber, einem Ladenburger Illust-
Signatur: JE6 Hana (Kinderbuchbestand)   rator, sind eine Bereicherung für die Geschichte.
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
Dezember 2009                  Empfehlung von Sabine Morgenthaler
                               Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                               Ich war ein Unterwegskind. In der Zugluft des Fahrens entdeckte ich die
                               Welt, und wie sie verweht“.

                               Ilma Rakusa, 1946 in der Slowakei als Tochter einer Ungarin und eines Slowenen
                               geboren, hat für ihren Roman „Mehr Meer“ den Schweizer Buchpreis des Jahres
                               2009 erhalten. Die Jury lobte ihre „Erfüllung der Welt mit Poesie“.

                               Der Roman hat den Untertitel „Erinnerungspassagen“. In kurzen Kapiteln er-
                               zählt Ilma Rakusa von ihrer Kindheit und Jugend in Mitteleuropa nach dem
                               Zweiten Weltkrieg, der politische und kulturelle Veränderungen mit sich
                               brachte.

                               Von einer slowakischen Kleinstadt über Budapest, Triest nach Zürich und
                               weiter nach Leningrad/St. Petersburg und Paris - überall ist sie die Fremde,
                               die „Nicht-ganz-Zugehörige“. Von den vielen Orten, an denen sie gelebt hat
                               und ebenso von vielen Begegnungen bleiben jedoch „Töne, Farben, Klänge
                               und Gerüche“. Ilma Rakusa erinnert sich an ihre Jugend in den 50er und 60er
                               Jahren des letzten Jahrhunderts in Gedichten, Dialogen und Monologen. Sie
                               beschreibt ihre Reisen und „das Paradies des Meeres“ sowie die Küste in
                               Triest und Grado, wo zwei Meere aufeinander treffen.
Rakusa, Ilma.
Mehr Meer.                     Man erkennt in der Sprache des Romans die Lyrikerin Ilma Rakusa, sie ist
Erinnerungspassagen.           knapp und präzise. Der Roman ist nicht nur autobiographisch, er porträtiert
Droschl, 2009. – 352 Seiten.   liebevoll wichtige Menschen im Leben der Autorin und vermittelt zwischen
Signatur: Raku.                Vergangenheit und Gegenwart.
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
Januar 2010                                                     Empfehlung von Barbara Kette
                                                                Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                                                Die Villen in der Mannheimer Oststadt, Überbleibsel großbürgerlichen Le-
                                                                bensstils, fallen nicht nur dem Besucher ins Auge. Entstanden zwischen den
                                                                beiden großen Kriegen 1870/71 und 1914 - 1918 sind sie Zeugnis einer Zeit, in
                                                                der dem Wohnen zunehmend Bedeutung zugemessen wurde.

                                                                Das Buch schließt eine Lücke in der Mannheim-Literatur. Der Autor, gleich-
                                                                zeitig auch Verleger in Worms und Verfasser des ebenso opulent gestalteten
                                                                Werks „Die kurfürstliche Residenz zu Mannheim“, recherchierte in zahllosen
                                                                Archiven und Bibliotheken, arbeitete mit dem Stadtarchiv Mannheim zusam-
                                                                men und stellte Kontakt zu ehemaligen Besitzern her.

                                                                Das Entstehen der bürgerlichen Wohnkultur ist, so der Autor, nichts Mann-
                                                                heim-Spezifisches, vielmehr soll diese in einem für die Epoche bezeichnen-
                                                                den gesellschaftlichen Zusammenhang gesehen werden. So waren die oft
                                                                wie Trutzburgen angelegten Häuser auch Rückzugsorte für die Besitzer in
                                                                einer sozial unruhigen Zeit.

                                                                Eine Vielfalt der Baustile fällt auf: Renaissance, moderner Barock und Ro-
                                                                koko, altdeutsche Bauweise, Jugendstil, englisches Landhaus. Obwohl äu-
                                                                ßerlich so verschieden, ist die Aufteilung der Innenräume fast immer gleich:
                                                                unten die Repräsentationsräume, oben die Privatzimmer. Detailliert und mit
                                                                zahlreichen historischen Fotografien versehen wird auf den Salon, die Erfin-
                                                                dung des Speisezimmers, den Wintergarten, das Rauchzimmer und vieles
                                                                mehr eingegangen. Dabei werden immer wieder Querverbindungen zu Stile-
                                                                lementen der Epoche gezogen.

