2022 WELT DER NEUE KOSMOS - PocketBook.de

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2022 WELT DER NEUE KOSMOS - PocketBook.de
DER        NEUE        KOSMOS
WELT
ALMANACH & ATLAS

2022
D AT E N   |   FA KT E N   |   KA RT E N

                                     Topthema

                                     BILANZ –
                                    1 Jahr Corona-
                                       Pandemie
DER        NEUE     KOSMOS
WELT
ALMANACH & ATLAS

2022
D AT E N   | FA KT E N |   KA R T E N
DER        NEUE     KOSMOS
WELT
ALMANACH & ATLAS

2022
D AT E N   | FA KT E N |   KA R T E N
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung
männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.
Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.
VORWORT

D    ie Welt entdecken, die Welt erleben, die Welt verstehen, dieser Dreiklang
     treibt uns Menschen seit jeher dazu an, unsere Kenntnisse über die
höchst unterschiedlichen Länder dieser Erde und unseren Horizont ständig
zu erweitern. Gerade das Wissen um das Erscheinungsbild der Welt mittels
Daten, Fakten und Karten trägt dazu bei, die heutige Zeit und unsere sich
kontinuierlich verändernden Lebensumstände besser zu begreifen. Um einen
wissenschaftlich fundierten, aber leicht verständlichen Blick auf das Welt-
geschehen zu ermöglichen, haben wir den neuen KOSMOS Welt- Almanach &
Atlas 2022 sorgfältig erarbeitet und mit den aktuellsten Inhalten ausgestattet.

Wir tragen in diesem Werk der Globalisierung Rechnung indem wir, un-
geachtet ihrer Größe, ihrer Lage oder ihrer politischen Bedeutung über
sämtliche Staaten und Länder der Erde informieren und Einflüsse und Zu-
sammenhänge aufzeigen.

Nach den GLOBALEN THEMEN folgt der zentrale Kern- und Ausgangspunkt
des Werks, die STAATEN IM FOKUS, die neben den aktuellsten verfügbaren
Statistikdaten auch jeden der 196 Staaten mit einem Rückblick über die
politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ereignisse, von Mitte 2020 bis
Mitte des aktuellen Jahres, umfassend und ausführlich darstellen. Mit den
Kapiteln EUROPÄISCHE UNION, VEREINTE NATIONEN und INTERNATIONALE
­ORGANISATIONEN sowie den Kapiteln WIRTSCHAFT und UMWELT erwei-
 tern wir den Blick auf das große Ganze, das unsere Welt und unser Leben
 bestimmt.

Dieser ausführliche Thementeil bietet, zusammen mit den GLOBALEN
­THEMEN, relevantes Wissen und macht unsere komplexe Welt verständli-
 cher. Ein GLOSSAR hilft bei zahlreichen Begriffen und Abkürzungen.

Ein besonderes Highlight ist der vollständige WELTATLAS, der präzise
­Kartografie und fundierte geografische Informationen perfekt vereint. Alle
 Kartenskizzen im ALMANACH besitzen einen Verweis auf die entsprechende
 Seite im WELTATLAS, der beste Orientierung bietet.

Der neue KOSMOS Welt- Almanach & Atlas 2022 ist das perfekte Nachschlage-
werk für alle politisch, wirtschaftlich und an ihrer Umwelt Interessierten.
Handlich, leicht und im besten Sinne preiswert sollte der neue KOSMOS ­
Welt- Almanach & Atlas 2022 in der Schule, im Studium, im Beruf oder auf
Reisen immer dabei sein.

Die KOSMOS-Kartografie                                  Stuttgart, im Juli 2021

                                                                                   Vorwort   5
INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort 5                                              Farben der Kontinente           Die im Titel, der
                                                                                       Übersichtskarte, in
                                                        Afrika
                                                                                       den Tabellen und
Globale Themen        9
                                                        Asien                          anderen Elementen
                                                                                       verwendeten Farben
    Pandemien 9                                                                        zeigen auf einen
                                                        Australien und Ozeanien
    Konflikte 15                                                                       Blick die Zugehörig-
                                                        Europa                         keit eines Staates zu
    Naturkatastrophen 18
                                                                                       einem Kontinent.
    Tourismus 20                                        Nord- und Mittelamerika        Gleichzeitig finden
                                                                                       sich diese Farben
    Frauen in der Politik 22
                                                        Südamerika                     auch in den politi-
    Social Media 24                                                                    schen Übersichten
    Journalismus 26                                                                    im Atlasteil wieder.

Staaten im Fokus       29

   A                                Benin 67                            Dominikanische Republik 137
Abchasien (s. Georgien)             Bergkarabach                        Dschibuti 139
Afghanistan 30                       (s. Aserbaidschan)
Ägypten 32                          Bermuda (s. Großbritannien              E
Albanien 34                          und Nordirland)                    Ecuador 140
Algerien 36                         Bhutan 69                           El Salvador 143
Amerikanisch-Samoa (s. Vereinigte   Bolivien 70                         Elfenbeinküste (s. Côte d‘Ivoire)
 Staaten von Amerika)               Bosnien und Herzegowina 73          Eritrea 144
Andorra 38                          Botswana 75                         Estland 146
Angola 39                           Brasilien 76                        Eswatini 147
Anguilla (s. Großbritannien und     Brunei 80
 Nordirland)                        Bulgarien 82                           F
Antigua und Barbuda 41              Burkina Faso 84                     Falklandinseln (s. Großbritannien
Äquatorialguinea 42                 Burundi 85                           und Nordirland)
Argentinien 44                                                          Färöer (s. Dänemark)
Armenien 47                            C                                Fidschi 149
Aruba (s. Niederlande)              Cabo Verde 87                       Finnland 150
Arzach, Republik                    Cayman Islands (s. Großbritannien   Frankreich 152
 (s. Aserbaidschan)                  und Nordirland)                    Französisch-Guayana (s. Frank-
Aserbaidschan 49                    Ceuta (s. Spanien)                   reich)
Äthiopien 51                        Chile 88                            Französisch-Polynesien (s. Frank-
Australien 53                       China 91                             reich)
                                    Cookinseln (s. Neuseeland)
   B                                Costa Rica 98                          G
Bahamas 56                          Côte d‘Ivoire 99                    Gabun 158
Bahrain 57                          Curaçao (s. Niederlande)            Gambia 159
Bangladesch 59                                                          Georgien 161
Barbados 61                           D                                 Ghana 163
Belarus 62                          Dänemark 101                        Gibraltar (s. Großbritannien und
Belgien 64                          Deutschland 103                      Nordirland)
Belize 66                           Dominica 136                        Grenada 164

6       Inhaltsverzeichnis
Griechenland 166                      Kolumbien 232                   Nepal 301
Grönland (s. Dänemark)                Komoren 235                     Neukaledonien (s. Frankreich)
Großbritannien und                    Kongo, Demokratische            Neuseeland 303
 Nordirland 168                        Republik 237                   Nicaragua 305
Guadeloupe (s. Frankreich)            Kongo, Republik 239             Niederlande 306
Guam (s. Vereinigte Staaten von       Korea, Demokratische            Niger 309
 Amerika)                              Volksrepublik 240              Nigeria 310
Guatemala 175                         Korea, Republik 243             Nördliche Marianen (s. Vereinigte
Guernsey (s. Großbritannien und       Kosovo 245                       Staaten von Amerika)
 Nordirland)                          Krim, Autonome Republik         Nordkorea (s. Korea, Demokrati-
Guinea 177                             (s. Ukraine)                    sche Volksrepublik)
Guinea-Bissau 178                     Kroatien 247                    Nordmazedonien 312
Guyana 180                            Kuba 249                        Nordzypern, Türkische Republik
                                      Kuwait 251                       (s. Zypern)
  H                                                                   Norwegen 314
Haiti 181                                L
Honduras 183                          Laos 252                           O
                                      Lesotho 254                     Oman 316
    I                                 Lettland 255                    Österreich 317
Indien 185                            Libanon 257                     Osttimor (s. Timor-Leste)
Indonesien 190                        Liberia 259
Irak 192                              Libyen 261                          P
Iran 195                              Liechtenstein 263               Pakistan 322
Irland 198                            Litauen 264                     Palästinensische Gebiete (s. Israel)
Island 200                            Luxemburg 266                   Palau 325
Isle of Man (s. Großbritannien und                                    Panama 326
  Nordirland)                           M                             Papua-Neuguinea 328
Israel 202                            Madagaskar 267                  Paraguay 329
Italien 206                           Malawi 269                      Peru 331
                                      Malaysia 270                    Philippinen 333
    J                                 Malediven 272                   Pitcairninseln (s. Großbritannien
Jamaika 210                           Mali 274                         und Nordirland)
Japan 211                             Malta 276                       Polen 335
Jemen 214                             Marokko 278                     Portugal 338
Jersey (s. Großbritannien und         Marshallinseln 279              Puerto Rico (s. Vereinigte Staaten
  Nordirland)                         Martinique (s. Frankreich)       von Amerika)
Jordanien 217                         Mauretanien 281
Jungferninseln, Amerikanische (s.     Mauritius 282                      R
  Vereinigte Staaten von Amerika)     Mayotte (s. Frankreich)         Réunion, La (s. Frankreich)
Jungferninseln, Britische (s. Groß-   Melilla (s. Spanien)            Ruanda 340
  britannien und Nordirland)          Mexiko 284                      Rumänien 342
                                      Mikronesien 287                 Russland 345
   K                                  Moldau, Republik 288
Kambodscha 219                        Monaco 290                         S
Kamerun 220                           Mongolei 291                    Salomonen 352
Kanada 222                            Montenegro 293                  Sambia 353
Kap Verde (s. Cabo Verde)             Montserrat (s. Großbritannien   Samoa 355
Karibische Niederlande                 und Nordirland)                San Marino 356
 (s. Niederlande)                     Mosambik 294                    São Tomé und Príncipe 358
Kasachstan 224                        Myanmar 296                     Saudi-Arabien 359
Katar 226                                                             Schweden 362
Kenia 227                               N                             Schweiz 364
Kirgisistan 229                       Namibia 298                     Senegal 368
Kiribati 231                          Nauru 300                       Serbien 369

