Der HEV Region Thun heisst Sie herzlich willkommen zum Herbstanlass 2018 - Thema: Älter werden mit Ihrem Eigenheim - HEV Thun
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Der HEV Region Thun heisst Sie herzlich
willkommen zum Herbstanlass 2018.
Thema:
Älter werden mit Ihrem EigenheimTeil 1 - Finanzierung
Als Referent begrüssen wir
Martin Zysset
Niederlassungsleiter VZ Vermögenszentrum
Bälliz 48
3600 ThunInhalt 1. Das VZ VermögensZentrum 2. Planung der Pensionierung generell 3. Rente vs. Kapital im Kontext mit einem Grundstück 4. Hypotheken im Alter: Worauf muss ich achten?
Was macht das VZ VermögensZentrum
Pensionierungs-
beratungen
Bewirtschaftung
Nachlass-
von Wertschriften-
planungen
depots
Liegenschafts-
Steuern sparen
finanzierungen25 Jahre Expertise in Pensionierungsfragen • Gegründet 1993 als unabhängiger Finanzdienstleister • Führend in der Schweiz als Berater für Pensionierungsfragen • Jährlich planen über 6000 Kunden ihre Pensionierung und die Zeit danach mit dem VZ VermögensZentrum • Erfolg dank Unabhängigkeit und fundierter Fachkenntnis • Seit mehreren Jahren vom Wirtschaftsmagazin «Bilanz» prämiert. 2018 gekürt zum «langjähriger Qualitätsleader»
Inhalt 1. Das VZ VermögensZentrum 2. Planung der Pensionierung generell 3. Rente vs. Kapital im Kontext mit einem Grundstück 4. Hypotheken im Alter: Worauf muss ich achten?
Typische Fragen bei der Pensionierung AHV • Wie hoch ist meine Rente? • Was passiert bei einer Frühpensionierung? • Wie wirken sich Beitragslücken aus? Pensionskasse • Soll ich die Rente oder das Kapital beziehen? • Wann lohnt sich ein Einkauf? • Wie wirken sich Zins- und Umwandlungssätze auf meine Rente aus?
Typische Fragen bei der Pensionierung Steuern • Wie verändert sich die Steuersituation nach Pensionierung? • Wie kann ich Steuern sparen? • Wie hoch sind die Steuern beim Bezug von Vorsorgegeldern? Liegenschaft / Hypotheken • Soll ich meine Hypothek amortisieren? • Welche Hypothekarstrategie ist jetzt sinnvoll? • Rechnet sich ein Renditeobjekt?
Steuersituation vor und nach Pensionierung Einkünfte Vorher Nachher Abzüge Vorher Nachher Einkommen Mann 86 - Berufsauslagen 10 - Einkommen Frau 34 - Versich.prämien 5 7 AHV-Renten - 42 Säule 3a-Beiträge 14 - PK-Renten - 48 Schuldzinsen 12 12 Eigenmietwert 20 20 Zweiverdiener 2 - Wertschriftenertrag 4 4 Allgemeiner Abzug 10 10 Total 144 114 Steuerbares Eink. 91 85
Auszahlung von Vorsorgekapitalien
Bezug Jahr Alter Vorsorgegefäss Kapital Steuer
Einmalig 2020 64 Diverse 800’000 75’300
Gestaffelt 2018 62 Säule 3a Frau 50’000 1’700
2019 63 PK Frau 300’000 21’000
2020 64 PK Mann 400’000 30’900
2021 65 Säule 3a Mann 50’000 1’700
800’000 55’300
Steuereinsparung mit Staffelung über verschiedene Jahre 20’000Inhalt 1. Das VZ VermögensZentrum 2. Planung der Pensionierung generell 3. Rente vs. Kapital im Kontext mit einem Grundstück 4. Hypotheken im Alter: Worauf muss ich achten?
