2018 Vereinte evangelische Mission

 
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2017 | 2018
2018 Vereinte evangelische Mission
Inhalt                                                                                                               Rückfragen                                  Spenden
Vorwort .....................................................      2                                                 Für Rückfragen und ausführliche Informa-    Spenden überweisen Sie bitte auf das Konto
Bildung ......................................................     4                                                 tionen steht Ihnen das Team „Projekte und   der VEM
Evangelisation ..........................................          7   Liebe Leserin, lieber Leser,                  Spenden“ zur Verfügung:                     KD-Bank e.G.
Kinder ........................................................    8                                                 Sabine Schneider                            IBAN DE 45 3506 0190 0009 0909 08
Frauen ........................................................   11   mit diesem Heft stellen wir Ihnen einige      Telefon: 02 02 / 8 90 04 - 196
Katastrophenhilfe .....................................           16   Projekte der VEM-Gemeinschaft in Afrika,      Fax: 02 02 / 8 90 04 - 79                   Falls Sie eine Zuwendungsbestätigung wün-
Gesundheit ................................................       18   Asien und Deutschland vor. Wir freuen uns,    E-mail: projekteundspenden@vemission.org    schen, tragen Sie bitte im Überweisungsvor-
Versöhnungsarbeit ...................................             20   wenn das eine oder andere Projekt Ihr be-                                                 druck Ihren Namen und Ihre Anschrift ein.
Umwelt ......................................................     22   sonderes Interesse findet und Sie sich ent-   Bitte besuchen Sie uns auch im Internet:    Nutzen Sie bitte das Feld „Verwendungs-
                                                                       schließen, es finanziell zu unterstützen.     www.vemission.org                           zweck“ für die Angabe der Projektnummer,
                                                                                                                                                                 damit wir Ihre Spende korrekt zuordnen
                                                                       Gern arbeiten wir mit Ihnen zusammen, wenn                                                können.
                                                                       Sie Projekte in Gemeindegruppen und Ar-
                                                                       beitskreisen, in der Schule oder in Eine-                                                 Sollten für ein Projekt höhere Geldeingänge
                                                                       Welt-Läden vorstellen möchten.                                                            zu verzeichnen sein als vorgesehen, wird
                                                                                                                                                                 • bei längerfristigen Projekten die Finanzie-
                                                                       Bei der Gestaltung kleiner Projekt-Präsen­                                                   rung des Folgejahres sichergestellt
                                                                       tationen, etwa wenn zur Feier privater An-                                                • oder der zusätzliche Betrag für ein ande-
                                                                       lässe anstelle von Geschenken die Unter-                                                     res, vergleichbares Projekt verwendet.
                                                                       stützung eines Projektes in Afrika, Asien
Impressum                                                              oder Deutschland geplant ist, stehen wir
Herausgeber:                                                           Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Vereinte Evangelische Mission
Rudolfstraße 137
42285 Wuppertal
projekteundspenden@vemission.org
www.vemission.org

Redaktion:
Dagmar Böhlefeld, Annette Lübbers

Gesamtherstellung:
van Acken Druckerei & Verlag GmbH,                                     Ihre
Krefeld

Fotos:                                                                 Sabine Schneider
S. Schneider / K. Safari / C. Daubertshäuser                           Team Projekte und Spenden
I. Nzoyisaba / C. Shedafa / F. Tometten
A. Mbuta / V. Grapentin / L. Hinderer
M. Pauly / M. Lusungu / VEM Bildarchiv
Titelfoto: M. Pauly                                                                                                  Tabakernte auf Java / Indonesien

2                                                                                                                                                                                                            3
2018 Vereinte evangelische Mission
Bildung I Afrika und Asien                                                                    Bildung I Afrika

Projekt: P-1701                                                                               Projekt: P-1702

