WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.

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WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
Informationsblatt

  WARUM UNS
  DIE REICHEN TEUER
  ZU STEHEN KOMMEN
  Fakten zur Verteilung von Vermögen
  und Steuern in Österreich.

Stand: August 2021

ooe.arbeiterkammer.at
WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
EDITORIAL

Andrea Heimberger, MSc       Dr. Johann Kalliauer
AK-DIREKTORIN                AK-PRÄSIDENT

EDITORIAL
In Österreich ist die Vermögensungleichheit im EU-Vergleich besonders groß. Das reichste Prozent der Bevölkerung
besitzt mehr als 38,9 Prozent des gesamten Vermögens. Wenige haben sehr viel, während viele sehr wenig haben.
Hinzu kommt: die Corona-Krise hat die Ungleichheit in der Gesellschaft auf vielen Ebenen weiter verschärft.

Das ist für sich genommen ein großes Gerechtigkeitsproblem, zieht aber noch weitere Probleme für Demokratie und
Gesellschaft nach sich. Gerade aktuell darf zudem nicht darauf vergessen werden, dass Verteilungsschieflagen immer
auch in Wechselwirkung mit der Entwicklung einer Volkswirtschaft als Ganzes stehen. Ungleichheit ist Gift für deren
Entwicklung. Gerade jetzt wäre aber ein sozialer und ökologischer Entwicklungspfad besonders wichtig, um nicht
nach der Gesundheitskrise in die nächste Krise zu stolpern. Ein solcher muss mit einer Vielzahl an verteilungspoliti-
schen und steuerpolitischen Reformen einhergehen.

Potenzial für Reformen ist hierzulande genügend vorhanden. Österreich ist Schlusslicht bei vermögensbezogenen
Steuern, obwohl das private Netto-Vermögen nicht nur besonders hoch, sondern eben auch bei wenigen konzentriert
ist. Es braucht eine echte Steuerstrukturreform, die höhere Beiträge von Vermögen verlangt und im Gegenzug Arbeit
steuerlich entlastet. Das wird Österreich seit Jahren von internationaler Seite empfohlen und würde einen – gerade
aktuell so wichtigen – wachstums- und beschäftigungspolitischen Impuls erzeugen.

So kann auch sichergestellt werden, dass der österreichische Sozialstaat – der für die große Mehrheit der Bevölkerung
ein Wohlstandsgarant ist – weiterhin eine solide Finanzierung hat. Gerade in den Nachwehen der Corona-Krise muss
verhindert werden, dass Krisenkosten auf die Arbeitnehmer/-innen abgewälzt werden. Nach der letzten Wirtschafts-
krise sind europaweit Sozialstandards abgebaut worden, mit verheerenden Folgen. Denn ein Sozialstaat bietet
Sicherheit in herausfordernden Lebenssituationen, etwa bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder im Alter. Er stellt ein
hochwertiges Angebot an Bildung für alle bereit und kann für ausreichende und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze
sorgen. Er finanziert eine gut ausgebaute öffentliche Infrastruktur, die allen zugutekommt. Dafür braucht es entspre-
chendes Steueraufkommen. Denn die Steuern werden laufend in die Modernisierung des Sozialstaates investiert.
Sie müssen gerechter verteilt werden.

Mit dieser Broschüre möchten wir aktuelle Daten zu Vermögen, Reichtum und Steuern zur Verfügung stellen und
zu einer Debatte um eine gerechte Verteilung des Wohlstands und damit eine solide Basis für eine sozial-ökologische
Entwicklung nach der Corona-Krise anregen.

                               Andrea Heimberger, MSc                 Dr. Johann Kalliauer
                               AK-Direktorin                          AK-Präsident

2        ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
INHALT

INHALT
Schieflage der Vermögensverteilung                                                      4
  Österreich: Immenser Reichtum in wenigen Händen                                       4
  Vermögenskonzentration in Österreich besonders krass                                  4
  Vermögensärmere Hälfte ausgeplündert                                                  5
  Die große Bedeutung von Immobilien bei der Zusammensetzung des Reichtums              5
  Sozialer Wohnbau sichert leistbares Wohnen                                            7
  Durchschnittliches Nettovermögen der Haushalte in Österreich                          7
  Die Verteilung des Reichtums ist in Österreich besonders ungleich                     9
  „Reich durch Arbeit“ – nur ein Mythos                                                10
  Ungerecht hohe Vermögensunterschiede                                                 10
Der Sozialstaat ist der Wohlstandsgarant für die Bevölkerungsmehrheit                  11
  Stabiler Anker in der Krise                                                          11
Österreichs ungerechtes Steuersystem                                                   13
  Österreich Steuerparadies für Vermögende                                             14
  Kostspielige Steuergeschenke für Unternehmen                                         14
  Eine echte Steuerstrukturreform                                                      16
Mythen und Wahrheit über Steuern                                                       17
  Exkurs: AK-Modell einer Vermögenssteuer                                              17
  Exkurs: Einstellungen zu Vermögenssteuern                                            20
  Keine weiteren Steuergeschenke für Großkonzerne                                      20
Forderungen der Arbeiterkammer OÖ                                                      21
  Impressum                                                                            22

                                                                      WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		   3
WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

                                         Österreich: Immenser Reichtum                             der Studie gab es im Vorjahr in Österreich
                                         in wenigen Händen                                         346.000 Personen mit einem Vermögen von
                                                                                                   mehr als einer Million US-Dollar. Allein die
                                         Der private Reichtum in Österreich lag Ende               zehn reichsten Familien bzw. Personen ver-
                                         2020 laut einer kürzlich veröffentlichten                 fügen laut Magazin „trend“ derzeit über ein
                                         Vermögensstudie der Credit Suisse bei rund                Vermögen von fast 110 Milliarden Euro –
                                         1,7 Billionen Euro. Ein enormes Vermögen,                 also mehr als sechs Prozent des gesamten
                                         das allerdings sehr ungleich verteilt ist und             Privatvermögens in Österreich.
                                         sich an der Spitze extrem konzentriert. Laut

    ÖSTERREICHS REICHSTE (2021)

     Name                                         Hauptvermögenswerte                                                     Vermögen 2021 in Euro
     Fam. Porsche und Piech                       Beteil. Porsche, VW, Finanzanlagen, Immobilien                                 51.100.000.000
     Dietrich Mateschitz                          Red Bull (49 %), Medien, Hotels, Beteiligungen                                16.400.000.000
     E. u. G. Schaeffler                          Schaeffler AG, Continental AG                                                  9.400.000.000
     Erben n. Karl Wlaschek                       Billa-Gruppe, Immobilien                                                       5.600.000.000
      Johann Graf                                 Novomatic-Gruppe                                                               5.500.000.000
     René Benko                                   Immobilien (Signa-Gruppe), Handel (Signa Retail)                               4.900.000.000
     Michael Tojner                               Montana (u.a. Varta), Wertinvest                                               4.700.000.000
     Georg Stumpf                                 Immobilien, Industriebeteiligungen                                             4.300.000.000
     Ingrid & Familie Flick                       Finanzvermögen aus Erben nach F.K. Flick                                       4.000.000.000
     Familie Swarovski                            Glas-, Kristall-, Optik-, Schleifmittelkonzern                                 3.600.000.000

    AK Grafik Quelle: „der trend“, 25.06.2021.

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SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

Vermögenskonzentration in Österreich                                             besitzt deutlich mehr als die Hälfte des ge-
besonders krass                                                                  samten ­privaten Nettovermögens. Dieses
                                                                                 setzt sich aus dem Geld-, Sach- und Immo-
Die Besitzanteile der reichsten Eliten in                                        bilienver­mögen abzüglich allfälliger Schul-
Öster­reich sind im internationalen Ver-                                         den zusammen. Eine höhere Konzentration
gleich überdurchschnittlich hoch – höher                                         des Ver­mö-gens beim reichsten Zehntel gibt
als im Euroraum-Schnitt und in den USA.                                          es nur in den Niederlanden, Estland und
Das vermögendste Zehntel der Haushalte                                           Zypern.

