BRANCHENREPORT METALLGEWERBE 2021 - Arbeiterkammer Wien

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BRANCHENREPORT METALLGEWERBE 2021 - Arbeiterkammer Wien
BRANCHENREPORT
METALLGEWERBE 2021
Kontakt:
Abteilung Betriebswirtschaft, AK Wien, +43 1 501 65 DW 12655

Bei Verwendung von Textteilen wird um Quellenangabe und Zusendung
eines Belegexemplares an die AK Wien, Abteilung Betriebswirtschaft, ersucht.

Impressum
Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien,
Prinz-Eugen-Straße 20–22, 1040 Wien, Telefon: (01) 501 65 0
Offenlegung gem. § 25 MedienG: siehe wien.arbeiterkammer.at/impressum
Zulassungsnummer: AK Wien 02Z34648 M
AuftraggeberInnen: AK Wien, Betriebswirtschaft

Autorin: Elisabeth Lugger | Elisabeth.Lugger@akwien.at | +43 1 50165 DW 12646

Bilanzdatenbank: Elisabeth Lugger, Kristina Mijatovic-Simon

Beiträge: Kai Biehl, Michael Ertl, Markus Marterbauer, Reinhold Russinger

Foto: Adobe Stock - ehrenberg-bilder

Grafik Umschlag und Druck: AK Wien
Verlags- und Herstellungsort: Wien
© 2016 bei AK Wien

Stand Oktober 2021
Im Auftrag der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien
INHALT

1   Kurzfassung ............................................................................................................... 4
    Bilanzkennzahlenvergleich............................................................................................................................................. 6

2   Branchensample ........................................................................................................ 7

3   AK Branchenmonitor ................................................................................................. 9
    Umsatzerlöse und ordentliche Betriebsleistung ............................................................................................................ 9
    Aufwandsstruktur ........................................................................................................................................................ 10
    EBIT und EBIT-Quote .................................................................................................................................................... 11
    Jahresüberschuss ......................................................................................................................................................... 12
    Gewinnausschüttungen ............................................................................................................................................... 13
    Eigenkapital ................................................................................................................................................................. 14
    Liquidität ...................................................................................................................................................................... 15
    Investitionen ................................................................................................................................................................ 16
    Beschäftigte ................................................................................................................................................................. 18
    Personalaufwand ......................................................................................................................................................... 18
    Pro Beschäftigten Kennzahlen ..................................................................................................................................... 19
    Glossar ......................................................................................................................................................................... 20

4   Wirtschaftslage Österreichs ..................................................................................... 21
    WIFO-Prognose Oktober 2021 für Österreich.............................................................................................................. 21
    Aktuelle WIFO-Prognose im Vergleich ......................................................................................................................... 23
    Inflation........................................................................................................................................................................ 23
    Arbeitsmarkt ................................................................................................................................................................ 24

5   Anhang .................................................................................................................... 25
    Umsätze ....................................................................................................................................................................... 25
    Jahresüberschuss ......................................................................................................................................................... 27
    Beschäftigte ................................................................................................................................................................. 29

                                                                                                                                                    Branchenreport.2021 │ 3
1 KURZFASSUNG

Aktuelle Wirtschaftslage Österreichs
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erwartet trotz steigenden Infektionsgeschehens einen kräftigen Konjunktur-
aufschwung für die Jahre 2021 und 2022. Das reale Bruttoinlandsprodukt steigt heuer real um +4,4 % und im Jahr 2022 um
+4,8 %. Beschäftigung und Arbeitslosigkeit erholen sich rascher als erwartet und die Arbeitslosenquote soll bereits 2022 das
Niveau vor der Covid-19-Krise erreichen – drei Jahre früher als bisher angenommen.

AK-Branchenmonitor
Die Branchenanalyse der Arbeiterkammer stellt die wirtschaftliche Lage von 90 Unternehmen des österreichischen Metallge-
werbes dar, die im Jahr 2020 in Summe einen Umsatz von 8,4 Mrd Euro erzielen und etwa 28.300 MitarbeiterInnen beschäf-
tigen.
Für die Jahresabschlussdatenanalyse werden Jahresabschlüsse von Kapitalgesellschaften herangezogen, die in den Jahren
2020, 2019 und 2018 durchgängig vollständige und verwendbare Daten beinhalten. Für das gesamte Sample wird die Ertrags-
lage, die Kostensituation, die finanzielle Stabilität, die Ausschüttungspolitik, das Investitionsverhalten und die Produktivitäts-
entwicklung untersucht.

Umsätze: Covid-19-bedingt sinken die Umsätze merklich um -9,9 % auf 8,4 Mrd Euro
Der Gesamtumsatz der analysierten Unternehmen vermindert sich im Wirtschaftsjahr 2020 deutlich um -9,9 % auf
8,4 Mrd Euro. Nur etwa ein Drittel (31,1 %) erzielt ein Umsatzplus. Die Veränderungen innerhalb des Samples sind sehr hete-
rogen, sie liegen etwa zwischen +60 % und -50 %.

Ertragslage: Trotz Einsparungen bei den Vorleistungen sinken das operative Ergebnis und der Jahresüberschuss spürbar
Die ordentliche EBIT-Quote vermindert sich geringfügig auf 2,2 %, womit sie etwa auf dem Niveau der beiden Vorjahre 2019
und 2018 verbleibt. Jedes zweite Unternehmen kann eine solide EBIT-Quote von über 3,5 % erzielen. Einsparungen bei den
Vorleistungen gleichen die starken Umsatzeinbußen nicht zur Gänze aus, sind aber ergebnisentlastend.
Das Ergebnis des operativen Geschäfts sinkt stark um -16,5 % auf 194,5 Mio Euro. Trotzdem erwirtschaften 81,1 % ein posi-
tives Ergebnis, etwa die Hälfte der analysierten Unternehmen kann dieses sogar verbessern.
Nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses und von außerordentlichen Effekten sinkt der Jahresüberschuss in Summe noch
stärker um -32,3 % auf 160,9 Mio Euro. Ein Unternehmen nimmt mit seinem negativen Finanzergebnis allerdings stark Ein-
fluss auf diese Veränderung. Von der ordentlichen Betriebsleistung verbleiben den Unternehmen im Durchschnitt 1,85 % an
Jahresüberschuss.

Gewinnausschüttungen: Mit 157,6 Mio Euro wird 2020 um +18,6 % mehr ausgeschüttet als im Vorjahr
Trotz der angespannten konjunkturellen Situation im Zuge der Covid-19-Krise, haben insgesamt 37 analysierte Unternehmen
geplant bzw beschlossen, 157,6 Mio Euro an die EigentümerInnen auszuschütten, +18,6 % mehr als im Vorjahr. Von den er-
wirtschafteten Jahresüberschüssen 2020 werden somit im Jahr 2021 68,4 % an die EigentümerInnen abgeführt.

Investitionen: Stark unterschiedliche Investitionstätigkeiten innerhalb der analysierten Unternehmen
Das Investitionsniveau war in den letzten Jahren in den Unternehmen des Metallgewerbes zufriedenstellend. Insgesamt wer-
den 2020 3,3 % der ordentlichen Betriebsleistung für Investitionen verwendet, Hauptaugenmerk liegt dabei mit 2,7 % auf
dem Sachanlagevermögen.
Im Branchendurchschnitt haben sich die Investitionen der letzten drei Jahre deutlich über dem Niveau von Ersatzbeschaffun-
gen befunden, das zeigt auch die weit über 100 % liegende durchschnittliche Investitionsneigung 2020 von 168 %. Die Ver-
teilung innerhalb der Unternehmen zeigt jedoch ein unterschiedliches Bild: Jedes zweite Unternehmen weist eine Investiti-
onsneigung von weniger als 89 % auf.

Finanzielle Stabilität und Reserveausstattung: Großteil hat ausreichenden Krisenpolster und finanzielle Stabilität
Die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen des Metallgewerbes ist mit einer Eigenkapitalquote von 31,1 % insgesamt gut
und hat sich kontinuierlich verbessert. Der Großteil der Unternehmen verfügt über eine solide Eigenkapitalausstattung und
ausreichende Reserven, um Krisen zu überstehen bzw Verluste zu verkraften.
Auch die kurzfristige Liquidität der Branche befindet sich bei 128,5 % und liegt im Dreijahresvergleich 2018 bis 2020 durch-
gehend auf einem sehr guten Niveau.