Afrika / Asien: Miteinander leben, voneinander lernen                                         Ruanda: Jugendlichen Chancen eröffnen
Rocho Rio Goagoseb liebt seine Arbeit in        geneinsatz trotzdem eine große finanzielle                                                   dung zur Friseurin einen eigenen Friseur-
einer gemeinnützigen Einrichtung in Düs-        Belastung. Immer wieder muss sie enga-                                                       salon eröffnet. Im Center haben die jungen
seldorf. Hier betreut der junge Mann aus        gierten Freiwilligen absagen, weil nicht                                                     Leute gelernt, wie man einen Businessplan
Namibia Menschen mit Handicap: „Ich habe        genügend Einsatzplätze finanziert werden                                                     erstellt und einen Betrieb leitet.
von diesen Frauen und Männern schon so          können.
viel gelernt: Zum einen über mich selbst,                                                                                                    Errichtet wurde das Zentrum von der Pres-
zum anderen aber auch, dass Liebe und           Ihre Spende trägt dazu bei, diese für beide                                                  byterianischen Kirche in Ruanda. Noch ist
Fürsorge für andere unabhängig davon ist,       Seiten lehr- und segensreiche Zusammen-                                                      das Projekt nicht in der Lage sich selbst zu
wie es ihnen geht und was sie können", sagt     arbeit fortzuführen und das Programm ei-                                                     tragen. Die Familien sind zu arm, um einen
er begeistert.                                  ner größeren Gruppe junger Menschen zu-                                                      finanziellen Beitrag zu leisten. Lehrerinnen
                                                gänglich zu machen.                                                                          und Lehrer müssen bezahlt, Klassen- und
Möglich wurde der Einsatz von Rocho                                                                                                          Ausbildungsräume hergerichtet, Unterrichts-
durch das Süd-Nord-Freiwilligenprogramm                                                       Athanase H. lernt zu schweißen                 materialien und Werkzeug beschafft werden.
der VEM. Junge Erwachsene aus Afrika und
Asien bringen frischen Wind in unsere Ge-                                                     Wer hier geboren wird, den erwartet kein       Mit Ihrer Spende unterstützen Sie junge
meinden und helfen mit großem Engage-                                                         leichtes Leben: Der überwiegende Teil der      Menschen dabei, sich eine eigene, selbst
ment, wo immer sie in Kirche und Diakonie                                                     Bevölkerung im Distrikt Bugesera in Ruanda     verantwortete Existenz aufzubauen.
gebraucht werden. Gleichzeitig lassen sie                                                     versucht als Farmer zu überleben, obwohl es
sich von neuen Ideen inspirieren und ler-                                                     nicht genügend Anbauflächen gibt und der
nen vieles, was sie nach ihrer Rückkehr in                                                    Boden nur selten ausreichend Wasser be-
ihren eigenen Gemeinden nutzbar machen                                                        kommt, um gute Ernten hervorzubringen.
können.                                                                                       Das Angebot an Arbeitsplätzen ist gering und
                                                                                              so stehen besonders die jungen Menschen
Die Begeisterung, mit der junge Freiwillige                                                   vor einer hoffnungslosen Zukunft. Manche
wie Rocho Rio Goagoseb Zuhause von ih-                                                        verlassen ihre Familien und versuchen in
rem Einsatz berichten, hat das Programm                                                       den Städten Arbeit zu finden, andere gleiten
so erfolgreich gemacht. Jedes Jahr steigt die                                                 in die Kriminalität ab, wieder andere werden
Zahl der Bewerberinnen und Bewerber. Und                                                      alkoholkrank oder prostituieren sich.
immer mehr kirchliche Einrichtungen und
Gemeinden möchten eine Freiwillige oder                                                       Nur wenige haben so viel Glück wie Athana-
einen Freiwilligen aus Afrika oder Asien für                                                  se Harindintwari. Der Junge darf im Buge-
ein Jahr aufnehmen.                                                                           sera Training Center eine Ausbildung zum
                                                                                              Schweißer machen. Schon einen Schritt
Einen Teil der Kosten übernimmt das                                                           weiter ist Daphrose Nyirantegeyimana. Zu-
„weltwärts"-Programm der Bundesregie-           Rocho Rio Goagoseb inmitten der Süd-Nord-     sammen mit zwei jungen Frauen und zwei
rung. Für die VEM bedeutet ein Freiwilli-       Freiwilligen des Jahrgangs 2015 / 2016        jungen Männern hat sie nach ihrer Ausbil-      Daphrose N. lernt Haare zu schneiden

4                                                                                                                                                                                      5
2018 Vereinte evangelische Mission
Bildung I Afrika                                                                                 Evangelisation I Asien

Projekt: P-1703                                                                                  Projekt: P-1704

Tansania: Kinder und Jugendliche mit Handicap fördern                                            West Papua: Gottes Wort zu den Menschen bringen
                                               Zur Schule gehen und ihre Fähigkeiten ent-                                                                         von Evangelisten an der
                                               wickeln dürfen: Das ist für tansanische Kin-                                                                       Bibelschule in Apahapsi-
                                               der mit Handicap schon ein großes Glück.                                                                           li. „Sie ist der Grabstock,
                                               Aber bislang eines, das mit 18 Jahren nur                                                                          mit dem wir unsere Gär-
                                               zu oft ein jähes Ende findet. In diesem Al-                                                                        ten bestellen", sagen die
                                               ter müssen die Jugendlichen das Internat                                                                           etwa 230 Gemeindeleiter
                                               in Mtoni verlassen und zu ihren Familien                                                                           und -leiterinnen, die über
                                               zurückkehren. In einem Land, in dem jun-                                                                           100 Gemeinden der Evan-
                                               ge Menschen generell nur schwer einen                                                                              gelischen Kirche in West-
                                               Ausbildungsplatz und eine berufliche Pers-                                                                         Papua (GKI-TP) betreuen.
                                               pektive finden, haben es diese Jungen und                                                                          Wo sie arbeiten, kommt
                                               Mädchen natürlich besonders schwer.                                                                                sonst kaum jemand hin,
Diese Jungen und Mädchen strahlen nicht                                                                                                                           kein Lehrer, kein Arzt,
ohne Grund um die Wette. Sie gehören zu        Das soll nun anders werden. Vor den Toren                                                                          kein Pfarrer. Evangelisten
den 80 Kindern, die in Mtoni, einem Vorort     der Hauptstadt Dar es Salaam baut die Kir-                                                                         sind hier so viel mehr als
von Dar es salaam unterrichtet werden. Sie     che das „Mlandizi Vocational Training Cen-        Eine Evangelistin im Gottesdienst mit einer Frauengruppe         nur Verkünder der Frohen
besuchen das Förder-Internat für Kinder        tre" – es ist das erste seiner Art in Tansania.                                                                    Botschaft. In ihrer Aus-
mit geistigen Beeinträchtigungen, das die      Hier sollen ehemalige Mtoni-Schülerinnen          Was die Bibel von Leben, Krankheit und und Fortbildung lernen die Evangelisten
Ost- und Küstendiözese der Evangelisch         und -schüler zu Bäckern, Gärtnern, Rei-           Tod, von Schuld, Scheitern und der Sehn- deshalb auch Grundsätzliches über Seel-
Lutherischen Kirche von Tansania (ELCT/        nigungsfachleuten oder Hotelangestellten          sucht nach heilem Leben erzählt, berührt sorge, Gesundheitsfürsorge, Aids und HIV,
ECD) 1964 gegründet hat.                       ausgebildet werden. Schon früh knüpfen            die Menschen in den Hochlandgemeinden Dorfentwicklung und Alphabetisierung.
                                               die Mitarbeiter des Ausbildungszentrums           West Papuas tief. Im kommenden Jahr wird
                                               Kontakte zu Hotels, Restaurants oder Bä-          für diese gläubigen Frauen und Männer ein Der Druck der Yali-Bibel mit rund 1.800 Sei-
                                               ckereien, damit die Jugendlichen nach             Traum wahr: Nach vielen Jahren Überset- ten wird in Indonesien erfolgen – zu einem
                                               Beendigung ihrer Lehrzeit direkt in eine          zungsarbeit werden die etwa 70.000 Papua günstigen Preis. 10.000 Exemplare werden
                                               Anstellung vermittelt werden können. Das          in der Yalimo-Region erstmals die Bibel gedruckt. Die Finanzierung ist – dank vieler
                                               erste Haus des Zentrums ist bereits fertig.       vollständig in ihrer eigenen Sprache lesen Spenderinnen und Spender – sicher. Aber
                                               Weitere Gebäude werden gebaut und einge-          können. Für viele Papua war und ist das die Verteilung der Bibeln in den abgelege-
                                               richtet. Bald können die jungen Frauen und        „Buch der Bücher" tatsächlich der wichtigs- nen Bergregionen wird viel Geld kosten,
                                               Männer ihrer Ausbildung beginnen.                 te Grund lesen zu lernen. Gleichzeitig hilft ebenso wie die Ausbildung weiterer Evan-
                                                                                                 die Yali-Bibel, die vom Aussterben bedrohte gelisten, die im Hochland dringend benö-
                                               Mit Ihrer Spenden unterstützen Sie ein weg-       Sprache dieser Bergbewohner am Leben zu tigt werden. Mit Ihrer Spende bringen Sie
                                               weisendes Projekt und geben jungen Men-           erhalten.                                        das Wort Gottes gleich zweimal zu den Pa-
                                               schen die Chance auf ein selbstbestimmtes                                                          pua: Durch die Arbeit der Evangelisten und
Einweihung des ersten Gebäudes des „Mlandizi   Leben.                                            Die Heilige Schrift ist auch der Dreh- und durch die Bibeln, auf die die Hochlandbe-
Vocational Training Centre“                                                                      Angelpunkt in der Aus- und Weiterbildung wohner schon so lange warten.