Rente vs. Kapital: Kriterien im Vergleich
Kriterien Rentenbezug Kapitalbezug
Sicherheit Hohe Sicherheit Sicherheit abhängig von
Strategie
Flexibilität Keine Flexibilität Hohe Flexibilität
Einkommenshöhe 6.8% Umwandlungssatz 3-6% Ertrag/Entnahme je
nach Einkommenskonzept
Steuern
• Auszahlung Keine Auszahlung Einmalige Besteuerung
• Einkommen Rente zu 100% steuerbar Einkom. zu 0-100% steuerbar
Hinterbliebene
• Ehepartner 60% der Altersrente Bis 100% des Einkommens
• Kinder Keine Ansprüche Gemäss Erbrecht/TestamentFinanzierungsregeln bei Hypotheken
1’000‘000 350‘000 Tragbarkeit
Hypothekarzinsen (5%) 32’500 CHF
Unterhalts-/Nebenkosten (1%) 10’000 CHF
650‘000
Eigenkapital Wohnkosten 42’500 CHF
Erforderliches Einkommen 127’500 CHF
(Wohnkosten max. 1/3 des Einkommens)
Finanzierbarkeit
Mindestens 20% Eigenkapital; nach Erwerbs-
Wert Immobilie Hypothek aufgabe darf Hypothek max. 2/3 betragen.Berechnung der Tragbarkeit
Aktuell nach Pensionierung
Berechnung der Kosten
Zinsen 0,6 Mio. CHF x 5,0% 30’000 30’000
Nebenkosten und Unterhalt: 1,5 Mio CHF x 1,0% 15’000 15’000
Total Wohnkosten 45’000 45’000
Einkommen
Erwerbseinkommen 150’000 -
Renteneinkommen - 90’000
Total Einkommen 150’000 90’000
Verhältnis Wohnkosten zum Einkommen, max. 33% 30% 50%Lösungsvariante 1, Optimierung Kennzahlen
Klassisch Optimiert
Berechnung der Kosten Hypothek um
Zinsen 0,6 Mio. CHF x 5,0% 30’000 - 200’000 CHF
Zinsen 0,4 Mio. CHF x 5,0% - 20’000 reduzieren
Nebenkosten und Unterhalt: 1,5 Mio CHF x 1,0% 15’000 15’000
Total kalkulatorische Wohnkosten 45’000 35’000
~100’000 CHF
weniger
Einkommen
Kapitalbezug
Renteneinkommen 90’000 90’000
Höhere PK-Rente 6’000 Zusätzlicher
Kinder werden Solidarschuldner 20’000 Schuldner
Total kalkulatorisches Einkommen 90’000 116’000 akzeptiert
Verhältnis Wohnkosten zum Einkommen, max. 33% 50% 30%Lösungsvariante 2, Kapitalverzehr
Klassisch Kapitalverzehr
Berechnung der Kosten
Zinsen 0,6 Mio. CHF x 5,0% 30’000 30’000
Nebenkosten und Unterhalt: 1,5 Mio CHF x 1,0% 15’000 15’000
Total kalkulatorische Wohnkosten 45’000 45’000
Einkommen
Renteneinkommen 90’000 90’000
Wertschriftenerträge (z.B. 900’000 x 2,0%) 18’000 -
Vermögensertrag und Kapitalverzehr
(z.B. 900’000 auf 25 Jahre, Ø 2,0% Rendite) 46’000
Total kalkulatorisches Einkommen 108’000 136’000
Verhältnis Wohnkosten zum Einkommen, max. 33% 42% 33%Inhalt 1. Das VZ VermögensZentrum 2. Planung der Pensionierung generell 3. Rente vs. Kapital im Kontext mit einem Grundstück 4. Hypotheken im Alter: Worauf muss ich achten?
Möglichkeiten mit bestehendem Eigenheim
Verkaufen + Zukünftig weniger Aufwand, tiefere Wohnkosten
+ Flüssige Mittel werden frei / evtl. kann Gewinn realisiert werden
- Eigenheim bleibt nicht in der Familie
Vermieten + Eigenheim bleibt in der Familie
+ Mieterträge als Einnahmequelle
- Aufwand für die Vermietung und den Unterhalt der Liegenschaft
- Es werden keine flüssigen Mittel frei
- Erschwerte Hypothekenvergabe für Renditeobjekte
Verschenken + Eigenheim bleibt in der Familie
+ Wohnrecht o. Nutzniessung möglich (Verbleib in Liegenschaft)
- Keine flüssigen Mittel werden frei/ keine Mieteinnahmen
- Keine Verfügungsgewalt über die Liegenschaft (Vermögensteil)Mögliche Wohnformen in der Zukunft
Kauf anderes + Autonomer Eigentümer bleiben
Objekt + Individuelle Gestaltung oder Aus- und Umbau möglich
- Eigentümer bleiben und dadurch weniger Flexibilität
- Keine flüssigen Mittel zur Einkommenssicherstellung
- Schwierige Übergangsfinanzierung
Miete + Hohe Flexibilität
+ Flüssige Mittel zur Einkommenssicherstellung
- Abhängigkeit vom Vermieter
- Individuelle Gestaltung o. Aus- und Umbau evtl. nicht möglich
Nutzniessung / + Verbleib in der bisherigen Liegenschaft möglich