                                                                                                          Branchenreport.2021 │ 4
Beschäftigung: Beschäftigung sinkt um -1,2 % auf 28.344 ArbeitnehmerInnen bei erhöhter Personalaufwandstangente
Die Anzahl der durchschnittlich Beschäftigten sinkt um -1,2 % auf 28.344 ArbeitnehmerInnen. 47,8 % weisen ein Beschäfti-
gungsplus auf.
Die Personalaufwandsentwicklung erfährt im Jahr 2020 eine große Unschärfe, da die Darstellung und Abrechnung der Kurz-
arbeitsbeihilfen verzerrende Effekte haben können. Die durchschnittliche Personalaufwandstangente erhöht sich aufgrund
der stark gesunkenen ordentlichen Betriebsleistung im Jahr 2020 um +1,5 Prozentpunkte auf 21,1 %. Die Streuung zwischen
den Unternehmen ist allerdings hoch und reicht von unter 10 % bis über 60 %.
Im Wirtschaftsjahr 2020 vermindert sich der durchschnittliche Personalaufwand pro Beschäftigten um -1,5 % auf
64.862 Euro. Nachdem die durchschnittliche Betriebsleistung pro Beschäftigten 2019 etwa auf dem Vorjahresniveau 2018
verblieb, sinkt diese im Wirtschaftsjahr 2020 merklich um -8,4 % auf 307.465 Euro. Die Produktivität – gemessen an der Wert-
schöpfung pro Beschäftigten – vermindert sich 2020 ebenfalls um -4,3 % auf 81.492 Euro. 47,8 % der analysierten Unterneh-
men erreichen 2020 allerdings eine erhöhte Produktivität pro Beschäftigten.

                                                                                                     Branchenreport.2021 │ 5
Bilanzkennzahlenvergleich

                  Bilanzkennzahlenvergleich                             Branche              2018         2019            2020          Δ in %
    Ertragslage
                                                                  Metallgewerbe                    2,3           2,4             2,2
    EBIT-Quote in % der Betriebsleistung1                         Handel                           2,1           2,4             2,0
                                                                  Industrie                        4,5           4,7             4,2
                                                                  Metallgewerbe                    2,1           2,5             1,9
    Jahresüberschuss in % Betriebsleistung                        Handel                           2,2           2,3             2,2
                                                                  Industrie                        5,3           5,1             5,9
    Investitionen
                                                                  Metallgewerbe                    2,6            2,5             2,7
    Sachinvestitionen in % Betriebsleistung                       Handel                           1,9            2,0             2,1
                                                                  Industrie                        4,5            4,6             4,5
                                                                  Metallgewerbe                   185            173             168
    Investitionsneigung in %                                      Handel                          152            157             153
                                                                  Industrie                       154            156             136
    Finanzielle Stabilität
                                                                  Metallgewerbe                  29,3        29,7             31,1
    Eigenkapitalquote in %                                        Handel                         36,3        36,8             36,5
                                                                  Industrie                      40,5        39,9             41,1
                                                                  Metallgewerbe                 127,4       125,7            128,5
Liquidität in % (kurzfristig, ohne latente Steuern)               Handel                        120,3       118,8            120,4
                                                                  Industrie                     125,1       127,5            136,5
    Personal und Wertschöpfung
                                                                  Metallgewerbe                  19,4         19,6             21,1
    Personalaufwandstangente in %2                                Handel                         10,7         10,9             11,3
                                                                  Industrie                      17,9         17,9             19,3
                                                                  Metallgewerbe               64.772       65.842           64.862       -1,5 %
    Personalaufwand pro Beschäftigten, T€                         Handel                      42.952       43.173           43.457        0,7 %
                                                                  Industrie                   71.222       71.597           70.268       -1,9 %
                                                                  Metallgewerbe               83.273       85.166           81.492       -4,3 %
    Wertschöpfung pro Beschäftigten, T€                           Handel                      58.987       60.761           58.609       -3,5 %
                                                                  Industrie                  105.528      107.212          101.566       -5,3 %
                                                                  Metallgewerbe               18.501       19.324           16.630      -13,9 %
    Differenz Wertschöpfung u Personalaufwand
                                                                  Handel                      16.395       17.588           15.152      -13,9 %
    pro Beschäftigten, T€
                                                                  Industrie                   34.306       35.615           31.298      -12,1 %
                                                                  Metallgewerbe                  25,0         25,4             26,5
    Wertschöpfungsquote in %                                      Handel                         14,8         15,3             15,2
                                                                  Industrie                      26,6         26,9             27,9
                                                                  Metallgewerbe               6.872,5      8.285,0          5.679,6     -31,5 %
    Jahresüberschuss pro Beschäftigten, T€                        Handel                        8.971        9.025            8.611      -4,6 %
                                                                  Industrie                   21.103       20.319           21.535        5,6 %
                                                                  Metallgewerbe              333.522      335.521          307.465       -8,4 %
    Betriebsleistung pro Beschäftigten, T€                        Handel                     398.593      396.348          385.510       -2,7 %
                                                                  Industrie                  396.989      399.018          363.655       -8,9 %
    Quelle: AK-Bilanzdatenbank, Industrie (09/2021, 384 Unternehmen), Handel (09/2021, 178 Unternehmen)

1
  Ordentlicher Betriebserfolg in % der ordentlichen Betriebsleistung; Betriebsleistung = Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderungen + Eigen-
leistungen + übrige sonstige betriebliche Erträge (Mieterträge etc) - übrige außerordentliche Erträge (Schadensfälle, Kursgewinne etc)
2
  ordentlicher Personalaufwand in % der ordentlichen Betriebsleistung; Personalaufwand ohne Abfertigungen und Pensionen

                                                                                                                        Branchenreport.2021 │ 6
2 BRANCHENSAMPLE

Der vorliegende Branchenreport behandelt die wirtschaftliche Lage des österreichischen Metallgewerbes. Es werden Jah-
resabschlüsse von Kapitalgesellschaften herangezogen, deren Stichtag zwischen dem 30. Juni 2020 und dem 31. Mai 2021
liegt, die in den Jahren 2020 bis 2018 durchgängig vollständige und verwendbare Daten beinhalten und ihren Umsatz aus-
weisen. Vertrauliche Daten fließen ausschließlich in Branchensummen und Durchschnittswerte ein. Als Quellenmaterial wer-
den zusätzlich Daten des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO) und der Statistik Österreich herangezogen.

Das Metallgewerbe ist überwiegend kleinteilig strukturiert – es beschäftigt mehr als 200.000 ArbeitnehmerInnen. Aufgrund
der mangelnden Publizität der Jahresabschlüsse von Kleinunternehmen beschränkt sich die Analyse auf größere und mittlere
Kapitalgesellschaften. Insgesamt werden die Jahresabschlussdaten von 90 Unternehmen herangezogen, die 2020 einen
Umsatz von 8,44 Mrd Euro erzielen und 28.334 MitarbeiterInnen beschäftigen.

Nachfolgende Unternehmen wurden im Rahmen dieses Branchenreports untersucht und haben bis zum Stichtag, dem 22. Ok-
tober 2021, ihre Jahresabschlüsse im Firmenbuch der Republik Österreich veröffentlicht:
                                           Unternehmen                                           Firmenbuch-nummer
"ASMAG" - Anlagenplanung und Sondermaschinenbau GmbH                                                             107638t
A.T.U. Auto-Teile-Unger GmbH & Co KG                                                                             136887f
Anton Paar GmbH                                                                                                  135863z
Atlas-Blech-Center GmbH                                                                                          243085d
Autohaus Danner GmbH                                                                                             109502h
Autohaus Senker GmbH                                                                                              80767a
Autopark GmbH                                                                                                    151332y
BAUR GmbH                                                                                                        77324m
Besi Austria GmbH                                                                                                 51781z
Bilfinger Industrietechnik Salzburg GmbH                                                                         247011b
BMW Austria GmbH                                                                                                  33985d
BOSCH REXROTH GMBH                                                                                                77058x
Carl Zeiss Industrielle Messtechnik Austria GmbH                                                                  47144f
Carrier Kältetechnik Austria GmbH                                                                                 80888d
Caverion Österreich GmbH                                                                                         309157v
DAXNER GmbH                                                                                                      454391y
Dynamic Assembly Machines Anlagenbau GmbH                                                                        284871d
EAM Systems GmbH                                                                                                 266461f
EQOS Energie Österreich GmbH                                                                                     211083t
EV Group E. Thallner GmbH, St. Florian am Inn                                                                    316393i
EvoBus Austria GmbH                                                                                              174576f
Forstinger Österreich GmbH                                                                                       366101i
Franz Hauer GmbH & Co KG                                                                                           23177i
Frauscher Sensortechnik GmbH                                                                                     266778x
Frequentis AG                                                                                                     72115b
Friedrich Deutsch Metallwerk GmbH                                                                                 43626g
G4S Security Systems GmbH                                                                                        49614m
GIG Fassaden GmbH                                                                                                286499y
HAINZL INDUSTRIESYSTEME GmbH                                                                                    247528m
High Tech Coatings GmbH                                                                                          262064p
Himmelfreundpointner Maschinen und Fertigungstechnik GmbH                                                       224000m
Hirschmugl GmbH & Co KG                                                                                           13364d
Höglinger Denzel GmbH                                                                                             85145p
HUMER - Anhänger, Tieflader, Verkaufsfahrzeuge - GmbH                                                             96027t