                                                                            Inhaltsverzeichnis            7
Seychellen 371                           U                                Vereinte Nationen 495
Sierra Leone 373                      Uganda 431
Simbabwe 374                          Ukraine 433                            Mitgliedstaaten      496
Singapur 376                          Ungarn 436                             Hauptorgane      498
Sint Maarten (s. Niederlande)         Uruguay 438                            Nebenorgane      502
Slowakei 378                          Usbekistan 440
                                                                             Sonderorganisationen         505
Slowenien 380
Somalia 381                              V
Spanien 383                           Vanuatu 441                         Internationale Organi­
Spitzbergen (s. Norwegen)             Vatikanstadt 443                    sationen 508
Sri Lanka 386                         Venezuela 444
St. Helena, Ascension und Tristan                                            Regionale Bündnisse         508
                                      Vereinigte Arabische
  da Cunha (s. Großbritannien und      Emirate 447                            wischenstaatliche
                                                                             Z
  Nordirland)                         Vereinigte Staaten von                 Bündnisse 511
St. Kitts und Nevis 388                Amerika 449                           I nternationale Nichtregie-
St. Lucia 390                         Vietnam 458                             rungsorganisationen 514
St. Vincent und die Grenadi-
  nen 391                               W
St-Barthélemy (s. Frankreich)         Wallis und Futuna (s. Frankreich)
                                                                          Wirtschaft 518
St-Martin (s. Frankreich)             Weißrussland (s. Belarus)              Weltwirtschaft       519
St-Pierre und Miquelon                Westsahara (s. Marokko)
                                                                              egionale Entwicklun-
                                                                             R
  (s. Frankreich)
                                                                             gen 525
Südafrika 393                            Z
Sudan 395                             Zentralafrikanische Repub-              konomische Verteilungs­
                                                                             Ö
Südgeorgien und Südliche Sand-         lik 460                               konflikte 534
  wichinseln (s. Großbritannien       Zypern 462                             Marktentwicklungen          538
  und Nordirland)
                                                                             Sektorale Entwicklungen           553
Südkorea (s. Korea, Republik)
Südossetien (s. Georgien)             Polargebiete        464
Südsudan 397                                                              Umwelt 564
Suriname 399                             Arktis   464
                                                                             Nachhaltigkeit    564
Swasiland (s. Eswatini)                  Antarktis      466
Syrien 401                                                                   Emissionen     566
                                      Flaggen der Staaten 468                Luft   567
   T                                                                         Ozonschicht     568
Tadschikistan 405
Taiwan 406                            Basisdaten 470                         Klima    568
Tansania 408                                                                 Wasser    571
                                          eltrang Staaten nach
                                         W
Thailand 410                             Fläche 470                          Ozeane    572
Timor-Leste 412
                                          eltrang Staaten nach
                                         W                                   Wälder    575
Togo 413
                                         ­Einwohner 471                      Biologische Vielfalt        578
Tonga 415
Transnistrien (s. Moldau, Republik)
Trinidad und Tobago 416               Europäische Union 472               Abkürzungen und Erklärungen           582
Tschad 418                                erträge und Mitglied­
                                         V
Tschechien 420                           staaten 472
Tunesien 422
                                          rgane und Institutionen
                                         O                                Weltatlas 588
Türkei 424
                                         (Auswahl) 474
Turkmenistan 428
Turks- und Caicosinseln (s. Groß-        Haushalt    482                  Autorinnen und Autoren         719
 britannien und Nordirland)               olitikbereiche (Aus-
                                         P
Tuvalu 430                               wahl) 483                        Impressum    720

8      Inhaltsverzeichnis
GLOBALE THEMEN                                            Neben den in der EU zugelassenen Impfstoffen von
                                                          AstraZeneca und Johnson & Johnson ist auch der
 Impfstoffentwicklung                                     russische Sputnik V ein Vektorimpfstoff. In die Dis-
                                                          kussion gerieten die Vektorimpfstoffe im März 2021,
                                                          als es bei Jüngeren nach Verabreichung in seltenen
Nach Angaben der WHO waren im Juli 2021 weltweit
                                                          Fällen zum Auftreten von Hirnvenenthrombosen
292 ­COVID‑19-Impfstoffe in der Entwicklung, davon
                                                          kam, die durch die Impfung verursacht sein könn-
hatten 108 die klinische Testphase erreicht. 13 Impf-
                                                          ten. Daraufhin wurden die Impfungen von unter
stoffe waren zur Anwendung freigegeben, davon die
                                                          60-Jährigen mit AstraZeneca kurzzeitig ausgesetzt.
meisten auf dem Weg bedingter, vorläufiger oder
Notfallzulassungen. In der EU waren 4 Impfstoffe
                                                          Totimpfstoffe: Eine Reihe von COVID-19-Impfstoffen
zugelassen: Comirnaty (Biontech/Pfizer), mRNA-1273
                                                          funktioniert nach dem klassischen Muster, auf dem
(Moderna), Vaxzevria (AstraZeneca) sowie Ad26.
                                                          auch Impfstoffe etwa gegen Tetanus oder Polio etc.
COV2.S (Johnson & Johnson). Hinsichtlich ihrer Zu-
                                                          beruhen: Dabei werden abgetötete Erreger oder
lassung geprüft wurden CVnCoV (CureVac/Bayer),
                                                          Bestandteile des Erregers injiziert, gegen die der
NVX-CoV2723 (Novavax), Coronavac (Sinovac) und
                                                          Körper Antikörper bildet. Zur Klasse der Totimpf-
der russische Impfstoff Sputnik V.
                                                          stoffe gegen ­COVID‑19 gehört etwa der chinesische
Die verfügbaren Impfstoffe lassen sich in unter-
                                                          Impfstoff BBIP-CorV, der in verschiedenen Ländern
schiedliche Klassen einteilen:
                                                          Asiens, Afrikas und Lateinamerikas zugelassen ist.
mRNA-Impfstoffe: Sie enthalten die genetischen Bau-
                                                          Innerhalb Europas wird BBIP-CorV in Ungarn und
pläne für Erreger-Antigene, die Spike-Proteine des
                                                          Serbien verimpft.
Coronavirus, mit deren Hilfe sie an die Wirtszelle an-
docken. Gelangt der Impfstoff in die Körperzellen, pro-
                                                          Weitere Impfstofftypen: DNA-Impfstoffe funktionie-
duzieren diese die entsprechenden Proteinstrukturen
                                                          ren nach ähnlichem Muster wie mRNA-Impfstoffe,
des Virus. Das löst eine Immunreaktion aus, bei der
                                                          nur dass die DNA, die den Bauplan für das Antigen
Antikörper gebildet werden. Nach diesem neuartigen
                                                          enthält, erst im Zellkern verankert werden und dort
Verfahren arbeiten u. a. die COVID-19-Impf­stoffe von
                                                          in RNA transkribiert werden muss. DNA-Impfstoffe
Biontech/Pfizer und Moderna:
                                                          gegen das Coronavirus sind bisher nicht zugelas-
   Comirnaty/BNT162b2                                     sen worden, es befinden sich aber einige in der
Hersteller/Entwickler: Biontech/Pfizer                    klinischen Testphase. Als aussichtsreiche Kandidaten
Dosierung: 2 Injektionen im Abstand von 3–6 Wochen        gelten auch proteinbasierte Impfstoffe. Das heißt, sie
Lagerung: -70°, bei 2–8° ca. 5 Tage haltbar.              enthalten Oberflächenproteine des Virus als Antigen
                                                          – das Prinzip, nach dem etwa auch Grippeimpfstoffe
   ­COVID‑19 Vaccine Moderna/mRNA-1273                    funktionieren. Zu den proteinbasierten Corona-
Hersteller/Entwickler: Moderna/NIAID                      Impfstoffen zählt etwa NVX-CoV2723 der US‑Firma
Dosierung: 2 Injektionen im Abstand von 4 Wochen          Novavax, der derzeit in der EU und den USA auf
Lagerung: -20°                                            seine Zulassung geprüft wird. Zu den proteinbasier-
                                                          ten Impfstoffen zählen auch Peptid-Impfstoffe. Diese
Ebenfalls ein mRNA-Impfstoff ist CVnCoV von Bayer
                                                          verwenden statt ganzer Proteine nur Fragmente
und dem Tübinger Unternehmen CureVac.
                                                          von synthetisch hergestellten Proteinen. Sie sollen
Vektorimpfstoffe: Auch Vektorimpfstoffe arbeiten          unmittelbar die T-Zellen stimulieren und so eine
mit dem Erbgut von SARS‑CoV‑2. Allerdings nutzen          Immunantwort generieren. Einen solchen Ansatz
diese nicht wie die mRNA-Impfstoffe flüssige Nano-        verfolgt ein an der Universität Tübingen entwickelter
Partikel als Trägersubstanz, sondern die genetische       Impfstoff CoviVac, den das Paul-Ehrlich-Institut am
Information wird in ein unschädlich gemachtes             25.11.2020 zur klinischen Prüfung zugelassen hat.
anderes Virus, z. B. ein Schnupfenvirus, eingebaut
und gelangt so in die Körperzellen.                       Wirksamkeit der Impfstoffe: Nach bisherigem
                                                          Kenntnisstand erreichen die derzeit verfügbaren
   Vaxzevria/Covishield/AZD1222                           Impfstoffe eine Wirksamkeit von 65 % (Johnson &
Hersteller/Entwickler: AstraZeneca, Univ. Oxford          Johnson) bis zu etwa 95 % bei den mRNA-Impfstof-
Dosierung: 2 Injektionen im Abstand von 9–12 Wochen       fen. Die „Wirksamkeit“ bezeichnet, um wie viel Pro-
Lagerung: Kühlschranktemperatur                           zent geringer das Risiko einer Corona-Erkrankung
   ­COVID‑19 Vaccine Janssen                              als bei einer nicht geimpften Person ist. Erkranken
Hersteller: Janssen-Cilag/Johnson & Johnson               in der Gruppe der Nicht-Geimpften z. B zwei Perso-
Dosierung: 1 Injektion                                    nen an Corona, in der Gruppe der Geimpften nur
Lagerung: Kühlschranktemperatur                           eine, ist der Impfstoff zu 50 % wirksam.

