Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz

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Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
Wenn Armut blind macht
Wie das Schweizerische Rote Kreuz in Afrika und Asien
Armutsblindheit heilt und verhindert

        Alle zehn Sekunden erblindet weltweit ein Erwachsener, jede Minute ein Kind.

                                                                        Schweizerisches Rotes Kreuz
Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
© Fotos: SRK, Beatrix Spring; SRK, Monika Christofori-Khadka; SRK, Capsar Martig;
SRK, Fabian Biasio; SRK, Kamal Barral; Hilde Eberhard, Uster
Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
Rund 40 Millionen Menschen                        Das Augenlicht zu verlieren ist ein schweres Schicksal. Zu wissen: Jeder Schritt in
sind weltweit blind                               unbekannter Umgebung birgt Gefahren, jeder nicht sorgsam abgelegte Gegen-
                                                  stand muss mühsam ertastet werden – das ist für sehende Menschen kaum
                                                  vorstellbar. Für Millionen von Menschen ist diese Vorstellung jedoch Realität. Die
                                                  Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass weltweit rund 40 Milli-
                                                  onen Menschen blind und 246 Millionen stark sehbehindert sind.

 Fakten zur Armutsblindheit
 •• Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen blind und 246 Millionen
    stark sehbehindert.
 •• Die häufigste Ursache für Armutsblindheit ist der graue Star (Katarakt).
 •• 80 Prozent aller Blinden verlieren ihr Augenlicht an heilbaren
    Krankheiten.
 •• «Vision2020 – das Recht auf Sehen», die weltweite Initiative der WHO,
    will bis im Jahr 2020 die verhütbare Blindheit bekämpfen. Das SRK wirkt
    an der Umsetzung dieses Zieles mit.

                                                  90 Prozent der blinden Menschen leben in den ärmsten Ländern der Welt, die
                                                  meisten davon in Afrika und Asien. In vielen dieser Regionen gibt es kaum Ärzte
                                                  und Medikamente, die Menschen leben unter schlechten hygienischen Bedingun-
                                                  gen, sind mangelernährt und besonders anfällig für Krankheiten. Das führt dazu,
                                                  dass 80 Prozent aller blinden Menschen ihr Augenlicht wegen Krankheiten verlie-
                                                  ren, die eigentlich verhütbar und heilbar sind.

        Blindheit betrifft viele: Diese Enkelin
      aus Ghana muss sich um ihren blinden
      Grossvater kümmern, statt zur Schule
                            gehen zu können.

                                                  Diese traurigen Tatsachen haben die WHO im Jahr 1999 dazu bewogen, die Initia-
                                                  tive «Vision 2020 – Das Recht auf Sehen» ins Leben zu rufen. Bis im Jahr 2020 soll
                                                  die Armutsblindheit drastisch reduziert werden. Das Schweizerische Rote Kreuz
                                                  (SRK) setzt sich in all seinen Einsatzländern aktiv dafür ein.

                                                                                                                                   3
Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
Die Ursachen der                                         Häufigste Ursache für den Verlust des Augenlichts in Entwicklungsländern ist der
Armutsblindheit                                          graue Star (Katarakt). 51% aller Erblindungen gehen auf diese Krankheit zurück.
                                                         Tendenziell sind Erblindungen aufgrund von Infektionskrankheiten leicht rück-
                                                         gängig, solche aufgrund chronischer Krankheiten wie Diabetes nehmen auch in
                                                         Entwicklungsländern stark zu.

                                                                                   51% Katarakt

                                                                                   21% andere Gründe, wie z.B. Unfälle

                                                                                   8% Glaukom

                                                                                   5% Altersbedingte Makuladegeneration

                                                                                   4% Hornhauttrübung

                                                                                   4% Kinderblindheit

                                                                                   3% Trachom

                                                                                   3% unkorrigierte Sehschwächen

                                                                                   1% Diabetische Retinopathie

    Quelle: Global Data On Visual Impairment, WHO 2010

                                                         Sehbehinderungen und Blindheit sind für die Menschen in den Ländern des
                                                         Südens eine besonders schwere Bürde. Rehabilitation oder Hilfsmittel für den
                                                         Alltag gibt es kaum. Blinde Menschen können nicht mehr ihre Familien ernähren
                                                         und sind auf permanente Hilfe angewiesen. Es sind Kinder – meist Mädchen – die
                                                         ihre blinden Verwandten begleiten und die Arbeit der Erwachsenen verrichten
                                                         müssen.