                                                                                                   Branchenreport.2021 │ 7
HYPO NOE First Facility GmbH                                             88229z
Ing. Aigner Wasser-Wärme-Umwelt GmbH                                    118000f
Ing. Pischulti, Heizung- Klima und Sanitär GmbH                          83166d
Kostwein Maschinenbau GmbH                                              211582a
KSW Elektro- und Industrieanlagenbau GmbH                                41484g
KWB - Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH                                 87201m
Lam Research AG                                                         105755y
Lanza Metallwaren GmbH                                                  244722k
Lindpointner Torsysteme GmbH                                            202583t
LIWEST Kabelmedien GmbH                                                 163697g
MACO Baubeschlag Produktions & Betriebs GmbH                            350256h
MBM Metallbau Mörtl GmbH                                               276734m
Med-El Elektromedizinische Geräte GmbH                                   48608h
mglass GmbH                                                             494607p
Miba Bearings Materials GmbH                                            428101k
Minova MAI GmbH                                                         329339y
ÖCS Computer Service GmbH                                                41293a
Opel & Beyschlag GmbH                                                  140943w
OPTIMETALL Ing. Wagner GmbH                                             194298h
Ortner GmbH                                                             137983t
PKE Electronics GmbH                                                    488160h
POLYTHERM Kunststoff- und Metalltechnik GmbH                            365410v
Porsche Inter Auto GmbH & Co KG                                         175466p
Primetals Technologies Austria GmbH                                    422684w
Promot Automation GmbH                                                  106216a
Rathgeber GmbH                                                          326129b
RIKA Blechkomponenten GmbH                                              231682i
SANTESIS Technisches Gebäudemanagement & Service GmbH                   277942p
SAR Anlagenbau GmbH                                                     330076g
Scania Österreich GmbH                                                  366024x
Scharmüller GmbH & Co KG                                                 26518y
Schneider Torsysteme GmbH                                               108875k
Schwingshandl automation technology GmbH                                231390f
se-austria GmbH & Co KG                                                 192526b
Siemens Gebäudemanagement & -Services GmbH                             133067m
SMB Industrieanlagenbau GmbH                                             35015v
Sonnleitner GmbH & Co KG                                                417128z
STATEC BINDER GmbH                                                      190154p
Steininger Metallbearbeitung GmbH                                       496988s
Sulzer Austria GmbH                                                      82678k
System 7 metal technology GmbH                                          373256g
Techem Meßtechnik GmbH                                                  044092t
Test-Fuchs GmbH                                                         318706k
TGW Systems Integration GmbH                                            171431f
Tschann Nutzfahrzeuge GmbH                                               57719g
Unterberger Automobile GmbH & Co KG                                     241239p
Vaillant Group Austria GmbH                                              46616d
VAMED-KMB Kankenhausmanagement und BetriebsführungsgmbH                  33504x
Volvo Group Austria GmbH                                                 56367v
Walser GmbH                                                              70916p
Wolfgang Denzel Auto AG                                                 329075i
Zauner Anlagentechnik GmbH                                              176290a
Zeppelin Österreich GmbH                                                126414d
Quelle: AK Bilanzdatenbank

                                                          Branchenreport.2021 │ 8
3 AK BRANCHENMONITOR

Umsatzerlöse und ordentliche Betriebsleistung

                                in T€                           2018               2019           2020            Δ in %
Umsätze                                                         9.149.651          9.367.550      8.436.178             -9,94
Ordentliche Betriebsleistung                                    9.331.187          9.618.903      8.711.811             -9,43
Quelle: AK Bilanzdatenbank

Die Umsätze der analysierten Unternehmen des österreichischen Metallgewerbes vermindern sich 2020 deutlich um
-9,94 % auf 8,44 Mrd Euro, nachdem sie im Wirtschaftsjahr 2019 um +2,38 % erhöht werden konnten. 31,11 % der unter-
suchten Unternehmen erzielt 2020 ein Umsatzplus, im Vorjahr 2019 waren es noch 56,67 %. Die einzelnen Umsatzverände-
rungen liegen zwischen +56 % und -54 % und unterscheiden sich innerhalb des Samples daher stark.

Die 10 größten Unternehmen haben mit einem Umsatzanteil von 51,1 % ein überdurchschnittlich starkes Gewicht innerhalb
dieser Auswertungen.

                             Top 10: Umsätze, in T€                         2018               2019              2020
Porsche Inter Auto GmbH & Co KG                                              1.727.892          1.737.609          1.537.777
BMW Austria GmbH                                                              921.420            977.135            818.225
Primetals Technologies Austria GmbH                                           479.281            481.512            323.622
Wolfgang Denzel Auto AG                                                       316.718            327.561            286.152
Med-El Elektromedizinische Geräte GmbH                                        266.098            305.218            267.542
Frequentis AG                                                                 213.685            221.066            227.398
Scania Österreich GmbH                                                        237.833            252.804            221.306
Caverion Österreich GmbH                                                      165.377            151.053            211.176
VAMED-KMB Kankenhausmanagement und BetriebsführungsgmbH                       146.449            211.143            210.300
TGW Systems Integration GmbH                                                  167.676            204.114            207.680
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

                                                                                                      Branchenreport.2021 │ 9
Aufwandsstruktur

    Aufwandspositionen in Prozent der Betriebsleistung ermöglichen einen Vergleich innerhalb von Branchen, unabhängig vom
    absoluten Betrag. Dabei werden außerordentliche Erträge und Aufwendungen herausgerechnet.
    Materialaufwand: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffverbrauch, Energieverbrauch, Handelswareneinsatz
    Bezogene Leistungen: Fremdleistungen von Dritten, Zeitarbeitskräfte
    Personalaufwand: Bruttolöhne und -gehälter (inklusive Überstunden, Zulagen, Sonderzahlungen, Veränderung Personal-
    rückstellungen), Sozialabgaben, sonstige Sozialaufwendungen
    Abschreibungen: Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögen
    Sonstiger Betriebsaufwand: Betrieb, Vertrieb und Verwaltung, Instandhaltung, Versicherung, Kfz-Betriebsaufwand, Rechts-
    und Beratungskosten, Mietaufwand, Leasing, Marketing etc

           Aufwandsanteile in % der ordentlichen Betriebsleistung                             2018             2019                2020
    Betriebsleistung                                                                                  100,00          100,00              100,00
    - Materialaufwand + bezogene Leistungen                                                            65,10           64,74               63,59
    - Personalaufwand                                                                                  20,14           20,40               21,58
    - Abschreibungen                                                                                    1,61            1,64                1,82
    - sonstiger Betriebsaufwand                                                                        10,91           10,80               10,77
    = ordentliche EBIT-Quote                                                                            2,25            2,42                2,23
    Quelle: AK-Bilanzdatenbank, *ordentlicher Betriebserfolg in % der ordentlichen Betriebsleistung

Die Darstellung der Aufwandsarten zeigt, dass der Anteil der Vorleistungen (Materialaufwand, Aufwand für bezogene Leis-
tungen und sonstiger Betriebsaufwand) im Wirtschaftsjahr 2020 sinkt. Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene
Leistungen verringert sich merklich um -1,15 Prozentpunkte auf 63,59 %, der Anteil des sonstigen Betriebsaufwands gering-
fügig um -0,03 Prozentpunkt auf 10,77 %.

Von der ordentlichen Betriebsleistung entfallen 2020 21,58 % auf den Personalaufwand. Sein Anteil liegt somit um
+1,18 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert 2019. Dies ist auf die stark gesunkenen Umsätze zurückzuführen.1

                                                             Aufwandsstruktur
                                                                     Ordentlicher
                                       sonstiger                    Betriebserfolg
                                   Betriebsaufwand                       2,2%                                    Materialaufwand und
                                         10,8%                                                                   bezogene Leistungen
           Abschreibungen
                1,8%                                                                                                    63,6%

    Personal-
    aufwand
     21,6%

1
 Die Personalaufwandsentwicklung erfährt im Jahr 2020 eine große Unschärfe, da die erhaltenen Kurzarbeitsbeihilfen nicht einheitlich in
den Jahresabschlüssen dargestellt und teilweise im Personalaufwand oder in den übrigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen sind.

