Wiedervernetzung der Wälder in Nordwestsachsen - Handbuch - BUND Sachsen
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Vorwort
Liebe Leserinnen, liebe Leser, gemütlich einzurichten. D. h.
für viele Wildtiere so attraktiv
wenn ICH an einen Korri- zu machen, dass sie bereit-
dor denke, dann ist das ein willig durchwandert werden.
Verbindungsraum zwischen
mehreren anderen Zimmern. In In Nordsachsen haben wir für die
diesen Zimmern habe ich es mir Ausgestaltung solcher Korridore
schön gemacht. Das sind vielleicht im Projekt „Rettungsnetz Wildkat-
mein Wohnzimmer, das Schlafzimmer ze – die Wiedervernetzung der Wälder
oder eine gemütliche Küche. Den Korridor nut- in Nordwestsachsen“ zwischen verschiedenen
ze ich nur, um vom einen in den anderen Raum zu Waldgebieten wie der Dübener Heide Vorschläge
kommen. Hier fehlt eine vernünftige Beleuchtung, und Realisierungskonzepte erarbeitet, die wir im
meist ist er nur nachlässig eingerichtet und an- vorliegenden Handbuch vorstellen. Denn für den
dauernd stehen Schuhe im Weg, über die ich im Erhalt unserer Artenvielfalt ist es notwendig, dass
Dunklen stolpere. Aber wenn ich dann endlich mal wir den „Korridoren“ mehr Aufmerksamkeit schen-
Zeit habe, richte ich auch den Korridor richtig ein. ken, um die „Wohnzimmer“ oder die, die es wieder
werden könnten, attraktiv aneinander anzubinden.
Bei Wildkatzen und vielen anderen Arten ist das
nicht anders: Sie „sitzen“ in einem Wohnzimmer – Werfen Sie also einen Blick in unser Handbuch und
einem ausgedehnten Mischwald, mit viel Totholz werden Sie gleich aktiv für unsere Artenvielfalt –
und wenig menschlicher Störung. Gern hätten sie egal, ob Sie kommunale*r Entscheidungsträger*in,
auch noch ein Schlafzimmer oder lugen nach einer Landwirt*in oder einfach „nur“ engagierte*r Natur-
Küche – einem Territorium mit besonders gutem schützer*in sind. Mit diesem Handbuch „auf dem
Nahrungsangebot – aus. Da geht es aber nicht hin, Tisch“ können wir gemeinsam wieder ein engma-
denn der Korridor, der diese „Zimmer“ verbinden schigen Biotopverbund schaffen – oder, wie wir im
könnte, existiert schlichtweg nicht (mehr). „Mehr“ BUND sagen: ein Wildkatzenwegenetz knüpfen.
deshalb, weil er vielfach in der Vergangenheit vor-
handen war und durch menschliche Aktivitäten wie Viel Spaß beim Lesen!
Straßen- oder Siedlungsbau oder intensive Land-
wirtschaft zerstört wurde. Dr. David Greve
Landesgeschäftsführer
Das Wildkatzenprojekt des BUND hat nun genau BUND Sachsen
das Ziel, solche Korridore wiederherzustellen UND
3Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
Warum Verbindungen schaffen? Die Wildkatze als Leitart für den Biotopverbund 6
Der Biotopverbund 10
Datengrundlage schaffen 14
Zusammenführung der Datengrundlage 18
Auswahl von Suchräumen für eine flächenspezifische Umsetzung von Waldkorridoren 20
Runder Tisch: Workshop 22
Prüfung der Suchräume: Machbarkeitsanalyse 24
Dialog mit Akteur*innen vor Ort – nur gemeinsam kann die Umsetzung gelingen 28
Umsetzung von Wildkatzenkorridoren 32
Tipps: Was führt zum Erfolg? 36
Regionalkonferenz 40
Ausblick 42
Quellenangabe 44
5Einst fast flächendeckend in Europa verbrei-
tet, wurde die Europäische Wildkatze (Felis
Warum Verbindungen silvestris Schreber, 1777) in den vergange-
schaffen? nen Jahrhunderten intensiv bejagt und galt
ab Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Tei-
len Deutschlands als ausgestorben, auch in
Die Wildkatze Sachsen. Heutzutage ist sie streng geschützt,
kehrt jedoch trotzdem nur langsam in den
als Leitart für Freistaat zurück, denn es gibt eine neue Ge-
fahr für die Wildkatze: Die fortschreitende
den Biotop- Zerschneidung und Fragmentierung der Lebens-
räume sowie den hohen Flächenverbrauch durch
ausgeräumte Agrarlandschaften, ein dichtes Stra-
verbund ßennetz und ständig wachsende Siedlungs- und
Gewerberäume.