                                                                                          Pandemien           9
CORONA-CHRONOLOGIE                                        13.11.: Mit 9586 erreicht Österreich einen Höchst-
                                                          stand an Neuinfektionen innerhalb eines Tages.
02.07.2020: Der Deutsche Bundestag beschließt im
                                                          17.11.: In Österreich tritt ein harter Lockdown in
Rahmen eines Nachtragshaushalts die zusätzliche
                                                          Kraft. Schulen und Geschäfte bleiben geschlossen, es
Aufnahme von 217.8 Mrd. € Schulden.
                                                          gilt eine ganztägige Ausgangssperre.
03.07.: Die EU‑Kommission erlaubt den Einsatz des
                                                          18.11.: Deutscher Bundestag und Bundesrat beschlie-
Ebola-Medikaments Remdesivir zur Behandlung an
                                                          ßen ein neues Infektionsschutzgesetz.
­COVID‑19 Erkrankter.
                                                          30.11.: „Corona-Pandemie“ wird in Deutschland zum
 21.07.: Die Staats- und Regierungschefs der EU eini-
                                                          „Wort des Jahres“ gekürt.
 gen sich auf ein Hilfspaket von 750 Mrd. €.
                                                          02.12.: In Großbritannien wird der Impfstoff von
 27.07.: Die WHO erklärt die Corona-Pandemie zum
                                                          Biontech/Pfizer zugelassen.
 schwersten Gesundheitsnotstand ihrer Geschichte.
                                                          Bund und Länder beschließen eine vorzeitige Ver­
 01.08.: In Berlin demonstrieren nach Polizeiangaben
                                                          längerung des geltenden Teil-Lockdowns bis zum
 etwa 30 000 Menschen gegen die Corona-Politik.
                                                          10.01.2021
 07.–16.08.: Im US‑Bundesstaat South Dakota treffen
                                                          05.12.: Impfstart in Russland mit Sputnik V.
 sich 460 000 Biker zur Sturgis Motorcycle Rally. Das
                                                          08.12.: Impfstart in Großbritannien
 Festival soll nach Hochrechnungen von US‑Wissen-
                                                          11.12.: Der Deutsche Bundestag verabschiedet den
 schaftlern in der Folge für mehr als 200 000 Corona-
                                                          Haushalt 2021, der die Aufnahme von pandemiebe-
 Infektionen in den USA verantwortlich sein.
                                                          dingten Schulden in Höhe von 180 Mrd. € vorsieht.
 11.08.: In Russland wird mit Sputnik V der weltweit
                                                          13.12.: Bund und Länder beschließen einen harten
 erste Impfstoff gegen ­COVID‑19 zur allgemeinen
                                                          Lockdown ab dem 16.12., der auch die Schließung
 Anwendung zugelassen.
                                                          von Kitas und Schulen beinhaltet. Treffen an Weih-
 29.08.: Demonstration gegen die Corona-Politik mit
                                                          nachten sind nur im engsten Familienkreis möglich.
 etwa 38 000 Teilnehmern in Berlin. Einigen Demonst-
                                                          15.12.: Großbritannien meldet der WHO die neue,
 rierenden gelingt es, kurzzeitig die Treppen des
                                                          hochansteckende COVID-19-Variante B1.17.
 Reichstagsgebäudes zu besetzen.
                                                          18.12.: Das südafrikanische Gesundheitsministerium
 Oktober: In vielen europäischen Ländern steigt die
                                                          meldet eine neue Corona-Mutation. Mit 31 553 Neu-
 Zahl der Neuinfektionen wieder stark an.
                                                          infektionen innerhalb eines Tages erreicht Deutsch-
 01.10.: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA be­
                                                          land einen Höchststand.
 ginnt mit der Prüfung des Impfstoffs von AstraZeneca.
                                                          19.12.: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer erhält eine
 02.10.: US‑Präsident Donald Trump und seine Frau
                                                          ordentliche Zulassung in der Schweiz.
 Melania werden positiv auf das Coronavirus getestet.
                                                          21.12.: Impfstart in den USA und Österreich. Die
 Nach drei Tagen im Krankenhaus kehrt Trump am
                                                          EU‑Kommission genehmigt den Impfstoff von Bion-
 06.10. ins Weiße Haus zurück.
                                                          tech/Pfizer.
 25.10.: Spanien ruft wegen der Pandemie zum zwei-
                                                          27.12.: Impfstart in Deutschland, Italien und Spanien
 ten Mal den nationalen Notstand aus und verhängt
                                                          30.12.: Großbritannien lässt den AstraZeneca-Impf-
 eine nächtliche Ausgangssperre.
                                                          stoff zu.
 28.10.: In Deutschland beschließen Bund und Länder
                                                          31.12.2020: In China erhält der Impfstoff von Sino-
 mit Wirkung vom 02.11. einen Teil-Lockdown, der
                                                           pharm eine vorläufige Zulassung.
 Kontaktbeschränkungen vorsieht sowie die Schlie-
                                                           01.01.2021: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer erhält
 ßung von Kultur-, Gastronomie- und Sporteinrich-
                                                          eine Notfallzulassung der WHO.
 tungen. Schulen, Handel und Wirtschaftsbetriebe
                                                          05.01.: Bund und Länder beschließen eine Verlänge-
 bleiben geöffnet.
                                                          rung und Verschärfung des geltenden Lockdowns.
 31.10.: In den USA werden erstmals mehr als 100 000
                                                          06.01.: In der EU wird der Impfstoff von Moderna
 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert.
                                                          zugelassen. Als letztes EU‑Land starten die Nieder-
 07.11.: Die Gesundheitsminister von Bund und Län-
                                                          lande ihre Impfkampagne.
 dern einigen sich auf eine gemeinsame Strategie bei
                                                          08.01.: Großbritannien lässt Moderna-Impfstoff zu.
 den Impfungen. Die Impfstoffbeschaffung über-
                                                          In den USA erreicht die Zahl der an einem Tag
 nimmt der Bund.
                                                          ­gemeldeten Neuinfektionen mit 307 570 ihren bis­
 07.11.: In Leipzig demonstrieren Tausende gegen die
                                                           herigen Höhepunkt in der Pandemie. Die EU schließt
 Corona-Politik, darunter auch Hooligans und Rechts-
                                                           mit Biontech/Pfizer einen Vertrag über weitere
 extremisten. Es kommt zu gewalttätigen Ausschrei-
                                                           300 Mio. Impfstoffdosen.
 tungen.
                                                           12.01.: Schweiz lässt Moderna-Impfstoff zu. Mit 4493
 11.11.: Die EU‑Kommission schließt mit dem Impf­
                                                           werden in den USA so viele Tote gemeldet wie noch
 stoffhersteller Biontech/Pfizer einen Vertrag über die
                                                           nie seit Beginn der Pandemie.
 Lieferung von 300 Mio. Impfstoffdosen.