Werner, Ferdinand:                                              Ein Kapitel „Villenschicksale“ der von Krieg und Abrissbirne gebeutelten
Mannheimer Villen.                                              Häuser schließt den Band mit den Worten ab: „Immer noch ist die Oststadt
Architektur und Wohnkultur in den Quadraten und der Oststadt.   ein von baumgesäumten Straßen durchzogenes ruhiges Wohnviertel, das sie
Wernersche Verlags-Gesellschaft, 2009. – 419 Seiten.            auch bleiben sollte. Was ihre Erfinder vor über hundert Jahren beabsichtig-
Signatur: Dr Wern                                               ten und was daraus geworden ist, versuchte dieses Buch darzustellen.“
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
Februar 2010                                   Empfehlung von Bettina Harling
                                               Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                               Bei einem Marktstand denkt man normalerweise an Obst und Gemüse, in
                                               diesem Musical für Kinder ab sechs Jahren bietet die Markhändlerin jedoch
                                               Worte an.

                                               Lieblingsworte, höfliche und fremde Worte oder auch Schimpfworte - in sie-
                                               ben Szenen und sieben Liedern können Kinder die Vielfalt und Möglichkei-
                                               ten der Sprache entdecken. Am Ende der Geschichte klaut ein Dieb wichtige
                                               Worte und die Kinder werden aufgefordert, bei der Suche zu helfen.

                                               Alle Lieder gibt es auch als Playbackversion und die Texte im Beiheft ermöglichen
                                               das problemlose Mitsingen. Ursprünglich als Musiktheaterstück für Schulklassen
                                               entwickelt, bietet die CD nicht nur Hörgenuss und Anregungen zu Sprachspie-
Lange, Thomas; Theil, Claude; Wölk, Maricel:   len. Eine Homepage www.die-haendlerin-der-worte.de mit ausführlichem Leh-
Die Händlerin der Worte.                       rermaterial gibt Anregungen für den Unterricht, und alle kleinen und großen
Ein Musical über die Welt der Worte.           Sammler können ihre gefundenen Worte an die Händlerin schicken. Wer dann
Jumbo, 2009. – Laufzeit: 62 Minuten.           immer noch nicht genug hat, kann das Musical besuchen oder über eine eigene
Signatur: JCD                                  Aufführung nachdenken.
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
März 2010                                            Empfehlung von Marion Hekmann
                                                     Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                                     Das Handbuch ist zweiteilig aufgebaut: von einer Seite ist es das Handbuch
                                                     für Optimisten, dreht man es um, wird es zum Handbuch für Pessimisten.
                                                     Es besteht aus Spruch- und Zitatesammlungen zu unterschiedlichen Themen
                                                     von A bis Z wie z. B. Alter, Arbeit, Bildung, Ehe, Gesundheit, Haarausfall,
                                                     Langeweile oder Ordnung – jedoch aus positiver sowie negativer Sicht be-
                                                     leuchtet. Interessant ist, dass sich für alle Themen sowohl positive als auch
                                                     negative Aussagen finden lassen. So wird die Sicht der Dinge zu einer Aus-
                                                     legungssache – und ganz wie man sich gerade fühlt, kann man zur entspre-
                                                     chenden Seite greifen und seinen Gefühlen Nachdruck verleihen. Oder in ei-
                                                     ner gefährlich depressiven Stimmung mit schlauen Worten zurück zur guten
                                                     Laune finden.

                                                     Zahlreiche Weisheiten, Aphorismen, aber auch kurze Auszüge aus statistischen
                                                     Umfragen regen zum Schmunzeln und Nachdenken an. So sei mit den Worten
                                                     von Sir Richard Steele (1672 - 1729), einem irischen Schriftsteller gesagt: „Lesen
                                                     ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist“. Wer das aber anders sieht,
                                                     kann das Buch ja umdrehen.
Edworthy, Niall; Cramsie, Petra:
Handbuch für Optimisten. Handbuch für Pessimisten.   Auch gut geeignet erweist sich das Handbuch für die Suche nach Zitaten und
Bloomsbury Berlin, 2009. – 139 und 140 Seiten.       Sprüchen zu bestimmten Themen, sei es für Reden oder für das passende
Signatur: Aax Edwo                                   Zitat auf der Glückwunschkarte.
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
April 2010                      Empfehlung von Batrbara Kette
                                Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                Rechtzeitig zum 90. Geburtstag von Ray Bradbury gibt es nun für alle Gra-
                                phic-Novel-Fans den Klassiker des Autors als spannenden Comic.

