BULLY2018 Das Magazin zum Saisonstart des EVZ - Amazon AWS
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BULLY2018 Das Magazin zum Saisonstart des EVZ Die neuen EVZ-Spieler, von links nach rechts im Uhrzeigersinn: Miro Zryd, Yannick-Lennart Albrecht, Jesse Zgraggen und Dario Simion. Bild: Boris Bürgisser (Zug, 10. September 2018) Beilage der «Zuger Zeitung» vom Mittwoch, 19. September 2018
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«Der EV Zug wird Editorial
Neue Dynamik
eine Macht sein» mit Tangnes
Ein frischer Wind weht durch die
Nachhaltig EVZ-Präsident Hans-Peter Strebel spricht über Bossard-Arena. Der EVZ hat die
sein Herzensprojekt OYM – und schwärmt vom neuen Trainer. Lehren aus der enttäuschenden
letzten Saison gezogen und stellt
sich im Coaching-Staff neu auf.
Headcoach Dan Tangnes (39) und
seine Assistenten Josh Holden (40)
und Stefan Hedlund (43) sollen
neue Dynamik, neue Impulse ins
National-League-Team bringen.
Die jungen Trainer stehen für
modernes Eishockey, sie gelten als
gute Kommunikatoren, verfügen
über Sozialkompetenz und legen
Wert auf Detailpflege. Tangnes und
Hedlund haben zudem schon
Erfahrungen in der Nachwuchsför-
derung gesammelt, was für einen
ambitionierten Ausbildungsverein
wie den EVZ von Bedeutung ist.
Die Anforderungen an das
Trainer-Trio sind hoch. Der EV
Zug will mit den besten Teams der
Liga mithalten, der Traum vom
zweiten Meistertitel in der Klub-
geschichte soll lieber früher als
später verwirklicht werden.
Gleichzeitig stehen Tangnes und
Co. in der Pflicht, Spielern aus
dem eigenen Nachwuchs das
Hans-Peter Strebel auf dem Balkon seines Meeting-Rooms in Luzern. Bilder: Stefan Kaiser (5. September 2018) Vertrauen zu schenken. Es wird
spannend zu beobachten sein, wie
die Trainer diese anspruchsvollen
Interview: Sven Aregger viele Eigengewächse im National- gesprochen. Er betonte, wie wichtig Aufgaben angehen.
sven.aregger@luzernerzeitung.ch League-Team zu integrieren. Das ist ein Eistraining auch in der Off-Sea-
nicht von heute auf morgen realisier- son ist – für das Puck-Handling, für Der EVZ verändert sich aber
Hans-Peter Strebel, Sie sind seit bar, das braucht Zeit. Einerseits ha- die ganze Feinmotorik. Die beiden nicht nur im Coaching-Staff,
Jahrzehnten ein leidenschaft- ben wir 2014 die Academy lanciert, Teams der National League und der sondern auch im Spielerkader. Vier
licher Eishockeyfan. Wie ver- in der junge Spieler neben der Eis- Swiss League, die Elite-Junioren und Neuzuzüge müssen im National-
bringt man eigentlich den Som- hockey-Ausbildung eine KV-Lehre die Novizen werden im OYM auf League-Team integriert werden
mer ohne seinen Lieblingssport? absolvieren. Anderseits haben wir allen Ebenen betreut. Ihnen stehen – alle vier sind relativ jung, die
Ich befasse mich auch in der spiel- 2016 das Farmteam in der Swiss unter anderem mehrere Schussan- Klubführung sieht in ihnen noch
freien Zeit andauernd mit Hockey. League ins Leben gerufen, damit für lagen zur Verfügung. Speziell ist Entwicklungspotenzial. Und die
Im EVZ gibt es immer wieder Orga- die Talente der Sprung in die Natio- auch ein Laufband, das mit Schlitt- Spieler selber wollen ihrer Karriere
nisatorisches zu klären. Und natür- nal League weniger gross ist. Hinzu schuhen und Puck benutzt werden in Zug einen Schub geben. Auf den
lich hält mich das OYM, das Kompe- kommt das OYM, das wir Anfang kann. So lässt sich nicht nur die Ska- folgenden Seiten erfahren Sie
tenzzentrum für Spitzenathletik und 2020 eröffnen. Es wird uns einen ting-Technik optimieren, auch mehr über die neuen Gesichter.
Forschung, auf Trab. Schub geben. Schusstrainings bei einem Tempo Viel Vergnügen bei der Lektüre!
bis zu 30 km/h sind möglich.
Für Zug war der Sommer beson- Das OYM dient dem Spitzen-
ders lang, weil die Saison schon sport. Welchen Nutzen sehen Sie Das OYM beschränkt sich aber
im Playoff-Viertelfinal endete. konkret darin? nicht auf hockeyspezifische
Was muss besser werden? Die Infrastruktur und die Inhalte Einrichtungen.
Im Sport ist die Planbarkeit schwie- werden europaweit einmalig sein. Richtig, wir erstellen einen 3000 m2
rig, man darf nicht vergessen, dass Wir erstellen eine ganzjährig betrie- grossen Athletikbereich mit mo-
in den Playoffs jeder jeden schlagen bene Eishalle, die ausschliesslich dernsten Geräten, ein Restaurant,
kann. Viele Faktoren spielen eine vom EV Zug genutzt wird. Ich habe das auf die Ernährung für Spitzen- Sven Aregger
Rolle. Unsere Vision ist, möglichst darüber mit Captain Raphael Diaz sportler spezialisiert ist, und 25 Dop- sven.aregger@luzernerzeitung.chSeit mehr als
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Sika ist Hauptsponsor des EVZ.Mittwoch, 19. September 2018 EVZ-Bully 5
pelzimmer für auswärtige Sportler,
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wollen. Weiter gibt es eine Drei
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fachturnhalle – die einzige in der Unternehmer
Schweiz, die über einen Glasboden
verfügt. Die Linien werden mit Der studierte Pharmazeut Hans
LED-Lampen beleuchtet – je nach Peter Strebel (69) hat gemeinsam
dem, welche Sportart gerade trai mit ETH-Mitarbeitern eine For
niert wird. Auch Physiotherapeuten schungsfirma gegründet und ein er
werden vor Ort sein. folgreiches Medikament gegen die
Nervenkrankheit Multiple Sklerose
Wie gross ist die Nachfrage? entwickelt. 2006 verkauften sie das
Sehr gross, wir führen derzeit Ge Unternehmen für 220 Millionen
spräche mit vielen Sportverbänden. Franken an Biogen.
Am Anfang wurde das OYM als Fit Strebel, der aus Muri AG stammt
nesscenter wahrgenommen, aber und heute in Luzern lebt, war schon
das trifft überhaupt nicht zu. Hier ist als Kind ein grosser Anhänger des
ein Training auf wissenschaftlicher EV Zug. Er gründete einen Fanclub,
Basis möglich, das den individuellen organisierte Carreisen und verkauf
Bedürfnissen der Sportler gerecht te Tickets in der Apotheke in Muri,
wird. Es dient ausschliesslich Spit die er nach dem Studium vom Vater
zenathleten und jungen Leuten auf übernommen hatte. Seit 2012 ist er
dem Weg zur Profikarriere. Wir sind EVZ-Mehrheitsaktionär, seit Ende
überzeugt, dass wir die Sportler im 2013 amtet er als Präsident. 2014
Athletikbereich auf ein absolutes ermöglichte «HP», wie er genannt
Spitzenniveau heranführen können. wird, mit 3 Millionen Franken den
Ob sie das Talent haben, sich in ihrer «Wenn wir mit unserer Strategie erfolgreich sind, ist die Zukunft des EV Zug Start der Hockey Academy. (ars)
jeweiligen Sportart zu etablieren, ist gesichert», sagt Hans-Peter Strebel.
aber eine andere Frage.
