Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...

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Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...
Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020
für den Elektrotechniker

Erdung, Potentialausgleich,
Blitzschutz, Überspannungsschutz
für Verbraucheranlagen und Photovoltaik

Building Connections
Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...
OBO Anwendungs-Leitfaden für den Elektrotechniker
Ihr Leitfaden für die praktische Umsetzung der aktuellen Normen & Vorschriften.
Dieser bezieht sich auf den Schutz von Personen, Anlagen und Gebäuden.

Mit innovativer OBO-Technik gegen:
• Gefährdung durch Blitzstrom und induzierte Spannungen
• Schäden durch Feuer, Explosion, Schrittspannung, Berührungsspannung, etc.
• Schäden an Personen, Gebäuden und Gebäudeinhalten
Detaillierte Schutzmaßnahmen wie Erdung, Potentialausgleich, Schirmung
und Überspannungsschutz sind entsprechend der Normen & Vorschriften umzusetzen.

                                                                                       Beschützt
                                                                                       Das Prinzip „Beschützt hoch vier“:
                                                                                       Nur ein abgestimmter Schutz ist
                                                                                       echter Schutz. Lernen Sie die Auf-
                                                                                       gaben der einzelnen Systeme ken-
                                                                                       nen.
                                                                                       Wir haben hier für Sie einen eige-
                                                                                       nen kleinen Film erstellt.
                                                                                       Sie können diesen jederzeit unter
                                                                                       www.obo.at abrufen.

    1. Fangeinrichtungs-    2. Erdungssysteme   3. Potentialaus-   4. Überspannungs-
    und Ableitungssysteme                       gleichsysteme      schutzsysteme

OBO Support Plus
Von der Grundlage bis zur konkreten Anwendung
OBO vermittelt Wissen zu:

•      Normativen Grundlagen
•      Risikoanalyse, Blitzschutzklassen, Blitzschutzsysteme
•      Erderanforderungen bei Tiefenerder, Ringerder und Fundamenterder
•      Gefahren von Blitzentladungen und Überspannungen
•      Blitzschutzzonen und Ableitertechnoligien
•      Schutzpotentialausgleich und Funktionspotentialausgleich
•      Anwendungsbeispiele, Installationshinweise, Planungshilfen,
       Praxisfragen
Unsere Seminare enthalten großteils auch einen Praxisteil/Workshop
zum besseren Verständnis.

Aktuelle Termine, alle Seminare und Anmeldung unter www.obo.at

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                                                                                       temen!
                                                                                       Wir unterstützen Sie bei der Planung von
                                                                                       Erdungssystemen sowie Blitz- und Über-
                                                                                       spannungsschutzmaßnahmen für Ihr Pro-
                                                                                       jekt!

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Erdungs-Systeme

Aktuell gültige, und gesetzlich verbindliche Norm:
ÖVE/ÖNORM E 8014
Errichtung von Erdungsanlagen für elektrische Anlagen mit Nennspan-
nungen bis AC 1000 V und DC 1500 V
Auszug aus der Norm: Erdungsanlagen sind wichtige und unverzichtba-
re Bestandteile der Schutzmaßnahmen gegen gefährliche Körperströme
in elektrischen Anlagen. Gemäß ÖVE/ÖNORM E 8001-1, ist in neu zu
errichtenden Gebäuden, wenn Sie mit erdfühligen Fundamenten ausge-
führt werden, ein Fundamenterder zu errichten.
Ist ein Fundamenterder nicht vorhanden ist zu beachten, dass eine Erdungsanlage in ausreichender korrosions-
beständiger Ausführung mit mindestens 10 m Länge horizontal und 4,5m Länge vertikal ausgeführt wird.
Falls bei der baulichen Anlage eine Blitzschutzanlage errichtet wird, gelten zusätzlich die Anforderungen lt.
ÖVE/ÖNORM EN 62305. Hier gilt es den Blitzstrom zu verteilen und dabei gefährliche Überspannungen zu
reduzieren. Im Allgemeinen wird jedoch ein niedriger Erdungswiderstand (kleiner als 10 Ω, gemessen bei Nie-
derfrequenz) empfohlen.

                 Erderanforderungen nach ÖVE/ÖNORM EN 62305
       Typ A                                 Typ B
       •   Horizontalerder                   •   Ringerder (Obeflächenerder)
       •   Vertikalerder (Tiefenerder)       •   Fundamenterder

Erderanordnung Typ A                      Tiefenerder
(Horizontal- und Tiefenerder)             aus Rund- oder Profilstahl, die im
Für die Anordnung Typ A ist die           Allgemeinen senkrecht in größere
Mindestanzahl zwei Erder.                 Tiefen eingebracht werden.            Typ A - Tiefenerder mit Potentialausgleich
Als Mindestlänge für Erder Typ A          Oberflächenerder in Form von
gilt für die Blitzschutzklasse III eine   Rund- oder Banderdern können
Länge von 2,5 m bei vertikaler Ver-       im sog. Arbeitsraum um das Bau-
legung und 5 m bei horizontaler           vorhaben eingebracht werden. Sie
Verlegung.                                unterliegen aber, je nach Erdreich,
Horizontalerder                           einer mehr oder weniger starken
in Form von Strahlen- Ring- und           Korrosion. Deshalb ist zu beach-
Maschenerdern. Als Material wird          ten ob es sich um einen Teil der
Rund- oder Bandmaterial verwen-           Fundamenterdung (V4A) oder um
det, das im Allgemeinen in einer          eine reine Blitzschutzerdung (nicht               Typ B - Ringerder
Tiefe von 0,5 m bis 1,0 m (je nach        zwingend V4A erforderlich) han-
örtlicher Frosttiefe) eingebracht         delt.
wird.

Erderanordnung Typ B                      Wenn der Erder im Gebäudefun-
(Fundamenterder, Ringerder)               dament nicht eingebracht werden
Damit der Fundamenterder gegen            kann, oder aus dem Fundament
Korrosion geschützt ist, muss er          herausgeführt wird (≤ 1 m über der
von mindestens 5 cm Beton all-            fertigen äußeren Geländeoberkan-
seitig umschlossen sein. Dadurch          te), muss Rund- oder Bandmateri-
hat er eine nahezu unbegrenzte            al aus korrosionsfestem Edelstahl
Lebensdauer. Als Werkstoff für            (V4A) verwendet werden.                       Typ B - Fundamenterder
den Fundamenterder ist Stahl zu           Es kann Rund- oder Bandstahl ver-
verwenden. Der Stahl kann sowohl          wendet werden. Rundstahl muss
verzinkt als auch unverzinkt aus-         mindestens 10 mm Durchmesser
geführt sein.                             haben. Bei Bandstahl müssen die
                                          Abmessungen mindestens 30 mm
                                          x 3 mm betragen.

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Entscheidungsleitfaden zur Ausführung des Fundamenterders

                    Planungsbeginn

                        Erhöhter
             Erdungsübergangswiderstand
                                                           Einzelfundamente
             durch z.B, „Schwarze Wanne“,                                                            Bewehrte
                                                                z.B. für
                    „Weiße Wanne“,                                                                  Fundamente
                                                            Bauwerkstützen
                   vollumschlossene                                                                 vorhanden?
                                                              vorhanden?
                  Perimeterdämmung
                      vorhanden?

                                                           Jedes Fundament                                              Unbewehrte
                       Blitzschutz-                            mit einem                                               Fundamente/
                       maßnahmen                            Fundamenterder                                            Fundamente aus
                        gefordert?                         von ≥ 2,5 m Länge                                            Faserbeton/
                                                               ausrüsten                                                 Walzbeton

                                                              Material mit
                                                            mindestens 5 cm
                                                            Betonbedeckung
                                                                verlegt

         Ringerder                      Ringerder            Fundamenterder
       außerhalb der                  außerhalb der      aller Einzelfundamente
                                                                                       Fundamenterder              Fundamenterder
        Bodenplatte/                   Bodenplatte/     zum geschlossenen Ring
                                                                                        Maschenweite                Maschenweite
         Dämmung                        Dämmung                 verbinden,
                                                                                        ≤ 10 m x 20 m               ≤ 10 m x 20 m
       Maschenweite                   Maschenweite            Maschenweite
       ≤ 10 m x 10 m                  ≤ 10 m x 20 m           ≤ 10 m x 20 m

                                                                                                                     Material mit
                                                                                        Material mit               mindestens 5 cm
        Material V4A                  Material V4A            Material V4A            mindestens 5 cm           Betonbedeckung verlegt
                                                                                   Betonbedeckung verlegt         oder aus rostfreiem
                                                                                                                    Edelstahl V4A

 Funktionspotentialausgleichsleiter innerhalb der
                                                          alle 2 m eine Verbindung des Fundamenterders
Bodenplatte, Maschenweite ≤ 10 m x 20 m und alle
                                                                         mit der Armierung
       2 m eine Verbindung zur Armierung

    mindestens alle 20 m eine Verbindung zwischen
    Ringerder und Funktionspotentialausgleichsleiter,
       bei Blitzschutzsystemem: mindestens eine
                  Verbindung je Ableiter

