Britisch-muslimisch, ökologisch-modern - espazium

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Britisch-muslimisch, ökologisch-modern - espazium
24   Himmel aus Holz                                            TEC21 18–19/2018

     Britisch-muslimisch,
      ökologisch-modern
      Cambridge bekommt eine Moschee – die Londoner Architekten
             Marks Barfield und Blumer Lehmann aus Gossau
       erstellten die Freiform des Dachs aus 30 stilisierten Bäumen.
                              Text: Danielle Fischer
Britisch-muslimisch, ökologisch-modern - espazium
TEC21 18–19/2018                                                                    Himmel aus Holz             25

                                                                   A
                                                                                   rchitektonisch ist Cambridge für seine     University, die sich durch die erwähnten herrschaftli-
                                                                                   gotischen Universitätsbauten aus Back-     chen Backsteinbauten auszeichnet. «Ein Stück weit mit
                                                                                   stein bekannt, darunter das King’s Col-    diesem würdevollen Erbe mithalten sollte das Bauwerk
                                                                                   lege mit der imposanten Kapelle. Doch      schon», meint Gemma Collins, leitende Architektin bei
                                                                                   nun entsteht in einem zentrumsnahen        Marks Barfield. Aber bis zum Hauptcampus muss man
                                                                                   Wohnquartier eine der Hochschule an-       nicht gehen, die Kombination Backstein und Holz findet
                                                                   gegliederte moderne Holzmoschee. Was im ersten             ihre Referenz unmittelbar vor der Tür des Geländes:
                                                                   Moment überraschen mag, ist auf den zweiten nach-          Viele Reihenhäuser bestehen hier aus einer mit Back-
                                                                   vollziehbar: Rund 7000 Muslime aus 60 Nationen woh-        stein verkleideten Holzstruktur.
                                                                   nen, studieren oder arbeiten hier.
                                                                            Obschon die Baustelle kaum über den Rohbau        Eine klassische Aufgabe
                                                                   hinaus ist, spürt man wenig von der an solchen Orten
                                                                   sonst üblichen Hektik. In den Pfützen auf dem Beton-       Eine traditionelle Moschee gliedert sich in eine Wasch-
                                                                   boden spiegeln sich durch die provisorisch mit Plastik     zone vor der Gebetshalle, die längs der gegen Mekka
                                                                   abgedeckten Oberlichter die Wolken am Himmel. Viel-        gewandten Gebetsrichtung, der sogenannten Qibla,
                                                                   leicht herrschte eine solch kontemplative Atmosphäre       angeordnet ist. In der Mitte der Qibla liegt das Mihrab,
                                                                   mit einem Gewirr aus hölzernen Hilfsgerüsten auch um       eine Nische, vor der der Iman steht, während er das
                                                                   die sich im Bau befindlichen Steinstützen gotischer        Gebet vorsagt; ausserdem gehört zur Moschee meist ein
                                                                   Kathedralen oder iranischer Freitagsmoscheen, bevor        Minarett. Gemma Collins meint: «Überall auf der Welt
                                                                   die fertigen Gewölbe in den Himmel ragten. In Cam-         prägten neben religiösen auch kulturelle und regionale
                                                                   bridge gliedern 30 «Bäume» aus Schweizer und EU-Holz       bauliche Einflüsse die Architektur von Moscheen.»
                                                                   hainartig die Innenräume des Neubaus. Natürlich han-       Die Hallen-, Kuppel- und Iwanmoschee sind drei Grund-
                                                                   delt es sich nicht um wirkliche Bäume, sondern um die      typen. Die Architekten haben sich für eine Mischung
Foto: Danielle Fischer; Situation: Marks Bar f ield Architec t s