10      Pandemien
19.01.: Bund und Länder beschließen eine Pflicht          31.03.: Russland lässt Impfstoff für Tiere zu.
zum Tragen von medizinischen Masken in Bussen             01.04.: Wegen der stark steigenden COVID‑19-Infek-
und Bahnen sowie beim Einkaufen.                          tionszahlen stoppt Indien als größter Impfstoffpro­
20.01.: In Deutschland stirbt erstmals ein Mensch         duzent der Welt vorübergehend den Export von im
nach einer zweiten Infektion mit Corona.                  eigenen Land hergestellten AstraZeneca-Impfstoffen.
27.01.: AstraZeneca gibt bekannt, der EU zunächst         Davon betroffen sind vor allem ärmere Länder, die
nicht so viel Impfstoff liefern zu können wie verein-     Impfstoffe über die COVAX-Initiative erhalten
bart. Die EU fordert, AstraZeneca aus GB-Werken zur       sollten.
Verfügung zu stellen.                                     06.04.: In Deutschland dürfen jetzt auch Hausärzte
28.01.: EU lässt AstraZeneca zu.                          gegen C­ OVID‑19 impfen.
06.02.: China lässt den Impfstoff der Firma Sinovac zu.   21.04.: Der Bundestag verabschiedet das geänderte
09.02.: Eine WHO-Expertenkommission erklärt nach          Infektionsschutzgesetz, das eine bundeseinheitliche
vierwöchiger Untersuchung, es gebe keine Anhalts-         Corona-Notbremse beinhaltet. Am 22.04. stimmt
punkte dafür, dass das Coronavirus aus einem Labor        auch der Bundesrat dem Gesetz zu.
entwichen sein und so die Pandemie ausgelöst haben        24.04.: Die Bundesnotbremse tritt in Kraft.
könnte.                                                   26.04.: Die EU verklagt AstraZeneca wegen nicht
03.03.: Bund und Länder einigen sich auf eine Verlän-     eingehaltener Impfstofflieferungen.
gerung des Lockdowns bis zum 28.03.                       29.04.: Mit 904 883 gemeldeten Fällen innerhalb
04.03.: Die deutsche STIKO empfiehlt AstraZeneca          eines Tages erreicht die Pandemie ihren globalen
auch für über 65-Jährige.                                 Höchststand.
07.03.: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Georg Nüß-          06.05.: Mit 414 433 innerhalb eines Tages gemeldeten
lein tritt wegen der Annahme umstrittener Provi-          Fällen erreicht die Pandemie in Indien ihren Höchst-
sionszahlungen bei der Vermittlung von Geschäften         stand. In Deutschland geben die Gesundheitsmi­
mit Schutzmasken aus der Unionsfraktion aus.              nister von Bund und Ländern AstraZeneca für alle
08.03.: In Deutschland dürfen Blumenläden, Garten-        Altersgruppen frei.
märkte und Buchhandlungen wieder öffnen. Der              08.05.: Die EU bestellt weitere 1.8 Mrd. Impfdosen
Bundestagsabgeordnete Nikolaus Löbel (CDU) kün-           bei Biontech/Pfizer.
digt in der Masken-Affäre die Niederlegung seines         12.05.: Innerhalb eines Tages werden in Deutschland
Mandats an und tritt aus seiner Partei aus.               mehr als 1.35 Mio. Menschen gegen COVID-19 ge-
11.03.: Die EU‑Kommission lässt den Impfstoff von         impft.
Johnson & Johnson zu.                                     19.05.: In Österreich und Frankreich öffnen die Cafés
Mitte März: Beginn der zweiten Infektionswelle in         wieder.
Indien. Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfek­         31.05.: Die EMA gibt den Impfstoff von Biontech/Pfi-
tionen steigt von unter 20 000 bis auf 354 531 am         zer auch für 12 bis 15-Jährige frei.
25.04.                                                    01.06.: Die WHO beschließt die Umbenennung der
15.03.: Deutschland setzt nach Berichten über Throm-      Corona-Mutationen nach dem griechischen Alpha-
bosen Impfungen mit AstraZeneca aus.                      bet.
17.03.: Laut RKI macht die britische Mutante inzwi-       07.06.: In Deutschland entfällt die Impfpriorisierung.
schen 72 % der Corona-Fälle in Deutschland aus.           11.06.: Der Deutsche Bundestag beschließt eine Ver-
17.03.: WHO und EMA (18.03.) bekräftigen ihre Emp-        längerung der Pandemie-Notlage. Die Fußball-EM
fehlung für den AstraZeneca-Impfstoff.                    beginnt, in allen Stadien wird Publikum zugelassen.
19.03.: Die Biontech-Gründer Uğur Şahin und Özlem         19.06.: In Deutschland liegt die 7-Tage-Inzidenz mit
Türeci erhalten das Bundesverdienstkreuz.                 9.3 nach neun Monaten zum ersten Mal wieder
23.03.: Bund und Länder beschließen einen harten          unter 10.
Lockdown über die Ostertage.                              19./20.06.: Wegen zahlreicher Infektionen mit der
24.03.: Die Bundesregierung nimmt die für Ostern          Delta-Variante wird der Großraum Lissabon ab-
geplanten Ruhetage nach Protesten zurück. Bundes-         geriegelt.
kanzlerin Angela Merkel entschuldigt sich öffentlich
für ihren „Fehler“.
26.03.: Die EU beschließt, dass in der EU produzierter
AstraZeneca-Impfstoff die EU vorerst nicht verlassen
darf.
30.03.: Die Gesundheitsminister der Länder beschlie-
ßen, AstraZeneca vorerst nur bei über 60-Jährigen zu
verimpfen.

                                                                                          Pandemien           11
Island
                                                                                                                              259 Tsd. | 76 % | 56.3 %

                                                                             Kanada
                                                                     25.1 Mio. | 68.2 % | 30.9 %                        Großbritannien & Nordirland
                                                                                                                           44.7 Mio. | 65.9 % | 48.4 %

                                                               N O R DA MER IK A
                                                               Vereinigte Staaten von Amerika                                      Frankreich
                                                                      33.1 Mio.                                                      5.8 Mio.
                                                                        605 Tsd.                                                   San Marino
                                                                        181 Mio. | 54.6 % | 46.8 %                 22 Tsd. | 65.8 % | 65.8 %
                                                                                                                                        Malta
                                                                                                                   358 Tsd. | 81.1 % | 72.6 %

                                                                                                         A T L A N T I S C H E R
                                                                   Mexiko
                                                                   233 Tsd.                                     O Z E A N

                              P A Z            I   F   I   S   C     H        E    R

                                               O   Z   E   A   N
                                                                                                     SÜ DA MER IK A
 OZEANIEN                                                                                     Peru           Brasilien
                                                                                            192 Tsd.              18.6 Mio.
                                                                                                                 518 Tsd.
                                                                                                                   74.4 Mio. | 35 % | 12.8 %

Bevölkerungsanteil der Infizierten:
       über 10 Prozent
       7 bis 10 Prozent
       4 bis 7 Prozent
       1 bis 4 Prozent
       unter 1 Prozent
       Keine Daten

TOP 5:
       Infizierte (absolut)
       Tote (absolut)
       Geimpft (absolut | % | % vollständig)
       (Fettung: TOP 5 absolut oder %)
Quelle: Our World in Data (Stand 30.06.2021)

12        Pandemien
Russland
                                                        5.4 Mio.

                  Deutschland
                      45.3 Mio. | 54.1 % | 36.2 %
EUROPA
                          Israel
                              5.6 Mio. |
                              64.6 % | 59.7 %

                                                                     China
                                                             622 Mio. | 43.2 % | 15.5 %

                                   A            S            I       E          N
     Mittelmeer

                                                Indien
                                                 30.4 Mio.
                                                399 Tsd.                                        P A Z I F I S C H E R
                                           271.4 Mio. |                                              O Z E A N
                                           19.7 % | 4.2 %
  A F R I K A                 Bahrain
                                 1.1 Mio. | 62.2 % | 58 %

                              Seychellen
                                  71 Tsd. | 71.9 % | 68.4 %
                                      I N D I S C H E R
                                                                                                                OZEANIEN
                                             O Z E A N

                                                                                          AU S T R A L IEN

                                                                                                      Pandemien         13
Fälle                                                                               Tote
Welt                                                           182 202 370           Welt                        3 947 020
Afrika                                                           5 504 549           Afrika                        142 948
Südafrika                                                        1 973 972           Südafrika                      60 647
Marokko                                                            531 361           Ägypten                        16 169
Tunesien                                                           420 103           Tunesien                       14 959
Ägypten                                                            281 282           Marokko                          9296
Äthiopien                                                          276 174           Äthiopien                        4320
Asien                                                           55 820 827           Asien                         790 589
Indien                                                          30 411 634           Indien                        399 459
Türkei                                                           5 425 652           Iran                           84 264
Iran                                                             3 204 557           Indonesien                     58 491
Indonesien                                                       2 178 272           Türkei                         49 732
Philippinen                                                      1 412 559           Philippinen                    24 662
Australien und Ozeanien                                             54 936           Australien und Ozeanien         1131
Australien                                                          30 643           Australien                        910
Papua-Neuguinea                                                     17 098           Papua-Neuguinea                   173
Fidschi                                                               4418           Neuseeland                         26
Neuseeland                                                            2743           Fidschi                            21
Salomonen                                                               20           Vanuatu                             1
Europa                                                          48 260 346           Europa                      1 105 367
Frankreich                                                        5837 265           Russland                      132 973
Russland                                                         5 449 594           Großbritannien                128 404
Großbritannien                                                   4 817 298           Italien                       127 566
Italien                                                          4 259 909           Frankreich                    111 244
Spanien                                                          3 808 960           Deutschland                    90 945
Nord- und Südamerika                                            72 560 990           Nord- und Südamerika        1 906 970
USA                                                             33 664 970           USA                           604 714
Brasilien                                                       18 557 141           Brasilien                     518 066
Argentinien                                                      4 470 374           Mexiko                        233 047
Kolumbien                                                        4 240 982           Peru                          192 331
Mexiko                                                           2 519 269           Kolumbien                     106 544

Geimpft                                                                             Vollständig geimpft
Welt                                                         1 831 534 808           Welt                      851 559 623
Afrika                                                          35 695 162           Afrika                     15 645 109
Marokko                                                          9 993 673           Marokko                     9 116 132
Ägypten                                                          3 502 181           Nigeria                     1 155 810
Südafrika                                                        3 026 636           Ägypten                       780 460
Nigeria                                                          2 241 662           Simbabwe                      555 277
Tunesien                                                         1 272 434           Tunesien                      548 997
Asien                                                        1 101 128 493           Asien                     378 907 420
China                                                          622 000 000           China                     223 299 000
Indien                                                         271 410 023           Indien                     57 748 116
Türkei                                                          34 715 498           Japan                      15 265 185
Japan                                                           29 645 387           Türkei                     15 110 572
Indonesien                                                      29 279 142           Indonesien                 13 465 499
Australien und Ozeanien                                          7 439 471           Australien und Ozeanien     2 128 844
Australien                                                       6 144 110           Australien                  1 501 475
Neuseeland                                                         705 062           Neuseeland                    444 546
Fidschi                                                            278 954           Fidschi                        43 345
Papua-Neuguinea                                                     50 460           Samoa                            5117
Samoa                                                               49 546           Salomonen                        3692
Europa                                                         307 278 927           Europa                    206 418 928
Deutschland                                                     45 307 672           Großbritannien             32 872 450
Großbritannien                                                  44 719 762           Deutschland                30 352 916
Italien                                                         34 065 747           Frankreich                 20 094 222
Frankreich                                                      33 533 728           Italien                    18 730 251
Spanien                                                         25 320 606           Spanien                    17 519 587
Nord- und Südamerika                                           379 992 755           Nord- und Südamerika      248 459 322
USA                                                            180 674 739           USA                       154 884 686
Brasilien                                                       74 354 809           Brasilien                  27 121 995
Mexiko                                                          30 903 150           Mexiko                     19 358 590
Kanada                                                          25 722 762           Kanada                     11 662 058
Argentinien                                                     16 504 606           Chile                      10 340 292

Bis zum 30.06.2021 gemeldete Infizierte, Tote und Geimpfte (Quelle: Our World in Data)

