DAS WISSEN UM DEN WERT DES BESONDEREN - Die erste Studie zum Thema Luxusmarken im Netz - Facit Digital

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DAS WISSEN UM DEN WERT DES BESONDEREN - Die erste Studie zum Thema Luxusmarken im Netz - Facit Digital
DAS WISSEN UM DEN WERT DES BESONDEREN
                                  Die erste Studie zum Thema Luxusmarken im Netz

PN+FD_Innentitel.indd 1                                                            19.09.2007 9:14:12 Uhr
DAS WISSEN UM DEN WERT DES BESONDEREN - Die erste Studie zum Thema Luxusmarken im Netz - Facit Digital
AUF DEN ERSTEN BLICK IST ES WERTVOLL, AUF DEN ZWEITEN BRILLANT.
Luxusmarken. Die höchste Form von Begehrlichkeit. Eine Art            Doch so groß wie die Vielfalt an Unternehmen im Luxuslevel
Maßstab, der für die meisten Menschen zwar erstrebenswert,            ist auch die Masse an Meinungen über erfolgversprechende
aber nicht für alle erreichbar ist. Zweifelsfrei eine Tatsache, die   Strategien im Hochpreissegment. Speziell im Bereich Online-
sich nicht nur in Premiumgütern selbst, sondern auch in ihren         medien scheiden sich die Geister der Kommunikationsexperten.
Markenkampagnen widerspiegelt.                                        Die wichtigsten Meinungen, Fakten und Trends haben wir für
                                                                      Sie recherchiert und zusammengefasst.

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INHALT

#1    Einführung                                            4

#2    Verhalten von luxusaffinen Personen online            5

# 2.1 Informationsverhalten                                 5
# 2.2 Suche nach Luxus                                      8
# 2.3 Kauf von Luxus                                       12

#3    Status quo des Online-Luxusmarketings                15

#4    Wie muss Onlinewerbung für Luxusprodukte aussehen?   19

# 4.1 Werbemittel                                          19
# 4.2 Erfolgsfaktor Platzierung                            23

#5    Wie muss eine Luxus-Website aussehen?                24

#6    Dialog                                               29

#7    Fazit                                                31

#8    Tabellenanhang                                       36

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EDITORIAL

Liebe Leser,

nach Jahren der Stagnation nimmt die Konsumfreude der            Der Querschnitt des deutschen Werbemarkts ist online etwa
Deutschen wieder zu. Das gilt nicht nur für den Konsum           13-mal so aktiv wie Chanel, Gucci und Co. Auch zeichnet sich
alltäglicher Dinge, sondern auch für die Lust auf das Beson-     die Käuferschaft von Luxusprodukten durch ein deutlich über-
dere: auf exklusive und teure Produkte von Luxusmarken.1         durchschnittliches Einkommen und ein hohes Bildungsniveau
                                                                 aus. Trotz der zunehmenden Verbreitung des World Wide Web5
Beleuchten wir die Werbung von Luxusmarken, stellen wir          gehören genau diese Zielgruppen auch heute noch zu den
fest, dass sich diese überraschenderweise noch immer auf         aktivsten Onlinern6, die das Internet täglich intensiv nutzen.7
einen Mediamix stützt, der auf den ersten Blick fast ein wenig
antiquiert wirkt. Über 68 % der Werbe-Spendings eines brei-      Während viele Branchen von den Vorzügen des Internets als
ten Ausschnitts der wichtigsten Luxusmarken in Deutschland2      reichweitenstarkem und kosteneffizientem Kommunikations-
entfielen im Jahr 2006 auf Printanzeigen in Publikumszeit-       und Transaktionsmedium profitieren, üben sich international
schriften. Danach folgt trotz großer Streuverluste bereits       bekannte Luxusmarken erstaunlich häufig in Zurückhaltung.
Werbung im TV mit 14 %, gefolgt von Printanzeigen in Zei-        Ob dies zu Recht geschieht, soll diese Studie zeigen.
tungen und auf anderen Kanälen. Im Internet werden gerade
mal 0,2 % der Werbe-Spendings ausgegeben.3                       Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Somit wird klar: Das Internet mit seinen vielen Möglichkeiten
für innovative Kommunikation und geringen Streuverlusten
wird von Luxusmarken als Werbekanal noch sehr zurück-            Robert Bosch                  Michael Frank
haltend eingesetzt. Premium-Automobilmarken4 geben aktuell       WELT ONLINE                   Plan.Net Agenturgruppe
bspw. etwa 11-mal so viel für Onlinekampagnen aus wie
klassische Luxusmarken.

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# 1 EINFÜHRUNG

Für einen fundierten Blick hinter die Kulissen von Luxusmarken         Ziel der Studie: Untersuchung von Eigenschaften und
im Netz hat facit digital im Auftrag von WELT ONLINE und der       Bedürfnissen luxusaffiner deutscher Konsumenten im Hinblick
Agenturgruppe Plan.Net im Frühjahr und Sommer 2007 eine            auf Onlinemarketing im Luxussegment, um so Potenziale zu
mehrstufige Untersuchung durchgeführt.                             erkennen und Optimierungsfelder für Onlineaktivitäten von
                                                                   Luxusmarken aufzuzeigen.
In der Befragung unter 2.791 zufällig ausgewählten Besuchern
von WELT ONLINE im Juni 2007 konnten 73 % der Befragten                 Ablauf der Studie: Zur Bestandsaufnahme wurde eine
als luxusaffin8 identifiziert werden, auf deren Basis die Eigen-   internationale Recherche durchgeführt, die zahlreiche Best
schaften und Wünsche luxusaffiner Internetnutzer verlässlich       Practices hervorbrachte. In Gruppendiskussionen mit luxus-
analysiert werden konnten.                                         affinen, kaufkräftigen Internetnutzern wurden Anforderungen,
                                                                   Nutzungsgewohnheiten sowie werberelevante Interessen
                                                                   dieser Klientel exploriert. Diese Erkenntnisse wurden in einer
                                                                   Onscreen-Befragung mit einer großen Stichprobe luxusaffiner
                                                                   Nutzer der Website WELT ONLINE validiert.

                                                                       Gegenstand der Untersuchungen: Betrachtet wurden
                                                                   international bekannte Marken aus den Bereichen Mode,
                                                                   Accessoires, Schmuck, Uhren, FMCG, Technik & Hi-Fi, Kosmetik
                                                                   und Automobil, deren Produktpalette überwiegend in den
                                                                   oberen Preiskategorien angesiedelt ist. Zum Beispiel Chanel,
                                                                   Dior, Armani, Gucci, Rolex, TAG Heuer, Bulgari, Cartier, Dom
                                                                   Perignon, Veuve Clicquot, Bang & Olufsen, Estée Lauder,
                                                                   Lancôme, Vertu, Jaguar, Maserati.

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# 2 DAS VERHALTEN VON LUXUSAFFINEN PERSONEN ONLINE

# 2.1 INFORMATIONSVERHALTEN
Nach der Nutzung von E-Mail ist die Suche nach tagesaktu-         Der Trend zu Onlineformaten bedeutet in der untersuchten
ellen Informationen einer der Hauptanlässe für den Aufenthalt     Zielgruppe ein Verlust für die klassischen Medien: Fernsehen
im Internet.9 So wird bspw. das Onlineangebot WELT ONLINE         und Printmagazine werden heute weit weniger intensiv
jeden Monat von über 1,3 Mio. Personen genutzt.10                 genutzt als vor einigen Jahren. In Zukunft ist eine weitere
                                                                  Zunahme zu erwarten: 43 % der Befragten gehen davon aus,
Die Mediennutzung der in dieser Studie untersuchten luxus-        dass sie künftig noch mehr Zeit online verbringen werden.
affinen Onlineleser hat sich nach ihrer Aussage in den letzten
Jahren stark verändert: 86 % der Befragten geben an, sich         Bei der extensiven Nutzung des Internets als Informations-
heute häufiger in Onlinezeitungen zu informieren als vor          und Unterhaltungsmedium wird schnell klar, dass klassische
5 Jahren. Zeitungen im Internet sind für 57 % der Befragten       Markenkommunikation die relevanten Zielgruppen immer
das bevorzugte Informationsmedium, vor Radio (17 %),              weniger in ausreichendem Maße erreichen kann.
Printausgaben der Zeitungen (12 %) und Fernsehen (7 %).
                                                                  Dies gilt besonders für Luxusmarken, deren kaufkräftige
Auffällig ist, dass von der luxusaffinen Zielgruppe im Internet   Interessenten den neuen Medien noch stärker zugewandt
neben reinen Informationen durchaus auch unterhaltende            sind.11 Berufstätige in gehobenen Positionen sind praktisch
Inhalte genutzt werden. Unterhaltende Formate wie Online-         den ganzen Tag online und immer seltener bereit, ihre knappe
magazine haben in den letzten Jahren deutlich an Nutzern          Zeit für Offlinezeitungen oder Fernsehen zu verwenden.
hinzugewonnen (54 % konsultieren diese heute mehr als vor
5 Jahren). So wurden im Bereich Unterhaltung die Themen
Luxus und Lifestyle immer stärker von den Onlinenutzern
aktiv nachgefragt (siehe Abb. 1).