                                                         Anschlussfahnen und Anschlussteile sollen von der
                                                        Eintrittsstelle in den jeweiligen Raum eine Länge von
                                                         mindestens 1 m innen über Fußboden und außen
                                                                über das geplante Geländeniveau haben
                                                        und sind während der Bauphase auffällig und dauer-
                                                                     haft grün/gelb zu kennzeichnen

                                                                  Messung und Dokumentation

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Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...
Erdungsmaterial für die Verwendung im Beton:
•     mind. allseitig mit 5 cm Beton umschlossen
•     ≤ 2 m mit Bewehrung verbinden
•     Maschenweite max. 10 x 20 m
Erdungsmaterial für die Verwendung im Erdreich:
•     Material V4A
•     Klemmen im Erdreich mit Korrosionsschutzbinde
•     Verlegetiefe 0,5 - 1,0 m (je nach örtlicher Frosttiefe)
•     Verlegung außerhalb der Drainageschicht (Verlegung im feuchten Bereich)
•     Anzahl und Mindestlängen, Abhängig von der Blitzschutzklasse, sind einzuhalten
                                                                                                               max. 10m             max. 10m              max. 10m

Typ                  VPE       Art.-Nr.    Beschreibung

RD 10 FT             80 m      5021 10 3   Runddraht ∅ 10 mm FT, 50 kg/Ring (0,63 kg/m)                      Einzelfundamente
                                                                                                                  bewehrt
                                                                                                                                                       Fundamenterder
5052 DIN 30X3.5      60 m      5019 34 7   Flachleiter 30X3.5 FT, 50 kg/Ring (0,84 kg/m)

                                                                                             max. 20m
5052 DIN 40X4        40 m      5019 35 5   Flachleiter 40x4 FT, 50 kg/Ring (1,28 kg/m)                                          Verbindungsleitungen

1811                 25 Stk.   5014 01 8   Abstandhalter FT Länge 250 mm

1814 FT              25 Stk.   5014 46 8   Anschlussklemme an Bewährung ∅ 8-14 mm

1814 FT D37          25 Stk.   5014 46 9   Anschlussklemme an Bewährung ∅ 16-37 mm

205 DG L180 A4       10 Stk.   5420 02 2   Erdungsfestpunkt M10/M12 V4A

205 DG L180 FT       10 Stk.   5420 02 4   Erdungsfestpunkt M10/M12 FT                                  Besondere Anforderungen bei Fun-
                                                                                                        damenten mit Wannenabdichtungen
DW RD10              10 Stk.   2360 04 1   Dichtmanschette für Rundleiter 10 mm                         und Perimeterdämmung

                                                                                                        Bei Wannenabdichtungen ist die Erd-
252 8-10 FT          25 Stk.   5312 31 0   Kreuzverbinder mit Zwischenplatte                            fühligkeit der Erders nicht gewährleistet.
                                                                                                        Deshalb ist ein Ringerder außerhalb
RD 10-V4A            50 m      5021 64 2   Runddraht ∅ 10 mm V4A, 32 kg/Ring (0,63 kg/m)                der Wannenabdichtung einzubringen.
                                                                                                        Ein dauerhafter Korrosionsschutz ist
5052 V4A 30X3.5      25 m      5018 73 0   Flachleiter 30X3.5 V4A, 21 kg/Ring (0,83 kg/m)               zu beachten. Die Verwendung von
                                                                                                        nicht rostenden Edelstählen (V4A) ist
250 V4A              10 Stk.   5312 92 5   Kreuzverbinder für Flach- und Rundleiter V4A                 notwendig.

252 8-10 V4A         10 Stk.   5312 31 8   Kreuzverbinder mit Zwischenplatte V4A                        Schwarze Wanne
                                                                                                        Es handelt sich hierbei um wasserdruck-
249 8-10 V4A         10 Stk.   5311 40 4   Schnellverbinder Vario rund/rund, V4A                        haltende Abdichtungen des Gebäu-
                                                                                                        des aus unterschiedlichen, mehrlagi-
219 20 BP V4A        5 Stk.    5000 86 6   Staberder BP, ∅ 20 mm, Länge: 1,5 m, V4A                     gen Kunststoff- bzw. Bitumenbahnen
                                                                                                        (schwarzes Material).
1819 20BP            5 Stk.    3041 21 2   Erderspitze für Staberder ST und BP
                                                                                                        Weiße Wanne
                                                                                                        Die weiße Wanne wird aus wasserun-
2760 20 V4A          5 Stk.    5001 63 3   Anschlussschelle für Staberder, universell, V4A              durchlässigem Beton (WU-Beton) her-
                                                                                                        gestellt. Der Beton kann zwar Wasser
356 50               1 Stk.    2360 05 5   Korrosionsschutzbinde, Breite: 50 mm                         aufnehmen, allerdings wird trotz lang-
                                                                                                        zeitigem Einwirken des Wassers auf den
ProtectionBall       25 Stk.   5018 01 4   Schutzkappe für Anschlussfahnen                              Beton nicht die gesamte Dicke durch-
                                                                                                        drungen, d. h., auf der Wandinnenseite
                                                                                                        tritt keine Feuchtigkeit auf.

Schwarze Wanne, Ringerdereinführung            Weiße Wanne, druckwasserdichte Ring-          Isolierte Bodenplatte mit
oberhalb vom höchsten Grundwasserstand         erdereinführung im Grundwasser                Perimeterdämmung (hier: blau markiert)
                                                                                                                                                                        5
Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...
Potentialausgleich
Auszug aus der ÖVE/ÖNORM                     Dieser ist für die gesamte elek-
E 8001: Für jeden Hausanschluss              trische Anlage ein wesentlicher
oder jede gleichwertige Versor-              Funktionsträger als Bindeglied der
gungseinrichtung muss ein Haupt-             Anspeisung und Erdung im Fehler-
potentialausgleich errichtet wer-            fall und Blitzschlag. Um Personen-
den.                                         und Sachschäden zu vermeiden.
An den Hauptpotentialausgleich (Potentialausgleichsschiene - PAS)
werden folgende Leiter angeschlossen:
• Erdungsleiter zum Anlagenerder,
• Nullungsverbindung (PEN-Leiter über Haupterdungsschiene),
• Schutzerdungsleiter der Hauptleitung (PE- oder PEN-Leiter),
• Potentialausgleichsleiter von Antennenanlagen,
• Funktions- und Überspannungs-Erdungsleiter der Informationstechnik
• Potentialausgleichsleiter zur Blitzschutzanlage,
• Potentialausgleichsleiter zu leitfähigen Wasserverbrauchsleitungen,
• Potentialausgleichsleiter zu leitfähigen Gasinnenleitungen,
• Potentialausgleichsleiter zu anderen metallenen Rohrsystemen, z. B. Steigleitungen
• zentraler Heizungs- und Klimaanlagen,
• Potentialausgleichsleiter zu Metallteilen der Gebäudekonstruktion, soweit sinnvoll.
ANMERKUNG: Kabeltassen u.ä. brauchen nicht in den Hauptpotentialausgleich einbezogen werden.
Die Verbindung zur Blitzschutzanlage hat möglichst nahe an deren Erder zu erfolgen.

Material für den Potentialausgleich

Typ              VPE         Art.-Nr.      Beschreibung
                                           Potentialausgleichsschiene für den Innenbereich
                                           mit Klemmschiene - auch für Industrie und Ex-
1801 VDE         1 Stk.      5015 65 0     Bereich geeignet.
                                           7 x 2,5-25 mm²; 2 x 25-95 mm²; 1 x FL 30 x 3,5 mm

                                           Potentialausgleichsschiene für den Innenbereich
1809             1 Stk.      5015 07 3     für Privatanwendungen.
                                           7 x bis 25 mm²; 1 x Rd 8-10; 1 x FL 30 oder Rd 8-10

                                           Potentialausgleichsschiene für Kleinanlagen
1809 BG          1 Stk.      5015 50 2     3 x bis 6 mm²; 2x bis 16 mm²

                                           Potentialausgleichsschiene für den Außenbereich
1809 A           1 Stk.      5015 11 1     UV-beständig, Schrauben und Überleger aus VA
                                           7 x bis 25 mm²; 1 x Rd 8-10; 1 x FL 30 oder Rd 8-10

                                           Potentialausgleichsschiene BigBar für den Indust-
                                           riebereich (ebenfalls Ex-Bereich geeignet)
1802 10 VA       1 Stk.      5015 86 6     aus Edelstahl V2A, mit Isolierfüße
                                           10 Anschlüsse mit M10 Schlossschrauben