Daher unterliegt diese kleine Raubkatze heutzu-
tage auf internationaler und europäischer sowie
auf Bundes- und Länderebene unterschiedlichen
Schutzkategorien. Die Wildkatze ist nach der
FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtli-
nie 92/43/EWG) im Anhang IV geführt und
ist als „Art nationaler Verantwortlichkeit
Deutschlands“ eingestuft. Im Bundesna-
turschutzgesetz (BNatSchG) ist die Wild-
katze unter den besonders geschützten
bzw. streng geschützten Arten geführt
(vgl. § 7 BNatSchG (2) 14. b und § 44
BNatSchG). In der „Roten Liste“ ist die
Europäische Wildkatze vom Bundes-
amt für Naturschutz (BfN) bundesweit
als „gefährdet“ eingestuft, im Freistaat
Sachsen als „(akut) vom Aussterben be-
droht“.
6 7Die Wildkatze ist eine Charakterart naturnaher,
großräumiger und störungsarmer Waldgebiete.
Sie reagiert sensibel auf die Fragmentierung von
Waldlebensräumen sowie auf Verkehrsstraßen
und dient so als Indikator für den Grad der Ver-
netzung und die Naturnähe der Waldlebensräume.
Damit repräsentiert die streng geschützte Art die
Ansprüche vieler weiterer Arten und Lebensge-
meinschaften, die an große und zusammenhän-
gende Waldgebiete gebunden sind, wie beispiels-
weise Schwarzstorch, Baummarder, Luchs oder
Rothirsch. Das Landesamt für Umwelt, Landwirt-
schaft und Geologie (LfULG) hat daher die Euro-
päische Wildkatze in die „Liste der Zielarten des
landesweiten Biotopverbunds in Sachsen“ aufge-
nommen. Das Projekt Rettungsnetz Wildkatze ist
daher ein Projekt der Biologischen Vielfalt.
8 9Gemäß §21 BNatschG soll der Biotopverbund aus Kernflächen, Verbindungsflächen und Verbindungselemente
bestehen. Die Funktion von Verbindungselementen erfüllen Korridore, die Funktion von Verbindungselementen
die Trittsteine (vgl. Abb. 1). Dabei haben die einzelnen Bestandteile des Biotopverbundes, je nach räumlicher
Ebene, unterschiedliche Dimensionen. Eine Kernfläche auf lokaler Ebene kann wesentlich kleiner sein als eine
auf der überregionalen Ebene.
Definitionen
(nach Burkhardt et al. 2004):
Kernflächen sind Flächen, die durch ihre Aus-
stattung mit belebten und unbelebten Elementen
qualitativ und quantitativ geeignet sind, Siche-
rung von Populationen standorttypischer Arten
und Lebensräume sowie der Lebensgemeinschaf-
ten für einen gewissen Zeitraum zu gewährleisten.
Verbindungsflächen dienen vornehmlich den na-
türlichen Wechselwirkungen zwischen verschie-
denen Populationen von Tier- und Pflanzenarten,
deren Ausbreitung gemäß ihren artspezifischen
Bedürfnissen und dem genetischen Austausch
Funktion überregional regional lokal BNatSchG
zwischen Populationen oder Wiederbesiedlung-
und Wanderungsprozessen. Kernfläche Kernfläche
Korridore Verbindungs-
Verbindungselemente bestehen aus in Bezug
flächen und
Der zum Betrachtungsmaßstab kleinflächigen, diskret
in der Landschaft verteilten Elementen, die der
Trittsteine -elemente
regionale Kernfläche
Biotopverbund
Funktion des Biotopverbundes dienen und nicht
und gleichzeitig über-
Kern- oder Verbindungsflächen sind. Es handelt regionaler Trittstein
sich häufig um Biotope oder Biotopkomplexe auf
Sonderstandorten.
Abb. 1: Komplementäre Biotopverbundsysteme auf verschie-
denen räumlichen Ebenen (Burkhardt et al. 2004).
10 11Aufgrund der unterschiedlichen Dimension
eines Biotopverbunds auf nationaler Ebene
und innerhalb eines Projektgebiets werden
diese Begrifflichkeiten z. T. abgewandelt. So
befinden sich keine definitionsgemäßen Kern-
flächen für eine Wildkatzenpopulation in Nord-
westsachsen. Die vorhandenen Waldflächen sind
zu klein für eine Kernpopulation von Wildkatzen,
da diese einen Raumanspruch von ca. 2.000 km² hat.
Definition und Bewertungskriterien
Quellgebiete sind Regionen mit autochthonen und überlebensfähigen Wildkatzenpopulationen, aus denen Tiere
abwandern können.