Wohnrecht + Verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten
(bei Schenkung) - Berührungspunkte und Abhängigkeiten vom Eigentümer
- «Innerfamiliäre Verstrickungen» und kein GeldflussEnde des 1. Teils - Finanzierung
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Martin Zysset
Niederlassungsleiter VZ Vermögenszentrum
Bälliz 48
3600 ThunTeil 2 - Rechtlicher Bereich
Als Referentin begrüssen wir:
Barbara Berger Rawyler
Notarin
Die Kanzlei, Bahnhofstrasse 6, 3600 ThunZeit
Urteilsfähigkeit Urteilsunfähigkeit
Informationen
einholen
Krankheit /
Tod
Vorkehrungen
Unfall
treffen:
LebenThemen 1. Vollmachten 2. Vorsorgeauftrag 3. Patientenverfügung 4. Anordnungen für den Todesfall 5. Begünstigung des überlebenden Ehegatten (Ehevertrag, Testament / Erbvertrag) 6. Schenkung an Nachkommen
Zeit
Urteilsfähigkeit Urteilsunfähigkeit
Vollmachten
Informationen
einholen
Krankheit /
Tod
Vorkehrungen
Unfall
treffen:
Leben1. Vollmachten Können in einfacher Schriftform erteilt werden; bei Banken Formular Sind sofort wirksam Sind dort anwendbar, wo sich eine urteilsfähige Person vertreten lassen will. Vollmachten verlieren grundsätzlich nach Wegfall der Urteilsfähigkeit des Vollmachtgebers ihre Wirkung (insbesondere bei Banken und Versicherungen) Geeignet für Alltagsgeschäfte im Übergang von Urteilsfähigkeit zu Urteilsunfähigkeit Falls Urteilsfähigkeit nicht mehr gegeben, ist – insbesondere für Liegenschafts- geschäfte – eine Beistandschaft nötig, bzw. neu ein Vorsorgeauftrag möglich.
Zeit
Urteilsfähigkeit Urteilsunfähigkeit
Vollmachten
Informationen Vorsorgeauftrag
einholen
Krankheit /
Tod
Vorkehrungen
Unfall
treffen:
Leben2. Vorsorgeauftrag
2.1. Ausgangslage und Selbstbestimmung
Seit dem Jahr 2013 besteht die Möglichkeit, die Vorsorge im Fall der eigenen
Urteilsunfähigkeit zu regeln. Wichtige Eckpunkte dieser Möglichkeit sind dabei
Selbstbestimmung für Alter, Unfall- oder Krankheitsfolgen
Bestimmung der Person (ev. Ersatzperson[en]), der Tätigkeitsfelder und Erteilung
von Weisungen
Aufschiebende Bedingung: Eintritt der Urteilsunfähigkeit
Grundlagen in Art. 360 – 369 ZGB
Art. 374 ZGB: Gesetzliches Vertretungsrecht des Ehegatten / eingetragenen
Partners – ohne Vorliegen eines Vorsorgeauftrags - für Handlungen zur Deckung
des Unterhaltsbedarfs, für die ordentliche Verwaltung des Einkommens /
Vermögens und Befugnis, Post zu öffnen. Darüber hinaus Zustimmung KESB nötig.2. Vorsorgeauftrag
2.2. Voraussetzungen
Damit ein Vorsorgeauftrag gültig erstellt werden kann, sind die folgenden
Voraussetzungen zu beachten
Volljährigkeit
Erreichen des 18. Lebensjahres
Urteilsfähigkeit
Fähigkeit, die Folgen des eigenen Handelns und damit der Auswirkungen der
Errichtung eines Vorsorgeauftrages zu erkennen und gemäss dieser Einsicht zu
handeln
Falls eine dieser Voraussetzungen fehlt, kann eine Person keinen Vorsorgeauftrag
errichten.2. Vorsorgeauftrag
2.3. Errichtung
Vorsorgeaufträge können nur nach den folgenden zwei Arten gültig errichtet werden:
Eigenhändig geschriebenes Dokument
Text von Hand schreiben, datieren und unterzeichnen
Notarielle Urkunde
Notar formuliert den Inhalt des Vorsorgeauftrags gemäss dem Wunsch der
Auftraggeberin. Diese muss das Dokument in Anwesenheit des Notars lesen,
anschliessend werden zwei Zeugen beigezogen. Gegenüber diesen muss die
Auftraggeberin bestätigen, das Dokument enthalte ihren Vorsorgeauftrag und
dieser sei von ihr in Anwesenheit des Notars gelesen worden.2. Vorsorgeauftrag
2.3. Errichtung
Möglichkeit einer Meldung der Existenz und des Hinterlegungsorts beim
Zivilstandsamt oder beim Schweiz. Testamentenregister
Die Hinterlegung des Dokuments bei einer Behörde ist aber nicht möglich.