                                                                                                                        Branchenreport.2021 │ 10
EBIT und EBIT-Quote

EBIT bedeutet „Earnings before Interest and Tax“, übersetzt „Ergebnis vor Zinsen und Steuern“. Der ordentliche Betriebs-
erfolg (EBIT) ist das Ergebnis des operativen Geschäfts. Wird der Betriebserfolg (EBIT) um aperiodische und einmalige Er-
träge und Aufwendungen bereinigt, ergibt sich der „ordentliche Betriebserfolg“ (ordentliche EBIT).
Die ordentliche EBIT-Quote stellt den prozentuellen Anteil des ordentlichen EBIT an der Betriebsleistung dar. Berechnung:
ordentlicher Betriebserfolg/ordentliche Betriebsleistung*100

                     ordentliche EBIT, in T€                       2018                2019            2020             Δ         Δ in %
Branchensumme                                                          209.799          232.991         194.532        -38.459      -16,51
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Im Wirtschaftsjahr 2020 reduziert sich das Ergebnis des operativen Geschäfts (ordentliches EBIT) – nachdem es im Vorjahr
2019 noch deutlich um +11,05 % auf 232,99 Mio Euro stieg – stark um -16,51 % bzw -38,56 Mio Euro auf 194,53 Mio Euro.

Etwa die Hälfte (51,11 %) der analysierten Unternehmen verbessert 2020 – vergleichbar zum Vorjahr (2019: 52,22 %) – sein
Ergebnis des operativen Geschäfts (ordentliches EBIT). Fünf Unternehmen erwirtschaften wieder ein positives Ergebnis, sie-
ben Unternehmen rutschen in die Verlustzone.

                              ordentliche EBIT-Quote, in %                               2018                 2019               2020
Branchendurchschnitt                                                                            2,25                 2,42               2,23

          ordentliche EBIT-Quote, in % Verteilung innerhalb der Branche                  2018                 2019               2020
1. Quartil (untere 25 % der Unternehmen)                                                        0,50                 0,98               0,63
Median (50 % der Unternehmen)                                                                   2,58                 2,59               3,54
4. Quartil (obere 25 % der Unternehmen)                                                         6,70                 6,30               7,27
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Die ordentliche EBIT-Quote sinkt im Durchschnitt leicht auf 2,23 %. Die Einsparungen bei den Vorleistungen können daher
nicht das starke Absinken der ordentlichen Betriebsleistung auffangen. 18,89 % der Unternehmen weisen einen operativen
Verlust auf und haben daher eine negative EBIT-Quote.

Bei Betrachtung der Verteilung innerhalb der Branche wird ersichtlich, dass jedes vierte Unternehmen eine EBIT-Quote von
unter 0,63 % aufweist, dieser Wert sinkt gegenüber dem Vorjahr 2019 (0,98 %). Der Median steigt 2020 auf 3,54 % und erhöht
sich kontinuierlich im Dreijahresvergleich 2018 bis 2020. Jedes zweite Unternehmen kann daher eine gute EBIT-Quote von
mindestens 3,54 % erzielen. Das obere Viertel weist sogar eine ordentliche EBIT-Quote von über 7,27 % auf.

                                           Ordentlicher Betriebserfolg
                                                 in Prozent der Betriebsleistung
                             10

                             5

                             0
                                               2018                          2019                                    2020
            Metallgewerbe                      2,3                               2,4                                 2,2
            Industrie                          6,2                               5,3                                 5,0

                                                       Metallgewerbe             Industrie

                                                                                                               Branchenreport.2021 │ 11
Jahresüberschuss

Der Jahresüberschuss ist der gesamte Gewinn eines Geschäftsjahres und erhöht bzw vermindert (Jahresfehlbetrag) das
Eigenkapital des Unternehmens - abgesehen von Kapitalzuführungen und Dividendenausschüttung.

                     Jahresüberschuss, in T€                       2018                2019       2020            Δ        Δ in %
Branchensumme                                                          192.276          237.520     160.927      -76.593      -32,25
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Der Jahresüberschuss sinkt – nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses und außerordentlicher Effekte – in Summe um
-32,25 % bzw -76,59 Mio Euro auf 160,93 Mio Euro. Sie sinken sogar unter den Jahresüberschuss den Wirtschaftsjahres
2018, nachdem es ein Hoch von 237,5 Mio Euro 2018 gab (+23,53 %). Insbesondere das hohe negative Finanzergebnis der
Frequentis AG hat starke Auswirkungen auf die Veränderung des Jahresüberschusses.

82,22 % der untersuchten Unternehmen erwirtschaften einen positiven Jahresüberschuss, 48,89 % verbessern ihren Jahres-
überschuss sogar gegenüber dem Vorjahr. Sieben Unternehmen rutschen in die Verlustzone, nur ein Unternehmen erwirt-
schaftet wieder einen positiven Jahresüberschuss.

                         Jahresüberschuss, in %                              2018                 2019                 2020
Branchendurchschnitt                                                                    2,06             2,47                  1,85

      Jahresüberschuss, in %, Verteilung innerhalb der Branche               2018                 2019                 2020
1. Quartil (untere 25 % der Unternehmen)                                                1,24             1,27                  0,83
Median (50 % der Unternehmen)                                                           2,87             3,04                  3,02
4. Quartil (obere 25 % der Unternehmen)                                                 5,67             5,83                  5,89
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Der stark gesunkene Jahresüberschuss führt zu einem Absinken des Jahresüberschusses in % der ordentlichen Betriebsleis-
tung. Er vermindert sich spürbar um -0,62 Prozentpunkt auf 1,85 %. Die einzelnen Jahresüberschüsse in % der ordentlichen
Betriebsleistung liegen zwischen +23,99 % und -12,47 %. 1

Jedes zweite Unternehmen weist einen Jahresüberschuss in % der ordentlichen Betriebsleistung von mindestens 3,02 % auf.
Der Median verbleibt etwa auf dem Vorjahresniveau. Das untere Viertel weist einen Jahresüberschuss in % der ordentlichen
Betriebsleistung von maximal 0,83 % auf, dieser Wert sinkt im Dreijahresvergleich 2018 bis 2020 merklich. Das obere Viertel
hingegen zeigt einen Wert von über 5,89 %, er liegt sogar über jenen der Jahre 2019 und 2018.

                                                      Jahresüberschuss
                                                  in Prozent der Betriebsleistung
                             9

                             6

                             3

                             0
                                               2018                          2019                             2020
            Metallgewerbe                      2,1                               2,5                            1,9
            Industrie                          6,7                               5,7                            5,2

                                                       Metallgewerbe             Industrie

                                                                                                         Branchenreport.2021 │ 12
Gewinnausschüttungen

Gewinnausschüttungen sind Zahlungen, die im auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr an die Eigentümer und Muttergesell-
schaften abfließen. Hier werden Ausschüttungen von Kapitalgesellschaften und Ergebnisabfuhren von Kapitalgesellschaften
gleichgestellter Personengesellschaften berücksichtigt, sofern bereits ein Ergebnisverwendungsbeschluss oder ein Ergeb-
nisverwendungsvorschlag für das Bilanzjahr 2020 vorliegt. In den Vorjahren wird die reale Gewinnverwendung, welche sich
aus dem fehlenden Gewinnvortrag ergibt, berücksichtigt.
 Die Ausschüttungsquote zeigt, wie viel Prozent des erwirtschaften Jahresüberschusses im Folgejahr an die Eigentümer
abgeführt wird. Es werden nur Unternehmen berücksichtigt, die einen positiven Jahresüberschuss erwirtschaftet haben
oder trotz eines Jahresfehlbetrages eine Ausschüttung vornehmen.
Ausschüttungen = Ausschüttungen gemäß Gewinnverwendungsvorschlag bzw. Beschluss der Haupt- oder Generalversamm-
lung + Ergebnisabfuhren * 100 / Jahresüberschuss des Bilanzjahres
Die Ausschüttungstangente stellt hingegen die Ausschüttungen für das Bilanzjahr (Einkommen der AnteilseignerInnen) den
Aufwendungen der gesamten Bruttolöhne und -gehälter (Einkommen der Beschäftigten) des Bilanzjahres gegenüber. Mit-
hilfe dieser Kennzahl kann die Verteilungsentwicklung zwischen Arbeit und Kapital beobachtet werden.
Investitionspotential: Das Investitionspotential vergleicht die geplanten Ausschüttungen für das Bilanzjahr mit den im Bi-
lanzjahr vorgenommen Sachinvestitionen aller Unternehmen. Anhand dieser Kennzahl kann überprüft werden, ob die er-
wirtschafteten Überschüsse primär zur Erfüllung der Eigentümerwünsche oder zum Erhalt und Ausbau des Standorts ver-
wendet werden.