Ziellebensräume bieten einer kleineren Population von Wildkatzen einen dauerhaften Lebensraum. Kriterien sind:
Flächengröße: hervorragend >100 km², gut 30-100 km², schlecht 100 km², gut 70-100 km², mäßig 40-70 km², schlecht 5.000 ha, gut >1.000 ha, mäßig >100 ha (nach Burkhardt et al. 2004)
in der Nähe von definierten Quellgebieten und Ziellebensräumen
Naturraumausstattung: Schutzgebietsanteil und Berücksichtigung der Streifgebietsberechnung des Sächsi-
schen Wildkatzenwegeplans (Kunze et al. 2015)
Experteneinschätzungen
12 13Die Umsetzung des Biotopverbunds ist ein
umfangreiches und langwieriges Unter-
fangen, das einer umfassenden Planung
bedarf. Daher sollte als erster Schritt
eine umfangreiche Daten- und Literatur-
Datengrundlage
Hamburg
recherche durchgeführt werden.
Bremen
Bundesweite und grenzübergreifende
schaffen Biotopverbundkonzepte Hannover
Magdeburg
Berlin
Auf Bundesebene gibt es verschiedene Kon-
zepte und Empfehlungen zur Umsetzung des Dortmund
Biotopverbunds. Diesen liegen jedoch einheit- Leipzig
liche und fachliche Auswahlkriterien zu Grun-
de, die von einem Arbeitskreis der Länderfach- Aachen
behörden und dem BfN erarbeitet wurden. Dazu
zählen: die räumliche Lage, Größe, Repräsentati- Frankfurt
vität und Biotopausstattung der Gebiete, der ak-
tuelle Zustand, das Entwicklungspotential sowie Nürnberg
ihre ökologische Funktion (LfULG a).
Stuttgart
München
Literaturempfehlungen
Reck et al. (2005): Lebensraumkorridore für
Mensch und Natur
Assmann et al. (2017), BfN: Halboffene Verbund-
korridore: Ökologische Funktion, Leitbilder und Wildkatzennachweise des BUND 2008–2016*
Praxis-Leitfaden
Wildkatzennachweise des FFH Berichts
Grabski-Kieron et al. (2016): Grenzüberschreiten- 2013 (BfN, 1997–2012)
der Biotopverbund – Handlungsansätze und He-
rausforderungen für Planung und Naturschutz- Geeigneter Lebensraum der Wildkatze
praxis Verbindungsachsen des Wildkatzenwegeplans
Vogel et al. (2009): Der Wildkatzenwegeplan -
ein strategisches Instrument des Naturschutz * ergänzt durch LWF BY, NLP BW, BR Rhön
14 15Landesweite und regionale Biotopverbundkonzepte
Innerhalb einzelner Bundesländer gibt es zusätz-
lich landesweite und regionale Fachplanungen
zum Biotopverbund. Für den Freistaat Sachsen
wurden diverse fachliche Grundlagen für einen
Biotopverbund erarbeitet, Kernflächen ermittelt
und Pilotprojekte zur Umsetzung durchgeführt.
Bad Düben
Leipzig
Riesa Wildkatzennachweise des BUND 2008–2017*
Dresden Wildkatzennachweise des FFH-Berichts 2013
Geeigneter Lebensraum der Wildkatze
Verbindungsachsen des Wildkatzenwegeplans
Zwickau
* in Kooperation mit LfULG
Plauen
Literaturempfehlungen
Barrieren
BMU (2012): Bundesprogramm Wiedervernetzung
– Grundlagen – Aktionsfelder – Zusammenarbeit
Barrieren nehmen großen Einfluss auf das Aus-
breitungspotential verschiedener Tier- und Pflan- LfULG (2007): Fachliche Arbeitsgrundlagen für
zenarten und führen häufig zu einem Flickentep- einen landesweiten Biotopverbund
pich aus Habitat-Inseln, die voneinander isoliert SMI (2013): Landesentwicklungsplan Sachsen 2013
sind. Der Straßentod ist die häufigste Todesursa- Pilotprojekte Biotopverbund Sachsen
che von Wildkatzen, aber auch vielen anderen Ar-
Pilotprojekt Biotopverbund Moritzburg
ten. Daher ist es wichtig, Konfliktpunkte mit den
Verkehrsachsen zu ermitteln. Das Unfallrisiko mit Pilotprojekt Biotopverbund Mittlere Mulde
Wildtieren an Barrieren wie Straßen und Schienen Pilotprojekt Biotopverbund Zschopautal
kann häufig durch geeignete Unter- oder Über- Froelich & Sporbeck (2019): Wildnisstudie
führungen minimiert werden. Freistaat Sachsen
16 17Skalen der räumlichen Ebe-
nen von Korridoren
(nach Burkhardt et al. 2004)
Zusammenführung
nationale/länderübergreifende Ebene: Daten-
grundlage der bundesweiten und länderüber-
greifenden Biotopverbund-Konzepte, Ausge-
der Datengrundlage staltung der Korridore Einzelfallentscheidungen,
400-4.000 m Breite (nach Reck et al. 2005)
landesweite oder überregionale Ebene: Maß-
stab 1:100.000 bis 1:500.000 (landesweite
Raumordnungspläne oder Teilregionen wie Re-
gionalplanung)
regionale Ebene: Maßstab 1:50.000 bis
1:100.000 (Regionale Raumordnungspläne),
Korridore ca. 50 m Breite, zentraler Bereich 20-
30 m Streifen aus autochthonen und standort-
gerechten Bäumen mit vielen Strukturen, beid-
seitig 5-10 m breiter Mantel aus heimischen
Neben der Auswahl geeigneter
Sträuchern und beidseitig 5-10 m Kraut- und
Quellgebiete, Ziellebensräume
Blühstreifen (nach Mölich & Vogel 2018, vgl.