1802 AH 10       1 Stk.      5015 88 4     Abdeckhaube für BigBar / 10 Anschlüsse

1802 KL          1 Stk.      5015 89 0     Überleger für BigBar für Flachleiter aus V2A

249 8-10 VA-OT   100 Stk.    5311 55 4     Überleger für Rd8-10 aus V2A

Querschnitte für Potentialausgleichsleiter nach ÖVE/ÖNORM E 8001-1
                            Querschnitte für Potentialausgleichsleiter             Querschnitte für Potentialausgleichsleiter
                                für den Hauptpotentialausgleich                     für den zusätzlichen Potentialausgleich
                                                                            normal                             1 x Querschnitt des
                                                                            zwischen zwei Körpern              kleineren PE-Leiters
                            0,5 x Querschnitt des größten PE-Leiters der
normal                                                                      normal
                                               Anlage                                                         0,5 x Querschnitt des
                                                                            zwischen einem Körper und
                                                                                                                    PE-Leiters
                                                                            einem fremden leitfähigen Teil
                                                                            mindestens
mindestens                                10 mm² Kupfer                                                          2,5 mm² Kupfer
                                                                            bei mechanischem Schutz
                             25 mm² Kupfer oder gleicher Leitwert bei       mindestens
zulässige Begrenzung                                                                                              4 mm² Kupfer
                                     anderen Werkstoffen                    ohne mechanischem Schutz

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Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...
Blitzschutz-Systeme
Aktuell gültige Norm:
ÖVE/ÖNORM EN 62305 Teil 1-4

Teil 1: Allgemeine Grundsätze
Teil 2: Risiko-Management
Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen
        Achtung: Teil 3 ist eine gesetzlich verbindliche Norm!
Teil 4: Elektrische und Elektronische Systeme in baulichen Anlagen

Einer der wesentlichen Bewer-          ortungssystem ALDIS (Austrian
tungsfaktoren bei jeder Risikoana-     Lightning Detection & Information
lyse betreffend Blitzschutz ist die    System) seit 1992 die Blitzhäufig-
lokale Dichte der Erdblitze, ausge-    keit bundesweit registriert.
drückt in Erdblitze je km2 und Jahr,   Die „Blitzdichte” ist definiert als die
welche aus Messungen mit einem         mittlere Anzahl der Blitzschläge
Blitzortungsverfahren      bestimmt    pro km² und Jahr.
werden sollte.                         Die wichtigsten Gefährdungsdaten
In Österreich wird mit dem Blitz-      entnehmen Sie bitte von
                                       www.aldis.at

Systeme des äußeren und inneren Blitzschutzes
Nur koordiniert eingesetzte Maßnahmen können einen umfassenden Blitzschutz bieten.

   Äußerer Blitzschutz                                                     Innerer Blitzschutz

    Fangeinrich-         Ableitungen     Erdung               Trennungs-          Raum-          Blitzschutz
    tungen                                                    abstand             schrimung      Potentialaus-
                                                                                                 gleich

Schutzklasse des Blitzschutzsystems
Die Kennwerte eines LPS (lightning protection system) werden durch die
Kennwerte der zu schützenden baulichen Anlage und unter Beachtung der
Blitzschutzklasse festgelegt.
Jede Schutzklasse eines LPS ist gekennzeichnet durch:
a) Kenndaten, die abhängig von der Schutzklasse des LPS sind:
• Blitzkennwerte
• Blitzkugelradius, Maschenweite und Schutzwinkel
• typische Abstände zwischen Ableitungen und Ringleitern
• Trennungsabstand zur Vermeidung gefährlicher Funkenbildung
• Mindestlänge der Erder
b) Kenndaten, die unabhängig von der Schutzklasse des LPS sind:
• Blitzschutz-Potentialausgleich
• Mindestdicke von Metallblechen oder Metallrohren in Fangeinrichtungen
• LPS-Werkstoffe und Einsatzbedingungen
• Werkstoff, Form und Mindestmaße von Fangeinrichtungen, Ableitungen
    und Erdern
• Mindestmaße von Verbindungsleitern.
In Österreich zulässige
Blitzschutzklassen:

BSK I, BSK II und BSK III
Die notwendige Schutzklasse eines LPS muss durch eine Risikobewertung ausgewählt werden.

                                                                                                                 7
Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...
Detailierte Bestimmung der Blitzschutzklasse „Risikobewertung“

Gerne unterstützen wir Sie mit unserem detailierten Berechnungspro-
gramm für die Auswahl der Blitzschutzklasse gemäß ÖVE/ÖNORM EN
62305 Teil 2. Kontaktieren Sie uns dazu bitte unter info.wien@obo.at

Praxislösung
lt. ÖVE/ÖNORM EN 62305-3 Beiblatt 2
Auswahl der Mindest-Blitzschutzklasse und der Prüfintervalle für bauliche Anlagen

Auszug aus der Norm:                         ob ein Blitzschutzsystem erforder-             gesetz,     Elektroschutzverord-
Das Beiblatt 2 dient zur Auswahl             lich ist.                                      nung, VEXAT, Gewerbeordnung,
der     Mindest-Blitzschutzklassen           Die Errichtung und Prüfung eines               Bauordnungen,     OIB-Richtlinien
und der Prüfintervalle für bauli-            Blitzschutzsystems für eine bau-               gefordert (zB explosionsgefähr-
che Anlagen, in der Abhängigkeit             liche Anlage wird oft durch den                dete Anlagen, Krankenhäuser,
der Gebäudeart und Nutzungsart,              Eigentümer, Nutzer bzw. Betrei-                Versammlungsstätten, Historische
wenn ein Blitzschutzsystem aus-              ber, aber auch vielfach aufgrund               Bauten).
geführt wird. Das Beiblatt dient             der geltenden Rechtsvorschriften
nicht als Entscheidungsgrundlage             wie zB ArbeitnehmerInnenschutz-

Blitzschutzklassen in Anlehnung an ÖVE/ÖNORM EN 62305-3 Beiblatt 2

Auszüge aus der Tabelle 1 - Zuordnung der Mindestblitzschutzklassen und des
maximalen Prüfintervalls in Abhängigkeit der Gebäudeart und deren Nutzung

Gebäudeart / Nutzungsart                                                                    Mindest-            Maximales
                                                                                            Blitzschutzklasse   Prüfintervall
                                                                                                                in Jahren
Wohnobjekte/Wohnanlagen - Wohnobjekte bis 2 Wohneinheiten                                           III                10d)
Wohnobjekte/Wohnanlagen - Wohnobjekte mit mehr als 2 Wohneinheiten; Öffentliche                     III                 5d)
Gebäude - Garagen, Parkhäuser
Landwirtschaften, Vertriebsstellen landwirtschaftlicher Produkte - Wohn- und Betriebsge-            III                 5d)
bäude, Lagerbereiche, Stallungen, Scheunen, Gewächshäuser
Industrie und Gewerbe - Bürobereiche, Lagerbereiche; Öffentliche Gebäude - Verwaltungs-             III                  3
gebäude, Mehrzweckgebäude, Haftanstalten, Kasernen
Tourismusbetriebe, Beherbergungsbetriebe - Pensionen, Gasthöfe, Gastronomie, Hotels für
höchstens 1.000 Personen; Öffentliche Gebäude - Schulen, Universitäten, Ausbildungsstät-
ten, Kindergärten, Schüler- und Studentenheime, Internate, Horte, Heime, Einkaufszentren,          IIIa)                 3
Verkaufsstätten, Veranstaltungsstätten, Messehallen, Mehrzweckhallen, Theater, Opernhäu-
ser, Kino, Diskotheken, Museen und Kulturstätten, Kirchen, religiöse Bauwerke; Krankenan-
stalten, Heime und Pflegeanstalten - Allgemeine Gebäude, Verwaltungstrakte
Industrie und Gewerbe - Produktionsbereiche; Öffentliche Gebäude - Kläranlagen; Anlagen            IIIb)                 3
für die Energieversorgung - Photovoltaikanlagen
Tourismusbetriebe, Beherbergungsbetriebe - Pensionen, Gasthöfe, Gastronomie, Hotels
über 1.000 Personen, Schutzhütten, Almhütten; Öffentliche Gebäude - gebäude über 1.000              II                   3
Personen; Gültig für viele Gebäudearten: Gebäude mit einer Gesamthöhe über 28 mc)
Tourismusbetriebe, Beherbergungsbetriebe - Thermenbetriebe, Hallenbäder, Seilbahnstatio-
nen für Personenbeförderung; Krankenanstalten, Heime und Pflegeanstalten - Bettentrakte,           IIb)                  3
Ambulanzen, Therapie- und sonstige medizinische Bereiche
Krankenanstalten, Heime und Pflegeanstalten - OP-Bereiche, Intensivstationen, u. dgl.              Ib)                   3
Sonderanlagen - Munitionslager, Sprengstoff- und Feuerwerkserzeugung und/oder                      Ib)                   1
Lagerung
Gültig für viele Gebäudearten: Explosionsgefährdete Bereiche der Zone 2 oder Zone 22              IIIb,e)                1
Gültig für viele Gebäudearten: Explosionsgefährdete Bereiche der Zone 1 oder Zone 21              IIb,e)                 1
Gültig für viele Gebäudearten: Explosionsgefährdete Bereiche der Zone 0 oder Zone 20               Ib,e)                 1