 BESITZANTEILE DER REICHSTEN 10 PROZENT ANTEIL AM PRIVATEN NETTO-VERMÖGEN IN PROZENT – AUSGEWÄHLTE EU-LÄNDER

                                                                 die reichsten 5 %

 75
                die reichsten 10 Prozent                       die nächstreichen 5 %
                                                                gesamt
                                                                                                                                                                                         62,1
                                                                                                                                                                                58,1
                                                                                                                                                                      56,6
                                                                                                                                                               56,4
                                                                                                                                                        55,4
                                                                                                                                                 53,9
                                                                                                                                          52,7
                                                                                                                                   52,1
                                                                                                                           51,9
                                                                                                                    51,4
                                                                                                          50,2
                                                                                                   50,0
                                                                                          49,2

                                                                                                                                                                                         12,8
                                                                                   47,9
                                                                          47,7
                                                                 47,2
                                                        46,8
                                                 46,6

                                                                                                                                                                                12,7
                                          44,0
                                  43,4

 50                                                                                                                                    13,3 14,6
                                                                                                                             12,3 14,6
                 41,3

                         41,3
          40,6

                                                                                                    12,2 12,0 13,8 13,4 12,9
                                                 11,5 13,9 12,2 10,7 11,9                 13,7 14,5
                                  13,4 11,8
          11,5 14,3 11,7

 25                                                                                                                                                                                      49,3
                                                                                                                   45,4
                                                                                               41,6 40,8 43,1 42,0
                                   35,1      35,0 37,0 36,0 35,5 35,5 38,0 39,4 38,1 38,7 39,8
                                        32,9
          29,1 27,0 29,6 30,0 32,3

  0
               akei

              land

                            n

                                     en

                                                                                                      d
                                                n

                                             tien

                                            land

                                                                   ien

                                                                            ta

                                                                                        uen

                                                                                          ch

                                                                                                            urg

                                                                                                                     arn

                                                                                                                           raum

                                                                                                                                           land

                                                                                                                                           nien

                                                                                                                                               l
                                                                                                                                           land

                                                                                                                                              h

                                                                                                                                            nde

                                                                                                                                                                                 and

                                                                                                                                                                                          ern
                                                                                                                                           uga
                                                                                                 Irlan
                        Pole

                                                                                                                                         rreic
                                           enie

                                                                         Mal

                                                                                      krei
                                Itali

                                                               Belg

                                                                                                                                                                                       Zyp
                                                                                                         emb

                                                                                                                  Ung

                                                                                                                                       erla

                                                                                                                                                                             Estl
                                                                                    Lita
                                        Kroa
          Slow

                                                                                                                                      Port
          chen

                                       Finn

                                                                                                                                      Lett

                                                                                                                                     tsch
                                                                                                                                      Spa
                                                                                                                       Euro
                                      Slow

                                                                                                                                    Öste
                                                                                 Fran

                                                                                                                                  Nied
                                                                                                      Lux

                                                                                                                                  Deu
      Grie

 AK Grafik Quelle: Europäische Zentralbank, HFCS 2017 (Veröffentlichung 2019); privates Netto-Vermögen (Geld-, Sach- und Immobilienvermögen)

                                                                                                                       WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		                           5
WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

                                           Vermögensärmere Hälfte ausgeplündert                                       ten in den Niederlanden (nur ein halbes Pro-
                                                                                                                      zent des Gesamtvermögens befindet sich dort
                                           Für die weniger wohlhabende Hälfte bleibt in                               in Händen der vermögensärmeren Hälfte),
                                           den untersuchten EU-Ländern nur sehr we-                                   in Deutschland (2,6 %) und an der traurigen
                                           nig vom Gesamtvermögen übrig. Am wenigs-                                   drittletzten Stelle in Österreich (3,6 %).

    ANTEIL DER ÄRMEREN HÄLFTE DER HAUSHALTE AM PRIVATEN VERMÖGEN IN PROZENT – AUSGEWÄHLTE EU-LÄNDER
             15,2

                    13,7

    15
                            13,1

                                    12,6

                                            12,0

                                                   11,8

                                                          10,0

                                                                   9,9

                                                                             9,7

                                                                                      9,2
    10

                                                                                              8,7

                                                                                                    8,1

                                                                                                          7,7

                                                                                                                        7,0

                                                                                                                                  6,8
                                                                                                                7,1

                                                                                                                                          6,0

                                                                                                                                                5,8

                                                                                                                                                      5,3

                                                                                                                                                              4,8
     5

                                                                                                                                                                     3,6

                                                                                                                                                                           2,6

                                                                                                                                                                                 0,5
     0
              akei

              uen

                                                    n

                                                 tien

                                                                              arn
                               n

                                      ta

                                                                      en

                                                                                        ien

                                                                                                  urg

                                                                                                    l
                                                                                                nien

                                                                                                land

                                                                                                                           d

                                                                                                                                   and

                                                                                                                                                land

                                                                                                                                                  ch
                                                land

                                                                                                                                               raum

                                                                                                                                                               ern

                                                                                                                                                                            h
                                                                                                                                                                         land

                                                                                                                                                                          nde
                                                                                                 uga

                                                                                                                      Irlan
                                               enie
                           Pole

                                                                                                                                                                       rreic
                                   Mal

                                                                                                                                              krei
                                                                 Itali

                                                                                    Belg

                                                                                                                                                            Zyp
                                                                                             emb
                                                                           Ung

                                                                                                                                                                     erla
                                                                                                                               Estl
          Lita

                                            Kroa
         Slow

                                                                                            Port
                                           chen

                                                                                            Lett

                                                                                                                                           Finn

                                                                                                                                                                    tsch
                                                                                             Spa

                                                                                                                                          Euro
                                          Slow

                                                                                                                                                                   Öste
                                                                                                                                         Fran

                                                                                                                                                                 Nied
                                                                                          Lux

                                                                                                                                                                 Deu
                                       Grie

    AK Grafik Quelle: Europäische Zentralbank, HFCS 2017 (Veröffentlichung 2019); privates Netto-Vermögen (Geld-, Sach- und Immobilienvermögen)

                                           Die große Bedeutung von Immobilien bei                                     sonstigen Immobilienvermögen machen Im-
                                           der Zusammensetzung des Reichtums                                          mobilien fast zwei Drittel des Privat­reichtums
                                                                                                                      in Österreich aus. Der rest­liche Teil besteht in
                                           Fast die Hälfte des Bruttovermögens der pri-                               etwa je zur Hälfte aus dem Unter­nehmenswert
                                           vaten Haushalte in Österreich besteht aus dem                              von Selbständigen und Landwirten/-innen
                                           Eigentum am Hauptwohnsitz. Inklu­sive dem                                  sowie aus dem Finanz­vermögen.

    ZUSAMMENSETZUNG DES BRUTTO-VERMÖGENS PRIVATER HAUSHALTE IN ÖSTERREICH IN PROZENT

                               3,8
                    10,5
                                                                                     Hauptwohnsitze im Eigentum
            4,7                                                                      Sonstiges Immobilienvermögen
                                                                                     Unternehmenswert von Selbständigen (inkl. Landwirtschaft)
                                                      49,3                           Sonstiges Sachvermögen (Fahrzeuge, Schmuck, Kunstgegenstände, etc.)
          17,2
                                                                                     Girokonten und Sparkonten (inkl. Bausparen und Lebensversicherungen)
                                                                                     Sonstiges Finanzvermögen (Zusatzpensionen, Investmentfonds,
                                                                                     ­verliehenes Geld, Aktien, Anleihen, etc.)

                        14,3

    AK Grafik Quelle: Europäische Zentralbank, HFCS 2017 (Veröffentlichung 2019); privates Brutto-Vermögen; Berechnungen der AK OÖ.

6           ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

Das Eigentum am Hauptwohnsitz ist die                                       121.000 Euro wert ist. Bei den nächst wohl­
­dominierende Vermögenskategorie in Öster-                                  habenderen 20 Prozent der Haushalte steigt
 reich. Aber nicht alle haben Anteil daran.                                 der Wohn-Eigentumsanteil auf fast 90 Pro-
 ­Weniger als die Hälfte aller Haushalte besitzt                            zent, mit einem Durchschnittswert von
  ein Eigenheim. Im Durchschnitt ist es rund                                ­brutto 219.000 Euro. Innerhalb des vermö-
  290.000 Euro wert. Der Bruttowert des Eigen-                               gendsten Bevölkerungsfünftels ist der Haupt-
  heims ist allerdings sehr unterschiedlich:                                 wohnsitz zu rund 94 Prozent im Eigentum,
  inner­halb der vermögensärmeren 40 Prozent                                 das im Durchschnitt 437.000 Euro wert ist.
  der Bevölkerung ist Wohn-Eigentum de facto                                 In dieser Gruppe sind die Unterschiede be-
  nicht vorhanden. Erst im mittleren Bevölke-                                sonders krass – allerdings spiegeln sich in die-
  rungsfünftel wohnen 43 Prozent im Eigen-                                   ser Statistik millionenschwere Privat-Villen
  tum, das im Durchschnitt brutto rund                                       nicht wider!