6                                                                                                                                                                                          7
2018 Vereinte evangelische Mission
Kinder I Afrika                                                                               Kinder I Deutschland

Projekt: P-1705                                                                               Projekt: P-1706

Kongo: Kindern eine Perspektive geben                                                         Deutschland: Geflüchtete Kinder unterrichten
Bumba (8) und Malonda (6) blicken ernst       ba und Malonda auf. Die Mädchen und                                                                                    Wuppertal-Ober-
in die Kamera und auch die Schulunifor-       Jungen schlafen in angemieteten einfachen                                                                              barmen Kindern
men passen ihnen noch nicht so ganz. Bis-     Unterkünften, Büroräumen der Gemeinde                                                                                  wie Samira eine
lang hatten die beiden tatsächlich wenig zu   oder in der Kirche. Sie bekommen zu essen,                                                                             intensive Sprach-
lachen. Von ihren Familien verstoßen, leb-    werden medizinisch versorgt und besuchen                                                                               förderung an. Bis
ten sie ängstlich, hungrig und ohne Hoff-     endlich eine Schule. Bis sie einen Ausbil-                                                                             zu zwölf Kinder
nung auf den Straßen von Kinshasa. Das                    dungsplatz oder Arbeit gefun-                                                                              zwischen     sechs
hat sich nun geändert. Endlich haben die                      den haben, werden sie von                                                                              und 13 Jahren
beiden Kinder Menschen gefunden, die sich                       Mitarbeitern der Kir-                                                                                kommen an drei
um sie kümmern.                                                   chengemeinde beglei-                                                                               Tagen in der Wo-
                                                                  tet. Leicht fällt der Ge-                                                                          che    zusammen,
In der kongolesischen                                            meinde ihr Engagement                                                                               lernen    gemein-
Hauptstadt Kinshasa                                             nicht. Die finanzielle Be-                                                                           sam Deutsch und
leben viele Mädchen                                                 lastung ist hoch und                                                                             erhalten Hilfe bei
und Jungen ganz auf                                                    mehr als 20 Kinder                                                                            den Hausaufga-
sich    alleingestellt.                                                  können nicht ver-                                                                           ben. Nach dem
Niemand       sorgt                                                       sorgt     werden.                                                                          Unterricht spielen
sich um sie, nie-                                                         Ein neuer Platz     Diesen Tag wird Samira aus der syrischen       oder basteln die Kinder, gehen zusammen
mand      kocht                                                           kann immer erst     Stadt Homs wohl nie vergessen: Nach lan-       ins Schwimmbad oder auf den Fußball-
für sie, nie-                                                            vergeben werden,     gen Monaten der Trennung und einem All-        platz. Durch die enge Gemeinschaft wer-
mand schenkt                                                            wenn ein ehemali-     tag zwischen Hoffen und Bangen schließt        den die Kinder nicht nur sprachlich, son-
ihnen Kleidung                                                        ges Straßenkind ei-     ihr Papa sie wieder in die Arme. Durch den     dern auch sozial gefördert.
oder bezahlt für                                                    nen Ausbildungs- oder     Bürgerkrieg in ihrer Heimat war die Fami-
ihren Schulbesuch.                                                 Arbeitsplatz gefunden      lie getrennt worden. Nun hat für das kleine    Dieses Programm soll zukünftig jedem
Manche sind von                                                    hat oder eine Rückkehr     Mädchen und ihre Familie in Wuppertal ein      Flüchtlingskind im Einzugsgebiet des
zuhause      geflohen,                                             in die Familie möglich     neues Leben begonnen.                          CVJM Oberbarmen zugänglich gemacht
weil es ihnen dort                                                 wird.                                                                     werden. Damit dieses ehrgeizige Ziel er-
schlecht erging. Ande-                                                                        Samira besucht eine ganz normale, deut-        reicht werden kann, braucht der Verein
re mussten ihre Familie                                         Mit Ihrer Spende geben        sche Grundschule. Sie ist eifrig und lernbe-   unsere Unterstützung. Mit Ihrer Spende
verlassen, weil ihre El-                                        Sie Kindern wie Bumba         gierig, aber natürlich ist es nicht einfach,   tragen Sie dazu bei, dass Kinder wie Samira
tern sie nicht ernähren                                        und Malonda neue Hoff-         dem Unterricht in einer fremden Spra-          in Deutschland schneller heimisch werden
konnten.                                                       nung und eine bessere          che zu folgen. Deshalb bietet der Christ-      und ihnen ein guter Start in ihr neues Le-
                                                               Perspektive für ihr Leben.     liche Verein Junger Menschen (CVJM) in         ben gelingt.
Eine Gemeinde der Kir-
che Christi im Kongo
nimmt Kinder wie Bum-                                           Bumba und Malonda