14         Pandemien
Konflikte                                                Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergka-
                                                          rabach wieder auf und eskalierte im September 2020
                                                          zum offenen Krieg. Auf beiden Seiten beteiligten sich
Für 2020 zählt die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursa-        Zehntausende Soldaten an diesem Krieg, die Zahl
chenforschung der Universität Hamburg 29 Kriege           der Todesopfer wird auf etwa 7000 geschätzt. Unter
und bewaffnete Konflikte weltweit, davon mit 10 am        russischer Vermittlung vereinbarten Armenien und
meisten in Subsahara-Afrika. Auch Europa rückte wie-      Aserbaidschan am 09.11.2020 einen Waffenstillstand,
der stärker in den Blickpunkt des Konfliktgeschehens.     der am 10.11.2020 in Kraft trat. Das Abkommen sah
                                                          vor, dass Armenien an Aserbaidschan Gebiete ab-
Geopolitische Lage: 2020/21 war die weltpolitische Lage   treten musste, gleichzeitig sicherte es die armenische
weiterhin vom Konflikt und der Rivalität zwischen         Kontrolle über Bergkarabachs Hauptstadt Stepanakert
China und den USA beherrscht. Ein erstes Spitzentref-     zu und russische Militärpräsenz, um den Korridor
fen von Politikern beider Länder nach dem Amtsantritt     zwischen Armenien und Bergkarabach zu überwa-
des neuen US‑Präsidenten Joe Biden am 18.03.2021          chen. Infolge des Krieges verloren 80 000 Armenier
ließ zunächst keine Verbesserung des Verhältnisses        und 40 000 Aserbaidschaner ihre Heimat.
beider Staaten gegenüber der Amtszeit Donald Trumps       Im Nahen Osten weitete sich der Dauerkonflikt zwi-
erkennen. Auch in der Politik gegenüber Afghanis-         schen Israel und der radikalislamischen Hamas zum
tan folgte der neue US‑Präsident dem Kurs seines          Krieg aus: Nachdem es im Mai 2021 wegen der dro-
Vorgängers: Am 14.04.2021 kündigte Joe Biden an,          henden Zwangsräumung arabischer Familien in Ostje-
bis zum 11.09.2021 alle US‑Truppen aus Afghanistan        rusalem zu schweren Ausschreitungen und zu gewalt-
abzuziehen. Am 15.04.2021 erklärten auch die übrigen      samen Zusammenstößen zwischen Palästinensern
NATO-Staaten den Rückzug ihrer Truppen aus Afgha-         und israelischen Sicherheitskräften kam, feuerte die
nistan binnen weniger Monate. Nach dem Beginn des         Hamas am 10.05.2021 aus dem Gazastreifen Hunderte
Truppenabzugs am 01.05.2021 kam es in Afghanistan         Raketen auf israelische Ziele ab. Die israelische Regie-
wieder zu verstärkten Kämpfen zwischen Taliban und        rung reagierte mit massiven Luftangriffen auf Gaza
der afghanischen Armee. Zudem verschlechterte sich        und kündigte auch den Einsatz von Bodentruppen an.
das Verhältnis von USA und EU zu Russland noch ein-       In Gaza starben bei den Luftangriffen nach Angaben
mal deutlich. Noch unter der Regierung Trump waren        des Gesundheitsministeriums 109 Menschen, auf
die USA am 22.11.2020 aus dem Open-Skies-Abkom-           israelischer Seite waren offiziellen Angaben zufolge
men zwischen der NATO und Russland ausgetreten,           8 Todesopfer zu beklagen.
das beiden Seiten gegenseitige Überwachungsflüge          Unvermindert weiter ging 2020 der seit 6 Jahren toben-
gestattet, da Russland sich nicht an die vertraglichen    de Vielfrontenkrieg im Jemen, wo nicht nur verschie-
Verpflichtungen halte. Im März 2021 ließ Russland         dene Bürgerkriegsparteien, sondern regionale Mächte
mehr als 100 000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine       wie Saudi-Arabien oder Iran involviert sind. Einen von
aufmarschieren, darauf versicherte US‑Präsident Joe       Saudi-Arabien im März 2021 vorgelegten Friedensplan
Biden der Ukraine die „unerschütterliche Unterstüt-       lehnten die jemenitischen Huthi-Rebellen ab.
zung“ durch die USA und kündigte eine Erhöhung der        Im libyschen Bürgerkrieg gab es dagegen nach 11 Jahren
amerikanischen Militärhilfe für die Ukraine an. Auch      Anzeichen der Entspannung. Am 23.10.2020 vereinbar-
die Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers       ten die gewählte „Regierung der nationalen Einigung“
Alexej Nawalny mit dem Nervengift Nowitschok am           und die sog. „Libysche Nationalarmee“ des aufständi-
20.08.2020 sorgte für Spannungen im Verhältnis zu         schen Generals Chalifa Haftar in Genf einen Waffen-
Russland, da der russische Geheimdienst im Verdacht       stillstand. Am 07.11.2020 einigten sich beide Parteien
steht, die Tat begangen zu haben, was Russland zurück     sowie weitere Bürgerkriegsakteure bei UN‑vermittelten
wies. Am 15.10.2020 verkündete die EU Sanktionen          Gesprächen zudem auf die Durchführung von Wahlen
gegen Russland in Form von Einreiseverboten und           am 24.12.2021. Am 05.02.2021 wurde zunächst von 75
Kontensperrungen gegen mehrere russische Politiker.       Vertretern unterschiedlicher politischer und Stammes-
Diese wurden am 02.03.2021 verschärft. Die russische      gruppen eine Übergangsregierung unter dem Ge-
Regierung verhängte ihrerseits Sanktionen gegen           schäftsmann Abdul Hamid Dbaibah gewählt.
hochrangige EU‑Vertreter. Bestehen blieb der Konflikt     Auch 2020/21 war der Kontinent mit den meisten Krie-
in der Arktis, wo Norwegen, USA, Großbritannien und       gen und gewaltsam ausgetragenen Konflikten Afrika.
Dänemark u. a. im vergangenen Jahr zum ersten Mal         Im Vielvölkerstaat Äthiopien eskalierte der Konflikt
seit 1991 in der ausschließlich russischen Wirtschafts-   zwischen der Zentralregierung und der nördlichen
zone eine militärische Operation durchführten.            Provinz Tigray, die seit Längerem von nach Unabhän-
                                                          gigkeit strebenden Kräften dominiert wird. Obwohl
Kriege und bewaffnete Konflikte: Im Juli 2020 brach       die Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed
der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen         unter Verweis auf die Pandemie die für den 29.08.2020

                                                                                              Konflikte        15
angesetzten nationalen und regionalen Wahlen ver-        Ausnahmezustand, lösten das Parlament auf und
schoben hatte, hielt Tigray am 09.09.2020 Regional-      nahmen die demokratisch gewählte Regierung fest,
wahlen ab, die die tigrayische Befreiungsfront TPLF      darunter auch De-facto-Regierungschefin Aung San
gewann. Anfang November überfielen mutmaßlich            Suu Kyi. Gegen die Machtübernahme des Militärs
tigrayische Kräfte Stützpunkte der äthiopischen Ar-      gingen in den folgenden Wochen Zehntausende auf
mee, was mehrere Todesopfer forderte. Darauf griff       die Straßen, obwohl Militär und Polizei mit äußerster
die äthiopische Armee, unterstützt von amharischen       Härte gegen die Demonstrierenden vorgingen.
Regionaltruppen und Milizen, Tigray an. Auch das
Nachbarland Eritrea beteiligte sich auf der Seite        UN‑Friedensmissionen: Seit 1948 haben die Vereinten
Äthiopiens militärisch an dem Konflikt. Am 28.11.2020    Nationen 71 Blauhelmmissionen durchgeführt. Der
verkündete Premier Abiy Ahmed den Sieg über die          größte Anteil entfällt dabei mit 24 auf Afrika. Derzeit
abtrünnige Provinz und erklärte den Konflikt offiziell   (Stand: Mai 2021) unterhält die UNO 12 Friedens-
für beendet. Dennoch gehen die Kämpfe weiter.            missionen, 6 davon in Afrika, 3 im Nahen Osten,
Im westafrikanischen Mali putschte das Militär am        2 in Europa und eine in Asien. Insgesamt sind im
18.08.2020 gegen die Regierung und zwang Präsident       Rahmen dieser Missionen 87 889 Blauhelmsoldaten
Ibrahim Boubacar Keita zum Rücktritt. Ihm wurde          aus 121 Ländern im Einsatz, die Kosten liegen bei
u. a. vorgeworfen, nicht genug gegen den islamisti-      6.58 Mrd. US$ pro Jahr. Die personalintensivste Frie-
schen Terror unternommen zu haben, der das Land          densmission ist UNMISS im Südsudan, die seit 2011
seit Jahren erschüttert. Am 27.09.2020 wurde eine        läuft und deren Mandat der UN‑Sicherheitsrat im
Übergangsregierung gebildet, die Mali aus der Krise      März 2021 noch einmal erweitert hat. Maximal kön-
führen und nach 18 Monaten Wahlen abhalten soll.         nen gut 19 000 Militär- und Polizeikräfte im Rahmen
Zum Präsidenten wurde der frühere Verteidigungsmi-
nister Bah N’Daw bestimmt. Am 24.05.2021 putschte         Abkürzungen:
                                                          KFOR: Kosovo Force
das Militär erneut und zwang Präsident und Regie-         UNMISS: UN Mission im Südsudan
rungschef zum Rücktritt. Am 07.06.2021 wurde Ar-          EUNAVFOR Somalia Atalanta: EU Naval
mee-Oberst Assimi Goïta, der bereits den Putsch vom          Force Somalia Atalanta                                                 5
                                                          EUNAVFOR MED IRINI: EU Naval Force
August 2020 angeführt hatte, als Übergangspräsident          Mittelmeer
vereidigt. Am 10.06.2021 kündigte Frankreichs Präsi-      EUTM Mali: EU Training Mission Mali
                                                          MINUSMA Mali: Multidimensional
dent Macron an, einen Großteil der 5100 in Mali stati-
                                                             Integrated Stabilizastion Mission Mali
onierten französischen Soldaten abzuziehen. Islamis-      MINURSO: UN Mission für das Referendum
mus sorgt auch in weiteren Staaten Subsahara-Afrikas         in Westsahara
                                                          UNFIL: UN Interim Force im Libanon
für Destabilisierung und Gewalt. Betroffen sind in der    UNMHA: UN Mission zur Unterstützung
Region neben Mali v. a. Niger, Burkina Faso, Tschad          des Hodeidah-Abkommens                            Westsahara
und Nigeria: Dort sind sowohl mit Al-Qaida verbun-        SNMG: Standing NATO Maritime Group                               12
                                                          SNMCMG: Standing NATO Mine
dene Gruppen aktiv als auch ein IS-Ableger, ISWAP.           Countermeasure Group
Im Tschad wurde Präsident Idriss Déby am 20.04.2021
offiziellen Angaben zufolge im Kampf gegen Rebellen                                     A T L A N T I S C H E R
getötet. Auch in der seit Jahren von ethnischen und
Ressourcenkonflikten erschütterten DR Kongo war der                                               O Z E A N
                                                           KOLUMBIEN
Terror der islamistischen ADF 2020 für zahlreiche An-
                                                                   12
griffe auf Dörfer, Militärstützpunkte und auch Ange-
hörige der UN‑Blauhelmmission in der DR Kongo mit
insgesamt mehr als 1000 Toten verantwortlich.
Im südostafrikanischen Mosambik weitete sich der
Konflikt der Zentralregierung mit Islamisten in der
nördlichen Provinz Cabo Delgado zum Krieg aus:
                                                                                                          Kriege (Beginn):
Im März 2021 überrannten islamistische Milizen die                                                         1 Afghanistan (1978)
Stadt Palma, töteten zahlreiche Menschen und trieben                                                       2 Ägypten (2013)
                                                                                                           3 Armenien (2020)
Tausende zur Flucht. Erst am 04.04.2021 gelang es                                                          4 Aserbaidschan (2020)
der mosambikanischen Armee, die Stadt zurückzu-                                                            5 Äthiopien (2020)
                                                                                                           6 Burkina Faso (2012)
erobern. Die mosambikanische Regierung rief die                                                            7 DR Kongo (2005)
                                                                                                           8 Indien
Staaten der Südafrikanischen Entwicklungsgemein-                                                              Kashmir (1990)
schaft SADC zu Hilfe.                                                                                         Naxaliten (1997)
                                                                                                           9 Irak (1998)
                                                                                                          10 Jemen
                                                                                                              Al-Qaida (2010)
Asien: Am 01.02.2021 putschte das Militär in Myanmar                                                          Huthi (2014)
gegen die Regierung. Die Generäle verkündeten den                                                         11 Kamerun (2018)