 ANTEIL DER HAUSHALTE MIT EIGENTUM AM HAUPT-WOHNSITZ

                                                                                                               kein Eigentum am Hauptwohnsitz
                                                                                                               Eigentum am Hauptwohnsitz
                                                                                                100 %
                                                                                                                                                   7            3

                                                                                                 75 %
                                                                                                                                    57

                   54,1 %                        45,9 %                                          50 %        98         98
                                                                                                                                                 93           94

                                                                                                 25 %
                                                                                                                                    43

                                                                                                  0%
                                                                                                                  2          2

               mehr als die
                                            weniger als die
              Hälfte hat kein                                                                                         Wert des Hauptwohnsitzes
                                            Hälfte wohnt im
               Eigentum am
                                               Eigentum
              Hauptwohnsitz
                                                                                             500.000 €

                                                                                             400.000 €

                                                                                             300.000 €

                                                                                                             X*         X*
                                                                                                                                                              437.000

                                                                                             200.000 €
                                                                                                                                                 219.000

                                                                                             100.000 €
                                                                                                                                    121.000

                                                                                                   0€
                                                                                                         vermögens- wenig ver-   mittleres      wohl­      reichstes
                                                                                                           ärmstes mögendes      Fünftel      habendes      Fünftel
                                                                                                           Fünftel   Fünftel                   Fünftel

 AK Grafik Quelle: Europäische Zentralbank, HFCS 2017 (Veröffentlichung 2019);
           dargestellt sind “konditionale” Mittelwerte;
                                                                                                         Die nach Gesamt-Nettovermögen gereihten fünf Fünftel
           * = Aufgrund einer geringen Fallzahl sind keine Durchschnittswerte berechenbar.               (je 20 %) der Haushalte.

                                                                                                              WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		            7
WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

                                        Sozialer Wohnbau sichert                                                      Die Daten des HFCS geben die Vermögenssi-
                                        leistbares Wohnen                                                             tuation zutreffend wieder, allerdings nicht
                                                                                                                      für das reichste 1 Prozent. Das Vermögen die-
                                        Ein Großteil der Menschen in Österreich                                       ser „Superreichen“ wird aus methodischen
                                        kann sich Wohnungseigentum nicht leisten                                      Gründen in der Befragung untererfasst, kann
                                        und ist somit auf das Mieten ihres Haupt-                                     aber durch statistische Verfahren zutreffend
                                        wohnsitzes angewiesen. In Österreich sind im                                  geschätzt werden. Eine für diesen Zweck
                                        internationalen Vergleich trotz der in den                                    durchgeführte und im November 2020 veröf-
                                        letzten Jahren stark gestiegenen Mieten noch                                  fentlichte Studie (Heck, Kapeller, Wildauer:
                                        viele Wohnungen leistbar. Ein Hauptgrund                                      „Vermögenskonzentration in Österreich –
                                        dafür ist der im internationalen Vergleich                                    Ein Update auf Basis des HFCS 2017“) schätzt
                                        große gemeinnützige Wohnbausektor, also                                       das österreichische Privatvermögen auf 1.249
                                        Wohnungen, die von Gemeinden oder Ge-                                         Milliarden Euro (statt 985 Milliarden Euro
                                        nossenschaften zu günstigeren als marktübli-                                  laut HFCS) und den Anteil des reichsten
                                        chen Konditionen angeboten werden. Der                                        1 Prozent der Haushalte auf 38,9 Prozent
                                        soziale Wohnbau ist wesentlicher Bestandteil                                  (statt 22,6 Prozent laut HFCS). Das Durch-
                                        unseres Sozialstaats und sichert leistbares                                   schnittsvermögen liegt bei 318.000 Euro und
                                        Wohnen für viele.                                                             der Haushalt genau in der Mitte (Median) hat
                                                                                                                      ein Vermögen von 83.000 Euro.

                                        Durchschnittliches Nettovermögen                                              Die nachfolgende Grafik zeigt das durch-
                                        der Haushalte in Österreich                                                   schnittliche Nettovermögen für jeweils ein
                                                                                                                      Zehntel der österreichischen Haushalte, ge-
                                        Die folgenden Vermögensdaten beruhen auf                                      reiht nach Höhe der Nettovermögen. Das
                                        dem sog. „Household Finance and Consump-                                      vermögensärmste Zehntel hat ein negatives
                                        tion Survey” (HFCS), einer repräsentativen                                    Nettovermögen, also mehr Schulden als Ver-
                                        europaweiten Befragung von Haushalten im                                      mögenswerte. Das reichste Zehntel hat ein
                                        Auftrag der Europäischen Zentralbank. Die                                     Nettovermögen von durchschnittlich mehr
                                        dritte und aktuell letzte Befragungswelle                                     als 2,1 Millionen Euro, also das 25-fache des
                                        stammt aus 2017.                                                              Medianhaushalts.

    DURCHSCHNITTLICHES NETTOVERMÖGEN JE HAUSHALT IN EURO
                                                                                                                                                                            2.105.000
    1.950.000

                                                                                                       Die reichsten 10 Prozent der Haushalte
                                                                                                       verfügen über Nettovermögen von durch-
    1.450.000                                                                                          schnittlich mehr als 2,1 Millionen Euro.

      950.000

      450.000                                                                                                                                               410.000
                    Die vermögensärmsten 10 % der Haushalte                                                                                 278.000
                    haben mehr Schulden als Vermögen.                                                                      196.000
                                                                                                           117.000
                                                         13.000          26.000            57.000
                       -11.000           5.000
      –50.000
                     Vermögens-          2.               3.               4.               5.              6.               7.               8.               9.           Reichstes
                      ärmstes          Zehntel          Zehntel          Zehntel          Zehntel         Zehntel          Zehntel          Zehntel          Zehntel         Zehntel
                       Zehntel
                                                  Die nach Nettovermögen gereihten zehn Zehntel (je 10 %) der Haushalte.
    AK Grafik Quelle: Europäische Zentralbank, HFCS 2017 (Veröffentlichung 2019); Heck, Kapeller, Wildauer: „Vermögenskonzentration in Österreich – Ein Update auf Basis des HFCS 2017“
              (Veröffentlichung November 2020)

8           ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

Noch deutlicher wird die Spaltung der                                       ein Vermögen unter 83.000 Euro (= Median-
Vermögensverhältnisse beim Blick auf das                                    vermögen), das untere Viertel weniger als
reichste Prozent. Zu diesen gehören Haus-                                   13.000 Euro. Bereits ab einem Vermögen von
halte ab einem Nettovermögen von 2,16 Mil-                                  275.000 Euro gehört ein Haushalt zum reichs-
lionen Euro. Im Durchschnitt hat das reichste                               ten Viertel, ab 526.000 Euro zu den reichsten
Prozent ein Vermögen von 12,5 Millionen                                     10 Prozent. Hat ein Haushalt ein Vermögen
Euro, also das 150-fache des Medianhaus-                                    von mehr als 1 Million Euro, gehört er zu den
haltes. Denn die Hälfte aller Haushalte hat                                 reichsten 4 Prozent:

 DURCHSCHNITTLICHES NETTOVERMÖGEN PRO HAUSHALT IN EURO

                                                                                                                                                                                                                                 12.542.000
                                                                                                                       Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt
                                                                                                               im Schnitt 12,5 Millionen Euro.

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                                                                                                                                                                                                                    1.793.000

             die 90-prozentige Bevölkerungsmehrheit                                                                              die reichsten 10 Prozent
                                                                                                                                                                                                      1.349.000

                                                  Drei Viertel der Bevölkerung
                                                                                                                                                                                        1.083.000

                                                     haben im Schnitt ein
                                                                                                                                                                          935.000

                                                   geringeres Vermögen als
                                                                                                                                                            821.000

                                                       rund 275.200 Euro.
                                                                                                                                              732.000

     Die Hälfte der Bevölkerung hat
                                                                                                                                661.000
                                                                                                                 590.000

        im Schnitt ein geringeres
                                                                                                  543.000
                                                                                     526.000

       Vermögen als 83.100 Euro.
                                                                  275.000
                                        83.0000
                      13.0000

                                                                                den reichsten
                                                             Vermögens-
                 Vermögens-

                                                             Grenze zum
                 Grenze zum

                                                                                                10.reichstes
                 niedrigsten

                                                                                                                              8.reichstes

                                                                                                                                                                                      4.reichstes
                                                                                                               9.reichstes

                                                                                                                                                          6.reichstes

                                                                                                                                                                        5.reichstes

                                                                                                                                                                                                    3.reichstes

                                                                                                                                                                                                                  2.reichstes
                                                                                                                                            7.reichstes
                                      (Median)

                                                                                                                                                                                                                                reichstes
                                                                                 10 Prozent
                                                              höchsten

                                                                                 Grenze zu

                                                                                                                                                                                                                                 Prozent
                                                                                                                                              Prozent
                                                                                                                Prozent

                                                                                                                                                                                                     Prozent

                                                                                                                                                                                                                   Prozent
                                                                                                                                                                         Prozent
                                                                                                                                                           Prozent

                                                                                                                                                                                       Prozent
                                                                                                                               Prozent
                                                                                                  Prozent
                                        Mitte

                                                                viertel
                    viertel

 AK Grafik Quelle: Europäische Zentralbank, HFCS 2017 (Veröffentlichung 2019); Heck, Kapeller, Wildauer: „Vermögenskonzentration in Österreich – Ein Update auf Basis des HFCS 2017“
           (Veröffentlichung November 2020)