a) Bei Vorliegen einer erhöhten Gefährdung von Personen infolge der Objektlage (z.B. exponierte Lage am Berg) oder bei Objektbau-
weise mit erhöhter Gefährdung (zB wenn keine Stahl- oder Massivbauweise mit flugfeuerresistenter Deckung nach ÖNORM EN 1187
vorliegt) ist Schutzklasse II zu wählen. Gegebenenfalls kann eine Risikoanalyse zur Ermittlung der Schutzklasse erfolgen.
b) Bei Anlagen mit besonderer Gefährdung oder EMV-sensiblen Einrichtungen sind zusätzliche Maßnahmen für den Inneren Blitzschutz
gemäß ÖVE/ÖNORM EN 62305-4 zu treffen, um unzulässige Beeinflussungen und damit gefährliche Betriebszustände oder Schäden
zu vermeiden.
c) Anmerkung: Die Gebäudehöhe 28 m erklärt sich aus der OIB-Richtlinie 2.3 mit 22 m (höchste begehbare Stockwerksebene) plus 6 m
Sicherheitszuschlag (z.B. Aufzug, Stockwerkshöhe).
d) Wenn Arbeitnehmer beschäftigt sind gelten die Prüfintervalle gemäß ESV (derzeit längstens 3 Jahre)
e) Die Festlegung der Blitzschutzklasse für explosionsgefährdete Bereiche bezieht sich auf die Geometrie/Ausdehnung des explosions-
gefährdeten Bereiches und nicht auf das gesamte Gebäude/Brandabschnitt, sofern sich die explosionsgefährdeten Bereiche nicht auf
den überwiegenden Teil des Gebäudes/Brandabschnitt erstrecken.

8
Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...
Fangeinrichtungen - Planung mit dem Schutzwinkel-, Blitzkugel- und Maschenverfahren

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Blitzstrom in eine zu schützende bau-                            Fangeinrichtungen
liche Anlage eindringt, wird durch eine richtig geplante Fangeinrichtung                           Schutzverfahren
wesentlich vermindert.
Die Fangeinrichtung kann aus einer beliebigen Kombination folgender
Bestandteile zusammengesetzt sein:
• Stangen (einschließlich freistehender Masten);
• gespannte Seile;
• vermaschte Leiter.

Die einzelnen Fangstangen sollten auf Dachhöhe miteinander verbunden
werden, um eine Stromaufteilung sicher zu stellen.

Fangeinrichtungen müssen an einer baulichen Anlage an Ecken, frei-
liegenden Stellen und Kanten (vor allem am oberen Teil der Fassaden)
nach einem oder mehreren der folgenden Verfahren angebracht werden.

Zulässige Verfahren für die Festlegung der Lage der Fangeinrichtung
sind:
• das Schutzwinkelverfahren;
• das Blitzkugelverfahren;
• das Maschenverfahren.
Das Blitzkugelverfahren ist für alle Fälle geeignet.
Tabelle 2 aus der ÖVE/ÖNORM EN 62305-3 – Höchstwerte des Blitz-
kugelradius, der Maschenweite und des Schutzwinkels nach der
entsprechenden Blitzschutzklasse des LPS

                                                 Schutzverfahren

                            Radius der
 Blitzschutzklasse                               Maschenweite W          Schutzwinkel α°
                            Blitzkugel r
           I                    20 m                   5 x 5m                              Das Blitzkugelverfahren ist für alle
          II                    30 m                  10 x 10 m             siehe Grafik   Fälle geeignet.
                                                                             unterhalb
          III                   45 m                  15 x 15 m

                                                                                           Das Schutzwinkelverfahren ist für
                                                                                           Gebäude mit einfacher Form ge-
                                                                                           eignet, jedoch begrenzt auf Höhen,
                                                                                           die in Tabelle 2 angegeben sind.

1 = Blitzschutzwinkel α°, 2 = Firsthöhe in m, 3 = Blitzschutzklasse I/II/III/IV

 Blitzschutzklasse             Schutzwinkel α° für Fangstangen bis 2 m Länge
           I                                             70 °
          II                                             72 °
          III                                            76 °

Windlasten bei Fangstangen
Bei Fangmasten h > 2,5 m bitte auf die Windlasten achten (Befestigung
am Sockel). Eine Berechnung dazu ist nach der ÖNORM B 1991-1-4                             Das Maschenverfahren ist zum
durchzuführen. Gerne unterstützen wir Sie dabei.                                           Schutz ebener Flächen geeignet.
                                                                                                                             9
Anwendungs-Leitfaden 2019 / 2020 - für den Elektrotechniker Erdung, Potentialausgleich, Blitzschutz, Überspannungsschutz für Verbraucheranlagen ...
Planungshilfe Blitzkugelverfahren

                                                                                               Formel zur Berechnung der Eindringtiefe (p)

                                                                                               Dachaufbauten mit mehreren
                                                                                               Fangstangen absichern
                                                                                               Wenn Sie mehrere Fangstangen
                                                                                               verwenden, um ein Objekt abzusi-
                                                                                               chern, müssen Sie die Eindringtie-
                                                                                               fe zwischen den Fangstangen be-
                                                                                               rücksichtigen. Verwenden Sie zur
                                                                                               genauen Berechnung die obige
                                                                                               Formel. Einen schnellen Überblick
p = Eindringtiefe, r = Radius der Blitzkugel, d = Abstand der Fangeinrichtung                  erhalten sie mit der unten gezeig-
Eindringtiefe nach der Blitzschutzklasse                                                       ten Tabelle.

                                            Eindringtiefe                    Eindringtiefe                 Eindringtiefe
 Abstand der Fangeinrichtung (d)            Blitzschutzklasse I              Blitzschutzklasse II          Blitzschutzklasse III
 in m                                       Blitzschutzkugel: R=20 m         Blitzschutzkugel: R=30 m      Blitzschutzkugel: R=45 m
 2                                          0,03                             0,02                          0,01
 3                                          0,06                             0,04                          0,03
 4                                          0,10                             0,07                          0,04
 5                                          0,16                             0,10                          0,07
 10                                         0,64                             0,42                          0,28
 15                                         1,46                             0,96                          0,63
 20                                         2,68                             1,72                          1,13

Planungshilfe Schutzwinkelverfahren
Installationsprinzip Gebäude mit Spitzdach

1 = Gebäudehöhe h, 2 = geschützter                 1 (h1) = Gebäudehöhe, 2 (h2) = Fangstan-    1 (h) = Gebäudehöhe, 2 =Schutzwinkel α
Bereich, 3 =Schutzwinkel α, 4 = von First-         genhöhe, 3 =Schutzwinkel α
leitung nicht geschützte Gauben
1. Schritt: Ermitteln Sie die                      3. Schritt: Gebäudeteile außerhalb des      4. Schritt: Vervollständigung der
Gebäudehöhe                                        Schutzwinkels                               Fangeinrichtung
Ermitteln Sie die Firsthöhe des Gebäudes           Gebäudeteile,     die     außerhalb   des   Führen Sie die Fangeinrichtung zur Ableit-
(siehe Skizze: 1). Diese Höhe ist der Aus-         Schutzwinkels liegen, müssen getrennt       einrichtung herunter. Die Enden der First-
gangspunkt für die Planung der gesamten            geschützt werden. Der Schornstein in un-    leitung sollten überstehen und um 0,15 m
Blitzschutz- Anlage. Auf dem First wird die        serem Beispiel hat einen Durchmesser von    nach oben gebogen werden. So sind even-
Firstleitung verlegt und bildet so das „Rück-      70 cm und benötigt somit eine 1,50 m lan-   tuell herausragende Vordächer ebenfalls
grat“ der Fangeinrichtung. In unserem Bei-         ge Fangstange. Beachten Sie in jedem Fall   geschützt
spiel beträgt die Gebäudehöhe 10 m.                die Längendiagonale wie auf den folgenden
                                                   Seiten beschrieben. Die Dachgauben er-
                                                   halten eine eigene Firstleitung.            Folgende Dachaufbauten sind mit Fangein-
2. Schritt: Bestimmen Sie den Schutzwinkel α                                                   richtungen gegen direkte Blitzeinschläge zu
Die Höhe des Gebäudes (hier: 10m) wird in die horizontale Achse des Diagramms (siehe           schützen:
Punkt auf Achse „2“ in Grafik auf der Seite 9) eingetragen. Anschließend gehen Sie senk-       •    metallische Materialien mit mehr als
recht nach oben, bis Sie auf die Kurve Ihrer Blitzschutzklasse treffen (hier: III). Auf der         0,3 m Höhe
senkrechten Achse „1“ können Sie nun den Schutzwinkel α ablesen. Er beträgt in unserem         •    nichtleitende Materialien (z.B. PVC-
Beispiel 62°. Den Schutzwinkel übertragen Sie auf das Gebäude. Alle Gebäudeteile inner-             Rohre) mit mehr als 0,5 m Höhe
halb dieses Winkels sind geschützt (siehe Grafik oben).
10
Planungshilfe Maschenverfahren
Installationsprinzip Gebäude mit Flachdach