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# 2.1

Besonderes Augenmerk verdienen die High-Potential-Leser.                         Das Internet ist noch bedeutender als Informationskanal, es
24 % der Stichprobe der Leserschaft von WELT ONLINE                              wird noch mehr Zeit online verbracht (ca. 10 Minuten mehr
verfügen über eine gesteigerte Vorliebe für Luxus, über ein                      pro Tag). 86 % der High Potentials sind mehrmals täglich
überdurchschnittliches Einkommen sowie eine ausgeprägte                          online, in Gruppen mit geringerem Einkommen und weniger
Konsumfreude.12 Diese High Potentials zeichnen sich durch                        Luxus- und Konsumaffinität sind es nur 81 %.
eine noch stärkere Affinität zu interaktiven neuen Medien aus:

                                                                                                                         Indizierte Summe der
                                                                                                                         monatlichen Page
    Index   240                                                                                                          Impressions von Elle,
                                                                                                                         Vogue und GQ in
            220
                                                                                                                         ihren Onlineausga-
                                                                                                                         ben. Quelle: IVW
            200

            180

            160

            140

            120

            100
                  Feb. 05

                            Mai 05

                                     Aug. 05

                                               Nov. 05

                                                         Feb. 06

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                                                                            Aug. 06

                                                                                       Nov. 06

                                                                                                 Feb. 07

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Abb. 1: Entwicklung der Nutzung von Luxus- und Lifestyle-Websites in Deutschland von 2005 bis heute

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# 2.1

Es erscheint durchaus plausibel, dass sich diese kaufkräftigen           Einkommensstarke Zielgruppen sind onlineaffiner
„Office Surfer“ während der Bürozeiten zu ihren Luxuskäufen              als durchschnittlich Verdienende und können über
inspirieren lassen, die sie nach der Arbeit (möglicherweise im           klassische Medien immer schwerer erreicht werden.
Fachgeschäft) in die Tat umsetzen. So finden z. B. 61 % der
Seitenaufrufe der Luxusrubrik „Lifestyle“ von WELT ONLINE                Die Themen Luxus und Lifestyle werden von ihnen
während der Bürozeit von 9–18 Uhr statt (siehe Abb. 2).                  online stark nachgefragt.

    Page          7.000
    Impressions
                  6.000

                  5.000

                  4.000

                  3.000

                  2.000

                  1.000

                     0
                          0 1   2   3   4   5 6   7   8   9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23
                                                               Uhrzeit

Abb. 2: Tagesverlauf der Page Impressions der „Lifestyle“-Rubrik auf WELT ONLINE13

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# 2.2 SUCHE NACH LUXUS

Das Internet hat sich für die luxusaffine Zielgruppe auch als          Mode, Möbel etc.). Insgesamt entfallen für die untersuchten
Informationsmedium für Luxusartikel und -marken etabliert.             Luxusprodukte im Mittel 53 % der Informationssuchen auf
Die Onlinerecherche ist mit 37 % für einige Luxusprodukt-              Geschäfte und Boutiquen.
gruppen der naheliegendste und am häufigsten gewählte
Informationskanal. Insgesamt werden persönliche Empfeh-                Eine besonders starke Onlineaffinität besteht zu den eher
lungen von Freunden oder Offlinekataloge deutlich über-                beratungsintensiven Produktgruppen Hi-Fi, Automobil &
rundet (10 % vs. 12 %).                                                Motorrad und hochwertigen Sportgeräten (z. B. Golf, Winter-
                                                                       sport). Hier steht das Internet sogar noch vor der Beratung
Von Designer-Accessoires bis zu hochwertiger Kosmetik                  im Geschäft. Selbst zu wertvollem Schmuck informieren sich
werden im Internet gern und häufig Informationen gesucht,              bereits 22 % der Nutzer bevorzugt online.
einzig die Beratung in Geschäften konkurriert stark mit dem
Internet: Für einige Produkte bleibt das Geschäft nach wie             Eine vollständige Aufstellung der Produktgruppen und der
vor die wichtigste Informationsquelle (Kosmetik, Schmuck,              bevorzugten Recherchekanäle findet sich im Tabellenanhang.

                                                                                                               n = 2.064, Grund-
                                 0%                      20 %             40 %                          60 %   gesamtheit: luxus-
                                                                                                               affine Onlineleser.
                     Geschäft                                                       53 %

                      Internet                                  37 %

      Zeitungen, Zeitschriften                    17 %

                    Kataloge               12 %

           Freunde, Bekannte          10 %

                    Sonstiges         9%
                                                                                 Anteil der Befragten

Abb. 3: Informationskanäle bei der Recherche von Luxusprodukten (über alle Produktkategorien)

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# 2.2

Dieser Kanalpräferenz messen die Werbetreibenden von                    An zweiter Stelle folgen redaktionelle Beiträge in
Luxusmarken bisher keine Bedeutung bei: Der Mediamix der                Onlinezeitungen oder -magazinen (56 % der Befragten).
20 Luxusmarken mit dem größten Marktanteil in Deutschland               Dies bescheinigt Advertorials von Luxusmarken im ent-
sieht im Mittel gerade 0,2 % der Spendings für den Kanal                sprechenden redaktionellen Umfeld ein großes Potenzial.
Internet vor, während für andere Kanäle mit extremen Streu-             Bereits an dritter Stelle folgen Online-Auktionshäuser
verlusten, wie z. B. Plakate, ein Vielfaches ausgegeben wird.           wie eBay. Dies kann als Hinweis auf die Preissensitivität der
                                                                        Nutzer auch beim Kauf von Luxusartikeln gewertet werden.
Unter den Informationsquellen für Luxusprodukte im Internet
ist in den meisten Fällen (64 %) die offizielle Marken-                 Nicht für alle Produkte sind die einzelnen Onlinekanäle
Website der erste und wichtigste Anlaufpunkt (siehe Abb. 4).            gleich beliebt. Eine vollständige Tabelle befindet sich im
                                                                        Tabellenanhang.

                                                                                                                  n = 1.514. Grund-
                                                     0%   20 %           40 %             60 %             80 %   gesamtheit: Leser,
                                                                                                                  die sich online zu
                                  Marken-Website:                                                                 einer der vorgege-
                                                                                        64 %
                offizielle Onlinepräsenz der Marke
                                                                                                                  benen Produkt-
                                                                                                                  kategorien informiert
                       Redaktionelle Beiträge bei
                                                                                 56 %                             haben.
                 Onlinezeitungen und -magazinen

                                eBay oder andere
                                                                 33 %
                                  Auktionshäuser

                          Shopping Communitys
                                                            30 %
    (mit Nutzerbewertungen, Preisvergleichen etc.)

                    Werbung bei Onlinezeitungen
                                                          25 %                          Anteil der Befragten
                              und -zeitschriften

Abb. 4: Orte der Internetrecherche zu Luxusmarken

9
# 2.2

In vielen anderen Branchen sind Blogs bereits von großer                               Für den Luxusgütermarkt scheint dies aktuell noch nicht
Wichtigkeit.14 Auch Nutzer des „Web 2.0“ suchen sich                                   der Fall zu sein. Ein Marketingengagement in Blogs (z. B.
verstärkt Information bei anderen Surfern. Meinungsbildung                             als Sponsor oder in verdeckten Kampagnen) ist nicht nur für
zu neuen Produkten oder Marken findet immer häufiger                                   Luxusmarken eine heikle Angelegenheit: Zu hohem Marken-
außerhalb der offiziellen Markenkommunikation statt.                                   Involvement auf eigentlich unabhängigen Plattformen wird

                                                                                                                                     Mehrfachantworten.
                                                                      0%              20 %      40 %          60 %            80 %   n = 2.064. Grund-
                                                                                                                                     gesamtheit: luxus-
           Onlinerecherche ist sehr bequem (geht von zu Hause aus...)                                         66 %                   affine Onlineleser.
       Durch die gezielte Vorabinformation im Internet kann man beim                                                                 Quantifizierung der
                                                                                                       57 %
                                               Einkauf viel Zeit sparen                                                              Aussagen aus den
                                                                                                                                     Fokusgruppen.
          Die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten ist ein großer Vorteil                                55 %

     Ich mag es, mit der entsprechenden Vorabinformation versorgt, im
                               Laden kompetenter auftreten zu können                            47 %