                                                             Gewinne 2018          Gewinne 2019           Gewinne 2020
                                                          Ausschüttungen 2019    Ausschüttungn 2020    Ausschüttungen 2021
Geplante Ausschüttung inklusive Ergebnisabfuhr, in T€                  182.928              132.857                157.561
                                                                                            -27,37 %               18,59 %
Ausschüttungsquote, in %                                                 75,28                 49,65                 68,40
                                                                                           -25,63 PP              18,75 PP
Ausschüttungstangente, in %                                              12,99                  9,06                 10,94
                                                                                            -3,93 PP               1,88 PP
Investitionspotential, in %                                              75,71                 56,10                 68,24
                                                                                           -19,61 PP              12,14 PP
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Bei 96,67 % der analysierten Unternehmen liegt ein Ergebnisverwendungsbeschluss oder ein Ergebnisverwendungsvorschlag
vor. Davon nehmen 42,53 % Gewinnausschüttungen von insgesamt 157,56 Mio Euro vor. In Summe wird daher im Jahr 2021
vom Gewinn des Jahres 2020 um +18,59 % mehr an die EigentümerInnen abgeführt als aus den Gewinnen des Wirtschafts-
jahres 2019 (132,86 Mio Euro).

68,40 % der im Jahr 2020 erwirtschafteten Jahresüberschüsse werden im Jahr 2021 an die EigentümerInnen abgeführt, um
+18,75 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 2019 wurden 49,65 % der Jahresüberschüsse ausgeschüttet.

Im Jahr 2021 gelangt eine Summe von 10,94 % des Bruttoverdienstes aller Mitarbeiter der Branche zur Ausschüttung. Für
jeden Euro, der in Sachinvestitionen fließt, werden gleichzeitig 68,24 Euro an die EigentümerInnen abgeführt.

                                                                                                  Branchenreport.2021 │ 13
Eigenkapital

Das Eigenkapital ist das Fundament der betrieblichen Finanzierung und steht dem Unternehmen dauerhaft zur Verfügung.
Es hat in Krisenzeiten zur Abdeckung von Verlusten hohe Bedeutung. Die Höhe der erforderlichen Eigenkapitalquote ist von
der Branche, vom Geschäftsrisiko und der Anlagenintensität eines Unternehmens abhängig. Das Eigenkapital für Kapitalge-
sellschaften gemäß § 224 Abs 3 UGB setzt sich aus dem Nennkapital, den Kapitalrücklagen, den Gewinnrücklagen und dem
Bilanzgewinn zusammen. Das Eigenkapital lt AK wird um die Investitions- und Baukostenzuschüsse aus öffentlichen Mitteln
und die Einlagen atypischer Stiller Gesellschafter ergänzt. (Hinweis: Die Zuschüsse stellen, formell gesehen, weder Eigen-
noch Fremdkapital dar, dennoch werden sie dem betriebswirtschaftlichen Eigenkapital zugerechnet, weil – bei Einhaltung
der Förderkriterien – keine Rückzahlungsverpflichtung besteht.)
Berechnung: Eigenkapital/Gesamtkapital*100

                          Eigenkapitalquote, in %                                           2018                      2019                      2020
Branchendurchschnitt                                                                                29,29                     29,67                     31,13

        Eigenkapitalquote, in %, Verteilung innerhalb der Branche                           2018                      2019                      2020
1. Quartil (untere 25 % der Unternehmen)                                                            19,35                     20,70                     21,70
Median (50 % der Unternehmen)                                                                       32,12                     33,54                     38,06
4. Quartil (obere 25 % der Unternehmen)                                                             46,34                     50,16                     53,81
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen des Metallgewerbes ist insgesamt gut und hat sich im Dreijahresvergleich
2018 bis 2020 kontinuierlich verbessert. Die Branche hat eine durchschnittliche Eigenkapitalquote (nach AK-Berechnung)
von 31,13 %. 58,89 % der analysierten Unternehmen weisen eine höhere Quote im Branchendurchschnitt auf.

Kein Unternehmen weist ein negatives Eigenkapital und folglich eine negative Eigenkapitalquote auf. Nur 2 Unternehmen
erreichen nicht die vom URG geforderten 8 % an Mindesteigenkapital im Verhältnis zum Gesamtkapital.

Auch bei der Verteilung innerhalb der Branche wird ersichtlich, dass sich die Eigenkapitalquoten im Dreijahresvergleich
2018 bis 2020 gut entwickeln. Das untere Viertel hat eine solide Eigenkapitalquote von maximal 21,7 %, der Median liegt mit
sehr guten 38,06 % über dem Branchendurchschnitt. Das obere Viertel weist eine hervorragende Eigenkapitalquote von über
53,81 % auf. Der Großteil der Unternehmen verfügt somit über eine solide Eigenkapitalausstattung und hat ausreichende
Reserven, um Krisen zu überstehen bzw Verluste zu verkraften.

                                                          Eigenkapitalquote
 100

  80

  60

  40

  20
                              29,3                                             29,7                                             31,1

    0
                              2018                                             2019                                            2020

                                 Eigenkapital           Sozialkapital          Rückstellungen             Verbindlichkeiten

Quelle: AK-Bilanzdatenbank: 2018: Eigenkapital: 29,29 %, Sozialkapital 5,19 %, Rückstellungen: 9,74 %, Verbindlichkeiten: 55,78 %; 2019: Eigenkapital:
29,67 %, Sozialkapital 5,42 %, Rückstellungen: 9,89 %, Verbindlichkeiten: 55,02 %; 2020: Eigenkapital: 31,13 %, Sozialkapital 5,22 %, Rückstellungen: 10,35 %,
Verbindlichkeiten: 53,3 %;

                                                                                                                                Branchenreport.2021 │ 14
Liquidität

Die Liquidität (Zahlungsfähigkeit) ist für den Unternehmensfortbestand von zentraler Bedeutung. Die Zahlungsfähigkeit gilt
als gesichert, wenn fällige kurzfristige Schulden jederzeit getilgt werden können. Dies wird in der Regel dann der Fall sein,
wenn das kurzfristige Umlaufvermögen höher ist als das kurzfristige Fremdkapital. Sie zeigt das Verhältnis von kurzfristigem
Umlaufvermögen zu kurzfristigem Fremdkapital an.

                             Liquidität, in %                           2018                2019                 2020
Branchendurchschnitt                                                           127,37              125,66               128,52

          Liquidität, in %, Verteilung innerhalb der Branche            2018                2019                 2020
1. Quartil (untere 25 % der Unternehmen)                                       114,72              112,55               121,64
Median (50 % der Unternehmen)                                                  145,70              145,26               152,29
4. Quartil (obere 25 % der Unternehmen)                                        196,28              196,85               200,46
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Die Liquidität ist – neben der Eigenkapitalquote und einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung – in Krisensituationen eine
wichtige Kennzahl, die Auskunft darüber gibt, wie gut und wie lange ein Unternehmen auch im Falle eines (teilweisen) Aus-
falles von Einnahmen in der Lage ist, seine Außenstände zu begleichen. In Summe befindet sich die kurzfristige Liquidität der
Branche bei 128,52 %. Als kritisch wird – bei einer isolierten Betrachtung – ein Wert von unter 100 % betrachtet, Werte über
100 % sind jedenfalls ausreichend. Die Liquidität liegt auch im Dreijahresvergleich 2018 bis 2020 durchgehend auf einem
sehr guten Niveau.

Bei einem Blick auf die Verteilung innerhalb der analysierten Unternehmen wird ersichtlich, dass mehr als die Hälfte der
untersuchten Unternehmen eine sehr gute Liquidität von über 152,29 % aufweist. Jedes vierte Unternehmen hat sogar eine
Liquidität von über 200,46 %. Das untere Viertel der Unternehmen weist eine Liquidität unter 121,64 % auf. Nur jedes fünf-
zehnte Unternehmen weist eine Liquidität unter 100 % auf.

                                                                                                     Branchenreport.2021 │ 15
Investitionen

Investitionen sind Zukäufe zum Anlagevermögen. Da sie die Zukunft des Unternehmens beeinflussen, ist entscheidend in
welchen Bereich vorrangig investiert wird. Investitionen in das Sachanlagevermögen betreffen Gebäude, Maschinen, Be-
triebsausstattung etc. Investitionen in das Finanzanlagevermögen betreffen vor allem Beteiligungen an anderen Unterneh-
men und Wertpapiere. Investitionen in % des Umsatzes lassen einen Vergleich zwischen Jahren und zwischen Unternehmen
zu.
Die Investitionsneigung stellt Investitionen und Abschreibungen gegenüber. Werte um 100 lassen auf Ersatzinvestitionen
und Werte deutlich über 100 auf Erweiterungsinvestitionen schließen. Unter 100 wurden nicht einmal die Wertminderun-
gen der Sachanlagen ersetzt. Berechnung: Investitionen Sachanlagevermögen/Abschreibungen auf Sachanlagen*100

                Investitionen in % der Betriebsleistung                     2018              2019               2020
Sachinvestitionen                                                                  2,60               2,47               2,67
Immaterielle Investitionen                                                         0,18               0,20               0,16
Finanzinvestitionen                                                                0,79               0,22               0,44
Investitionen gesamt                                                               3,57               2,89               3,28
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Das Investitionsniveau war in den letzten Jahren in den Unternehmen des Metallgewerbes zufriedenstellend. Insgesamt
wurden 2020 3,28 % der Betriebsleistung für Investitionen verwendet.