Im Anwendungsfall
KESB prüft
- Eintritt der Urteilsunfähigkeit
- Gültigkeit der Errichtung
- Eignung der vorsorgebeauftragten Person
und stellt Ernennungsurkunde aus. Danach keine Mitwirkung der KESB mehr
(weder Rechnungsablage noch Zustimmung zu Rechtsgeschäften)2. Vorsorgeauftrag
2.4. Inhalt
2.4.1. Personensorge
Sicherstellung des sozialen, psychischen und physischen Wohls der Auftraggeberin
Wohn- bzw. Pflegesituation, betreuende Institution
Tagesstruktur, Beschäftigung
Medizinische Behandlung (Schnittstelle zur Patientenverfügung)
Öffnen und erledigen der Briefpost und der elektronischen Post, Betreuung der
sozialen Medien (Facebook, Instagram usw.)2. Vorsorgeauftrag
2.4. Inhalt
2.4.2. Vermögenssorge
Verwaltung des gesamten Vermögens und Einkommens
Erledigung des Zahlungsverkehrs und sämtlicher Bankgeschäfte
Sicherstellung eines «Taschengeldes» der Auftraggeberin
Regelung aller Immobiliengeschäfte (Unterhalt, Renovationen, Vermietungen,
hypothekarische Belastungen, Verkauf), auch Erhöhung Hypothek oder Verkauf
ohne Zustimmung der KESB, soweit im Vorsorgeauftrag entsprechend enthalten.2. Vorsorgeauftrag
2.4. Inhalt
2.4.3. Vertretung im Rechtsverkehr
Vertretung gegenüber Behörden, Vertragspartnern und Privaten
Abschluss und Kündigung von Verträgen aller Art (z.B. Versicherungen)
Ausfüllen der Steuererklärung, Einsprachen
Regelung der Sozialversicherungen (Anträge auf Ergänzungsleistungen,
Fürsorgeleistungen, Rückgriffe bei Verwandtenunterstützung)2. Vorsorgeauftrag
2.4. Inhalt
2.4.4. Weisungen
Vorsorgeauftrag kann umfassend sein oder auf einzelne Bereiche begrenzt werden
Auftraggeberin kann im Vorsorgeauftrag konkrete Weisungen erteilen (z.B. bei
welcher Bank die Vermögenswerte zu verwalten seien)2. Vorsorgeauftrag
2.4. Inhalt
2.4.5. Beauftragte Person(en)
Als Beauftragter kann eine Person allein, oder mehrere Personen gemeinsam (je
einzeln oder kollektiv) eingesetzt werden.
Einsetzen von verschiedenen Beauftragten für die beiden Gebiete Personensorge
und Vermögenssorge (Achtung: Abgrenzung und Koordinationsaufwand).
Einsetzen eines Ersatzbeauftragten, für den Fall, dass der Beauftragte das Amt
nicht annehmen kann oder will, ist möglich.2. Vorsorgeauftrag
2.4. Inhalt
2.4.6. Entschädigung
Vorsorgeauftrag kann Regelung über die Höhe der Entschädigung und der Spesen
des Beauftragten enthalten
Fehlt die Festlegung der Entschädigung, legt die KESB eine «angemessene
Entschädigung» fest
Im Kanton Bern ist Grundlage die Verordnung über die Entschädigung und den
Spesenersatz für die Führung einer Beistandschaft (ESBV); deren Inhalt wird
für die beauftragte Person sinngemäss angewendet (siehe Merkblatt)
Entschädigung geht zu Lasten der Auftraggeberin2. Vorsorgeauftrag
2.5. Umsetzung
Sobald die Situation der Urteilsunfähigkeit eintritt, werden die im Vorsorgeauftrag
vorgesehenen Massnahmen umgesetzt:
Meldung an KESB, dass Auftraggeberin urteilsunfähig ist
KESB fragt Zivilstandsregister nach Registrierung Vorsorgeauftrag ab
KESB prüft Urteilsunfähigkeit der Auftraggeberin, Gültigkeit Vorsorgeauftrag,
Eignung beauftragte Person und stellt Ernennungsurkunde aus
Beauftragte Person beginnt Tätigkeit (im Sinne eines Auftrags), muss diese selber