                                                                   bauliche Interpretation des Themas als hölzerne Frei-      aus den ersten beiden entschieden.
                                                                   form. Die Bauweise in dieser Form ist – ein wenig wie               Aber wie kommt es, dass englische Architekten
                                                                   damals die gotischen Gewölbe – charakteristisch für        mit christlichem oder jüdischem Hintergrund eine Mo-
                                                                   unsere Zeit. Statt in Kathedralen macht sie jedoch         schee bauen – noch dazu eine, die der im späten Mittel-
                                                                   Furore für repräsentative Cooperate Architecture wie       alter gegründeten Cambridge University angegliedert
                                                                   beim Golfklubhaus in Yeoju in Südkorea, auf öffentli-      ist? Vielleicht vermag die Tatsache, dass ein islamisches
                                                                   chen Plätzen wie dem Metropol Parasol in Sevilla oder      Gotteshaus nicht wie eine Kirche eine geweihte Stätte
                                                                   bei dem sich im Bau befindenden Firmenhauptsitz            ist, sondern pragmatisch ein religiöser, politischer und
                                                                   von Swatch in Biel. In Cambridge kommt sie für einmal      kultureller Versammlungsort, dies ein wenig klären.
                                                                   beim Dach eines Sakralbaus zum Einsatz.                    Nach Einhalten seiner Gesetze – wie der Ausrichtung
                                                                            Nicht nur der formale Ausdruck war schon          nach Mekka und der Kennzeichnung der Qibla – kann
                                                                   ein gotisches Thema, sondern auch der Symbolgehalt         ein Gebetsraum in jeden bestehenden Ort eingefügt
                                                                   von Stämmen, die eine Decke tragen, und Kronen,            werden. Tatsächlich gibt es in Cambridge bereits eine
                                                                   die ein Dach bilden und so Himmel und Erde verbinden.      Moschee, die wie viele andere in England in einem ent-
                                                                   Er ist darüber hinaus aber viel älter – ein historischer   sprechend umfunktionierten Bau untergebracht ist.
                                                                   Beschrieb des Hauses des Propheten Mohammed be-            Timothy Winter, Professor am Cambridge Muslim Col-
                                                                   sagt, dass sein Dach auf Palmstämmen ruhte. Da er          lege und Vorsitzender des Muslim Academic Trust, be-
                                                                   von seinem Hof aus predigte, gilt es als erste Moschee.    stätigt, dass die Bauherrschaft sich als offene Gesell-
                                                                                                                              schaft betrachte, die Experten aus jeder Tradition und
                                                                   Würdevoll das Erbe weitertragen                            jedem Land willkommen heisse. Die Cambridge Mosque
                                                                                                                              ist die erste neu geplante und gebaute Moschee im Land.
                                                                   Ursprünglich sahen die Architekten Marks Barfield im       Trotzdem beängstigen die 1000 während des Ramadans
                                                                   Wettbewerbsentwurf einen Massivbau vor. Doch schon
                                                                   bald stellte sich heraus, dass ein so ausgeführtes
                                                                   Baumthema zu teuer war. Statt darauf zu verzichten,
                                                                   sahen sie sich nach einer alternativen Bauweise um
                                                                   und wandten sich an die auf Freiformen spezialisierte
                                                                   Firma Blumer Lehmann aus Gossau, die sie von früher
                                                                   realisierten Projekten kannten.
                                                                           Trotz dem nachträglichen Entscheid für eine
                                                                   hölzerne Tragstruktur ist vom massiven Ausgangsent-
                                                                   wurf manches geblieben: Die Aussen- und Zwischen-
                                                                   wände sind mit einer 20 mm starken Fassade aus
                                                                   Klinkersteinen verblendet, um den Eindruck zu verhin-
                                                                   dern, es handle sich um ein Provisorium. Obschon vom
                                                                   Hauptcampus durch die Bahnlinie getrennt, ist die            Das Grundstück an der Mill Road liegt inmitten
                                                                   Moschee Teil des Gebäudebestands der Cambridge               eines Wohnquartiers.
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26      Himmel aus Holz                                                                                       TEC21 18–19/2018

Vor dem Haupteingang der Moschee befindet sich ein Garten            Die Gebetshalle ist nach Mekka ausgerichtet. In der Mitte,
mit einem Brunnen.                                                   vor dem Mirhab, steht der Imam während des Gottesdiensts.

                                                                                                5

                                                                                                                                  Pläne und Renderings: Marks Barfield Architects
                                                                                          4                          6

                                                 3

                                   2

                        1
                                                                 8

                                   7                             Grundriss mit Umgebung; Mst. 1: 600.
                                                                 1 Garten mit Brunnen, 2 Entree und Treppe zur Tiefgarage,
                                                                 3 Café und Gemeinschaftsräume, 4 Gebetshalle,
                                                                 5 Wohnräume Imam und Studenten, 6 Aussenraum
                                                                 Rückseite mit Leichenhalle und Treppe zur Tiefgarage,
                                                                 7 Zufahrt Tiefgarage, 8 Waschzone.