Sie realisieren das OYM als Er wird wahrscheinlich die meisten Gespräche geführt. Aber er hat un Der Eindruck ist hervorragend. Er
Privatperson. Stimmt es, dass jungen Spieler auf den Schweizer sere Nachwuchsstrategie nicht mit steht ganz hinter unserer Vision,
sich die ursprünglich budge Markt bringen. Es gibt ja Klubs, die Herzblut vertreten. Er sagte zwar, bringt neue Ideen ein und ist auch
tierten Kosten von 50 Millionen lieber mehr Ausländer beschäftigen dass er Junge einbinden wolle, aber Feuer und Flamme für das OYM.
Franken verdoppelt haben? würden. Diesen Ansatz finde ich als es darauf ankam, hatte er Angst
Wir haben anfänglich nur von den falsch, vier Ausländer pro Team ge davor. Ich kann das verstehen, er Die Ansprüche sind hoch,
50 Millionen für den Bau gespro nügen. Eine Ausweitung auf sechs kommt aus einer Generation, die Tangnes soll den Nachwuchs
chen. Hinzu kamen der Landkauf oder noch mehr Ausländer würde darauf nie grossen Wert legte. Der fördern und mit seinem Team
und die Einrichtung. Jetzt stehen wir praktisch den Todesstoss für unsere neue Headcoach Dan Tangnes denkt gleichzeitig um den Meistertitel
bei rund 100 Millionen Franken. Nationalmannschaft bedeuten. Wo ganz anders, er hat die Nachwuchs spielen. Kann dieser Plan funk
her nehmen wir dann die Spieler fürs philosophie bei seinen Engagements tionieren?
Das OYM muss für Sie eine Nationalteam? Und in welchen in Schweden voll mitgetragen. Sehr wichtig ist, dass wir einen Goa
Herzensangelegenheit sein. Klubs sollen junge Schweizer noch lie der Extraklasse haben. Glückli
Wenn es das nicht wäre, könnte einen Platz finden? Der Schaden, Welchen Eindruck haben Sie cherweise fanden wir mit Leonardo
man ein solches Projekt vergessen. der entstehen könnte, wäre nicht von Tangnes? Genoni einen Torhüter, der uns
Man muss mit Feuer, mit Begeiste leicht rückgängig zu machen. Ruhe ermöglicht auf dieser Posi
rung dabei sein. Ich habe zwei Söh tion. Wir brauchen Topspieler mit
ne, die ebenfalls sehr sportaffin Das Problem ist, dass Schweizer Vorbildfunktion, an deren Seite
sind. Wenn ich eines Tages nicht Spieler immer teurer werden, «Dan Tangnes steht ganz sich die Jungen weiterentwickeln
mehr lebe, werden sie das OYM in weil die Nachfrage grösser ist als hinter unserer Vision, können. So kann ein schlagkräftiges
meinem Sinn weiterführen. Das ist das Angebot. bringt neue Ideen ein und Team entstehen.
eine gute Ausgangslage. Genau deshalb brauchen wir Top
Infrastrukturen und gut geschultes ist auch Feuer und Flamme Mit der Verpflichtung von Ge
OYM, Hockey Academy, Farm Personal für die Ausbildung von für das OYM.» noni ab 2019 hat der EVZ seine
team: Zug scheint für die Zu klubeigenen Spielern. Wir müssen Ambitionen klargestellt. Genoni
kunft bestens gerüstet zu sein. unsere eigenen Talente fördern – ist der beste Schweizer Goalie
Davon bin ich überzeugt. Der EV und davon gibt es bestimmt genug. und hat dementsprechend
Zug wird im Eishockey eine Macht seinen Preis. Sind für Sie Investi
sein. Es sollen nicht nur die ZSC Ihr Anliegen ist Nachhaltigkeit. tionen in den Spitzensport des
Lions, Bern oder Lugano das Sagen Wurde letzte Saison beim EVZ Klubs nach wie vor kein Thema?
haben. Je mehr Teams auf Augen der angestrebte Einbau von Nein, ich beteilige mich nicht beim
höhe agieren, desto spannender jungen Spielern in der National Einkauf von Spielern, ich investiere
wird die Meisterschaft. Das ist posi League vernachlässigt? nur in die Nachwuchsförderung und
tiv für das Schweizer Hockey. Trainer Harold Kreis, von dem wir in die Entwicklung. Wenn wir mit
uns im Frühling getrennt haben, ist HansPeter Strebel unserer Strategie erfolgreich sind,
Wo sehen Sie den EV Zug in zehn ein sehr überlegter und angenehmer Präsident EV Zug wovon ich fest ausgehe, ist die Zu
Jahren? Mensch, ich habe mit ihm viele gute kunft des EV Zug gesichert.6 EVZ-Bully Mittwoch, 19. September 2018
Playoff-Resultate und Qualifikations-Rangierungen
Playoff-Resultate und Qualifikations-Rangierungen
Meister Viertel- Halb- Viertel- Viertel- _ Viertel- Halb- Viertel- Halb- Viertel- Halb- Halb- Halb- Halb- Halb- _ Viertel- Viertel- Viertel-
Final
(Final) final final final final final final final final final final final final final final final final final
1 1
2
3 3 3 3 3
4 4 4 4 4 4
5 5
7 7
8
10 10
Zuschauer-Durchschnitt
7006
6572
6529
6440
6436
6332
6307
6064
4950
4659
4556
4515
4462
4338
4216
4214
4077
4120
4068
3659
3625
1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
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Der lässige Abräumer
Robust Jesse Zgraggen ist in Ambri zur Teamstütze gereift, gerne hätten sie ihn in der Leventina
behalten. Doch in Zug sieht er das richtige Umfeld, um seine Entwicklung voranzutreiben.
Sven Aregger
sven.aregger@luzernerzeitung.ch
Ein Mittwoch im August, Jesse
Zgraggen sitzt im Bistro an der
Schiffstation in Flüelen, sein Blick
schweift über den Urnersee. Er trägt
ein weisses T-Shirt und eine Piloten-
brille, auf dem rechten Oberarm
prangt ein Eulen-Tattoo. Das Base-
ballcap hat er sich verkehrt herum
auf den Kopf gesetzt, es ist so etwas
wie sein Markenzeichen. Im Gesicht
zeugen zwei neue Narben von einem
Unfall im Sommertraining in Kana-
da. Er war nach einem Check in die
Bande geknallt, die Wunden muss-
ten genäht werden. «Halb so wild»,
sagt er und lacht.
Zgraggen verströmt an diesem
Nachmittag am See nordamerikani-
sche Lässigkeit. Wobei das mit
Nordamerika so eine Sache ist.