1 = geschützter Bereich                                                                       1 = Gebäudehöhe > 60 m
1. Schritt: Verlegung der Fangeinrich-         2. Schritt: Verlegung der Maschen              3. Schritt: Schutz gegen seitlichen
tung – Teil 1                                                                                 Einschlag
Zunächst wird ein Rundleiter an allen bevor-   Je nach Blitzschutzklasse des Gebäudes         Ab einer Gebäudehöhe von 60 m und dem
zugten Einschlagstellen wie Firsten, Graten    gelten unterschiedliche Maschenweiten.         Risiko von hohen Schäden (z. B. bei elekt-
oder Kanten verlegt. Den geschützten Be-       In unserem Beispiel hat das Gebäude die        rischen oder elektronischen Einrichtungen)
reich ermitteln Sie wie folgt: Die Höhe des    Blitzschutzklasse III. Damit darf eine Ma-     empfiehlt sich die Errichtung einer Ringlei-
Gebäudes in das Diagramm übertragen            schenweite m von 15 x 15 m nicht über-         tung gegen seitlichen Einschlag. Der Ring
und den Schutzwinkel ablesen. Er beträgt       schritten werden. Ist die Gesamtlänge l wie    wird auf 80 % der Gebäudegesamthöhe
in unserem Beispiel 62° bei einer Schutz-      in unserem Beispiel größer als 20 m, muss      installiert, die Maschenweite richtet sich –
klasse III und einer Gebäudehöhe bis 10 m.     zusätzlich ein Dehnungsstück für tempera-      wie bei der Verlegung auf dem Dach – nach
Den Schutzwinkel übertragen Sie auf das        turbedingte Längenänderungen eingefügt         der Blitzschutzklasse, z. B. entspricht Blitz-
Gebäude. Alle Gebäudeteile innerhalb die-      werden.                                        schutzklasse III einer Maschenweite von 15
ses Winkels sind geschützt.                    Maschenweite nach Blitzschutzklasse,           x 15 m.
                                               siehe Tabelle Seite 9
4. Schritt: Schutz der Dachaufbauten
Zusätzlich müssen noch alle Dachaufbau-
ten durch Fangstangen abgesichert wer-
den. Hierzu ist es notwendig, auf die Ein-
haltung des Trennungsabstandes (s) zu
achten.
Hat der Dachaufbau eine leitende Fortfüh-
rung ins Gebäude (z. B. durch ein Edel-
stahlrohr mit Anbindung an die Lüftungs-
oder Klimaanlage), so muss zwingend der
Trennungsabstand (s) eingehalten werden.
Die Fangstange muss in einem gewissen
                                               α° = Blitzschutzwinkel                         s = Trennungsabstand
Abstand von dem zu schützenden Objekt
aufgestellt werden. Durch den Abstand wird
der Überschlag des Blitzstroms und gefähr-
liche Funkenbildung sicher verhindert.                                                                        Die hochspannungsfeste
Der Schutzwinkel für Fangstangen variiert je nach Blitzschutzklasse. Für die gebräuchlichs-                   isolierte Ableitung isCon®
ten Fangstangen bis 2 m Länge finden Sie den Schutzwinkel α in der Tabelle von Seite 9.                       ist die moderne Lösung um
Wenn Sie mehrere Fangstangen verwenden, um ein Objekt abzusichern, müssen Sie die                             notwendige Trennungsab-
Eindringtiefe zwischen den Fangstangen berücksichtigen. Näheres dazu auf der Seite 10.                        stände sicher einzuhalten!

Planungshilfe Ableitungseinrichtungen
Installationsprinzip Ableitungseinrichtung     Anzahl der Ableitungen                         Anordnung der Ableitungen
                                               Die Ableitungseinrichtung leitet den Blitz-    Die Ableitungen sollten vorzugsweise in der
                                               strom von der Fangeinrichtung zur Er-          Nähe der Ecken der baulichen Anlage ins-
                                               dungsanlage. Die Anzahl der Ableitungen        talliert werden. Um eine optimale Aufteilung
                                               ergibt sich aus dem Umfang des zu schüt-       des Blitzstroms zu erzielen, müssen die Ab-
                                               zenden Gebäudes – es müssen aber in            leitungen gleichmäßig um die Außenwände
                                               jedem Fall mindestens zwei Ableitungen         der baulichen Anlage verteilt werden.
                                               geschaffen werden. Dabei ist darauf zu
                                               achten, dass die Stromwege kurz und ohne       Die Ableitungen müssen möglichst so an-
                                               Schleifen installiert werden. In der Tabelle   geordnet werden, dass sie eine direkte
                                               sind die Abstände zwischen den Ableitun-       Fortsetzung der Fangleitungen bilden. Ab-
                                               gen dargestellt und den entsprechenden         leitungen müssen gerade und senkrecht
                                               Blitzschutzklassen zugeordnet.                 verlegt werden, so dass sie die kürzest-
Tabelle 4 aus EN62305-3                        Anzahl der Ableitungen eines getrenn-          mögliche direkte Verbindung zur Erde dar-
Typische Abstände zwischen Ableitun-           ten LPS                                        stellen. Schleifenbildung muss vermieden
gen und Ringleitern in Abhängigkeit            Besteht die Fangeinrichtung aus Fangstan-      werden.
von der Schutzklasse des LPS                   gen auf getrennt stehenden Masten (oder        Ableitungen dürfen nicht in Regenrinnen
                                               einem Mast), die (der) nicht aus Metall oder   und Regenfallrohren verlegt werden, auch
   Blitzschutz-      Typischer Abstand
      klasse                 a                 durchverbundenem Bewehrungsstahl sind          wenn sie mit Isolierstoff umkleidet sind.
                                               (ist), ist für jeden Mast mindestens eine
          I                  10 m              Ableitung erforderlich. Metallmasten oder      Wenn möglich, sollte an jeder ungeschütz-
                                               Masten aus durchverbundenem Beweh-             ten Ecke der baulichen Anlage eine Ablei-
         II                  10 m
                                               rungsstahl benötigen keine zusätzlichen        tung angebracht werden.
         III                 15 m              Ableitungen.

                                                                                                                                        11
Berechnung des Trennungsabstandes nach ÖVE/ÖNORM EN 62305-3

Schritte
Ermitteln Sie den    ki ist abhängig von der gewählten Schutzklasse des Blitzschutz-Systems:
Wert des Koeffizi-   •     Schutzklasse I: ki = 0,08
enten ki
                     •     Schutzklasse II: ki = 0,06
                     •     Schutzklasse III: ki = 0,04
Ermitteln Sie        kc ist abhängig von dem (Teil-) Blitzstrom, der in den Ableitungen fließt:
den Wert des
Koeffizienten kc     •     1 Ableitung (nur im Fall eines getrennten Blitzschutz-Systems): kc = 1
(vereinfachtes       •     2 Ableitungen: kc = 0,66
System)              •     3 Ableitungen und mehr: kc = 0,44

                     Die Werte gelten für alle Typ B Erder und für die Typ A Erder, bei denen der Erderwiderstand der benachbarten
                     Erderelektroden sich nicht um mehr als einen Faktor von 2 unterscheiden. Wenn der Erderwiderstand von einzel-
                     nen Elektroden um mehr als einen Faktor von 2 abweicht soll kc = 1 angenommen werden.
Ermitteln Sie den    km ist abhängig von dem Werkstoff der elektrischen Isolation:
Wert des Koeffizi-
enten km             •    Werkstoff Luft: km = 1
                     •    Werkstoff Beton, Ziegel: km = 0,5
                     •    GFK Isolationsstangen: km = 0,7

                     Wenn mehrere Isolierstoffe verwendet werden, wird in der Praxis der geringste Wert für km benutzt.
Ermitteln Sie den    L ist die Leitungslänge in Meter, gemessen von dem Punkt, an dem der Trennungsabstand s ermittelt werden soll,
Wert L               bis zum nächstliegenden Punkt des Potentialausgleichs.
Ein Beispiel:        Ausgangssituation:
                     •   Blitzschutzklasse III
                     •   Gebäude mit mehr als 4 Ableitungen
                     •   Werkstoff: Beton, Ziegel
                     •   Höhe Punkt von dem aus der Trennungsabstand berechnet werden soll: z.B. 10 m

                     Werte nach Tabelle:
                     •   ki = 0,04
                     •   kc = 0,44
                     •   km = 0,5
                     •   L = 10 m

                     Berechnung Trennungsabstand:
                     s = ki x kc/km x L = 0,04 x 0,44/0,5 x 10 m = 0,35 m