                                Der Science-Fiction-Roman erschien bereits 1953 und spielt in einem totalitä-
                                ren Staat, in dem die Menschen unmündig gehalten und Bücher - als Symbol
                                für selbstständiges Denken - von der Feuerwehr aufgespürt und verbrannt
                                werden. Feuerwehrmann Guy Montag, der kritiklos für das System arbeitet,
                                lernt durch die siebzehnjährige Clarisse die Liebe zur Natur und zu Büchern
                                kennen. Er entwickelt sich heimlich zum Bücherliebhaber und Gegner des
                                Systems und schließt sich - nach einem spektakulären Vorfall in seinem eige-
                                nen Haus - Aussteigern im Wald an. Nach der Zerstörung seiner Stadt durch
                                feindliche Mächte ist ein Neubeginn der Überlebenden möglich.

                                In Anlehnung an den Roman wurde der Stoff 1966 von Francois Truffaut mit
                                Julie Christie in einer eindrucksvollen Doppelrolle verfilmt. Das Filmende
                                weist jedoch, abweichend vom Buch, nicht auf eine bessere Zukunft hin.

                                Die Graphic Novel, von dem amerikanischen Zeichner Tim Hamilton illust-
                                riert und von Bradbury, selbst erklärter Comic-Fan, abgesegnet, greift den
                                Stoff in der dem Medium Comic eigenen Weise auf. Die Handlung wird in
                                kalten, grau-grün-blau gehaltenen Bildern erzählt, zu denen der flammende
                                Höhepunkt einen gelb-orangenen Kontrast bildet. Das Ende lehnt sich an
Bradbury, Ray; Hamilton, Tim:   den hoffnungsvollen Ausblick des Romans an.
Fahrenheit 451.
Graphic Novel.                  Für alle, die diesen Science-Fiction-Klassiker noch nicht kennen oder wieder
Eichborn, 2010. – 160 Seiten.   einmal lesen wollen, macht die Grahic-Novel Lust auf das Original und nicht
Signatur: TB Rdo Brad           zuletzt auch auf den Film.
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
Mai 2010                                                     Empfehlung von Barbara Vollmer
                                                             Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                                             Deon Meyer, bereits zweimal mit dem deutschen Krimipreis ausgezeichne-
                                                             ter südafrikanischer Schriftsteller, erzählt in seinem neuen Roman „Dreizehn
                                                             Stunden“ aus dem Polizeialltag in Kapstadt und Umgebung.

                                                             Inspector Bennie Griessel, der mit seinen Erfahrungen eine Gruppe junger
                                                             farbiger Polizisten unterstützen soll, wird dadurch in die Aufklärung zweier
                                                             brisanter Morde verwickelt und muss im Wettlauf mit einer Gangsterbande
                                                             unter allen Umständen einen weiteren Mord verhindern.

                                                             Schon früh am Morgen wird eine junge amerikanische Touristin mit durch-
                                                             schnittener Kehle in der Nähe einer Kirche gefunden. Wie sich bald heraus-
                                                             stellt, wird ihre Freundin – Zeugin des Mordes – von den Killern durch die
                                                             Kap-Region gejagt, ohne jedoch Schutz bei der Polizei zu suchen. Kurze Zeit
                                                             später wird ein weiterer Mord gemeldet: Ein bekannter Musikproduzent liegt
                                                             erschossen in seinem Wohnzimmer. Seine Frau, eine alkoholkranke ehemalige
                                                             Schlagersängerin, sitzt neben ihm und kann sich an nichts erinnern. Griessel
                                                             und seine Truppe ermitteln unter Hockdruck in den beiden Fällen, suchen in
                                                             ganz unterschiedlichen Milieus nach Tätern und Motiven.