Denn der 25-jährige Verteidiger ist
schweizerisch-kanadischer Doppel-
bürger, seine Eltern wanderten vor
seiner Geburt vom Kanton Uri nach
Kanada aus, wo sie eine Ranch be- Ein Stück Heimat am Urnersee für Jesse Zgraggen. Bild: Roger Grütter (Flüelen, 8. August 2018)
wirtschafteten. Er wuchs mehrheit-
lich in der Provinz Alberta auf, aber
kurz nach seiner Geburt und dem mals 21-Jährigen sozusagen die Tür Trainer Luca Cereda schenkte ihm schnell abwärts.» Sein grosses Plus
Unfalltod des Vaters kehrte er mit geöffnet. Die Donatoren fädelten grosses Vertrauen: In der Platzie- ist die Zweikampfstärke, die Robust-
Mutter Rita und Bruder Michael für den Transfer des Verteidigers aus rungsrunde und im Playout-Final heit, die Aufopferungsbereitschaft.
einige Jahre zurück in die Schweiz – der kanadischen Western Hockey gegen Kloten erhielt Zgraggen die Er stellt sich in den Dienst der Mann-
nach Flüelen. Hier leben noch heu- League aber nicht nur ein, sie boten meiste Eiszeit aller Leventiner. Am- schaft, wirft sich in Schüsse und
te Jesse Zgraggens Grosseltern, er auch finanziell Hand. Sie trugen die bri legte ihm ein gutes Angebot zur nimmt Checks in Kauf, damit ande-
besucht sie regelmässig. Vom Ufer Kosten für Auto, Wohnung und Ver- Vertragsverlängerung vor, doch er re glänzen können.
des Urnersees aus kann man das sicherung und übernahmen einen entschied sich für den Wechsel nach
Haus sehen. Flüelen liegt ziemlich Teil des Lohnes. Dafür sammelten Zug. Das kam bei den Fans nicht nur Sportliche Perspektiven
genau in der Mitte von Zgraggens al- sie Spendengelder. Das Engagement gut an, zumal die beiden Klubs eine als Lockmittel
tem und seinem neuen Arbeitgeber. der Donatoren war nicht ganz un- Rivalität verbindet. Gisler versteht Ausschlaggebend für den Wechsel
Auf diese Saison hat er vom HC Am- eigennützig, Zgraggens Verpflich- aber den Entscheid, «schliesslich ist seien primär die sportlichen Pers-
bri-Piotta mit einem Dreijahres- tung sollte die Identifikation der vie- es seine Karriere. Und ich traue Jes- pektiven gewesen. Das Geld habe
vertrag zum EV Zug gewechselt. Er len Urner Ambri-Fans mit dem Le- se zu, dass er sich in Zug etablieren nicht die wichtigste Rolle gespielt,
sagt: «Ich habe in Ambri viel gelernt, ventiner Hockeyklub stärken. «Wir kann.» Der Donatoren-Präsident so Zgraggen. Er schwärmt vom Ta-
dafür bin ich dem Klub dankbar. waren stolz darauf, dass nach vielen sagt aber auch, dass es Zgraggen wo- lent in der Mannschaft, von den Res-
Aber jetzt ist es Zeit für den nächs- Jahren endlich wieder ein Akteur mit möglich gutgetan hätte, noch einmal sourcen mit den Spezialtrainern und
ten Schritt.» Urner Wurzeln in Ambri spielte», in Ambri zu verlängern und sich wei- der modernen Infrastruktur. Er sieht
sagt Michael Gisler, Präsident des ter zu festigen, um dann mit 27 oder es als das richtige Umfeld, um seine
Donatoren-Club war Donatoren-Clubs. 28 im besten Hockey-Alter zu einem Entwicklung voranzutreiben. Gele-
Zgraggens Türöffner in Ambri Nach Anlaufschwierigkeiten in finanzstarken Klub zu wechseln. gen kommt ihm natürlich auch, dass
Dass Zgraggen vor vier Jahren bei den ersten beiden Saisons entwickel- «Jetzt muss er sich neu beweisen, er Zug nicht allzu weit entfernt ist von
Ambri in der National League Fuss te sich der 93 Kilo schwere und muss am Ball bleiben.» Flüelen und von Altdorf, wo sein
fassen konnte, hat er auch dem Do- 188 Zentimeter grosse Zgraggen zu Das ist sich Jesse Zgraggen Grossvater mütterlicherseits lebt.
natoren-Club HCAP zu verdanken. einem verlässlichen Abräumer. In durchaus bewusst. «In dieser Liga «An einem freien Nachmittag kann
Der Deutschschweizer Unterstüt- der vergangenen Saison reifte er gibt es keine schlechten Spieler. Man ich schnell mal hierherkommen»,
zungsverein hat Ambri auf Zgraggen neben seinem Abwehrpartner Nick muss dem Coach immer wieder zei- sagt er und schaut auf den Urnersee.
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luzernerzeitung.chMittwoch, 19. September 2018 EVZ-Bully 9
Klick im Kopf
Verändert Dario Simion (24) hat sich in Davos nicht mehr rundum glücklich gefühlt.
Mit einem Mentaltrainer versucht er nun, seine Karriere beim EVZ neu zu lancieren.
Sven Aregger
sven.aregger@luzernerzeitung.ch «Ich bin vom Klub gut
aufgenommen worden
Dario Simion musste nicht lange und fühle mich sehr wohl
überlegen. Als der Tessiner das An-
gebot vom EV Zug erhielt, hat er so- hier. Diese Luftveränderung
fort gewusst: «Das ist eine gute Lö- habe ich gebraucht.»
sung, diese Mannschaft kann Meis-
ter werden.» Dass der Transfer im
Frühling zu Stande kam, hat Simion
womöglich einem anderen Tessiner
zu verdanken: Stürmer Inti Pestoni,
der bei den ZSC Lions keine Rolle
mehr spielte, unterschrieb einen Ein-
jahresvertrag in Davos. Fast gleich-
zeitig löste der HCD den Kontrakt
mit dem 24-jährigen Simion auf und
erteilte ihm damit die Freigabe für
den Wechsel nach Zug. Simion sagt:
«Alles ging sehr schnell.»
Der Flügel war im Bündnerland
schon länger nicht mehr richtig Dario Simion
glücklich. Die vergangene Saison Stürmer EV Zug
war die schwierigste seiner Karriere.
Von Anfang an kam er nicht auf Tou-
ren, der harzige Start verunsicherte
ihn. «Ich habe mich vielleicht selber ning tut mir gut», sagt Simion. Posi-
zu stark unter Druck gesetzt, ich war tiven Einfluss hat auch Musik auf
blockiert», sagt er. Dazu muss man ihn. In seiner Kindheit spielte er
wissen, dass Simion ein Familien- Posaune, nun nimmt er Gitarren-
mensch ist. Im Bergort Davos fühlte unterricht – und das durchaus mit
er sich oft einsam, abgeschnitten von Ehrgeiz: Zwei bis drei Stunden übt
seinem geliebten Umfeld. Die Eltern er pro Tag.
und der Bruder leben im Maggiatal,
die Schwester in Zürich. In Zug ist er Nicht mehr Mitläufer,
nun wieder näher bei seinen Liebs- sondern Leader
ten. Er sagt: «Ich bin vom Klub gut Wenn Simion etwas macht, dann
aufgenommen worden und fühle richtig. Das gilt auch fürs Eishockey,
mich sehr wohl hier. Diese Luftver- die neue Saison könnte so etwas wie
änderung habe ich gebraucht.» der Schlüsselmoment in seiner Kar-
riere sein. In Zug will er den endgül-
Täglich zwei bis drei Stunden tigen Durchbruch schaffen, sich vom
an der Gitarre Mitläufer zum Leader entwickeln,
Dario Simion stammt aus dem Verantwortung für die Mannschaft
Nachwuchs des HC Ambri-Piotta, übernehmen.
früh galt er als Talent. Nach seinem Auch für die Schweizer Natio-
Wechsel zum Kantonsrivalen Luga- nalmannschaft hat er sich hohe Zie-
no debütierte er mit 16 Jahren in der Dario Simion in der Bossard-Arena, seiner neuen Umgebung. le gesetzt, er will 2019 zum WM-
National League. Und bereits in sei- Bild: Werner Schelbert (Zug, 10. August 2018) Kader gehören. Im Sommer nahm
ner ersten Saison in Davos durfte er er am Prospect Camp teil, dabei hat-
2015 den Meistertitel feiern. Es gibt te er auch ein Gespräch mit Trainer
Karrieren, die weitaus ungünstiger Potenzial nicht mehr ausschöpfen, junge Mann mit dem Tessiner Men- Patrick Fischer. «Er hat mir gesagt,
verlaufen. man könnte es als Stagnation be- taltrainer Giorgio Valsecchi. Er dass ich alle Fähigkeiten mitbringe.