und Habitatflächen, sollen im nächs-
Abb. 2)
ten Schritt die Fachplanungen zusam-
mengeführt und eine Korridorplanung für das lokale Ebene: Maßstab 1:5.000 bis 1:50.000
Projektgebiet ermittelt werden. Die ausgewählten (Flächennutzungspläne und Bebauungspläne),
Korridore werden anschließend in die Skalen der schmalere Korridore oder Hecken mit einer
räumlichen Ebenen von Korridoren unterteilt. Breite von 10-30 m über kurze Distanzen bis zu
15 m möglich (relevant bei der Detailplanung)
Abb. 2: Querschnitt eines idealtypischen Wildkorridors auf
regionaler Ebene (schematische Darstellung). K = Kraut-
und Blühstreifen, M = Mantel (Strauchstreifen),
ZB = zentraler Bereich (Mölich & Vogel 2018).
K M ZB M K
18 19Suchräume sind Gebietskulissen in einem
Projektgebiet, in denen Waldverbin-
dungen nachhaltig umgesetzt werden
sollen. Sie werden Wildkatzenkorridore
genannt. Diese werden flächenspezi-
fisch ermittelt und gemeinsam mit den
Akteur*innen Lösungen erarbeitet, da-
mit vor Ort Pflanzungen von „grünen
Korridoren“ aus Bäumen und Büschen
realisiert werden können.
Bei der Festlegung der Suchräume für ein
Projektgebiet sollten die Datengrundlage,
die Quellgebiete, Ziellebensräume und Ha-
bitatflächen sowie die aktuelle Nachweis-
lage der Europäischen Wildkatze in Sachsen
berücksichtigt werden.
Kriterien zur Auswahl von
Suchräumen
Verbindung der sehr gut und gut bewerteten
Ziellebensräume oder Habitatflächen
Auswahl von möglichst eine Verbindung mit einem Quellgebiet
Berücksichtigung der Datengrundlage, insbe-
Suchräumen für eine sondere länderübergreifenden und national be-
deutsamen Korridorplanungen im Projektgebiet
flächenspezifische Berücksichtigung der Korridorplanung im Pro-
jektgebiet
Umsetzung von Experteneinschätzungen
Wildkatzenkorridoren
20 21Nachdem Suchräume für potentielle Bio-
topverbindungen ermittelt wurden, ist es
empfehlenswert, die lokalen Akteur*innen
frühzeitig einzubinden. Durch einen aktiven
Dialog mit allen Betroffenen können nach-
haltige und konsensfähige Lösungen gefun-
den und Kooperationen für die Umsetzung
von „grünen Korridoren“ aus Bäumen und Bü-
schen geschlossen werden.
Runder Tisch
Workshop
Als mögliches Format um lokale Akteur*in-
nen frühzeitig einzubinden, hat sich der
„Runde Tisch“ bewährt. Dabei werden in
einzelnen Gruppen, zusammen mit Ex-
pert*innen mögliche Probleme, aber auch
Lösungen diskutiert.
Umsetzungen können nur gelingen,
wenn alle zusammen daran arbeiten,
Ziele, Konflikte und Lösungen zu erör-
tern und eine gemeinsame Grundlage für
einen lokalen Biotopverbund zu finden.
22 23Für die ausgewählten
Suchräume wird nun
eine Machbarkeitsanaly-
se durchgeführt. Dafür ist
eine umfangreiche Recher-
chearbeit notwendig.
