Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner

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Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
Ingo Siegner

  Weihnachten
bei Paulchen Bär
Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
DER AUTOR

                                            Ingo Siegner wurde 1965 in Hannover geboren. Wie er selbst sagt, hat er
                                            nach seinem Zivildienst ein bisschen vor sich hin studiert (Geschichte und
                                            Französisch), war zwei Jahre als Au-pair und Student in Frankreich und
                                            machte eine Sparkassenlehre. Heute arbeitet er als freier Autor und Illustrator.
                                            Der Autodidakt, der seine Farben am liebsten immer bei sich hat, schreibt und
Foto: © privat

                                            zeichnet seit Jahren für Nachbarskinder und liest gern vor. Für Nachbarskinder
                                            erfand er zum Spaß Geschichten vom kleinen Drachen Kokosnuss, der sich
                                            binnen kurzem zum beliebten Kinderbuch-Charakter entwickelte.

                 Von Ingo Siegner ist als cbj Taschenbuch erschienen:
                 »Little Dragon Coconut and the Black Knight« (21796)

                 Als gebundene Bücher sind bei cbj erschienen:
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und die starken Wikinger« (13704)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und das Geheimnis der Mumie« (13703)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und das Vampir-Abenteuer« (13702)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und der Schatz im Dschungel« (13645)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss im Spukschloss« (13039)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und die wilden Piraten« (13437)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss reist um die Welt« (13038)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und die Wetterhexe« (12942)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und seine Abenteuer« (13075)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und der schwarze Ritter« (12808)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss und der große Zauberer« (12807)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss. Hab keine Angst!« (12806)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss« (12683)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss. Meine Schulfreunde« (12684)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss kommt in die Schule« (12716)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss – Schulfest auf dem Feuerfelsen« (12941)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss feiert Weihnachten« (12765)
                 »Der kleine Drache Kokosnuss besucht den Weihnachtsmann« (13202)
Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
Ingo Siegner

  Weihnachten
bei Paulchen Bär
Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
1. Dezember
Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
E     igentlich ist Paulchen morgens immer ganz verschlafen, aber heute ist das anders.
      Heute ist der erste Dezember!
»Paulchen«, ruft Mama Bär. »Warum springst du so früh am Morgen vor der Höhle
herum?«
»Heute ist doch Dezember«, antwortet Paulchen. »Und wenn Dezember ist, dann ist
Weihnachten!«
»Weihnachten ist aber erst am 24. Dezember«, erwidert Mama Bär.
»Ist das noch lang bis dahin?«, fragt Paulchen.
»Hm«, überlegt Mama Bär, »noch 23-mal schlafen.«
Dreiundzwanzig!, denkt Paulchen. Bis drei kann er schon zählen, aber bis
dreiundzwanzig? Unmöglich! Enttäuscht plumpst er ins Gras.
»Wie viel ist dreiundzwanzig?«, fragt er.
Mama Bär überlegt. »Weißt du was? Wir basteln einen Adventskalender mit 24
Honigtöpfchen. Eines davon darfst du heute ausschlecken, dann bleiben noch 23 übrig.«
»Ui!«, staunt Paulchen. »Und wenn ich gleich alle Töpfchen ausschlecke, ist dann
Weihnachten?«
»Nein, Paulchen. Weihnachten kommt, wenn es kommt. Wenn du jeden Tag ein
Töpfchen Honig ausschleckst, dann kannst du immer sehen, wie viele Tage es noch sind
bis Weihnachten.«
Paulchen schlägt einen Purzelbaum: »Wollen wir gleich anfangen?«
Mama Bär holt das Honigfass und 24 Töpfchen. Paulchen füllt den Honig ein, setzt den
Deckel drauf und Mama bindet die Töpfchen zusammen. Es wird ein richtiger
Honigtöpfchen-Adventskalender!