    Das Augenlicht zu verlieren ist für den betroffenen Menschen ein schweres
    Schicksal. In armen Ländern gehen damit Vernachlässigung und noch
    grössere Armut einher. Die Erblindung einer Person hat Auswirkungen auf
    das Leben einer ganzen Familie.

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Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
Blindheit kostet Kinderleben                  Weltweit sind gemäss WHO rund 1,4 Millionen Kinder unter 15 Jahren blind – und
                                              jedes Jahr kommen tausende weitere dazu. Studien zeigen, dass mehr als die
                                              Hälfte aller blinden Kinder im ersten oder zweiten Jahr nach der Erblindung stirbt.
                                              Die Gründe für die Erblindungen sind vielfältig: Masern, Vitamin-A-Mangel oder
                                              Augenkrankheiten bei Frühgeburten sind einige der Ursachen. Einige Kinder lei-
                                              den von Geburt an am grauen Star. Aus Unwissen, Armut oder aus Aberglaube
                                              wird ihnen vielfach nicht geholfen.

         Der 10-jährige Ameyaw aus Ghana
    kurz vor der Operation des grauen Stars
         im Augencamp des Roten Kreuzes.

      Sew Erena und Nidiera litten beide seit Geburt am grauen Star. Choco, ein Rotkreuzhelfer in der Northern
      Region in Ghana, hatte sie im Sommer 2008 entdeckt und ihre Eltern überzeugen können, die Mädchen
      operieren zu lassen. «Ich bin glücklich, dass meine Kinder nun sehen können», sagte ihr Vater nach dem
      Eingriff. Choco überprüfte die Genesung ihrer Augen regelmässig. Die Mädchen entwickelten sich gut
      und sind heute zwar scheue, aber selbständige junge Frauen.

                                                           Fünf Jahre später:
                                                          Die Schwestern mit
      Die einst blinden                                      dem Augenarzt
           Schwestern                                      Dr. Wanye, der sie
        Sew Erena und                                        damals operiert
                Nidiera.                                               hatte.

                                                                                                                               5
Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
Altgold für                                       Weltweit hoffen Millionen von blinden oder sehbehinderten Kindern und Erwach-
                                                  senen auf Hilfe. Mit dem einzigartigen Projekt «Augenlicht schenken»des SRK ist
                                                  es möglich, diesen Menschen zu helfen:

Augenlicht                                        Das Prinzip von «Augenlicht schenken» ist einfach und beruht auf der Idee des
                                                  Wiederverwertens: Zahngold und Schmuck, der entweder defekt ist oder nicht
                                                  mehr getragen wird, können dem SRK gespendet werden. Schöne Schmuckstücke
                                                  werden weiterverkauft, die restlichen zusammen mit dem Zahngold eingeschmol-
                                                  zen. Die verschiedenen Edelmetalle werden zum bestmöglichen Preis verkauft.
                                                  Mit dem Erlös aus den Edelmetallen werden die augenmedizinischen Hilfsprojekte
                                                  des SRK realisiert.

                                                  Auf www.redcross-gold.ch werden die schönsten Schmuckstücke aus der Samm-
                                                  lung online zum Kauf angeboten.

        Alle möglichen Schmuckstücke können
     gespendet werden – auch aus Silber, Platin
                             oder Weissgold.

Kostengünstig, effizient und                      Für die Behandlung des grauen Stars, der häufigsten Ursache von Armutsblind-
von grossem Mehrwert                              heit, gibt es kein Heilmittel. Bei fortgeschrittener Erkrankung hilft nur die Opera-
                                                  tion. Dabei wird die trübe Augenlinse entfernt und eine Kunstlinse eingesetzt.
                                                  Diese Operation kostet in den SRK-Einsatzländern pro Auge 50 Franken – und ein
                                                  Blinder kann danach wieder sehen! Für die betroffenen Menschen ist diese Hei-
                                                  lung ein Wunder, das ihnen ein neues Leben schenkt.