       Man kann sich gezielt informieren, ist nicht von Kompetenz und
                               Auskunftsfreudigkeit anderer abhängig                           46 %

             Im Internet sind die Produkte nicht gut genug „erlebbar“                   32 %

      Die örtliche Unabhängigkeit von Boutiquen und Händlern ist ein
                                                      großer Vorteil                   31 %

      Im Internet sind wirklich alle wichtigen Informationen vorhanden                29 %

  Man muss sich nicht über das in Luxusboutiquen manchmal herab-
                                   lassende Verkaufspersonal ärgern             21 %

 Bei der Informationssuche im Internet würde ich den Bummel durch
                                           die Geschäfte vermissen             18 %

             Informationen im Internet sind mir nicht verlässlich genug   9%                           Anteil der Befragten

Abb. 5: Vor- und Nachteile der Informationssuche zu Luxusprodukten im Internet

10
# 2.2

schnell misstraut, die Absender von verdeckter Werbung                            Das Internet ist aktuell der Informationskanal Nr. 2
werden als Störenfriede in der „Blogosphäre“ angesehen.                           für Luxusprodukte, gleich nach dem Fachgeschäft.
Der Parfüm-Launch von Calvin Klein/Coty im April 2007 zeigt,                      Es wird zur Information mit gleicher Selbstverständ-
dass die Unterwanderung von Weblogs, Flickr und MySpace                           lichkeit genutzt wie für normale Gebrauchsgüter.
eher für negative Publicity sorgen kann.15
                                                                                  Die Media-Spendings der wichtigsten Luxusfirmen
                                                                                  spiegeln diese Tatsachen nicht wider.

                                                                                                                             Mehrfachantworten.
                                                                      0%          20 %             40 %               60 %   Grundgesamtheit:
                                                                                                                             luxusaffine Online-
                               Besonders hochwertige Hi-Fi-Geräte                                               60 %
                                                                                                                             leser, die sich zu der
                                               Hochklassige Autos                                              59 %          jeweiligen Produktka-
                                                                                                                             tegorie informiert
             Hochwertige Sportgeräte, Ausrüstung für meinen Sport                                       52 %
                                                                                                                             haben. Lesebeispiel:
                                          Hochklassige Motorräder                                43 %                        41 % der luxusaffinen
                                                                                                                             Leser, die sich zu
                                    Armbanduhren der Luxusklasse                                41 %
                                                                                                                             Armbanduhren der
                         Exklusive Wohnaccessoires, Designobjekte                           39 %                             Luxusklasse informie-
                                                                                                                             ren, haben dies
                                               Hochwertige Möbel                         34 %
                                                                                                                             (auch) online getan.
                                        Hochwertiges Reisegepäck                         33 %

                                                    Designermode                     32 %

                Schöne Füllfederhalter und andere Schreibutensilien                 30 %

       Hochwertige Accessoires, wie z. B. Handtaschen, Gürtel usw.                26 %

                                               Wertvoller Schmuck            22 %

                                            Hochklassige Kosmetik           22 %
                                                                                                   Anteil der Befragten
     Parfum, Eau de Toilette und andere Düfte für Männer und Frauen        19 %

Abb. 6: Anteil der Internetrecherche zur Kaufvorbereitung (nach Produkten)

11
# 2.3 KAUF VON LUXUS

In Luxuskaufhäusern (Mehrmarkengeschäften) erfolgen über                           Die intensiven Internetrecherchen zu speziellen Luxuspro-
alle Produktgruppen gesehen insgesamt noch die meisten                             dukten führen nicht selten auch zu Onlinekäufen. Mit relativ
Käufe (56 %), gefolgt von Markenboutiquen (22 %) und                               großem Abstand sind es hochwertige Hi-Fi-Geräte, die in den
Onlinkäufen (18 %).16                                                              vergangenen 24 Monaten online gekauft wurden (30 %).
                                                                                   Hochwertige Sportgeräte (25 %) sowie Designermode (18 %)
                                                                                   folgen auf Platz zwei und drei. Selbst hochwertiger Schmuck
                                                                                   wurde von 10 % der Befragten online gekauft.

                                                                                                                                    Mehrfachantworten.
                                                                    0%          20 %          40 %          60 %             80 %   n = 2.064. Grund-
                                                                                                                                    gesamtheit: luxus-
                        Die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten                                                                       affine Onlineleser.
                                                                                                           64 %
                                          ist ein großer Vorteil
                                                                                                                                    Quantifizierung der
                                                                                                                                    Aussagen aus den
                                    Der Umtausch ist aufwendig                                 47 %                                 Fokusgruppen.

                 Die örtliche Unabhängigkeit von Boutiquen und
                                                                                         42 %
                                  Händlern ist ein großer Vorteil

                         Bequemlichkeit: Ich muss z. B. die Ware
                                                                                        39 %
                     nicht aus dem Geschäft nach Hause tragen

       Beim Onlinekauf entfällt das besondere „Einkaufserlebnis“
                                                                                       36 %
     (z. B. schöne Geschäftsräume, zuvorkommende Behandlung)

                          Für die zu zahlenden sehr hohen Preise
                                                                                27 %
                   ist das Internet womöglich nicht sicher genug

                     Die Lieferung durch einen Paketdienst o. Ä.
                                                                         14 %                         Anteil der Befragten
                     passt nicht zur Exklusivität dieser Produkte

Abb. 7: Vor- und Nachteile des Onlinekaufs von Luxusartikeln

12
# 2.3

„Bei eBay habe ich vor Kurzem eine Uhr von Lange               Die Vorbehalte gegenüber Onlinekäufen sind etwas stärker
& Söhne gekauft. Ein antikes Modell, das es im                 ausgeprägt als bei der Online-Informationssuche. So empfin-
Laden gar nicht mehr gibt. Dafür ist eBay natürlich            den 47 % den Umtausch als aufwendig. Ein Nachteil, der für
super. Ich habe dort auch fast nur gute Erfahrungen            den Onlinekauf aller Arten von Produkten zutreffen dürfte.
gemacht.“ Lutz, 58, sammelt wertvolle Uhren
                                                               Weitere Nachteile knüpfen sich spezifisch an Luxusprodukte:
                                                               36 % würden das besondere Einkaufserlebnis vermissen,
                                                               27 % schrecken vor den möglicherweise unsicheren Zahlungs-
Betrachtet man die Onlinekäufe genauer, so erfolgen diese      transaktionen zurück, die gerade bei hohen Preisen zuneh-
in erster Linie bei Online-Auktionshäusern (44 %). Online-     mend als problematisch empfunden werden.
boutiquen folgen mit 41 % auf Platz zwei. Der Kauf in den
markeneigenen Onlineshops ist von geringerer Bedeutung         14 % bemerken, dass die Lieferung durch einen Paketdienst
(36 %), was sicherlich durch das noch nicht sehr umfang-       nicht wirklich zur Exklusivität der Produkte passt (siehe Abb. 7).
reiche Angebot zu begründen ist.17
                                                               In der Zielgruppe der sehr kaufkräftigen und konsumfreudigen
Generell sehen die Befragten eher Vor- als Nachteile in der    High Potentials sind Vorbehalte gegenüber Onlineshopping
Onlinerecherche. Zu den Vorteilen zählen vor allem Bequem-     sogar noch ausgeprägter.18 Nichtsdestotrotz informiert sich die-
lichkeit, die Zeitersparnis beim späteren Kauf sowie die       se Zielgruppe umso intensiver im Internet zur Kaufvorbereitung.
zeitliche und örtliche Unabhängigkeit (siehe Abb. 7).          Die Vorbehalte der High-Potential-Leser gegenüber dem Online-
                                                               shopping zeigen aber beispielhaft auf, dass herkömmliche
Als Nachteile beklagen einige, die aufwendigen Produkte im     E-Commerce-Lösungen für die Exklusivität der Produkte und
Internet nicht ausreichend erleben zu können (32 %), andere    Marken ganz offensichtlich nicht ausreichen.
würden den Bummel durch die schönen Geschäfte vermissen
(18 %) oder empfinden Onlinerecherchen als nicht verlässlich
genug (9 %) (siehe Abb. 5).
                                                               „Handtaschen kann man super online kaufen, die
                                                               müssen ja nicht passen. Und ich spare mir das Ge-
                                                               renne durch die Boutiquen in der Maximilianstraße.“
                                                               Marlies, 57, hat viele gesellschaftliche Verpflichtungen

13
# 2.3

Dass es aber auch für Luxusmarken möglich ist, ein besonde-      verschiedenen Anliegen (Produktverfügbarkeit, Bestellstatus,
res Einkaufserlebnis zu bieten, beweist z. B. der Gucci Online   Reklamation) ein Verkaufsberater kontaktiert werden.
Shop. Die dynamische Umsetzung ermöglicht ein spannendes
Einkaufserlebnis: Produkte „wandern“ durch einen Klick           Mit innovativen Premiumlösungen für Stöbern, Zahlungsab-
aus der Minimalansicht in eine Bühnenansicht, in der eine        wicklung, Verpackung und Lieferung, aber auch Zusatzservices
starke Vergrößerung und freies Bewegen des Bildes möglich        wie Order Tracking oder Verkaufsberater können Luxusmarken
sind. Zusätzlicher Service: Über ein E-Mail-Formular kann zu     selbst online ihre Waren ohne Imageverlust verkaufen.