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Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
2. Dezember
Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
A     m Morgen schleckt Paulchen ein Honigtöpfchen aus.
       Noch 22 sind übrig.
Noch 22-mal schlafen, dann ist Weihnachten!
Am Abend hält Papa Bär seine große Bärennase in die Luft und schnüffelt.
»Warum schnüffelst du?«, fragt Paulchen.
»Es riecht nach Schnee«, sagt Papa Bär.
»Schnee? Was soll das denn sein? Ist das wie Honig?«
»Nein, Schnee ist weiß und fällt vom Himmel.«
Paulchen schnüffelt: »Ich rieche nichts. Riecht Schnee nach nichts?«
»Schnee riecht nach Schnee«, sagt Papa Bär.
Da plötzlich sieht Paulchen ein kleines weißes Ding durch die Luft wirbeln. Erschrocken
versteckt er sich hinter Papa Bär.
Papa Bär grinst: »Da ist ja schon der Schnee!«
Jetzt fliegen noch viel mehr kleine weiße Dinger durch die Luft, hin und her und rauf
und runter.
»Hilfe! Ich hab eins auf der Nase!«, schreit Paulchen.
»Juchhu!«, ruft Papa Bär und hüpft durch tausende von Schneeflocken. Vergnügt wackelt
er mit seinem dicken Bärenpopo und singt:

        Grizzly, Gruzzly, Schneegestöber, / Schnee fällt auf die Erde nieder.
        Grizzly, Gruzzly, Schnee ist schön, / ausgezeichnet, angenehm!

        Weiß ist er und federleicht, / mal auch dick und schwer und feucht.
        Von oben kommt er aus dem Himmel, / wie liebe ich das Schneegewimmel!

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Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
3. Dezember
Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
A     m Morgen schleckt Paulchen ein Honigtöpfchen aus.
       Noch 21 sind übrig.
Noch 21-mal schlafen, dann ist Weihnachten!
Heute ist der erste Advent. Mama Bär und Paulchen holen bei Onkel Urs Kerzen für den
Adventskranz. Onkel Urs ist Imker. Er hat die schönsten Kerzen im ganzen Bärental,
denn seine Kerzen sind ganz aus Bienenwachs gemacht.
Onkel Urs sucht vier große schöne Kerzen für Mama Bär und
Paulchen heraus.
»Und jetzt«, sagt Mama Bär, »sammeln wir Tannenzweige für den Adventskranz.«
»Aber die piksen doch!«, sagt Paulchen. »Können wir keine anderen Zweige nehmen?«
»Tannenzweige sind am besten«, erklärt Mama Bär, »denn die Tannennadeln bleiben
lange grün.«
Bald haben sie genug Tannengrün gesammelt. In der Höhle binden sie die Zweige zu
einem Kranz zusammen und stellen die Kerzen darauf.
»Jetzt zünden wir eine der Kerzen an«, sagt Mama Bär.
»Wir können doch gleich alle vier anzünden«, sagt Paulchen.
»Nein«, erwidert Mama Bär. »An jedem Adventssonntag zünden wir eine Kerze mehr an.
Erst am vierten Advent brennen alle vier Kerzen. Dann ist Weihnachten ganz nah.«
Paulchen blickt in die kleine Kerzenflamme. Dann schnuppert er. Wie schön der Kranz
duftet! Nach Tannengrün, nach Bienenwachs, nach Honig und nach Weihnachten.

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Weihnachten bei Paulchen Bär - Ingo Siegner
4. Dezember
A     m Morgen schleckt Paulchen ein Honigtöpfchen aus.
       Noch 20 sind übrig.
Noch 20-mal schlafen, dann ist Weihnachten!
Am Mittag liegt Paulchen im Gras. Die Wintersonne strahlt warm auf seinen Bauch.
Plötzlich raschelt es. Hinter einem Busch blinzelt ein Tier hervor. Es hat lange Ohren
und in der Pfote hält es eine Mohrrübe.
»Hallo, Knubbelbär!«, ruft das Tier.
»Bin kein Knubbelbär!«, protestiert Paulchen.
»Siehst aber knubbelig aus.«
»Ich bin ein Bär und heiße Paulchen«, sagt Paulchen. »Wie heißt du denn und was bist
du überhaupt?«
»Ich? Ich heiße Heinrich. Und was ich bin? Rate mal!«
Paulchen überlegt. Ein Tier mit so großen Ohren hat er überhaupt noch nicht gesehen.
»Bist du ein Ohrenbär?«
Heinrich lacht: »Quatsch mit Soße! Ohrenbär – du bist ja komisch!« Er hoppelt ein
wenig näher.
»Ah, jetzt weiß ich«, sagt Paulchen. »Du bist ein Hoppelbär!«
Heinrich hält sich den Bauch vor Lachen: »Hoppelbär! Da lachen ja die Hühner!«
Paulchen ist beleidigt: »Jetzt sag ich gar nichts mehr!«
Heinrich hoppelt noch näher. »Willst du ein Stück Mohrrübe?«
Paulchen blickt in die Luft. »Weiß nicht«, brummt er.
»Ich sag dir auch, was für ein Tier ich bin.«
Paulchen nimmt das Stück Mohrrübe und sagt: »Einverstanden!«
Da flüstert ihm Heinrich ins Ohr, was für ein Tier er ist.
Und ihr? Ihr wisst es bestimmt schon lange!