    Zahngold und Schmuck können dem SRK in eigens dafür produzierten
    Kuverts zugeschickt werden. Alle Zuschriften mit leserlichem Absender
    werden mit einem informativen Dankesbrief bestätigt und verdankt.
    Beachten Sie dabei bitte folgendes:

    •• Bitte vermerken Sie den Absender
       mit Kugelschreiber und nicht
       mit einem Stempel
    •• Füllen Sie das Kuvert nicht zu fest,
       es könnte zerreissen
    •• Falls Sie grössere Schmuckstücke schicken
       möchten, verpacken Sie diese bitte in eine kleine Schachtel

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Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
So arbeitet
                                            Gemeinsam mit den lokalen Rotkreuz-Gesellschaften baut das SRK in seinen
                                            Einsatzländern Nepal, Kirgistan, Ghana, Mali und Togo qualitative, regionale
                                            augenmedizinische Dienste auf. Ziel ist die Prävention und Heilung von Augen-

das SRK                                     krankheiten. Eine Expertengruppe aus mehreren Schweizer Augenärzten berät
                                            das SRK in allen augenmedizinischen Fragen.

gegen die                                   • Die Aus- und Weiterbildung von einheimischen Fachpersonen und Freiwilligen
                                              bildet das Fundament der Rotkreuzhilfe gegen die Armutsblindheit.

Armutsblind-                                • Gut ausgebildete Freiwillige und Gesundheitsarbeiter klären in Dörfern
                                              über die Ursachen und Behandlungen von Augenkrankheiten auf.

heit                                        • In Schulen werden Kinder und Jugendliche präventiv an den Augen untersucht
                                              und wenn nötig behandelt.

                                            • In ganz abgelegenen Regionen werden mobile Augencamps organisiert.
                                              In diesen Camps und in kleinen Distrikt-Spitälern operieren und behandeln
                                              Augenärzte und Augenpfleger so viele Patienten wie möglich.

                                            • Gesundheitsposten und Augenkliniken werden gebaut und mit medizinischen
                                              Geräten und Materialien ausgerüstet.

                                              Gemeinsam mit dem jeweiligen Roten Kreuz und abgestimmt auf die jeweilige
                                              nationale Gesundheitspolitik schafft das SRK so qualitative augenmedizinische
                                              Dienstleistungen.

 Eine Augenpflegerin des Roten Kreuzes
    kontrolliert die Augen eines Schülers
                               in Ghana.

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Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
Afrika:                                        In der Northern Region Ghanas leben die Menschen völlig isoliert und auf sich
Sehtests unter                                 gestellt in extremer Armut. Augenkrankheiten wie Bindehautentzündungen oder
                                               grauer Star sind weit verbreitet. Viele Kinder sterben an den Folgen von Mangeler-
sengender Sonne
                                               nährung, an Durchfall oder an vermeidbaren Krankheiten wie Masern oder Teta-
                                               nus.

                                                       Mali

                                                            Togo
                                                    Ghana

                                               Seit 1991 arbeitet das SRK mit dem Ghanaischen Roten Kreuz in zehn Distrikten
                                               der Northern Region. Im Programm «Action Against Childhood Blindness» fokus-
                                               siert das SRK auf Kinder zwischen 0–15 Jahren. Gemeinsam mit dem lokalen Roten
                                               Kreuz und dem Gesundheitsministerium bildet das SRK in den Dörfern Lehrperso-
                                               nen aus, um sie für Augenleiden zu sensibilisieren. Regelmässig kommt ein Augen-
                                               pfleger vorbei und untersucht an einem Tag hunderte von Kindern. So können
                                               Augenleiden frühzeitig erkannt und behandelt werden. Kinder mit Sehschwächen
                                               erhalten Brillen und werden sensibilisiert dafür, wie wichtig das Tragen der Brille
                                               zum Beispiel in der Schule ist.

Regelmässige Sehtests in Schulen verhindern,
     dass Augenkrankheiten zu spät erkannt
                                    werden.