                                                             Durch den ständigen Wechsel der Perspektive zwischen Griessel, seinen
                                                             Mitarbeitern, dem flüchtenden Mädchen und ihren Verfolgern sowie den
                                                             schnellen Wechseln der Schauplätze erzeugt Deon Meyer eine wachsende
                                                             Spannung bis zum überraschenden Finale. Seine Stärke ist es aber auch, die
Meyer, Deon:                                                 Lebenssituation im heutigen Südafrika in die Handlung einzubeziehen und
Dreizehn Stunden.                                            den Lesern dadurch auf unterhaltsame Weise die politische und gesellschaft-
Roman.                                                       liche Situation des Landes nahezubringen. Denn auch Jahre nach dem Ende
Rütten & Löning, 2009. – 470 Seiten.                         der Apartheid sind die Konflikte, die sich aus der Geschichte ergeben, noch
Signatur: Meye                                               nicht gelöst und führen zu neuen Spannungen zwischen den ethnischen
                                                             Gruppen.
Auch als Hörbuch im Bestand, gelesen von Romanus Fuhrmann.
5 CDs. – Gesamtlaufzeit: 396 Minuten.                        Nicht nur für Südafrikareisende eine lohnende Lektüre!
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
Juni 2010                                                                  Empfehlung von Kirsten Brodmann
                                                                           Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                                                           Unter dem Motto „BunteZungen_WorteFluss“ hatten junge Autorinnen und Auto-
                                                                           ren aus der Metropolregion Rhein-Neckar die Gelegenheit, an einem Schreibwett-
                                                                           bewerb teilzunehmen. Das Ergebnis liegt nun als Buch vor: 65 von 229 Beiträgen
                                                                           schafften den Eingang in diesen Erzählband. In Kurzprosa, Gedichten, szenischen
                                                                           Darstellungen und Rap-Versionen entstand eine Kurzaufnahme der Gefühlswelt
                                                                           der 12 bis 20 Jahre alten Jugendlichen.

                                                                           Die Vielfalt der Erzählungen ist enorm: Welche Gefühle gehen einem durch den
                                                                           Kopf, wenn die langjährige Freundin ins Krankenhaus kommt und dort sehr lange
                                                                           bleiben muss? Eine Adoleszenzentwicklung der knallharten Art, denn die Zeit ver-
                                                                           ändert beide jungen Frauen, und die Krankheit verändert auch den Menschen.

                                                                           „Welches Wunder muss passieren, dass man aus der dunklen Nacht, grauen Häu-
                                                                           sern und Fassaden strahlend bunte Farben macht“ – die „Melodie“, Lyrik einer vier-
                                                                           zehnjährigen Autorin, entführt uns mitten in die Region mit ihren städtebaulichen
                                                                           Albträumen und den daraus resultierenden Gedanken.

                                                                           Liebe und Schule sind allgegenwärtige Themen, die immer wieder aufgegriffen
                                                                           und in unterschiedlichen Variationen ausgeleuchtet werden. Neben Selbstmord-
                                                                           varianten und Amoklauf-Verarbeitung geht es aber auch um die Selbstfindung und
                                                                           den Weg, den man als Jugendlicher einschlagen kann oder soll.

                                                                           „Ihr denkt, ihr könnt mich halten, mich in eine Kiste sperren, meine Flügel wollt ihr
                                                                           falten, ich kann mich nicht wehrn ...“ – die Themen Freiheit und das Gefühl, in der
                                                                           Situation gefangen zu sein, nehmen großen Raum ein und werden in unterschied-
                                                                           lichen Erzählstilen überaus beeindruckend dargestellt.

                                                                           Man liest sich fest und ist fasziniert von den unterschiedlichen Themen. Abschlie-
BunteZungen_WorteFluss                                                     ßend freut man sich noch über die gelungene Schülerparodie „Alles außer Mathe“,
Texte junger Menschen aus der Metropolregion Rhein-Neckar.                 die mittels einer Drehbuchvorlage die Nöte der „Mathe“-Lernenden treffend auf
Wellhöfer, 2010. - 254 Seiten.                                             den Punkt bringt.
Signatur: JE4 Bunt (in der Zentralbibliothek im Stadthaus N 1 auch unter
JuBi Gefühlswelten oder RND Lite Bunt)                                     Ein Lesebuch mit bester Unterhaltung, gerne empfohlen!
Unsere Medientipps des Monats - November 2009 bis Oktober 2010 - Stadt Mannheim
Juli 2010                            Empfehlung von Marie-Luise Hammer
                                     Auszubildende bei der Stadtbibliothek Mannheim

                                     Endlich erscheint der Erfolgsroman „Das Dorf der Wunder“ von Roy Jacobsen in
                                     deutscher Sprache. Dem Autor, der in seiner Heimat als einer der bedeutendsten
                                     Schriftsteller der Gegenwart gilt, ist eine wunderschöne Erzählung über wärmende
                                     Mitmenschlichkeit in Finnland gelungen.