Der Rechtshänder Simion ist ein zeichnen. Simion wusste, dass er et- absolviert einen Kurs mit zwölf Es müsse nur noch klick im Kopf ma-
schneller, robuster Stürmer mit was verändern musste und dass es Modulen und macht täglich seine chen», erzählt Dario Simion. Es ist
einer guten Schusstechnik und kann allein mit dem Transfer in die Zen- Übungen. «Es geht darum, das wohl genau das, was er nun braucht,
auf beiden Flügelseiten eingesetzt tralschweiz nicht getan ist. Seit die- Selbstvertrauen zu stärken und um seiner Karriere neuen Schub zu
werden. Doch zuletzt konnte er sein sem Sommer arbeitet der sensible positiv zu denken. Das Mentaltrai- verleihen.10 EVZ-Bully Mittwoch, 19. September 2018
«Ohne Druck landet ma
Befreundet Verteidiger Miro Zryd (23) und Stürmer Yannick
den SCL Tigers zum EVZ. Sie sagen, wie sie ihren Abgang in La
Interview Sven Aregger rungsspielern reifen können.
sven.aregger@luzernerzeitung.ch Was sprach dennoch für Zug?
Zryd: Ich hatte das Gefühl, dass ich
Miro Zryd und Yannick-Lennart mich in Zug besser weiterentwi-
Albrecht, Sie studieren Wirt- ckeln kann. Und ich traute mir zu,
schaftswissenschaften an der mich beim EVZ durchzusetzen.
gleichen Fernuniversität, spiel-
ten seit den Elite-Junioren Albrecht: Der EVZ ist eine neue
gemeinsam bei den SCL Tigers Challenge. Ich brauchte eine
und unterschrieben letzten Veränderung, aber ich sagte mir,
Herbst fast zeitgleich beim EV dass nur ein Wechsel zu einem
Zug. Alles nur Zufall? Top-4-Klub Sinn mache. Der EV
Miro Zryd: Wir haben beide das Zug hat grosse Ambitionen und ein
Gymnasium absolviert und uns des- riesiges Potenzial, deshalb hat es
halb darüber unterhalten, was wir für mich gestimmt.
neben dem Eishockey noch machen
könnten. Das Studium der Wirt- Klub und Fans in Langnau
schaftswissenschaften hat uns bei- waren dennoch enttäuscht über
den gepasst. den Wechsel. Mussten Sie sich
rechtfertigen?
Yannick-Lennart Albrecht: Was den Albrecht: Natürlich hätten sie uns
Wechsel betrifft, habe ich nicht ge- gerne behalten. Wir haben dem
wusst, dass Miro mit Zug verhan- Klub viel zu verdanken, in Lang-
delt. Bevor der Transfer bei ihm of- nau erhielten wir die Möglichkeit,
fiziell bestätigt wurde, hatte ich dem uns in der National League zu
EVZ bereits fix zugesagt. Wir haben etablieren. Aber alle, die etwas von
uns also nicht abgesprochen. Eishockey verstehen, können
unsere Beweggründe nachvollzie-
Ist in der gemeinsamen Zeit in hen und gönnen uns den Wechsel.
Langnau und beim Studium eine Spieler kommen und Spieler
Freundschaft entstanden? gehen, auch in Langnau – so ist das
Albrecht: Wir kennen und verste- Business.
hen uns gut. Miro weiss viel über
mich, ich weiss viel über ihn. Wir Zryd: Ich hatte den Eindruck, dass
sind beide ruhige Typen, bei wir gegen Ende der Saison weniger
Teamreisen übernachten wir häufig Kredit genossen bei den Fans.
im gleichen Hotelzimmer. Sobald wir unterschrieben hatten,
sind die kritischen Stimmen lauter
Welche Rolle spielt es, dass Sie geworden. Wenn ich einmal kein
das neue Abenteuer in Zug nun Topspiel abgeliefert hatte, bin ich
zusammen in Angriff nehmen darauf angesprochen worden. Das Das ehemalige Langnauer Duo Miro Zryd (links) und Yannick-Lennart Albrecht hat in
können? war vorher nie der Fall.
Zryd: Ich kannte zunächst nieman-
den beim EVZ, deshalb habe ich In Langnau hiess es, Zryd und der Goalietrainer und der Skills-
mich gefreut, dass Yannick auch in Albrecht hätten nach der Ver- Coach auf dem Eis – also fünf «Ich kannte zunächst
die Zentralschweiz wechselt. tragsunterzeichnung nicht mehr Trainer. Sie können dir schon niemanden beim EVZ,
ihr ganzes Können abgerufen. während des Trainings individuel- deshalb habe ich mich
Albrecht: Für uns beide ist es der Albrecht: Keiner spielt absichtlich le Feedbacks geben. In Langnau
erste Wechsel als Profis. Es macht schlecht. Nach der Unterschrift waren nur der Headcoach und der gefreut, dass Yannick
sicher vieles einfacher, wenn man kam ich weniger zum Einsatz, aus Assistent dabei, eine solche Ein- auch in die Zentralschweiz
an einem neuen Ort schon ein welchen Gründen auch immer. zelkritik war daher gar nicht wechselt.»
bekanntes Gesicht trifft. Aber ich habe bis zuletzt mein möglich.
Bestes gegeben.
Langnau hat Ihnen für eine Albrecht: Die Bedingungen in Zug
Vertragsverlängerung eine Was ist beim EV Zug anders als sind wirklich sehr professionell.
Lohnerhöhung angeboten. Im in Langnau? Miro Zryd
beschaulichen Emmental hätten Zryd: Im Training stehen der Der EVZ will ja ein Spitzenteam Verteidiger EV Zug
Sie in Ruhe zu absoluten Füh- Headcoach, die zwei Assistenten, sein und um den MeistertitelMittwoch, 19. September 2018 EVZ-Bully 11
an in der Komfortzone»
k-Lennart Albrecht (24) wechselten auf die neue Saison von
angnau erlebt haben und welche Perspektiven sie in Zug sehen.
ten Mannschaft wie Zug muss man
jeden Tag ans Limit gehen. Ich bin
Spielstarke überzeugt, dass mich dies im
Neuzugänge Endeffekt besser machen wird.