                                                                                                                             WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		                                                                   9
WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN - Fakten zur Verteilung von Vermögen und Steuern in Österreich.
SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

                                       Die Verteilung des Reichtums                                                                 dert da und verfügt nur über 2,8 Prozent
                                       ist in Österreich besonders ungleich                                                         des Gesamtvermögens. An der Spitze zeigt
                                                                                                                                    sich eine auch im internationalen Vergleich
                                       Die Daten aus der HFCS-Befragung 2017                                                        enorme Konzentration der Vermögen: das
                                       inklusive der Datenanpassung der oben er-                                                    reichste Prozent verfügt über 39 Prozent
                                       wähnten Studie zeigen für Österreich eine                                                    (Vergleich USA 2019: 34,9 Prozent laut
                                       enorme Ungleichheit der Verteilung des                                                       World Inequality Database) und das reichste
                                       gesamten privaten Nettovermögens. Die är-                                                    Zehntel über fast zwei Drittel des Ver-
                                       mere Hälfte der Haushalte steht ausgeplün-                                                   mögens:

 VERTEILUNG DES PRIVATREICHTUMS IN ÖSTERREICH: BESITZANTEILE AM NETTO-VERMÖGEN

100                         1%
                                 
       10 %
                            4%
                                                                                      Das reichste 1 Prozent
                            5%                                                  besitzt fast 40 Prozent
                                                                                             des Reichtums.
                            
                                                                                                                                                      39 %
                            

                                                                                                                                                                                 66 %
                            
                                                                                                   4P 1
                                                                                                     ro 6 P
                                                                                                       ze ro

                            
                                                                                                         nt ze
                                                                                                           ha nt
                                                                                                             be .
                                                                                                               n

                            
                                                                                                                                    
                                                                                                                                                             16 %
                                                                                                                  5 P 11
                                                                                                                     roz Pr

      90 %                                                                                                                    
                                                                                                                        en oze

 50
                                                                                                                          t h nt
                                                                                                                             ab .
                                                                                                                               en

                            
                                                                                                                                    
                                                                                                                                                      11 %
                            
                                                                             90 Prozent der Bevölkerung
                                                                                besitzen rund ein Drittel
                                                                           des Gesamtvermögens.

                            
                                                                                                                                                      34 %
                            
                            
  0
                               Bevölkerungsanteile                                                                                      Besitzanteile

 AK Grafik Quelle: Europäische Zentralbank, HFCS 2017 (Veröffentlichung 2019); Heck, Kapeller, Wildauer: „Vermögenskonzentration in Österreich – Ein Update auf Basis des HFCS 2017”
           (Veröffentlichung November 2020)

10        ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
SCHIEFLAGE DER VERMÖGENSVERTEILUNG

„Reich durch Arbeit“ –                                                         Durch Arbeit reich zu werden, ist nur für
nur ein Mythos                                                                 ­einige wenige mit astronomisch hohen G    ­ a-
                                                                                gen möglich. Besondere Sorge bereiten die
Unterschiede in den Vermögen werden oft                                         stark von der Mitte abgehobenen Einkommen
durch Verweise auf unterschiedliche Leis­                                       von Managern, die schon lange nicht mehr
tungsniveaus gerechtfertigt. Angesichts der                                     mit Leistungsunterschieden begründet wer­
extrem ungleichen Vermögensverteilung wird                                      den können. So verdienten im Jahr 2003 laut
klar, dass der Verweis auf Leistung hier ins                                    einer Studie der Arbeiterkammer Wien die
Leere läuft und nur als Mythos taugt. ­Viel-                                    Vorstände von an der österreichischen Börse
mehr entstehen große Vermögen in Öster­                                         gelisteten Unternehmen (ATX) das 24-fache
reich durch das leistungslose Erben großer                                      eines mittleren Gehalts, 2020 laut Wirtschafts-
Vermögen und/oder durch den Bezug voll­                                         magazin „trend“ schon das 50-fache.
kommen abgehobener Spitzeneinkommen.
                                                                               Ungerecht hohe Vermögensunterschiede
Nur etwa jeder dritte Haushalt der „unteren“
90 Prozent in der Vermögensverteilung ­er-                                     Die enormen Vermögensunterschiede wer­
hält ein Erbe und dieses beträgt im Schnitt                                    den auch von den in Österreich lebenden
120.000 Euro. Für die reichsten 10 Prozent                                     Menschen wahrgenommen. Eine aktuelle Stu-
liegt die Wahrscheinlichkeit bei 71,1 Prozent                                  die des Instituts für höhere Studien zeigt, dass
und das durchschnittliche Erbe bei 830.000                                     rund 60 Prozent der Befragten die Vermö­
Euro. Das reichste 1 Prozent erbt im Schnitt                                   gensunterschiede in Österreich als ungerecht
sogar fast 3,4 Millionen Euro. Durch die                                       groß wahrnehmen. Nur rund 30 Prozent hal­
hohe Konzentration von Erb­schaften bei den                                    ten die Vermögensverteilung für annähernd
Reichsten verfestigt sich die Ungleichheit von                                 gerecht. Der Rest (11 Prozent) empfindet die
Generation zu Generation.                                                      Vermögensunterschiede als ungerecht klein:

 WIE (UN-)GERECHT IST DIE VERMÖGENSUNGLEICHHEIT? ANGABEN IN PROZENT

                                                                              ungerecht
                                                                               klein
                                                                                 11

                                                   ungerecht                          annähernd
                                                     groß                              gerecht
                                                      60                                 30

 AK Grafik Quelle: IHS (Liedl / Molitor / Steiber):„Einstellungen zum Sozialstaat in der COVID-19 Gesundheits- und Arbeitsmarktkrise“, Februar 2021;
           eigene Darstellung; 9-teilige Skala von minus 4 (extrem ungerecht klein) über 0 (gerecht) bis plus 4 (extrem ungerecht groß), in drei Kate-
           gorien zusammengefasst: ungerecht klein (Werte von -4 bis -2), annähernd gerecht (Werte von -1 über Null bis +1) und ungerecht groß
           (Werte von 2 bis 4). Die Abweichung der Summe von 100 Prozent beruht auf Rundungsdifferenzen.

Rund zwei Drittel der Befragten befürworten                                    ungleichheit zu reduzieren. Dafür brauchen
Maßnahmen des Staates, um die Vermögens­                                       wir einen starken Sozialstaat.

                                                                                                                    WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		   11
12   ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
DER SOZIALSTAAT IST DER WOHLSTANDSGARANT

DER SOZIALSTAAT IST DER WOHLSTANDSGARANT
FÜR DIE BEVÖLKERUNGSMEHRHEIT

Der österreichische Sozialstaat garantiert         Abgabenquote nützt nur den Reichen, die
Sicherheit und Stabilität für alle Menschen,       sich Privatversicherungen, -kliniken und
unabhängig von ihrem Einkommen oder Pri-           -schulen leisten können. Die Funktion, die
vatvermögen. Während sich wohlhabende              für diese Wenigen ihr Vermögen einnimmt,
Haushalte mit ihrem Vermögen individuell           übernimmt für alle anderen der Sozialstaat.
absichern können, bietet nur der Sozialstaat       Das Senken der Abgabenquote würde seinen
soziale Sicherheit für alle in Zeiten von Krank-   Zweck als öffentliches Vermögen für alle ge-
heit oder Arbeitslosigkeit, sorgt für eine Pen-    fährden.
sion im Alter und für die leistbare Ausbil-
dung der Kinder vom Kindergarten über die          Oft wird behauptet, dass der Sozialstaat die
Schule bis zur Universität. Gerade die aktuelle    wirtschaftliche Entwicklung bremsen würde
Gesundheitskrise führt uns vor Augen, wie          – doch das Gegenteil ist der Fall: ein gut aus-
wichtig ein funktionierender Sozialstaat ist.      gebauter Sozialstaat ist ein positiver „Stand-
                                                   ortfaktor“! So sind etwa Investitionen in Bil-
Für diese umfassenden Aufgaben hebt jeder          dung und Kinderbetreuung wesentliche Kri-
Staat Steuern und Abgaben ein. Ihr Anteil an       terien für wirtschaftlichen Erfolg. Über den
der gesamten Wirtschaftsleistung eines Lan-        Sozialstaat werden auch die Einkommen und
des, dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), heißt         damit die Nachfrage in wirtschaftlichen Kri-
„Abgabenquote“. In Österreich lag diese im         sen, wie der aktuellen, stabilisiert. Länder mit
Jahr 2019 bei 43,1 Prozent, womit wir uns im       einem ausgebauten Sozialstaat kommen daher
internationalen Vergleich im europäischen          auch besser durch Konjunkturabschwünge.
Spitzenfeld in der Nähe von erfolgreichen
und reichen Ländern wie Dänemark, Schwe-
den oder den Niederlanden befinden. Eine           Stabiler Anker in der Krise
hohe Abgabenquote bedeutet auch ein hohes
Niveau sozialer Absicherung.                       Dass die Österreicher-/innen die Bedeutung
                                                   des Sozialstaats, insbesondere in der Krise, zu
Eine pauschale und undifferenzierte Sen-           schätzen wissen, zeigt eine aktuelle Studie des
kung der Abgabenquote – wie im Regie-              Instituts für Höhere Studien (IHS). Fast zwei
rungsprogramm der türkis-grünen Bundes-            Drittel (62 Prozent) der Befragten meinen,
regierung gefordert – hätte dramatische Kon-       dass der Sozialstaat angesichts der Corona-
sequenzen für den Sozialstaat und Leistungs-       Krise (viel) wichtiger geworden ist. Das ist
kürzungen zur Folge. Damit würde der               ein klares Bekenntnis der Österreicher/-innen
Druck auf die Bürger/-innen steigen, aus eige-     zum Sozialstaat! Mit höherem Alter sowie
ner Tasche für die soziale Sicherheit vorsor-      Bildungsgrad ist diese Einstellung tenden-
gen zu müssen. Eine Senkung der Steuer- und        ziell stärker in der Bevölkerung vertreten.