16      Konflikte
von UNMISS eingesetzt werden. Das Jahresbudget                                            Deutsche Beteiligung an Friedenseinsätzen: Insgesamt
        beträgt ca. 1.2 Mrd. US$. Bereits seit 1999 operiert                                      waren Anfang Mai 2021 2851 Bundeswehrsoldatin-
        die Mission MONUSCO, die die Lage im Bürgerkriegs-                                        nen und -soldaten an Auslandseinsätzen beteiligt. Das
        land DR Kongo stabilisieren soll. Hier sind derzeit                                       größte Kontingent entfiel mit 1038 auf die NATO-Mis-
        etwa 15 000 Polizei- und Militärkräfte eingesetzt.                                        sion „Resolute Support“ in Afghanistan. Allerdings hat
        Die Kosten belaufen sich auf mehr als 1.15 Mrd. US$                                       zum 01.05.2021 die Rückverlegung der Truppen nach
        pro Jahr. Mit 241 toten Blauhelmen und sonstigen                                          Deutschland begonnen, da die Mission bis Septem-
        Missionsmitarbeitern ist MINUSMA in Mali, die seit                                        ber 2021 ausläuft. 902 Bundeswehrkräfte sind außer-
        2013 läuft, der gefährlichste der aktuellen Blauhelm-                                     dem im Rahmen der UN‑Friedensmission MINUSMA
        einsätze. Etwa 15 000 Soldaten und Polizeikräfte sind                                     in Mali im Einsatz, hinzu kommen 97 Soldaten, die für
        derzeit dort stationiert. Auch im ersten Halbjahr                                         die EU‑Ausbildungsmission EUTM im Einsatz sind. Am
        2021 kamen etwa 50 UN‑Mitarbeiter dort ums Leben.                                         19.05.2021 verlängerte der Deutsche Bundestag die
        Bei einem Selbstmordanschlag am 25.06.2021 auf                                            Mandate für MINUSMA und EUTM um ein Jahr. Ferner
        MINUSMA-Truppen wurden 12 Bundeswehrsoldaten                                              sind 236 Bundeswehrkräfte am Anti-IS-Einsatz in Syrien
        schwer verletzt. Nach zwölfeinhalb Jahren endete im                                       und Irak beteiligt und 204 an der EU‑Mission EUNAVFOR
        Dezember 2020 die Mission UNAMID, die die Ein-                                            MED IRINI, die das Waffenembargo gegen Libyen durch-
        haltung des Waffenstillstands und des Friedensab-                                         setzen und Menschenschmuggel verhindern soll. Bei
        kommens in Darfur überwachen sollte. Stattdessen                                          einer weiteren Operation im Mittelmeer, der NATO-Mis-
        beschloss der UN‑Sicherheitsrat die Einsetzung einer                                      sion „Sea Guardian“, stellt die Bundeswehr 82 Einsatz-
        zivilen Mission. UNITAMS soll den politischen Trans-                                      kräfte, außerdem 62 bei den KFOR-Truppen im Kosovo
        formationsprozess im Sudan begleiten.                                                     sowie kleinere Kontingente bei weiteren UN‑Einsätzen.

        6         LITAUEN
                               1            Kriege und bewaffnete Konflikte 2020                                                      Definitionen:
                                                                                                                                      Krieg:
                                                                                                                                      Gewaltsamer Massenkonflikt mit
                                   22                                                                                                 zwei oder mehr bewaffneten
                                        UKRAINE                                                                                       Streitkräften, von denen mindestens
                                                                                                                                      eine Seite Streitkräfte der Regierung
                           4                     ARMENIEN
                                                                                                                                      sein müssen.
                               KOSOVO
                                                              3     4 ASERBAIDSCHAN
                                                                                                                                      Bewaffneter Konflikt:
         9                         2     TÜRKEI        21                                                                             Gewaltsame Auseinandersetzungen,
                       4                                 SYRIEN                                                                       welche die Kriegsdefinitionen nicht
                                                                                   1|1
                  Mittelmeer            3           5 20 11               AFGHANISTAN
                                                                                                                                      voll erfüllen und zumeist die Konti-
                                                                                                                                      nuität der Kampfhandlungen nicht
                       8               LIBANON                9   IRAK                                                                gegeben ist.
                                                                                         2
                    LIBYEN                  2                                  PAKISTAN
                       13              ÄGYPTEN                                                  INDIEN
 MALI
                                                                                                   8                 16                              PAZIFISCHER
 6|7                                                                                                        MYANMAR
                                                                                                                                                       OZEAN
  14            ZENTRAL-                                                                                                   THAILAND
              AFRIKANISCHE                                        10|3 JEMEN                                                                        PHILIPPINEN
                REPUBLIK
                                                                                                                            4
   6                   SÜDSUDAN                                                                                                                        18
BURKINA NIGERIA                                           5               2
                                            10       ÄTHIOPIEN
 FASO       17              23               3                           SOMALIA
                  11
                                                              19
        KAMERUN
                 DEMOKRATISCHE                  1
                 REPUBLIK KONGO                 BURUNDI
                                   7
                                                                                             I N D I S C H E R
                                                       15
                                                                                                O Z E A N
                                                    MOSAMBIK
                                                       Konflikte (Beginn):               Bundeswehr Einsätze:                       Bundeswehr Missionen:
   12 Kolumbien (1964)                                 1 Burundi (2018)                   1 Afghanistan (Resolute Support)          1 Litauen
   13 Libyen (2011)                                    2 Pakistan (2007)                  2 Dschibuti (EUNAVFOR Somalia Atalanta)     (Enhanced Forward Presence)
   14 Mali (2012)                                      3 Südsudan (2010)                  3 Jemen (UNMHA)                           2 Mittelmeer (Ägäis (SNMG 2))
   15 Mosambik (2019)                                  4 Thailand (2004)                  4 Kosovo (KFOR)                           3 Mittelmeer (SNMG 2)
   16 Myanmar                                                                             5 Libanon (UNIFIL)                        4 Mittelmeer (SNMCMG 2)
       Ostmyanmar (1948)                                                                  6 Mali (EUTM Mali)                        5 Nordatlantischer Ozean (SNMG 1)
       Westmyanmar (2016)                                                                 7 Mali (MINUSMA)                          6 Nordsee (SNMCMG 1)
   17 Nigeria (200)                                                                       8 Mittelmeer (EUNAVFOR MED Irini)
   18 Philippinen (1970)                                                                  9 Mittelmeer (Sea Guardian)
   19 Somalia (1988)                                                                     10 Südsudan (UNMISS)
   20 Syrien (2011)                                                                      11 Syrien|Irak
   21 Türkei (2004)                                                                        (Counter Daesh/Capacity Building Iraq)
   22 Ukraine (2014)                                                                     12 Westsahara (MINURSO)
   24 Zentralafrikanische Republik (2006)
   Quelle: Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung Hamburg, 2020                     Quelle: Bundeswehr, 2021