Schnitt durch die Gebetshalle mit Wandnischen und durch den rückwärtigen, niedrigeren Aussenbereich, Mst. 1 : 250.
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                                                                                                                      Muslim Academic Trust,          Productio, Zürich
                                                                                                                      Cambridge
                                                                                                                                                      Ev. Dämmung Isover
                                                                                                                      Projektleitung Planung
                                                                                                                      Blumer-Lehmann, Gossau

                                                                                                                      Architektur
                                                                                                                      Marks Barfield Architects,
                                                                                                                      London

                                                                                                                      Tragwerk Holzbau
                                                                                                                      SJB Kempter Fitze, Eschen-
                                                                                                                      bach

                                                  Die Kuppel ist das Schlüsselelement dieses Moscheentypus. Sie wurde als ganzes Stück transportiert und aufgesetzt.
Fotos: Danielle Fischer; Blumer Lehmann, Gossau

                                                  zu erwartenden Muslime viele Anwohner. In der Tat                   turen, und ein Energiemanagement gehört ebenfalls
                                                  wirkt die Position des Baus mitten in einem Wohn-                   zum ökologischen Gotteshaus. Neben der architekto-
                                                  quartier auch für Aussenstehende zunächst erklärungs-               nisch modern interpretierten Bauaufgabe wurden mit
                                                  bedürftig, ist aber nach der Erläuterung durchaus                   dem Muslim Academic Trust auch inhaltliche Anpas-
                                                  verständlich: Wie Timothy Winter sagt, beten viele                  sungen in Richtung eines zeitgenössisch britischen
                                                  Moscheebesucher bis zu fünfmal täglich, daher sei es                Islam vorgenommen: Hier sollen Imame ausgebildet
                                                  wichtig, dass der Bau von der Uni aus schnell erreichbar            werden, um Inhalt und Form der Ausbildung in Eng-
                                                  ist. Das Quartier um die Mill Road, das bereits viele               land zu steuern. Für die Studenten sind die Wohn-
                                                  muslimische Bewohner hat, sei daher ein guter Standort.             räume im oberen Stockwerk vorgesehen. Neben der
                                                  30 Jahre, so sagt er, habe die Gemeinschaft nach einem              Moschee, die ohnehin jeder betreten darf, ist auch
                                                  geeigneten Grundstück und nach Geldgebern gesucht.                  das Café in der Eingangszone öffentlich. Weiter
                                                  Er betont auch, die Community werde nicht von ei-                   sind im Gegensatz zu traditionellen Moscheen die
                                                  ner einzelnen muslimischen Ausrichtung dominiert,
                                                  sondern sei sehr heterogen. Dies sieht er als günstige
                                                  Voraussetzung, um eine «britische Moschee» zu bauen.

                                                  Ökologisch und angepasst

                                                  Wie eine britische Moschee im Kontext der aktuellen
                                                  Zeitfragen um den Islam aussehen soll, war ein zentra-
                                                  ler Punkt, mit dem sich Architekten und Muslim Acade-
                                                  mic Trust auseinandersetzten. Angesichts der grossen
                                                  Anzahl Muslime in England sei es Zeit, über diese Bau-
                                                  aufgabe nachzudenken, sagt auch die Architektin.
                                                          Britisch an dem Bau, oder vielmehr europäisch
                                                  modern – denn eine zeitgenössische britische Archi-
                                                  tektur gebe es nicht mehr, ergänzt Timothy Winter –,
                                                  sei der Anspruch, eine Ökomoschee zu bauen. Die Räu-
                                                  me können im Sommer quergelüftet werden, und über
                                                  63 Oberlichter fällt Tageslicht ins Innere. Das Dach
                                                  ist begrünt; für die Toiletten wird Regenwasser ver-
                                                  wendet. Wärmepumpen sorgen in Kombination mit
                                                  einem Heiz- und Kühlsystem für angenehme Tempera-                   Eines der Dachelemente wird mit einem Kran aufgesetzt.
Britisch-muslimisch, ökologisch-modern - espazium
28         Himmel aus Holz                                                                                             TEC21 18–19/2018