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen der Unternehmen (Maschinen, Anlagen, Betriebsausstattung, Gebäude etc.)
waren mit 2,67 % der Betriebsleistung etwas höher als in den Vorjahren. Für Investitionen in das Finanzanlagevermögen
(Tochtergesellschaften, Beteiligungen, Wertpapiere) verwendeten die Unternehmen nur 0,44 % ihrer Betriebsleistung, in das
immaterielle Vermögen würden 0,16 % der ordentlichen Betriebsleistung investiert.

                                                          Investitionen
                                                 in Prozent der Betriebsleistung
 4

 2

 0
                         2018                                    2019                                2020

                             Sachinvestitionen        Finanzinvestitionen     Immaterielle Investitionen

                                                                                                      Branchenreport.2021 │ 16
Investitionsneigung, in %                       2018                2019                2020
Branchendurchschnitt                                                           185                 172                 168

     Investitionsneigung, in %, Verteilung innerhalb der Branche       2018                2019                2020
1. Quartil (untere 25 % der Unternehmen)                                         80                  66                 62
Median (50 % der Unternehmen)                                                  115                 109                  89
4. Quartil (obere 25 % der Unternehmen)                                        158                 175                 155
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Die Branche hat in den letzten Jahren im Durchschnitt deutlich über dem Niveau von Ersatzbeschaffungen investiert, das zeigt
die weit über 100 % liegende durchschnittliche Investitionsneigung 2018 bis 2020. Zuletzt beträgt die durchschnittliche In-
vestitionsneigung 168 %.

Die Verteilung innerhalb der Unternehmen zeigt jedoch ein unterschiedliches Bild. 45,56 % der analysierten Unternehmen
ersetzen zumindest die Wertminderungen des Sachanlagevermögens bzw tätigen Erweiterungsinvestitionen. 54,44 % der
Unternehmen weisen Investitionsneigungen von unter 100 % auf.
Dementsprechend liegt der Median bei 89 %, das untere Viertel weist eine Investitionsneigung von unter 62 % auf, das obere
Viertel hingegen eine Investitionsneigung von 155 %.

                                                                                                   Branchenreport.2021 │ 17
Beschäftigte

                              Beschäftigte                                 2018             2019              2020            Δ in %
Branchensumme                                                                  27.978           28.669            28.334          -1,17
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Die Anzahl der durchschnittlich Beschäftigten sinkt in den analysierten Unternehmen im Wirtschaftsjahr 2020 um -1,17 %
auf 28.344 ArbeitnehmerInnen. Im Jahr zuvor steigt die Branchensumme um +2,47 %. 43,33 % der Unternehmen haben 2020
einen niedrigeren Beschäftigtenstand als im Vorjahr, 47,78 % haben ein Beschäftigungsplus.

Personalaufwand1

Berechnung: Personalaufwand ohne Abfertigung und Pension/ordentliche Betriebsleistung*100

                    Personalaufwandstangente, in %                           2018                  2019                    2020
Branchendurchschnitt                                                                19,42                 19,62                   21,10

    Personalaufwandstangente, in %, Verteilung innerhalb der Branche         2018                  2019                    2020
1. Quartil (untere 25 % der Unternehmen)                                            16,53                 16,43                   16,51
Median (50 % der Unternehmen)                                                       25,87                 25,43                   27,60
4. Quartil (obere 25 % der Unternehmen)                                             33,29                 34,49                   34,46
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

Die durchschnittliche Personalaufwandstangente – nach der Bereinigung um Abfertigungs- und Pensionsaufwendungen
bzw. außerordentliche Effekte – erhöht sich im Wirtschaftsjahr 2020 aufgrund der stark gesunkenen ordentlichen Betriebs-
leistung um +1,48 Prozentpunkte auf 21,10 %. Die Streuung zwischen den Unternehmen ist allerdings hoch und reicht von
unter 10 % bis über 60 %.

Innerhalb der analysierten Unternehmen weist jedes vierte Unternehmen eine Personalaufwandstangente unter 16,51 % auf.
Der Median liegt bei 27,60 %. Das obere Viertel hat eine Personalaufwandstangente von mindestens 34,46 %. Die Werte des
1. und 4. Quartil verbleiben etwa auf dem Vorjahresniveau, der Median erhöht sich hingegen merklich um +2,17 Prozent-
punkte.

1Die Personalaufwandsentwicklung erfährt im Jahr 2020 eine große Unschärfe, da die Darstellung und Abrechnung der Kurzarbeitsbeihilfen
verzerrende Effekte haben können.

                                                                                                           Branchenreport.2021 │ 18
Pro Beschäftigten Kennzahlen

Die Veränderungsraten vom Personalaufwand (ohne Abfertigung und Pension), der Wertschöpfung und des Jahresüber-
schusses pro Kopf zeigen in welchem Ausmaß Produktivitätssteigerungen und Gewinnentwicklungen an die Beschäftigten
weitergegeben wurden.

         Pro Beschäftigter, in €                    2018                   2019             Δ in %              2020             Δ in %
Personalaufwand*                                           64.772                 65.842         1,65                  64.862         -1,49
Wertschöpfung                                              83.273                 85.166         2,27                  81.492         -4,31
Betriebsleistung                                         333.522               335.521           0,60               307.465           -8,36
Jahresüberschuss                                            6.872                  8.285        20,55                   5.680        -31,45
Quelle: AK-Bilanzdatenbank, *Personalaufwand ohne Aufwand für Abfertigungen und Pensionen

                                                   Pro Kopf Kennzahlen
  400.000

  350.000

  300.000

  250.000

  200.000

  150.000                                                                                                 16.630

  100.000

   50.000

         0
                                2018                                       2019                                    2020

                                         Personalaufwand pro Kopf           Wertschöpfung pro Kopf
                                         Betriebsleistung pro Kopf          Jahresüberschuss Pro Kopf

Der Rückgang des Personalaufwands pro Beschäftigten beträgt 2020 im Durchschnitt -1,49 %. Auf einen Arbeitneh-
mer/eine Arbeitnehmerin entfällt durchschnittlich 64.862 Euro an Personalaufwand.

Nachdem die durchschnittliche Betriebsleistung pro Beschäftigten 2019 etwa auf dem Vorjahresniveau 2018 verblieb, sinkt
diese im Wirtschaftsjahr 2020 merklich um -8,36 % auf 307.465 Euro.

Die Produktivität – gemessen an der Wertschöpfung pro Beschäftigten – vermindert sich 2020 ebenfalls um -4,31 % auf
81.492 Euro. 47,78 % der analysierten Unternehmen erreichen 2020 allerdings eine erhöhte Produktivität pro Beschäftigten.

                  Pro Beschäftigter, in €
                                                              Personalaufwand       Wertschöpfung       Betriebsleistung   Jahresüberschuss
             Verteilung innerhalb der Branche
1. Quartil (untere 25 % der Unternehmen)                                  54.108            64.189               173.910              1.960
Median (50 % der Unternehmen)                                             62.293            78.400               247.392              7.528
4. Quartil (obere 25 % der Unternehmen)                                   70.357            97.128               354.342            14.897
Quelle: AK-Bilanzdatenbank

                                                                                                                   Branchenreport.2021 │ 19
Glossar

Betriebsleistung = Umsatzerlöse +/- Bestandsveränderungen + Eigenleistungen + übrige sonstige betriebliche Erträge – Auf-
lösung Investitionszuschuss, andere Förderungen – übrige außerordentliche betriebliche Erträge (Versicherungsentschädi-
gungen, Kursgewinne etc)
Definition: Während die Umsatzerlöse die Erträge aus den verkauften Produkten und Leistungen sind, stellt die Betriebsleis-
tung das gesamte Produktionsvolumen eines Unternehmens dar.

EBIT-Quote = Ordentliches Betriebsergebnis (EBIT) in Prozent der Betriebsleistung
Definition: Die EBIT-Marge bzw die EBIT-Quote stellt das erzielte ordentliche EBIT der Betriebsleistung gegenüber und drückt
damit aus, wie ertragsstark das Unternehmen im operativen Bereich ist. Außerordentliche Komponenten (zB Erlöse aus An-
lagenverkauf) werden aufgrund ihrer verzerrenden Wirkung bei der Berechnung des ordentlichen EBIT nicht miteinbezogen.