Der Luxuskonsument online:

• Überdurchschnittliches Einkommen                               • Sucht Informationen zu Luxusthemen und -produkten rege
• Hohes Bildungsniveau                                             im Internet: insbesondere beratungsintensive Produkte
• Voll berufstätig                                                 (Automobil, Hi-Fi, Technik und Sportgeräte)
• Mehrmals täglich online – in Zukunft wahrscheinlich            • Tätigt 18 % der Käufe von Luxusartikeln im Internet
  weiter zunehmende Internetnutzung                                (v. a. Edel-Hi-Fi, Sportgeräte und Designermode)
• Nutzt Onlinezeitungen intensiv, abnehmende Nutzung             • Preistransparenz und Produktinformation sind ihm auch
  anderer Medien in den letzten Jahren, Onlinezeitungen            bei Luxusmarken wichtig
  häufig bevorzugtes Informationsmedium

                                                                 Der Onlinekauf von Luxusprodukten ist weniger stark
                                                                 ausgeprägt als die Information über diese Produkte.

                                                                 Einige Luxusmarken zeigen jedoch, wie auch hoch-
                                                                 preisige Luxusprodukte angemessen online vertrieben
                                                                 werden können.

14
# 3 STATUS QUO DES ONLINE-LUXUSMARKETINGS

Angesichts der hohen Onlineaffinität der Zielgruppe sind viele    Auffallend ist eine Ballung der Onlineaktivität für niedrig-
Luxusmarken online noch erstaunlich zurückhaltend.19 Wenn         preisige Produktgruppen bei Luxusmarken mit breiter Pro-
überhaupt, dann geschieht Onlinewerbung mit eher nied-            duktpalette wie Parfum und Kosmetik. In Printmedien werden
riger Frequenz und geringer Streuung. Gerade im deutschen         dagegen viel häufiger auch teurere Produkte der Marke wie
Markt sind, verglichen mit Frankreich, Italien, Großbritannien,   Schmuck, Couture-Mode und Accessoires beworben.
den USA und Asien, insgesamt nur wenige innovative Ansätze
zu beobachten.                                                    Ein interessanter Aspekt ist die ausgeprägte Werblichkeit
                                                                  des vorzufindenden Onlinemarketings. Der häufigste Inhalt
Onlinewerbung für den deutschen Markt wird fast ausschließ-       sind Produktneueinführungen. Nicht selten sind die Teaser
lich in Medien platziert, die sich eindeutig an eine wohlhaben-   mit Kaufappellen verbunden, manchmal wird auch auf einen
de, gut informierte Zielgruppe richten (Finanzplattformen,        eigenen Onlineshop verwiesen. Offenbar wird der Kanal Inter-
hochwertige Tageszeitungen, klassische Modezeitschriften).        net von erstaunlich vielen Verantwortlichen überwiegend mit
In ausländischen Märkten hingegen ist man oft experimentier-      „Abverkauf“ gleichgesetzt.
freudiger und auch gegenüber jüngeren Zielgruppen aufge-
schlossener.                                                      Vorbehalte gegenüber dem direkten Onlinevertrieb scheinen
                                                                  langsam abzunehmen: Einige der untersuchten Marken
Bezüglich Medieneinsatz und Gestaltung ist in Deutschland         verfügen über einen eigenen Shop (neu dazugekommen u. a.
Werbung von Luxusmarken noch relativ traditionell aufgestellt.    Dior, Hermès). Beratungsintensive Luxusprodukte hingegen
In anderen Ländern werden Bewegtbilder, Ton und besondere         (v. a. Uhren oder Handys der Luxusmarke Vertu) werden nicht
Flash-Effekte häufiger eingesetzt. Dennoch ist auch in den        online vertrieben. Der Verkauf über lizenzierte Händler soll
analysierten anderen Märkten Werbung von Luxusmarken              offenbar die Exklusivität der Produkte schützen. Onlineshops
eher schlicht und zurückhaltend – „Knalleffekte“ werden           bestehen häufig für Produktgruppen wie Accessoires (Brillen,
generell vermieden.                                               Handtaschen), Kosmetik und Düfte, Schuhe, Geschenkartikel
                                                                  und Merchandising-Artikel, Schmuck und Uhren. Kleidung
Die meisten Luxusmarken betreiben ein gewisses Maß an             wird meist nicht online vertrieben.
Onlinemarketing, das sich meist nicht gleichmäßig über
die Produktgruppen einer Marke verteilt. Klassische große         Markenbildende Inhalte, etwa der Hinweis auf Events oder
Modekonzerne (z. B. Chanel, Dior) sowie einige Schmuck-           Anlässe wie Wohltätigkeit und Mäzenatentum, werden nur
und Uhrenhersteller (z. B. Cartier, TAG Heuer) gehören zu         sehr selten aufgegriffen.
den aktivsten. Automobilmarken des Premiumsegments sind
eindeutig als Vorreiter im Onlinemarketing zu identifizieren.

15
#3

Die zentrale Onlineaktivität ist für die meisten analysierten      Geschäften, exklusiven Events und hochpreisigen Produkten
Marken die eigene Marken-Website. Völlig fehlende Web-             wird oftmals gelungen in eine Online-Erlebniswelt überführt.
sites oder Minimalpräsenzen sind selten und werden nach und
nach durch umfassendere Auftritte ersetzt (jüngstes Beispiel:      Häufiger Bestandteil sind spezielle Microsites für einzelne
www.malo.it).                                                      Produkte oder Kollektionen. Hier „traut“ man sich oft mehr
                                                                   als auf der Marken-Website. Man ist innovativer und unge-
Die Qualität der Umsetzung ist meist hoch, es gibt aber auch       wöhnlicher (z. B. durch Einsatz ungewohnter Navigations-
zahlreiche Beispiele, die den heutigen Anforderungen der           konzepte). Andere Onlinewerbeformen wie Sponsoring
Surfer nicht mehr genügen dürften: Websites mit wenig Inhalt,      auf Event-Websites werden nur von wenigen Luxusmarken
zu kleinen Bildern und fehlender Markeninszenierung.               betrieben. Auf den Websites von exklusiven Sport- und Kul-
                                                                   turevents (z. B. Wimbledon Tennis Championships, Filmfestival
Im Rahmen der Analyse gefundene Best Practices sind z. T.          in Cannes, Art Basel) sind Sponsoren des Luxussegments zwar
aufwendig und mit reichlich Medieneinsatz umgesetzt, die           durchaus vertreten, meist jedoch nur mit einem Logo, das zur
Anmutung ist edel und stylish. Das Ambiente von erlesenen          eigenen Website verlinkt.

                   Platzierung in   Online-     Marken-     Online         Sponsoring     Branded
                   red. Umfeld      kampagnen   Websites    Communitys                    Entertainment
     Fashion
                       gering          gering       hoch        gering
     Accessoires
     und Uhren

     Uhren                                                      gering         gering
                       gering          gering       hoch
     Schmuck                                                                   gering

     Kosmetik           hoch            hoch        hoch        gering

     FMCG              gering                       hoch                       gering

     Technik                                        hoch

     Automobil         gering           hoch        hoch        hoch            hoch           hoch

Abb. 8: Aktivitätsschwerpunkte in Onlinemedien nach Produktgruppen (über alle betrachteten Märkte)

16
#3

Abb. 9: Best Practice Jaguar: Dauerhaftes Sponsoring der Lifestyle-&-Luxus-Videoplattform „LX.tv“. Das amerikanische
Special-Interest-Format zeigt kurze, unterhaltsame Videoepisoden über die neuesten und exklusivsten Hotspots und Trends aus
den Bereichen Essen, Nightlife, Kunst, Shopping, Fashion und Wellness. Jaguar ist vertreten mit den Aktivitäten Bannerschaltung,
Schaltung des XKR-Teasers vor Videos, Präsenz in der „Gorgeous“-Rubrik mit besonderen Lifestyle- und Designthemen.
„Gorgeous“ war das zentrale Schlagwort in der Einführungskampagne für den XK.