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5. Dezember
A    m Morgen schleckt Paulchen ein Honigtöpfchen aus.
      Noch 19 sind übrig.
Noch 19-mal schlafen, dann ist Weihnachten!
»Paulchen!«, ruft Mama Bär. »Hast du schon deine Stiefel geputzt?«
»Wieso das denn?«, fragt der kleine Bär.
»Heute Nacht kommt der Nikolaus«, erklärt Mama Bär. »Und wenn vor der Höhle
geputzte Stiefel stehen, steckt er ein Geschenk hinein.«
»Wirklich?«
»Ganz bestimmt!«
Paulchen holt seine Stiefel und eine Schuhbürste und bürstet, so fest er kann.
»Was machst du denn da?«, fragt Heinrich der Hase.
»Ich putze meine Stiefel. Für den Nikolaus«, antwortet Paulchen.
»Hihi«, grinst Heinrich. »Den gibt’s doch nur im Märchen.«
»Mama hat gesagt, der Nikolaus kommt. Und dann kommt er auch!«, brummt Paulchen
und bürstet weiter. Soll doch Heinrich glauben, was er will!
Am Abend setzt sich Paulchen mit einer Decke neben seine Stiefel vor die Höhle. Wenn
nämlich der Nikolaus das Geschenk bringt, will Paulchen sich persönlich bedanken.
Da kommt Heinrich. Er hat seine frisch geputzten Stiefel dabei.
»Was willst du denn hier?«, fragt Paulchen.
»Ich will nur schauen, dass es den Nikolaus auch wirklich nicht gibt«, sagt Heinrich.
Die beiden kuscheln sich in die Decke und warten. Doch eine Winternacht ist lang und
sosehr sie auch versuchen, wach zu bleiben – bald sind sie tief und fest eingeschlafen.

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6. Dezember
V      om ersten Sonnenstrahl wacht Paulchen auf. »Heinrich!
      Der Nikolaus war da!«
In den Stiefeln stecken Jonglierbälle für Paulchen und eine Sonnenbrille für Heinrich.
»Gibt’s ja nicht!«, ruft der Hase. »Und ich habe nichts bemerkt!«
Er setzt die Sonnenbrille auf und schnüffelt. »Ich schnuppere Nikolaus. Geheimagent
Heinrich und Hilfsagent Paulchen werden den Nikolaus schon finden.«
»Kannst du mit der Sonnenbrille überhaupt sehen?«, fragt Paulchen.
»Ist doch egal!«, sagt Heinrich. »Ein Geheimagent ohne Sonnenbrille ist kein richtiger
Geheimagent.«
Heinrich schleicht schnüffelnd in den Wald. Paulchen tapst jonglierend hinterher.
Plötzlich bleibt Heinrich stehen. Vor ihm steht der Fuchs.
»Ha! Der Nikolaus!«, ruft Heinrich.
»Heinrich«, flüstert Paulchen. »Das ist der Fuchs.«
Heinrich nimmt die Sonnenbrille ab und kriegt einen Riesenschreck. Mit einem Satz
springt er hinter Paulchen.
»Beim nächsten Mal«, sagt der Fuchs und zeigt seine Zähne, »fress ich dich auf!«
Mit diesen Worten macht der Fuchs kehrt und verschwindet im Unterholz. Heinrich
zittert am ganzen Leib.
Da fällt Paulchen etwas ein: »Das Honigtöpfchen! Komm, Heinrich, du darfst mir beim
Ausschlecken helfen!«
Die beiden laufen hinauf in die Höhle und schlecken ein Töpfchen aus. Noch 18 sind
übrig. Noch 18-mal schlafen, dann ist Weihnachten!