Ausschüttungsquote = Beschlossene Ausschüttungen für das Bilanzjahr laut Hauptversammlungsbeschlüssen gemessen an
den Jahresüberschüssen ausschüttungsfähiger Unternehmen des Bilanzjahres
Definition: Diese zeigt, wie viel Prozent des erwirtschafteten Jahresüberschusses im Folgejahr an die EigentümerInnen abge-
führt wird.

Ausschüttungstangente = Beschlossene Ausschüttungen für das Bilanzjahr laut Hauptversammlungsbeschlüssen gemessen
an der Bruttolohn- und Gehaltssumme des Bilanzjahres
Definition: Die Ausschüttungstangente stellt die für das Bilanzjahr beschlossenen Ausschüttungen (Einkommen für die An-
teilseignerInnen) den Aufwendungen aus Bruttolöhnen und -gehältern (Einkommen der Beschäftigten) des Bilanzjahres ge-
genüber. Mithilfe dieser Kennzahl wird die Verteilungsentwicklung zwischen Arbeit und Kapital beobachtet.

Eigenkapitalquote = Eigenkapital in Prozent des Gesamtkapitals (Bilanzsumme)
Definition: Das Eigenkapital ist das Fundament der betrieblichen Finanzierung und steht dem Unternehmen in der Regel
dauerhaft zur Verfügung. Es hat für die Krisenfestigkeit des Unternehmens hohe Bedeutung, da mögliche Verluste vom Ei-
genkapital aufgefangen werden müssen. Die Eigenkapitalquote zeigt, welchen Anteil das Eigenkapital an der gesamten Un-
ternehmensfinanzierung aufweist.

Liquidität = Verhältnis von kurzfristigem Umlaufvermögen zu kurzfristigem Fremdkapital
Definition: Die Liquidität (Zahlungsfähigkeit) ist für den Unternehmensfortbestand von zentraler Bedeutung. Die Zahlungsfä-
higkeit gilt als gesichert, wenn fällige kurzfristige Schulden jederzeit getilgt werden können. Dies wird in der Regel dann der
Fall sein, wenn das kurzfristige Umlaufvermögen höher ist als das kurzfristige Fremdkapital.

Investitionsquote = Sachinvestitionen in Prozent der Betriebsleistung
Definition: Die Investitionsquote zeigt an, wieviel Prozent von der Betriebsleistung für die Neuanschaffung von Sachanlagen
verwendet wird.

Investitionsneigung = Investitionen in Sachanlagen im Verhältnis zu den Abschreibungen
Definition: Die Investitionsneigung misst das Verhältnis von Investitionen zum Verschleiß des Anlagevermögens. Da Anlagen,
wie beispielsweise Maschinen oder Fahrzeuge im Laufe der Zeit nicht bloß an Wert verlieren, sondern auch veraltern bzw
nicht mehr funktionstüchtig sind, ist es notwendig, regelmäßig diesen Verschleiß durch Ersatzinvestitionen zu ersetzen.

Personalaufwand pro ArbeitnehmerIn = Die Summe des ordentlichen Personalaufwands dividiert durch die Anzahl der
Beschäftigten.

Wertschöpfung pro ArbeitnehmerIn = Die Summe der Wertschöpfung dividiert durch die Anzahl der Beschäftigten.

Jahresüberschuss (Gewinn) pro ArbeitnehmerIn = Die Summe der Jahresüberschüsse dividiert durch die Anzahl der Beschäf-
tigten
Definition: Die Veränderungsraten vom ordentlichen Personalaufwand, der Wertschöpfung und des Gewinns pro Kopf zeigen
in welchem Ausmaß Produktivitätssteigerungen und Gewinnentwicklungen an die Beschäftigten weitergegeben wurden. Die
Wertschöpfung ist jener Betrag, der den zugekauften Sach- und Dienstleistungen (Vorleistungen) im betrieblichen Produkti-
onsprozess hinzugefügt wird. Sie stellt den Wertzuwachs im Unternehmen dar.

                                                                                                      Branchenreport.2021 │ 20
4 WIRTSCHAFTSLAGE ÖSTERREICHS

Kai Biehl, Michael Ertl, Reinhold Russinger
AK Wien, Abteilung Wirtschaftswissenschaften und Statistik

WIFO-Prognose Oktober 2021 für Österreich1

    Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) erwartet trotz steigenden Infektionsgeschehens einen kräftigen Konjunkturauf-
    schwung für die Jahre 2021 und 2022. Das reale Bruttoinlandsprodukt steigt heuer real um 4,4 % und im Jahr 2022 um 4,8
    %. Beschäftigung und Arbeitslosigkeit erholen sich rascher als erwartet und die Arbeitslosenquote soll bereits 2022 das
    Niveau vor der Covid-19-Krise erreichen – drei Jahre früher als bisher angenommen.

Wirtschaftsaktivität vieler Branchen über Vorkrisenniveau
Die Wirtschaftsleistung zahlreicher Branchen erreicht oder übertrifft im Jahr 2021 bereits das Niveau von 2019. Die Wert-
schöpfung in der Industrie steigt nach einem Einbruch im Krisenjahr (-7,1 %) um +8,0 %. Ähnliches gilt für Bauwirtschaft,
Handel und viele andere wirtschaftliche Dienstleistungen. Andere Branchen hatten in der Krise keinen Einbruch und wachsen
nun weiter. Die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen steigerten ihre Bruttowertschöpfung selbst 2020 um +5,1 % und
2021 um +3 %. Der Optimismus in diesen Branchen spiegelt sich auch in den Unternehmensentscheidungen: Gemäß ersten
Einschätzungen erreichen die Dividendenausschüttungen bereits heuer das sehr hohe Niveau von vor der Krise.

Beherbergung und Gastronomie erholt sich nur langsam
Während exportorientierte Branchen stark von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren und sogar kräftig investieren
(Ausrüstungsinvestitionen 2020: -6,5 %, 2021: 10,6 %, 2022: 5,3 %), erholt sich der Bereich der Beherbergung und Gastrono-
mie nur langsam. Nach einem Einbruch der Wertschöpfung im Jahr 2020 von -40,1 % folgt heuer ein neuerlicher Rückgang
von -3 %, um dann am Ende des Prognosezeitraums 2022 wieder um +40 % zu wachsen. Damit bleibt die Wertschöpfung in
diesen Wirtschaftsbereichen um etwa ein Fünftel hinter dem Hoch vor der Krise zurück.

Privater Konsum hinkt Erholung der Warenexporte deutlich hinterher
Die Covid-19-Maßnahmen führten zu einem drastischen Rückgang der privaten Konsumausgaben (2020: -8,5 %). Spiegelbild-
lich führten das Zwangssparen und das konjunkturell besonders gefährliche Vorsichtssparen zu einer Verdoppelung der Spar-
quote auf 14,4 % des verfügbaren Einkommens, die im heurigen Jahr nur leicht zurückgeht (2021: 10,4 %). Somit entfällt der
private Konsum als Stütze der Konjunktur und wird sich erst bis 2022 vollständig erholen (2021: +4,5 % und 2022: +6,0 %).

Erfreuliche Entwicklungen bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
Ursprünglich ist das WIFO noch im Sommer davon ausgegangen, dass das Vorkrisenniveau der Arbeitslosenquote erst 2025
erreicht werden wird. Doch sowohl der Einbruch als auch die Erholung sind historisch einzigartig, sodass die nationale Ar-
beitslosenquote bereits 2022 auf das Vorkrisenniveau von 7,4 % sinkt. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen wird dann mit
308.000 nur noch um wenige Tausend über dem Niveau von 2019 liegen. Die steigende Zahl der Langzeitarbeitslosen darf im
Aufschwung nicht zurückgelassen werden. Eine umfassende Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche durch das Arbeits-
marktservice könnte dazu beitragen.

1
    Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, 8. Oktober 2021.

                                                                                                    Branchenreport.2021 │ 21
Bruttoinlandsprodukt (BIP): Gesamtwert aller Güter, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft hergestellt wurden
    abzüglich der Vorleistungen.
    Private Konsumausgaben: Wert der Waren und Dienstleistungen, die inländische Haushalte für den Verbrauch kaufen.
    Verbraucherpreisindex (VPI): Maßstab für die allgemeine Preisentwicklung (Inflation). Die Grundlage bildet ein Warenkorb,
    der Waren und Dienstleistungen beinhaltet, die ein durchschnittliches Verbraucherverhalten repräsentieren.
    Sparquote: Anteil am verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte, der gespart wird.
    Realeinkommen: wird um die Preisentwicklung bereinigt und ist ein Indikator für die Kaufkraft des Einkommens.
    Verfügbares Einkommen privater Haushalte: Summe der regelmäßigen Einkommen aller Mitglieder eines Haushaltes nach
    Abzug aller direkten Abgaben (zB Lohnsteuer) und Hinzurechnung aller Geldleistungen, die durch den Staat an den Haushalt
    gehen (zB Arbeitslosengeld).
    Lohnstückkosten: Hier werden die Arbeitnehmerentgelte dem Bruttoinlandsprodukt gegenübergestellt.