Verteidiger Miro Zryd (186 cm/88 Kritiker monieren, der EVZ habe
kg) hat im Nachwuchs des Erstligis- auf die neue Saison nur Ergän
ten EHC Adelboden mit Eishockey zungsspieler verpflichtet, die
begonnen. In der Saison 2013/14 den eigenen Talenten den Platz
wechselte er zu den Eilte-Junioren wegnehmen. Was entgegnen Sie
der SCL Tigers und erhielt ein Jahr solchen Aussagen?
später einen Profivertrag. Letzte Sai- Albrecht: Ich verstehe diese
son wurde der 23-Jährige erstmals Sichtweise. Aber man muss auch
für das Schweizer Nationalteam be- wissen, dass es von den Junioren
rücksichtigt, er bestritt vier Testspie- oder der Swiss League noch ein
le vor der WM. EVZ-Sportchef Reto grosser Schritt in die National
Kläy beschreibt den Berner als spiel- League ist. Miro und ich haben
starken Verteidiger, der defensiv und nun schon einige Jahre Erfahrung
offensiv Impulse bringen kann. Miro in der obersten Spielklasse und
Zryd stammt aus einer sportlich er- sind auch schon für die Schweizer
folgreichen Familie: Grosstante An- Nationalmannschaft angetreten.
nerösli wurde 1970 Ski-Abfahrts- Ausserdem glaube ich nicht, dass
weltmeisterin, Vater Björn gewann wir den Jungen den Platz wegneh-
als Curler mehrere Medaillen an men. Wenn einer besser ist, soll
nationalen Titelkämpfen. er es zeigen. Dann wird er be-
Center YannickLennart Alb stimmt eine Chance erhalten –
recht (190 cm/92 kg) stiess 2009 gerade unter dem neuen Head-
von Visp zum Langnauer Nach- coach, der stark auf Leistung
wuchs, 2014 debütierte er mit dem setzt.
Profiteam in der Swiss League. Kläy
preist ihn als «intelligenten, physisch Bei Trainer Dan Tangnes müs
und spielerisch starken Spieler». Der sen sich auch die alteingesesse
24-jährige Walliser bestritt bisher elf nen Spieler neu beweisen, nie
Spiele für das Schweizer National- mand soll einen Bonus erhalten.
team. Im Sommer wurde er von Trai- Vereinfacht das die Ausgangs
ner Patrick Fischer für Prospect lage für Sie?
Camp aufgeboten, zudem absolvier- Albrecht: Ein Neustart für alle ist
te er in Magglingen die Spitzensport- sicher kein Nachteil.
RS. Albrecht unterschrieb in Zug für
drei Jahre, Zryd für zwei Jahre. (ars) Im Nationalteam konnten Sie
Zug eine neue Heimat gefunden. Bild: Werner Schelbert (Zug, 13. August 2018) sich bisher noch keinen Stamm
platz erkämpfen. Sehen Sie den
EVZ auch als Sprungbrett für den
spielen. Können Sie mit dem gegen den Abstieg kämpfen internationalen Durchbruch?
«Ich glaube nicht, dass wir Druck umgehen? mussten. Wir haben also schon Albrecht: Ziel ist, eines Tages eine
den Jungen den Platz Albrecht: Das werden wir sehen. einige Erfahrung im Umgang mit WM zu spielen. Dafür braucht es
wegnehmen. Wenn einer Druck haben alle im Leben, man Druck. konstant gute Leistungen im Klub.
darf ihm nicht aus dem Weg gehen. Die Chancen dafür sind in Zug si-
besser ist, soll er es zeigen. Druck macht einen auch besser. In Zug ist der Konkurrenzkampf cher nicht schlechter als in Langnau.
Dann wird er bestimmt eine Ohne ihn landet man schnell in aber grösser als in Langnau.
Chance erhalten.» einer Komfortzone und entwickelt Möglich ist, dass Sie mit weniger Zryd: Beim EVZ ist das Niveau ex-
sich nicht mehr weiter. Eiszeit und einer untergeordne trem hoch, entsprechend stärker
ten Rolle leben müssen. wird man in den Trainings gefor-
Zryd: Auch in Langnau hatten wir Zryd: Als ich beim EVZ unter- dert. Dabei kann man auch viel von
Druck, einfach auf eine andere Art... schrieben habe, wusste ich, dass so den Mitspielern lernen. Das sind
YannickLennart Albrecht etwas passieren kann. Aber natür- ideale Voraussetzungen, um den
Stürmer EV Zug Albrecht: ... es war eigentlich fast lich will ich möglichst viel spielen. nächsten Schritt in der Karriere zu
noch schlimmer, weil wir immer Albrecht: Gerade in einer talentier- machen.12 EVZ-Bully Mittwoch, 19. September 2018
Wunschaufstellung 2018
Impressum
Bully 2018/19 – Beilage der «Zuger Zeitung»
vom Mittwoch, 19. September 2018.
Dan Tangnes Stefan Hedlund Josh Holden Herausgeberin: Luzerner Zeitung, Verlegerin
Headcoach Assistant Coach Assistant Coach Verlag: Jürg Weber, Leiter NZZ-Regionalmedien;
Bettina Schibli, Leiterin Lesermarkt; Stefan Bai, Leiter
Werbemarkt; Maihofstrasse 76, 6002 Luzern, Telefon
041 429 52 52, verlag@lzmedien.ch
Zehnder Senteler Schnyder Chefredaktor: Jérôme Martinu
12 88 57
Block 4
Stürmer:
Yannick Sven Fabian Redaktion: Sven Aregger (sven.aregger@luzernerzeitung.
ch), Cyril Aregger (cyril.aregger@luzernerzeitung.ch,
René Barmettler (rene.barmettler@luzernerzeitung.ch),
Alatalo Stadler
Verteidiger: 22 Santeri
14 Livio
Raphael Biermayr (raphael.biermayr@zugerzeitung.ch
Fotoredaktion: Lene Horn, Claudio Attolini, Marianne Mischler
Gestaltung und Produktion: Clemens Fritschi, Daniela Bürgi,
Dieter Steiner, Sven Gallinelli
Grafiken: Oliver Marx, Martin Ludwig
Inserate: NZZ Media Solutions AG, Baarerstrasse 27,
26 Suri 28 Albrecht 48 Klingberg
Block 3
Stürmer: 6302 Zug, Tel. 041 725 44 92
Reto Yannick-Lennart Carl Anzeigenleitung: Michael Kraft
Verteidiger: 58 Zgraggen
Jesse
49 Zryd
Miro
Mit dem AboPass
Simion McIntyre Martschini
59 7 46 mehr erleben
Block 2
Stürmer:
Dario David Lino
und profitieren .
Verteidiger: 17 Thiry
Thomas
18 Schlumpf
Dominik
Stürmer: 10 Lammer 9 Roe
25 Stalberg
Block 1
Dominic Garrett Viktor
Verteidiger: 74 Morant
Johann
16 Diaz
Raphael
Torhüter: 51 Stephan
Tobias
29 Aeschlimann
Sandro
Abo PASS
Weiter im Kader: Tobias Fohrler, Fabian Haberstich, Fabio Kläy, Victor Oejdemark, Pontus Widerström (5. Ausländer) abopassshop.ch
News aus der Region
mit Thomas Erni
18 Uhr, stündlich wiederholt
Zentralschweizer Fernsehen | | tele1.chMittwoch, 19. September 2018 EVZ-Bully 13
Wertvoller Wasserträger
Hilfsbereit Walter Vattolo (57) engagiert sich seit 18 Jahren als ehrenamtlicher Helfer im EV Zug,
bis zu 500 Stunden wendet er pro Saison auf. Die Organisation ist auf Leute wie ihn angewiesen.