ausführen, kann aber Hilfspersonen beiziehen oder Dritte beauftragen (z.B. Makler
für Hausverkauf)
Übertragung Vorsorgeauftrag auf eine andere Person ist unzulässig2. Vorsorgeauftrag
2.6. Beendigung
Der Vorsorgeauftrag endet in den folgenden Fällen:
Wiedererlangung der Urteilsfähigkeit durch die Auftraggeberin
Kündigung der beauftragten Person an die KESB (nach Gesetz auf 2 Monate, aus
wichtigen Gründen auch fristlos)
Entzug des Vorsorgeauftrags durch die KESB
Tod der Auftraggeberin
Tod oder Handlungsunfähigkeit der beauftragten PersonZeit
Urteilsfähigkeit Urteilsunfähigkeit
Vollmachten
Informationen Vorsorgeauftrag
einholen
Krankheit /
Tod
Patientenverfügung
Vorkehrungen
Unfall
treffen:
Leben3. Patientenverfügung
Zeit
Urteilsfähigkeit Urteilsunfähigkeit
Vollmachten
Anordnungen für
Informationen Vorsorgeauftrag den Todesfall
einholen
Krankheit /
Tod
Patientenverfügung
Vorkehrungen
Unfall
treffen:
Leben4. Anordnungen für den Todesfall Modalitäten der Bestattung Bestattungsart Rituale Separat vom Testament aufbewahren
Zeit
Urteilsfähigkeit Urteilsunfähigkeit
Vollmachten
Anordnungen für
Informationen Vorsorgeauftrag den Todesfall
einholen
Krankheit /
Ehevertrag
Tod
Patientenverfügung
Vorkehrungen Testament / Erbvertrag
Unfall
treffen:
Leben5. Begünstigung des Ehegatten Ausgangslage: Ehemann hat Liegenschaft geerbt, Ehefrau hat für den Umbau der Liegenschaft CHF 150’000 von ihren Eltern als Vorempfang erhalten. Mit einem Kapitalbezug aus der PK des Ehemanns wurde die Hypothek um CHF 150’000 amortisiert. Die Ehegatten haben zwei Kinder. Die Ehegatten stehen unter dem ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung und wollen, dass der überlebende Ehegatte beim Tod des erstversterbenden Ehegatten im Haus bleiben kann.
Errungenschaftsbeteiligung
Ehemann Ehefrau
Vorempfang
Kapitalbezug PK CHF 150’000
CHF 150’000
Erbschaft
CHF 50’000
Eigengut Errungenschaft Errungenschaft EigengutErrungenschaftsbeteiligung
Ehemann Ehefrau
Vorempfang
Kapitalbezug PK CHF 150’000
CHF 150’000
Erbschaft
CHF 50’000
1/2 1/2 1/2 1/2
Eigengut Errungenschaft Errungenschaft EigengutGüterrechtliche Auseinandersetzung
Ehemann Nachlass Ehefrau
Vorempfang
Kapitalbezug PK CHF 150’000
Kapitalbezug PK
CHF 150’000
CHF 1150’000 Erbschaft
CHF 50’000
1/2 1/2
1/2 1/2 1/2
1/2
Güterrechtlicher Anspruch Ehemann Nachlassvermögen EhefrauErbrechtliche Ansprüche
Ehemann Nachlass Ehefrau
Vorempfang
CHF 150’000
Kapitalbezug PK
Kapitalbezug PK CHF 1150’000 Erbschaft
CHF 150’000
CHF 50’000
1/2 1/2
1/2 1/2 1/2 1/2
Nachlassvermögen Ehefrau fällt an:
Ehemann 1/2 (Gesetz)
Güterrechtlicher Anspruch Ehemann Kinder 1/2 (Gesetz)Güterrechtliche Begünstigung (Ehevertrag)
nur gegenüber gemeinsamen Nachkommen
Ehemann Ehefrau
Vorempfang
Kapitalbezug PK CHF 150’000
CHF 150’000
Erbschaft
CHF 50’000
1/2 1/2 1/2 1/2
Eigengut Errungenschaft Errungenschaft EigengutGüterrechtliche Begünstigung (Ehevertrag)
Ehemann Nachlass Ehefrau
Vorempfang
Kapitalbezug PK CHF 150’000
CHF 150’000
Erbschaft
CHF 50’000
1/2 1/2 1/2 1/2
Nachlassvermögen Ehefrau fällt an:
Ehemann 1/2 (Gesetz)
Güterrechtlicher Anspruch Ehemann Kinder 1/2 (Gesetz)Erbrechtliche Begünstigung (Testament, Erbvertrag)
Ehemann Nachlass Ehefrau
Vorempfang
Kapitalbezug PK CHF 150’000
CHF 150’000
Erbschaft