Recherchearbeit
Abstimmung mit anderen Projekten
Luftbildanalyse
Landnutzung
Flurstücke und Eigentumsverteilung
Biotopkartierungen im Offenland
Zielartenkonflikte
Lärmanalyse
Prüfung der Geländebegehung
Nach Abschluss der Recherchearbeit werden alle
Faktoren zusammengeführt, die in der Machbar-
Suchräume Landesentwicklungsplan und Regionalplanungen keitsanalyse geprüft wurden. Außerdem werden
verschiedene Lösungswege analysiert und mög-
Flurbereinigungsverfahren
Machbarkeits-
liche Risiken identifiziert. Ziel ist es festzustel-
mögliche Barrieren und Bauvorhaben len, ob die Umsetzung eines Wildkatzenkorridors
Synergien mit linearen Strukturen und Gewässern unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen
analyse betroffene Akteur*innen
Stimmung vor Ort
realisiert werden kann. Zudem wird der optimale
Korridorverlauf sowie mögliche Alternativrouten
dargestellt.
24 25Abgleich mit anderen Projekten − Synergien nutzen
Wildkatze und Geländebegehung
Die Vernetzung mit anderen Projekten ist sehr Gewässerrenaturierung Bei der Machbarkeitsanalyse ist vor allem die Ge- potentiellen Korridor eingebracht werden können.
wichtig und es können oftmals Synergien mit an- ländebegehung wichtig. Der potentielle Korridor- Außerdem können so auch Barrieren entdeckt
deren Partner*innen genutzt werden. Daher sollte Es ist sinnvoll, Wildkatzenkorridore möglichst verlauf sollte sich vor Ort angeschaut werden, da werden, die auf Luftbildern nicht ersichtlich sind.
mit anderen Verbänden und Organisationen Kon- entlang von linearen Strukturen in der Landschaft Luftbilder nicht immer auf dem aktuellsten Stand Wichtig ist auch, sich mit der Landschaft vertraut
takt aufgenommen und geprüft werden, ob aktu- wie beispielsweise Feldwegen und Gewässern zu sind. So können kleinere Leitstrukturen im Such- zu machen, um bei den späteren Gesprächen mit
ell laufende Projekte das eigene Projekt tangieren. planen, da dadurch Feldblöcke und Bewirtschaf- raum ausfindig gemacht werden, die in einen Akteur*innen alle Fragen beantworten zu können.
In dem Projekt Rettungsnetz Wildkatze „Wie- tungseinheiten nicht zerschnitten werden müs-
dervernetzung der Wälder in Nordwestsachsen“ sen. Von Vorteil ist dabei außerdem, dass Planun-
gab es eine sehr enge Zusammenarbeit mit den gen entlang bereits vorhandener Strukturen meist
jeweiligen Unteren Wasserbehörden, da versucht auf größere Akzeptanz bei den Akteur*innen sto-
wurde, vorhandene Strukturen zu nutzen und die ßen. Wildkatzen zeigen bei ihren Wanderungen
Umsetzung von Wildkatzenkorridoren sowie Ge- eine Habitatpräferenz entlang von linearen Ge-
wässerrenaturierungen zu kombinieren. wässerläufen und sind keineswegs wasserscheu.
Daher bietet es sich an, Wildkatzenkorridore mit
Gewässerrenaturierungen zu kombinieren.
a b c d
Aufnahmen der Geländebegehungen aus den Suchräumen des Projektgebietes Nordwestsachsens des Rettungsnetz Wildkatze: a) Hoch-
wasserdeich (keine Bepflanzung möglich); b) Gehölzstrukturen entlang eines Grabens; c) Unterführungen an Straßen, die ggf. als Querungs-
möglichkeiten genommen werden können d) Ackerfläche ohne jegliche Deckungsstruktur.
26 27Erste Kontakte − Stimmung vor Ort prüfen schnell erfasst werden können. Der Rückhalt der
Gemeinde ist unerlässlich und die Zusammenarbeit
Als Erstes sollten die örtlichen Behörden wie bei- daher besonders wichtig.
spielsweise die Untere Naturschutzbehörde oder
Untere Wasserbehörde eingebunden werden, um
die Planungen fachlich abzustimmen. Der enge
Austausch mit Behörden ist sehr wichtig – diese ge- Flurstücksverteilung
nehmigen später schließlich auch die Maßnahmen.
Entlang des geplanten Korridorverlaufs wird sich
Danach sollte immer die Gemeinde kontaktiert wer- nun die Flurstücksverteilung angeschaut (vgl. Abb.
den, damit beispielsweise aktuelle Bauvorhaben, 3). Flurstücks- und Gemarkungsgrenzen können
andere Projekte oder sogar Probleme in der Region für Sachsen kostenlos heruntergeladen werden:
https://geoportal.sachsen.de/.
Dialog mit Akteur*innen vor Ort
Nur gemeinsam kann
die Umsetzung gelingen
Abb. 3: Flurstücksverteilung entlang eines potentiellen Wildkatzenkorridors.