In den letzten Jahren engagieren sich Marken zunehmend              Die Werbung in Communitys oder mit User-generated Content
im Bereich Branded Entertainment, vor allem in Video-               ist in der Luxusbranche relativ unterentwickelt – offenbar
formaten. Luxusmarken außerhalb der Automobilbranche                sind die Bedenken zu groß, den kostbaren Schatz der Marke
sind als Sponsor/Presenter bislang allerdings so gut wie nicht      unkontrolliert in die Hände der Nutzer zu legen. Dabei sind
vertreten.                                                          auch in diesem Feld innovative Lösungen denkbar. Exklusive
                                                                    Communitys von Entscheidern und Meinungsführern (z. B.
                                                                    aSmallWorld) können durchaus interessante Werbeplätze sein,
                                                                    ebenso Foren von Markenfans und Professionals.

17
#3

Die Automobilbranche kann in vielen innovativen Online-
werbeformen als Vorreiter gesehen werden. Werbeformen wie
Branded Entertainment (v. a. Präsentation von Videos), virales
Marketing, Community Marketing aber auch Medien wie Pod-
casts oder die Platzierung in Alternate Reality Games werden
durchaus erfolgreich eingesetzt. Für die meist weniger kosten-
intensiven, aber genauso stark mit dem Mythos der Marke
aufgeladenen Luxusprodukte könnten bei entsprechender
Umsetzung alternative Werbeformate ebenso sinnvoll sein.

Des Weiteren konzentrieren sich Luxusmarken stark auf ihre
Marken-Website und engagieren sich in anderen Werbe-
formen nur zurückhaltend. Selbst wenn eine aufwendige
Website (u. U. sogar mit Onlineshop) vorhanden ist, wird
größtenteils darauf verzichtet, Interessenten und potenzielle
Kunden darauf aufmerksam zu machen. Innovative Online-
werbemittel auf Special-Interest-Plattformen könnten jedoch
qualifizierte Interessenten mit geringen Streuverlusten auf
die Website bringen.

Die vorhandenen, durchaus aufregenden interaktiven Marken-
inszenierungen, die Nutzer nachhaltig für die Marke begeistern
und zu neuen Käufen animieren könnten, blühen somit
oftmals im Verborgenen.

Aufwendige Marken-Websites gehören auch bei
Luxusmarken zum Standard.

Trotz großen Potenzials kaufkräftiger und interes-
sierter Onlinenutzer wird von Luxusmarken in
Deutschland kaum online geworben.

18
# 4 WIE MUSS ONLINEWERBUNG FÜR LUXUSPRODUKTE AUSSEHEN?

# 4.1 WERBEMITTEL
Luxusaffine Internetnutzer scheinen gegenüber Onlinewerbung
in Form von Bannern und Advertorials durchaus aufgeschlossen:
Nur 26 % der Befragten geben an, dass Onlinewerbung für
sie überhaupt nicht relevant sei.

„Wenn das zurückhaltend und edel am Rand plat-
ziert wäre, fände ich es ganz schön. Schöne große
Bilder und Logos einer Luxusmarke im Banner wür-
den gerade auf textdominierten Seiten gut wirken.“
Stephan, 42, Design- und Technikfan, kauft Luxusartikel
vor allem für die Freundin

Gleichzeitig sagen 14 %, dass Werbung von Luxusmarken
interessanter sei als Werbung gewöhnlicher Marken. Selbst
wenn deren Onlinewerbung bereits „nervt“, könnte die
Werbung von Luxusmarken noch durchaus im gewünschten
Sinne wirken.

Abb. 10: Best Practice: Aufwendiges Flash-Layer von Bulgari. Beim Besuch der Zielseite öffnet sich das Layer wie eine Zeitschrift
und legt sich über die gesamte Website. Wie in einer Broschüre kann direkt weiter zur Website „geblättert“ werden.

19
# 4.1

Am wichtigsten für die Akzeptanz von Onlinewerbung der                             Gleichzeitig sprechen im Rahmen der Recherche gefundene
Luxusmarken sind nach Meinung der Befragten Aspekte der                            Kampagnenbeispiele und Erfolgszahlen eine andere Sprache:
Gestaltung (siehe Abb. 11): Luxuswerbung soll „dezent“ sein                        Sonderinszenierungen von Marken des Automobil-Premium-
und darf nicht stören, wenn sich der Nutzer gerade auf Infor-                      Segments, die sogar in das Aussehen und Verhalten der
mationssuche befindet. Auf Sound sollte weitgehend verzich-                        Website eingreifen, waren bspw. bis zu 80 % effizienter
tet werden (eine Anforderung der vielen Büro-Onliner), Bilder                      (z. B. in Bezug auf Cost-per-Visit) als Standardformate.20
sollen eher statisch sein oder sich nur langsam verändern.
Ein edles, ästhetisches Auftreten ist ein Muss.                                    Eine Kampagne für den M5 Touring von BMW, die im April
                                                                                   2007 in Deutschland lief, zeichnete sich bspw. durch hochwer-
Die Wünsche nach dem Aussehen von Onlinewerbung legen                              tige, großformatige Werbeumsetzungen (Expanding Banner)
auf den ersten Blick nahe, dass Werbemittel nur klein und                          aus, die Produkt und Marke außergewöhnlich und angemessen
unauffällig sein sollen.                                                           inszenierten.

                                                                                                                            Mehrfachantworten.
  Onlinewerbung von Luxusmarken ...                          0%             20 %              40 %                   60 %   n = 2.064. Grund-
                                                                                                                            gesamtheit: luxus-
                  ... sollte dezent sein und nicht stören                                                                   affine Onlineleser.
                                                                                                       51 %
                           (z. B. keine Animation, Musik)
                                                                                                                            Quantifizierung der
                                                                                                                            Aussagen aus den
     ... sollte immer sehr edel und ästhetisch aussehen                                    41 %
                                                                                                                            Fokusgruppen.

         ... ist dann interessant, wenn die beworbenen
                                                                                   31 %
           Produkte gut zum Inhalt der Website passen

      ... ist interessant, wenn sie redaktionell gestaltet
                                                                     16 %
            und in den Inhalt einer Website integriert ist

             ... würde ich mehr beachten als Werbung
                                                                   14 %
                          von „gewöhnlichen“ Marken

      ... wirkt auf Websites mit viel Text besonders gut      6%                                  Anteil der Befragten

Abb. 11: Anforderungen an Onlinewerbung von Luxusmarken

20
# 4.1

Abb. 12: BMW M5 Touring Kampagne

Die Typografie ist dreidimensional animiert. Sie fliegt blitz-
schnell auf den Betrachter zu, spiegelt sich im Boden und
verschwindet wieder. Ein optisches Spiel mit Schärfe, Größe
und dynamischer Schrift soll Neugierde erwecken.

Im letzten, expandierten Look wird der neue BMW M5 Touring
eingeblendet. Die prominente Darstellung des Fahrzeugs im
dunklen Raum mit M Logo – ohne Fahranimation – zeigt die
Kraft, Präsenz und Exklusivität des Fahrzeugs. Dezente Licht-
effekte setzen das Auto in Szene.

21
# 4.1

Abb. 13: Beispiel eines möglichen Sonderformats

Der interaktive Flash Banner kombiniert im bewegten Wechsel
das klassische Werbebild mit Ausschnitten aus der aktuellen
Modenschau. Dabei können die einzelnen Motive mithilfe des
Mauszeigers in den Fokus gerückt werden.

Onlinewerbung von Luxusmarken kann auf höheres
Involvement hoffen als von „normalen“ Marken.

Unerlässlich sind hochwertige und markenadäquate
Onlineumsetzungen der Markenbotschaft. Vor allem
Sonderformate ermöglichen eine Abgrenzung vom
Üblichen.

22
# 4.2 ERFOLGSFAKTOR PLATZIERUNG

Eine gute Passung zwischen Kontext und beworbenem               Ein besonders attraktiver „Allrounder“ der Onlineressorts ist
Produkt ist auch online ein entscheidender Erfolgsfaktor.       bspw. die Lifestyle-Rubrik, wo fast alle Luxusprodukt-Gruppen
Gelungene Platzierungen sind aus Sicht der Nutzer zunächst      erfolgversprechend platziert werden können: Leserinnen und
„Klassiker“ wie z. B. Anzeigen für Kosmetik und Düfte in den    Leser, die sich für Lifestyle-Themen interessieren, haben zu
Frauenzeitschriften.                                            besonders vielen Luxusprodukten hohe Affinitäten. Dies gilt
                                                                hingegen nicht für Themen wie Politik und Tagesgeschehen.
Andere gefundene Beziehungen21 sind überraschender:
So scheint z. B. die häufig zu beobachtende Platzierung von     High-Potential-Leser weisen gerade im Vergleich zu weniger
Luxusuhren in Druckausgaben von Finanzzeitungen und             kaufkräftigen, konsumfreudigen und luxusaffinen Zielgruppen
Finanzressorts nicht ohne Weiteres für Onlinezeitungen zu       weitere Besonderheiten auf. So können High-Potential-Leser
gelten. Hier ist die „Motor“-Rubrik weitaus erfolgverspre-      durch die Rubriken „Fernsehen“ und „Lokales“ nur schwer
chender. Wie die Befragung zeigt, können auch für Sportarten    erreicht werden, sehr gut hingegen durch Rubriken wie
und einzelne Themen des Lifestyle-Themenkreises besonders       „Lifestyle“ und „Motor“. Eine hohe Affinität besteht auch
aussichtsreiche Platzierungen identifiziert werden. (Ausführ-   zu Sportarten wie Golf und Polo. (Alle ermittelten Affinitäten
liche Darstellung im Tabellenanhang.)                           im Anhang.)