                                     Der Leser wird in das Jahr 1939 an den historisch bedeutungsschweren Ort Suomus-
                                     salmi versetzt. Bei minus 40 Grad steht Finnland ein Angriff von der Sowjetunion
                                     bevor. Jeder flieht vor der heranrückenden Roten Armee, außer dem stoisch-leut-
                                     seligen Holzfäller Timo Vatanen. Dieser wartet, inmitten der von den Einwohnern
                                     selbst verbrannten Häuser, auf die Ankunft der Truppen Stalins. Er richtet sich
                                     häuslich im ehemaligen Haus seines Gönners ein und geht seiner Arbeit nach.

                                     Als die Russen eintreffen, sind sie gegenüber dem Verhalten von Timo ratlos. Sie
                                     beziehen seine Behausung und engagieren ihn als Holzfäller. Da der Beschuss von
                                     den sich wehrenden Finnen immer schlimmer wird, müssen sie in einen Erdbunker
                                     umziehen.

                                     Langsam wird Timo für seine Belagerer unentbehrlich. Nur er verfügt über das Wis-
                                     sen, wie man in der klirrenden Kälte Finnlands überleben kann. Aus dem anfängli-
                                     chen „Idioten“ und ungewolltem Außenseiter wird ein Lebensretter. Er übernimmt
                                     die Führung einer kleinen Holzfällertruppe. Am Anfang wird diese von den Russen
                                     bewacht, die sich dann aber vor dem starken Kugelhagel der Finnen zurückziehen.
                                     Nun sind die Zwangsarbeiter und einfache Soldaten mit Timo in der tief verschnei-
                                     ten Wildnis auf sich allein gestellt. Bald sind die Barrikaden der Nationalitäten
                                     überwunden und es entsteht ein Hoffnungsschimmer von Frieden.

                                     Der Leser merkt sehr schnell, dass Timo alles andere als dumm und einfältig ist. Er
                                     ist stur, bauernschlau und leistet mit seiner Art eine Form von Widerstand – ein
                                     Mann, der ungewollt zum Helden wird.

                                     Die Geschichte ist sachlich und kühl geschrieben, die Erzählung lässt keine Gefühle
Jacobsen, Roy:                       oder unnötige Beschreibungen zu. Nicht umsonst loben Kritiker Roy Jacobsen als
Das Dorf der Wunder.                 einen, der historisches Geschehen mit dem Schicksal einfacher Leute gut lesbar
Roman.                               verquickt.
Osburg Verlag, 2010. – 237 Seiten.
Signatur: Jaco                       Eine abkühlende Lektüre für einen heißen Sommer!
August 2010                    Empfehlung von Annika Riewe
                               Auszubildende bei der Stadtbibliothek Mannheim

                               Nach „Mieses Karma“ und „Jesus liebt mich“ hat Bestsellerautor David Safier nun
                               seinen dritten Roman veröffentlicht. Diesmal versetzt er seine Leser ins England
                               des 16. Jahrhunderts, in die Zeit Shakespeares.

                               Rosa kann nicht fassen, dass ihr Exfreund Jan die schöne Olivia tatsächlich heiraten
                               will. Sie versucht zunächst alles, um die Hochzeit zu verhindern. Schließlich sind sie
                               und Jan doch füreinander bestimmt, oder?

                               Mitten im Gefühlschaos wird Rosa von ihrem Kollegen Axel in den Zirkus einge-
                               laden. Dort wird sie von Magier Prospero hypnotisiert und bekommt dabei den
                               Auftrag herauszufinden, was die wahre Liebe ist. Sie findet sich plötzlich in der Zeit
                               und im Körper des berühmten Shakespeare wieder.
                               Aber nicht nur das– Shakespeare ist auch mit ihr in seinem Körper gefangen. Er will
                               sie natürlich so schnell wie möglich wieder los werden, schließlich hat er selbst ge-
                               nug Probleme: eine penetrante Verehrerin, die spanische Garde ist hinter ihm her
                               und gleichzeitig soll er noch England retten.
                               Nach vielen Verwicklungen – ganz in Shakespeare-Art – bleiben Rosa und Shake-
                               speare nichts anderes übrig, als sich gegenseitig zu helfen. Dabei erleben sie viele
Safier, David:                  amüsante Abenteuer.
Plötzlich Shakespeare.
Roman.                         Safier ist wirklich ein Meister des Wortwitzes und der abstrusen Situationen – Le-
Kindler, 2010. – 314 Seiten.   sespaß ist garantiert. Eine wunderbare Urlaubslektüre, die in jeden Koffer und jede
Signatur: Safi                  Badetasche passt.
September 2010                        Empfehlung von Bettina Harling
                                      Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                      Fußball und Bücher sind kein Widerspruch, das beweist der englische Kinder-
                                      buchautor Alan MacDonald. Er stand am Anfang einer Fußballerkarriere, als
                                      er einen Literaturwettbewerb gewann. Danach widmete er sich ausschließ-
                                      lich dem Schreiben und hat seither in England über 30 Kinderbücher veröf-
                                      fentlicht. Welch ein Glück – wir hätten sonst Rocco Randale niemals kennen
Bücher aus der Rocco-Randale-Reihe:   gelernt. Drei Titel liegen bisher als Übersetzung aus dem Englischen vor:

MacDonald, Alan:                      Rocco ist ein kleiner Schuljunge, ohne Manieren, aber voller verrückter Ideen.
Flohzirkus mit Würstchen.             Jeder Band enthält drei Geschichten, die von David Roberts wundervoll illus-
Klett, 2009. – 96 Seiten.             triert wurden. Die Bücher sind leicht zu lesen für Kinder ab sieben Jahren,
Signatur: JE6 MacD                    stellen aber auch ein herrliches Vorlesevergnügen für Väter und Söhne dar.
MacDonald, Alan:
Oberstress mit Unterhose.             Rocco steckt voller verrückter Ideen. Er lockt einen Haufen Hunde mit dem
Klett 2010. – 96 Seiten.              Wursttrick zum Tierarzt, sperrt den Vertretungslehrer in die Abstellkammer
Signatur: JE6 MacD                    und geht als Regenwurm verkleidet zur Mädchenparty. Er verliert eine Wette
                                      und muss in Unterhose zur Schule, schießt den Hausmeister mit dem Was-
MacDonald, Alan:                      serschlauch um und erhält beim Vorsingen die textlose Rolle des Hundes.
Mädchenparty mit Wurm.                Rocco Randale macht seinem Name alle Ehre und hat es immer faustdick hin-
Klett, 2010. – 96 Seiten.             ter den Ohren. Hoffentlich noch lange, denn große und kleine Leser warten
Signatur: JE6 MacD                    auf weitere witzige Geschichten zum Lesen und Vorlesen.
Oktober 2010                                Empfehlung von Sabine Morgenthaler
                                            Lektorat der Stadtbibliothek Mannheim

                                            Zwei Ehepaare, zwei Brüder und ihre Frauen, treffen sich in einem Nobelres-
                                            taurant zum Essen. Zunächst unterhalten sie sich über nebensächliches, wie
                                            Urlaubspläne und Filme, und vermeiden das eigentliche Thema - die Zukunft
                                            ihrer beiden 15 jährigen Söhne Michel und Rick, die etwas getan haben, das
                                            sie ruinieren könnte.

                                            Die sechs Gänge des Menüs strukturieren den Roman, der rückblickend wäh-
                                            rend des Essens von einem der Brüder, Paul, erzählt wird und stückweise
                                            ein Geheimnis offenbart. Zwischen Paul, dem frühpensionierten Lehrer und
                                            Serge, einem Landespolitiker, der als nächster Ministerpräsident gehandelt
                                            wird, brechen unterdrückte Konflikte und Emotionen auf. Bald steht eine
                                            Entscheidung im Raum, denn die Eltern wollen Ihre Kinder schützen und für
                                            sie lügen. Doch einer der Väter hat Skrupel – und zwar derjenige, von dem
                                            man es am wenigsten erwartet hätte.

                                            Die tragikomische Geschichte thematisiert die Liebe von Eltern zu ihren Kin-
                                            dern und die Frage wie weit sie gehen dürfen, um diese zu beschützen.
                                            Vom Aperitif bis zum Trinkgeld erzählt der Autor spannend und humorvoll
Koch, Hermann:                              eine Geschichte, die den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte lockt
Angerichtet. Roman.                         und menschliche Schwächen vor Augen hält.
Kiepenheuer & Witsch, 2010. – 336 Seiten.
Signatur: Koch                              Eine Geschichte, die aufwühlt und nachdenklich macht. Absolut lesenswert.
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