28 29Flächeneigentümer*innen
Eigentümerdaten
Nachdem die Behörden und Gemeinden kontak-
tiert, Synergien mit anderen Projekten abgegli- Aufgrund der Datenschutzbestimmungen ist die
chen und zur Einbindung aller Akteur*innen ein Abfrage der Flächeneigentümer*innen ein schwie-
„Runder Tisch“ durchgeführt wurde, sollten die riges Unterfangen. Doch handelt es sich bei der
Flächeneigentümer*innen individuell kontaktiert Umsetzung eines Biotopverbundes um ein berech-
werden. Dabei sollte auf einen persönlichen Kon- tigtes öffentliches Interesse, sodass die Herausga-
takt gesetzt werden. Bei Flächeneigentümer*in- be der Eigentümer*innen-Daten dadurch möglich
nen in kirchlicher oder öffentlicher Hand sowie sein sollte. Man kann die Eigentümer*innen-Daten
örtlichen Agrarbetrieben kann man die Telefon- über die Gemeinden oder beispielsweise über den
nummern im Internet recherchieren. Ein Telefon- Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermes-
gespräch sollte immer zuerst erfolgen. sung Sachsen (GeoSN) anfragen.
Bei privaten Eigentümer*innen liegen nur die Post-
adressen vor, sodass die Eigentümer*innen ange-
schrieben und ein persönliches Gespräch angeboten
werden sollte. Der Rücklauf ist aber meist enttäu-
schend gering. Da heißt es dann: dran bleiben!
Fingerspitzengefühl
Bei den persönlichen und individuellen Gesprä-
chen müssen die Sorgen und Forderungen der
Flächeneigentümer*innen ausgelotet werden. Die
meisten Leute finden die Umsetzung eines Bio-
topverbunds begrüßenswert, haben aber viele
Bedenken, ihre eigene Fläche zur Verfügung zu
stellen. Es bedarf viele Gespräche und Angebote,
um die Eigentümer*innen von einer Maßnahme zu
überzeugen.
30 31Flächensicherung
Fördermöglichkeiten
Es gibt viele Wege, um Flächen für die Umsetzung in Sachsen
von Biotopverbindungen zu sichern. Mit den Flä-
cheneigentümer*innen sollten die verschiedenen Richtlinie Natürliches Erbe - RL NE/2014
Varianten durchgesprochen werden. Ein wichtiges
Instrument ist der Flächenkauf, wobei aufgrund des Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz
sehr hohen Drucks auf landwirtschaftliche Flächen, Sächs. Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU)
kaum Flurstücke zum Verkauf stehen. Weitere Mög-
lichkeiten sind die Erbpacht oder die dingliche Si-
cherung im Grundbuch. Hier müssen die finanziellen
Entschädigungen individuell ausgehandelt werden.
Weitere Möglichkeiten sind der Freiwillige Land-
tausch (Flächentausch) oder ein Tausch im Rah-
men eines Flurbereinigungsverfahrens. Für letzteres
müssen geeignete Tauschflächen in der Region zur
Verfügung stehen.
Planung und Genehmigungen der Umsetzung
Sind die Flächen erst einmal gesichert, erfolgt die de-
taillierte Planung und der Antrag auf Genehmigung
der Maßnahme. Bei der Kombination einer Gewäs-
serrenaturierung und Umsetzung von Wildkatzen-
korridoren sind viele weitere Genehmigungsschritte,
wie z. B. eine Umweltverträglichkeits(UVP)-Vor-
prüfung notwendig. Die Umsetzung selber kann
durch einen Auftrag an ein Unternehmen er-
folgen oder durch Eigenleistung beispielswei-
se in Form von Pflanzfesten mit den lokalen
Umsetzung von Akteur*innen und Freiwilligen.
Wildkatzen- Die Finanzierung der Umsetzung der
Maßnahmen ist ein komplexes Thema.
korridoren
Hierfür gibt es viele unterschiedliche
Förderprogramme.
32 33Umsetzungsinitiativen Lossa bei Heyda: Suchraum 3,
Abschnitt 3 (Landkreis Leipzig)
im Projekt „Rettungsnetz
Im Suchraum 3 sollen langfristig
Wildkatze“ die Dahlener Heide und der Werms-
dorfer Forst miteinander verbunden
werden. Bei Heyda muss eine Distanz
von ca. 770 m überwunden werden.