8                                                                                                                                                                                     9
2018 Vereinte evangelische Mission
Kinder I Afrika                                                                                Frauen I Deutschland

Projekt: P-1707                                                                                Projekt: P-1708

Tansania: Kindern ein Zuhause geben                                                            Deutschland: Opfern von Menschenhändlern helfen
                Emmiliana studiert Kran-          Sie bekommen zu essen, werden medi-                                                                           halten misshandelte und
                 kenpflege in Mwanza am           zinisch versorgt und gehen zur Schule.                                                                        traumatisierte Frauen
                   Viktoriasee. Mit dem Ab-       Langsam und behutsam lernen die Kinder                                                                        eine sichere Unterkunft.
                    schlusszertifikat wird für    wieder soziale Verhaltensweisen. Aber die                                                                     Die     Mitarbeiterinnen
                      die junge Tansanierin       Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zen-                                                                     und Mitarbeiter – ange-
                        ein Traum wahr. Das       trums suchen auch den Kontakt zu den                                                                          stellt oder ehrenamtlich
                            Mädchen wuchs         Familien der Mädchen und Jungen, helfen                                                                       beschäftigt – beraten
                            ohne Mutter bei       bei Fragen der Erziehung und versuchen,                                                                       die Schutzsuchenden,
                            einem lieblosen       wenn möglich, die Kinder wieder in ihre                                                                       sorgen für Dolmetscher,
Emmiliana              Pflegevater auf, der sie   Familien zu integrieren.                                                                                      begleiten die Frauen zu
                   manchmal sogar hungern                                                                                                                       Ämtern und Behörden
ließ. Mit elf Jahren musste sie sich als Haus-    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tun                                                                      und vermitteln rechtli-
haltshilfe verdingen. Bis eine Frau Emmilia-      ihr Bestes, um möglichst vielen Mädchen                                                                       chen und psychologi-
na ins Tumaini Children's Center in Bukoba        und Jungen ein Zuhause zu geben. Aber                                                                         schen Beistand.
brachte. Hier fand das Mädchen Menschen,          noch immer kämpfen etliche auf sich allein
die für sie sorgten und hier konnte sie end-      gestellt ums Überleben. Mit Ihrer Spende     Sie kommen aus Bulgarien und aus Gam-          Der gemeinnützige Verein wird von der
lich auch zur Schule gehen.                       geben Sie diesen Kindern ein Stück Heimat    bia, aus Albanien, Ghana und dem Kosovo.       Stadt Dortmund, dem Land NRW, von der
                                                  und die Hoffnung, dass sie eines Tages ein   Manche haben Kinder, andere sind schwan-       Evangelischen Kirche von Westfalen und
Tumaini heißt Hoffnung. Ein guter Name            gutes, selbstbestimmtes Leben führen wer-    ger, wieder andere stehen ganz alleine in      der Vereinten Evangelischen Mission un-
für das von der Nordwest-Diözese der              den – wie Emmiliana, die zukünftige Kran-    der Welt. Viele von ihnen sind krank – an      terstützt. Doch die Zahl der hilfsbedürf-
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tan-           kenschwester.                                Leib und Seele. Manche sind vor Krieg und      tigen Frauen steigt von Jahr zu Jahr und
sania gegründete Zentrum. Viele                                                                Verfolgung geflohen. Andere suchten ein        damit auch die der benötigten Gelder. Mit
Kinder in Tansania führen ein                                                                  besseres Leben in Deutschland – und wur-       Ihrer Spende ermöglichen Sie misshandel-
noch härteres Leben als Emmi-                                                                  den von skrupellosen Menschenhändlern          ten Frauen und Mädchen, Abstand zu ih-
liana. Die Armut ist groß und                                                                  in die Prostitution verkauft.                  ren traumatischen Erlebnissen zu gewin-
unzählige Eltern können ihre                                                                                                                  nen und im Vertrauen auf den Schutz der
Kinder nicht versorgen. Auf der                                                                Hilfe und Schutz finden diese Frauen bei der   Mitternachtsmission einen Neuanfang zu
Suche nach Arbeit treiben diese                                                                Mitternachtsmission in Dortmund. Hier er-      wagen.
Jungen und Mädchen heimat-
los durch die Städte. Sie wer-
den drangsaliert, kriminalisiert
und manchmal sogar verge-
waltigt und getötet. Im Tumai-
ni Children's Center dürfen die
Jungen und Mädchen endlich Mädchen und Jungen im Tumaini Children’s Center in
sein, was sie sind: Kinder.      Bukoba

10                                                                                                                                                                                   11
2018 Vereinte evangelische Mission
Frauen I Afrika                                                                                  Frauen I Afrika

Projekt: P-1709

Kongo: Gewalt bekämpfen – Rechte einfordern
Salama* war 14 Jahre alt als sie im Wald           die soziale Ächtung schnell: Immer noch ist
Feuerholz holen wollte. Ein Unbekannter            die Jungfräulichkeit eine wesentliche Vo-
fiel über sie her und vergewaltigte sie. Als       raussetzung dafür, gute Männer zu finden.
ihre Schwangerschaft nicht mehr zu über-
sehen war, begannen die Menschen um sie
herum sie zu meiden. Nur ihre eigene Fami-
lie hielt noch zu ihr. Heute, drei Jahre später,
dankt sie Gott und der Baptistischen Kirche
im Zentrum Afrikas (CBCA) für ein un-
scheinbares Formular, das ihrem Kind eine
Zukunft eröffnet hat: eine Geburtsurkunde.
„Mit der Unterstützung meiner Kirche habe
ich mein Kind damals im zivilen Geburts-
register eintragen lassen. Viele ebenfalls
betroffene Frauen und Mädchen tun das
nicht", sagt sie. Mit weitreichenden Folgen
für die Kinder. Denn nicht registrierte Babys
haben im Kongo keinen rechtlichen Status.
Sie gelten nicht als Kongolesen und dürfen,
wenn sie schulpflichtig geworden sind, auf
keine staatliche Schule gehen.