Luxusaffine Frauen fühlen sich online besonders von Themen
wie „Lifestyle“, „Gesundheit“ und „Kultur“ angesprochen. Pro-   Es gibt ideale Platzierungen für Luxusmarken-
duktgruppen wie Designermode, exklusive Wohnaccessoires         kommunikation im Internet. Diese unterscheiden sich
und wertvoller Schmuck sind darin gut aufgehoben.               z. T. von den bekannten Printaffinitäten.

23
# 5 WIE MUSS EINE LUXUS-WEBSITE AUSSEHEN?

Luxusaffine Onliner nutzen hauptsächlich Marken-Websites,               „Ich erinnere mich an die Website von Dior. Die ist
um sich über Luxusprodukte zu informieren. Wie auch für                 so komplex und verzweigt sich ständig. Ich hab‘s
Onlinewerbemaßnahmen, können für die offiziellen Marken-                fast nicht geschafft, von den Sonnenbrillen zu den
präsenzen spezifische Anforderungen formuliert werden.                  Taschen zu kommen.“ Corinna, 33, genießt es, beim
                                                                        Einkaufen nicht aufs Geld schauen zu müssen
Die wichtigsten Anforderungen an Websites von Luxusmarken
sind: leichte Benutzbarkeit und einfache, klare Strukturen (je
65 %). Aspekte des Marken- und Produkterlebnisses wie edles             Es ist wahrscheinlich, dass dabei die tatsächliche Wichtigkeit
Design und interaktive Features werden mit 43 % bzw. 42 %               von hochwertigem Design und aufwendiger Umsetzung unter-
als wichtige Anforderungen bezeichnet. Großzügiger Medien-              schätzt werden. Nutzer betrachten dies als Standardanforde-
einsatz und aufwendige Gestaltung sind weitaus weniger                  rungen an Luxus-Websites und betonen jene Schwachstellen,
wichtig. Auf ungewöhnliche Navigationskonzepte scheinen                 die ihnen auf den Nägeln brennen.
die meisten verzichten zu können.

                                                                                                                n = 2.064.
                                      0%           20 %           40 %               60 %                80 %   Filter: Luxusaffinität.
                                                                                                                Items angeregt aus
             Leichte Bedienbarkeit                                                   65 %                       Ergebnissen explora-
                                                                                                                tiver Fokusgruppen.
        Einfache, klare Strukturen                                                   65 %                       Mehrfachantworten,
                                                                                                                bis zu drei Antworten
                      Edles Design                               43 %                                           möglich.

               Interaktive Features
           (z. B. freies Drehen von                          42 %
       Produkten, Konfiguratoren)
       Großzügiger Medieneinsatz
(Einbezug von z. B. Videos und Ton)         12 %

          Aufwendige Gestaltung            10 %

                  Ungewöhnliche
             Navigationskonzepte           8%                                          Anteil der Befragten

Abb. 14: Anforderungen an eine Luxusmarken-Website aus Nutzersicht

24
#5

Die Forderungen der Nutzer nach den wichtigsten Inhalten der
Marken-Website spiegeln die zielgerichtete Informationssuche
als Hauptbesuchsanlass der Zielgruppe wider: Preisangaben
und besonders tiefgehende Informationen sind die gewünschten
Inhaltsaspekte. Unterhaltende und markenbildende Features
erscheinen hier eher als zweitrangige Aspekte.

                                                                                                                         Mehrfachantworten.
                                                               0%    20 %          40 %          60 %             80 %   n = 2.064.
                                                                                                                         Grundgesamtheit:
                                           Preisinformation                                          73 %                luxusaffine Online-
                                                                                                                         leser. Quantifizierung
             Tiefgehende Informationen (technische Details,
                                                                                                 66 %                    der Aussagen aus den
                           Materialien, Zusammensetzung)
                                                                                                                         Fokusgruppen.
          Übersicht über gesamte Kollektion, Produktpalette                                  60 %

         Übersicht über Verkaufsstellen/Shopfinder-Funktion                               56 %

             Große, aufschlussreiche Ansichten der Produkte                           52 %

                                        Eigener Onlineshop                  35 %

              Hintergrundinformation (Geschichte der Marke,
                                                                        32 %
         Infos über Unternehmen, verantwortlicher Designer)

        Registrierung zu einem Newsletter/einer Mailing List    9%

     Unterhaltende Inhalte (Modeschauen, Making-of-Videos
                                                                8%                         Anteil der Befragten
      von Kampagnen, Interviews mit Models und Designern)

Abb. 15: Gewünschte Inhalte für Luxusmarken-Websites

25
#5

Abb. 16: Best Practice: Shopfinder-Funktion bei Bulgari.com. Im Bereich „Client Service“ können in einem flash-basierten
Tool alle Boutiquen des Edeljuweliers gesucht werden. Eine Animation zeigt Bulgari-Boutiquen in aller Welt.

                                                               „Bei einigen Shops kann man so nah hinzoomen,
                                                               dass man die Stofftextur sieht – das ist doch span-
                                                               nend. Wenn da gar nichts ist, gehe ich auch nicht
                                                               in den Laden. Die Adresse des nächsten Ladens
                                                               würde ich übrigens auch gerne auf der Website
                                                               finden können!“ Gabriele, 51, liebt Chanel und Escada

26
#5

Abb. 17: Best Practice: Produktdarstellung bei Bulgari.com. Die flash-basierte Darstellung eines Produkts enthält hoch-
auflösende Abbildungen, frei drehbare Ansichten und ausführliche Produktdetails zu Material, Uhrwerk, Produktnummer usw.
Die Produktseite enthält außerdem den Link zu einem ausdruckbaren PDF-Produktblatt, eine Send-to-a-friend-Funktion, den Link
zur Mailing-List-Registrierung und die Store-Suche.

27
#5

Das Vorhandensein einer Marken-Website mit reichhaltiger        Die Herausforderung bei der Umsetzung von Onlinewerbung
Information wird von der Zielgruppe durchaus erwartet.          der Luxusmarken besteht darin, das Markenerlebnis und die
Teilweise vorzufindende Minimalpräsenzen bekannter Luxus-       Emotionalität mit guter Usability und den gewünschten Infor-
marken wurden in den durchgeführten Fokusgruppen als            mationen zu verbinden.
„ungenügend“ und „irritierend“ beurteilt. Nur sehr wenige
akzeptieren eine Minimalpräsenz in Form einer „virtuellen       Eine State-of-the-Art-Website wird von den
Visitenkarte“, die allenfalls die Anschrift des Stammsitzes     anspruchsvollen luxusaffinen Nutzern bei Luxus-
preisgibt.                                                      marken vorausgesetzt.

Die Webpräsenz einer Luxusmarke sollte sich also dem ausge-     Herausforderung: Nützliche Informationen und
prägten Informationsbedürfnis der Kunden nicht verschließen.    Service bei guter Usability und emotionaler
Viele Marken setzen auf sehr aufwendige Websites, in denen      Inszenierung.
technisch und visuell imposant repräsentiert wird: Preis-
informationen und Produktdetails findet man vergleichsweise     Dies schaffen noch lange nicht alle Luxus-Websites.
selten. Insgesamt gewinnt man fast den Eindruck, viele Luxus-
marken setzten in ihren Marken-Websites das Gegenteil von
dem um, was die Nutzer eigentlich wünschen.

Auf Preislisten im Textformat sollte jedoch keine Luxusmarke
zurückgreifen. Die in den Gruppendiskussionen gezeigten
brillanten, ungewöhnlichen und aufwendigen Onlinekreationen
wussten durchaus zu überzeugen. Tatsächlich dürfte die starke
Neigung zu Informationen und Usability maßgeblich durch
sogenannte „soziale Erwünschtheit“ beeinflusst sein: Die
Befragten möchten sich selbst als selbstbestimmte, souveräne
Informationssucher darstellen; Verführung durch unterhaltende
Features und aufregend inszenierte Produkte möchten sich
Nutzer nicht eingestehen.