Auch hier ist das Ziel, einen Wildkat-
zenkorridor aus Bäumen und Büschen
entlang der Lossa in Kombination mit einer
Gewässerrenaturierung umzusetzen. In die-
sem Suchraum hat der BUND Sachsen von An-
Bruchgraben bei Beckwitz: Suchraum 2, fang an die Unterstützung der Gemeinde Lossatal
Abschnitt 3 (Landkreis Nordsachsen) erhalten. Zusammen wurde im Februar 2020 ein
„Runder Tisch“ durchgeführt, wo die Probleme,
Um langfristig die Dübener und Dahlener Heide aber auch mögliche Lösungen mit lokalen Ak-
miteinander zu verbinden, muss im Landkreis Nord- teur*innen diskutiert wurden.
sachsen bei Beckwitz eine Ackerfläche von ca. 300
m Länge überwunden werden. In diesem Abschnitt
verläuft unterirdisch der verrohrte Bruchgraben. Auf dieser Grundlage wurden Gespräche mit den
Ziel ist es einen Wildkatzenkorridor aus Bäumen Flächeneigentümer*innen durchgeführt. Der Agrar-
und Büschen auf der Ackerfläche in Kombination betrieb Carlowitz KG stand dem Rettungsnetz Wild-
mit einer Gewässeröffnung und -renaturierung katze sehr positiv gegenüber und hat sich bereit er-
umzusetzen. klärt, die Maßnahme an der Lossa zu unterstützen.
Innerhalb des Projektes konnte der BUND Sachsen Mit allen weiteren Flächeneigentümer*innen konn-
nach längeren Verhandlungen eine Ackerfläche ten konstruktive Lösungen in Form von Flächen-
am Bruchgraben durch Unterstützung der LaNU tausch und Erbpacht gefunden werden, sodass alle
erwerben. Einen Teil des Ackers soll mit einer ört- Flurstücke für die Maßnahme gesichert werden
lichen Agrargesellschaft getauscht werden, die Abb. 4: Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen für den konnten. Die hohe Gesprächsbereitschaft in der Re-
Bruchgraben.
der Umsetzung seit Anfang an sehr positiv und gion hat zu diesem Erfolg geführt.
aufgeschlossen gegenübersteht. Die Stadt Torgau,
Eigentümerin des Gewässerverlaufes, stimmte der lage und Umsetzung ist durch die Kombination mit Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt über die
Maßnahme nach mehreren Beratungen ebenfalls einer Gewässeröffnung und -renaturierung sehr Richtlinie Natürliches Erbe - RL NE/2014 Hand in
zu und unterstützt den BUND Sachsen. Es konn- umfangreich. Wichtige Stütze war hier von Beginn Hand mit dem Agrarbetrieb Carlowitz KG und der
ten daher in dem gesamten Abschnitt die Flächen an die Untere Wasserbehörde aus dem Landkreis Gemeinde Lossatal. Zusätzlich soll das Projekt öf-
erfolgreich gesichert werden. Die Genehmigungs- Nordsachsen. fentlichkeitswirksam begleitet werden.
Abb. 5: Renaturierungsbereich an der Lossa.
34 35Das Projekt braucht ein Gesicht
Tipps Der wohl wichtigste Schlüsselfaktor
für den Erfolg sind Regionalkoordi-
Was führt
nator*innen, durch die das Projekt
ein Gesicht bekommt. Der persönliche
Kontakt mit den Behörden, Gemein-
zum Erfolg? den, Flächeneigentümer*innen und Ak-
teur*innen vor Ort ist unerlässlich. Es ist
wichtig, dass die Regionalkoordinator*in-
nen fachlich sehr gut eingearbeitet sind und
gleichzeitig in der Region durch Veranstaltun-
gen, wie beispielsweise dem „Runden Tisch“, aber
auch beim Dialog mit den Flächeneigentümer*in-
nen in der Region präsent sind. Denn nur gemein-
sam können konsensfähige und nachhaltige Lö-
sungen gefunden werden.
Öffentlichkeitsarbeit
Eine projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit
führt dazu, dass das Projekt bei der lokalen Be-
völkerung wahrgenommen wird. Dies kann
durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltun-
gen wie beispielsweise dem „Runden Tisch“,
Exkursionen, Vorträge und Pressearbeit er-
folgen. Ist die Umsetzung erfolgreich, bie-
tet sich auch ein gemeinsames Pflanzfest
an, zu dem alle Bewohner*innen eingela-
den werden. In ländlichen Regionen sollte
eher auf persönliche und lokale Öffent-
lichkeits- und Pressearbeit, z. B. im Amts-
blatt, gesetzt werden.
36 37Das Rettungsnetz Wildkatze Netzwerk
Verbindet nicht nur Wälder, sondern auch Menschen! Die Umsetzung von Biotopverbindungen ist eine stellen. Der Druck auf landwirtschaftliche Flächen
Mammutaufgabe und alleine kaum bestreitbar. ist in den letzten Jahren nochmals enorm gestie-
Daher ist ein Netzwerk sehr hilfreich, um bei Pro- gen. Tauschflächen sind daher ein sinnvolles Inst-
blemen schnell Lösungen zu finden. Gemeinsam rument zur Sicherung von Biotopverbindungen, da
schafft man schließlich mehr. Die Unterstützung die Eigentümer*innen ihre Flächen nicht verlieren,
der Behörden und Gemeinden, aber auch vor Ort, sondern diese nur eintauschen. Daher ist ein ge-
wie von Landwirt*innen, Jäger*innen oder anderen wisser Pool an möglichen Tauschflächen wichtig.