Schicksale wie das von Salama sind im Kon-                                                       Durch die Herstellung und den Verkauf von Taschen und Körben erhalten die Frauen ein kleines
go keine Seltenheit. Die wiederholten Krie-                                                      Einkommen
ge und das Fehlen eines funktionierenden
staatlichen Schutzsystems haben vor allem                                                        Den betroffenen Frauen und Mädchen psy-          Mit diesem Hilfsprogramm, stößt die Kir-
im Ost-Kongo dazu geführt, dass sexuel-                                                          chologische, soziale und wirtschaftliche Hil-    che an ihre Grenzen, da sie nur über be-
le Gewalt eine alltägliche Praxis geworden                                                       fe zu geben ist nur ein Teil der Aufgaben, de-   grenzte Mittel verfügt und die Zahl der Be-
ist, die straffrei bleibt. Selbst verheiratete                                                   nen sich die CBCA im ihrer Region widmet.        troffenen in ihrem Gebiet nie abzunehmen
Frauen sind schutzlos häuslicher Gewalt                                                          Sie baut für hilfesuchende Frauen Gesund-        scheint. Es ist der CBCA daher nicht mög-
oder Überfällen ausgeliefert. Dadurch erlei-                                                     heitszentren, führt Aufklärungsgespräche         lich, diese Aufgaben ohne Hilfe von außen
den sie nicht nur körperliche, sondern auch                                                      durch und bildet vor allem auch das dafür        zu bewältigen. Sie benötigt Ihre Spende,
seelische Pein, denn sie fühlen sich schul-                                                      benötigte Personal aus. Außerdem sorgt sie       damit Frauen wie Salama und ihr Kind
dig und schämen sich, weil sich Männer an                                                        dafür, dass die von ihnen betreuten Frauen       wieder in die Gemeinschaft aufgenommen
ihnen vergangen haben. Selbst wenn die                                                           ein Handwerk erlernen, damit sie sich und        werden können.
Mädchen nicht schwanger werden, erfolgt            Endlich registriert!                          ihre Kinder selbst ernähren können.                                        *Name ­geändert

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Frauen I Afrika und Asien                                                                    Frauen I Afrika und Asien

Projekt: P-1710

Afrika und Asien: Frauen die Selbstständigkeit ermöglichen
                                                                                             schon viele andere Frauen inspiriert, sich       Das Beispiel von Nana Mujinga ist nur eines
                                                                                             ebenfalls selbstständig zu machen.               von vielen aus den Mikrokredit-Program-
                                                                                                                                              men der VEM-Mitgliedskirchen in Afrika
                                                                                             Die Kirche Christi im Kongo unterstützt der-     und Asien. Ihre Spende für diese Arbeit ist
                                                                                             zeit mit diesem Projekt 240 junge Frauen,        in doppelter Hinsicht gut angelegt: Denn
                                                                                             alleinstehende Mütter und Witwen. Eine In-       die Frauen ernähren nicht nur aus eigener
                                                                                             vestition, die sich fast immer lohnt: Studien    Kraft ihre Familien, sondern sie zeigen ih-
                                                                                             zufolge zahlen weit mehr als 90 Prozent aller    ren Kindern auch, wie gut es sich anfühlt,
                                                                                             Frauen, die einen Mikrokredit zur Existenz-      auf eigenen Beinen zu stehen.
                                                                                             gründung erhalten, diesen pünktlich zurück.

Nana Mujinga bietet Gemüse und Früchte an ihrem Marktstand an

Nana Mujinga ist eine glückliche junge        Möglich wurde der bescheidene Erfolg von
Kongolesin. Mit einem strahlenden Lächeln     Nana Mujinga durch einen Mikrokredit,
verkauft sie jeden Tag Tomaten, Zwiebeln,     der ihr aus einem Kreditfonds der Kirche
Bohnen, Gewürze, Nüsse, Früchte und Eier      Christi im Kongo (ECC) gewährt wurde.
auf dem Markt. Vom Erlös kauft sie neue       Gerade einmal 50 Kongo-Franc waren not-
Ware, bezahlt ihre Miete und das tägliche     wendig, um Nana Mujinga den Weg in die         Élisée Tshibunda kaufte mit 150 Dollar Start­    Marie Claire Ndaya verkauft Softdrinks.
Brot für ihre Familie. Sie verdient sogar     Selbstständigkeit zu ebnen. Und ihr Bei-       hilfe zwei Nähmaschinen und Stoff. Heute         Ein Zuschuss von 200 Dollar half ihr, ihr
genug, um ihre Kinder zur Schule zu schi-     spiel macht Schule: Frauen, die sie lächelnd   arbeiten in ihrer Schneiderei fünf Näherinnen    ­Angebot auszuweiten. Neben ihrer Arbeit für
cken. Denn auch ihre Mädchen und Jungen       hinter ihrem Tisch stehen sehen, fragen sie    und vier Auszubildende. Ihr Beispiel hat schon    das Geschäft kümmert sie sich um Frauen in
sollen sich später aus eigener Kraft ernäh-   neugierig: Wie hast du das gemacht? Kön-       viele junge Frauen inspiriert, sich ebenfalls     der Gemeinde, die in finanzielle Schwierig­
ren können.                                   nen wir das auch? Nanas Marktstand hat         selbstständig zu machen.                          keiten geraten sind.