                                                  dun gen – letztlich bis auf 145 Typen      und mit weiteren Trägern ergänzt. Über-
     Stilisierter Wald                            reduzieren. Diese wurden wiederum aus      blattungen, Schrauben oder Nagelplat-
                                                  nur 23 BSH-Rohlingen CNC-gefräst.          ten verbinden in der Regel die Träger.
     Die Begegnungsstätte Cambridge Mos-          Diese dennoch hohe Vielfalt an Elemen-     Die Anschlüsse sind weder gelenkig
     que ist aus Holz gebaut und besteht          ten bedingte eine absolut prä zise Koor-   noch biegesteif, sondern die Ingenieu re
     aus einem Konglomerat von Trag werks-        dination von Produktion, Montage und       dimensionierten diese Knoten des Trag-
     strukturen. Die Wände bestehen aus           Logistik.                                  werks mit einer spezifisch für die Kno-
     Holzrahmen-, die Decken aus Rippen-                                                     tenverbindung ermittelten Federsteifig-
     konstruktionen. Zwei Bereiche fallen         2000 m 2 Dachfläche                        keit. In sich steif trägt die Freiform alle
     be sonders auf. Die Moschee enthält näm-     Die 3 × 4 baumartigen Träger im Atrium     vertikalen Lasten aus Eigengewicht,
     lich zwei markante Räume, die von einer      und die 4 × 4 in der Gebetshalle stehen    Nutz- und Auslasten. Die horizontalen
     beeindruckenden und bemerkenswer ten         jeweils auf der Geschossdecke über dem     Lasten aus Wind und Erdbeben tragen
     Holzkonstruktion geprägt sind – die          UG und tragen das frei geformte und        die flankierenden Wände ab.
     Eingangs- und die Gebetshalle. Das           verästelte Dach. Dabei steigt die Stütze          Über dem sichtbaren Dachtrag-
     Tragwerk hier besteht aus einer Frei-        aus 16 einzelnen Segmenten aus dem         werk lagert die Flachdachkonstruktion
     form, bei der sich die Stützen nach oben     Fundament wie ein Trichter empor. Am       aus Holzrippenelementen. Als orthogo -
     ausweiten und fliessend in die Dach-         Stützenfuss bündeln sich die Segmente,     naler Trägerrost aus Primär- und Se-
     konstruktion übergehen. Die Säulen sol-      die über eine Fussplatte aus Stahl die     kundärträgern liegt es im Bereich des
     len an Bäume mit Stämmen und Baum-           anfallenden Lasten in den Gebäude-         Kranzes der 16 Stützenträgerenden auf.
     kronen erinnern. Wie Bäume lässt sich        sockel aus Beton abtragen – über die              Die von den Architekten entworfe-
     auch das Tragwerk in drei fliessend in-      Geschossdecke in die Betonstützen des      ne und von den Ingenieuren optimierte
     einander übergehende Ebenen abstufen:        UG und die Bodenplatte sowie über          Form des Tragwerks vermeidet statisch
     Das Fundament als Wurzelwerk, die            die Pfahlfundation in das Universi-        ungünstige Flachstellen im Gewölbe.
     darauf stehenden Stützen als Stamm           tätsgelände. An den oberen Enden der       Dadurch tarierten die Ingenieure den
     und das verästelte Dachtragwerk als          16 Stüt zensegmente schliesst nahtlos      Kräftefluss aus Zug, Druck und Biege-
     Baumkrone darüber.                           das frei geformte Tragwerk der 2000 m 2    beanspruchungen in den Holzträgern
                                                  grossen Dachfläche an – die Baumkronen.    aus und ermöglichten kleinere Träger-
     Reduzierte Anzahl Typen                                                                 querschnitte (max. BSH 160 × 250 mm).
     Die Holzkonstruktion besteht aus ge-         Vorgefertigte Freiform                     Ein schlankes und filigranes Tragwerk
     krümmten Brettschichtholzträgern, die        Der Trägerverlauf hält sich an die typi-   wurde möglich. Ausserdem bilden die
     sich komplex, aber dennoch syste-            schen, achteckigen Muster der islami-      drei Ebenen – Wurzelwerk, Stamm und
     matisch verflechten. Das regelmässige        schen Architekturtradition. Die einzel-    Baumkrone – ein Ganzes. Mit diesem
     Stüt zenraster von 8.10 × 8.10 m ermög-      nen Brettschichtholzträger verzahnen       verflochtenen und dennoch einheitlichen
     lichte trotz der gegebenen architektoni-     sich bei den Schnittstellen regelrecht     Ausdruck der verholzten Pflanze schaf-
     schen Komplexität eine symmetrische          ineinander, sodass sich alle einzeln fa-   fen die Tragelemente in den sakralen
     Trag struktur. Die Symmetrie wird nur        brizierten Trägerabschnitte zu langen      Räumen die Atmosphäre einer geschütz-
     vereinzelt, entlang der Ränder und über      gekrümmten Durchlaufträgern und alle       ten Waldlichtung. •
     den Trennwänden, gebrochen. Weil die         Baumkronen zu einem gesamten Frei-
     Planenden diese Bereiche geschickt de-       formtragwerk zusammenfügen. Vormon-        Clementine Hegner-van Rooden,
     taillierten, konnten sie die für die Trag-   tiert wurde dieser Tragwerksteil auf       Dipl. Bauing. ETH, Fachjournalistin BR
     konstruktion notwendigen 2746 Träger -       dem Boden, danach auf den Kranz der        und Korrespondentin TEC21;
     segmente – und mehr als 6000 Verbin-         16 Trägerenden der Stützen aufgesetzt      clementine@vanrooden.com