Sven Aregger tisch an jedem Meisterschaftsspiel Hürlimann betont, dass es ohne die
sven.aregger@luzernerzeitung.ch dabei, 400 bis 500 Stunden wendet «Ehrenamtliche Helfer vielen Helfer schwierig wäre, den
Für Walter Vattolo ist der EV Zug
er jede Saison für den EVZ auf. Nach
einem Auswärtsspiel kann es vor-
sind für den EV Zug Spielbetrieb zu tragbaren Kosten
aufrechtzuerhalten. «Beim Nach-
eine Herzensangelegenheit. Er ist kommen, dass er sich um 4 Uhr auch heute noch wuchs wäre ein Betrieb sogar un-
nahe des alten Herti-Stadions aufge- schlafen legt und ein paar Stunden möglich. Dies würde den Kosten-
wachsen, jede freie Minute verbrach- später schon wieder im Büro sitzt.
sehr wichtig.» rahmen komplett sprengen.»
te er im Umfeld des Hockeyklubs. Er Vattolo ist Personalverantwortlicher Walter Vattolo spürt die Wert-
sagt: «Meine Leidenschaft für das und Leiter des Sozial- und Gesund- schätzung des Vereins, gerade die
Eishockey, für den EVZ ist gross.» So heitsamtes der Gemeinde Unter- Klubverantwortlichen würden gros-
gross, dass er sich seit 18 Jahren eh- ägeri, überdies amtet er als stellver- se Dankbarkeit zeigen. Insbesonde-
renamtlich in der Organisation en- tretender Gemeindeschreiber. Oft re den Rollenwechsel findet er inte-
gagiert. Gemeinsam mit den Brü- arbeitet er auch am Samstag, wenn ressant. Während er im Beruf eine
dern Roland und Hans Sennrich ge- er für EVZ-Auswärtsspiele das Büro Marisa Hürlimann Führungsposition bekleidet, ist er
hört er zum Statistikteam. In der an Werktagen früher verlassen muss. Kommunikationsverantwortliche beim EVZ ein kleines Rädchen im
Meisterschaft erfassen sie auf einem «Während der Saison bleibt kaum EV Zug Getriebe, «ein Wasserträger», wie
Tablet die statistischen Werte der mehr Zeit für soziale Kontakte», sagt er es ausdrückt. Er sieht den ehren-
Zuger Spieler: Eiszeiten zum Bei- er. «Aber ich leiste gerne einen Bei- amtlichen Einsatz als eine Bereiche-
spiel, Schüsse und Grosschancen, trag für den EVZ, wenn ich dem Klub rung, als eine Lebensschule. «Hier
Checks und Bullys. Diese Zahlen damit helfen kann.» oder Zeitnehmer, im Sicherheitsbe- lernt man, was Teamgeist bedeutet.
dienen dem Coaching-Staff als Hilfs- reich oder im Ticketing. «Ehren- Es geht darum, dass charakterlich
mittel, wenn er die Spiele analysiert. Familiäre Basis gehört amtliche Helfer sind für den EVZ unterschiedliche Typen an einem
Seit einigen Jahren ist Vattolo zur Unternehmenskultur auch heute noch sehr wertvoll und Strang ziehen, um gemeinsam ein
auch als Medienbetreuer tätig. Vor Der EV Zug ist auf Leute wie Walter wichtig», sagt die Kommunika- Ziel zu erreichen.»
den Spielen informiert er die Journa- Vattolo angewiesen. Rund 300 eh- tionsverantwortliche Marisa Hürli-
listen über die Zuger Aufstellung, renamtliche Helfer unterstützen die mann. Die familiäre Basis durch Bis zum zweiten Titel will
nach Matchende vermittelt er den Organisation jede Saison. Sie enga- diese Funktionäre und durch die Vattolo weitermachen
Medien die Trainer und Spieler für gieren sich etwa als Nachwuchstrai- breite Unterstützung in der Region Und manchmal gehen sogar Träu-
Interviews. Der 57-Jährige ist prak- ner oder Schiedsrichter, als Speaker sei Teil der Unternehmenskultur. me in Erfüllung. Vattolo war schon
lange ein Bewunderer von Henrik
Zetterberg, als der Superstar plötz-
lich in der Garderobe stand. Der
Schwede verstärkte den EVZ wäh-
rend des NHL-Lockouts 2012/13.
«Ich hätte nie geglaubt, dass er ein-
mal in Zug spielt. Seine Bodenstän-
digkeit und Arbeitsmoral haben
mich tief beeindruckt. Er hatte ab-
solut keine Sonderwünsche und
Starallüren», erinnert sich Vattolo.
Walter Vattolo hat noch einen
anderen Traum, und der ist noch
nicht wahrgeworden: der Traum
vom zweiten Meistertitel der Klub-
geschichte. Bis zum Titel wolle er im
EV Zug weitermachen, hat er sich
einmal zum Ziel gesetzt. Wie lange
das dauern wird, da gehen die An-
sichten auseinander. Vattolo selber
sagt: «Es wäre schön, wenn es in den
nächsten fünf Jahren klappen wür-
de.» Für den EVZ jedenfalls wären
die Meisterehren möglicherweise
mit dem Wermutstropfen verbun-
den, dass der verdiente Helfer Wal-
ter Vattolo in den Ruhestand tritt –
auch wenn er den Klub weiterhin im
Walter Vattolo arbeitet für den EVZ gegen 500 Stunden pro Saison. Bild: Werner Schelbert (Zug, 10. August 2018) Herzen tragen wird.Für
C H F 5.–
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Benutzerkonto freischalten: luzernerzeitung.ch/freischaltenMittwoch, 19. September 2018 EVZ-Bully 15
Neue Rolle, neue Chance
Stürmertrainer Josh Holden hat nach 20 Jahren als Profi die Seiten gewechselt und amtet nun
als Assistent von EVZ-Headcoach Dan Tangnes. Er weiss, dass er noch viel zu lernen hat.
Neue Chefs
an der Bande
Der EVZ startet nicht nur mit einem
neuen Headcoach in die Saison, son-
dern zum ersten Mal auch mit zwei
Assistenten. Der Norweger Dan
Tangnes (39) trägt die Hauptverant-
wortung. Als Stürmer musste er sei-
ne Karriere wegen Rückenproble-
men frühzeitig beenden. Er arbeite-
te im Nachwuchs des schwedischen
Vereins Rögle, wo er zum Chef-
trainer aufstieg. Zuletzt betreute er
Linköping, eines der jüngsten Teams
der Liga, mit dem er dreimal in den
Playoff-Viertelfinals ausschied.
Der Schwede Stefan Hedlund
(43) wird neben Josh Holden als As-
sistenzcoach amten. Er hat letzte
Saison das Farmteam in der Swiss
League übernommen und erstmals
in die Playoffs geführt. (ars)
Hinweis
Ein Porträt über Dan Tangnes lesen
Sie in der Freitagsausgabe.
Josh Holden hantiert jetzt mit der Taktiktafel. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 6. September 2018)
Sascha Fey das Powerplay zuständig. Holden er- Wenn ich eine Idee habe und du Töchter 7, 5 und 3 Jahre alt. «Sie sind
sport@luzernerzeitung.ch achtet es als Vorteil, die meisten nicht einverstanden bist, musst du integriert, gehen in eine Schweizer
Spieler gut zu kennen. Er will immer ehrlich sein, damit wir das diskutie- Schule, reden die Sprache», sagt
Holden wirkt entspannt. Der 40-jäh- offen sein für sie. Ohnehin sieht er ren und gemeinsam zu einer Lösung Holden. «Es ist grossartig hier. Mei-
rige Kanadier fühlt sich wohl in der sich als Helfer, «schliesslich habe ich kommen können.» ne Familie fühlt sich in der Schweiz
neuen Rolle, ist sich bewusst, dass noch viel zu lernen». Dies umso mehr zu Hause als in Nordamerika.»