14                                                                                                                                                                                       15
Katastrophenhilfe I Afrika und Asien                                                            Katastrophenhilfe I Afrika und Asien

Projekt: P-1711

Afrika und Asien: Für den Ernstfall rüsten
                                                                                                                                                                 stellen provisorische Un-
                                                                                                                                                                 terkünfte bereit. Später
                                                                                                                                                                 erhalten die betroffenen
                                                                                                                                                                 Menschen dann Hilfe
                                                                                                                                                                 beim Wiederaufbau ih-
                                                                                                                                                                 rer Häuser und Saatgut.

                                                                                                                                                                 Damit     im     Ernstfall
                                                                                                                                                                 schnell Hilfe für die Be-
                                                                                                                                                                 troffenen     organisiert
                                                                                                                                                                 werden kann, hat die
                                                                                                                                                                 Vereinte    Evangelische
                                                                                                                                                                 Mission Nothilfe-Fonds
                                                                                                                                                                 eingerichtet. Aber eine
                                                Judith B. in ihrem durch ein Erdbeben beschä-                                                                    einzige    Überschwem-
                                                digtes Haus in Bukoba / Tansania                                                                                 mung,     ein    einziger
                                                                                                Ausbruch des Vulkan Sinabung in Indonesien                       Wirbelsturm kann so
                                                res Erdbeben den Nordwesten Tansanias.                                                                           verheerend in seinen
                                                Auch hier sterben Menschen. Andere ver-         heit vor den Naturgewalten. Mildern lassen    Folgen sein, dass diese Fonds allzu schnell
                                                lieren ihre gesamte Habe und stehen buch-       sich jedoch die Auswirkungen. Viele Kir-      erschöpft sind.
                                                stäblich vor den Trümmern ihrer Existenz.       chen haben ihre Mitarbeitenden deshalb in
                                                Nur einen Monat später: Ein Taifun rast mit     Nothilfe-Workshops der VEM schulen las-       Mit Ihrer Spende stellen Sie sicher, dass wir
                                                220 Kilometern pro Stunde über die nördli-      sen. Die Ersthelferinnen und -helfer kennen   als Kirchengemeinschaft auch in Zukunft
                                                chen Provinzen der Philippinen. Ein zwei-       sich gut aus im Katastrophengebiet. Sie ha-   schnell und unbürokratisch handeln kön-
                                                ter folgt vier Tage später. Die Wirbelstürme    ben gelernt, Ruhe zu bewahren und schnell     nen. Denn die nach einer Naturkatastrophe
                                                zerfetzen Häuser und Kirchen, vernichten        zu handeln: Verletzte werden medizinisch      von Hunger, Seuchen und Obdachlosigkeit
Überschwemmungen in Sri Lanka                   Ernten, verletzen und töten Menschen und        versorgt, Trinkwasser und Lebensmittel        bedrohten Menschen brauchen unsere
                                                lassen Tausende obdachlos zurück. Kurz vor      werden verteilt. Die Gemeinden vor Ort        ­Hilfe – sofort!
Bilder, die unter die Haut gehen: Im Mai        Weihnachten 2016 bebt die Erde in der Pro-
2016 fliehen mehr als 400.000 Menschen in       vinz Aceh in Indonesien. Fast 100 Tote sind
Sri Lanka vor sintflutartigen Überschwem-       zu beklagen, unzählige Gebäude werden
mungen und Erdlawinen. Im gleichen Mo-          zerstört.
nat spuckt der Vulkan Sinabung auf der in-
donesischen Insel Sumatra 700 Grad heiße        2016 war für viele Menschen in Afrika
Asche aus. Wieder gibt es Tote und Verletzte.   und Asien kein gutes Jahr. Trotz moderner
Im September 2016 erschüttert ein schwe-        Warnsysteme gibt es keine völlige Sicher-

16                                                                                                                                                                                      17
Gesundheit I Asien                                                                           Gesundheit I Asien

Projekt: P-1712                                                                              Projekt: P-1713

West Papua: aufklären, ausbilden und behandeln                                               Indonesien: Kranke Kinder versorgen und umsorgen
Dr. Raymond Gbombo Bachongo ist                      See. Wichtigster Ansprechpartner        Berkat Anugerah Hutauruk (12) verlor sei-        Diese besondere Arbeit, die weit über die
eine auffällige Erscheinung in West                   für den engagierten Mediziner ist      ne Eltern, als er gerade einmal fünf Jahre       Aufgaben eines normalen Krankenhauses
Papua. Der Mediziner und HIV-Spe-                      die Evangelische Kirche in Westpa-    alt war. Beide hatten sich mit dem HI-Virus      hinausgeht, belastet das Budget der HKBP
zialist ist Kongolese und arbeitet                     pua (GKI-TP). Sie hat das Netzwerk,   infiziert. Beide starben an Aids. Seine Ver-     schon jetzt enorm. Neben den regelmäßig
im Auftrag der VEM in Indonesien.                      um die mangelhafte Gesundheits-       wandten wollten den ebenfalls erkrankten         anfallenden Kosten des Krankenhauses
Sein Wissen wird dringend be-                         vorsorge zu verbessern und die         Jungen nicht aufnehmen. Zu groß war ihre         muss dringend investiert werden: Die Kin-
nötigt in einer Region, in der                             präventive     Anti-Aids-Arbeit   Angst, sich selbst zu infizieren. Als ein Mit-   derabteilung ist für die Zahl der betroffenen
viele noch immer glauben,                                   wirklich voranzubringen. Der     arbeiter des Nainggolan Krankenhauses auf        Kinder längst zu klein geworden. Sowohl
dass Menschen erkranken,                                    Mediziner arbeitet gemeinsam     der Insel Samosir den Jungen fand, lebte         die sanitären Anlagen als auch der Küchen-
wenn ein anderer sie verhext                                mit der Kirche daran, neue Ge-   er von seiner Krankheit gezeichnet auf der       bereich müssen aus hygienischen Gründen
oder vergiftet hat. Dieser tief in Dr. Gbombo Bachongo      sundheitsstationen auf dem       Straße. Heute kann Berkat wieder lachen.         dringend saniert und die Wasserrohre er-
der Tradition verankerte Glau-                            Land einzurichten, deren Mitar-                                                     neuert werden, damit sauberes Wasser zur
be sorgt mit dafür, dass sich die Zahl der beitende dann auch eine flächendecken-                                                             Verfügung steht.
Menschen, die sich neu mit dem HI-Virus de Aufklärungsarbeit leisten sollen. Den
infizieren, in West Papua weiter erhöht, Bau dieser Gesundheitsstationen kann die                                                             Mit Ihrer Hilfe dürfen mehr Waisenkinder
während sie in vielen anderen Ländern der Kirche mit staatlicher Hilfe gewährleis-                                                            wie Berkat Anugerah Hutauruk erleben,
Welt stabil bleibt oder sinkt.                 ten. Aber die Mittel reichen nicht aus, um                                                     dass sich Menschen ihrer liebevoll anneh-
                                               dringend benötigtes medizinisches Gerät                                                        men, sie versorgen, medizinisch betreuen
Dr. Gbombo Bachongo arbeitet in der HIV/ und die wichtigsten Medikamente anzu-                                                                und ihnen – so gut das in einem Kranken-
Aids Klinik Walihole am Ufer des Sentani- schaffen. Ein noch größeres Problem be-                                                             haus geht – die Familie ersetzen, die sie ver-
                                                                steht darin, für die neuen                                                    loren haben.
                                                                Stationen Personal zu fin-
                                                                den, denn Fachärzte und
                                                                gut ausgebildete Kranken-
                                                                schwestern und -pfleger
                                                                sind kaum zu bekommen.                                 Berkat A.