                                                                          WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		   13
DER SOZIALSTAAT IST DER WOHLSTANDSGARANT

                        BEDEUTUNG DES SOZIALSTAATS IN DER CORONA-KRISE ...
                        ANGABEN IN PROZENT

                                     33
                                                                   29
                                                                                                 26

                                                                                                                               3
                                                                                                                                                             1
                                ...ist viel                 ...ist etwas                 ...hat die                   ...ist etwas                   ...ist viel
                               wichtiger                     wichtiger              gleiche Bedeutung               weniger wichtig               weniger wichtig
                               geworden                      geworden                    wie davor                     geworden                     geworden

                        AK Grafik Quelle: IHS (Liedl / Molitor / Steiber): „Einstellungen zum Sozialstaat in der COVID-19 Gesundheits- und Arbeitsmarktkrise“, Februar 2021;
                                  Rest auf 100 Prozent gab „weiß nicht“ an.

                      Große Bedenken gibt es in der Bevölkerung                                       Steuersystem kann eine soziale Spaltung ver-
                      hinsichtlich einer zunehmenden Kluft zwi-                                       hindern und somit den Österreichern/-innen
                      schen Arm und Reich. Fast drei Viertel (73                                      ihre Sorgen nehmen. Dafür braucht es eine
                      Prozent) haben Bedenken, dass sich diese                                        echte Umstrukturierung im österreichischen
                      durch die Corona-Krise vertiefen wird. Eine                                     Steuersystem.
                      faire Umverteilung durch ein gerechteres

14   ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
ÖSTERREICHS UNGERECHTES STEUERSYSTEM

ÖSTERREICHS
UNGERECHTES STEUERSYSTEM

Der Sozialstaat braucht eine solide Finanzie-
rung. Aber wer leistet welchen Beitrag zum
Steueraufkommen? Das österreichische Steu-
ersystem weist eine eklatante Schieflage auf,
welche die Arbeitnehmer/-innen teuer zu
stehen kommt. Denn sie leisten den Großteil
des Steueraufkommens. Großkonzerne und
reiche Privatpersonen werden hingegen steu-
erlich geschont. Das verschärft auch das Un-
gleichgewicht in der Vermögensverteilung.

Zudem widerspricht es dem Prinzip der
Leistungs­fähigkeit. Leistungsgerechtigkeit in
der Steuerpolitik bedeutet: wer viel leisten
kann – weil er/sie zum Beispiel ein großes
Vermögen hat – soll auch einen dementspre-
chenden größeren Beitrag zum Gemeinwe-
sen leisten. Derzeit ist in Österreich genau das
Gegenteil der Fall: Wer viel besitzt, wird
­steuerlich geschont und kann seinen Besitz
 weiter vermehren. Diejenigen, die nichts oder
 wenig besitzen, müssen hingegen den Groß-
 teil des gesamten Steueraufkommens leisten.

Den Löwenanteil der Steuereinnahmen des
Staates tragen die Arbeitnehmer/-innen: rund                            reich also fast acht von zehn Steuer-Euros.
56 Prozent stammen aus Lohnabgaben. Wei-                                Unternehmen und Vermögende tragen nur
tere 23 Prozent leisten die Konsumenten/                                knapp mehr als einen von zehn Steuereuros
-innen. Zusammen schultern Arbeitnehmer/-                               bei. Ausschließlich von Vermögen stammen
innen und Konsumenten/-innen in Öster-                                  überhaupt nur rund zehn Cent.

 ZUSAMMENSETZUNG DER STEUERN UND ABGABEN IN ÖSTERREICH 2019 IN PROZENT

                1,3
                        6,5

          13,7                                                           Lohnabgaben (55,9 %)
                                                                         (Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträge Dienstnehmer/-innen und Dienstgeber,
                                                                         sonstige Lohnabgaben)
                                                                         Steuern auf Konsum (22,6 %)
                                                 55,9                    (Umsatzsteuer, Mineralölsteuer, Tabaksteuer, Energieabgabe, etc.)
                                                                         Abgaben von Gewinnen und Kapitalerträgen (13,7 %)
         22,6                                                            Steuern auf Vermögen (1,3 %)
                                                                         Sonstige Abgaben (6,5 %) (nicht zuordenbar)

 AK Grafik Quelle: Statistik Austria, Berechnungen der AKOÖ. Konsumsteuern beinhalten adaptierte Werte für Umsatzsteuer und Mineralölsteuer. Die sonstigen Steuern enthalten
           Verbrauchsteuern u.Ä., die nicht auf private Haushalte und Unternehmen aufgeteilt werden können.

                                                                                                          WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		                          15
ÖSTERREICHS UNGERECHTES STEUERSYSTEM

 VERMÖGENSBESTEUERUNG: ÖSTERREICH IST SCHLUSSLICHT

  14,0
                     12,4
                     12,1
                  11,6
                11,4
  12,0       10,1
            9,7
 10,0      9,5
                                         9,1
                                         8,9
                                                            8,1
                                                            8,1
                                                            8,1
                                                         7,3
     8,0

                                                        7,0
                                                     6,2
                                                    5,9
                                                    5,8
                                                   5,6
                                                  5,4
     6,0
                                                                                                                                               OECD-Durchschnitt *: 5,6

                                                                                                             4,2

                                                                                                            4,0
                                                                                                             4,1

                                                                                                           3,7
                                                                                                           3,6
                                                                                                          3,4
                                                                                                         3,2
     4,0

                                                                                                        3,0
                                                                                                        2,8
                                                                                                       2,7
                                                                                                      2,2
                                                                                                    2,0
                                                                                                   1,7
                                                                                                  1,3
     2,0

                                                                                                 1,0
                                                                                                 1,2
                                                                                                 1,2

                                                                                                0,6
     0,0
             Kolu en *

                    Japa *

              Slow ko *
                          UK
                       USA
                        ada
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              Fran ien
                           ch

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            Neu nien
                        and
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              Dän kei
                 Port k
            Nied ugal
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           Deu tland
                       land
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           Grie

 AK Grafik Quelle: OECD 2020, Einnahmen an Vermögenssteuern in Prozent aller Steuereinnahmen (2019 vorläufig); Vermögensteuern = Erbschaftssteuer, Grund(erwerbs)steuern, Kapital-
           verkehrssteuern, Bodenwertabgabe; *Zahlen aus 2018