Gebetsbereiche der Männer und Frauen nur durch eine       Voraus zu planen. Jeder der 80 Lkw war eine Woche
hüfthohe Wand separiert. Zusätzlich gibt es im oberen     unterwegs, zwei Wochen vorher musste er die Bewilli-
Stock ein durch eine Glasbrüstung vom Hauptraum           gungen bei den Zollbehörden in Deutschland, den Nie-
abgetrenntes Zimmer, in das sich die Frauen für das       derlanden und Grossbritannien einholen. Am Ende der
Gebet zurückziehen können.                                Produktionskette wollten die Arbeiter in Cambridge
                                                          nicht tagelang auf die Elemente warten, die aus Platz-
Logistisch austariert                                     gründen in der engen Wohnstrasse just in time ange-
                                                          liefert wurden. Die Montage des hölzernen Rohbaus ist
2011 kamen die Architekten mit dem Entwurf auf Blumer seit Januar 2018 fertig – bis die Moschee eröffnet wird,
Lehmann zu. Sie erteilten ihnen ein Mandat für die Vor- dauert es aber voraussichtlich noch bis Ende 2018. •
studie von Statik und Design. Das war eine ideale Aus-
gangslage, sagt Jephtha Schaffner, Projektleiter bei Blu- Danielle Fischer, Redaktorin Architektur
mer Lehmann – so konnte die Firma das Projekt von
Anfang an begleiten und erhielt dank offerierter Qualität
und Preis den Zuschlag für die Ausführung.
        Wegen des Transports per Lkw durfte der Ras-
ter nur ein maximales Mass von 8.10 m haben. Die an-
gelieferten, mit dem Ingenieurbüro SJB Statik entwi-
                                                                Bauherrschaft                Tragwerksplanung
ckelten Elemente messen einen Drittel der Gesamtlänge           Muslim Academic              SJB Kempter Fitze,
und sind mit 2.70 m per Lkw gerade noch transpor-               Trust, Cambridge             Eschenbach
tierbar. Nach der Herstellung in Gossau brachte man             Architektur                  Digitale Planung
sie nach Schaffhausen und von dort nach Rotterdam.              Marks Barfield               Design-to-Production,
Der Lastwagenanhänger wurde mitsamt den Elementen               Architects, London           Zürich
auf die Fähre verladen. Schaffner erzählt, dass es eine         Holzbau
grosse Herausforderung war, alles einen Monat im                Blumer Lehmann, Gossau
Britisch-muslimisch, ökologisch-modern - espazium
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