                                                              Mit Ihrer Spende unter-        Auf der Kinderstation des von der Christ-
                                                              stützen Sie die Kirche in      lich-Protestantischen    Toba-Batakkirche
                                                              West Papua, die Gesund-        (HKBP) unterhaltenen Krankenhauses wird
                                                              heitseinrichtungen      mit    er medizinisch behandelt und von den Pfle-
                                                              dem Notwendigen auszu-         gerinnen liebevoll betreut und gefördert.
                                                              statten und die so dringend    Seine geistige Entwicklung hat sich durch
                                                              benötigten Fachkräfte zu       die Krankheit verzögert. Aber er ist fleißig
                                                              qualifizieren.                 und bemüht sich sehr, in der Schule mitzu-       Kinder und Pflegepersonal der Kinderstation
                                                                                             kommen.                                          des Nainggolan Krankenhauses

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Versöhnungsarbeit I Afrika                                                                     Versöhnungsarbeit I Afrika

Projekt: P-1714                                                                                Projekt: P-1715

Tansania: Fußball spielen und friedlich zusammenleben                                          Ruanda / Kongo: Versöhnung und Frieden leben
„Fußball ist unser Leben, denn König Fuß-       Dass es nun wieder ruhiger geworden ist        „Ich habe ihm vergeben, das
ball regiert die Welt" sangen einst die deut-   für die kleine christliche Minderheit, ver-    hat mich befreit!", sagt Es-
schen Kicker. Die Welt regieren, das tut der    danken die Menschen sowohl dem Frie-           ther, eine Frau aus Ruanda.
Fußball sicherlich nicht. Menschen unter-       densrat der religiösen Führer als auch der     Leicht kann ihr das nicht ge-
schiedlicher Religionen miteinander ver-        Arbeit des Zentrums. Die Jugendlichen –        fallen sein, denn sie hat ei-
binden, das kann die Ballsportart Nummer        Christen und Muslime – spielen nicht nur       nem Mann vergeben, der vor
1 schon. Dafür stehen die jugendlichen Ki-      zusammen Fußball. Sie lernen Englisch,         vielen Jahren ihr Kind ermor-
cker des interreligiösen Zentrums Sansibar.     bilden sich in Computerkursen fort und         dete. Heute nimmt Esther an
Die Jungs nennen sich Yifoza, das steht für     produzieren kleine Videos mit versöhnen-       einer Gesprächsgruppe in ih-
„Youth interfaith forum of Zanzibar". Sie       den Botschaften.                               rer Kirchengemeinde teil, bei
kämpfen um Sieg und Aufstieg – wie jede                                                        der Täter und Opfer des Völ-
andere Fußballmannschaft auch. Aber sie         Dieser Einsatz für ein gutes Miteinander der   kermords von 1994 an einem
tun mehr als das. Sie engagieren sich in je-    Religionen ist nicht umsonst zu haben. Die     Tisch sitzen.
dem Spiel für den Frieden zwischen Mus-         jungen Leute brauchen Geld für ihre tech-
limen und Christen. Wenn die Yifoza aufs        nische und sportliche Ausrüstung. Mit Ih-      Gesprächsgruppen wie diese
Spielfeld kommen, dann geben sie damit          rer finanziellen Unterstützung können die      finden in vielen Gemeinden Theatervorstellung in einem Dorf im Ostkongo
ein Bekenntnis ab: Denn auf ihrem oran-         Jungs weiter Fußball spielen und ihre Bot-     im ruandisch/kongolesischen
gefarbenen Trikot steht in großen Lettern       schaft vom Frieden weit über ihr Spielfeld     Grenzgebiet statt. Sie sind ebenso Teil der Versöhnung leben, den Dialog zwischen
„Kämpfen für den Frieden".                      hinaustragen.                                  kirchlichen Versöhnungsarbeit wie ein den ehemaligen Feinden in Ruanda und
                                                                                               Theaterprojekt der besonderen Art: Ein Va- im Ostkongo aufrechterhalten, Menschen-
Etwa 98 Prozent der                                                                            ter kauert weinend über dem Sarg seines rechte stärken und Frieden schaffen: Dazu
Bevölkerung Sansibars                                                                          ermordeten Kindes. Eine junge Frau mit gehört Mut und Durchhaltevermögen. Frie-
sind sunnitische Mus-                                                                          blutigem T-Shirt beklagt die Leiden, die Ge- densbotschafter wie Esther und die Schau-
lime. Das traditionell                                                                         walt und Hass in ihr Leben gebracht haben. spielerinnen und Schauspieler des BADILI-
gute     Einvernehmen                                                                          Worte und Gesten, die die Zuschauer sicht- KA-Ensembles haben sich auf einen Weg
zwischen      Muslimen                                                                         lich bewegen. Die eigentliche Versöhnungs- gemacht, der noch lange nicht zu Ende ist.
und Christen wurde zu                                                                          arbeit beginnt aber erst mit dem letzten Die segensreiche Arbeit dieser Menschen
Beginn dieses Jahrtau-                                                                         Vorhang. Nun rufen die Akteure der Gruppe braucht Unterstützung. Deshalb bitten wir
sends schwer erschüt-                                                                          BADILIKA die Zuschauer dazu auf, Lösun- Sie um Ihre Spende.
tert. Übergriffe auf                                                                           gen zu finden für die scheinbar unlösbaren
Christen belasteten das                                                                        Konflikte, die das Leben in diesen afrikani-
­Verhältnis nachhaltig.                                                                        schen Staaten schon so lange bestimmen.