28
# 6 DIALOG

Das Internet bietet neben den Vorteilen von klassischer                                  „Klar, Newsletter sind interessant! Ich finde es toll,
Onlinewerbung und der eigenen Webpräsenz die Möglichkeit                                 wenn man über kleine Geschenke und Aufmerksam-
des besonders kosteneffizienten Einstiegs in die Dialogkom-                              keiten als Kunde betreut wird und man sieht, dass
munikation mit Interessenten. Adressen können auf Websites                               sich das Unternehmen um einen kümmert!“
und in Kampagnen gewonnen werden; ein ausgefeilter Inter-                                Janja, 33, ist beruflich häufig in anderen Ländern
essentendialog kann nahtlos daran anschließen. 43 % der
Befragten sind an Dialogkommunikation mit Luxusmarken
„interessiert“ oder „sehr interessiert“. In der Gruppe der                               Die attraktivsten Inhalte elektronischer Interessenten- und
High-Potential-Leser sind es sogar 54 %. Persönliche                                     Kundendialogmaßnahmen sind aus Sicht der Zielgruppe eine
Ansprache scheinen wohlhabende, konsumfreudige Onliner                                   Mischung aus monetärem Vorteil (z. B. kostenloser Versand)
also offenbar nicht nur im Fachhandel, sondern auch online                               und VIP-Behandlung (z. B. exklusive Previews oder Einla-
besonders zu schätzen.                                                                   dungen zu Events) (siehe Abb. 18).

                                                                                                                                    Mehrfachantworten.
                                                                                    0%      20 %          40 %      60 %      80%   n = 2.064. Grund-
                                                                                                                                    gesamtheit: luxus-
                    Spezielle Vorteile (z. B. kostenloser Versand, Preisnachlass)                                62 %               affine Onlineleser.
                                                                                                                                    Quantifizierung der
                                    Vorab über Neuigkeiten informiert werden                               53 %                     Aussagen aus den
                                                                                                                                    Fokusgruppen.
     Kleine Geschenke und Proben neuer Produkte (z. B. Parfum und Kosmetik)                               47 %

                    Coupons für Vergünstigungen (zum Einlösen im Geschäft)                          40 %

     Einladungen zu Events (Modeschauen, Shop-Eröffnungen, Sonderverkäufe)                         37 %

                                                                  Gewinnspiele           18 %

                          Exklusive Previews von neuen Spots und Webvideos
                                                                                     13 %                   Anteil der Befragten
             (z. B. Modeschauen, Werbespots und Hinter-den-Kulissen-Videos)

Abb. 18: Interessanteste Inhalte im E-Mail-Dialog einer Luxusmarke aus Nutzersicht

29
#6

                                                                 Der Einstieg in Online-Dialog-Kommunikation ist
                                                                 überraschend vielversprechend im Luxussegment.
                                                                 Je elitärer die Zielgruppe, desto aussichtsreicher.
                                                                 Einige wenige gute Beispiele belegen, dass Luxus-
                                                                 dialog auch online funktioniert.

Abb. 19: Best Practice: E-Mail-Newsletter der amerikanischen Fashionmarke Michael Kors (Mai und Juni 2007).
Mitglieder der Mailing List werden regelmäßig mit Sonderangeboten versorgt, die den Einkauf im Onlineshop incentivieren.
Kunden werden u. a. mit kleinen Geschenken bei einer Bestellung oder exklusivem Gratisversand gebunden.

30
# 7 FAZIT

Angesichts der Ergebnisse der Studie sollten Luxusmarken in     Viele Luxusmarken haben dies bereits erkannt und entspre-
Erwägung ziehen, den Mediamix ihrer Markenkommunikation         chend gehandelt. Andere versäumen es noch, Nutzer mit den
zu überprüfen.                                                  richtigen Push-Botschaften zu versorgen: Onlinewerbung
                                                                wird generell nur wenig geschaltet. Dass hochwertige und
Fakt ist, dass die Zielgruppe immer schwerer über die klas-     markenkonforme Inszenierungen von Luxusmarken auch
sischen Kanäle zu erreichen ist. Das Internet wird gerade       online mit Erfolg möglich sind und die Zielgruppe beeindrucken
von der Hauptzielgruppe täglich für viele Stunden intensiv      können, hat die Studie gezeigt. Richtig platziert kann gute
genutzt – und dies längst nicht nur als Arbeitswerkzeug.        Onlinewerbung auch im Luxussegment genau den richtigen
Wohlhabende, luxusaffine Personen informieren sich auf          Nerv der relevanten Zielgruppe treffen.
vielfältigem Wege zu Lifestyle- und Luxusthemen online.

Das Internet ist für luxusaffine Onliner zum zweitwichtigsten
Informationskanal überhaupt geworden. Damit ist dieser Kanal    „Eine Website kostet quasi nichts, Onlinewerbung
zum wesentlichen Faktor der Kaufanbahnung avanciert –           kostet wenig, und ich finde es fast erschreckend,
egal ob der Kauf dann im Internet oder im Fachhandel statt-     dass man es sich als Unternehmen heute noch
findet.                                                         entgehen lässt, mit Kunden im Internet in Kontakt
                                                                zu treten.“     Carola, 40, leistet sich oft und gerne etwas
Eine hochwertige Marken-Website wird heute auch von einer       „Besonderes“, gerade bei Schmuck und Kosmetik
Luxusmarke als Standard erwartet. Das Fehlen eines solchen
virtuellen Flaggschiffs wird von der Zielgruppe mit Befremden
wahrgenommen.

31
Kontakt:
                                                                       Robert Bosch
      WELT ONLINE ist das Nachrichtenportal der Axel Springer AG,      Generalmanager Online
     unter dem die Onlineauftritte der drei Titel „DIE WELT“,          robert.bosch@axelspringer.de
     „WELT KOMPAKT“ und „WELT am SONNTAG“ zusammengeführt              +49 30/25 91-7 39 22
     werden. Aus Deutschlands größtem integriertem Newsroom im
     Herzen der Hauptstadt bietet WELT ONLINE                          WELT ONLINE
     neben aktuellem und qualitativ erstklassigem Nachrichten-         Axel Springer AG
     journalismus ein breites Angebot an Lifestyle- und Genuss-        Axel-Springer-Straße 65
     themen. Die Kommunikationsplattform WELT DEBATTE sowie das        10888 Berlin
     Luxussegment WELT BESTEN runden das Profil von WELT ONLINE        www.welt.de
     als eines der führenden Nachrichten- und Lifestyle-Portale ab.

                                                                       Kontakt:
                                                                       André Klein
     Plan.Net – innovative interaktive Kommunikation.                  Etat Direktor Plan.Net Agenturgruppe
     Die Plan.Net Agenturgruppe steht für strategisch vernetzte und    a.klein@plan-net.de
     kreative Marken- und Vertriebskommunikation on- und offline.      +49 89/20 50-22 54
     Dazu zählen die ganzheitliche Konzeption und intelligente
     Umsetzung von Onlinekampagnen, Onlineevents und Websites          PLAN.NET
     wie auch die Entwicklung innovativer und erfolgreicher Media-     Agenturgruppe für interaktive Kommunikation
     strategien auf Basis neuester, individueller Planungs-Tools und   Haus der Kommunikation
     mit eigenem Markt- und Mediaforschungsinstitut. Hinzu kommt       80250 München
     die kontinuierliche Weiterentwicklung neuer Geschäftsfelder       www.plan-net.de
     wie Mobile Marketing, Search und ePublishing.