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7. Dezember
A     m Morgen schleckt Paulchen ein Honigtöpfchen aus.
       Noch 17 sind übrig.
Noch 17-mal schlafen, dann ist Weihnachten!
Papa Bär und Paulchen gehen in den Wald, um Reisig zu sammeln. Der Wald ist groß,
aber Papa Bär kennt sich gut aus. Er kennt jeden Baum. »Na, Frau Eiche, wie steht’s
heute?«, sagt er, oder: »Frau Buche, was sind Sie wieder gewachsen!«
»Papa«, fragt Paulchen, »können die Bäume dich denn verstehen?«
»Hör nur!«, sagt Papa Bär. »Sie antworten mir!«
Paulchen hört genau hin. Die Bäume knistern mit ihren Zweigen. »Hallo, Papa Bär, mir
geht’s bestens!«, knistern sie, oder: »Na ja, es könnte besser sein«, oder: »Also, Papa Bär,
wenn du mich fragst, mir ist es zu kalt hier. Ich wäre viel lieber eine Südseepalme am
Strand von Tahiti!« Das war die Pappel. Die Pappel plappert ständig.
»Ja, ja«, sagt Papa Bär. »Plapper mal, du Plapperpappel!«
»Hihi«, kichert Paulchen. »Die Plapperpappel plappert mit Papa Papalapapp.«
Papa Bär brummt: »Plapper nicht so’n Papperlapapp, du Plapperbär!«
Papa Bär und Paulchen lachen und darüber vergessen sie beinahe das Reisigsammeln.
Jetzt aber schnell: So viel Reisig sammeln, wie die Bärenarme tragen können!
Am Abend prasselt das Feuer vor der Bärenhöhle. Es knistert und knackt und manchmal
fliegt ein Funke bis zu den Sternen hinauf.

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8. Dezember
A    m Morgen schleckt Paulchen ein Honigtöpfchen aus.
       Noch 16 sind übrig.
Noch 16-mal schlafen, dann ist Weihnachten!
Paulchen spitzt die Ohren. Warum ist es so still? Er geht nach draußen. Paulchen staunt.
Das Bärental liegt unter einer dicken Schneedecke. Der Schnee unter seinen Tatzen
macht seltsame Geräusche. Knirsch-knursch.
»He, Paulchen!«, ruft Heinrich. »Baust du mit mir einen Schneehasen?«
Heinrich formt eine Schneekugel und rollt sie durch den Schnee. Die Kugel wird immer
größer. Bald ist sie fast so groß wie Heinrich.
»Uff!«, keucht Heinrich. »Hilf mal schieben, Paulchen!«
Mit aller Kraft stemmt sich der kleine Bär gegen die Kugel.
»Achtung!«, ruft Heinrich. »Nicht so doll!«
Zu spät! Die Schneekugel rollt den Hügel hinab. Sie rollt und rollt und wird immer
größer und größer. Unten im Tal bleibt sie liegen.
»Auweia«, murmelt Heinrich.
Die beiden laufen ins Tal hinunter. Aus der Schneekugel ist eine Riesenschneekugel
geworden.
»Sieht aber nicht wie ein Schneehase aus«, sagt Paulchen.
»Und was machen wir jetzt?«, fragt Heinrich.
»Ich weiß«, ruft Paulchen. »Wir bauen daraus ein Schneehaus!«
Und schon beginnt er, eine Höhle in die Riesenkugel zu graben. Heinrich buddelt mit.
Und Frieda die Ente auch. Bald ist das Schneehaus fertig. Es hat sogar Fenster und einen
Schornstein.