                          WIFO Konjunkturprognose vom Oktober 2021 - Veränderung gegen das Vorjahr in Prozent
                                                                           2018           2019         2020           2021             2022
         Bruttoinlandsprodukt
             Wirtschaftswachstum Österreich, nominell                           +4,3          +3,1        – 4,6              +6,6             +7,4
             Wirtschaftswachstum Österreich, real                               +2,5          +1,5        – 6,7              +4,4             +4,8
             Wirtschaftswachstum Deutschland, real                              +1,1          +1,1        – 4,6              +2,7             +5,0
             Wirtschaftswachstum EU 27, real                                    +2,1          +1,8        – 5,9              +4,9             +4,7
             Wirtschaftswachstum Euro-Raum, real                                +1,9          +1,5        – 6,3              +4,8             +4,7
             Wirtschaftswachstum USA, real                                      +2,9          +2,3        – 3,4              +6,1             +4,0
         Stundenproduktivität in der Gesamtwirtschaft                           +0,5         – 0,1         +2,1            – 1,9              +0,9
         Stundenproduktivität in der Herstellung von Waren                      +1,9         – 0,1        – 0,8              +2,1             +3,0
         Private Konsumausgaben, real                                           +1,1          +0,7        – 8,5              +4,5             +6,0
         Bruttoanlageinvestitionen, real                                        +4,4          +4,8        – 5,2              +8,2             +4,1
             Ausrüstungen                                                       +3,4          +5,5        – 6,5           +10,6               +5,3
             Bauten                                                             +5,6          +4,0        – 3,7              +5,4             +2,6
         Bruttowertschöpfung, real
             Herstellung von Waren einschließlich Bergbau                       +4,3          +0,6        – 7,0              +8,0             +3,5
             Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz                       +4,2          +2,0        – 4,2              +6,0             +5,0
         Warenexporte, fob, real                                                +4,7          +2,7        – 7,8           +12,7               +6,0
         Warenimporte, fob, real                                                +4,1         – 0,0        – 6,4           +13,0               +6,0
         Leistungsbilanzsaldo
             Mrd. €                                                             3,49          8,32         7,20            -3,43            -3,11
             in % des BIP                                                         0,9            2,1        1,9              -0,8             -0,7
         Verbraucherpreise                                                      +2,0          +1,5         +1,4              +2,8             +3,0
         Arbeitslosenquote
                                                                                                                               Keine Prognose:
             in % der Erwerbspersonen (laut Eurostat)                             4,9            4,5        5,4
                                                                                                                    Revision der LFS-Methodik
             in % der unselbständigen Erwerbspersonen                             7,7            7,4        9,9             8,2            7,4
         Arbeitslosigkeit in 1.000 Personen                                   312,1          301,3       409,6            337,6             307,6
         Unselbständig aktiv Beschäftigte   1                                   +2,5          +1,6         -2,0              +2,3             +1,9
         Bruttoverdienste je ArbeitnehmerIn, nominell                          + 2,7          +2,9         +2,0              +1,8             +3,1
         Realeinkommen je ArbeitnehmerIn
             Brutto                                                             +0,7          +1,4         +0,6            – 1,0              +0,1
             Netto                                                              +0,2          +1,4        + 1,3            – 1,1            – 0,2
         Sparquote exkl. betrieblicher Versorgungsansprüche2                      7,0            7,9       13,9               9,8              5,4
         Lohnstückkosten, nominell
              Gesamtwirtschaft                                                  +2,4          +2,3         +7,6            – 0,4              +0,4
              Herstellung von Waren                                             +1,7          +3,3         +6,2              –5,2             +0,0
         Finanzierungssaldo des Staates in % des BIP    3                         0,2            0,6      – 8,3            – 6,3            – 1,9
1 ohne Karenz-/KinderbetreuungsgeldbezieherInnen, Präsenzdiener und in der Beschäftigungsstatistik erfasste arbeitslose SchulungsteilnehmerInnen,
2 in Prozent des verfügbaren Einkommens - einschließlich Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche

3 gemäß Maastricht-Definition

                                                                                                                             Branchenreport.2021 │ 22
Aktuelle WIFO-Prognose im Vergleich

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) wird unter anderem von Finanzministerium, Österreichischer
Nationalbank und Sozialpartnern finanziert. Die WIFO Prognosen gelten de facto als offizielle Prognosen der Bundesregie-
rung. In Vorstand und Kuratorium des WIFO sind auch die Spitzen aller Sozialpartner vertreten. Um Auseinandersetzungen
über die bei Verhandlungen zugrunde zu legenden Prognosen zu vermeiden, gilt die WIFO Prognose als Konsens der Sozial-
partner über die künftige Entwicklung. Die weiteren Prognosen sind somit eher als Zusatzinformation über alternative Sicht-
weisen zur Wirtschaftsentwicklung zu sehen.

Die rezenteren Prognosen rechnen mehrheitlich mit kräftigen Konjunkturaufschwung in den Jahren 2021 und Jahr 2022.
Mittlerweile sind sich alle Institutionen einig, dass Österreichs Vorkrisenniveau spätestens Ende 2022 erreicht werden wird.
Die Unterschiede in den Prognosen sind zum Teil auch unterschiedlichen Prognosezeitpunkten geschuldet, die mit einem
unterschiedlichen Wissensstand verbunden sind. Aufgrund steigender Rohstoffpreise (insb. Erdöl, aber auch Eisenerze, Eisen
und Stahl, usw.) erwarten sowohl das WIFO als auch das IHS einen Preisauftrieb, der das Inflationsziel der EZB von 2 % im
Jahr 2021 und 2022 übersteigt.

                 BIP-Wachstumsprognosen in Österreich (in %, real)                          Inflationsprognose für Österreich (VPI-Anstieg in %)
                                  2020                 2021                 2022                 2020                 2021                 2022
      WIFO (10/2021)                      - 6,7                +4,4                 +4,8                 +1,4                 +2,8                +3,0
         IHS (06/2021)                     -6,7                +4,5                 +4,5                 +1,4                 +2,6                +2,3
      OeNB (06/2021)                       -6,7                +3,9                 +4,2
         EU (05/2021)                      -6,6                +3,4                 +4,3
      OECD (05/2021)                       -6,7                +2,5                 +4,1
Quellen: WIFO-Prognose vom 8. Oktober 2021; IHS-Prognose vom 8. Oktober 2021 (vierteljährliche Revision); OeNB: Prognose vom Juni 2021 (halbjährliche
Revision); EU: Frühjahrsprognose der Europäischen Kommission vom Mai 2021 (vierteljährliche Revision); OECD: Economic Outlook Nr. 109 vom Mai 2021
(halbjährliche Revision). Zahlen in Klammer stellen jeweils das Lockerungsszenario der Institute dar.

Inflation

Unter Inflation versteht man eine allgemeine und andauernde Erhöhung des Preisniveaus. Das andauernde Sinken des Preis-
niveaus nennt man Deflation.

Die Inflationsrate für September 2021 lag laut Statistik Austria bei 3,3% (August 2021: 3,2%). Der Indexstand des Verbrau-
cherpreisindex 2020 (VPI 2020) betrug im September 2021 103,5. Gegenüber dem Vormonat August 2021 stieg das durch-
schnittliche Preisniveau um 0,5%.
Im September 2021 stieg die Teuerung in Österreich mit 3,3% auf den höchsten Wert seit November 2011. Vor allem die im
Vorjahr niedrigen Treibstoff- und Energiepreise beeinflussten die Inflation weiterhin stark. Hinzu kamen Preissteigerungen
bei Bewirtungsdienstleistungen. Die hohe Veränderungsrate zum Vormonat geht hauptsächlich auf Preissteigerungen bei
Bekleidung zurück, deren Preise durch das Eintreffen der Winterware angetrieben wurden.

                        Spezielle Preistreiber, in %                                                Spezielle Preissenker, in %
Dieseltreibstoff                                           23,1              Mobiltelefonie                                               -3,7
Superbenzin                                                23,9              Nichtärztliche Dienstleistungen                              -2,7
Flugticket                                                 43,4              Übernachtung im Ausland                                      -8,4
Heizöl extra leicht, Großabnahme                           34,1              Wohnungsmiete                                                -0,7
Profilholz                                                 59,1              Mobiltelefongerät                                            -6,7
Quelle: Statistik Austria

                                                                                                                          Branchenreport.2021 │ 23
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