8
Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
In den abgeschiedenen Dörfern leisten die Freiwilligen des Roten Kreuzes wich-
                                        tige Aufklärungsarbeit. Sie organisieren Treffen, an denen sie die Dorfbewohner
                                        über Augenkrankheiten, Fehlsichtigkeit und Hygiene informieren. Männer, Frauen
                                        und Kinder werden ermutigt, ihre Augen testen zu lassen. Der diplomierte Augen-
                                        pfleger stellt eine erste Diagnose, die anschliessend durch den Augenarzt über-
                                        prüft wird. Danach folgt die Behandlung oder Operation.

                                        Das SRK fördert die Ausbildung von Ärzten und Augenpflegern, denn qualifizier-
                                        tes Personal gibt es kaum: Für die 1,8 Millionen Menschen im Einsatzgebiet des SRK
                                        steht nur ein Augenarzt zur Verfügung. Dieser operiert und arbeitet unter extrem
                                        anstrengenden Bedingungen.

Der Augenarzt während einer Operation
                    des grauen Stars.

                                        Ein vergleichbares augenmedizinisches Programm führt das SRK seit 2003 in Togo.
                                        In dem westafrikanischen Kleinstaat arbeitet das SRK gemeinsam mit dem Roten
                                        Kreuz von Togo und dem Gesundheitsministerium in der Région Centrale und im
                                        Distrikt Bassar der Kara Region. Ziel ist der Aufbau von qualitativen augenmedizi-
                                        nischen Dienstleistungen für die ärmste Bevölkerung. Die Schwerpunkte liegen in
                                        der Operation des grauen Stars und in der Behandlung und Früherkennung von
                                        Sehschwächen bei Schulkindern.

                                        In der Region Timbuktu im Norden Malis hat das SRK nach der Ernährungskrise
                                        von 2005 erst Nothilfe und dann Wiederaufbau geleistet. Seit 2009 ist das SRK
                                        daran, die Gesundheitssituation zu verbessern und die regionale, augenmedizini-
                                        sche Versorgung aufzubauen. Wegen kriegerischer Konflikte musste das Pro-
                                        gramm im April 2012 eingestellt und die Mitarbeitenden evakuiert werden. Erst im
                                        Verlauf des Jahres 2013 konnte der Augenarzt seine Arbeit wieder aufnehmen.
                                        Das Regionalspital in Timbuktu war glücklicherweise von Plünderungen verschont
                                        geblieben, so dass alle Geräte und Instrumente noch funktionstüchtig waren. Das
                                        SRK liefert seither regelmässig Medikamente und Verbrauchsmaterial.

                                                                                                                        9
Wenn Armut blind macht - Schweizerisches Rotes Kreuz
Asien:                                           Auf dem asiatischen Kontinent engagiert sich das SRK seit vielen Jahren in der Mid-
Operationen am Fusse                             west-Region Nepals. In dieser abgeschiedenen Gegend führen die selbstversor-
                                                 genden Bauernfamilien auf bis zu 4500 Metern über Meer ein unglaublich hartes
des Himalaya
                                                 und entbehrungsreiches Leben. Medizinische Versorgung gibt es kaum.

                                                                                 Kirgistan

                                                                                       Nepal

                                                 Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Prävention von Augenkrankheiten bei Kindern.
                                                 Dafür werden an den Schulen alle Schülerinnen und Schüler regelmässig unter-
                                                 sucht und wenn nötig behandelt. Diese so genannten «Screenings» sind sehr
                                                 erfolgreich: Jährlich durchlaufen über 20 000 Kinder und Jugendliche den Sehtest
                                                 inkl. Augenkontrolle. So können Krankheiten frühzeitig erkannt und mit Medika-
                                                 menten behandelt werden. Wer an einer Sehschwäche leidet, erhält eine ange-
                                                 passte Brille. Viele Jugendliche engagieren sich als Rotkreuzfreiwillige und helfen
                                                 beispielsweise bei den Augencamps mit oder halten vor Gleichaltrigen Vorträge
                                                 über Hygiene oder Ernährung.

                                                 Das SRK engagiert sich auch in der Midwest-Region in Nepal gegen die weit ver-
                                                 breitete Armutsblindheit. Viele der Bauernfamilien führen in völlig abgelegenen
                                                 Regionen auf bis zu 4500 Metern über Meer ein unglaublich hartes und entbeh-
                                                 rungsreiches Leben. Medizinische Versorgung gibt es kaum.