32
Kontakt:
                                                                           Christian Bopp
     facit digital ist ein Forschungs- und Beratungsunternehmen für        Geschäftsführer
     digitale Medien mit Sitz in München. Unser Ziel ist die Integration   c.bopp@facit-digital.de
     empirischer Consumer Insights in den Entwicklungsprozess von          +49 89/46 13 36 4-10
     Kommunikations- und Kundenbindungsmaßnahmen. Wir helfen
     unseren Kunden bei der Optimierung von Interfaces und Customer        Michael Wörmann
     Touchpoints und damit bei der Maximierung des ROI. Wir betreiben      Director Consulting
     seit vielen Jahren qualitative und quantitative Forschung in den      m.woermann@facit-digital.de
     Bereichen Onlineinnovationen, User Experience, Usability sowie        +49 89/46 13 36 4-20
     E-CRM.
                                                                           facit digital
                                                                           Neuhauser Straße 17
                                                                           80331 München
                                                                           www.facit-digital.de

Durchführendes Institut

33
Explorationsphase Online-                 Explorationsphase Nutzerschaft           Feintuningphase Nutzerschaft:
marketing: Bestandsaufnahme des           & Identifikation von Erfolgs-            Quantifizierung, Potenzialabschätzung
Onlinemarketings von Luxusmarken          faktoren: Kennenlernen der Bedürf-       verschiedener Aspekte von Online-
                                          nisse und Eigenschaften der Zielgrup-    marketing Luxus am Beispiel von
Methode: Desk Research,                   pe im Kontext von Onlinemaßnahmen        WELT ONLINE-Lesern
Primär- und Sekundärrecherchen,           im Bereich Luxus
Best-Practice-Analyse                                                              Methode: Webbasierte Onscreen-
                                          Methode: 2 moderierte Gruppen-           Befragung
Untersuchungsrahmen:                      diskussionen, je ca. 90 Min., Einsatz
Internationales, exploratives Vorgehen.   von Stimulusmaterial (Beispiele von      Stichprobe: Leser von WELT ONLINE,
Branchen: Fashion, Technik, Schmuck &     in Phase 1 gefundenen Websites,          die aufgrund ihrer Zustimmung zu
Uhren, Kosmetik, FMCG, Automobil          Bannern und Videos)                      bestimmten Aussagen als luxusaffin
                                                                                   eingestuft werden konnten
Medien: Marken-Websites,                  Durchführungsort: München
Communitys, Platzierung im redaktio-                                               Feldzeit: Juni 2007
nellen Umfeld (Advertorials), Banner,     Durchführungszeitraum: Mai 2007          Rekrutierungsmethode: Zufalls-
Sponsoring, Branded Entertainment                                                  gesteuerte Layer-Rekrutierung auf
                                          Untersuchungsrahmen: Separate            der Startseite
                                          Durchführung einer Männer- und Frauen-
                                          diskussionsgruppe; je 8 Teilnehmer       Incentivierung: 5 x 100,– €

                                          Stichprobe: Internetnutzung mehr-
                                          mals pro Woche (mind. 4 Std. täglich),
                                          regelmäßige Nutzung von Online-
                                          zeitungen, Luxusaffinität (Faszination
                                          für teure und berühmte Marken, Freu-
                                          de an Luxus, häufiger Konsum teurer
                                          Kleidung und Accessoires), deutlich
                                          überdurchschnittliches Einkommen
                                          (monatlich mehr als 1.500 € pro
                                          Person zur freien Verfügung)

34
Endnoten
1
     Gruner + Jahr Trendanalyse Luxusgüter, 2006
2
     27 in Deutschland werbetreibende Firmen (ausgewählt nach Marktanteil in Deutschland), die auch Onlinewerbung betreiben, aus verschiedenen
     Produktsegmenten (Bekleidung, Accessoires, Kosmetik, Schmuck und Uhren). Quelle: Nielsen Media Research GmbH
3
     Nielsen Media Research GmbH, 2007
4
     Aktivität der Marken Audi, BMW, Lexus und Mercedes im Jahr 2006 am deutschen Markt
5
     AGOF Internet Facts 2006-IV: Die deutsche Internetnutzerschaft nähert sich hinsichtlich soziodemografischer Merkmale immer mehr der
     Bundesbevölkerung an.
6
     AGOF Internet Facts 2006-IV
7
     AGOF Internet Facts 2006-IV
8
     Zustimmung zu mindestens zwei der folgenden Aussagen: „Wenn mir eine Sache gefällt, kaufe ich sie mir, auch wenn ich sie nicht unbedingt brauche“,
     „Ich finde, man sollte das Leben genießen und nicht so viel sparen“, „Mich faszinieren Luxusmarken, und wenn es geht, leiste ich mir solche Produkte
     auch mal“, „Es gibt Produkte, da bin ich bereit, für das Beste vom Besten richtig viel Geld auszugeben“, „Ich genieße es, Dinge zu besitzen, die sich
     nicht jeder leisten kann“, „Für etwas Auserlesenes gebe ich gerne etwas mehr aus“, „Ich leiste mir eigentlich alles, was ich für mein Geld haben kann“
9
     AGOF Internet Facts 2006-IV
10
     AGOF Internet Facts 2006-IV
11
     Generell werden im Vergleich zur „normalen Nutzerschaft“ bei kaufkräftigen Entscheidern eine höhere Internetnutzungsfrequenz, längere Online-
     verweildauern und stärkere Nutzung von E-Commerce beschrieben. Quellen: AWA 2006 First Class, TOPLevel 2006
12
     Bestimmung der High-Potential-Leser: Bildung eines Index (Summe) aus den Kennwerten Netto-Pro-Kopf-Einkommen, Luxusaffinität, Affinität zu
     Luxusmarken. Nutzer im höchsten Quartil werden als High-Potential-Leser betrachtet. Im Durchschnitt verfügt diese Gruppe über mehr als 3.300,– €
     Netto-Pro-Kopf-Einkommen.
13
     Gemittelte Werte vom 16.07.2007 bis 12.08.2007
14
     Die am meisten diskutierten Branchen sind laut einer Studie von ethority (ethority, brand online buzz index, 200/) Automobil, Computer/Hardware
     und Telekommunikation.
15
     Vgl. www.netzwelt.de: „Werbeagentur wollte deutsche Weblogs unterwandern: Parfum mit schlechtem Nachgeschmack“, Artikel vom 04.04.2007
16
     Vollständige Aufstellung der Kauforte je Produktklasse im Tabellenanhang
17
     Vollständige Aufstellung der Online-Kaufplattformen je Produktgruppe im Tabellenanhang
18
     Im Vergleich zur restlichen Nutzerschaft prozentual deutlich mehr Zustimmungen zu den Aussagen „Die Lieferung durch einen Paketdienst o. Ä. passt
     nicht zur Exklusivität dieser Produkte“ (+ 7 %) und „Beim Onlinekauf entfällt das besondere ‚Einkaufserlebnis’ (z. B. schöne Geschäftsräume, zuvor-
     kommende Behandlung“ (+ 11 %)
19
     Best-Practice-Analyse für die folgenden Themen: Platzierung im redaktionellen Kontext, Onlinekampagnen, PR & Sponsoring, Branded Entertainment,
     Communitys & Clubs, Marken-Websites. Konzentration auf Luxusmarken der Produktgruppen Mode, Schmuck und Uhren, Hi-Fi & Mobile, Accessoires,
     FMCG, Kosmetik, Automobil. Es wurden die Märkte Deutschland, Italien, Frankreich, UK, USA und Japan (sowie alle international angelegten Marken-
     präsenzen) untersucht.
20
     Interne Mitteilung Plan.Net Media. Empirische Erfahrungen mit Kundenkampagnen aus dem Premium-Automobilsegment
21
     Statistisch ermittelt aus den Daten der Onlinebefragung

35
# 8 TABELLENANHANG

                                                                       Zeitungen,                Freunde,
                                                Geschäft   Internet   Zeitschriften   Kataloge   Bekannte   Sonstiges    n

     Besonders hochwertige Hi-Fi-Geräte          47 %       60 %         23 %          12 %       15 %         5%       1450

     Hochklassige Autos                          38 %       59 %         31 %          10 %       14 %         7%       1374

     Hochwertige Möbel                           60 %       34 %         16 %          21 %        8%          6%       1273

     Hochwertige Sportgeräte,
                                                 51 %       52 %         15 %          15 %       16 %         7%       1226
     Ausrüstung für meinen Sport

     Parfum, Eau de Toilette und andere Düfte
                                                 69 %       19 %         11 %           4%        11 %         8%       1219
     für Männer und Frauen

     Exklusive Wohnaccessoires, Designobjekte    51 %       39 %         23 %          20 %        9%          8%       1191

     Armbanduhren der Luxusklasse                51 %       41 %         16 %          13 %        8%          9%       1149

     Designermode                                54 %       32 %         21 %          14 %       10 %         8%       1101

     Schöne Füllfederhalter und
                                                 56 %       30 %         11 %          10 %        7%        10 %       1091
     andere Schreibutensilien

     Hochwertiges Reisegepäck                    52 %       33 %          9%           10 %        7%        11 %       1045

     Hochwertige Accessoires wie z. B.
                                                 57 %       26 %         13 %          12 %        9%          9%       1032
     Handtaschen, Gürtel usw.

     Wertvoller Schmuck                          62 %       22 %          8%            9%         7%        10 %       1023

     Hochklassige Kosmetik                       59 %       22 %         12 %           6%         9%        12 %        991

     Hochklassige Motorräder                     32 %       34 %         22 %           8%        13 %       14 %        932

Tabelle 1: Informationskanäle bei der Recherche von Luxusprodukten. Anteil der Befragten, die sich zur jeweiligen
Produktkategorie informiert haben. Mehrfachantworten. n = 2.791

36
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