                                    Österreich Steuerparadies                                                   der OECD-Länder relativ stark angestiegen
                                    für Vermögende                                                              (von 1,5 auf 1,9 Prozent des BIP im Jahr 2018)
                                                                                                                – noch stärker war dieser Trend in vielen
                                    Lediglich 1,3 Prozent der gesamten Steuer-                                  euro­päischen Ländern. In Österreich wurde
                                    einnahmen stammten 2019 von Vermögen.                                       der Anteil im selben Zeitraum von 1,1 auf
                                    Damit liegt Österreich auf dem fünftletz-                                   0,5 Prozent mehr als halbiert.
                                    ten Platz unter den OECD-Industriestaaten
                                    (OECD: Organisation für wirtschaftliche Zu-
                                    sammenarbeit und Entwicklung). In Län-                                      Kostspielige Steuergeschenke
                                    dern wie den USA oder Großbritannien tra-                                   für Unternehmen
                                    gen Vermögen fast zehn Mal so viel zum
                                    Steuerkuchen bei, in Deutschland immer                                      Auch Unternehmen tragen im Vergleich mit
                                    noch mehr als doppelt so viel. Der durch-                                   anderen Staaten in Österreich besonders we-
                                    schnittliche Anteil von Vermögenssteuern                                    nig bei: Nur 6,4 Prozent der gesamten Steuer-
                                    innerhalb der 37 OECD-Länder beträgt mit                                    einnahmen Österreichs stammen aus Ge-
                                    5,6 Prozent mehr als das Vierfache des öster-                               winnsteuern. Im Schnitt der OECD-Länder
                                    reichischen. Nur vier OECD-Staaten heben                                    sind es mit 10 Prozent deutlich mehr. Das
                                    noch weniger Steuern auf Vermögen ein als                                   liegt unter anderem daran, dass Österreich
                                    Österreich. Das geht zu Lasten der Arbeit-                                  mit der Gruppenbesteuerung ein besonders
                                    nehmer/-innen!                                                              lukratives Steuergeschenk an die Unterneh-
                                                                                                                men verteilt. Sie ermöglicht es multinatio-
                                    Die Ursache ist, dass Österreich die meisten                                nalen Unternehmen, Verluste ausländischer
                                    vermögensbezogenen Steuern seit Mitte der                                   Gruppenmitglieder vom heimischen Gewinn
                                    1980er Jahre abgeschafft oder ausgesetzt hat.                               abzuziehen und so weniger Steuern zu bezah-
                                    Hierzulande gibt es weder eine Erbschafts-                                  len. Auch die großzügige Forschungsprämie
                                    und Schenkungssteuer, noch eine allgemeine                                  ist ein Steuerzuckerl für Unternehmen, das
                                    Vermögenssteuer, noch eine Börsenumsatz-                                    im internationalen Vergleich seinesgleichen
                                    steuer. Das ist international völlig unüblich.                              sucht. Gleichzeitig wirkt das häufige Bremsen
                                                                                                                der österreichischen Finanzminister/-innen
                                    Damit läuft Österreich entgegen den inter­                                  beim Kampf gegen internationale Steuerver-
                                    nationalen Trends: Seit 1980 ist der Anteil                                 meidung und Gewinnverschiebung für viele
                                    der vermögensbezogenen Steuern im Schnitt                                   Unternehmen wie ein Sonderrabatt.

16         ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
ÖSTERREICHS UNGERECHTES STEUERSYSTEM

 NIEDRIGE GEWINNSTEUEREINNAHMEN IN ÖSTERREICH
               24,5

 25,0
            23,4
         21,3
                       19,1

 20,0
                                                                  15,7
                                                                 15,1
                                                               14,4
                                                              13,8
  15,0                                                      12,9
                                                           12,4
                                                         11,5
                                                        11,2
                                                      10,1
                                                     9,9
                                                    9,4
                                                   9,0
                                                  8,9
                                                                                                                                                    OECD-Durchschnitt *: 10

                                                  8,7
 10,0

                                                7,9
                                               7,6
                                             6,7
                                            6,5
                                            6,4
                                            6,3

                                           6,0
                                           6,0

                                         5,9
                                        5,6
                                       5,5
                                       5,2
                                       5,2
                                      4,9
                                     4,6
   5,0

                                    3,9
                                  2,0
                               0,5
                              0,0
  0,0
           Aus iko *
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                         ch
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                      ake
                     Chil

                       nd
                   Kore

                   Irlan

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                   rreic
                   Pole
                     nie

                   enie

                       ar
                  Türk
                    Isra

                  krei
                  weg

                  wed

                      u

                  Itali
                  Isla

                       a
                 Belg
                 trali

                  em
                emb

                 Ung
                Kan

                 erla
                seel

                Estl

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                Mex

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                Spa
                  Ja

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           Lu x

         Deu

         Grie
 AK Grafik Quelle: OECD 2020, Einnahmen an Körperschaftsteuern inkl. etwaiger Gewerbesteuern in Prozent aller Steuereinnahmen (2019 vorläu-fig); *) Zahlen aus 2018

Bei Kapital und Vermögen ist Österreich also                                Steuern auf Arbeit müssen weiter gesenkt
ein Steuerparadies – ganz im Gegenteil zur                                  und die Steuern auf Vermögen erhöht wer-
Besteuerung von Arbeit. Die Abgaben auf Ar-                                 den. Weitere Steuergeschenke für Unter­
beit liegen in Relation zur Wirtschafts­                                    nehmen und Kapital, wie sie etwa im Regie-
leistung, dem BIP, hierzulande um mehr als                                  rungsprogramm der türkis-grünen Bundes-
ein Fünftel über dem EU-Durchschnitt, die                                   regierung angekündigt sind, würden deren
Abgaben auf Kapital hingegen um mehr                                        ohnehin geringen Beitrag weiter schrumpfen
als 10 Prozent darunter. Eine massive Schief-                               lassen und den vernichtenden Steuerwettlauf
lage zu Lasten der Arbeitnehmer/-innen:                                     in der EU weiter anheizen. Das kann und
Eine Umstrukturierung im österreichischen                                   darf nicht Ziel österreichischer Steuerpolitik
Steuer­system ist daher zwingend nötig. Die                                 sein.

 BEITRAG DER STEUERN AUF ARBEIT UND KAPITAL IM VERHÄLTNIS ZUM BIP –
 ANTEILE IN PROZENT, 2019

                   Österreich besteuert Arbeit                                                                                     Österreich
                   um ein Fünftel höher als im
                         Schnitt der EU                                                                                            EU

                      23,7

                                               19,5
                                                                                            Kapital erhält in Österreich
                                                                                             im Vergleich mit der EU
                                                                                              mehr als 10 % Rabatt!

                                                                                                                        8,4
                                                                                                7,5

                       Steuern auf Arbeit                                                      Steuern auf Kapital
 AK Grafik Quelle: EU Kommission, Taxation and Customs Union, Data on taxation (2021). Zu den Steuern auf Kapital zählen gemäß EUROSTAT neben
           Gewinnsteuern auch andere Steuern, die von Unternehmen zu begleichen sind (etwa Teile der Grundsteuer); die Differenz von 4,2 Prozent-
           punkten bei der Besteuerung von Arbeit entspricht einem „Aufschlag“ von rund 22 Prozent auf den EU-Wert, also etwa einem Fünftel; der
           Unterschied bei der Kapitalbesteuerung von 0,9 Prozentpunkten entspricht einem Rabatt von mehr als 10 Prozent auf den EU-Wert.

                                                                                                               WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		                 17
ÖSTERREICHS UNGERECHTES STEUERSYSTEM

                                                                     bonus eingeführt werden, der alle Arbeit-
                                                                     nehmer/-innen im Zuge eines steuerlichen
                                                                     Absetzbetrages entlastet, auch Mieter/-innen
                                                                     und Menschen mit kleinen Einkommen
                                                                     ­unter der Steuergrenze! Damit aber am an-
                                                                      deren Ende keine Finanzierungsnöte er-
                                                                      zeugt werden und die Arbeitnehmer/-innen
                                                                      die Rechnung in Form von Leistungskür-
                                                                      zungen präsentiert bekommen, ist es uner-
                                                                      lässlich, auf der anderen Seite vermögensbe-
                                                                      zogene Steuern für Reiche dementsprechend
                                                                      zu erhöhen.

                                                                     Eine Millionärssteuer auf Netto-Privatver­
                                                                     mögen von über einer Million Euro oder die
                                                                     Wiedereinführung einer reformierten Erb-
                                                                     schafts- und Schenkungssteuer wären ­effek-
                                                                     tive Mittel, um eine Entlastung der Arbeit-
                                                                     nehmer/-innen gerecht gegenzu­finanzieren
                                                                     und den viel zu niedrigen Beitrag der Ver­
                                                                     mögenden zum österreichischen Steuerauf-
                                                                     kommen auf internationales Niveau zu he-
                                                                     ben. Es gibt keine stichhaltigen wirtschafts-,
                      Eine echte Steuerstrukturreform                verteilungs- oder steuerpolitischen Argu-
                                                                     mente, die seriös gegen einen höheren Bei-
                      Wenn von einer Steuerstrukturreform die        trag von Vermögenden eingebracht werden
                      Rede ist, müssen demnach immer beide Sei-      können. Der öffentliche Diskurs ist völlig
                      ten mitgedacht werden. Einerseits müssen       irreführend. Ganz im Gegenteil, gerade jetzt
                      die Abgaben auf Arbeit gesenkt werden; so      kann eine echte Steuerstrukturreform wich-
                      steht für Arbeitnehmer/-innen etwa immer       tige Wachstumsimpulse setzen und der Un-
                      noch eine vollständige Abgeltung ihrer kal-    gleichheit, welche durch die Corona-Krise
                      ten Progression seit der letzten Lohnsteuer­   auf unterschiedlichen Ebenen weiter ver-
                      reform aus. Darüber hinaus sollte ein Wohn-    schärft wurde, entgegenwirken.