CHF 50’000
1/2 1/2 1/2 1/2
Kinder auf Pflichtteil:
Ehemann 5/8
Kinder 3/8 (Pflichtteil)
Nutzniessung nach Art. 473 ZGB:
Güterrechtlicher Anspruch Ehemann Ehemann NN 1/4 und NN
Kinder 1/1 3/4Nutzniessung nach Art. 473 ZGB
Unter Ehegatten; nur gegenüber gemeinsamen Kindern möglich
Variante 1
Nutzniessung nach Art. 473 ZGB
Kinder werden Eigentümer des ganzen Nachlassvermögens
Überlebender Ehegatte hat am ganzen Nachlassvermögen die
NutzniessungVariante 2
Nutzniessung nach Art. 473 ZGB und Nachkommen auf Pflichtteil
setzen
Nachkommen werden Eigentümer von 3/4 des
Nachlassvermögens
überlebender Ehegatte wird Eigentümer von 1/4 des
Nachlassvermögens und hat am 3/4 Anteil der Nachkommen die
NutzniessungZeit
Urteilsfähigkeit Urteilsunfähigkeit
Vollmachten
Anordnungen für
Informationen Vorsorgeauftrag den Todesfall
einholen
Krankheit /
Ehevertrag
Tod
Patientenverfügung
Vorkehrungen Testament / Erbvertrag
Unfall
treffen:
Schenkungsvertrag
Leben6. Schenkung an Nachkommen Die Ehegatten sind Gesamteigentümer einer Liegenschaft (Einfamilienhaus), die sie selber bewohnen. Im Hinblick auf das Alter wollen sie die Liegenschaft an ihre Kinder verschenken. Amtlicher Wert CHF 480’000 Hypothek CHF 420’000
6. Schenkung an Nachkommen
6.1. Gleichbehandlung der Nachkommen
Alle Nachkommen sind grundsätzlich gleich zu behandeln
Schenkung an alle Nachkommen gemeinsam
Schenkung an nur einen Nachkommen. Festlegen eines Anrechnungswerts,
Mitunterzeichnung des Vertrags durch alle Nachkommen.6. Schenkung an Nachkommen
6.2. Vorbehalt Nutzniessung / Wohnrecht
Schenker können sich eine Nutzniessung oder ein Wohnrecht vorbehalten.
Nutzniessung
Umfang: selber bewohnen oder vermieten
Steuern: alle zu Lasten der Nutzniesser
Kosten: Versicherungen, Hypotheken, Unterhalt, Erneuerungen
Wohnrecht
Umfang: selber bewohnen
Steuern: Eigenmietwert zu Lasten Wohnrechtsberechtigter
Kosten: entgeltlich / unentgeltlich
Ev. zeitliche Begrenzung im Hinblick auf Altersheimeintritt / ELEnde des 2. Teils – Rechtlicher Bereich
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Barbara Berger Rawyler
Notarin
Die Kanzlei, Bahnhofstrasse 6, 3600 ThunTeil 3 - Sozialversicherungen
Als Referent begrüssen wir:
Marcel Schenk
Geschäftsleiter Pro Senectute Kanton BernInhaltsverzeichnis 1. Pro Senectute – Kurzvorstellung 2. Eigenheim – Sozialversicherungen 3. Alters- und Pflegeheim im Kanton Bern 4. Die Ergänzungsleistungen 5. EL-Reform – Stand heute 6. Hinweise
Pro Senectute - Kurzvorstellung
• Non-Profit-Organisation
• 10 Regional- und Beratungsstellen im ganzen Kanton Bern.
Unentgeltliche Beratung durch Sozialarbeitende für ältere
Menschen und ihre Angehörigen - für alle Lebensfragen und
Sozialversicherungsfragen
• Finanzielle Unterstützung für ältere Menschen
• Sport- und Bewegungsangebote
• Bildungsangebote
• Serviceleistungen / Hilfen zu HausePro Senectute – Kontaktadresse Region Thun Pro Senectute Regionalstelle Thun Malerweg 2 Postfach 152 3602 Thun Tel. 033 226 60 60 oberland@be.prosenectute.ch www.be.prosenectute.ch
Sozialversicherungen und Eigenheim Auf welche Sozialversicherungen hat das Eigenheim Einfluss? Alters- und Hinterlassenen-Versicherung (AHV) ? Hilflosenentschädigung (HE) ? Ergänzungsleistungen (EL) ?