es alles andere als selbstverständlich mehr, als der neue Headcoach Dan Der rote Pass Deshalb bemüht sich die Fami-
ist, dass er nach zehn Jahren als Spie- Tangnes und der zweite Assistent steht in Aussicht lie um den roten Pass. «Es ist für die
ler des EVZ diese Chance erhalten Stefan Hedlund, die aus Norwegen Dabei ist hilfreich, dass Holden im- Zukunft der Mädchen.» Vom Bür-
hat. «Das Timing für den nächsten respektive Schweden stammen, mit mer noch etwas wie ein Spieler denkt gerrat in Baar sind die Holdens offi-
Schritt war richtig», sagt Holden. ihrer skandinavischen Mentalität und somit gute Feedbacks aus deren ziell akzeptiert. Nun geht es darum,
«Zudem fühle ich mich verpflichtet, einen Stil pflegen, der für Holden Sicht geben kann. Unter der neuen den Prozess zu beenden. Wie lange
dem Verein, den Fans, den jungen neu ist. «Es ist interessant, zu sehen, Führung wollen die Zuger die Geg- das noch dauert, weiss Josh Holden
Spielern etwas zurückzugeben.» wie sie mit Situationen, mit Spielern ner mehr unter Druck setzen. Das nicht. «Es sind viele Meetings, vie-
Als Spieler lebte er von Tag zu umgehen. Es geht für mich darum, soll mit kürzeren Einsätzen auf hö- le Formulare», erzählt er mit einem
Tag, es wurde ihm gesagt, was er zu Tag für Tag meinen Weg zu finden», herem Niveau erreicht werden. Um Schmunzeln. Bevor er sich verab-
tun hat. Nun hilft er bei der Planung so Holden. Insofern will er möglichst darauf vorbereitet zu sein, wurde schiedet, schwärmt er noch vom
der Trainings, der Ausarbeitung der viel von den beiden profitieren. hart an der Physis gearbeitet. «Das in Cham entstehenden Kompetenz-
Strategie, gibt den Spielern Feed- «Dan ist ein sehr intelligenter Mann. System ist einfach und klar», sagt zentrum für Athletik und For-
backs, ermutigt er sie. «Es ist viel Er sieht die kleinen Details klar. Und Holden. «Die Spieler wissen genau, schung. Dieses bietet dem EVZ
mehr Arbeit», erklärt Holden. So Stefan ist sehr strukturiert», erklärt was die Erwartungen an sie sind.» neue Möglichkeiten zur Leistungs-
kann es vorkommen, dass er im Bett Holden. Tangnes setzt grossen Wert Holden, der 657 Spiele in der optimierung. «Es ist grossartig, dass
noch Video schaut, um weitere auf Kommunikation und Ehrlichkeit. höchsten Schweizer Liga bestritten unser Präsident Hans-Peter Strebel
wichtige Details zu sehen. Die Kon- Beim Kennenlernen von Holden sag- und 251 Tore erzielt hat, lebt seit so etwas auf die Beine stellt», er-
zentration gilt dem offensiven Be- te er zu ihm: «Ich habe nicht alle Ant- 2005 in der Schweiz. Als er 2008 klärt Holden. «Es könnte besser
reich. Er ist auch für die Bullys und worten und werde das nie haben. nach Zug wechselte, waren die drei nicht sein.»16 EVZ-Bully Mittwoch, 19. September 2018
Kraft ist die Basis Saison 2018/19
Gründung
Trainiert Hockeyprofis legen im Sommer den Grundstein für die Saison. 1967 Eissportverein Zug
Athletikcoach Mike Slongo (45) sagt, wie das Off-Ice-Training abläuft. 1998 EVZ Holding AG
2009 EVZ Gastro AG
2014 EVZ Sport AG
Sven Aregger 2014 EVZ Nachwuchs AG
sven.aregger@luzernerzeitung.ch 2014 The Hockey Academy AG
2014 EVZ Management AG
Sommertraining: «Zuerst muss ich
klarstellen: Sommertraining ist ein Clubadresse
irreführender Begriff. Er impliziert, EVZ
dass die Spieler nur im Sommer ab- Weststrasse 11
seits vom Eis trainieren. Aber das ist Postfach 3215
nicht so, sogenannte Off-Ice-Trai- 6303 Zug
nings finden seit Jahren über die Tel. 041 725 31 00
ganze Saison statt. Wir haben eine E-Mail: info@evz.ch
Saisonplanung von zwölf Monaten Internet: www.evz.ch
mit verschiedenen Phasen. Die Off-
Season begann dieses Jahr bereits Budget 1. Mannschaft
Mitte April, weil wir in der ersten 2014/15 14,0 Mio. Franken
Playoff-Runde ausgeschieden sind. 2015/16 14,0 Mio. Franken
Rund drei Wochen nach Saisonende 2016/17 14,2 Mio. Franken
– unabhängig davon, nach welcher 2017/18 14,2 Mio. Franken
Playoff-Serie – startet jeweils der 2018/19 14,5 Mio. Franken
Trainingsbetrieb nach einer bereits
vor den Playoffs definierten Pla- Bossard-Arena
nung. Diese Saison wurden in den 7200 Plätze (4848 Sitzplätze und
ersten Wochen Trainingsvolumen 2352 Stehplätze)
und -intensität kontinuierlich ge- Zuschauer 2017/18 (Quali/Playoffs):
steigert, danach enthielt das Voll- 196 180
programm bis zu elf Trainingsein-
heiten pro Woche. Da wir im neuen Eintrittspreise
Athletiktrainerteam etwas mehr Sitzplatz: 58/78 Franken
Ressourcen einsetzen können, ist Mike Slongo macht die EVZ-Spieler fit. Hier beobachtet er Stürmer David Stehplatz: 28 Franken
eine engere Betreuung von Trai- McIntyre bei einer Kraftübung. Bild: Pius Amrein (Zug, 23. August 2018) Jugendliche: 58/78 Franken für Sitz-
nings und Spielern möglich. Anders platz, 17 Franken für Stehplatz (Jahr-
ist das bei den Ausländern und den gang 2000 und jünger)
Spielern, die den Sommer in Nord- chen Grundlage, sie sollen effektiv heisst: Die Leistungsfähigkeit des
amerika verbringen. Mit ihnen be- sein. In welchem Mass sie Wirkung Teams hat sich verbessert. Die Tests Generalsponsorin
sprechen wir teilweise gewisse Trai- erzielen, ist individuell unterschied- sagen aber nichts darüber aus, wie Zuger Kantonalbank
ningspunkte, aber überwachen kön- lich und unter anderem von geneti- die Mannschaft in der Meisterschaft
nen wir sie nicht. Künftig streben schen Faktoren abhängig. Stetig abschneidet. So gab es im Frühling Hauptsponsoren
wir an, diesen Umstand zu ändern, verfolgen wir die neusten Entwick- vor dem Viertelfinal-Aus gegen die Binelli Group, Bossard, Nord Stre-
die Art der Umsetzung ist aber noch lungen und lassen diese – wo sinn- ZSC Lions keine Anzeichen, dass die am, Novartis, Otto’s, Sika
offen.» voll – ins Training einfliessen. Es Spieler Defizite im athletischen Be-
gibt moderne Gadgets, die gut aus- reich gehabt hätten. Wie sich ein Goldsponsoren
Trainingsmethoden: «Der absolu- sehen oder motivierend sein kön- Spieler über die Saison entwickelt, Alfred Müller, Chicco d’Oro, dieIn-
te Schwerpunkt liegt auf dem Kraft- nen. Aber es stellt sich immer die ist nicht zuletzt eng mit den Eis- kasso, Glencore, Grand Casino Lu-
training in verschiedenster Ausprä- Frage, ob sich damit auch wirklich zeiten verknüpft. Ein Spieler, der pro zern, Ineichen, Landis+Gyr, TUI
gung. Kraft ist für alle anderen Be- Fortschritte erzielen lassen. Die Match nur fünf Minuten zum Ein- Suisse, V-ZUG, Wasserwerke Zug
reiche die Basis, auch für die Vielfalt an Tools und Geräten ist in- satz kommt, verpasst quasi eine
Ausdauer und für die Schnelligkeit. zwischen derart gross, dass man Trainingseinheit. Wenn er das nicht Fanclubs
Ein Beispiel: Wenn mir die Kraft schnell einmal den Fokus auf die re- kompensiert, entwickelt sich seine Arth-Goldau, Black Scorpion, Blue
fehlt, um mein Bein zu heben, kann levanten Faktoren verlieren kann.» athletische Verfassung negativ. Boys, Bündnerland, Crazy Hornets
ich mich nicht mehr fortbewegen, Grundsätzlich haben die heutigen March Höfe, Der 7. Mann – Herti-
da nützt mir auch der leistungs- Leistungstests: «Wir führen seit Spieler eine offene, professionelle Nord-Kurve, EVZ’s Thirst, Icebrea-
fähigste Stoffwechsel nichts. Es gibt mehreren Jahren im Saisonverlauf Einstellung zu Themen wie Off-Ice- kers, Pilatus Luzern, Pirates Nidwal-
aber auch Wochen, in denen wir zu vordefinierten Zeitpunkten Leis- Training, Ernährung oder Mental- den, Red Fox, Red-Tower Blue-Fire,
vorwiegend im Ausdauerbereich tungstests durch. Damit überprüfen coaching. Ein Spieler, der vor zehn EVZ Fanclub Zug
arbeiten. Letztlich geht es darum, wir den Leistungsstand wie auch die oder zwölf Jahren noch aktiv war,
Trainingsadaptionen zu ermögli- Leistungsentwicklung der Spieler. würde den heutigen Trainingsauf- Vorverkaufsstellen
chen. Unsere Trainingsmethoden Vergleichende Tests zeigen ein wand neben dem Eis kaum mehr Sitz- und Stehplätze: www.evz.ch
beruhen auf einer wissenschaftli- positives Bild vor Saisonbeginn, das wiedererkennen.» Gästesektor: www.starticket.chMittwoch, 19. September 2018 EVZ-Bully 17
«Ich will Meister werden»
Farmteam Jason O’Leary ist der neue Trainer der EVZ Academy. Der Kanadier
hat sich viel vorgenommen. Genau wie Pontus Widerström, der neue Ausländer.