                                                                                                    s = Trennungsabstand

Werkstoffe und Material                       Korrosion                                       eingebaut werden, da sonst durch
Im äußeren Blitzschutz werden                 Korrosionsgefahr tritt insbesonde-              Regen oder andere Einflüsse ab-
vorzugsweise folgende Materialien             re bei Verbindungen unterschied-                getragene Kupferteilchen auf die
eingesetzt: feuerverzinkter Stahl,            licher Werkstoffe auf. Aus diesem               verzinkte Oberfläche gelangen
nicht rostender Stahl (VA), Kupfer            Grund dürfen oberhalb verzinkter                könnten. Zudem entsteht ein gal-
und Aluminium.                                Oberflächen oder oberhalb von                   vanisches Element, das die Kon-
                                              Aluminiumteilen keine Kupferteile               taktfläche schneller korrodieren
                                                                                              lässt.
Materialkombinationen ohne erhöhte Korrosionsgefahr
                      Stahl, verzinkt       Aluminium             Kupfer             Edelstahl         Titan              Zinn

Stahl, verzinkt              ja                  ja                 nein                ja               ja                ja

Aluminium                    ja                  ja                 nein                ja               ja                ja

Kupfer                      nein                nein                 ja                 ja              nein               ja

Edelstahl                    ja                  ja                  ja                 ja               ja                ja

Titan                        ja                  ja                 nein                ja               ja                ja

Zinn                         ja                  ja                  ja                 ja               ja                ja

12
Blitz- und Überspannungsschutz - Systeme
Die höchsten Überspannungen werden durch Blitzeinschläge
erzeugt. Nach der ÖVE/ÖNORM EN 62305 werden Blitzein-
schläge mit Blitz-Stoßstömen von bis zu 200kA (10/350 µs)
simuliert.

 1    Einschlag                                100 %         limp = max 200 kA (EN 62305)

 2    Erdungssystem                            ~ 50 %        I = 100 kA (50 %)

 3    Elektrische Installation                 ~ 50 %        I = 100 kA (50 %)

 4    Datenleitung                             ~ 5%          I = 5 kA (5 %)

Typische Aufteilung des Blitzstrom

Ableitpfade in einem Gebäude mit äußerer Blitzschutzanlage

                                         EVU
                   Äußerer Blitzschutz

                                         Datennetz

                                         Telefonleitung

                                         Wasserleitung

                                                                             Gasleitung

                                                            kathodisch
                                                            geschützte Tankleitung

                                                                                          PAS

                                                                                                                            Fundamenterder
Ursachen für Schäden
Transiente Überspannungen können aus folgenden Gründen entstehen:

 durch direkte Blitzeinschläge                            Blitzeinschläge in die                Blitzeinschläge neben die             durch Blitzeinschläge in
                                                           Versorgungsleitung                    Versorgungsleitung und                   der Umgebung
                                                                                                     Schalthandlungen

Vor allen Ursachen kann man Geräte und Systeme durch dafür geeignete Überspannungsableiter schützen.

                                                                                                                  Impulsarten und ihre Charakteristik:

                                                                                                                       Impulsform 1, direkter Blitzeinschlag,
                                                                                                                       10/350-μs-simulierter Blitzimpuls

                                                                                                                       Impulsform 2, entfernter Blitzeinschlag
                                                                                                                       oder Schaltvorgang, 8/20-μs-simulierter
                                                                                                                       Blitzimpuls (Überspannung)
                                                                                                                                                                 13
Was sind transiente, energierei-
che Überspannungen?
Transiente Überspannungen sind
kurzzeitige Spannungserhöhun-
gen im Millionstel-Sekunden-Be-
reich. Sie können ein Vielfaches
über der anliegenden Netz-Nenn-
spannung liegen. Sie entstehen
sowohl durch Schalthandlungen
als auch durch Blitzeinschläge.
Gefährlich sind nicht nur direkte
Blitzeinschläge, sondern auch die
viel häufigeren Einschläge in der
Umgebung von Gebäuden.
                                        1 = normale 50 Hz Spannung, 2 = Schalt-
                                        überspannung, 3 = Blitzüberspannung

Blitzstromableiter Typ 1                Überspannungsableiter Typ 2               Überspannungsableiter Typ 3
Kombiableiter Typ1+2                    Überspannungsableiter vom Typ 2           Überspannungsableiter vom Typ 3
TN-C System: Blitzstromableiter         werden in der 3+1-Schaltung (z. B.        werden zum Schutz gegen Schalt-
vom Typ 1 und Kombiableiter wer-        V20 - 3+NPE) eingesetzt. Bei der          überspannungen in den Endge-
den 3-polig (z. B. dreimal MCD 50-      3+1-Schaltung werden die Außen-           rätestromkreisen eingesetzt. Die-
B) eingesetzt.                          leiter (L1, L2, L3) über Ableiter an      se Querüberspannungen treten
TN-S und TT-System: Blitzstrom-         den Neutralleiter (N) angeschlos-         hauptsächlich zwischen L und
ableiter vom Typ 1 werden in der        sen. Der Neutralleiter (N) wird über      N auf. Durch eine Y-Schaltung
3+1-Schaltung (z. B. dreimal MC         eine Summenfunkenstrecke mit              werden der L- und N-Leiter über
50-B und einmal MC 125-B NPE)           dem Schutzleiter (PE) verbunden.          Varistoren geschützt und die Ver-
eingesetzt. Bei der 3+1-Schaltung       Die Ableiter müssen vor einem             bindung zum PE-Leiter mit einer
werden die Außenleiter (L1, L2, L3)     Fehlerstrom-Schutz (RCD) einge-           Summenfunkenstrecke hergestellt
über Ableiter an den Neutralleiter      setzt werden, da dieser sonst den         (z. B. ÜSM-A). Mit dieser Schutz-
(N) angeschlossen. Der Neutrallei-      abgeleiteten Stoßstrom als Fehler-        schaltung zwischen L und N wird
ter (N) wird über eine Summenfun-       strom interpretiert und den Strom-        bei Querüberspannungen kein
kenstrecke mit dem Schutzleiter         kreis unterbricht.                        Stoßstrom gegen PE geleitet, der
(PE) verbunden. Nach Abstim-                                                      RCD interpretiert somit auch kei-
mung mit dem örtlichen Energie-                                                   nen Fehlerstrom.
versorger und der ÖVE-Richtlinie
ist auch der Einsatz vor der Haupt-
zählereinrichtung möglich.

Überspannungsschutz-Systeme             Überspannungsschutzgeräte sor-
für die Energietechnik                  gen für einen kontrollierten Potenti-
Überspannungen entstehen durch          alausgleich der spannungsführen-
direkte oder indirekte Blitzeinschlä-   den Netzleitungen. Sie reagieren
ge oder durch Schalthandlungen          noch bevor die Isolation in elektri-
innerhalb des Energienetzes. Da-        schen und elektronischen Geräten
her ist ein Überspannungsschutz         durch Überspannungen zerstört
nicht nur ein effektiver Schutz vor     werden kann.
Blitzenergie, sondern auch vor lei-
tungsgebundenen Störungen.

Überspannungsschutz-Systeme             sind heute in ihrer Kommunikation
für Telekommunikations- und             auf die schnelle und zuverlässige
Datentechnik                            Vermittlung ihrer Daten über das
Genauso wie die Energietechnik ist      Leitungsnetz angewiesen.
auch die Telekommunikations- und        Eine Sicherung von Telekommu-
Datentechnik extrem empfindlich         nikations-Systemen oder Rechen-
gegenüber Überspannungen. Un-           zentren vor Überspannungen ist
ternehmen sowie Privathaushalte         daher eine wichtige Maßnahme.

14
Installationsvorschriften laut ÖVE/ÖNORM E8001
Installationsvorschriften                        Anschlussleitungen
Die Installationsnorm für Überspannungs-         Die Länge der Anschlussleitung bei Über-
schutzgeräte ÖVE/ÖNORM E 8001-1/A2               spannungs-Schutzgeräten ist ein wesentli-
behandelt den Schutz gegen Überspan-             cher Bestandteil der Installationsnorm ÖVE/
nungen aus indirekten und fernen Blitz-          ÖNORM E 8001-1/A2. Für den Schutz der
einschlägen sowie aus Schalthandlungen.          Anlagen und Geräte muss die maximal auf-
Nach Norm wird der Begriff Überspan-             tretende Überspannung auf Werte kleiner /
nungsschutzeinrichtung (ÜSE) und Über-           gleich der Stoßspannungsfestigkeit der zu
spannungsschutzgerät (ÜSG) sowie in              schützenden Geräte liegen. Der Schutz-
internationaler Ausführung als surge pro-        pegel der Überspannungs-Schutzgeräte             Maximale Länge der Zuleitung nach IEC
tective device (SPD) verwendet. Es werden        und der Spanungsfall auf den Zuleitungen         60364-5-53, Figure 534.8
Auswahl- und Errichtungshinweise zur Er-         muss in der Summe unter der Spannungs-
höhung der Verfügbarkeit von Niederspan-         festigkeit bleiben. Um den Spannungsfall
nungsanlagen gegeben. In Gebäuden mit            auf der Zuleitung zu minimieren, müssen
einem äußeren Blitzschutzsystem gemäß            die Leitungslänge und somit deren Indukti-
ÖVE/ÖNORN EN 62305-3 müssen die von              vität möglichst gering gehalten werden. Die
außen eingeführten Versorgungsleitungen          Norm empfiehlt eine gesamte Anschluss-
an den Zonenübergängen von Blitzschutz-          länge am Überspannungs-Schutzgerät klei-
zone 0 auf Zone 1 mit Überspannungs-             ner 0,5m bzw. Einhaltung des notwendigen
schutzgeräten vom Typ 1 in den Blitzschutz-      Schutzpegels gemäß IEC 60664-4-443.
potentialausgleich einbezogen werden.
                                                                                                  Spannungsfall auf der Zuleitung bei Stoß-
                                                                                                  strombelastung (i = Blitzstrom, Uges=
In Gebäuden ohne Blitzschutzsystem be-
                                                                                                  Überspannung am Schutzgerät)
schreibt die ÖVE/ÖNORM E 8001-1/A2 den
Einsatz und die Notwendigkeit von Über-
spannungsschutzgeräten.