 Eine junge Freiwillige führt nach der Ankunft
               der Patientinnen und Patienten
          im Augencamp einen Sehtest durch.

10
Zwischen 15–20 Mal pro Jahr reist das Augenteam ausserdem in die abgelegensten
                                         Gegenden der Region und führt mobile Augencamps durch. In einer provisorischen
                                         Augenstation behandeln die Ärzte und Augenpfleger die zu Fuss angereisten Men-
                                         schen und führen so viele Operationen und Behandlungen wie möglich durch.

                                         Zudem bildet das SRK einheimische Ärzte, Opthalmologie-Assistenten und Freiwil-
                                         lige aus und schult sie regelmässig. Dabei werden auch die traditionellen Heiler
                                         einbezogen, damit sie Patienten mit Augenleiden rechtzeitig an eine Augenstatio-
                                         nen oder ein Augenspital überweisen. In Shurket unterstützt das SRK den Bau
                                         einer Augenklinik. Damit werden jährlich rund 80 000 Menschen Zugang zu
                                         augenmedizinischer Versorgung erhalten.

   Die Mitarbeiter des Nepalesischen
Roten Kreuzes tragen alle Materialien
und Instrumente für die Augencamps
     in schweren Kisten in die Dörfer.

                                                                                                                      11
Augenkrankheiten sind weit verbreitet, doch
 viele Hirtenfamilien können sich die Reise ins
      Spital und eine Behandlung nicht leisten

                                                  Ein weiteres Einsatzland ist Kirgistan, das zu den ärmsten Ländern Zentralasiens
                                                  gehört. Dort engagiert sich das SRK seit mehreren Jahren gegen die Mangelernäh-
                                                  rung von Kleinkindern und für eine bessere Gesundheitsversorgung. Viele der mit-
                                                  tellosen Menschen leiden an Augenkrankheiten, doch sie können sich teure
                                                  Behandlungen in den privaten Spitälern nicht leisten. Die öffentlichen Spitäler ver-
                                                  fügen oft nur über eine veraltete Infrastruktur. So auch das Nationale Spital in Bish-
                                                  kek, der Hauptstadt Kirgistans. Weil sich besonders die Augenabteilung in einem
                                                  schlechten Zustand befindet, stattet das SRK sie mit neuen Geräten und Instru-
                                                  menten aus. Begleitend dazu werden Ärzte und Pflegepersonal augenmedizinisch
                                                  aus- und weitergebildet, zum Beispiel in den Bereichen Chirurgie, Diagnose und
                                                  Hygiene.

        Hari Ram Tharu lebte in einem kleinen Dorf im
        Südwesten Nepals. Einfach und hart war das
         Leben der kleinen Familie, aber Hari Ram Tharu war
        ein stolzer Mann. Bis seine Augen schlechter und
        schlechter wurden und sich die Fehler bei der Arbeit
        häuften. Er verletzte sich immer häufiger mit den
        Werkzeugen. So konnte er nicht mehr arbeiten.
        Er begann sich zurückzuziehen.
        Die Menschen im Dorf mieden ihn. Dass seine Frau
        nun Geld verdienen musste, brach seinen Stolz.
        Als das Rote Kreuz ins Dorf kam, schöpfte er Hoff-
        nung. Die Diagnose lautete: Fortgeschrittener
        grauer Star auf beiden Augen. Bald darauf wurde
        Hari Ram Tharu im Augenspital in Nepalgunj ope-
        riert, die Kosten übernahm das Rote Kreuz.
        Heute kann Hari Ram Tharu sein Handwerk wieder                           Hari Ram Tharu kann seit der Operation wieder
        ausüben und seine Familie ernähren.                                                 arbeiten und die Familie ernähren.

12
Augen-         Katarakt (grauer Star): Der graue Star wird durch die Trübung der Augenlinse
               hervorgerufen wird. Die Betroffenen nehmen ihre Umwelt wie durch ein verkratz-
               tes Milchglas wahr. Ursachen für den grauen Star gibt es verschiedene. Am häufigs-

krankheiten    ten kommt er im Alter vor, bei Diabetes oder auch als Komplikation bei Masern.
               Menschen, die lange ungeschützt starken Sonnenstrahlen ausgesetzt sind, erkran-

kurz erklärt
               ken häufiger. In Entwicklungsländern sind Frauen besonders betroffen. Sie sind
               mangelernährt, durch häufige Schwangerschaften ausgezehrt und haben schlech-
               ten Zugang zu medizinischer Versorgung.