Projektpartner*innen, ist daher unerlässlich. Das Hier sollten neben eigenen Projektflächen auch
Projekt Rettungsnetz Wildkatze wird außerdem beispielsweise öffentliche Flächen von Gemeinden
von vielen Freiwilligen und geschulten Wildkatzen- oder landeseigene Flächen zur Verfügung gestellt
Botschafter*innen bei der Öffentlichkeitsarbeit, bei werden. Schließlich ist die Umsetzung eines Bio-
Pflegeeinsätzen und beim Monitoring unterstützt. topverbunds von öffentlichem Interesse.
Tauschflächen
Bei konkreten Umsetzungsmaßnahmen geht es
schnell im Gespräch um das Eigentum. Viele
Eigentümer*innen finden die Umsetzung
eines Biotopverbundes sinnvoll. Es ist je-
doch ein großer Schritt seine eigenen
Flächen dafür zur Verfügung zu
38 39Am 8. Oktober 2020 hat der BUND
Sachsen zur Regionalkonferenz
„Wildkatze und Waldverbund“ in
das malerische Schloss Wurzen
eingeladen. Zusammen wurden die
Chancen und Herausforderungen
der Waldvernetzung diskutiert. Ge-
meinsam konnten Wege zu einer
erfolgreichen Umsetzung in Sachsen
gefunden werden.
Regional-
konferenz
Bei der Regionalkonferenz wurde
auch eine Kooperationsverein-
barung zwischen dem BUND
Sachsen und dem Staats-
betrieb Sachsenforst, Forst-
bezirk Leipzig geschlossen.
Dieser enthält einen umfang-
reichen Maßnahmenkatalog,
um gemeinsam den Schutz
der Europäischen Wildkatze
voranzutreiben.
40 41Die Umsetzung von Biotopverbindungen ist ein nicht nur Projekte fördern würde, sondern auch
schwieriges Unterfangen – doch die zeitintensive gezielt geeignete Tauschflächen zur Verfügung
Arbeit lohnt sich. Wildkatzenkorridore leisten als stellen würde. Dies würde zu einer ungemeinen
Waldverbindungen einen entscheidenden Beitrag Akzeptanz aufgrund einer Vorbildfunktion vor Ort
zum Verbund des Lebensraums Wald und zum sorgen.
Schutz der biologischen Vielfalt.
Der Biotopverbund ist eine Mehrgenerationen-
Lokale Projekte mit Regionalkoordinator*innen Aufgabe und diese kann nur mit Kraft und Geduld
können zum Erfolg führen. Jedoch sind die meis- gelingen, wenn alle gemeinsam
ten Projekte zeitlich nur auf wenige Jahre ange- Hand in Hand zusammen-
legt und es dauert eine Weile, bis Netzwerke, Ver- arbeiten!
trauen und Transparenz aufgebaut wurden. Es ist
fatal, wenn solche mühsam erarbeiteten Netzwer-
ke durch ein Projektende ins Leere laufen. Daher
sind feste und dauerhafte Ansprechpartner*innen
über Jahre hinweg unerlässlich, um wirklich Erfol-
ge verzeichnen zu können.
Der Biotopverbund ist gesetzlich verankert und es
gibt viele Planungen. Jedoch scheitert es meist an
der Umsetzung auf der Fläche. Die Bereitschaft
zur Umsetzung vor Ort ist bei geeigneten Tausch-
flächen meist vorhanden. Die Umsetzung ei-
nes Biotopverbundes ist eine Aufgabe im
öffentlichen Interesse. Es hätte eine
große Leuchtturmwirkung, wenn z.
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Ausblick
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44 45Kontakt
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D – 04277 Leipzig
Tel.: +49 (0) 341/8626 7873
Mobil: +49 (0) 157/5795 3882
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46 47Impressum: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) Landesverband Sachsen e.V., Straße der Nationen
122, 09111 Chemnitz Text: Marlen Schmid & Almut Gaisbauer
Fotos: Thomas Stephan (1, 2, 4, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 13, 14, 16, 17,
18, 21, 25, 28, 31, 32, 33, 39, 42, 47, 48), Theresa Warnk (20,
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des 24, 27, 35, 36), blende auf (3), BUND Sachsen (23, 27, 34, 37,
von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. 40, 41, 43), Christiane Bohn (26), Volker Friedrich (37), Carola
Die Förderung erfolgt durch das Sächsische Staatsministerium für Energie, Kunze (22) Druck: Printzipia Gestaltung: Martin Langenberg
Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft. Auflage: 1.000 V.i.S.d.P.: Dr. David GreveSie können auch lesen