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9. Dezember
A    m Morgen schleckt Paulchen ein Honigtöpfchen aus.
      Noch 15 sind übrig.
Noch 15-mal schlafen, dann ist Weihnachten!
Am Mittag sitzt Paulchen missmutig am Fluss.
»Was hast du denn?«, fragt Heinrich.
»Mir ist langweilig!«
»Langweilig? Hast du’s gut!«
»Was soll denn daran gut sein?«
»Ich wollt, mir wäre auch mal langweilig!«, sagt Heinrich. »Immer hab
ich zu tun: Aufstehen, Frühstücken, Zähneputzen, Aufräumen, Mittagessen, Spielen,
Abendessen, Zähneputzen, Ins-Bett-Gehen – dauernd ist was los! Nie hat man seine
Ruhe!«
»Mir ist trotzdem langweilig.«
»Weißt du was?«, sagt Heinrich. »Ich mache mit bei der Langeweile!«
Heinrich setzt sich mit an den Fluss. Träge fließt das Wasser an ihnen vorüber.
»Dem Wasser ist auch langweilig«, sagt Paulchen.
»Nee, das ruht sich aus«, sagt Heinrich.
»Wovon denn?«, fragt Paulchen.
»Na, von der langen Reise!«, sagt Heinrich. »Erst zieht es als Wolke um die Welt, dann
regnet es auf Berge hinab, dann gefriert es zu Eis, dann schmilzt es in der Sonne und
dann fließt es in den Fluss und weiter bis ins Meer. Wenn das keine lange Reise ist!«
Paulchen staunt. Er wusste ja nicht, dass das Wasser so viel um die Welt reist. Aber
Heinrich, der weiß es. Irgendwann, wenn er groß ist, möchte Paulchen so viel wissen
wie Heinrich. Wer so viel weiß, dem ist bestimmt nie langweilig!

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10. Dezember
A     m Morgen schleckt Paulchen ein Honigtöpfchen aus.
       Noch 14 sind übrig.
Noch 14-mal schlafen, dann ist Weihnachten!
Die Tiere im Bärental freuen sich: Heute ist Laternenumzug! Paulchen aber fürchtet sich,
denn der Umzug geht durch den dunklen Wald.
»Du musst keine Angst haben«, sagt Papa Bär. »Ich baue uns eine große Laterne.«
»Ich will aber nicht mit!«, sagt Paulchen. Er denkt an den Wald und daran, dass es dort in
der Nacht überall geheimnisvoll knackt und raschelt.
Papa Bär baut eine große Laterne. Er stellt eine Kerze hinein und befestigt den
Haltestab. Paulchen lugt hervor. Staunend betrachtet er die Laterne.
»Willst du sie mal halten?«, fragt Papa Bär.
Paulchen nimmt den Stab in die Hand. Mama Bär zündet die Kerze an.
Vor der Höhle leuchtet die Laterne wie ein kleiner Mond. Paulchen sieht noch viel mehr
Laternen. Sie erleuchten das ganze Bärental.
»Paulchen!«, ruft Heinrich. »Kommst du?«
Heinrich hat auch eine Laterne. Paulchen blickt sich um. Mama Bär und Papa Bär sind
bei ihm. Da stapft der kleine Bär los. Stolz hält er seine große Mondlaterne. Immer mehr
Tiere kommen hinzu, auch Frieda die Ente und sogar Familie Fuchs. Jetzt hat Paulchen
keine Angst mehr, auch nicht im tiefsten Wald, denn Mama Bär und Papa Bär und alle
anderen Tiere sind bei ihm.

                                           23
UNVERKÄUFLICHE LESEPROBE

                               Ingo Siegner
                               Weihnachten bei Paulchen Bär
                               24 Geschichten zur Weihnachtszeit

                               Taschenbuch, Broschur, 56 Seiten, 18,0 x 18,0 cm
                               ISBN: 978-3-570-22201-0

                               cbj

                               Erscheinungstermin: Oktober 2010

Das Weihnachtsfest im Winterwald

Paulchen Bär wartet ungeduldig auf Weihnachten. Weil er noch nicht bis 24 zählen kann, hat
ihm seine Mutter einen ganz besonderen Adventskalender gebastelt: Jeden Tag darf Paulchen
ein Töpfchen Honig ausschlecken und wenn alle Töpfchen leer sind, das weiß Paulchen, dann
ist endlich Weihnachten! So vergeht der Advent mit den Weihnachtsvorbereitungen plötzlich wie
im Flug …
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