Alters- und Pflegeheime 350 Alters- und Pflegeheime • Unterschiedliche Angebote Für Berechnung der EL entscheidend • Heime auf der Spital- und Pflegeheimliste • EL anerkannte Heime • EL nicht anerkannte Heime
Alters- und Pflegeheime
www.wohnen60plus.chFinanzierung Alters- und Pflegeheime
Alters- und Pflegeheimkosten
• Hotellerie
• Tagespauschale nach Pflege- und Betreuungsaufwand
• Beitrag Infrastruktur
Finanzierung
• Beitrag Krankenkasse
• Finanzierung durch Einkommen und Vermögen der
Bewohnenden
• ErgänzungsleistungenDie Ergänzungsleistungen - Ergänzungsleistungen seit 1965 - Sicherung des Existenzbedarfes zu AHV und IV - Gesetzlicher Anspruch - Ein Recht auf Ergänzungsleistungen
Anspruchsvoraussetzungen • Schweizer Bürgerinnen und Bürger • Ausländerinnen und Ausländer unter bestimmten Voraussetzungen • AHV- oder IV-Rentner • Bezüger HE der IV ab 18. Altersjahr • Bezüger IV-Taggelder • Geschiedene oder getrennte Ehegatten mit Zusatzrente
Berechnung der Ergänzungsleistungen EL soll Existenzbedarf decken! • Bedarfsrechnung • Individuelle finanzielle Verhältnisse sind massgebend • Anerkannte Ausgaben, die anrechenbare Einnahmen übersteigen • Jährliche EL – Auszahlung monatlich • Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten
Einbezug des Vermögens (1)
• CHF 37’500 bei Alleinstehenden
• CHF 60’000 bei Ehepaaren
• CHF 15’000 pro Kind
• CHF 112’000 bei selbstbewohnten Liegenschaften
• CHF 300’000 bei selbstbewohnten Liegenschaften unter
bestimmten VoraussetzungenEinbezug des Vermögens (2) Vermögensanteil, der als Einkommen angerechnet wird (Vermögensverzehr) • 1/15 bei IV-Rentnern • 1/10 bei Altersrentnern • 1/5 bei Altersrentnern, die sich dauernd im Heim aufhalten • 1/10 bei Altersrentnern, 1 Pers. Heim – 1 Pers. zu Hause
Berechnungsbeispiel (1)
Ehepaar mit Eigenheim
Ausgaben
Lebensbedarf Ehepaar gemäss EL CHF 28’935
Krankenkassenprämie Kant. Durchschnittsprämie CHF 8’640
Eigenmietwert CHF 13’560
Nebenkosten CHF 1’680
CHF 15’360
Anrechenbar max. CHF 15’000
Gebäudeunterhalt (20%) CHF 3’072
Hypothekarzinsen (1%) CHF 4’200
Total Ausgaben CHF 59’847Berechnungsbeispiel (2) Einnahmen / Vermögensanteil / Vermögensverzehr Liquides Vermögen CHF 150’000 Eigenheim Amtlicher Wert Liegenschaft CHF 480’000 Total Bruttovermögen CHF 630’000 ./. Hypothek CHF 420’000 ./. Freibetrag Liegenschaft CHF 112’000 ./. Freibetrag CHF 60’000 Anrechenbares Vermögen CHF 38’000 Vermögensverzehr 1/10 CHF 3’800 Vermögensertrag (brutto) CHF 150
Berechnungsbeispiel (3) Einnahmen Vermögensverzehr 1/10 CHF 3’800 Vermögensertrag (brutto) CHF 150 AHV-Rente CHF 24’000 Pension CHF 12’000 Eigenmietwert CHF 13’560 Total Einnahmen CHF 53’510 EL-Berechnung Einnahmen CHF 53’510 Ausgaben CHF 59’847 Ausgabenüberschuss CHF 6’337 : 12 = EL im Monat CHF 528.00
Verzicht auf Einkünfte und Vermögenswerte • Ohne rechtliche Verpflichtung • Ohne adäquate Gegenleistung • z.B. bei Schenkungen und Erbvorempfängen
Berechnung Verzichtsvermögens • Vermögen: Grundstück / Wert des Grundstückes zum Zeitpunkt der Schenkung • Gegenleistung? – Wohnrecht/Nutzniessung • Das Verzichtsvermögen wird zum übrigen vorhandenen Vermögen hinzugerechnet und bei der EL-Berechnung gemäss Ansätzen zum Einkommen hinzugerechnet (Vermögensverzehr) • Aus Verzichtsvermögen wird 0.1% als Einkommen in die EL- Berechnung einberechnet