18   ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
MYTHEN UND WAHRHEITEN

MYTHEN UND WAHRHEIT ÜBER STEUERN
 MYTHOS 1:                                                                  WAHRHEIT:
 Vermögenssteuern bringen                                                   Milliarden-Vermögen der Reichsten
 nur wenig Steueraufkommen                                                  garantiert hohes Steueraufkommen

Österreich zählt zu den reichsten Staaten der                               steuer betroffen. Aber sie vereint einen derart
Welt mit überdurchschnittlich hohem Be-                                     großen Anteil des Reichtums auf sich, dass
sitzanteil der Superreichen. Nur eine kleine                                mit einem Aufkommen in Milliardenhöhe
elitäre Gruppe wäre von einer Millionärs-                                   zu rechnen ist.

               EXKURS: AK-MODELL EINER VERMÖGENSSTEUER

 Die Arbeiterkammer schlägt ein Vermögenssteuer-Modell mit einem Freibetrag von einer Million Euro und Steuer-
 sätzen von 0,7 Prozent für Vermögen zwischen einer Million und zwei Millionen Euro, einem Prozent zwischen zwei
 und drei Millionen Euro und 1,5 Prozent ab drei Millionen Euro vor. Nur die vier bis fünf Prozent der reichsten Haus-
 halte wären von dieser Steuer betroffen. Dennoch wäre, selbst unter Berücksichtigung gewisser Ausweicheffekte,
 mit einem Aufkommen von 5,2 Milliarden Euro zu rechnen. Denn allein die reichsten fünf Prozent der Bevölkerung
 besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Reichtums in Österreich.

 AUFKOMMENSPOTENTIAL DES VERMÖGENSTEUERMODELLS DER AK OÖ MIT FREIBETRAG 1 MILLION EURO

                                                               – Vermögen bis € 1 Million: steuerfrei
                                                               – zwischen € 1 und 2 Millionen: 0,7 %
                                                               – zwischen € 2 und 3 Millionen: 1 %
                                                               – ab € 3 Millionen: 1,5 %

                                       ohne hypothetische                                                          mit hypothetischen
                                       „Ausweicheffekte“                                                           „Ausweicheffekten“
                                            6,6 Mrd. €                                                                 5,2 Mrd. €
                                 (Bandbreite 5,6 – 8,6 Mrd. €)                                              (Bandbreite 4,4 – 6,7 Mrd. €)

 AK Grafik Quelle: eigene Darstellung auf Basis von Daten der Europäischen Zentralbank: Household Finance and Consumption Survey 2017 und Modell­rechnungen von Heck, Kapeller,
           Wildauer: „Vermögenskonzentration in Österreich – Ein Update auf Basis des HFCS 2017“ (Nov 2020)

 MYTHOS 2:                                                                  WAHRHEIT:
 Vermögenssteuern sind gegen                                                Der Besitz von Reichtum
 Leistungsgerechtigkeit                                                     ist keine Leistung

Oft wird behauptet, Vermögenssteuern ­wür-                                  aber dennoch nicht besteuert. Arbeitsein-
den eine Belastung der sogenannten Leis-                                    kommen hingegen erfordern oft Höchstleis-
tungsträger/-innen darstellen. Reichtum wird                                tungen und werden zudem hoch besteuert.
aber selten erarbeitet, sondern meist ­ererbt.                              Die Arbeitnehmer/-innen sind also die wah-
Erbschaften und Schenkungen erfordern kei-                                  ren Leistungsträger/-innen im Steuersystem.
nerlei Leistungen der Begünstigten, werden

                                                                                                                WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		                       19
MYTHEN UND WAHRHEITEN

                                 MYTHOS 3:                                                       WAHRHEIT:
                                 Vermögenssteuern schaden der                                    Vermögenssteuern sind am
                                 Wirtschaft                                                      wachstumsfreundlichsten und
                                                                                                 stabilisieren die Wirtschaft
                               Für Standortentscheidungen von Unterneh-                          kasino. Bezieher/-innen kleiner Einkommen
                               men sind Steuern nur ein Faktor unter vielen                      geben hingegen ihr ganzes Einkommen für
                               und bei weitem nicht der wichtigste. Wichti-                      Dinge des täglichen Lebens aus. Die Besteue-
                               ger sind etwa das Ausbildungsniveau, qualifi-                     rung der Vermögen kann die Krisenanfällig-
                               zierte Arbeitskräfte, eine ausgebaute Infra-                      keit senken, Finanzspekulationen eindäm-
                               struktur, Rechtssicherheit und politische                         men und Kapital zurück in die Realwirtschaft
                               Stabilität.                                                       umleiten. In Kombination mit einer effekti-
                               Langfristig dienen Vermögenssteuern der                           ven Entlastung von Arbeit führt sie zu mehr
                               wirtschaftlichen Stabilität. Je mehr Vermö-                       gesamtwirtschaftlicher Nachfrage, was die
                               gen bei wenigen konzentriert ist, umso mehr                       wirtschaftliche Entwicklung und die Beschäf-
                               wird dieser Reichtum nicht für reale Investiti-                   tigungslage begünstigt. Gerade aktuell wäre
                               onen verwendet, sondern als „Spielkapital“                        genau das ein wichtiger Beitrag für wirt-
                               zur Spekulation im internationalen Finanz-                        schaftliche Erholung.

                                 MYTHOS 4:                                                       WAHRHEIT:
                                 Vermögenssteuern führen zu                                      Österreich ist ein Steuerparadies
                                 „Kapitalflucht“ ins Ausland                                     für Reiche – und Immobilien
                                                                                                 können nicht flüchten!
                               Das Argument ist leicht zu widerlegen. Öster-                     sen sich kaum finden. Zudem besteht mehr
                               reich ist ohnehin Schlusslicht bei der Besteu-                    als die Hälfte des Vermögens aus Immobilien
                               erung von Vermögen. Mit einer Vermögens-                          (Grundstücken, Villen etc.). Diese sind nicht
                               abwanderung ist nicht zu rechnen, denn                            mobil – das wird von Gegnern/-innen einer
                               noch reichenschonendere Steuersysteme las-                        Millionärssteuer bewusst ausgeblendet.

            INTERNATIONALE EMPFEHLUNG FÜR VERMÖGENSSTEUER
 Organisationen wie die OECD und der Internationale Währungsfonds empfehlen Österreich seit vielen Jahren eine
 beschäftigungs- und wachstumsfördernde Steuerstruktur. Löhne und Gehälter sollen steuerlich weiter entlastet
 und im Gegensatz u. a. höhere Vermögenssteuern eingeführt werden. Darunter auch die EU-Kommission, die im
 Rahmen des Länderberichts Österreich 2019 darauf hinweist, dass die hohe Abgabenbelastung für Gering­
 verdiener/-innen negative Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung hat und regt an, die Einnahmen verstärkt
 auf Steuern zu verlagern, die weniger wachstumsschädlich sind, etwa Immobiliensteuern oder Umweltsteuern.
 Ein weiterer, 2018 veröffentlichter Bericht der OECD lässt wichtige Schlüsse für Österreich ableiten. Die OECD hält
 fest, dass ohne ausgleichende (Vermögens-)Besteuerung die Vermögensungleichheit automatisch weiter zu-
 nimmt. Die Besteuerung von Kapitalerträgen (z. B. Kapitalertragssteuer in Österreich) reiche daher nicht aus. Sie
 sollte durch Vermögenssteuern ergänzt werden, um die Vermögensungleichheit zu bekämpften. Am besten
 geeignet erscheint der OECD hierfür eine Erbschafts- und Schenkungssteuer. Für Länder, die Kapitalerträge mit
 einem einheitlich (niedrigen) Steuersatz besteuern oder Kapitalzuwächse (teilweise) nicht besteuern, spricht sich
 die OECD für eine allgemeine Netto-Vermögenssteuer (Millionärssteuer) aus. Gleiches gilt für Länder, die keine
 Erbschafts- und Schenkungssteuer einheben und jene mit großer Vermögensungleicheit. Auf Österreich treffen
 alle (!) diese Punkte zu. Wir sind daher das Paradebeispiel eines Landes, in dem die Einführung einer Millionärs-
 steuer sinnvoll wäre.
 Quellen: OECD Economic Survey 2019; IWF 2020; EU-Kommission 2020; OECD Tax Policy Studies (2018), The Role and Design of Net Wealth Taxes in the OECD (2018)

20      ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
MYTHEN UND WAHRHEITEN

 MYTHOS 5:                                         WAHRHEIT:
 Vermögenssteuern gefährden                        Nur Privat-Vermögen sollen
 Familienbetriebe                                  ­besteuert werden!