                                                                                                                                                Konflikte               17
Naturkatastrophen                                        der am 27.08.2020 im Westen von Louisiana mit bis
                                                          zu 240 km/h auf Land traf. Die Hurrikansaison im
                                                          Nordatlantik übertraf mit 30 Stürmen (davon 13
2020 registrierte die Rückversicherungs-Gesellschaft      Hurrikane) den bisherigen Rekord von 2005 mit 28
Munich Re mit 987 (2019: 858) relevanten Schadens-        Stürmen (15 Hurrikane). 12 Wirbelstürme trafen
ereignissen deutlich mehr als im langjährigen Mittel      auf US‑Küsten, so viele wie nie zuvor in einer Sai-
(2010–19: 694, 1990–2019: 538). Als relevant definiert    son. Die Schäden in Nordamerika beliefen sich auf
die Munich Re Ereignisse mit Todesopfern und ab           43 Mrd. US$ (26 Mrd. US$ versichert). Einige Wirbel-
einer Schadenshöhe, deren Schwellenwert sie entspre-      stürme nahmen vor dem Landfall an Stärke zu, ein
chend dem Entwicklungsstand eines Landes festlegt.        Phänomen, das seit einigen Jahren verstärkt auftritt.
                                                          Anders als in früheren Jahren traten am Ende der
Die Schadenswerte lagen 2020 mit rd. 207 Mrd. US$         Saison besonders starke Stürme auf. Als wesentliche
Gesamt- und 82 Mrd. US$ versicherten Schäden deut-        Ursachen für die ungewöhnlich vielen Hurrikane
lich höher als 2020 (166 Mrd. US$ gesamt, 56 Mrd. US$     nennt Munich Re hohe Ozeantemperaturen, bedingt
versichert). Sie liegen damit auch höher als im           durch den Klimawandel, und das natürliche Klima-
langjährigen Mittel (2010–19: 202 Mrd. US$ gesamt,        phänomen „La Niña“ mit ungewöhnlichen Luftdruck-
71 Mrd. US$ versichert; 1990–2019: 156 Mrd. US$           unterschieden zwischen Südamerika und Asien. Auch
gesamt, 47 Mrd. US$ versichert). Die deutliche Zu-        die Schäden durch Schwergewitter lagen höher als im
nahme inflationsbereinigter gesamtwirtschaftlicher        Vorjahr (40 Mrd. US$ gesamt, 30 Mrd. US$ versichert;
Schäden seit den 1980er-Jahren ist laut Munich Re         2019: 30 bzw. 20 Mrd. US$). Im gesamten Westen der
zurückzuführen auf die Zunahme von Werten durch           USA bis in den Staat Washington ganz im Norden
sozioökonomisches Wachstum sowie auf die wach-            gab es große Waldbrände (rd. 16 Mrd. US$ Schäden,
sende Konzentration von Personen und Werten in
Hochrisikogebieten wie den hochwassergefährdeten
Gebieten Europas oder den von Tornados heimge-
suchten Regionen der USA. 2020 waren weltweit nur
39 % (2019: 34 %, 2010–19: 35 %, 1990–2019: 30 %) der
Schäden versichert, da die Versicherungsquote in den
aufstrebenden Ökonomien Asiens gering ist, dort aber
große Schäden entstehen.

Weltweit gab es durch Naturkatastrophen rd. 8036 To-
                                                                                                                          Unwetter (Derecho)
desopfer (2019: 9405). Damit setzt sich der Trend fort,                                                                     8.–12. August
dass trotz steigender Zahl der Katastrophen immer                                                                               4 Tote
weniger Menschen zu Tode kommen als im langjähri-
                                                                                 Waldbrand Kalifornien
gen Durchschnitt (2010–19: 37 105, 1990–2019: 51 543).                               August–November
                                                                                                32 Tote
Laut Munich Re ist das auf bessere Katastrophenvor-          PA Z I F IS CH E R
sorge und Baustandards zurückzuführen.                           OZ E A N       Hurrikan Laura
                                                                                             26.–28. August
                                                                                                     33 Tote
Von den relevanten Schadensereignissen waren 2020
wie im langjährigen Durchschnitt mehr als 90 % wet-                                                  Hurrikan Eta
                                                                                                 2.–12. November
terbedingt. Laut Munich Re führt der Klimawandel                                                         183 Tote
vermehrt zu Wetterextremen wie Wirbelstürmen,                                        2020        2019
                                                                                                           Mittelwert Mittelwert
                                                                                                           2010–2019 1990–2019
Starkregen oder Dürre, die auch Waldbrände begüns-
                                                            Hydrologische Ereignisse (Überschwemmung, Massenbewegung)
tigt. 2020 wie im langjährigen Durchschnitt stehen          Schadensereignisse       52 %        43 %         45 %         42 %
an erster Stelle bei der Zahl der Katastrophen die          Schaden (versichert) 22 % (4 %) 29 % (4%) 21 % (10 %) 22 % (9 %)
                                                            Tote                     65 %        59 %         17 %         13 %
Überschwemmungen und Erdrutsche, dicht gefolgt              Meteorologische Ereignisse (Sturm)
von Stürmen. Auch wenn einzelne Extremwetter-Er-            Schadensereignisse       38 %        38 %         38 %         38 %
                                                            Schaden (versichert) 64 % (82 %) 61 % (90 %) 47 % (66 %) 46 % (72 %)
eignisse nicht auf den Klimawandel zurückgeführt            Tote                     30 %        30 %          8%          27 %
werden können, so passen sie laut Munich Re doch zu         Klimatologische Ereignisse (Extremtemperaturen, Dürre, Waldbrand)
den erwartbaren Folgen eines jahrzehntelangen Er-           Schadensereignisse        6%         11%          11 %         12 %
                                                            Schaden (versichert) 11 % (13 %) 9 % (6 %) 13 % (13 %) 13 % (10 %)
wärmungstrends von Atmosphäre und Ozeanen.                  Tote                      2%          7%          20 %         11 %
                                                            Geophysikalische Ereignisse (Erdbeben, Tsunami, vulkanische Aktivität)
                                                            Schadensereignisse        4%          7%           7%           8%
Sechs der zehn teuersten Naturkatastrophen trafen die       Schaden (versichert) 2 % (1 %) 2 % (0.2 %) 19 % (12 %) 19 % (9 %)
USA. An der Spitze (13 Mrd. US$, davon 10 Mrd. US$          Tote                      3%          3%          54 %         50 %
versichert) steht der Kategorie-4-Hurrikan Laura,                                        Quelle: Munich Re, NatCatSERVICE (2020)

18      Naturkatastrophen
rd. 11 Mrd. US$ versichert); 47 Menschen starben. In                    Die Schäden in Europa waren geringer als in den Vor-
         einigen Staaten waren es die größten je beobachteten                    jahren. Für den Herbst typische Starkniederschläge
         Brände.                                                                 trafen die Mittelmeerküste in Italien und Südfrank-
                                                                                 reich und führten örtlich zu extremen Schäden. An
         Die teuerste Naturkatastrophe des Jahres ereignete                      einem Tag fielen in der Grenzregion bis zu 600 l/m²
         sich in Asien: Das durch den Sommermonsun aus-                          Regen, Sturzfluten zerstörten dort Hunderte Häuser,
         gelöste Hochwasser in China (17 Mrd. US$ Gesamt-                        Brücken und Straßen. In Kroatien ereigneten sich
         schaden, ca. 2 % versichert). Der schadenträchtigste                    zahlreiche Erdbeben. Am 22.03.2020 lag das Epi-
         tropische Wirbelsturm war der Zyklon Amphan, der                        zentrum wenige Kilometer nördlich der Hauptstadt
         am 20.05.2020 an der Grenze zwischen Indien und                         Zagreb; bei dem Beben mit 5.3 MW entstanden starke
         Bangladesch auf Land traf (14 Mrd. US$, sehr wenig                      Schäden in der Altstadt; es gab eine Tote, 27 teils
         versichert). In Kyushu im Süden Japans führten Stark-                   schwer Verletzte. Die nach 1964 errichteten Gebäude
         niederschläge zu Überschwemmungen. 80 Menschen                          überstanden das Beben ohne oder mit leichten Schä-
         starben, mehr als 1 Mio. Menschen flohen aus der                        den – damals waren Vorschriften für erdbebensiche-
         Region. Die Türkei wurde von zwei größeren Erdbe-                       res Bauen eingeführt worden. Am 29.12.2020 ereigne-
         ben getroffen. In Ostanatolien führten Erschütterun-                    te sich nach sieben Vorbeben das stärkste Erdbeben
         gen mit einer Magnitude (MW) von 6.8 am 24.01.2020                      seit 140 Jahren mit 6.4 MW; das Epizentrum lag nahe
         zu 41 Toten und rd. 1600 Verletzten. Ein Beben mit                      der Stadt Petrinja, rd. 50 km südwestlich von Zagreb.
         Epizentrum in der Ägäis mit 7.0 MW am 30.10.2020                        Mehr als 41 000 Gebäude wurden beschädigt oder
         traf v. a. die Millionenstadt Izmir; 119 Menschen star-                 zerstört, bis 31.12.2020 folgten ca. 200 Nachbeben.
         ben, mehr als 1000 wurden verletzt. Es kam zu einem                     Geschätzte Schadenshöhe: 5 Mrd. €. Sieben Menschen
         Tsunami mit Wellen bis 1.5 Meter.                                       starben, 26 wurden verletzt.