Schenkung mit Nutzniessung (1) Berechnung Kapitalwert Ermittlung des Kapitalisierungsfaktors 1’000 : Jahresrente gemäss Tabelle (Umrechnungstabellen der Eidg. Steuerverwaltung zur Umrechnung von Kapitalleistungen in lebenslängliche Renten) Alter der begünstigten Person bei Schenkung Jahresrente gemäss Tabelle 46.67 Kapitalisierungsfaktor 1000 : 46.67 = 21.43
Schenkung mit Nutzniessung (2) Berechnung Kapitalwert Eigenmietwert CHF 13’560 Bruttojahreswert CHF 13’560 ./. Hypothekarzins CHF 4’200 ./. Gebäudeunterhaltskostenpauschale CHF 3’072 20% der Einnahmen Liegenschaft gemäss Steuerrecht (20 % von 13’560.00) Nettojahreswert CHF 6’288 Kapitalwert (12’440 x 21.43) CHF 134’751
Schenkung mit Nutzniessung (3) Höhe des Vermögensverzichtes Höhe der Leistung Amtlicher Wert bei Abtretung 2010 CHF 480’000.00 + Differenz zum Repartitionswert 2010 CHF 0.00 Anrechenbarer Liegenschaftswert Verkehrswert CHF 480’000.00
Schenkung mit Nutzniessung (4) Höhe der Gegenleistung Nutzniessung (Kapitalwert) CHF 134’751 Schuldenübernahme (Hypothek) CHF 420’000 Total Gegenleistung CHF 554’751
Schenkung mit Nutzniessung (5) Höhe des Vermögensverzichtes Wert der Leistung CHF 480’000 ./. Wert der Gegenleistung CHF 554’751 Verzichtsvermögen CHF 0 ./. Amortisation seit Schenkungsvertrag z.B. 2010 Verminderung 5 x CHF 10’000 CHF 50’000 Verzichtsvermögen (Stand 2016) CHF 0
Stand EL-Reform (Stand 30. Mai 2018) • Vermögensverzehr Liegenschaft (Heim / zu Hause) 1 Person zu Hause – ¼ 1 Person im Heim - ¾ • Vermögensschwelle Alleinstehende CHF 100’000 / Ehepaare CHF 200’000 • Liegenschaften sind Bestandteil des Reinvermögens • Verzichtsvermögen gilt auch als Reinvermögen • Höhe Mietzinsabzug • Vermögensfreigrenzen 25’000 / 40’000 • Vermögensverzehr im Alter 1/15
Stand EL-Reform (Stand 30. Mai 2018) • Vermögensverbrauch letzte Jahre belegen (CHF 10’000.00) • Freigrenze selbstbewohnte Liegenschaft 112’500 • Rückerstattung von Ergänzungsleistungen aus dem Nachlass wenn über CHF 50’000. Bei Ehepaaren aus Nachlass des Zweitverstorbenen • Übergangsbestimmungen während drei Jahren für heutige EL- Bezügerinnen und -Bezüger
Hinweise (1) Achtung Der Vermögensabzug von CHF 300’000 bei selbstbewohnten Liegenschaften fällt weg, wenn die Liegenschaft abgetreten wird. Also keine Abtretung kurz vor Altersheim-Eintritt. Kein unentgeltlicher, freiwilliger Verzicht auf Nutzniessung oder Wohnrecht, wenn vorzeitiges Ende (d.h. Beendigung vor Tod) von Nutzniessung bzw. Wohnrecht nicht bereits im Schenkungsvertrag festgelegt. Keine weitere Amortisation der Hypothek durch Abtreter nach er- folgter Schenkung. Ist zusätzlicher freiwilliger Vermögensverzicht.
Hinweise (2) • Abtretung der Liegenschaft mit Nutzniessung und/oder Wohnrecht, auch aus Sicht der laufenden EL-Reform sehr sinnvoll! (Je früher je besser – aus Sicht der Ergänzungsleistung und des Vermögensschutzes) • Verwandtenunterstützung ?!? (grosszügige Handhabung der Kantone)
Ende des 3. Teils - Sozialversicherungen
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Marcel Schenk
Geschäftsleiter Pro Senectute Kanton BernSie können auch lesen