                  Yifoza

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Umwelt I Asien                                                                                 Umwelt I Asien

Projekt: P-1716                                                                                Projekt: P-1717

Nias / Indonesien: Wasser und saubere Energie bereitstellen                                    Indonesien: Mensch, Natur und das Klima schützen
                                                     Selbstverständlichkeit. Das erleben       Immer wieder ziehen dicke, zähe Schwaden
                                                     auch die Mitarbeiter der der BNKP         aus Rauch über die indonesischen Inseln
                                                     und die Mädchen und Jungen des von        Sumatra und Java. Hier brennen Regenwäl-
                                                     der Kirche geleiteten Hanna Blindow       der. So soll Platz gewonnen werden, etwa für
                                                     Kindergartens. Die Wasserversorgung       weitere Palmölplantagen. Die Folgen für die
                                                     ist völlig veraltet und die schadhaften   Umwelt sind verheerend: Indonesien ist mitt-
                                                     Rohre verschlechtern die Qualität des     lerweile der zweitgrößte Produzent von Treib-
                                                     Wassers. Die Kirche möchte nun – zu-      hausgasen und fördert so den weltweiten
                                                     nächst in den kirchlichen Einrichtun-     Klimawandel. Der Grundwasserspiegel sinkt.
                                                     gen – eine Wasserversorgung installie-    Trinkwasser wird zu einem knappen Gut.
                                                     ren, die modernen Hygienestandards        Atemwegserkrankungen nehmen massiv zu.
                                                     entspricht, leistungsstärker ist und      Bauern verlieren ihre Existenzgrundlagen.
                                                     sorgsamer mit der kostenbaren Res-
Schulung in organischem Landbau                      source Wasser umgeht.                                                                     Die VEM-Mitgliedskirchen in Sumatra und
                                                                                                                                               Java haben die Zeichen der Zeit erkannt und
Traditionell leben die Menschen auf der         Die Kirche unternimmt große Anstren-                                                           investieren einen beträchtlichen Teil ihrer
Insel Nias vom Meer. Der Tsunami im Jahr        gungen, um diese ehrgeizigen Ziele zu er-                                                      Ressourcen in den Schutz der Umwelt und in
2004 vernichtete viele Boote und damit die      reichen. Aber sie braucht Hilfe. Mit Ihrer                                                     nachhaltige Projekte. Experten schulen die
Lebensgrundlagen vieler Fischer. Um ihre        Spende fördern Sie auf der Insel Nias weg-                                                     Bauern in ökologischen Anbaumethoden
Familien zu ernähren, wurden Fischer zu         weisende Projekte in den Bereichen biolo-                                                      ohne Pestizideinsatz und in der Nutzung von
Bauern. Aber der Preis für eine gute Ern-       gischer Landbau und sauberes Trinkwasser.                                                      Kompost. Die Kirche betreibt Wiederauffors-
te, die den Familien das Überleben sichert,                                                                                                    tungsprogramme und fördert den Bau von
ist hoch: Pestizide und chemischer Dünger                                                                                                      umweltfreundlichen Biogas-Anlagen.
belasten den Erdboden und kontaminieren
die Gewässer. Nun hat die Christlich-Protes-                                                                                                   Ohne Unterstützung können die Kirchen ih-
tantische Kirche auf Nias (BNKP) ein ehr-                                                                                                      ren Kampf um den Erhalt des Lebensraums
geiziges Projekt ins Leben gerufen: Sie lässt                                                                                                  von Mensch und Natur nicht gewinnen.
Frauengruppen in biologischem Landbau                                                                                                          Fachkräfte müssen zur Verfügung stehen
unterrichten und bringt ihnen bei, wie die                                                                                                     und Lehrerinnen und Lehrer weitergebildet
Bekämpfung von Schädlingen ohne um-                                                                                                            werden, technisch notwendige Ausrüstun-
weltschädliche Pestizide gelingen kann und                                                                                                     gen beschafft, umweltfreundliche Anlagen
wie sie durch Kompostierung natürlichen                                                                                                        gebaut und instandgehalten, neue Studi-
Dünger für ihre Felder gewinnen.                                                                                                               engänge im Bereich Ökologie und Nachhal-
                                                                                                                                               tigkeit etabliert werden. Mit Ihrer Spende
Sauberes Trinkwasser aus dem Wasser-            Sauberes Wasser für die Kinder des Hannah-                                                     tragen Sie dazu bei, unser Klima – und die
hahn: Auch das ist in dieser Region keine       Blindow-Kindergarten                                                                           Natur Indonesiens – zu schützen.

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