Auf die österreichischen Betriebe hätte eine       men mehreren Personen, stehen Freibeträge
Millionärssteuer keine negativen Auswirkun-        mehrmals zu.
gen, da nicht das Unternehmensvermögen,
sondern das private Vermögen (also Aktien          Die Millionärssteuer setzt überdies bei einer
und Beteiligungen von natürlichen Perso-           Besteuerung des Reinvermögens an. Das
nen) besteuert würden. Die oft zitierten           heißt, es wird nicht das gesamte Unterneh-
Eigentümer/-innen von Klein- und Mittelbe-         mensvermögen besteuert, sondern die Aktiva
trieben wären durch den großzügigen Freibe-        abzüglich von Krediten. Hinzu kommt: Un-
trag (von einer Million Euro netto) gar nicht      ternehmenswerte machen weniger als ein
bis wenig betroffen. Gehört das Unterneh-          Fünftel des privaten Gesamt-Vermögens aus.

 MYTHOS 6:                                         WAHRHEIT:
 Vermögenssteuern sind ungerechte                  Jeder Euro wird gerechterweise im
 „Doppelbesteuerung“                               Wirtschaftskreislauf mehrmals
                                                   besteuert.

So wird zum Beispiel jeder verdiente Euro mit      der Regel durch Schenkungen und Erbschaf-
der Lohnsteuer besteuert. Wenn er ausgege-         ten erworben. Die Erben haben für den Zu-
ben (konsumiert) wird, ist zudem Mehrwert-         fluss noch nie Steuern bezahlt. Beides wird in
steuer zu entrichten. Eine Millionärssteuer ent-   Österreich nicht besteuert. Die Einhebung ei-
spricht gängigen Prinzipien. Hinzu kommt:          ner Vermögenssteuer wäre in diesem Fall gar
Die hohen Vermögen der Reichen wurden in           keine Doppelbesteuerung.

                                                                         WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		   21
MYTHEN UND WAHRHEITEN

                                   EXKURS: EINSTELLUNGEN ZU VERMÖGENSSTEUERN
                        Die zusätzlichen Ausgaben des Staates, um die Corona-Krise zu bewerkstelligen, werfen
                        in der Bevölkerung F
                                           ­ ragen der längerfristigen Finanzierung auf – auch wenn viele Faktoren
                        wie das günstige Zinsumfeld die Finanzierung relativ problemlos ermöglichen. Wenn es
                        aber um (zusätzliche) Beiträge zur Finanzierung der Corona-Maßnahmen geht, wünschen
                        sich die Österreicher/-innen, laut einer aktuellen Studie des Instituts für Höhere Studien
                        (IHS), dass hohe Einkommen (51 Prozent), große Unternehmen (64 Prozent) und Vermö-
                        gende (50 Prozent) einen größeren Beitrag leisten. Hingegen sind nur 18 Prozent der in
                        der Studie Befragten für die Einschränkung von Sozialleistungen. Ältere Personengruppen
                        haben tendenziell einen stärkeren Wunsch nach Umverteilung.

                          WIE SOLLEN DIE CORONA-MASSNAHMEN FINANZIERT WERDEN?
                          ZUSTIMMUNG IN PROZENT

                                       64

                                                                       51                            50

                                                                                                                                     18

                           Große Unternehmen                Hohe Einkommen                     Vermögen                    Sozialleistungen
                            stärker besteuern               stärker besteuern              stärker besteuern                einschränken

                          Quelle: IHS (Liedl / Molitor / Steiber): „Einstellungen zum Sozialstaat in der COVID-19 Gesundheits- und Arbeitsmarktkrise“,
                          Februar 2021

                      Keine weiteren Steuergeschenke für                                  Auch durch Steuertricks wird die Schieflage
                      Großkonzerne                                                        weiter verschärft. Den Arbeitnehmern/-innen
                                                                                          werden ihre Steuern und Abgaben auf Euro
                      Die bestehenden Steuergeschenke für Unter­                          und Cent sofort abgezogen. Konzerne und
                      nehmen und der viel zu lockere U     ­ mgang                        Reiche mit Gewinn- und Kapitaleinkommen
                      mit Steuervermeidung führen ­dazu, dass der                         haben hingegen zahlreiche Gestaltungsmög-
                      Beitrag für Unternehmen zum Steueraufkom-                           lichkeiten, um ihre Steuerleistung zu mini-
                      men viel zu niedrig ausfällt. Weitere Steuer-                       mieren. Österreich kann und muss viel mehr
                      geschenke für Unternehmen – wie im Re-                              tun gegen internationale Steuertricks – auf
                      gierungsprogramm angekündigt – würden                               nationaler, europäischer und globaler Ebene.
                      die Schieflage noch mehr verschärfen und
                      die Arbeitnehmer/-innen teuer zu stehen kom-
                      men. Es braucht im Gegenteil faire Beiträge
                      der Unternehmen.

22   ARBEITERKAMMER OBERÖSTERREICH
FORDERUNGEN DER ARBEITERKAMMER

FORDERUNGEN DER
ARBEITERKAMMER OÖ

Den Sozialstaat sichern
statt Steuergeschenke für Unternehmen,
die Steuerausfälle und Leistungskürzun-
gen im Sozialstaat zur Folge haben. Die
Corona-Krise darf nicht zu einer Kür-
zungs-Krise führen.

Eine echte Steuerstrukturreform,
die alle Arbeitnehmer/-innen bei der Lohn-
steuer entlastet und deutliche beschäfti-
gungs- und wachstumsfördernde Impulse
nach der der Krise setzt.

Einführung einer Millionärssteuer
auf Netto-Privatvermögen über 1 Million
Euro

(Wieder-)Einführung einer refor­
mierten Erbschafts- und Schenkungs-
steuer
mit einem Freibetrag, der sicherstellt, dass
im Laufe eines Arbeitnehmerlebens Er-
spartes steuerfrei weitervererbt werden
kann.

Wohnbonus statt Konzernbonus
Wir brauchen keine zusätzlichen Steuer­
geschenke für multinationale Großkon-
zerne, sondern nachfragestärkende und so-
zial gerechte Impulse wie den Wohn­bonus,
damit wir aus der Krise wachsen können.

Entschlossener Kampf gegen inter­
nationale Steuertricks,
damit auch Profiteure der Krise, zu denen
die Digital-Riesen wie Amazon, Google
und Co zählen, endlich auch einen fairen
Beitrag leisten.

                                               WARUM UNS DIE REICHEN TEUER ZU STEHEN KOMMEN		   23
DIE ARBEITERKAMMER
 IN LINZ UND DEN BEZIRKEN
    Beratung, Vertretung und
    Einsatz für Ihre Interessen
    AK Oberösterreich, Volksgartenstraße 40, 4020 Linz, Tel: +43 (0)50 6906

    AK Braunau, Salzburgerstraße 29, 5280 Braunau, Tel: +43 (0)50 6906-4111

    AK Eferding, Unterer Graben 5, 4070 Eferding, Tel: +43 (0)50 6906-4211

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    AK Gmunden, Herakhstraße 15b, 4810 Gmunden, Tel: +43 (0)50 6906-4412

    AK Grieskirchen, Manglburg 22, 4710 Grieskirchen, Tel: +43 (0)50 6906-4511

    AK Kirchdorf, Sengsschmiedstraße 6, 4560 Kirchdorf, Tel: +43 (0)50 6906-4611

    AK Linz-Land, Kremstalstraße 6, 4050 Traun, Tel: +43 (0)50 6906-5611

    AK Perg, Hinterbachweg 3, 4320 Perg, Tel: +43 (0)50 6906-4711

    AK Ried, Peter-Rosegger-Straße 26, 4910 Ried im Innkreis, Tel: +43 (0)50 6906-4813

    AK Rohrbach, Ehrenreiterweg 17, 4150 Rohrbach, Tel: +43 (0)50 6906-4912

    AK Schärding, Schulstraße 4, 4780 Schärding, Tel: +43 (0)50 6906-5011

    AK Steyr, Redtenbachergasse 1a, 4400 Steyr, Tel: +43 (0)50 6906-5116

    AK Vöcklabruck, Ferdinand-Öttl-Str. 19, 4840 Vöcklabruck, Tel: +43 (0)50 6906-5217

    AK Wels, Roseggerstraße 8, 4600 Wels, Tel: +43 (0)50 6906-5318

    Die Broschüre kann bestellt werden unter: Arbeiterkammer Oberösterreich
    Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik, wsg@akooe.at

Informationsblatt der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich,
Nummer 027/2021, Zl.-Nr.: GZ 02Z033937 M, AK-DVR 0077747
Medieninhaberin, Herausgeberin und Redaktion:
Kammer für Arbeiter und Angestellte für Oberösterreich, Volksgartenstraße 40,
4020 Linz, Tel. +43 (0)50 6906-0
Kontakt und weitere Informationen zur Broschüre:
Mag. Bettina Csoka, csoka.b@akooe.at
Dr. Philipp Gerhartinger, gerhartinger.p@akooe.at
Mag. Roland Richter, richter.r@akooe.at
Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz siehe ooe.arbeiterkammerat/impressum.html
Stand: August 2021
Hersteller: DIREKTA Druckerei & Direktmarketing GmbH, Petzoldstraße 6, 4020 Linz
ooe.arbeiterkammer.at
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