                          Winterstürme    Erdbeben Kroatien
                          9.–1. Februar   22. März
                          11 Tote         1 Toter

                                                                                  Überschwemmung
                                                                                       August                               Überschwemmung
                                                                                       92 Tote                              3.–10. Juli
                                                                                                                            82 Tote
                                                                                                                            Überschwemmung
                                                                                                                            21. Mai–30. Juli
  Antigua und Barbuda                                                                                                       158 Tote
  68.9 %
  Dominica                                                                                                         Brunei
  62.7 %                                                                                                           57.6 %
                                                                                                                          PA Z I F IS CH E R
                                                                        Zyklon Amphan                                         OZ E A N
                  ATLANTISCHER                                               16.–20. Mai
     Dürre           OZEAN                                                      135 Tote
Januar–Dezember
                                                                       I N DIS CH E R                                             Vanuatu
                                                                           OZ E A N                                                 86.8 %
                                                                                                                                             Tonga
                                                       Bedroht von Naturgefahren                                    Hagelsturm               61.2 %
                                                       Bevölkerungsanteil in %                          31. Oktober–1. November
                                                                  Extrem > 86.5 %
                                                                  Sehr hoch 57.6 - 68.9 %
                                                                  Hoch 30 - 45 %
                                                                  Mittel 15 - 30 %
                                                                  Gering 7.5 - 15 %
                                                                  Sehr gering < 7.5 %
                                                                  Keine Daten
                                                       Vanuatu Staaten mit Werten über 50 %
                                                        86.8 %
                                                       Quelle: Bündnis Entwicklung hilft (2020),
                                                               WeltRisikoBericht/WeltRisikoIndex 2020

                                                                                                              Naturkatastrophen                  19
Tourismus                                                den Rückgang an touristischen Übernachtungen zu
                                                          spüren. Vor allem die Zahl der Reisenden aus dem
                                                          Ausland ging mit -68.5 % stark zurück (inländische
Überall auf der Welt hat die Corona-Pandemie 2020/21      Gäste: -43.4 %).
zu einem dramatischen Einbruch des Reiseverkehrs
geführt. Dadurch ist nach Einschätzung der Welttou-       Im Reiseverhalten der Deutschen zeigten sich infolge
rismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO)         der Pandemie große Unterschiede: Vor allem wurden
die Zahl touristischer Reisen unter das Niveau des Jah-   deutlich weniger Kurztrips (2–4 Tage) unternommen.
res 1990 zurückgefallen. Gegenüber 2019 verzeichnet       Deren Zahl ging um 60 % auf 37.1 Mio. zurück, die
die Organisation für 2020 einen weltweiten Rückgang       Zahl der Reisenden verringerte sich um 23 % auf
der Reisen von 1.5 Mrd. auf 381 Mio.                      29 Mio. Bei den längeren Urlaubsreisen (ab 5 Tagen)
                                                          ergab sich ein Rückgang von 29 % auf 50.1 Mio, bei
Asien, das als Weltregion von der Pandemie betrof-        der Zahl der Reisenden um 19 % auf 44.6 Mio.
fen war und wo die Staaten besonders harte Einrei-
sebeschränkungen verhängten, hatte zwischen April         Zudem verreisten die Deutschen mehr und länger im
und Dezember mit Tourismusrückgängen von 95 %             eigenen Land: Von den 50.1 Mio. Urlaubsreisen (ab
und mehr zu kämpfen, sodass der Verlust für die           5 Tage) entfielen 22.8 Mio. auf inländische Reiseziele,
Region Asien/Pazifik aufs ganze Jahr 2020 gerechnet       das sind 4.1 Mio. mehr als 2019. Stark zurück gingen
84 % betrug. In Afrika und dem Nahen Osten ging           Reisen ins Ausland: Nur noch 3.9 Mio. reisten 2020
der internationale Tourismus 2020 um 75 % zurück,         nach Spanien (-57 %), 2.9 Mio. nach Italien (-53 %)
in Europa um 70 % und in Nord- und Südamerika             und 2.3 Mio. in die Türkei (-47 %). Stärker nachge-
um 69 %. Die UNWTO schätzt, dass durch die Coro-          fragt waren außerdem kontaktarme Reisewege und
na-Pandemie 2020 im Tourismussektor insgesamt
2 Bio. US$ an Wirtschaftsleistung verloren gingen
und 100–200 Mio. Arbeitsplätze in Gefahr gerieten.

In Europa brach der internationale Tourismus 2020
gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat am
stärksten in den Monaten April (-98 %) und Mai
(-96 %) ein, als in der ersten Phase der Pandemie
zahlreiche Staaten ihre Grenzen für Touristen schlos-
                                                                                                              Kanada
sen. Mit -67 % bis -72 % lagen die Verluste in den                                                             - 87 %
Sommermonaten Juli bis September niedriger, was
auf den Rückgang der ­COVID‑19-Infektionen und die
darauffolgende Öffnung zahlreicher Urlaubsregio-                 PAZIFISCHER
                                                                                                          Vereinigte Staaten
nen zurückzuführen ist. Mit dem Beginn der zweiten                                                           von Amerika
Infektionswelle in Europa ab Oktober 2020 musste                        OZEAN                                  - 60 Mio.
der Tourismus dann wieder größere Rückschläge
hinnehmen, die aber mit 85–87 % nicht ganz das                                                                                 A T L A
Niveau der Frühjahrsmonate erreichten.

Nach Angaben des Deutschen Tourismusverbands                Rückgang der Touristenankünfte
hatte die Tourismuswirtschaft in Deutschland zwi-           Vergleich 2020 zu 2019
schen März und Dezember 2020 Umsatzausfälle in                       mehr als 85 Prozent
Höhe von 68.7 Mrd. € zu verkraften, wovon je etwa                    70 bis 85 Prozent
                                                                     55 bis 70 Prozent
die Hälfte auf den Tages- und den Übernachtungstou-                  40 bis 55 Prozent
rismus entfielen. Die Zahl der Übernachtungen ging                   weniger als 40 Prozent
2020 gegenüber dem Vorjahr im Bundesdurchschnitt                     Zunahme
                                                                     Subregion
um 39 % zurück. Die größten Verluste entfielen da-                   Farben entsprechen Klassifikation oben
bei auf den Städtetourismus: So hatte Berlin 64 %                    (Südasien, Ozeanien, Karibik, Südamerika,
                                                                     Nordafrika, Afrika südlich der Sahara)
weniger touristische Übernachtungen als 2019, dicht                  keine Angabe
gefolgt von Düsseldorf und München. Am wenigsten
                                                            Samoa     die 5 Staaten mit dem höchsten Rückgang
bekamen die Regionen Chiemsee-Chiemgau (-14.4 %),           - 88 %    (in %) (auf dunklen Flächen weiße Schrift)
schleswig-holsteinische Ostsee (-14 %), Sächsische           Italien die 5 Staaten mit dem höchsten Rückgang
                                                          - 39.1 Mio. (in Mio. Ankünften)
Schweiz (-13.9 %), Mecklenburgische Schweiz/Seen-
platte (-11.1 %) und das Lausitzer Seenland (-7.2 %)                                            Quelle: UNWTO

20      Tourismus
Unterkünfte: So nahm sowohl die Zahl der Reisen zu,            Rückgang von 43.3 % entspricht. Auch in Österreich
       die mit dem eigenen Pkw unternommen wurden, als                zeigt sich ein Trend zum Reisen im eigenen Land:
       auch die Buchung von Campingplätzen, Wohnmobi-                 Verreiste 2019 nur gut die Hälfte der Menschen inner-
       len und Ferienwohnungen oder -häusern.                         halb Österreichs, waren es 2020 beinahe drei Viertel
                                                                      (73.3 %). Beliebtestes ausländisches Reiseziel war erst-
       In Österreich ging die Zahl der Übernachtungen 2020            mals Deutschland, auf das 23.6 % der Auslandsreisen
       um 35.9 % zurück und die Zahl der Touristen um                 der Österreicher entfielen, gefolgt von Italien (21.6 %).
       45.8 %. Am stärksten sank die Zahl der Übernach-
       tungen in Wien (-74 %), am geringsten waren die                Auch die Schweiz hatte 2020 einen Einbruch im Tou-
       Rückgänge in Kärnten (-17.1 %) und der Steiermark              rismus zu verzeichnen: So ging die Zahl der Gäste
       (-24.5 %). Noch dramatischer waren die Einbrüche               gegenüber dem Vorjahr um 45.8 % zurück, die der
       in der Wintersaison 2020/2021: So ging zwischen                Übernachtungen um 40 %. Das sind nach Angaben
       November 2020 und März 2021 die Zahl der Über-                 des Schweizer Bundesamts für Statistik so wenige
       nachtungen um 92.4 % zurück, die Zahl der Gäste                wie zuletzt Ende der 1950er‑Jahre. Vor allem kamen
       um 94 %. Bei den Touristen aus dem Ausland lag                 deutlich weniger Gäste aus dem Ausland (-71.3 %),
       der Wert sogar bei -97.2 % (deutsche Gäste: -98.2 %).          was einem Rückgang der Übernachtungen um 66.1 %
       Am stärksten betroffen waren die Regionen Tirol                entspricht. Besonders stark war der Einbruch bei
       (-97.8 %), Salzburg (-96.7 %) und Vorarlberg (-95.9 %).        Touristen aus Asien: So besuchten 94.7 % weniger
                                                                      Inder die Schweiz als 2019, 92.5 % weniger Chinesen
       Auch die Österreicher selbst verreisten 2020 deutlich          und 91.9 % weniger Japaner. Vergleichsweise mo-
       weniger als sonst: Insgesamt wurden 12 Mio. Urlaubs­           derat waren dagegen die Rückgänge beim Inlands-
       reisen (inkl. Kurztrips) unternommen, was einem                tourismus mit 17.1 % (Übernachtungen: -8.6 %).

                             Italien
                         - 39.1 Mio.

                                           Türkei
                                           - 35.3 Mio.
              Spanien
                                                                               Mongolei
           - 64.5 Mio.
                                                                                - 90 %
                                                                                                     Japan
                                                                                                     - 87 %
                                                                                China
                                                                                - 88 %                  PAZIFISCHER

N T I S C H E R                                                                                                OZEAN

                                                                   Thailand
                                                                 - 33.2 Mio.

              O Z E A N                                     INDISCHER                                                     Samoa
                                                                                                                           - 88 %
                                                              OZEAN

                                                                                                              Tourismus       21
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