Claudio Zanini
claudio.zanini@luzernerzeitung.ch
Die Eishockey-Welt kennt wohl
grosszügigere Trainerbüros als das-
jenige von Jason O’Leary. Es befin-
det sich irgendwo in den Tiefen der
Bossard-Arena und misst geschätzte
sechs Quadratmeter. Auf Tageslicht
muss man hier unten verzichten.
O’Leary teilt sich den Raum mit sei-
nem Assistenten Janick Steinmann,
dem ehemaligen EVZ-Spieler. Doch
das Büro liegt direkt neben der Gar-
derobe des Teams, die Wege sind
kurz, es scheint zweckmässig zu
sein. Der kanadische Coach macht
jedenfalls einen zufriedenen Ein-
druck. «Ich weiss, ist ein bisschen
eng, aber gemütlich», sagt er.
In diesem Sommer übernahm er
in Zug den Trainerposten beim
Farmteam. Sein Vorgänger, Stefan
Hedlund, wechselte in den Staff der
ersten Mannschaft. Er habe sich bes-
tens eingelebt, sagt O’Leary. Verein
und Leute seien einwandfrei. Und
seine Mannschaft sei jung, «sehr,
sehr jung», wie er betont. Doch ge-
nau darum wurde er von Sportchef
Reto Kläy für diesen Job geholt. Die
beiden kennen sich aus gemeinsa-
men Zeiten beim SC Langenthal.
Dort war O’Leary Nachwuchstrainer Academy-Trainer Jason O’Leary und der Schwede Pontus Widerström (rechts). Bild: Maria Schmid (Zug, 27. August 2018)
und Assistent der ersten Mann-
schaft, bevor er Headcoach wurde
und 2017 das Team zum Meistertitel oder Connor McDavid. Doch es Kader, in diesem Jahr ist es nur noch Vom schwedischen Erstligisten
in der Swiss League führte. Den Auf- brauche eine professionelle Einstel- einer. Die Anzahl ausländischer Pro- Frölunda ist Pontus Widerström ge-
stieg verpassten die Berner gegen lung gegenüber dem Beruf, um es auf fis sei aber nicht entscheidend, sagt kommen, ein 24-jähriger Stürmer.
Ambri allerdings deutlich. das höchste Level zu schaffen. «Die O’Leary. «Bern ist ein super Beispiel. Der 190 Zentimeter grosse Athlet
Spieler müssen lernen, dass es nicht Sie verteidigten 2017 den Meister- hatte beim vierfachen schwedi-
Fehlende funktioniert ohne die tägliche Ar- titel. Und die besten Spieler waren schen Meister zuletzt einen Stamm-
Arbeitsmoral beit. Viele wollen in der National nicht die Ausländer.» platz. «Ich habe zwar noch nicht so-
Wahrscheinlich ist O’Leary darum League spielen, aber sie wollen nicht viel gesehen vom EVZ. Aber ich
ein guter Nachwuchstrainer, weil es arbeiten.» Wenn der 40-jährige Fa- denke, die Art und Weise, wie ge-
bei ihm nicht so was wie einen Ju- milienvater redet, ist sein Körper an- arbeitet wird, ist mit meinem ehe-
gendbonus gibt. Die Ansprüche an gespannt, als wäre er auf dem Eis. An Swiss-League-Kader maligen Verein vergleichbar. Man
die einzelnen Spieler macht er nicht ihn gestellte Fragen beantwortet er, versucht dich letztlich weiterzu-
von deren Jahrgängen abhängig. Er bevor sie zu Ende formuliert wurden. Torhüter: Gianluca Zaetta, Sandro Aeschlimann, bringen.» Widerström kam Ende
sagt: «Auch von jungen Spielern «Meine Ziele? Ich will Meister wer- Luca Hollenstein Juli nach Zug und hat einen Vertrag
Verteidiger: Janis Elsener, Fabian Steinmann,
kann ich erwarten, dass sie Leis- den.» Er sagt es mit einer Selbstver- Livio Stadler, Cédric Maurer, Dario Wüthrich, Vic- für diese Saison unterschrieben.
tungsträger sind, dass sie Verantwor- ständlichkeit, die zum Schmunzeln tor Oejdemark, Yanick Stampfli, Riccardo Auriem- Vorgesehen ist er auch als Back-up
tung übernehmen. Sie müssen nicht verleitet. «Warum lachen Sie? Es ist ma, Tobias Fohrler für das National-League-Team.
arrogant oder egoistisch auftreten. egal, wie alt die Spieler sind, wie viel Stürmer: Livio Langenegger, Fabio Kläy, Jordann «Klar will ich auch dort zum Einsatz
Bougro, Colin Schleiss, Pontus Widerström, David
Aber sie sollen selbstbewusst sein.» Geld ein Klub hat, das Ziel muss sein, Eugster, Jérome Lanz, Andreas Döpfner, Thomas
kommen, aber wir werden sehen,
Als Beispiele zählt er Jungspunde zu gewinnen.» Lust, Michael Rudolf, Cyril Oehen, Dominik Volej- wann diese Zeit kommt. Ich versu-
auf, die sich bereits in der NHL einen Im vergangenen Jahr hatte das nicek, Sven Leuenberger, Fabian Haberstich che vorerst, ein Leader im Acade-
Namen machten, etwa Nico Hischier Academy-Team zwei Ausländer im my-Team zu sein.»Sie können auch lesen