alternative V-Verdrahtung                        Als Alternative wird zum Anschluss von
Wird das Überspannungs-Schutzgerät               Überspannungs- Schutzgeräten eine V-
durch eine Überspannung geschaltet, dann         förmige Anschlusstechnik genannt. Dabei
werden die Zuleitungen, Sicherung und das        werden keine separaten Leitungsabzweige
Schutzgerät vom Stoßstrom durchflossen.          zum Anschluss der Schutzgeräte verwen-
An den Impedanzen der Leitungen wird             det. Die Anschlussleitung zum Schutzgerät
ein Spannungsfall erzeugt. Hierbei ist die       ist für einen optimalen Schutzpegel sehr
ohmsche Komponente gegenüber der in-             entscheidend. Laut ÖVE Installationsricht-
                                                                                                  V-Verdrahtung an einem Überspannungs-
duktiven Komponente vernachlässigbar.            linie müssen die Länge der Stichleitung
                                                                                                  ableiter nach ÖVE/ÖNORM E 8001-1/A2
Die Länge der Anschlussleitungen sind zu         zum Ableiter und die Länge der Leitung
                                                                                                  i=Blitzstrom | Uges=Überspannung am
berücksichtigen. Aufgrund der Induktivität L     vom Schutzgerät zum Potentialausgleich
                                                                                                  Schutzgerät)
treten bei schnell steigendem Strom (100-        jeweils weniger als 0,5 m betragen. Sind
200 kA/ μs) hohe Spannungsanstiege auf.          die Leitungen länger als 0,5 m, muss eine
Annahme: 1 kV pro m!                             V-Verdrahtung gewählt werden.

Erforderlicher Schutzpegel für 230/400V Betriebsmittel nach IEC 60364-4-443

                                                                                                  1 = Schutzleiterschiene, 2 = Hauptpotential-
                                                                                                  ausgleichsschiene

1 = Betriebsmittel am Speisepunkt der Anlage, 2 = Betriebsmittel als Teil der festen In-
stallation, 3 = Betriebsmittel zum Anschluss an die feste Installation, 4 = Besonders zu
schützende Betriebsmittel, 5 = Installationsort, z. B. Hauptverteilun, 6 = Installationsort, z.
B. Unterverteilung, 7 = Installationsort, z. B. Endgeräte, 8 = Vorgabe (grüne Linie), 9 = OBO
Schutzgeräte (orange Linie)

                                                                                                  Schutzpegelangabe (Up) und weitere
                                                                                                  Details am steckbaren Oberteil von OBO

                                                                                                                                          15
Schutzgeräte in unterschiedlichen Netzsystemen
                          TN-C-S Netz                                                       TN-S Netz
     TN-C          TN-S                                                TN-S

1 = Anlagensicherung, 2 = Leitungslänge, 3 = Stromkreisvertei-     1 = Anlagensicherung, 2 = Leitungslänge, 3 = Stromkreisvertei-
ler z. B. Unterverteilung, 4 = Endstromkreis, 5 = Haupt-PAS, 6 =   ler z. B. Unterverteilung, 4 = Endstromkreis, 5 = Haupt-PAS, 6 =
lokale PAS, 7 = je nach Gebäudetyp: Typ 1 oder Typ 2, 8 = Typ 2,   lokale PAS, 7 = je nach Gebäudetyp: Typ 1 oder Typ 2, 8 = Typ 2,
9 = Typ 3                                                          9 = Typ 3

4-Leiter-Netz, TN-C Netzsystem                5-Leiter-Netze, TN-S und                    Die durch die Nullungsverordnung
bzw. TN-C-S Netz                              TT-Netzsystem                               und die aktuelle Normung ÖVE/
Im TN-C-S-Netzsystem wird die                 Im TN-S-Netzsystem wird die                 ÖNORM E 8001-1 am häufigsten
elektrische Anlage durch die drei             elektrische Anlage durch die drei           anzutreffende Netzform in Öster-
Außenleiter (L1, L2, L3) und den              Außenleiter (L1, L2, L3), den Neu-          reich ist das TN-C-S System, wel-
kombinierten PEN-Leiter versorgt.             tralleiter (N) und den Erdleiter (PE)       ches im Bereich der Verteilernetze
Ab dem Nullungsbügel werden PE                versorgt. Im TT-Netz dagegen wird           und Verteilleitungen als TN-C- und
und N getrennt verlegt.                       die elektrische Anlage durch die            im Bereich der Verbraucheranlage
                                              drei Außenleiter (L1, L2, L3), den          im TN-S-System geführt wird.
                                              Neutralleiter (N) und den lokalen           C („combined“ = kombiniert, Neu-
                                              Erdleiter (PE) versorgt.                    tralleiter und PE-Leiterfunktion
                                                                                          kombiniert in einem Leiter = PEN-
                                                                                          Leiter) und S („separated“ = ge-
                                                                                          trennt, Neutralleiter und PE-Leiter
                                                                                          als getrennte Leiter geführt) ge-
                                                                                          kennzeichnet, z. B. „TN-C“ oder
                                                                                          „TN-S“.

                                              Geprüfte Sicherheit
                                              Alle Überspannungsschutzgeräte
                                              von OBO wurden in dem hausei-
                                              genen BET-Testcenter normge-
                                              recht geprüft und bieten fünf Jahre
                                              Gewährleistung. Eine ganze Reihe
                                              von nationalen und internationalen
                                              Prüfzeichen spricht für die hohe
                                              Qualität der Produkte.

Mindestmaße von Leitern, für alle Blitzschutzklassen
und für Typ1 und Typ2 Blitzstrom- / Überspannungsableiter
                              Querschnitt von Leitern, die verschiedene          Querschnitt von Leitern, die innere metallene
                            Potentialausgleichsschienen miteinander oder       Installationen mit der Potentialausgleichsschiene
 Werkstoff
                                  mit der Erdungsanlage verbinden                                   verbinden
                             und gleichzeitig für Typ 1 Blitzstromableiter     und gleichzeitig für Typ 2 Überspannungsableiter
 Kupfer                                         16 mm²                                               6 mm²
 Aluminium                                      25 mm²                                               10 mm²
 Stahl                                          50 mm²                                               16 mm²

16
Überspannungsschutz leicht gemacht - TBS Auswahlhilfe

                                             Installationsort 1                                                      Installationsort 2                                          Installationsort 3
                                             Installation in der Hauptverteilung                                     Installation in der Unterverteilung                         Installation beim Endgerät
                                             Basisschutz / Typ1, Typ2 (Übergang LPZ 0 auf 2)                         Mittelschutz / Typ 2 (Übergang LPZ 1 auf 2)                 Feinschutz / Typ 3 (LPZ 2 auf 3)
                                                                                                                     nur erforderlich wenn Leitungslänge / Abstand ≥ 10 m
     Ausgangssituation Gebäudetyp            Netzsystem Beschreibung        Typ                Art.-Nr.    Produkt-  Beschreibung      Typ                Art.-Nr.    Produkt-  Typ          Art.-Nr.    Produkt-
                                                                                                           Abbildung                                                  Abbildung                          Abbildung

     Keine äußere        Ein- und           TN-C          Überspannungs-    V20-3-280          5095 16 3             Überspannungs-    V10 Compact        5093 38 0              ÜSM-A       5092 45 1
     Blitzschutzanlage   Mehrfamilienhäuser               ableiter                                                   ableiter
                         Industrie/Gewerbe                Typ 2                                                      Kompaktmodul
                                                          3 TE                                                       Typ 2+3 (alt
                                                                                                                     C+D)
                                                                                                                     2,5 TE
                                             TN-S und     Überspannungs-    V20-               5095 25 3                               V10 Compact-       5093 39 1              FC-D        5092 80 0
                                             TT           ableiter          3+NPE-280                                                  AS
                                                          Typ 2                                                                        mit akustischer
                                                          4 TE                                                                         Signalisierung