               Glaukom (grüner Star) ist eine Augenkrankheit, bei der es zu einer allmählich
               fortschreitenden Einschränkung des Gesichtsfeldes kommt. Ohne Behandlung
               führt die Krankheit zum Verlust des Augenlichts. Das Glaukom wird medikamentös
               oder chirurgisch behandelt. Als präventive Massnahme sollte regelmässig der
               Augeninnendruck gemessen werden.

               Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine Erkrankung der Netzhaut, die
               zum Erblinden führen kann. Risikofaktoren sind intensive Lichtbelastung, Vitamin-
               mangel, hoher Blutdruck und Rauchen.

               Kinderblindheit wird in erster Linie durch Mangelernährung (Vitamin-A-Man-
               gel), Masern oder Bindehautentzündung hervorgerufen. Vitamin-A-Mangel
               erweicht und trübt die Hornhaut und führt zu unheilbarer Blindheit. Masern kön-
               nen diesen Prozess beschleunigen.

               Hornhauttrübungen entstehen durch Einlagerungen oder degenerativen Verän-
               derungen der Hornhaut. Sie könnten die Sicht erheblich beeinträchtigen. Behand-
               lungen gibt es verschiedene.

               Trachom ist eine der ältesten Infektionskrankheiten der Erde. Die Übertragung
               erfolgt über infiziertes Augensekret auf andere Personen. Nach wiederholten
               Infektionen dreht sich das Augenlid gegen innen und verkratzt mit den Wimpern
               die Augenoberfläche, bis sie undurchsichtig wird. Die Krankheit kann im Frühsta-
               dium mit antibiotischer Augensalbe geheilt werden. Unbehandelt führt Trachom
               zu unheilbarer Blindheit.

               Diabetische Retinopathie: Darunter versteht man eine durch Zuckerkrankheit
               bedingte chronische Erkrankung der Netzhaut. Sie beeinträchtigt das Sehvermö-
               gen und kann zum Erblinden führen.

               Die Flussblindheit wird von einer Stechmücke übertragen, die an Fliessgewässern
               brütet. Winzige Larven geraten in die Blutbahn, werden zu Fadenwürmern und
               gelangen mit der Zeit ins Auge, wo sie den Sehnerv zerstören. In Massenkampag-
               nen wird ein- bis zweimal jährlich das Medikament Mectizan verabreicht.

                 Dank den Zahngold- und Schmuckspenden aus dem Projekt
                 Augenlicht schenken kann das SRK in Afrika und Asien Blindheit
                 verhüten und Augenkrankheiten heilen.

                                                                                              13
Augenlicht bedeutet Leben:
               Eine junge Nepalesin in einem Augencamp
                                       des Roten Kreuzes.

             Schenken Sie Augenlicht.                       So können Sie helfen, Menschen vor dem Schicksal der Blindheit
             Es warten noch Millionen                       zu bewahren:

             Kinder und Erwachsene
                                                            • Spenden Sie für die Rotkreuzhilfe gegen die Armutsblindheit:
             auf Hilfe.                                       Mit 50 Franken kann ein am grauen Star erblindetes Auge operiert
                                                              und wieder sehend gemacht werden.

                                                            • Schicken Sie uns ausgedienten Schmuck und Zahngold gut verpackt
                                                              und mit Absender versehen: Wir holen den höchstmöglichen Erlös daraus
                                                              heraus und finanzieren damit die Augenprojekte in Afrika und Asien.

                                                            • Kaufen Sie auf der Internetseite www.redcross-gold.ch die schönsten
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                                                            Augenlicht schenken
                                                            Rainmattstrasse 10, 3001 Bern
                                                            Telefon +41 31 387 71 11

                                                            altgold@redcross.ch
                                                            www.redcross-gold.ch

                                                                     Postkonto: 30-4200-3
                                                                     Vermerk: «Augenlicht schenken»
                                                                     IBAN: CH43 0900 0000 3000 4200 3

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April 2014
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