     Äußere Blitz-       Gebäude mit der       TN-C       Kombiableiter     V50-3-280          5093 51 1                               V10 Compact-       5093 38 2              VF230-      5097 65 0
     schutzanlage        Blitzschutzklasse III            Typ 1+2                                                                      FS                                        AC/DC
     (gemäß ÖVE/         (z. B. Wohn- Büro-               3 TE                                                                         mit Fernsignali-
     ÖNORM EN            u. Gewerbegebäu-                                                                                              sierung
     62305)              de)

                                             TN-S und     Kombiableiter     V50-               5093 52 6             Überspannungs-    V20-               5095 25 3              TV 4+1      5083 40 0
                                             TT           Typ 1+2           3+NPE-280                                ableiter          3+NPE-280
                                                          4 TE                                                       Typ 2 (alt C)
                                                                                                                     4 TE

                         Gebäude mit der     TN-C         Kombiableiter     MCF75-3+FS         5096 98 1                               V20-             5095 33 3                TD-2D-V     5081 69 8
                         Blitzschutzklasse I              MCF75                                                                        3+NPE+FS-280
                         bis III                          Typ 1+2                                                                      mit Fernsignali-
                         (z. B. Industriege-              6 TE                                                                         sierung
                         bäude, Rechenzen-                mit FS
                         tren und Kranken-
                         häuser)             TN-S und     Kombiableiter     MCF100-            5096 98 7                                                                         ND-CA-      5081 80 0
                                             TT           MCF10             3+NPE+FS                                                     Artikelauswahl für Installationsort 2   T6A/EA
                                                          Typ 1+2                                                                        ist unabhängig zur Artikelauswahl
                                                          6 TE                                                                                  zum Installationsort 1
                                                          mit FS

17
OBO Blitzstrom- und Überspannungs- Ableiter
für die Photovoltaik
Photovoltaik-Anlagen sind über ihren gesamten Lebenszyklus enormen
Belastungen ausgesetzt. Wind und Wetter strapazieren alle Anlagenbe-
standteile, Blitze und Überspannungen stellen eine beträchtliche Gefahr
für den Wechselrichter dar.

Auswahlhilfe für Energietechnik AC und Photovoltaik DC

  Schutz der AC und DC Seite - Einzelgeräte

                       Wird der Trennungs-
                       abstand nach ÖVE        Potentialaus-   Überspannungs-                                  Produkt-
  Ausgangssituation                                                                    Typ          Art.-Nr.
                       EN 62305 eingehal-      gleich          schutz                                          Abbildung
                       ten?

 Keine äußere Blitz-   da keine Blitzschutz-   mind. 6 mm²       AC: Typ 2       V20-C 3+NPE-280   5095 25 3
   schutzanlage        anlage vorhanden,                        Netzformen:
                       nicht notwendig                         TN-C/S und TT

                                                                  DC: Typ 2      V20-C 3-PH-1000   5094 60 8
                                                                U max 1.000 V

 Äußere Blitzschutz-   Ja, er wird eingehal- mind. 16 mm²       AC: Typ 1+2      V50-B+C 3+NPE     5093 52 6
      anlage           ten, daher abgebilde-                    Netzformen:
                       te Ableiter verwenden                   TN-C/S und TT
(gemäß ÖVE/
ÖNORM EN 62305)

                                               mind. 6 mm²        DC: Typ 2      V20-C 3-PH-1000   5094 60 8
                                                                U max 1.000 V

                       Nein                    mind. 16 mm²     AC: Typ 1+2      V50-B+C 3+NPE     5093 52 6
                       Wenn der Trennungs-                      Netzformen:
                       abstand nicht einge-                    TN-C/S und TT
                       halten werden kann,
                       abgebildete Ableiter
                       verwenden
                                                                DC: Typ 1+2      V25-B+C 3-PH900   5097 44 7
                                                                U max 900 V

                                                                DC: Typ 1+2      V-PV-T1+2-1000    5094 23 0
                                                                U max 1500 V

                                 >10 Meter                                             Auszug aus der Richtlinie:
                                                                  DC                   Wenn die Leitungslänge zwischen
 PV-Module
                                                                                       den PV-Modulen und dem PV-
                                                                                       Wechselrichter größer als 10 m ist,
                                                                         AC            so ist ein zusätzlicher Satz Über-
                                                                Wechselrichter         spannungsableiter so nahe wie
                                                                                       möglich an den PV-Modulen erfor-
                                                                                       derlich.
ACHTUNG! 10 Meter Regel für den Ableitereinsatz beachten!
(nach ÖVE-Richtlinie R-6-2-2)

18
Der OBO Systembaukasten
für den umfassenden Schutz
von Photovoltaik-Anlagen
ProtectPlus schützt Photovoltaik-                  Verantwortung des Errichters!
Anlagen dauerhaft vor Blitzein-                    Für PV-Anlagen sind folgende
schlägen, Überspannungen, Um-                      Normen im besonderen zu
welteinflüssen,      mechanischen                  beachten:
Belastungen und begrenzt die Aus-
breitung von Bränden. In unserem                   •     ÖVE/ÖNORM E 8001-4-712
                                                   •     ÖVE-Richtlinie R 6-2-1
Lösungskatalog und im Internet
                                                   •     ÖVE-Richtlinie R 6-2-2
finden Sie viele praxisgerechte Lö-                •     ÖVE-Richtlinie R 11-1
sungen, Planungshilfen und über
700 Produkte für Schrägdach-,
Flachdach- oder Freifeld-Anlagen.

Auswahlhilfe Photovoltaikgehäuse mit Anschlussklemmen

    Schutz der DC Seite

                                 Max. DC        Anzahl         Anzahl
                                                                                                                               Produkt-
        Ausgangssituation         Span-        der MPP        der String    Besonderheiten            Typ           Art.-Nr.
                                                                                                                               Abbildung
                                  nung         pro WR         pro MPP
•      Keine äußere Blitz-       1000 V        1             2             T-Box mit IP66,      VG-V20-C3-PH1000   5088 59 3
       schutz-Anlage                                                       3 Klemmstellen
•      Bzw. Blitzschutzanlage                                              bis 16mm² für + /-
       vorhanden, Trennungs-
       abstand wird eingehal-
       ten!
                                               1             2             mit Freischalter     VG-C DC-TS1000     5088 660
       Benötigt wird:
•      Überspannungsschutz
       Typ 2
•      Potentialausgleich 6
       mm²
                                               2             4             T-Box mit IP66       VG-CPV1000K 22     5088 568

•      Äußere Blitzschutz-       900 V         1             4             T-Box mit IP66,      VG-V25-BC3-PH900   5088 59 1
       anlage (gemäß ÖVE/                                                  3 Klemmstellen
       ÖNORM EN 62305)                                                     bis 16mm² für + /-
•      Trennungsabstand wird
       NICHT eingehalten!

       Benötigt wird:                          1             2             mit Freischalter     VG-BC DC-TS900     5088 635
•      Blitz- und Überspan-
       nungsschutz Typ 1+2
•      Blitzstrompotentialaus-
       gleich 16 mm²

                                               2             4             T-Box mit IP66       VG-BCPV900K 22     5088 566

Schutz für Daten- und Steuerleitungen

                                                                                                                               Produkt-
                  Anwendung                                       Ausführung                          Typ           Art.-Nr.
                                                                                                                               Abbildung

    Überspannungsableiter für die Datentech-              8-polig, RJ45 Stecksystem               ND-CAT6A/EA      5081 800
                    nik                                    bis 10 GBit/s, PoE fähig

    Überspannungsableiter für HF-Anwendun-             2-polig, Hutschienenmontage, 1 TE           FRD 24 HF       5098 575
                    gen

                                                                                                                                           19
Blitzschutzzonenkonzept

                                                                                                      © OBO Bettermann Austria GmbH, 10/ 2018, 3. Auflage
                                        Ungeschützter Bereich außerhalb des Gebäudes. Direkte
                               LPZ 0A   Blitzeinwirkung, keine Abschirmung gegen elektromagnetische
                                        Störimpulse LEMP (Lightning Electromagnetic Pulse).

                                        Durch äußere Blitzschutz-Anlage geschützter Bereich. Keine
                               LPZ 0B
                                        Abschirmung gegen LEMP.
OBO Bettermann Austria GmbH    LPZ 1
                                        Bereich innerhalb des Gebäudes. Geringe Teilblitzenergien
                                        möglich.
Hetmanekgasse 16 | 1230 Wien
                                        Bereich innerhalb des Gebäudes. Geringe Überspannungen
                               LPZ 2
                                        möglich.
Kundenservice Österreich
Tel.: 01/616 75 70                      Bereich innerhalb des Gebäudes (kann auch das metallische
                               LPZ 3    Gehäuse eines Verbrauchers sein). Keine Störimpulse durch
Fax.: 01/616 75 05                      LEMP sowie Überspannungen vorhanden.
Mail: info.wien@obo.at

www.obo.at

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